Wenn der Partner schnarcht, helfen getrennte Betten

Schnarchen ist vor Allem für den jeweiligen Partner unangenehm. Durch die lauten Geräusche ist oft an richtigen Schlaf nicht zu denken. Der nicht schnarchende Partner leidet also oft mehr an der Situation, als der Schnarchende selbst. Denn der Betroffene merkt ja in der Regel kaum etwas von seinem nächtlichen Schnarchen. Für den Partner ist es allerdings oft ein Hin- und Herwälzen im Bett. Viele Paare schlafen trotz dieser Situation in einem gemeinsamen Zimmer und Bett. Aber das muss nicht sein. Der durch das Schnarchen des Partners Gestörte büßt hier viel von seiner Schlafqualität ein. Warum also nicht einfach in getrennten Betten nächtigen? Viele leidgeprüfte Partner können ein Lied davon singen, denn es kann keine Nacht richtig durchgeschlafen werden.

In früheren Zeiten waren getrennte Betten dabei gar nicht so unüblich.

Schlafen beim Schnarchen Paare getrennt oder zusammenLiebesheiraten waren noch eher die Ausnahme, als die Regel. Wer sich getrennte Schlafzimmer leisten konnte, der galt als wohlhabend. Für Normalbürger sind dennoch getrennte Schlafzimmer ein Tabuthema und es kommt überhaupt nicht in Frage. Wird so etwas im Freundeskreis erwähnt, denkt man schnell an eine bevorstehende Trennung. Daher wird schnell oft die Frage laut: „Wann kommt die Scheidung?“. Das Ryerson Sleep and Depression Laboratory, welches in Toronto zuhause ist, gibt an, dass bis zu 40 % der Paare weltweit getrennt nächtigen. Und der Schlaf beider Partner wird wohl sehr gut sein. So ist niemand gestört und jeder kann in Ruhe durchschlafen. Denn auch der nicht schnarchende Partner wird dem Schnarcher wohl ab und an einmal sagen: „Hör auf zu schnarchen!“. So ist Dr. Neil Stanley ein bekennender Befürworter für getrennte Betten. Der Schlafspezialist aus Großbritannien ist Fürsprecher, da beide Partner dann einen erholsamen Schlaf genießen.

Die Nationale Vereinigung der Eigenheimbauer in Amerika berichtet, dass gar 60 % der Neubauten mit zwei Elternschlafzimmern ausgestattet werden. Um nicht um den heißen Brei zu reden: Viele Menschen denken, getrennte Betten bedeuten auch automatisch ein miserables Sexleben. Das stimmt so nicht und getrennte Schlafzimmer können im Gegenteil wieder für mehr Aufregung sorgen.

Andere Meinungen zu getrennten Betten

Es gibt auch andere Meinungen, wenn es um Schnarchen und getrennte Betten geht. Die Gegner sagen, dies wirkt sich auf jeden Fall fatal auf das Sexleben aus. Die Nähe kommt abhanden und man müsse sich in Duldsamkeit üben. Viele ältere Ehepaare neigen zu getrennten Betten, da ältere Männer oft schnarchen. Es gibt Studien, die besagen, dass Frauen sensibler auf nächtliche Geräusche des Partners reagieren als Männer. Männer hingegen haben einen tieferen Schlaf, wenn die Partnerin neben ihnen liegt. Das gemeinsame Schlafen ist eher eine moderne Errungenschaft. Intimität war früher nicht in dieser Art akzeptiert. Erst als die soziale Akzeptanz gegeben war, war das gemeinsame Ehebett interessant. Im Biedermeier kam das gemeinsame Bett in Mode, als das Bürgertum stark wuchs. Das gemeinsame Schlafen intensiviert die Nähe, keine Frage.

Männer und Frauen haben unterschiedliche Schlafprozesse. Hier liegen die Gründe im Bereich der Evolution. Der Mann sieht den Schlaf mit dem Partner eher wie einen Gruppenschlaf. Ein Mann fühlt sich hierbei sicher und entspannt. Bei den Frauen sieht es etwas anders aus. Sie sind gewohnt, in der Nacht auch zu reagieren. Dies ist besonders wichtig, um das Kind zu versorgen. Frauen reagieren auch auf die Bewegungen des Partners. Sie sehen ihn quasi als ein zu versorgendes Kind.