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	<title>B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade</title>
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	<description>Bürger zur Sonne, zur Freiheit!</description>
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		<title>Der Kunde bleibt K&#246;nig</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 19:39:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SteffenH</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Deutschlands Verbraucherpolizei macht wieder einmal Gro&#223;razzia. Wie so oft ist es das kapitale Verbrechen der &#8220;versteckten&#8221; Preiserh&#246;hung, dass die Hamburger  Verbraucherzentrale brandmarkt, wovon der Spiegel eifrig berichtet. Nicht dass die Verbrauchersch&#252;tzer unrecht h&#228;tten, wenn sie eine Liste von Produkten mit ver&#228;nderten Packungsgr&#246;&#223;en und Preisen pr&#228;sentieren und dabei feststellen, dass bei allen genannten Produkten der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Deutschlands Verbraucherpolizei macht wieder einmal Gro&#223;razzia. Wie so oft ist es das kapitale Verbrechen der &#8220;versteckten&#8221; Preiserh&#246;hung, dass die Hamburger  Verbraucherzentrale brandmarkt, wovon der <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,676383,00.html">Spiegel</a> eifrig berichtet. Nicht dass die Verbrauchersch&#252;tzer unrecht h&#228;tten, wenn sie eine Liste von Produkten mit ver&#228;nderten Packungsgr&#246;&#223;en und Preisen pr&#228;sentieren und dabei feststellen, dass bei allen genannten Produkten der auf die Menge bezogene Preis gestiegen ist. Doch muss man auch der damit verbundenen Schlussfolgerung folgen, dass dies einzig und allein zum Schaden der Konsumenten ist?<br />
<span id="more-4518"></span><br />
Sicherlich, Preiserh&#246;hungen schaden immer den Konsumenten, jedenfalls solange sie nicht mit einem Anstieg der Produktqualit&#228;t verbunden sind. Diese Feststellung impliziert jedoch nicht, dass Preiserh&#246;hungen in einer Marktwirtschaft ein Ding der Unm&#246;glichkeit sind. Schlie&#223;lich sind Unternehmen von ihren Eigent&#252;mern dazu beauftragt den Gewinn zu maximieren, was sich eben nur &#252;ber den gewinnmaximalen Preis der G&#252;ter realisieren l&#228;sst. Auch Hersteller von Babynahrung sind keine wohlt&#228;tige Organisation. Ein Gl&#252;ck auch, denn dann w&#252;rde es mit der Ern&#228;hrung unserer Kinder eher traurig aussehen. T&#228;glich &#228;ndern sich die Produktionsbedingungen f&#252;r die Hersteller, Arbeitskosten steigen oder fallen, Rohstoffe m&#252;ssen mal teurer, mal billiger eingekauft werden. All dies bedeutet, dass Preise nicht immer fallen k&#246;nnen, sondern auch mal steigen m&#252;ssen. Dabei ist es eigentlich einerlei, ob der Preis bei gleicher Menge steigt, mit sinkender Menge gleich bleibt oder aber weniger sinkt als die angebotene Produktmenge. Alle Ver&#228;nderungen dienen nur dazu, dem Kunden die gr&#246;&#223;te Differenz zwischen Zahlungsbereitschaft und Produktionsmenge abzutrotzen. F&#252;r diese Binsenweisheit brauchen Deutschlands Konsumenten keinen Verbraucherschutz.</p>
<p>Da gibt es zum Beispiel diese Babynahrung, die vorher in der 800 Gramm-Packung pro Gramm 27 Prozent billiger als in der neuen, niedriger ausgepreisten 500 Gramm-Packung war. Na und? K&#246;nnte es nicht etwa sein, dass sich die Herstellung des Milchpulvers verteuert hat und der Anbieter jetzt der Meinung ist die Preiserh&#246;hung nur umsetzen zu k&#246;nnen, wenn er den Muttis die Option einr&#228;umt, statt tiefer in die Tasche f&#252;r die gleiche Menge greifen zu m&#252;ssen, lieber eine etwas billigere, aber kleinere Packung mit nach Hause nehmen zu k&#246;nnen. Vielleicht k&#246;nnen die Kunden auf diese Weise einfach besser mit der n&#246;tigen Preiserh&#246;hung umgehen? &#220;berdies, ich habe heute mal einen neugierigen Blick in das Regal mit der Babynahrung geworfen, tummelt sich auf dem Markt ein halbes Dutzend von Billig- bis Pr&#228;miumanbietern, mit Preisunterschieden f&#252;r &#228;hnliche Produkte und Angebotsmengen von mehr als hundert Prozent. Der betreffende Anbieter lag dabei im preislichen Mittelfeld. Der Kunde hat kein Problem zur Konkurrenz zu wechseln, sollte er mit der Preisgestaltung eines Anbieters ein Problem haben. Dieser Wettbewerb ist es, der die Anbieter mehr diszipliniert als alle Verbrauchersch&#252;tzer zusammen.</p>
<p>Kapitalismus basiert auf Tausch zum beiderseitigen Vorteil. Ein Verbraucherschutz, der die Systemfrage stellt, wenn er auch nur den leisesten Verdacht hat, der Konsument m&#252;sse vor dem Supermarktregal nur eine Sekunde nachdenken, um nicht den folgenschweren Fehler eines nicht ganz optimalen Deals zu machen, schie&#223;t etwas &#252;ber sein Ziel hinaus. Vor allem dann, wenn man sich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass hinter der ganzen Aufregung das Wehklagen &#252;ber den Wegfall einer Regulierung der Anbieter steckt, es also nicht allein um Verbraucherinformationen, sondern versteckten Lobbyismus f&#252;r eine neuerliche Reglementierung der Wirtschaft geht. Beispiele daf&#252;r gibt es mehr als genug. Ebenso wie Konsumenten gnadenlose Schn&#228;ppchenj&#228;ger sind, die sich einen Teufel um die wirtschaftliche Situation der Unternehmen scheren, deren Produkte sie gerade zu einem Top-Preis erstanden haben, d&#252;rfen wir nicht erwarten, dass Unternehmen uns aus reiner N&#228;chstenliebe versorgen. Schon Adam Smith war der Meinung das uns der B&#228;cker die Br&#246;tchen nicht verkauft, weil er uns mag, sondern weil er an uns verdienen will. So ist nun einmal die Welt und solange es Wettbewerb gibt, ist es gut so. Statt sich also &#252;ber solche Lappalien wie versteckte Preiserh&#246;hungen aufzuregen, sollten die Verbrauchersch&#252;tzer lieber Alarm rufen, wenn die Politik wieder einmal versucht <a href="http://www.welt.de/die-welt/wirtschaft/article5914935/Discounter-von-Bauverbot-unbeeindruckt.html">den Wettbewerb zu behindern</a>. Denn auf diese Weise m&#252;ssen sich die Anbieter irgendwann nicht mal mehr die M&#252;he machen ihre Preiserh&#246;hungen zu verstecken.</p>
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		<title>B.L.O.G.-Service: Unternehmensnachrichten richtig gelesen</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 17:10:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor und Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Uns haben viele Anrufe und Briefe besorgter B&#252;rger erreicht, ob wir uns denn immer nur mit abstrakter Politik befassen wollen oder ob es nicht auch wirkliche Lebenshilfe auf diesem Blog gibt. Und ich muss zugeben, dass mich diese Vorw&#252;rfe treffen, seitdem ich hier nicht mehr &#252;ber die Bundesliga berichte (was meinem Wohlergehen eher f&#246;rderlich war&#8230;). [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Uns haben viele Anrufe und Briefe besorgter B&#252;rger erreicht, ob wir uns denn immer nur mit abstrakter Politik befassen wollen oder ob es nicht auch wirkliche Lebenshilfe auf diesem Blog gibt. Und ich muss zugeben, dass mich diese Vorw&#252;rfe treffen, seitdem ich hier nicht mehr &#252;ber die Bundesliga berichte (was meinem Wohlergehen eher f&#246;rderlich war&#8230;). Deswegen nutze ich die Gelegenheit gerne, an einem aktuellen Beispiel aufzuzeigen, wie man Pressemitteilungen von Unternehmen lesen muss. Das ist n&#228;mlich eine Kunst, die zu beherrschen viel Erfahrung erfordert.</p>
<p>Heute geht es um die <a href="http://www.sap.com/germany/about/press/archive/press_show.epx?ID=4551">SAP</a>. Die originale Pressemitteilung ist iim folgenden als Zitat gekennzeichnet, w&#228;hrend die &#220;bersetzung in gew&#246;hnliches Deutsch in kursiver Schrift erscheint:</p>
<blockquote><p>Die SAP AG gab heute bekannt, dass der Aufsichtsrat des Unternehmens sich mit Vorstandssprecher Léo Apotheker einvernehmlich darauf verst&#228;ndigt hat, dessen Vertrag als Vorstandsmitglied nicht zu verl&#228;ngern. Léo Apotheker hat sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt.</p>
</blockquote>
<p><em>Wir haben die Dumpfbacke Apotheker rausgeschmissen.</em></p>
<blockquote><p>Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats die beiden Vorstandsmitglieder Bill McDermott, verantwortlich f&#252;r Vertrieb, und Jim Hagemann Snabe, verantwortlich f&#252;r Produktentwicklung, zu gleich berechtigten Vorstandssprechern ernannt. </p>
</blockquote>
<blockquote><p>Zus&#228;tzlich hat der Aufsichtsrat Vishal Sikka, Chief Technology Officer, zum Vorstandsmitglied bestellt. Auf Wunsch des Aufsichtsrats wird Hasso Plattner, Mitgr&#252;nder der SAP und Aufsichtsratsvorsitzender der SAP AG, weiterhin eine starke Rolle spielen, um die neue F&#252;hrung in Fragen der Technologie und der Produktentwicklung zu beraten.</p>
</blockquote>
<p><em>Hasso &#252;bernimmt wieder, und getreu dem Motto &#8220;divide et impera&#8221; wird daf&#252;r gesorgt, dass der Vorstand vor allem mit sich selbst besch&#228;ftigt ist.</em></p>
<p>Dazu passt folgendes Zitat Plattners aus der anberaumten Telefonkonferenz:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ich werde alles tun, damit SAP wieder happy wird.“ </p>
</blockquote>
<p>Ich. Nicht etwa wir. Hoffentlich schmeckt euch euer Fr&#252;hst&#252;ck, meine lieben Bill und Jim.</p>
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		<title>Erzwungen</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 16:43:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor und Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Presse / SPON- und taz-Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Rochus]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Kapitalismus ist perfide. Besonders frech ist es, wenn er Bed&#252;rfnisse bedient, die eigentlich von ihren Erfindern gegen ihn gerichtet sind. Die &#214;kobewegung kritisiert &#8220;Fabrikfra&#223;&#8221;, und die Handelsketten, statt in Selbstzerknirschung um die Erl&#246;sung durch R&#228;teherrschaft zu bitten, bieten einfach Bioprodukte an. Das ist eine Frechheit sondergleichen, die gutmenschlich ge&#228;chtet geh&#246;rt. Und wer w&#228;re f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,druck-676220,00.html">Der Kapitalismus ist perfide</a>. Besonders frech ist es, wenn er Bed&#252;rfnisse bedient, die eigentlich von ihren Erfindern gegen ihn gerichtet sind. Die &#214;kobewegung kritisiert &#8220;Fabrikfra&#223;&#8221;, und die Handelsketten, statt in Selbstzerknirschung um die Erl&#246;sung durch R&#228;teherrschaft zu bitten, bieten einfach Bioprodukte an. Das ist eine Frechheit sondergleichen, die gutmenschlich ge&#228;chtet geh&#246;rt. Und wer w&#228;re f&#252;r den Aufschrei der derart Geknechteten besser geeignet als das Sturmgesch&#252;tz der B&#252;rokratie, der &#8220;Spiegel&#8221; bzw. seine Onlineausgabe. Die Liste der Vergehen ist lang:<span id="more-4513"></span></p>
<blockquote><p>Tats&#228;chlich aber hat sich das Ideal vom selbstbestimmten Kunden l&#228;ngst verwandelt in einen grassierenden Zwang zum Selbermachen. Aus dem hehren Ziel der Selbstverwirklichung ist ein Do-it-yourself-Imperativ geworden, der uns immer mehr Verantwortung in banalen Alltagsdingen aufb&#252;rdet. Von der Optimierung profitieren andere. &#8220;Die Kunden sind vielerorts zu unbezahlten Arbeitskr&#228;ften, zu einer expliziten betrieblichen Wertquelle geworden&#8221;, bilanziert der Soziologe Gerd G&#252;nter Vo&#223;.</p>
</blockquote>
<p>Das ist dramatisch! Wir m&#252;ssen die Unternehmen unbedingt entwaffnen, damit sie ihre Kunden nicht mehr zum Selbermachen zwingen k&#246;nnen. Moment &#8211; hier sind gar keine Waffen im Spiel? Keine Drohungen? K&#246;nnte es sein, nur mal vorsichtig angefragt und im Bewusstsein der Subversivit&#228;t allein des Gedankens, dass die Kunden das so gewollt haben? Aus &#8211; Schluss &#8211; Schnitt. Unerh&#246;rt, dieser Gedanke. Die wurden gezwungen. So sieht&#8217;s aus. Notfalls mit Geld, aber Zwang war da.</p>
<blockquote><p>Unseren Morgenkaffee holen wir uns selbst bei Starbucks, unsere Bankgesch&#228;fte erledigen wir online, das Bahnticket nach M&#252;nchen buchen wir selbst, unser Paket holen wir an der Packstation ab. Allein zwischen 1991 und 2007 ist etwa die Zahl der Postfilialen und -agenturen um ein Drittel gesunken. Trotzdem, sehr bequem, diese neue Flexibilit&#228;t. Vielleicht nicht ganz so bequem wie fr&#252;her, als Postboten das Paket nach Hause lieferten, aber man will ja nicht klagen. Wir sind unser eigener Wertpapierh&#228;ndler, Reiseb&#252;rokaufmann und Postbote. Schade, dass wir uns keinen Stundenlohn zahlen. Da k&#228;me ein h&#252;bsches S&#252;mmchen zusammen.</p>
</blockquote>
<p>Da bin ich aber froh, dass die Schergen von Starbucks mich bisher verschont haben. Aufgrund ungekl&#228;rter Umst&#228;nde gelang es mir bisher, meinen Morgenkaffee zu Hause selbst zuzubereiten. Ok, vorher hatte mich die Firma Jura (aus der Schweiz! Muss ich mehr sagen?) gezwungen, ihr einen ihrer Kaffeevollautomaten abzukaufen, und ich kann es einfach nicht lassen, den auch zu bedienen. Andererseits, wenn ich morgens im Fitnessstudio war, lasse ich mir von vom Kioskbesitzer um die Ecke eine Zeitung aufzwingen und gehe dann, wie von unsichtbaren F&#228;den gelenkt, in den &#246;rtlichen Starbucks, der einfach dadurch, dass er als einziger hei&#223;en Kaffee anbietender Betrieb um diese Zeit in der Innenstadt schon ge&#246;ffnet hat, mich zur Einkehr zwingt. Wo bleibt der liberale Aufschrei?</p>
<p>Und wer mich dann auch noch zwingt, die Bankgesch&#228;fte online zu erledigen. Denken wir doch an die guten, alten Zeiten zur&#252;ck, wo wir die papiernen &#220;berweisungstr&#228;ger ausf&#252;llen und zur Post bzw. in die Filiale bringen durften. Was f&#252;r Zeit wir damals gespart haben! Und die beschr&#228;nkten &#214;ffnungszeiten gaben uns wenigstens einen Rhythmus vor. Heute hingegen werden wir gezwungen, uns zu einer uns genehmen Zeit an den PC zu setzen und dieselben Informationen in ein Online-Formular einzutragen. Wenn das kein Versto&#223; gegen Artikel 1 des Grundgesetzes ist, wei&#223; ich auch nicht mehr.</p>
<p>Das Bahnticket &#8211; oh Mann, wer erinnert sich nicht gern an die vorkapitalistisch sch&#246;ne Zeit, als durch das Schlangestehen am Schalter der Bundesbahn gesellschaftliche N&#228;he und Kommunikation ebenso gef&#246;rdert wurden wie die Fitness der Kunden, pardon, Antragsteller. Heute zwingen uns profitgierige Ausbeuter dazu, vom Sofa aus &#252;ber WLAN die richtige Verbindung herauszusuchen und uns unser Ticket gleich ausdrucken oder gar aufs Handy schicken zu lassen. Wieviel wertvolle gesellschaftliche Interaktion dabei verloren geht.</p>
<p>Und dann auch noch die Packstation! Die Welt war einfach in Ordnung, wenn man als arbeitender Mensch abends nach Hause kam und im Briefkasten die Meldung vorfand, ein Paket habe nicht zugestellt werden k&#246;nnen, man d&#252;rfe es aber gerne in dem Stadtteil, in dem wegen der Verkehrsberuhigung neulich s&#228;mtliche Parkpl&#228;tze &#8220;zur&#252;ckgebaut&#8221; wurden, zwischen 9 und 17 Uhr wieder abholen, heute aber nicht. Da war noch Struktur im Alltag, und es w&#228;re niemandem eingefallen, sich einfach eine Packstation in seiner N&#228;he zu suchen, an der er seine P&#228;ckchen dann abholt, wann es ihm passt. Es ist schier unglaublich, zu welchen Schandtaten uns die Konzerne heutzutage zwingen k&#246;nnen.</p>
<p>Man sollte uns daf&#252;r, dass wir diesem Zwang unterliegen, wirklich bezahlen. W&#228;re ja noch sch&#246;ner, wenn sich einer nur durch Kundenservice unfaire Wettbewerbsvorteile verschaffen w&#252;rde.</p>
<p>Ikea &#8211; ganz schlimm! Men in black treiben jeden Samstag Horden unschuldiger Bundesb&#252;rger in deren Konsumtempel, und durch ein Warenangebot, das man gleich mitnehmen kann, zwingt dieser schwedische Konzern seine Kunden dazu, K&#228;ufe zu t&#228;tigen. Obwohl doch alle mit dem festen Vorsatz aufgebrochen waren, diesmal auf keinen Fall Geld auszugeben.</p>
<p>Die Bahn baut Reisezentren ab. Aha. Was macht die Konkurrenz? Welche Konkurrenz, fragen Sie? Welcher Kapitalismus, frage ich?</p>
<blockquote><p>Vom Imperativ der Selbstverantwortung profitiert hier zun&#228;chst der Staat, weil er zwar die Riester-Rente subventioniert, aber sp&#228;ter an der gesetzlichen spart.</p>
</blockquote>
<p>Und wir alle wissen: Man kann gar nicht anders vorsorgen als &#252;ber eine &#8220;Riester-Rente&#8221;. Es gibt keine anderen M&#246;glichkeiten, wie ein B&#252;rger sparen kann. Das ist wirklich hart. An der gesetzlichen Rente &#8220;spart der Staat&#8221;.  Das ist mal wirklich eine geniale Entdeckung. Jetzt muss mir nur noch einer erz&#228;hlen, welches Einkommen der Staat bezieht, dass er sparen kann. Oder wer jetzt wen zu was zwingt.</p>
<blockquote><p>So wildern Software-Konzerne ihre neuen, noch fehlerhaften &#8220;Betaversionen&#8221; aus, auf dass begeisterte Nerds Programmierungsfehler suchen und am besten gleich beheben.</p>
</blockquote>
<p>Und diese idiotischen Halbaffen machen das auch noch. Klar: Man hat sie gezwungen. Oder die k&#246;nnen nicht anders, also irgendwie pathologisch. Dieser ganze Open-Source-Mist ist eh eine gewaltige Verschw&#246;rung, mit der uns der Kapitalismus zwingt, gute Software herzustellen. </p>
<p>Es ist einfach schrecklich. </p></p>
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		<title>Gute Geldanlage</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 16:13:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ist mir peinlich aber ich m&#246;chte endlich mein Gewissen erleichtern:
Manchmal, wirklich ganz, ganz selten und nur in d&#252;ster-pessimistischen Momenten &#252;berkommt mich das Gef&#252;hl, die an den deutschen Staat gezahlten und von diesem an die EUrokratie weitergeleiteten Steuern k&#246;nnten gelegentlich einer im ersten Moment nicht sinnvoll erscheinenden Verwendung zugef&#252;hrt werden k&#246;nnen. Die fl&#228;chen- und landschaftsdeckend [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mir peinlich aber ich m&#246;chte endlich mein Gewissen erleichtern:<br />
Manchmal, wirklich ganz, ganz selten und nur in d&#252;ster-pessimistischen Momenten &#252;berkommt mich das Gef&#252;hl, die an den deutschen Staat gezahlten und von diesem an die EUrokratie weitergeleiteten Steuern k&#246;nnten gelegentlich einer im ersten Moment nicht sinnvoll erscheinenden Verwendung zugef&#252;hrt werden k&#246;nnen. Die fl&#228;chen- und landschaftsdeckend angebauten Maisfelder, deren Ertr&#228;ge, geschreddert, in Biogasanlagen verbracht werden, erscheinen auf den ersten, fl&#252;chtigen und unverantwortlichen Blick wie ein Ersatz-Hartz4 f&#252;r ansonsten unn&#252;tze Landwirte, die selbst mit den regul&#228;ren oder f&#252;r Bio-Bauern entsprechend aufgestockten Subventionen keine wirtschaftlich sinnvolle Leistung hinbekommen.<br />
Aber das ist nat&#252;rlich Unsinn und falsch. </p>
<p>Trotzdem: Einem neoliberalen, kaltherzigen Egoisten kommen eben doch hin und wieder Zweifel an der Bef&#228;higung der selbstherrlich herrschenden B&#252;rokraten.<br />
Da tut es doch gut zu lesen, dass <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Agentur-fuer-Internetsicherheit-raet-zur-Vorsicht-in-Social-Networks-923893.html">Sinnvolles</a> geleistet wird. Wer sollte sonst so seri&#246;s vor Datenklau im Internet warnen? Journalisten? Blogger? Der gesunde Menschenverstand?<br />
Ein Deutscher, und man muss vermuten auch ein Europ&#228;er, glaubt nur einem Beamten.</p>
<p>Danke, EU!<br />
<em><br />
Disclaimer: Der Autor erkl&#228;rt hiermit, dass &#8220;Europa&#8221; selbstverst&#228;ndlich eine sch&#246;ne, nicht durch genaues Hinschauen in den Schmutz zu ziehende Idee ist und der sofortige Ausbruch kriegerischer Konflikte zwischen den Europ&#228;ern drohte, g&#228;be es die Br&#252;sseler Volksbegl&#252;ckungsbeh&#246;rden nicht mehr.</em></p>
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		<title>Deutsche Wertarbeit</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 14:44:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor und Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Rochus]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Endlich: Die wildesten Tr&#228;ume der &#8220;Klimasch&#252;tzer&#8221; in bewegte Bilder umgesetzt! Und die Firma Audi beweist wieder einmal, worin Deutsche Spitze sind:

In Obrigkeitsh&#246;rigkeit.
(via Achse des Guten)
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Endlich: Die wildesten Tr&#228;ume der &#8220;Klimasch&#252;tzer&#8221; in bewegte Bilder umgesetzt! Und die Firma Audi beweist wieder einmal, worin Deutsche Spitze sind:</p>
<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Wq58zS4_jvM&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Wq58zS4_jvM&#038;hl=en_US&#038;fs=1&#038;" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="560" height="340"></embed></object>
<p>In Obrigkeitsh&#246;rigkeit.</p>
<p>(via <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/audi_nein_danke/">Achse des Guten</a>)</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Die Rolle der FDP</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 11:18:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Anti-FDP-Kampagne auf SPON, die beispielhaft steht f&#252;r vieles, was in der letzten Zeit durch die Medien ging, geht weiter. Und sie wird in ihren Zielen deutlicher.
Die Mehrheit der B&#252;rger, auch das haben die Meinungsforscher in den vergangenen Wochen immer wieder ermittelt, will vor dem Hintergrund der Krise gar keine weiteren Steuerentlastungen.

So wird suggeriert, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Anti-FDP-Kampagne auf SPON, die beispielhaft steht f&#252;r vieles, was in der letzten Zeit durch die Medien ging, geht weiter. Und sie wird in ihren Zielen <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,676409,00.html">deutlicher</a>.</p>
<blockquote><p>Die Mehrheit der B&#252;rger, auch das haben die Meinungsforscher in den vergangenen Wochen immer wieder ermittelt, will vor dem Hintergrund der Krise gar keine weiteren Steuerentlastungen.</p>
</blockquote>
<p>So wird suggeriert, dass die FDP besser von ihren Forderungen abr&#252;cken solle. Vielleicht ist es langsam an der Zeit, SPON-Autoren und andere Journalisten mit einer weiteren, die Grundfesten der FDP ersch&#252;tternden Nachricht bekannt zu machen: Gar eine Dreiviertelmehrheit hat sich am Wahltag gegen die FDP entschieden! Das sollte der Partei doch zu denken geben!<span id="more-4494"></span></p>
<p>Aber es geht noch sch&#246;ner:</p>
<blockquote><p>Westerwelles Generalsekret&#228;r glaubt zudem allen Ernstes daran, dass die FDP nicht f&#252;r ihre Politik, sondern f&#252;r deren langsame Umsetzung abgestraft werde. </p>
</blockquote>
<p>Ja, &#8220;allen Ernstes&#8221; glaubt der doch daran! Hihi! Wie kann er nur!  Wo wir doch alle wissen, dass es die freche Weigerung ist, so wie alle anderen auch sozialdemokratische Politik zu machen, wof&#252;r die FDP jetzt bestraft wird! Die fast 15% haben schlie&#223;lich FDP in der festen Hoffnung gew&#228;hlt, sie m&#246;ge das Gegenteil von dem tun, was sie im Wahlprogramm und im Wahlkampf immer gesagt hat. Etwas ernsthafter: Es ist schon verr&#228;terisch, welcher Ton da angeschlagen wird. Es muss f&#252;r einige Mitmenschen schier unertr&#228;glich sein, dass es da eine Partei gibt, die sozialdemokratische Grundgewissheiten der Bundesrepublik grunds&#228;tzlich in Frage stellt. Eine, die den immer gr&#246;&#223;er werdenden Einfluss des Staates auf die Gesellschaft nicht nur stoppen, sondern sogar zur&#252;ckdr&#228;ngen m&#246;chte. Eine, die es z. B. ganz konkret f&#252;r absurd h&#228;lt, in Risikoversicherungspr&#228;mien eine Einkommensumverteilung einzubauen.</p>
<p>Die CDU wurde nach Leipzig auf Linie gebracht, eben weil f&#252;r sie nichts wichtiger ist, als f&#252;r eine Mehrheit der Bev&#246;lkerung w&#228;hlbar zu bleiben. Offensichtlich versucht man, diese Logik bei der FDP auch zur Geltung zu bringen, aber davon sollte sich die Parteif&#252;hrung nicht irritieren lassen, denn das genaue Gegenteil ist richtig: Wenn die FDP auf 51% der W&#228;hler schielt, wird sie maximal 5% der Stimmen bekommen. Wir brauchen gerade dann, wenn sich alle so sehr sicher sind, was angeblich richtig und n&#252;tzlich ist, eine Gegenstimme, die nicht davon &#252;berzeugt ist. G&#228;be es die FDP nicht, m&#252;sste man eher eine Partei erfinden, die sich noch viel mehr Liberalismus zutraut. Es darf in diesem Land kein Selbstl&#228;ufer sein, wenn sich der Staat als Erziehungsberechtigter der B&#252;rger geriert und sich daf&#252;r auch noch alle erforderlichen Mittel per Zwang und notfalls unter Umgehung rechtsstaatlicher Usancen beschafft. Wo das verlangt wird, und wir k&#246;nnen uns sicher sein, dass dies immer wieder und immer weiter der Fall sein wird, braucht es eine relevante Kraft, die eine Gegenposition bezieht, denn sonst kommt die f&#252;r eine Demokratie immens wichtige &#246;ffentliche Diskussion nicht zustande. </p>
<p>Die FDP muss diesen Job &#252;bernehmen. Das ist die Botschaft der letzten Wahl. Schafft sie das nicht, und l&#228;sst sie sich zwischen Klientelpolitik und Anpassung an den sozialdemokratischen Konsens zerreiben, verliert diese Demokratie ein ebenso unvollkommenes wie wichtiges Korrektiv. Sicher, der Liberalismus ist zu wichtig, um ihn der FDP zu &#252;berlassen, aber andere Bewerbungen sind leider nicht erkennbar.</p>
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		<title>100 Tage Schwarz-Gelb &#8211; eine Bilanz aus gelber Sicht</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 15:06:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach den ersten hundert Tagen der neuen Bundesregierung sind sich die Medien einig: Nachdem sie der Bev&#246;lkerung genau so lange verdeutlicht haben, wie schlecht diese Regierung ist und vor allem was allen B&#252;rgern noch f&#252;r schlimme Dinge bevorstehen, ernten sie jetzt die Erfolge ihrer Berichterstattung und k&#246;nnen mit nur m&#252;hsam verhehlten Stolz scheinbar neutral von [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach den ersten hundert Tagen der neuen Bundesregierung sind sich die Medien einig: Nachdem sie der Bev&#246;lkerung genau so lange verdeutlicht haben, wie schlecht diese Regierung ist und vor allem was allen B&#252;rgern noch f&#252;r schlimme Dinge bevorstehen, ernten sie jetzt die Erfolge ihrer Berichterstattung und k&#246;nnen mit nur m&#252;hsam verhehlten Stolz scheinbar neutral von einer negativen Stimmung und miesen Umfragewerten berichten. Sicher, Medienschelte ist eine der simpelsten Methoden, von Fehlern abzulenken, und die Gewissheit, dass sich alle Berichterstatter gegen die eigene Richtung verschworen haben, eint die Extremisten von links bis rechts. Und nat&#252;rlich soll eine Regierung heftig kritisiert werden d&#252;rfen, ja sie muss es sogar. <span id="more-4492"></span>Nur scheint, wenn der Verfasser dieser Zeilen nicht einer selektiven Wahrnehmung unterliegt, dieses Mal der Tenor vorgeherrscht zu haben, diese Regierung m&#252;sse auf jeden Fall heruntergeschrieben werden.  Hat eigentlich schon mal irgendjemand in der letzten Zeit das Wort &#8220;Altlast&#8221; geh&#246;rt? Als Schr&#246;der Kohl abl&#246;ste, war das in aller Munde. Aber wenn ein Beschluss der alten Bundesregierung seine &#252;blen Wirkungen in der neuen Legislaturperiode zeigt, dann werden sie jetzt dem amtierenden Minister zur Last gelegt. Nur mal so als Beispiel daf&#252;r, wie Wahrnehmung gesteuert werden kann.</p>
<p>Es g&#228;be daf&#252;r auch einen Grund: Diese Koalition wollte eigentlich keiner. Auch die Medien, die eher als unionsnah einzustufen w&#228;ren, hatten sich in Wirklichkeit mit der Gro&#223;en Koalition sehr wohl gef&#252;hlt. Ihr dennoch ge&#228;u&#223;erter Wunsch nach einem Wechsel war vor allem der nach einem kleineren Partner, der weniger zu melden haben w&#252;rde. In Wirklichkeit, das stellt sich mehr und mehr heraus, gibt es kaum noch gemeinsame Ziele von Union und FDP. Nur in dem, was die Union der FDP gerne vorh&#228;lt, ist sie ihr tats&#228;chlich auch genehm: So lange CDU/CSU die gro&#223;en Linien bestimmen, darf die FDP ihrer Klientel der Selbst&#228;ndigen und Freiberufler ab und zu mal etwas zuschanzen. Das ist der Deal aus Sicht der Union. In den Jahren der Opposition hat Guido Westerwelle aber den Anspruch der Freien Demokraten ausgedehnt. Die FDP solle w&#228;hlbar werden aufgrund ihrer Prinzipien, nicht ihres Einsatzes f&#252;r rent seeker. Dass dieses Konzept gelingen konnte, zeigte das Ergebnis der letzten Bundestagswahl. </p>
<p>Schon die Koalitionsverhandlungen m&#252;ssen von einer allseitigen gro&#223;en Ern&#252;chterung bestimmt gewesen sein. Die Union hatte damit gerechnet, die FDP mit ein paar Spezereien ruhig stellen zu k&#246;nnen (wozu der f&#252;r viele unverst&#228;ndliche Wunsch Westerwelles, Au&#223;enminister zu werden, nicht unerheblich beitrug), und ansonsten endlich den Ruhm sozialdemokratischer Volksbegl&#252;ckung nur auf sich scheinen zu lassen, ohne die st&#246;rende Pr&#228;senz der Partei, die auf diese Art von Politik eigentlich das Urheberrecht hat. Und die FDP hatte anscheinend irgendwie nicht mitbekommen, dass die Politik der Gro&#223;en Koalition f&#252;r die Union kein auferzwungenes &#220;bel war, sondern &#8211; wenn es der Kanzlerwahl dient, kennt die Union keine Programme, auch keine in Leipzig beschlossenen &#8211; Herzensangelegenheit. Gr&#246;&#223;ere Operationen am Wohlfahrtsstaat Bundesrepublik Deutschland sind mit der Union nicht zu machen, denn diese sieht ihr Hauptziel weiterhin darin, die Sozis von der Macht fernzuhalten. Ein inhaltliches politisches Ziel, das man zu Adenauers Zeiten vielleicht noch erkennen konnte, ist damit l&#228;ngst nicht mehr verbunden. Das Rumoren innerhalb der CDU, das sich z. Zt. in den Leserbriefseiten der FAZ breit macht, ist eine Folge davon, aber es hat politisch keine Chance. Merkel wurde die Nr. 1, weil sie als vom Spendenskandal unbelastete Frau aus dem Osten eine gute Chance hatte, die CDU an die Macht zu bringen. Dass sie mehr nicht will, kann sp&#228;testens seit Kohl f&#252;r Unionsanh&#228;nger keine &#220;berraschung sein.</p>
<p>Beim &#8220;Spiegel&#8221;, der mit der Gr&#246;&#223;ten Koalition aller Zeiten immer sehr pfleglich umgegangen war, stand jetzt auf der <a href="http://www.bissige-liberale.net/2010/01/23/das-boese-ist-immer-und-ueberall/">Agenda</a>: Die FDP muss gestutzt werden. Eine Konsistenz der Argumentation ist f&#252;r solche Kampagnen zum Gl&#252;ck nicht erforderlich: Entweder man malt, wie zu Beginn, ein Horrorszenario der Zumutungen, die alle aufgrund der FDP-Programmatik f&#252;r Empf&#228;nger staatlicher Zuwendungen zu erwarten sind, oder man kritisiert, wenn sich das Schreckensgebilde nicht materialisiert, dass die FDP nichts habe umsetzen k&#246;nnen. Um das negative Fazit muss man sich auf jeden Fall keine Gedanken machen. </p>
<p>Hat die FDP also keine Fehler gemacht? Doch, jede Menge. Und sie begeht sie weiter. Um ein derart negatives Erscheinungsbild herbeizuf&#252;hren, reicht selbst ein konzertiertes Medienfeuer nicht aus.  Es gibt strategische und taktische Fehler. Zu den taktischen Fehlern geh&#246;rt die Besetzung der Ministerposten. Wer zum Henker hat FDP gew&#228;hlt, um Westerwelle als Au&#223;enminister zu bekommen? Ok, es ist ganz erfrischend, wenn ein deutscher Au&#223;enminister den Pseudo-Vertriebenen ans Bein pinkelt, aber dass dies die Top-Pr&#228;ferenz der FDP-W&#228;hler gewesen sei, bildet sich hoffentlich niemand ein. Westerwelle h&#228;tte das Super-Ministerium f&#252;r sich beanspruchen m&#252;ssen, oder wenigstens den Wirtschaftsminister f&#252;r ihn selbst und den Finanzminister f&#252;r Solms. Br&#252;derle h&#228;tte keiner vermisst. Ok, das w&#228;re schwierig geworden, die beiden Ministerien f&#252;r die FDP zu reklamieren, aber daf&#252;r h&#228;tte man auf einen Ministerposten ganz verzichten k&#246;nnen. Was soll die FDP mit einem Ministerium, das sie selbst f&#252;r &#252;berfl&#252;ssig h&#228;lt? Niebel h&#228;tte ich lieber als Fraktionsvorsitzenden gesehen. Entgegen dem medialen Mainstream ist es aber positiv zu werten, dass R&#246;sler Gesundheitsminister wurde. Das ist ein Kampf, den die FDP mit guten Argumenten ausfechten kann und, wenn sie ihre Glaubw&#252;rdigkeit behalten will, auch muss. Der Schreiber dieser Zeilen brennt jedenfalls darauf, dass endlich die Visiere fallen, so dass man &#252;ber alternative Konzepte streiten kann. </p>
<p>Ein entscheidender strategischer Fehler war es, den Einsatz der CSU zum Anlass zu nehmen, eine alte Forderung der s&#252;ddeutschen FDP-Landesverb&#228;nde durchzudr&#252;cken, n&#228;mlich die omin&#246;se Reduzierung des Mehrwertsteuersatzes f&#252;r Hoteliers. Nicht, dass die prompt einsetzenden absurden Verd&#228;chtigungen, man habe das f&#252;r den Herrn Finck getan, irgendeine Berechtigung h&#228;tten, aber auch, wenn die Verb&#228;nde aus Ba-W&#252; und Bayern nur an ihre mittelst&#228;ndische Klientel gedacht haben, ist eine solche Sonderbehandlung eine glatte Widerlegung der Ausrichtung, die der FDP ihren Wahltriumph erm&#246;glicht hat. Ein allumfassender Liberalismus, der auf 20% der W&#228;hler schielt,  hat anscheinend tats&#228;chlich keine schlechten Karten hierzulande, aber dann darf er nicht mehr in die alten Muster der Klientelpolitik zur&#252;ckfallen, die einer 5%-Partei vielleicht nutzen.</p>
<p>Und der entscheidende strategische Fehler ist es, die Rhetorik der Sozialdemokraten zu &#252;bernehmen. Keiner der knapp 15% W&#228;hlenden, der sich f&#252;r die FDP entschieden hat, wollte eine neue sozialdemokratische Konkurrenz. Wer sich f&#252;r risikoad&#228;quate Beitr&#228;ge zu Krankenversicherungen einsetzt und das Gerede von der &#8220;parit&#228;tischen Finanzierung&#8221; zu Recht f&#252;r &#246;konomischen Bullshit h&#228;lt, kann nicht schlappe acht Euro Zusatzbeitrag ausgerechnet mit dem Argument der &#8220;sozialen Ungerechtigkeit&#8221; <a href="http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Interview/2010/01/2010-01-29-interview-roesler-bild.html">ablehnen</a>. Da streikt nicht nur der Hayekianer in mir.</p>
<p>Wenn die FDP so weiter macht, wird sie beide entt&#228;uschen: die, die sie nicht gew&#228;hlt haben, und die, die sie gew&#228;hlt haben. Wenn diese Partei sich darauf konzentriert, den ersteren zu gefallen, wird sie nur neue Argumente liefern, das bekannte Original oder die derzeit erfolgreichere Kopie zu w&#228;hlen. Aber sie hat noch eine Chance. Sie kann ihr Programm richtig ernst nehmen. Mit allen Schikanen in Sachen Steuersystem und Gesundheitswesen. Was w&#252;rden andere um diese USP geben!</p>
<p>Es gibt auch Gutes zu vermelden. Der Rest des &#8220;Wachstumsbeschleunigungsgesetzes&#8221; ist nicht &#252;bel, und die Aussetzung der Internetsperren auch nicht. Und was SWIFT betrifft, sollte man auch einer FDP zutrauen, in einer Koalition, in der sie in der Minderheit ist und auch keine fachliche Zust&#228;ndigkeit besitzt, &#252;ber Bande zu spielen (hier: das Europ&#228;ische Parlament).</p>
<p>Aber eins m&#246;chte ich meinen f&#252;hrenden Parteifreunden dann doch auf den Weg geben: Ehen k&#246;nnen geschieden werden. Lieber ein Ende mir Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Einen Liberalismus, der sich durch zu gro&#223;e Anpassung an den sozialdemokratischen Mainstream selbst delegitimiert, braucht kein Mensch. Die Alternative &#8220;Freiheit&#8221; muss erkennbar bleiben.</p>
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		<title>Monster EU</title>
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		<pubDate>Wed, 03 Feb 2010 15:42:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die FAZ bringt leicht gek&#252;rzt die Dankesrede von Hans Magnus Enzensberger zur Verleihung des d&#228;nischen Sonning-Preises. In ihr setzt sich der Schriftsteller mit dem real existierenden Europa auseinander. Eine absolut empfehlenswerte Lekt&#252;re!
Ich r&#228;ume gerne ein, dass diese Herrschaft ohne Geheimpolizei und ohne Terror auskommt. Sie bewegt sich auf leisen Sohlen. Sie gibt sich menschenfreundlich. Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die <a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~ECC789B864DC04CDAAD5D4010430CC316~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a> bringt leicht gek&#252;rzt die Dankesrede von Hans Magnus Enzensberger zur Verleihung des d&#228;nischen Sonning-Preises. In ihr setzt sich der Schriftsteller mit dem real existierenden Europa auseinander. Eine absolut empfehlenswerte Lekt&#252;re!</p>
<blockquote><p>Ich r&#228;ume gerne ein, dass diese Herrschaft ohne Geheimpolizei und ohne Terror auskommt. Sie bewegt sich auf leisen Sohlen. Sie gibt sich menschenfreundlich. Sie will nur unser Bestes. Wie ein g&#252;tiger Vormund ist sie besorgt um unsere Gesundheit, unsere Umgangsformen und unsere Moral. Auf keinen Fall rechnet sie damit, dass wir selber wissen, was gut f&#252;r uns ist; dazu sind wir in ihren Augen viel zu hilflos und zu unm&#252;ndig. Deshalb m&#252;ssen wir gr&#252;ndlich betreut und umerzogen werden.</p>
</blockquote>
<p>Und wenn man etwas dar&#252;ber nachdenkt, gibt es keinen Grund, diese Tendenzen nur in der EU-B&#252;rokratie auszumachen&#8230;</p>
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		<title>Ins Stammbuch geschrieben&#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 13:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SteffenH</dc:creator>
				<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Aus einem Interview der Technology Review mit dem Chemiker James Lovelock:
TR: Was w&#252;rden Sie einem jungen Umweltsch&#252;tzer heute sagen?
Lovelock: Sie haben das Herz am richtigen Fleck, sehen Sie zu, dass Sie auch Ihren Kopf orientiert kriegen!
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aus einem <a href="http://www.heise.de/tr/artikel/Koennen-wir-die-Erde-zerstoeren-917173.html">Interview</a> der <a href="http://www.heise.de/tr/">Technology Review</a> mit dem Chemiker <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/James_Lovelock">James Lovelock</a>:</p>
<blockquote><p><strong>TR:</strong> Was w&#252;rden Sie einem jungen Umweltsch&#252;tzer heute sagen?</p>
<p><strong>Lovelock:</strong> Sie haben das Herz am richtigen Fleck, sehen Sie zu, dass Sie auch Ihren Kopf orientiert kriegen!</p></blockquote>
]]></content:encoded>
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		<title>Masse statt Klasse</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 22:26:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>SteffenH</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das EEG ist die logische Fortsetzung der &#8220;Tonnenideologie&#8221; des real existierenden Sozialismus. Statt die F&#246;rderung an einem klaren umwelt- oder energiepolitischen Ziel auszurichten, wird die Produktionsmenge der gef&#246;rderten Anlagen unabh&#228;ngig vom tats&#228;chlichen Bedarf maximiert. Mit der Folge, dass deutsche Windkraftanlagen europaweit mit 17,5 Prozent den niedrigsten Kapazit&#228;tsfaktor, das Verh&#228;ltnis von effektiver Stromeinspeisung zur theoretischen Leistungsabgabe, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das EEG ist die logische Fortsetzung der &#8220;Tonnenideologie&#8221; des real existierenden Sozialismus. Statt die F&#246;rderung an einem klaren umwelt- oder energiepolitischen Ziel auszurichten, wird die Produktionsmenge der gef&#246;rderten Anlagen unabh&#228;ngig vom tats&#228;chlichen Bedarf maximiert. Mit der Folge, dass deutsche Windkraftanlagen europaweit mit 17,5 Prozent den niedrigsten Kapazit&#228;tsfaktor, das Verh&#228;ltnis von effektiver Stromeinspeisung zur theoretischen Leistungsabgabe, erreichen. Mehr dazu <a href="http://liberalesinstitut.wordpress.com/2010/01/31/masse-statt-klasse/">hier&#8230;</a></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Auf den Leim gegangen</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2010/02/01/auf-den-leim-gegangen/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 22:18:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Da gibt es also angeblich diesen Typen, der eine CD mit Daten von angeblichen Steuerhinterziehern an die Bundesregierung verh&#246;kern will. Politik und &#214;ffentlichkeit diskutieren vor- und r&#252;ckw&#228;rts, ob von dem Angebot Gebrauch gemacht werden soll. Jeden Tag wird eine andere Bank genannt, aus der die Daten angeblich kommen sollen. Auch die liberale Blogosph&#228;re echauffiert sich.
Dabei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da gibt es also angeblich diesen Typen, der eine CD mit Daten von angeblichen Steuerhinterziehern an die Bundesregierung verh&#246;kern will. Politik und &#214;ffentlichkeit diskutieren vor- und r&#252;ckw&#228;rts, ob von dem Angebot Gebrauch gemacht werden soll. Jeden Tag wird <a href="http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E33B6B99B7E294049AA1E5F2AC72B4E0A~ATpl~Ecommon~Scontent.html">eine andere Bank</a> genannt, aus der die Daten angeblich kommen sollen. Auch die liberale <a href="http://zettelsraum.blogspot.com/2010/01/zettels-meckerecke-der-finanzminister.html">Blogosph&#228;re</a> <a href="http://www.antibuerokratieteam.net/2010/02/01/mordsmaessig-effektiv/">echauffiert</a> sich.</p>
<p>Dabei ist das Spiel doch altbekannt: Es nennt sich &#8220;Selbstanzeigen provozieren&#8221;. Mit jedem Tag wird die CD billiger.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die EU-Kommission in ihrem Lauf&#8230;</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2010/02/01/die-eu-kommission-in-ihrem-lauf/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Feb 2010 18:18:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.bissige-liberale.net/2010/02/01/die-eu-kommission-in-ihrem-lauf/</guid>
		<description><![CDATA[Man h&#228;tte darauf wetten k&#246;nnen, dass, wenn sich die EU so hehrer Dinge wie der Vertilgung jeglicher Diskriminierung annimmt, der Erfindungsreichtum der hochqualifizierten Br&#252;sseler Beamten hinter dem Schengener Abkommen nicht zur&#252;ckstecken w&#252;rde und s&#228;mtliche Grenzen &#252;berwindet.

Die neueste Idee sieht so aus: &#8220;EU will Hausumbau f&#252;r Behinderte erzwingen&#8221; (FAZ) 
Meine Suche nach dem Original des betreffenden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man h&#228;tte darauf wetten k&#246;nnen, dass, wenn sich die EU so hehrer Dinge wie der Vertilgung jeglicher Diskriminierung annimmt, der Erfindungsreichtum der hochqualifizierten Br&#252;sseler Beamten hinter dem Schengener Abkommen nicht zur&#252;ckstecken w&#252;rde und s&#228;mtliche Grenzen &#252;berwindet.</p>
<p><span id="more-4482"></span>
<p>Die neueste Idee sieht so aus: &#8220;EU will Hausumbau f&#252;r Behinderte erzwingen&#8221; (<a href="http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E6AEAE41988B9470193491C747E08CFBB~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a>) </p>
<p>Meine Suche nach dem Original des betreffenden Richtlinienentwurfs wurde hier (<a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:52008PC0426:DE:HTML">HTML</a>) und hier (<a href="http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=COM:2008:0426:FIN:DE:PDF">PDF</a>) f&#252;ndig. Daran, dass solche Links bei FAZ.net nicht mitgeliefert werden, sieht man &#252;brigens, wie weit die traditionellen Medien dem Zeitalter des Internets noch hinterher hinken, aber das nur am Rande&#8230;</p>
<p>Demnach haben u.a. die Anbieter von Wohnraum (im Prinzip alle &#8220;G&#252;ter und Dienstleistungen, die der &#214;ffentlichkeit zur Verf&#252;gung stehen&#8221;) bereits &#8220;im Voraus&#8221; einen &#8220;effektiven diskriminierungsfreien Zugang&#8221; vorzusehen, &#8220;einschlie&#223;lich angemessener Ver&#228;nderungen oder Anpassungen&#8221;.  Es ist also gleichg&#252;ltig, ob konkret das Interesse eines Behinderten besteht, behindertengerecht soll die Wohnung trotzdem sein. Aber eine Beh&#246;rde w&#228;re keine Beh&#246;rde, w&#252;rde sie nicht auch daf&#252;r sorgen, dass der Amtsschimmel Futter bekommt: Eine &#8220;unzumutbare Belastung&#8221; soll es f&#252;r die Vermieter dann doch nicht sein. Wann eine solche vorliegt, ist nat&#252;rlich im Einzelfall zu pr&#252;fen, womit solch l&#228;stige Dinge wie Rechtssicherheit endlich der gerechten Einordnung durch fachlich qualifizierte Beamte weichen k&#246;nnen.</p>
<p>Da ist es nur ein schwacher Trost, dass wohl Einzelpersonen, die nebenbei noch als Vermieter auftreten, nicht betroffen sein sollen (&#8220;gilt f&#252;r Einzelne nur insoweit, als sie ihre berufliche oder gewerbliche T&#228;tigkeit aus&#252;ben&#8221; &#8211; nicht *eine*, sondern *ihre*, was m.E. nur mit hauptberuflicher T&#228;tigkeit in Einklang zu bringen ist). Zu erwarten ist n&#228;mlich, dass solche Vorschriften das Angebot auf dem Wohnungsmarkt verknappen und verteuern. Aber daran sind dann ja die &#8220;gierigen Spekulanten&#8221; schuld, deren unheiliges Treiben dann am besten mit einer neuen Richtlinie zu begegnen ist&#8230; So, wie in Homers Sagen die Griechen ihren G&#246;ttern ein Trankopfer darboten, indem sie Teile ihres Weins versch&#252;tteten, so opfert man ja schon heute Parkpl&#228;tze der Antidiskriminierung, obwohl die antiken G&#246;tter vielleicht sogar sichtbarer waren als Behinderte, die auf den vielen f&#252;r sie ausgewiesenen Pl&#228;tzen parken.</p>
<p>Spannend wird noch, wie weit er zu gehen hat, dieser vorsorglich eingerichtete Zugang. Denn damit, dass eine Wohnung ohne Hindernisse wie z.B. Stufen erreicht werden kann, ist es ja nicht getan. <a href="http://www.faz.net/s/Rub5C3A58B4511B49148E54275F4B025915/Doc~EF550FC547D044AC388C48B67141F9FD0~ATpl~Ecommon~Sspezial.html">Dieser FAZ-Artikel</a> beschreibt recht anschaulich, vor welchen Problemen z.B. Rollstuhlfahrer stehen k&#246;nnen und dass die Bed&#252;rfnisse von Behinderten denen von Nichtbehinderten entgegen stehen k&#246;nnen. Wenn diese Richtlinie also wirklich einen Sinn haben soll und nicht nur teure Symbolpolitik darstellt, m&#252;sste man k&#252;nftig bei gewerblichen und kommunalen Vermietern mit entsprechend gestalteten K&#252;chen und Badezimmern rechnen, die f&#252;r andere potenzielle Mieter eher unpassend sind. Aber der Staat wird schon noch f&#252;r alles die passenden Ausf&#252;hrungsbestimmungen parat halten. Freuen wir uns auf diese sch&#246;ne, neue Zeit.</p>
<p>Kalten Neoliberale, die alle nur im Auftrag der besitzenden Klasse handeln, sehen das allerdings etwas anders:</p>
<blockquote><p>Opper glaubt, dass k&#252;nftig immer mehr Wohnungen und H&#228;user barrierefrei gebaut werden. Das sei eine Folge der demografischen Entwicklung mit einem steigenden Anteil &#228;lterer Menschen.</p>
</blockquote>
<p>Der Verfasser dieser Zeilen war in den letzten beiden Monaten auf der Suche nach einer Neubau-Eigentumswohnung und kann das aus eigener Erfahrung best&#228;tigen. Wundersamerweise reagiert der Markt n&#228;mlich auf ver&#228;nderte Anforderungen. Bei vielen Neubauten wird explizit mit den Eigenschaften Energieeffizienz und Barrierefreiheit geworben, was so vor 20 Jahren bestimmt noch nicht der Fall war. Aber nat&#252;rlich l&#228;ngst nicht bei allen. Was macht man in solchen F&#228;llen? Man sucht sich das passende Angebot aus. Um auf die Idee zu kommen, ein bestimmtes Bed&#252;rfnis zur Norm f&#252;r alle zu erheben, muss man sich aber schon sehr stark als Sozialingenieur verstehen. </p>
<p>Noch ein kleines Schmankerl zum Schluss. Die Kommission definiert Subsidiarit&#228;t:</p>
<blockquote><p>Das Subsidiarit&#228;tsprinzip findet Anwendung, da der Vorschlag nicht in den ausschlie&#223;lichen Zust&#228;ndigkeitsbereich der Gemeinschaft f&#228;llt. Seine Ziele k&#246;nnen von den Mitgliedstaaten nicht ausreichend erf&#252;llt werden, wenn sie allein handeln – nur gemeinschaftsweite Ma&#223;nahmen k&#246;nnen sicherstellen, dass ein Mindeststandard an Schutz vor Diskriminierung aufgrund der Religion oder der Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung in allen Mitgliedstaaten gilt. Ein Rechtsakt der Gemeinschaft bietet Rechtssicherheit hinsichtlich der Rechte und Pflichten der Wirtschaftsakteure und B&#252;rger, einschlie&#223;lich derer, die sich von einem Mitgliedstaat in einen anderen begeben. Die Erfahrung mit Richtlinien nach Artikel 13 Absatz 1 EG-Vertrag zeigt, dass diese sich positiv auf die Verbesserung des Schutzes vor Diskriminierung auswirken.</p>
</blockquote>
<p>&#220;bersetzt: Subsidiarit&#228;t ist, wenn die zentral definierten Mindeststandards &#252;berall gelten. Macht ihr mal die Abseitsfalle, ich sichere hinten ab. Gibt es den Lissabon-Vertrag eigentlich auch auf weichem Papier gedruckt, mehrlagig?</p></p>
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		<title>Keine Verwechslungsgefahr</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 16:12:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>googlehupf</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[INSM: dieses K&#252;rzel ist jedem bekannt, der sich ein wenig in der deutschsprachigen Blogwelt auskennt. ISM hingegen ist die Abk&#252;rzung f&#252;r das heute gegr&#252;ndete &#8220;Institut Solidarische Moderne&#8221;. Dahinter steckt laut Medienberichten eine &#8220;rot-rot-gr&#252;ne&#8221; Denkfabrik, mit illustren K&#246;pfen wie Andrea Ypsilanti, Hermann Scheer, Franziska Drohsel, Katja Kipping, Franz Alt und Sven Giegold.
Meine Vermutung: Verwechslungsgefahr d&#252;rfte trotz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>INSM: dieses K&#252;rzel ist jedem bekannt, der sich ein wenig in der deutschsprachigen Blogwelt auskennt. ISM hingegen ist die Abk&#252;rzung f&#252;r das heute gegr&#252;ndete &#8220;Institut Solidarische Moderne&#8221;. Dahinter steckt laut Medienberichten eine &#8220;rot-rot-gr&#252;ne&#8221; Denkfabrik, mit illustren K&#246;pfen wie Andrea Ypsilanti, Hermann Scheer, Franziska Drohsel, Katja Kipping, Franz Alt und Sven Giegold.</p>
<p>Meine Vermutung: Verwechslungsgefahr d&#252;rfte trotz der &#228;hnlichen Schreibweise nicht bestehen. Das bezieht sich allerdings nicht auf die produzierten Inhalte. Nein, ich stelle einfach die k&#252;hne These auf, dass die (Nicht-)Berichterstattung &#252;ber diese Initiative und ihre Produkte insbesondere (aber nicht nur) in der Blogwelt im Durchschnitt anders ausfallen d&#252;rfte als jene &#252;ber die INSM. Jene ist wie man dort wei&#223;, eine gemeingef&#228;hrliche, manipulative, Ideologiebrandstifterin (die ich &#252;brigens in diesem Beitrag hier nicht verteidigen oder bewerben will).</p>
<p>Falls die ISM es schafft ihre Inhalte &#228;hnlich prominent wie die INSM zu platzieren, bin ich dann mal wirklich gespannt ob es eine vergleichbare, kritische Begleitung geben wird.</p>
<p>Zumindest hat Attac- und Gr&#252;nenpolitiker Sven Giegold es schlie&#223;lich auch schon geschafft sein anderes Projekt LobbyControl, das auch gerne mal von den Qualit&#228;tsmedien zitiert wird, als politisch neutral zu vermarkten.</p>
<p>[Berichte aus <a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~E6695CB27F0524A5D938E3A4979D7C2F3~ATpl~Ecommon~Scontent.html">FAZ</a>, <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/485/501738/text/">SZ</a> und <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/vorbild-norwegen/">taz</a>]</p>
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		<title>Anlass zum Gr&#252;beln</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Jan 2010 17:05:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich wei&#223; nicht, was von einer Gesellschaft zu halten ist, in der man mit dem Gest&#228;ndnis, in Mathematik immer komplett versagt zu haben, Sympathie und Anerkennung einheimst, w&#228;hrend es gleichzeitig opportun ist, sich h&#228;misch &#252;ber mangelhafte Englischkenntnisse anderer auszulassen.
Aber irgendetwas wird es schon aussagen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wei&#223; nicht, was von einer Gesellschaft zu halten ist, in der man mit dem Gest&#228;ndnis, in Mathematik immer komplett versagt zu haben, Sympathie und Anerkennung einheimst, w&#228;hrend es gleichzeitig opportun ist, sich h&#228;misch &#252;ber mangelhafte Englischkenntnisse anderer auszulassen.</p>
<p>Aber irgendetwas wird es schon aussagen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>They have a dream</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2010/01/25/they-have-a-dream/</link>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 22:54:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rochus]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass es Leute gibt, die daran verzweifeln, dass man das Internet nicht ausdrucken kann, w&#228;re ja zu verschmerzen. Aber dass diese Typen sowohl den Drang als auch die Macht haben, mittels Gesetzen die Welt, die sie nicht verstehen, auf ihr kleines Karo zur&#252;ckzuschrumpfen, ist ein echtes Problem[1]. Mehr beim Filterblog mit weiteren Verweisen.
Ich sehe schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass es Leute gibt, die daran verzweifeln, dass man das Internet nicht ausdrucken kann, w&#228;re ja zu verschmerzen. Aber dass diese Typen sowohl den Drang als auch die Macht haben, mittels Gesetzen die Welt, die sie nicht verstehen, auf ihr kleines Karo zur&#252;ckzuschrumpfen, ist ein echtes Problem[1]. Mehr beim <a href="http://feedproxy.google.com/~r/Filterblog/~3/M0nVMaWZLgc/">Filterblog</a> mit weiteren Verweisen.</p>
<p>Ich sehe schon das endg&#252;ltige Ziel unserer wachsamen Besch&#252;tzer am Horizont erscheinen: </p>
<p>Websites d&#252;rfen nach der Verordnung &#252;ber die Publikation von datentechnisch erzeugten Unterhaltungsangeboten (PubDatErzUV) nur noch auf Antrag errichtet werden. Eine Internetkommisson pr&#252;ft die Antr&#228;ge und erteilt unter Auflagen (darunter die Benennung von Beauftragten f&#252;r Spamschutz, Betriebssicherheit, Frauengleichstellung und umweltgerechter Datenentsorgung sowie einer Sicherheitsleistung von 100.000 Euro zur Abdeckung von Abmahnanspr&#252;chen) eine zeitlich befristete Sendelizenz. &#196;mter &#252;berwachen stichprobenartig den Datenaustausch. Sollten schwere Straftaten wie Verst&#246;&#223;e gegen das Marken-, Wettbewerbs- und Urheberrecht festgestellt oder auch nur berechtigt vermutet werden, wird die erteilte Lizenz entzogen und dem Antragsteller auferlegt, sein Angebot zu vernichten. Die Computer und Internetzug&#228;nge der St&#246;rer sind dann einzuziehen bzw. abzuschalten. Die Deutsche Telekom, die zur Garantie einer fl&#228;chendeckenden Versorgung der Bev&#246;lkerung mit <s>Ein-Weg-Berieselung</s> hochwertigen Informationsangeboten das Providermonopol bekommt, wird auch aufgrund ihrer einschl&#228;gigen Erfahrungen im Data Mining als Gehilfe zur Durchsetzung der &#246;ffentlichen Ordnung herangezogen.</p>
<p>[1] Es k&#246;nnte nat&#252;rlich auch sein, dass nicht &#228;ngstliche Ahnungslosigkeit dahintersteckt, sondern eine Absicht, die genau wei&#223;, wo sie hin will.  Dann d&#252;rfte &#8220;Problem&#8221; eine Nummer zu klein sein. Aber man soll ja zuerst immer vom anderen Fall ausgehen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Gesundheit!</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 16:31:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Rochus]]></category>

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		<description><![CDATA[Stellen wir uns eine Branche vor, die sehr ethische Produkte anbietet und die sich seit Jahrzehnten einer st&#228;ndig wachsenden Nachfrage gegen&#252;ber sieht. Obwohl es sich die Politik ebenso lange zur Aufgabe gemacht hat, diese Branche nach Kr&#228;ften am Wachstum zu hindern, wurde ihre Dynamik sogar durch die Wirtschaftskrise nicht gebrochen. Und als Gipfel politischer Seri&#246;sit&#228;t [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stellen wir uns eine Branche vor, die sehr ethische Produkte anbietet und die sich seit Jahrzehnten einer st&#228;ndig wachsenden Nachfrage gegen&#252;ber sieht. Obwohl es sich die Politik ebenso lange zur Aufgabe gemacht hat, diese Branche nach Kr&#228;ften am Wachstum zu hindern, wurde ihre Dynamik sogar durch die Wirtschaftskrise nicht gebrochen. Und als Gipfel politischer Seri&#246;sit&#228;t gilt erneut die Forderung: Schluss mit dem Wachstum! Gibt&#8217;s nicht? Och doch: Das Ganze nennt sich &#8220;Gesundheitswesen&#8221;. Was woanders &#8220;steigende Nachfrage&#8221; hei&#223;t und mit Jubel und B&#246;llersch&#252;ssen begr&#252;&#223;t wird, wird hier eine &#8220;Kostenexplosion&#8221; geschimpft, die es zu &#8220;d&#228;mpfen&#8221; gelte (siehe hierzu &#252;brigens sehr instruktiv: &#8220;Verr&#252;ckte Gesundheit&#8221; von Claus Tigges <a href="http://www.faz.net/s/RubB8DFB31915A443D98590B0D538FC0BEC/Doc~E23FD62D60FA94862B51BB90F6DE0C2AB~ATpl~Ecommon~Scontent.html">in der FAZ</a>). Willkommen in einer Welt, in der es offiziell nur Kosten gibt!</p>
<p><span id="more-4468"></span>
<p>Da schlagen sich &#214;konomen mit dem Problem des abnehmenden Grenznutzens herum und Systemkritiker beklagen eine das Wachstum notwendigerweise begrenzende &#8220;&#220;bers&#228;ttigung&#8221;, und doch ist da eine Nachfrage, die man noch so gut befriedigen kann, ohne dass sie nachl&#228;sst &#8211; im Gegenteil. Das Problem ist n&#228;mlich eins, das scheinbar sehr &#252;berrascht, obwohl es sich hier um die einzige absolute Sicherheit handelt, die wir kennen: Der Mensch wird &#228;lter und stirbt. Und beides, das &#196;lterwerden und das Sterben, ist mit Leiden verkn&#252;pft, die sich durch die Hilfe von Produkten und Dienstleistungen manchmal beseitigen, meistens aber immerhin noch lindern lassen. Doch der (relative) Sieg &#252;ber die Krankheit A oder das Leiden B f&#252;hrt letzlich nur dazu, dass die Krankheit C und das Leiden D eine Chance bekommen &#8211; Menschen sterben nun einmal in der Regel nicht topfit. Die potenziell zu befriedigende Nachfrage nach Gesundheitsleistungen ist unendlich.</p>
<p>Was uns vor ein Problem stellt, denn die Ressourcen sind es bekannterma&#223;en nicht. Was ich f&#252;r Produkt A ausgebe, kann ich nicht f&#252;r Dienstleistung B ausgeben (Opportunit&#228;tskosten). Das gilt haushaltsindividuell, aber auch volkswirtschaftlich und global. Der Mensch muss also Priorit&#228;ten setzen, und niemanden kann es verwundern, dass die Gesundheit da bei allen ganz oben steht. Es gibt verschiedene Methoden, wie man knappe Ressourcen den unbegrenzten Bed&#252;rfnissen zuteilt: Man kann das Recht des St&#228;rkeren gelten lassen, das Windhundverfahren einsetzen (&#8220;wer zuerst kommt, mahlt zuerst&#8221;), losen, eine Autorit&#228;t entscheiden lassen oder versuchen, &#252;ber die Zahlungsbereitschaft nach Dringlichkeit zu staffeln, also schlicht Angebot und Nachfrage zur Geltung zu bringen. Das gilt &#252;brigens v&#246;llig unabh&#228;ngig davon, ob man wegen der Unvorhersehbarkeit von manchmal den Einzelnen finanziell &#252;berfordernen zum Risikoausgleich eine Versicherung abschlie&#223;t oder nicht.</p>
<p>In den meisten Staaten Europas, so auch in Deutschland, entschied man sich f&#252;r die Variante mit der Autorit&#228;t: Der Staat hat sich des Gesundheitswesens bem&#228;chtigt. Er reguliert die M&#228;rkte bis z.T. in kleinste Details, setzt den Preismechanismus, also das wichtigste Informationsinstrument einer Wirtschaft, fast vollst&#228;ndig au&#223;er Kraft, tritt in Teilbranchen entweder als alleiniger Anbieter auf oder kontingentiert das Angebot, zwingt alle B&#252;rger oder die meisten von ihnen in ein von ihm vorgegebenes und gestaltetes Versicherungssystem, und er greift wahltaktisch-erratisch immer wieder &#8220;korrigierend&#8221; in die Ergebnisse dieses von ihm angerichteten Desasters ein. All das dient dem einzigen Zweck, die Illusion zu bef&#246;rdern, ausgerechnet der unendlichste aller Bedarfe, also der nach einem gesunden, langen Leben, sei f&#252;r jedermann vollst&#228;ndig ohne allzu gro&#223;en Aufwand zu decken. Man nennt eine solche Illusion auch &#8220;Schlaraffenland&#8221; oder &#8220;Paradies&#8221;. Warum also brechen nicht die Leute im Land, die genau wissen, dass es beides nicht geben kann, in ein lautes, herzhaftes Gel&#228;chter aus und jagen die zweitklassigen Illusionisten zum Teufel? Weil die Politik dem Ganzen geschickt ihren Standard-Trick oben drauf setzt, der da lautet: &#8220;Keine Bange, ein anderer zahlt f&#252;r euch!&#8221; Deswegen gibt es in der Kranken&#8221;versicherung&#8221; eine Komponente der materiellen Umverteilung, und deswegen hat man &#252;ber eine geschickte Definition des Begriffs &#8220;Lohn&#8221; bzw. &#8220;Gehalt&#8221; die L&#252;ge von der &#8220;parit&#228;tischen Finanzierung&#8221; erfunden. Damit l&#228;sst sich zwar dem einzelnen Haushalt suggerieren, die oben dargestellten Opportunit&#228;tskosten g&#228;lten f&#252;r ihn nicht, aber auf Volkswirtschaftsebene funktioniert das eben nicht mehr. Und hier schlie&#223;t sich der Kreis: Das Gerede von der &#8220;Kostenexplosion&#8221; entspringt in Wirklichkeit der Angst, die Schlaraffenland-Illusion k&#246;nne durchschaut und ein wichtiges Allmachtsversprechen der Politik nicht eingel&#246;st werden. In einer solch bedrohlichen Lage bleibt dem Politiker nur die Flucht in die wahltaktisch-erratische Preis- und Mengenregulierung, indem er offiziell einzelne &#8220;Profiteure&#8221; aus den Gruppen der<del datetime="2010-01-25T18:05:26+00:00"> bezeichnenderweise so genannten &#8220;Kostentr&#228;ger&#8221; (also die</del> Leistungserbringer wie &#196;rzte, Apotheker, Krankenh&#228;user und Pharma<s>unternehmen</s>konzerne<del datetime="2010-01-25T18:05:26+00:00">)</del> an den Pranger stellt und als Akt der f&#252;r solche Zwecke immer gern genommenen &#8220;sozialen Gerechtigkeit&#8221; deren Eink&#252;nfte zu beschneiden versucht. Das nennt sich dann &#8220;Reform&#8221;, und nur &#246;konomisch komplett Ahnungslose wundern sich, warum die fast ebenso t&#228;glich gr&#252;&#223;t wie das ber&#252;hmte Murmeltier, nur leider deutlich weniger vergn&#252;glich.</p>
<p>Deswegen k&#246;nnen wir sicher sein, dass ein Politiker oder Funktion&#228;r einer der semi-staatlichen Einrichtungen unseres Gesundheitsunwesens, der nicht auf seine Selbstabschaffung hinarbeitet, etwas ganz anderes meint, wenn er von &#8220;Transparenz&#8221;, &#8220;Wettbewerb&#8221; oder &#8220;Eigenverantwortung&#8221; redet, denn n&#228;hme er diese drei Begriffe ernst, tr&#228;te bald eine Situation ein, in der ihn das eben noch vermisste Gel&#228;chter vom Stuhl fegte.</p>
<p>G&#246;nnen wir uns zun&#228;chst also nur ein kleines Schmunzeln, wenn wir Dinge wie die beiden folgenden lesen. </p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,673675,00.html">Beispiel 1</a>: Nat&#252;rlich mal wieder SPON. Dort hat man eben noch den FDP-Gesundheitsminister ohne Beleg zum Lakaien der Pharmaindustrie ernannt, was man zwei Tage sp&#228;ter dann schon als allgemeing&#252;ltige Erkenntnis formulieren darf, so dass ein Abweichen des realen Handelns dann sich selbst auf die Schulter klopfend damit erkl&#228;rt werden kann, dass die selbst heraufbeschworene &#8220;Emp&#246;rung&#8221; (gemeint ist die eigene <a href="http://www.bissige-liberale.net/2010/01/23/das-boese-ist-immer-und-ueberall/">Diffamierungskampagne</a>) zum Ziel gef&#252;hrt hat. Aus liberaler Sicht bleibt, wenn wenigstens der Inhalt dieses Artikels richtig sein sollte, dann leider nur die erwartete Erkenntnis, dass eine liberale Ausgestaltung des Gesundheitswesens auch mit einem FDP-Minister ein sch&#246;ner Traum bleiben wird. Aber wer dies angesichts so vieler wichtiger Pressure Groups in diesem Bereich, die schon manchem Amtsvorg&#228;nger die Z&#228;hne gezogen haben (darunter nicht nur die Zahn&#228;rzte &#8211; SCNR) erwartet hat, der besitzt sowieso einen ebenso bewundernswert starken wie weltfremden Glauben.</p>
<p><a href="http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E4369BE662C284BBB9C25702803A56CE9~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Beispiel 2</a>: Eine Funktion&#228;rin aus dem Kuddelmuddel der Anbieter, Versicherer, st&#228;ndischen Organisationen und Lobbyverb&#228;nde, das sich in der politischen &#214;ffentlichkeit tummelt, wenn es um das Thema &#8220;Gesundheit&#8221; geht, weist wieder einmal den typischen Weg: &#8220;Die Ausgaben steigen? Also m&#252;ssen wir anderen eben etwas wegnehmen.&#8221;</p>
<p><a href="http://www.bissige-liberale.net/2009/11/21/ueberraschungen/">Wie gesagt</a>: Ich freue mich auf die Debatten zum Thema. In der Politik wird, wie in der Werbung, die Wahrheit gerne etwas korrigiert, aber nirgendwo wird unter dem Deckmantel des &#8220;Allgemeinwohls&#8221; so viel gelogen und betrogen wie im Gesundheitswesen, nirgendwo ist der desastr&#246;se Trend zur &#8220;rent seeking society&#8221; so sichtbar wie hier, nirgendwo treffen wir auf so viel Anma&#223;ung von Wissen. Lehnen wir uns zur&#252;ck, holen wir das Popcorn hervor (aber nicht zuviel, sonst versto&#223;en wir gegen <a href="http://www.bissige-liberale.net/2010/01/23/sozialstaat-komprimiert/">§ 1 SGB V</a>), sehen wir der Schar der Magier, Gaukler und Bettler bei ihrem Treiben zu, sparen wir aber nicht mit Buhrufen und Beifall, wo angebracht.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>www.bissige-liberale.com</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 14:29:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; ist tot, es lebe http://www.bissige-liberale.net! Der Vertrag mit dem alten Provider ist endg&#252;ltig ausgelaufen, jetzt funktioniert auch die Umleitung nicht mehr.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; ist tot, es lebe http://www.bissige-liberale.net! Der Vertrag mit dem alten Provider ist endg&#252;ltig ausgelaufen, jetzt funktioniert auch die Umleitung nicht mehr.</p>
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		<title>Kindische Attacken auf das FdoG-Blog</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Jan 2010 01:39:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>

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		<description><![CDATA[Falls sich einer wundert, wo die &#8220;Freunde der offenen Gesellschaft&#8221; und ihr Blog geblieben sind: Anscheinend haben sie &#196;rger mit einem ehemaligen Mitblogger, der weiter &#252;ber Wordpress-Admin-Rechte verf&#252;gt und es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Blog zu kapern und die aktuellen Autoren auszusperren. Da sie sich auch des Wordpress-Hostings bedienen, k&#246;nnen sie auch nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Falls sich einer wundert, wo die &#8220;Freunde der offenen Gesellschaft&#8221; und ihr Blog geblieben sind: Anscheinend haben sie &#196;rger mit einem ehemaligen Mitblogger, der weiter &#252;ber Wordpress-Admin-Rechte verf&#252;gt und es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Blog zu kapern und die aktuellen Autoren auszusperren. Da sie sich auch des Wordpress-Hostings bedienen, k&#246;nnen sie auch nicht &#252;ber das Betriebssystem bzw. MySQL an ihre Daten herankommen. Ich frage mich, wieviele Hundertschaften Admins die da eingerichtet haben&#8230; Zwischenzeitlich ist/war das Blog hier zu finden: <a href="http://fdogblog.wordpress.com/">http://fdogblog.wordpress.com/</a></p>
<p>Auf diese Ausweichseite bin ich gesto&#223;en, indem ich nach dem Begriff &#8220;Freunde der offenen Gesellschaft&#8221; googelte, was vielleicht zuk&#252;nftig noch ab und zu mal n&#246;tig sein wird, da offensichtlich die Spielchen auch dort weitergehen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Frage an Radio Eriwan</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2010/01/24/frage-an-radio-eriwan/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Jan 2010 16:05:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor und Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[Frage: Stimmt es, da&#223; am 20. Januar 2010 am M&#252;nchner Flughafen Sprengstoff im Gep&#228;ck eines Terroristen entdeckt wurde, der daraufhin floh, weshalb Teile des Terminals II evakuiert wurden?
Antwort: Im Prinzip ja. Allerdings handelte es sich nicht um einen Terroristen, sondern um einen gew&#246;hnlichen Fluggast, der auch keinerlei Sprengstoff mit sich f&#252;hrte, sondern dessen Laptop einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frage: Stimmt es, da&#223; am 20. Januar 2010 am M&#252;nchner Flughafen Sprengstoff im Gep&#228;ck eines Terroristen entdeckt wurde, der daraufhin floh, weshalb Teile des Terminals II evakuiert wurden?</p>
<p>Antwort: Im Prinzip ja. Allerdings handelte es sich nicht um einen Terroristen, sondern um einen gew&#246;hnlichen Fluggast, der auch keinerlei Sprengstoff mit sich f&#252;hrte, sondern dessen Laptop einen Fehlalarm ausgel&#246;st hatte. Auch floh er nicht, sondern ging, wie &#220;berwachungskameras zeigen, nach der Kontrolle in aller Ruhe in einen Duty-Free-Shop. Im Rahmen der Evakuierung verlie&#223; er wie alle anderen das Geb&#228;ude und passierte die Kontrollen nach der Entwarnung ohne M&#252;he zum zweiten Mal.<br />
Der Rest stimmt.<br />
[<a href="http://www.zeit.de/newsticker/2010/1/24/iptc-bdt-20100124-413-23648154xml">Quelle</a> via <a href="https://twitter.com/agitpopblog/statuses/8152796833">agitpopblog</a>]</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Sozialstaat komprimiert</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 15:56:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[SGB V:

§ 1 Solidarit&#228;t und Eigenverantwortung



Die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft hat die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern. Die Versicherten sind f&#252;r ihre Gesundheit mitverantwortlich; sie sollen durch eine gesundheitsbewu&#223;te Lebensf&#252;hrung, durch fr&#252;hzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgema&#223;nahmen sowie durch aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>SGB V:</p>
</p>
<blockquote><p><a href="http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_5/__1.html">§ 1 Solidarit&#228;t und Eigenverantwortung</a></p>
</blockquote>
<blockquote>
</blockquote>
<blockquote><p>Die Krankenversicherung als Solidargemeinschaft hat die Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern. Die Versicherten sind f&#252;r ihre Gesundheit mitverantwortlich; sie sollen durch eine gesundheitsbewu&#223;te Lebensf&#252;hrung, durch fr&#252;hzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgema&#223;nahmen sowie durch aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu &#252;berwinden. Die Krankenkassen haben den Versicherten dabei durch Aufkl&#228;rung, Beratung und Leistungen zu helfen und auf gesunde Lebensverh&#228;ltnisse hinzuwirken.</p>
</blockquote>
<p>Hat tip: Die bei <a href="http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=146183">Das Gelbe Forum</a> kommentierende &#8220;Gaby&#8221;.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das B&#246;se ist immer und &#252;berall</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jan 2010 08:09:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Presse / SPON- und taz-Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Rochus]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist absehbar, dass die Gesundheitspolitik zum einem beherrschenden Thema der Amtszeit dieser Bundesregierung werden wird. Einmal, weil das jetzige System an vielen Ecken und Enden so sehr knirscht, dass praktisch jede Regierung mit irgendwelchen Reformpaketen besch&#228;ftigt war, um die Illusion zu n&#228;hren, die Knappheit der Ressourcen sei beim Gesundheitswesen nicht gegeben, wenn man das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist absehbar, dass die Gesundheitspolitik zum einem beherrschenden Thema der Amtszeit dieser Bundesregierung werden wird. Einmal, weil das jetzige System an vielen Ecken und Enden so sehr knirscht, dass praktisch jede Regierung mit irgendwelchen Reformpaketen besch&#228;ftigt war, um die Illusion zu n&#228;hren, die Knappheit der Ressourcen sei beim Gesundheitswesen nicht gegeben, wenn man das nur doll genug wolle. Und dann nat&#252;rlich, weil sich bei diesem Thema herrlich Emotionen wecken lassen, die von der jeweiligen Opposition ausgenutzt werden. </p>
<p><span id="more-4452"></span>
<p>Eine andere Entwicklung war aber nicht absehbar: Ein deutsches Presseorgan hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine Partei, die gerade mit knapp 15% der Stimmen ihr h&#246;chstes Wahlergebnis erreicht hat, mit einer kampagnenartigen Serie von &#8220;Enth&#252;llungen&#8221; und Verleumdungen wieder auf das Niveau zur&#252;ckzuboxen, das ihr nach Ansicht der &#8220;Journalisten&#8221; dieses Organs anscheinend zusteht. Das Verbrechen dieser Partei: Sie bricht zumindest in Teilen aus dem sozialdemokratischen Konsens aus, der in diesem Land herrscht und eifrig bewacht und verteidigt wird. </p>
<p>Aber selbstverst&#228;ndlich darf man das nicht so sagen, denn andere Positionen als legitime Gegenmeinungen anzusehen und ihnen entsprechend in der Sache zu entgegnen, das ist nicht der Stil, der in der politischen Auseinandersetzung gepflegt wird. Es gilt vielmehr, die andere Meinung als Ergebnis moralisch minderwertiger Absichten zu &#8220;entlarven&#8221;, und nat&#252;rlich darf, ja muss es dann auch pers&#246;nlich werden. Die Marschrichtung, die vom Wochenmagazin &#8220;Der Spiegel&#8221; (und seinem Online-Ableger &#8220;Spiegel Online&#8221;) seit kurzem vorgegeben wird, ist: Die Vorhaben der neuen Bundesregierung, und insbesondere die der FDP, basieren allein und ausschlie&#223;lich auf der Bedienung der Interessen einer kleinen, wohlhabenden Minderheit, und das noch nicht einmal aus &#220;berzeugung, sondern weil diese Partei von den Lobbyisten gekauft wird. Gut, es hat schon immer linke Fanatiker gegeben, f&#252;r die das eine Selbstverst&#228;ndlichkeit war, aber dass ein bekanntes deutsches Magazin versucht, diese Sicht in der &#214;ffentlichkeit durchzusetzen, das ist neu.</p>
<p>Es begann k&#252;rzlich mit der Entdeckung der gro&#223;en <a href="http://www.bissige-liberale.net/2010/01/18/amateure-und-profis/">Spende eines Unternehmens an die FDP</a>, das einer Person geh&#246;rt, die u.a. auch Hotels besitzt. Diese wurde mit der umstrittenen Einf&#252;hrung des erm&#228;&#223;igten Mehrwertsteuersatzes auf &#220;bernachtungen in Verbindung gebracht und der FDP K&#228;uflichkeit vorgeworfen, ungeachtet der Tatsache, dass die FDP diese Erm&#228;&#223;igung schon im Wahlprogramm zu stehen hatte und auch bereits seit einigen Jahren &#8211; &#252;brigens zusammen mit anderen Parteien, u.a. der bayerischen SPD, forderte. Diese Vorlage wurde von anderen Journalisten (in dieser Berufsgruppe ist man als FDP-Mitglied so etwas wie ein Alien) dankbar aufgegriffen und erfolgreich verwandelt. Wenn man sich jetzt in verschiedenen Online-Foren die Kommentare anschaut, dann gilt es z.B. schon als Fakt, dass das spendende Unternehmen &#8220;der Hotelbranche&#8221; angeh&#246;rt, was aber in mehrfacher Hinsicht falsch ist.</p>
<p>Es ging weiter mit der Enth&#252;llung, dass Mitglieder der FDP bei einem Unternehmen der Privaten Krankenversicherung einen Rabatt bekommen. Dass Parteien solche Rabatte in vielen Feldern auszuhandeln pflegen, wird dabei geflissentlich &#252;bersehen. Ich empfehle hier zu die Beitr&#228;ge im Filterblog: <a href="http://feedproxy.google.com/~r/Filterblog/~3/uatlJ9iA4LY/">Skandaaaaal!!!111elf</a>, <a href="http://feedproxy.google.com/~r/Filterblog/~3/_Y6isF3KUPo/">Filterblog-Service: Rabatt-Tipps f&#252;r SPD-Mitglieder.</a> </p>
<p>Erfolg macht s&#252;chtig nach mehr, und also legt man mit diesem &#8211; ja wie soll man es nennen? Pamphlet? Hetzschrift? Nehmen wir die offizielle Benamsung: &#8211; <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,673543,00.html">Kommentar eines Herrn Neubacher</a> nach: &#8220;FDP-Gesundheitspolitik &#8211; Triumph der Lobbykratie&#8221;. Dieser Text zeichnet sich gleich durch mehrere Kunstgriffe aus. Zum einen verteilt er die Rollen von Gut und B&#246;se gleich zu Anfang in einer derart klischeehaften Art und Weise, dass s&#228;mtliche Zweifel an Absicht und Inhalt des folgenden Textes im Nu verfliegen. Aber insbesondere macht er die FDP f&#252;r zwei Kategorien von Handlungen verantwortlich: Diejenigen, auf die sie keinen Einfluss hatte, und diejenigen, die noch gar nicht stattgefunden haben. Das ist besonders genial, enthebt es doch den Kritiker von der M&#252;he, sich mit der komplizierten Gegenwart zu besch&#228;ftigen. Der Einstieg, Realit&#228;t als miesen Filmplott darzustellen, bestimmt also auch stilistisch das Weitere: Wir reden hier offensichtlich von Fiction und nicht von einem Dokumentarfilm.</p>
<p>Gehen wir die Vorw&#252;rfe im Einzelnen mal durch. </p>
<p>Man habe den Heiligen Peter, also den Vorsitzenden des &#8220;Instituts f&#252;r Qualit&#228;t und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)&#8221;, das f&#252;r die Beurteilung von neu eingef&#252;hrten Medikamenten zust&#228;ndig ist, Herrn Dr. Sawicki, der sich als einsamer Held allein den skrupellosen Machenschaften der Pharmaindustrie in den Weg gestellt habe, auf finstere Art und Weise entmachtet und wolle ihn durch einen Lakaien der Pharmaindustrie ersetzen. Mal abgesehen davon, dass der Herr Neubacher &#252;ber den Nachfolger schon urteilt, bevor er ihn kennt (wohl, weil das Drehbuch es ihm vorschreibt), so h&#228;tte ich mal den Aufschrei h&#246;ren m&#246;gen, wenn der FDP-Gesundheitsminister selbst ohne Ausschreibung Auftr&#228;ge an das Institut seiner Ehefrau vergeben h&#228;tte. Da sind Wirtschaftsminister schon &#252;ber viel geringf&#252;gigere Dinge gestolpert. Und wenn der wegen dieser Beg&#252;nstigung bereits Abgemahnte dann auch noch weiterhin erkennen l&#228;sst, dass er es mit der Grenze zwischen privaten und dienstlichen Ausgaben nicht so genau nimmt, und das immer nur in einer Richtung, dann darf man schon mal konstatieren, dass ein vom Bund finanziertes Institut nicht dazu da ist, private Feldz&#252;ge kritiklos zu f&#246;rdern.</p>
<p>Im &#220;brigen m&#246;gen es der der Herr Neubacher und seine politischen Freunde verzeihen, wenn man als Liberaler von so einem Institut, das quasi von Beamten hoheitlich feststellen l&#228;sst, welche Medikamente helfen und welche nicht, eh wenig h&#228;lt. Schlimm genug, dass keinem kritischen Journalisten aufzufallen scheint, dass diese Stelle vor allem der Rationierung von Leistungen dient, die oben genannte Illusion also insgeheim bereits regierungsoffiziell aufgegeben wurde. Aber wahrscheinlich &#252;berwiegt die Hoffnung, dass die Pharmaindustrie getroffen wird, schwerer als diese Erkenntnis. Und wenn die Pharmafirmen dann wieder Leute entlassen, sind nat&#252;rlich der b&#246;se Kapitalismus und die Gier daran Schuld&#8230; Jedenfalls widerspricht Herr Neubacher mit seinem Eintreten f&#252;r die Stelle eines obersten zentralen Zuteilers seinen sp&#228;teren Lippenbekenntnissen nach &#8220;mehr Wettbewerb&#8221; ziemlich deutlich.</p>
<p>Kommen wir zum n&#228;chsten Vergehen: Da hat die Gr&#246;&#223;te Koalition aller Zeiten diesen famosen &#8220;Gesundheitsfonds&#8221; eingef&#252;hrt, der u.a. vorsieht, dass Kassen, die mit den Zuweisungen aus diesem Fonds nicht mehr auskommen, einen Zusatzbeitrag bei den Versicherten erheben sollen. Und der scheint jetzt bei einigen Kassen f&#228;llig zu werden. Herr Neubacher hat die Chuzpe, genau das einer Partei vorzuwerfen, die den Gesundheitsfonds immer abgelehnt hat. Es wird nicht ganz klar, was der Herr Neubacher will, aber sein Gewetter gegen die Erbringer medizinischer Leistungen in diesem Land, die nicht staatlich betrieben werden, l&#228;sst darauf schlie&#223;en, dass er von Phillip R&#246;sler irgendein populistisches Sparprogramm erwartet hat, das den &#8211; nat&#252;rlich im Gegensatz zu altruistisch handelnden Berufsgruppen wie z.B. Journalisten stets gierigen &#8211; Apothekern, &#196;rzten und Pharmamultis irgendwie etwas &#8220;wegnimmt&#8221;. So, wie es ja viele Jahre mit extremem Erfolg betrieben wurde&#8230; Und jetzt ist er sauer, der Herr Neubacher, dass ein Gesundheitsminister, der noch nicht einmal drei Monate im Amt ist, keinen Schnellschuss aus dem &#196;rmel sch&#252;ttelt, um ein System, das er ablehnt, zu retten. Auf sowas muss man erst mal kommen.</p>
<p>Aber da ist ja noch dieser Skandal, einen ehemaligen Vertreter des Verbands der Privaten Krankenversicherung (der von Herrn Neubacher gleich zum &#8220;findigsten Lobbyisten&#8221; der PKV geadelt wird &#8211; je Kampagne, desto Superlativ) ins Ministerium zu holen. Was, im Gegensatz zur Praxis der Amtsvorg&#228;ngerin, das Gleiche mit einem Funktion&#228;r der Gesetzlichen Krankenversicherung zu tun, nat&#252;rlich h&#246;chst verwerflich ist. Wir wissen schon, so von wegen Altruismus, Gemeinwohl und nicht zur vergessen der Gier. Und der absolute Hammer ist anscheinend, dass sich dieser finstere Agent der PKV etwas ausgestalten soll, dass die FDP auch bereits seit Jahren fordert, n&#228;mlich die Umgestaltung der lohnabh&#228;ngigen Beitragszahlung zu einem Pr&#228;miensystem. Aber eine alte und bekannte Forderung ist, wie wir beim Beispiel mit der Hotelspende gesehen haben, aus journalistischer Sicht komplett irrelevant &#8211; wenn sich ein Lobbyismus- oder K&#228;uflichkeitsverdacht konstruieren l&#228;sst, m&#252;ssen solche Kinkerlitzchen au&#223;en vor bleiben, sonst wird aus der sch&#246;nsten Kampagne nichts.</p>
<p>Soweit &#8211; Moment, worauf hatte ich mich geeinigt? Diese geifernde NRW-Wahlkampf-Schrift? Nein, es war doch: &#8211; dieser &#8220;Kommentar&#8221;.</p>
<p>Irgendwie schafft es &#8220;Der Spiegel&#8221; noch, mich zum energischen Verteidiger der FDP zu machen. Dabei ist es ja nicht so, als gingen alle Vorw&#252;rfe g&#228;nzlich ins Leere: Die Haltung der FDP zum Apothekerprivileg und zur Abschottung der Systeme &#8220;Krankenhaus&#8221; und &#8220;niedergelassene &#196;rzte&#8221; ist aus meiner Sicht kritikw&#252;rdig, und es ist klar, dass dies &#8211; huch, die gibt es ja auch noch! &#8211; den Interessen von treuen Stammw&#228;hlern geschuldet ist. Die FDP ist halt auch eine stinknormale Partei. Wenn man ihr vorwirft, dass sie &#196;rzte und Apotheker besser wegkommen l&#228;sst als andere, dann muss man auch &#252;ber die Bauern und die CDU oder die Betreiber alternativer Energien und die Gr&#252;nen oder die gro&#223;en Energiekonzerne und die SPD reden. Tut man aber nicht &#8211; und schon das ist ein deutliches Zeichen, dass wir es hier mit einer Kampagne zu tun haben. Aber ich halte das Gesundheitskonzept der FDP, das &#252;brigens auf einem Parteitag im Jahr 2004 beschlossen wurde und das man <a href="http://www.fdp-bundespartei.de/files/1410/KrankenversicherungBPT2004.pdf">hier (PDF)</a> nachlesen kann, f&#252;r einen generell sehr sinnvollen Ansatz. Aber irgendwer wird mich schon gekauft haben, schon klar, Herr Neubacher. Mist nur, dass mein Konto davon nie etwas mitbekommt.</p>
<p><strong>Slightly OT</strong></p>
<p>Hier auch ein <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,673585,00.html">sch&#246;nes Beispiel</a> f&#252;r die Kampagne der SPONer: </p>
<blockquote><p>Die Atomlobby hat sich durchgesetzt: Die Bundesregierung will nach SPIEGEL-Informationen vorerst alle 17 deutschen Kernkraftwerke am Netz lassen.</p>
</blockquote>
<p>Na klar. Andere Gr&#252;nde, diese Kraftwerke weiterzubetreiben, kann es ja nicht geben. Nur moralisch fragw&#252;rdige. Willkommen im demokratischen Diskurs.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Schaun mer mal</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2010/01/20/schaun-mer-mal/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 18:55:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin ja gespannt, wieviele Fl&#252;chtlinge aus Haiti in den USA aufgenommen werden. Das sollte kein Problem sein, der gute Obama ist doch jetzt Pr&#228;sident.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin ja gespannt, wieviele Fl&#252;chtlinge aus Haiti in den USA aufgenommen werden. Das sollte kein Problem sein, der gute Obama ist doch jetzt Pr&#228;sident.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#220;ber Unw&#246;rter</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2010/01/20/ueber-unwoerter/</link>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 15:39:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt da ja diesen Sprachwissenschaftler, der es sich offensichtlich zur Lebensaufgabe gemacht hat, seine Gesinnung vom Thron des Experten aus unter das Volk zu streuen. Jedes Jahr ver&#246;ffentlicht er unter gro&#223;em Medienecho sein &#8220;Unwort des Jahres&#8221;. Gut, er umgibt sich dabei auch noch mit einer Jury, aber die richtige Gesinnung ist meist nicht gef&#228;hrdet, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt da ja diesen Sprachwissenschaftler, der es sich offensichtlich zur Lebensaufgabe gemacht hat, seine Gesinnung vom Thron des Experten aus unter das Volk zu streuen. Jedes Jahr ver&#246;ffentlicht er unter gro&#223;em Medienecho sein &#8220;Unwort des Jahres&#8221;. Gut, er umgibt sich dabei auch noch mit einer Jury, aber die richtige Gesinnung ist meist nicht gef&#228;hrdet, wenn man <a href="http://www.unwortdesjahres.org/">so sieht</a>, wer da z.B. so als &#8220;kooptiertes Mitglied&#8221; fungiert, in diesem Jahr z.B. ein Journalist der &#8220;Frankfurter Rundschau&#8221; und der Jesuit Hengsbach. </p>
<p><span id="more-4448"></span>
<p>Zum &#8220;Unwort&#8221; gek&#252;rt werden <a href="http://www.unwortdesjahres.org/allgemeines.htm">sollen</a></p>
<blockquote><p>sprachliche Missgriffe zu nennen, die im jeweiligen Jahr besonders negativ aufgefallen sind. Gesucht werden W&#246;rter und Formulierungen aus der &#246;ffentlichen Sprache, die sachlich grob unangemessen sind und m&#246;glicherweise sogar die Menschenw&#252;rde verletzen. Die Vorschl&#228;ge k&#246;nnen aus allen Bereichen der &#246;ffentlichen Kommunikation stammen, aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Technik, Wissenschaft, Kulturinstitutionen oder Medien, und sollen in jedem Fall eine Quellenangabe enthalten.</p>
</blockquote>
<p>Wenn man sich die Liste der<a href="http://www.unwortdesjahres.org/unwoerter.htm"> bisher gek&#252;rten &#8220;Unw&#246;rter&#8221;</a> so anschaut, so erkennt man nicht nur, welcher politischen Richtung dieser Sprachwissenschaftler offenbar anh&#228;ngt, sondern man fragt sich auch: &#8220;K&#246;nnte das mit dem &#8216;im jeweiligen Jahr besonders aufgefallen&#8217; etwa eine sehr, sehr relative Bedingung sein?&#8221; Die &#8220;notleidenden Banken&#8221; von 2008 und die &#8220;Herdpr&#228;mie&#8221; von 2007, die hat man tats&#228;chlich des &#246;fteren vernommen, aber dass auch nur mehr als eine Handvoll Leute im Jahr 2005 das Wort &#8220;Entlassungsproduktivit&#228;t&#8221; vernommen h&#228;tten oder dass im Jahr zuvor besonders viel von &#8220;Humankapital&#8221; die Rede war (zu beiden Begriffen gleich noch mal was&#8230;), das w&#252;rde mich dann doch sehr &#252;berraschen. In diesem Jahr aber haben sie den Vogel abgeschossen. Wie <a href="http://zettelsraum.blogspot.com/2010/01/zettels-meckerecke-betriebsratsverseuch.html">Zettel</a> herausgefunden hat, ist das gew&#228;hlte Wort &#8220;betreibsratsverseucht&#8221; einem einzigen Bericht des Fernsehmagazins &#8220;Monitor&#8221; entnommen, und gebraucht wurde es in einer Wiedergabe von &#196;u&#223;erungen einer anonymen Person. Im Bericht des Fernsehmagazins wurde nicht klar, ob das Wort eine Sch&#246;pfung der betreffenden anonymen Person war oder ob sie hier andere Personen zitiert hatte. Wie zu lesen ist, hat vermutlich auch eben diese anonyme Person den Begriff der &#8220;Unwort&#8221;-Jury vorgeschlagen. Wer jetzt unter &#8220;Google&#8221; recherchiert. findet zu dem Begriff &#8220;betriebsratsverseucht&#8221; nur Treffer, die auf die &#8220;Unwort&#8221;-Wahl verweisen (ok, ich habe nach den ersten 200 aufgegeben&#8230;). Das hei&#223;t nichts anderes, als dass die tats&#228;chliche Verwendung eines Begriffs f&#252;r die &#8220;Unwort&#8221;-Wahl v&#246;llig nebens&#228;chlich ist. Theoretisch k&#246;nnte sich also jemand ein Wort ausdenken, das die Reflexe der Jury richtig bedient, m&#252;sste es nur einmal irgendwo anbringen, um eine &#8220;Quelle&#8221; vorweisen zu k&#246;nnen, und schon h&#228;tte dieses einer breiten &#214;ffentlichkeit komplett unbekannte Wort die besten Chancen.</p>
<p>Nun ist es ja nicht so, dass unser Freund, der Sprachwissenschafter, nicht merken w&#252;rde, dass er es hier auf die Spitze getrieben hat. Deswegen liefert er als <a href="http://www.welt.de/news/article5909821/Betriebsratsverseucht-ein-Unwort-im-Gewerkschaftssinn.html">Erkl&#228;rung</a>, das Wort sei &#8220;im Kommen&#8221;, und man wolle rechtzeitig &#8220;Stopp!&#8221; sagen. Nun, der einzige, der f&#252;r die Verbreitung dieses Wortes gesorgt hat, ist er selbst &#8211; eine sich selbst erf&#252;llende Prophezeihung besonderer G&#252;te. Aber es war ja schon immer eine St&#228;rke der Geisteswissenschaften, die richtigen L&#246;sungen parat zu haben, bevor das dazugeh&#246;rige Problem &#252;berhaupt gesichtet wurde. Und wenn das partout nicht kommen will, dann muss man eben zur Selbsthilfe greifen. W&#228;re doch jammerschade, wenn die Welt der gewonnenen Erkenntnisse nicht teilhaftig w&#252;rde.</p>
<p>Soweit zur Selbstdemontage der &#8220;Unwort&#8221;-Jury. Aber da ich schon mal hier bin und mich berufen f&#252;hle, dieses wahnsinnig wichtige Blog mit meinen Erfahrungen zu bereichern, vielleicht noch was zu diesen drei &#8220;Unworten&#8221;.</p>
<p>1. &#8220;Humankapital&#8221;</p>
<p>Die Begr&#252;ndung der Jury lautet: &#8220;degradiert Menschen zu nur noch &#246;konomisch interessanten Gr&#246;&#223;en&#8221;. Tats&#228;chlich haben Wissenschaften das so an sich, dass sie ihre Beobachtungsobjekte zu &#8220;Gr&#246;&#223;en&#8221; des Interesses ihrer Wissenschaft, nun ja, vielleicht gilt das nicht f&#252;r die Theologie, &#8220;degradieren&#8221;. F&#252;r den Arzt sind nicht wir interessant, sondern unsere Knochen und Organe, und zumindest ich habe kein Problem damit, ja w&#252;rde Versuche z.B. meines Hausarztes, mich etwa nach meiner politischen Einstellung oder meinem Glauben zu befragen, als g&#228;nzlich deplatziert empfinden. Dass &#214;konomie eine Wissenschaft ist, in der auch Menschen vorkommen, l&#228;sst sich also leider nicht vermeiden, und dass diese Wissenschaft sich damit besch&#228;ftigt, wie Wachstum zustande kommt, scheint nur allzu nat&#252;rlich zu sein. Wenn da nun einer zu der Erkenntnis gekommen ist, dass nicht nur Maschinen Kapital sein k&#246;nnen, sondern auch Wissen und Erfahrung von Menschen, dann h&#246;rt sich das f&#252;r mich aber nicht wie eine Degradierung, sondern eher wie eine Bef&#246;rderung an. </p>
<p>Wie oft h&#246;rt man die Beschwerde, der Mensch sei nur &#8220;ein Kostenfaktor&#8221;. Wenn er das nicht sein soll, bleiben nur zwei Auswege. Entweder er wird zum Almosenempf&#228;nger (bringt nichts, muss aber bezahlt werden). Oder aber man entdeckt, dass er etwas mitbringt, was woanders nicht immer k&#228;uflich zu erwerben ist, n&#228;mlich Humankapital. Auch das ist ein Zeichen der Inkompetenz der &#8220;Unwort&#8221;-Jury: Der Mensch *ist* kein Humankapital, sondern er *besitzt* es. Und wenn der Besitz eines Millionen-Verm&#246;gens nicht degradierend wirkt (au&#223;er f&#252;r den, der vorher ein Milliarden-Verm&#246;gen hatte), dann kann es der Besitz von Wissen und Erfahrung auch nicht. </p>
<p>Fazit: Da hat jemand etwas kritisiert, von dem er keine Ahnung hat.</p>
</p>
<p>2. &#8220;Entlassungsproduktivit&#228;t&#8221;</p>
<p>Begr&#252;ndung der Jury: &#8220;Gewinne aus Produktionsleistungen eines Unternehmens, nachdem zuvor zahlreiche f&#252;r &#8216;&#252;berfl&#252;ssig&#8217; gehaltene Mitarbeiter entlassen wurden.&#8221;</p>
<p>Erstmal zur Logik: Wenn diese Gewinne tats&#228;chlich anfallen, sind die Anf&#252;hrungsstriche bei &#8220;&#252;berfl&#252;ssig&#8221; eben das. Aus dem betriebswirtschaftlichen Sprachgebrauch kenne ich diesen Begriff allerdings nicht, sondern aus dem volkswirtschaftlichen. Und da wird er nicht etwa so eingesetzt, wie die Jury suggeriert, n&#228;mlich mit positivem Hintergrund, sondern sozusagen als Kennzeichnung einer Produktivit&#228;t minderer G&#252;te, die z.B. eben nicht f&#252;r die Begr&#252;ndung von Lohnerh&#246;hungen herangezogen werden kann. Der Volkswirt mag lieber die Produktivit&#228;tsgewinne, die durch den Einsatz von Kapital und durch Innovationen entstehen.</p>
<p>Fazit: Da hat jemand eine Verwendung mit einer Bedeutung aufgeladen, die der Begriff nie hatte.</p>
</p>
<p>3. &#8220;betriebsratsverseucht&#8221;</p>
<p>Auch wenn die Jury es so darstellen will, als seien Betriebsr&#228;te die selbstverst&#228;ndlichste Sache der Welt: Sie sind es nicht. Gerade &#8220;Selfmade-&#8221;Unternehmer haben enorme Probleme, ihren &#8211; und ich w&#228;re der letzte, der die Nachteile nicht s&#228;he, aber daf&#252;r gibt es auch Wettbewerb &#8211; notwendigerweise egozentrischen F&#252;hrungsstil durch Paragraphen ausgebremst zu sehen. Es sind aber gerade diese Typen, die etwas gegen allen Anschein im Alleingang durchsetzen, die unser Wirtschaft so gut tun, und man darf sich berechtigt die Frage stellen, ob man kleinere Betriebe mit unter 100 Mitarbeitern mit diesem Regelwerk &#252;berziehen muss. Auf der anderen Seite sind die Gro&#223;unternehmen zu sehen, in denen eh alles vergremienisiert ist &#8211; da kann ein starkes Gegengewicht gegen Managerwillk&#252;r sogar im Sinne der Eigent&#252;mer sein. </p>
<p>Die hartn&#228;ckigste Widerstandfront gegen Betriebsr&#228;te findet man im Einzelhandel &#8211; so wie hier ganz allgemein mit sehr, sehr harten Bandagen gek&#228;mpft wird. Ich kann jedem, der sich &#252;ber die H&#228;rte seiner Branche beschwert, mal ein paar Jahre Handel empfehlen. Danach erscheinen einem die Zust&#228;nde in der eigenen Branche als geradezu paradiesisch. Gerade die Ketten, die auf der &#8220;Billig&#8221;-Schiene unterwegs sind, haben Bauchschmerzen mit Betriebsr&#228;ten. Nun ist das Einzelhandelsgesch&#228;ft nicht nur sehr margenschwach, es werden auch &#252;berwiegend Mitarbeiter besch&#228;ftigt, bei denen Humankapital &#252;berfl&#252;ssig, die erforderliche Qualifikation also sehr gering ist. Man geht mit Mitarbeitern, deren Humankapital erforderlich ist, offensichtlich anders um als mit solchen, bei denen es nur auf H&#228;nde und F&#252;&#223;e ankommt. Irgendwie Mist, wenn ein &#8220;Unwort&#8221; dem anderen in die Parade f&#228;hrt&#8230;</p>
<p>Der Widerstand gegen Betriebsr&#228;te wird also auch durch geschickt erfundene &#8220;Unworte&#8221; nicht nachlassen, andererseits ist in einer Gesellschaft, die mehr und mehr auf eine hohe Produktivit&#228;t setzen muss, um ihr Wohlstandsniveau zu halten, eine allgemeine Verbreitung des Begriffs eher unwahrscheinlich: Die Unternehmen, die begriffen haben, dass sie auch von ihren Mitarbeitern abh&#228;ngig sind (die Beliebtheit der Kurzarbeit deutet darauf hin, dass es einige sind), st&#246;rt ein Betriebsrat nicht nur wenig, sondern sie wissen ihn auch zu nutzen.</p>
</p>
<p>Mein Unwort des Jahres? Abstiegskampf. Aber das ist eine andere Geschichte&#8230;</p>
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		<title>Sir! Yes, Sir!</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 20:52:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist eine Macht der Gewohnheit, die mich Neuigkeiten weiterhin von SPON beziehen l&#228;sst. Aber die Jungs und M&#228;dels von dem Verein tun gerade ihr Bestes, mir dieses Laster abzugew&#246;hnen. Dass sie versuchen, die eigentliche Opposition im Land darzustellen &#8211; geschenkt. Wir alle wissen: Wen der &#8220;Spiegel&#8221; erh&#246;ht, den l&#228;sst er auch schnell wieder fallen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist eine Macht der Gewohnheit, die mich Neuigkeiten weiterhin von SPON beziehen l&#228;sst. Aber die Jungs und M&#228;dels von dem Verein tun gerade ihr Bestes, mir dieses Laster abzugew&#246;hnen. Dass sie versuchen, die eigentliche Opposition im Land darzustellen &#8211; geschenkt. Wir alle wissen: Wen der &#8220;Spiegel&#8221; erh&#246;ht, den l&#228;sst er auch schnell wieder fallen. Fragen Sie mal den gef&#252;hlten Kanzler Lothar Sp&#228;th. Aber dieses demonstrierte K&#228;&#223;manntum (&#8220;Wir haben die Moral, ihr habt die Probleme!&#8221;[1]), das im Beitrag &#8220;Machtkampf in der Karibik: Haiti entwickelt sich wieder zur Kolonie&#8221; zum Ausdruck kommt, das ist eine Beleidigung nicht erst meines Gehirns, sondern vorher schon meiner Sehnerven. </p>
<p>Zur H&#246;lle nochmal: Was kann diesem &#8220;Staat&#8221;, diesen vielen obdachlosen, d&#252;rstenden und kranken Menschen denn Besseres passieren, als dass es endlich jemanden gibt, der sowohl die Mittel als auch die Autorit&#228;t hat, umfassend Hilfe zu leisten und dieser Verantwortung auch nachzukommen gedenkt? Wer, der nicht vollkommen krank im Kopf ist, hat etwas dagegen, dass die Marines da jetzt die Kontrolle &#252;bernehmen?</p>
<p>Vielleicht die Lordsiegelbewahrer von Demokratie und Staatsferne.  Ist aber ein Schei&#223;-Einstieg, f&#252;r die eigene Ideologie Tausende Tote zu fordern.</p>
<p><em>[1] zitiert nach </em><a href="http://www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EFCDB62DF606F4E92A1B5EE2AC54CF390~ATpl~Ecommon~Scontent.html"><em>Bingener/Hoischen in der FAS</em></a></p>
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		<title>Amateure und Profis</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 13:48:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die &#196;lteren unter uns werden sich erinnern: Der Autor dieser Zeilen ist kein Freund von Parteispenden, die von Kapitalgesellschaften geleistet werden. Aber die Kampagne, die da gerade von der SPD mit Hilfe vor allem der &#246;ffentlich-rechtlichen Qualit&#228;tsmedien losgetreten wurde, hat nicht nur eine andere Qualit&#228;t, sie k&#246;nnte sich auch als Bumerang erweisen und letztlich einen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die &#196;lteren unter uns werden sich <a href="http://www.bissige-liberale.net/2006/11/03/parteispenden-und-kapitalgesellschaften/">erinnern</a>: Der Autor dieser Zeilen ist kein Freund von Parteispenden, die von Kapitalgesellschaften geleistet werden. Aber die Kampagne, die da gerade von der SPD mit Hilfe vor allem der &#246;ffentlich-rechtlichen Qualit&#228;tsmedien losgetreten wurde, hat nicht nur eine andere Qualit&#228;t, sie k&#246;nnte sich auch als Bumerang erweisen und letztlich einen Kollateralschaden ausl&#246;sen, der von ihren Initiatoren sicher nicht beabsichtigt wurde.</p>
<p>Weil die FDP, die als Mitglied der Regierungskoalition ein Gesetz beschlossen hat, das f&#252;r &#220;bernachtungsleistungen nur noch den erm&#228;&#223;igten Umsatzsteuersatz von 7% zur Anwendung bringt, von einer Firma Spenden bezogen hat, deren Inhaber auch Hotels betreibt, soll das Umsetzen einer der von ihr schon seit l&#228;ngerem geforderten Ma&#223;nahme ihre K&#228;uflichkeit belegen. Aber wie schon als Kommentar in einem anderen Blog geschrieben, lautet die jetzt aufgeregt pr&#228;sentierte &#8220;Enth&#252;llung&#8221; von sehr &#246;ffentlich vollzogenen Handlungen (die Spenden waren angemeldet und im Internet <a href="http://www.parteispenden.unklarheiten.de/?seite=datenbank_show_k&#038;db_id=7">einsehbar</a>) im Grunde doch nur: &#8220;Sensation! Jemand spendet an eine Partei, deren Politik ihm nutzt!&#8221; Das muss wohl eine ganz ungew&#246;hnliche Ausnahme sein. Anscheinend ging man bislang davon aus, dass Spenden an die Parteien flie&#223;en, die den Spendern am meisten schaden. Obwohl: Wenn die <a href="http://www.parteispenden.unklarheiten.de/?seite=datenbank_show_k&#038;db_id=5&#038;kat=3&#038;sortierung=start">Sozis</a> von der Automobilindustrie Spenden kriegen und die <a href="http://www.parteispenden.unklarheiten.de/?seite=datenbank_show_k&#038;db_id=8">Gr&#252;nen</a> aus der Solar- und Windkraftbranche, dann stellt seltsamerweise bislang auch keiner die Abwrackpr&#228;mie und die &#214;kosubventionen als Ergebnis von K&#228;uflichkeit dar.</p>
<p>Der Grund daf&#252;r ist klar: Sozis und Gr&#252;ne sind cleverer. Sie haben die eigene Klientelpolitik erfolgreich als Ma&#223;nahmen f&#252;r das Gemeinwohl verkaufen k&#246;nnen, w&#228;hrend CSU und FDP das noch nicht einmal versucht haben. </p>
<p>Amateure.</p>
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		<title>Gib mir ein klein wenig Sicherheit</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jan 2010 05:43:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[So singt die Gruppe &#8220;Silbermond&#8221;.
Dabei gilt doch: &#8220;Absolute Sicherheit gibt es nicht!&#8221; Oder gilt das nur selektiv, z.B. wenn es um den Einsatz von zus&#228;tzlichen Ma&#223;nahmen zur Flugsicherheit geht?
Was ist mit Geldanlagen, Renten, Arbeitspl&#228;tzen? Rauchverbot,Lehman-Pleite, Rente mit 67, Massentlassungen, Produktionsverlagerungen? Wo sind die Gesundheitsapostel, Verbrauchersch&#252;tzer und Gewerkschaftsf&#252;hrer, die schulterzuckend konstatieren: &#8220;Absolute Sicherheit gibt es eben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So singt die Gruppe &#8220;Silbermond&#8221;.</p>
<p>Dabei gilt doch: &#8220;Absolute Sicherheit gibt es nicht!&#8221; Oder gilt das nur selektiv, z.B. wenn es um den Einsatz von zus&#228;tzlichen Ma&#223;nahmen zur Flugsicherheit geht?</p>
<p>Was ist mit Geldanlagen, Renten, Arbeitspl&#228;tzen? Rauchverbot,Lehman-Pleite, Rente mit 67, Massentlassungen, Produktionsverlagerungen? Wo sind die Gesundheitsapostel, Verbrauchersch&#252;tzer und Gewerkschaftsf&#252;hrer, die schulterzuckend konstatieren: &#8220;Absolute Sicherheit gibt es eben nicht.&#8221;?</p>
<p>Es gibt anscheinend einen absurden gesellschaftlichen Trend, den Tausch Sicherheit gegen Freiheit um so eher zuzulassen, je weniger schwer die Folgen mangelnder Sicherheit ausfallen und je mehr Menschen von der Freiheitseinschr&#228;nkung betroffen sind. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Es ist immer noch nicht vorbei</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2010/01/15/es-ist-immer-noch-nicht-vorbei/</link>
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		<pubDate>Fri, 15 Jan 2010 15:02:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[In seiner vorletzten Ausgabe warnte der Economist vor neuen Blasen:
The most powerful tool, of course, is the interest rate. But central banks are wary of using it to pop bubbles because it risks crushing growth as well. And, with the world economy in its current fragile state, they are rightly unwilling to jack up interest [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In seiner vorletzten Ausgabe warnte der <a href="http://www.economist.com/opinion/displaystory.cfm?story_id=15213157">Economist</a> vor neuen Blasen:</p>
<blockquote><p>The most powerful tool, of course, is the interest rate. But central banks are wary of using it to pop bubbles because it risks crushing growth as well. And, with the world economy in its current fragile state, they are rightly unwilling to jack up interest rates now.</p>
</blockquote>
<blockquote><p>But even if governments judge that the risks posed by raising rates now outweighs that of keeping them low, investors still have plenty of reasons to worry. The problem for them is not just that valuations look high by historic standards. It is also that the current combination of high asset prices, low interest rates and massive fiscal deficits is unsustainable.</p>
</blockquote>
<blockquote>
</blockquote>
<blockquote><p>Interest rates will stay low only if growth remains slow. But if economies grow slowly, then profits will not rise fast enough to justify current share prices and incomes will not rise far enough to justify the prevailing level of house prices. If, on the other hand, the markets are right about the prospects for economic growth, and the current recovery is sustained, then governments will react by cutting off the supply of cheap money later this year.</p>
</blockquote>
<p>Vielleicht ist das der richtige Anlass, um sich mit einer sehr einfachen Formel aus der Finanzmathematik zu besch&#228;ftigen<span id="more-4435"></span>, die der Feind jeder Blase ist:</p>
</p>
<p align="center"><img src="http://www.bissige-liberale.net/wp-content/uploads/2010/01/kwlang.png" /></p>
<p align="left">
<p align="left">Hierbei sind V der Wert des Verm&#246;gensgegenstandes, E die Ertr&#228;ge aus diesem Verm&#246;gensgegenstand, i der Zinssatz, t das jeweilige zuk&#252;nftige Jahr und n der Betrachtungszeitraum. Im echten Leben m&#252;sste man hier noch Steuern und Wahrscheinlichkeiten einbauen, aber stellen wir uns mal einen Moment die Paradiese eines Liberalen (keine Steuern!) und eines Sozis (sichere Zukunft!) zusammen verwirklicht vor, da eine Abkehr davon an der folgenden Argumentation nichts &#228;ndern w&#252;rde. Diese Formel besagt nichts anderes, als dass sich f&#252;r einen rationalen Entscheider der Wert eines Verm&#246;gensgegenstandes aus der Summe der abgezinsten zuk&#252;nftigen Einnahmen ergibt (Barwert). Wenn ich ein Papier in den H&#228;nden halte, das mir im n&#228;chsten Jahr 105 Euro verspricht, dann ist dieses Papier 100 Euro wert, wenn der Zinssatz meiner Alternativanlage 5% betr&#228;gt. F&#252;r weitere Beispiele empfehle ich das Spielen in der Tabellenkalkulation Ihres Vertrauens mit der Formel NBW() bzw. NPV().</p>
<p align="left">
<p align="left">Machen wir uns die Sache nochmal einfacher, indem wir einen unendlichen Betrachtungszeitraum unterstellen. Das befreit uns modelllogisch zugleich von der Endwertproblematik, dennder letzte Ertrag im Jahre n m&#252;sste aus der Ver&#228;u&#223;erung des Verm&#246;gensgegenstandes bestehen, die wiederum selbst eine in die Zukunft gerichtete Bewertung erforderlich machte. Es ist &#252;brigens typisch f&#252;r Blasen, dass die Summe der erwarteten Einnahmen praktisch nur noch aus dem Verm&#246;gensendwert besteht, sprich: dass man nur im Kopf hat, morgen einen noch D&#252;mmeren zu finden, der einem mehr bezahlt als man selbst investiert hatte, und das auch nur, weil der dann seinerseits wieder einen noch viel D&#252;mmeren suchen wird &#8211; auf realistische Einsch&#228;tzungen der zuk&#252;nftigen Ertr&#228;ge selbst legt man in solchen Phasen keinen Wert. H&#228;tte man die obige Formel etwas umgestellt und dann auf alle Aktien des Neuen Marktes angewendet, w&#228;ren wohl galaktische zuk&#252;nftige BIP dabei herausgekommen&#8230; Zum Schluss gehen wir noch von j&#228;hrlich gleichbleibenden Einnahmen aus, was in Bezug auf die hier angenommene Ewigkeit keinen gro&#223;en Mut mehr erfordert. An den Aussagen &#228;ndern beide Vereinfachungen nichts.</p>
<p align="left">
<p align="left">Die ganz einfache Formel, mit der wir illustrieren k&#246;nnen, was der Economist da schreibt, sieht dann so aus:</p>
<p align="center"><img src="http://www.bissige-liberale.net/wp-content/uploads/2010/01/kwkurz.png" /></p>
<p align="left">
<p align="left">Wie oben im Zitat beschrieben, w&#252;rden h&#246;here Zinsen also Blasen entgegenwirken. Egal, wie himmelhoch ich meine erwarteten Ertr&#228;ge angesetzt habe: Wenn alles andere gleich bleibt und nur im Nenner der Zinssatz steigt, hat das drastische Auswirkungen auf den Wert meiner Investition. Leider aber auch auf die Werte der anderen Investitionen, ohne die es mit dem Wachstum nichts wird, und das wollen die Notenbanken derzeit nicht riskieren.</p>
<p align="left">
<p align="left">Wir haben aber ebenfalls zur Zeit relativ hohe Bewertungen (V,) was sich vor allem daraus speist, dass der Zinssatz (i) von den Notenbanken sehr niedrig gehalten wird. Er wird aber nur so lange niedrig bleiben, wie das Wachstum schwach ist, was wiederum bedeutet, dass wir von niedrigeren Ertr&#228;gen (E) ausgehen m&#252;ssten. Diese wiederum dr&#252;cken dann auch die Werte. Wenn aber die Erwartungen an h&#246;here Ertr&#228;ge gerechtfertigt w&#228;ren, m&#252;sste man auch davon ausgehen, dass &#252;ber ein geringeres Geldangebot der Zinssatz stiege, was sich wiederum negativ auf den Wert auswirken m&#252;sste.  Egal also, welches Szenario wir anwenden, eine Korrektur der Wertans&#228;tze scheint unabwendbar. </p>
<p align="left">
]]></content:encoded>
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		<title>Google plant, in China nicht l&#228;nger zu zensieren*</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Jan 2010 13:06:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>David</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[We launched Google.cn in January 2006 in the belief that the benefits of increased access to information for people in China and a more open Internet outweighed our discomfort in agreeing to censor some results. At the time we made clear that &#8220;we will carefully monitor conditions in China, including new laws and other restrictions [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>We launched Google.cn in January 2006 in the belief that the benefits of increased access to information for people in China and a more open Internet outweighed our discomfort in agreeing to censor some results. At the time we made clear that &#8220;we will carefully monitor conditions in China, including new laws and other restrictions on our services. If we determine that we are unable to achieve the objectives outlined we will not hesitate to reconsider our approach to China.&#8221;</p>
<p>These attacks and the surveillance they have uncovered&#8211;combined with the attempts over the past year to further limit free speech on the web&#8211;have led us to conclude that we should review the feasibility of our business operations in China. We have decided we are no longer willing to continue censoring our results on Google.cn, and so over the next few weeks we will be discussing with the Chinese government the basis on which we could operate an unfiltered search engine within the law, if at all. We recognize that this may well mean having to shut down Google.cn, and potentially our offices in China.</p>
<p>The decision to review our business operations in China has been incredibly hard, and we know that it will have potentially far-reaching consequences. We want to make clear that this move was driven by our executives in the United States, without the knowledge or involvement of our employees in China who have worked incredibly hard to make Google.cn the success it is today. We are committed to working responsibly to resolve the very difficult issues raised.
</p></blockquote>
<p>[offizielles Google-Blog <a href="http://googleblog.blogspot.com/2010/01/new-approach-to-china.html">A new approach to China</a>]</p>
<p><span id="more-4421"></span></p>
<p>&#220;bersetzung:<br />
<em>Wir haben Google.cn im Januar 2006 in dem Glauben gestartet, da&#223; die Vorteile besserer Informationszug&#228;nglichkeit f&#252;r die Menschen in China und eines offeneren Internets schwerer wiegen, als unser Unbehagen, der Zensur einiger Suchergebnisse zuzustimmen. Damals <a href="http://googleblog.blogspot.com/2006/02/testimony-internet-in-china.html">machten wir klar</a>, da&#223; &#8220;Wir die Rahmenbedingungen in China unter sorgf&#228;ltiger Beobachtung halten werden, einschlie&#223;lich neuer Gesetze und anderer Einschr&#228;nkungen unserer Dienste. Sollten wir feststellen, da&#223; es uns nicht m&#246;glich ist, die gesetzten Ziele zu erreichen, werden wir nicht z&#246;gern, unseren Ansatz in Bezug auf China zu &#252;berdenken.&#8221;</p>
<p>Diese Angriffe und die &#220;berwachung, die sie offenbart haben &#8211; zusammen mit den Versuchen im vergangenen Jahr, die freie Meinungs&#228;u&#223;erung im Web weiter einzuschr&#228;nken &#8211; haben uns zu dem Schlu&#223; gef&#252;hrt, da&#223; wir die M&#246;glichkeit unserer Gesch&#228;ftst&#228;tigkeit in China &#252;berdenken sollten. Wir haben entschieden, da&#223; wir nicht l&#228;nger bereit sind, unsere Suchergebnisse auf Google.cn zu zensieren, und daher werden wir in den n&#228;chsten Wochen mit der chinesischen Regierung &#252;ber die Grundlage diskutieren, auf der wir, falls &#252;berhaupt, im Rahmen des Gesetzes eine ungefilterte Suchmaschine betreiben k&#246;nnten. [Nachtrag; hatte den folgenden Satz beim &#220;bersetzen schlicht vergessen, obwohl er zentrale Bedeutung hat] <strong>Uns ist klar, da&#223; das durchaus bedeuten k&#246;nnte, da&#223; wir Google.cn schlie&#223;en m&#252;ssen, und m&#246;glicherweise auch unsere Gesch&#228;ftsstellen in China.</strong></p>
<p>Die Entscheidung, unsere Gesch&#228;ftst&#228;tigkeit in China zu &#252;berdenken, war unglaublich schwer, und wir wissen, da&#223; sie m&#246;glicherweise weitreichende Konsequenzen haben wird. Wir m&#246;chten klarstellen, da&#223; dieser Entscheidung von unserer Gesch&#228;ftsleitung in den Vereinigten Staaten vorangetrieben wurde, ohne Wissen oder Einbeziehung unserer Angestellten in China, die unglaublich hart gearbeitet haben, um Google.cn zu dem Erfolg zu machen, der es heute ist. Wir sind entschieden, verantwortlich zu arbeiten, um die sehr schwierigen Probleme zu l&#246;sen, die sich ergeben haben.</em></p>
<p>Hintergrund des Ganzen ist &#8211; ich gebe hier einen Teil dessen wieder, was im Rest des verlinkten Artikels steht &#8211; ein raffinierter Angriff auf Google &#252;ber das Internet von China aus, der Mitte Dezember stattfand. Es wurde dabei versucht, Zugriff auf die Emailkonten chinesischer Menschenrechtsaktivisten zu erhalten. Wie es scheint mi&#223;lang der Angriff weitestgehend (auf lediglich zwei Konten gelang der Zugriff, und auch in diesen F&#228;llen nicht auf die eigentlichen Textk&#246;rper der gespeicherten Emails).<br />
Im Rahmen der sich anschlie&#223;enden Nachforschungen fand man bei Google heraus, da&#223; etliche weitere bekannte Firmen aus ganz unterschiedlichen Branchen ebenfalls angegriffen worden waren. Au&#223;erdem, da&#223; regelm&#228;&#223;ig von Dritten auf die Konten dutzender Gmail-Nutzer in den USA, China und Europa zugegriffen worden war &#8211; in diesen F&#228;llen jedoch nicht aufgrund eines Sicherheitslecks bei Google, sondern mittels Phishing- oder Malware-Angriffen.</p>
<p>Zur Aufhebung der Zensur:<br />
Ich kann es selbst nicht &#252;berpr&#252;fen, aber nach dem, was ich mitbekommen habe, wurde die Zensur von Google.cn mit sofortiger Wirkung aufgehoben.</p>
<p>*<i>Nachtrag, 17. Januar:</i> Die &#220;berschrift dieses Artikels lautete zun&#228;chst <i>Google in China nicht l&#228;nger zensiert</i>. Das war darauf zur&#252;ckzuf&#252;hren, da&#223; ich dem allgemeinen Gezwitscher zu viel Vertrauen geschenkt und die Sperren f&#252;r bereits aufgehoben gehalten hatte. Bisher sind die Sperren allerdings noch nicht aufgehoben. Ich bitte darum, dieses Versehen zu entschuldigen.</p>
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		<title>Und nun zum Wetter &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 09:32:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>R.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Kollege califax nimmt Daisy zum Anla&#223; eines hervorragenden Kommentars zum Zustand unseres Landes.
Unbedingt empfehlenswert, Diskussionen bitte dort f&#252;hren.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kollege califax nimmt Daisy zum Anla&#223; eines hervorragenden <a href="http://anstalt.wordpress.com/2010/01/11/leise-rieselt-der-schnee/">Kommentars</a> zum Zustand unseres Landes.</p>
<p>Unbedingt empfehlenswert, Diskussionen bitte <a href="http://83273.homepagemodules.de/topic-threaded.php?board=83273&amp;forum=32&amp;threaded=1&amp;id=2627&amp;message=31395">dort</a> f&#252;hren.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Ursache und Wirkung</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2010/01/11/ursache-und-wirkung/</link>
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		<pubDate>Mon, 11 Jan 2010 14:09:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>R.A.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun m&#246;gen uns also die Afghanen nicht mehr. 
Genauer gesagt: Sie m&#246;gen uns noch (mit 61%), aber sind nicht mehr &#252;berzeugt vom positiven Handeln der Deutschen (nur noch 31%).
Die Schuldfrage hat der westdeutsche Rotfunk auch schon gekl&#228;rt:
&#8220;Hier zeigt ganz offensichtlich die innerafghanische Debatte um die vielen zivilen Opfer bei dem Luftangriff auf die beiden Tanklastz&#252;ge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,671242,00.html">m&#246;gen uns also die Afghanen nicht</a> mehr. </p>
<p>Genauer gesagt: Sie m&#246;gen uns noch (mit 61%), aber sind nicht mehr &#252;berzeugt vom positiven Handeln der Deutschen (nur noch 31%).</p>
<p>Die Schuldfrage hat der westdeutsche Rotfunk auch schon gekl&#228;rt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Hier zeigt ganz offensichtlich die innerafghanische Debatte um die vielen zivilen Opfer bei dem Luftangriff auf die beiden Tanklastz&#252;ge in Kunduz Wirkung&#8221;, erkl&#228;rte Arnd Henze, der als stellvertretender Auslandschef des WDR die Umfrage betreute.</p></blockquote>
<p><span id="more-4404"></span><br />
Bei genauem Lesen widerspricht dieser Erkl&#228;rungsversuch den Zahlen:<br />
Die Afghanen sehen die Entwicklung ihres Landes im letzten Jahr positiv, bem&#228;ngeln aber die Sicherheitslage. Und bef&#252;rworten immer st&#228;rker die Anwesenheit der NATO-Truppen. W&#228;hrend umgekehrt die Taliban-Anh&#228;nger auf 8% geschrumpft sind (derweil diverse deutsche Politiker immer noch so tun, der &#8220;Widerstand&#8221; h&#228;tte die Unterst&#252;tzung des afghanischen Volkes).</p>
<p>Es ist also gut m&#246;glich, da&#223; die sinkenden Sympathie-Werte f&#252;r die Bundeswehr eine ganz andere Ursache haben als vom WDR vermutet: Die Afghanen m&#246;chten vielleicht lieber ein deutlicheres Vorgehen gegen die Taliban, begr&#252;&#223;en Ma&#223;nahmen wie in Kunduz und sind irritiert dar&#252;ber, da&#223; in Deutschland wg. der &#8220;Kunduz-Aff&#228;re&#8221; der R&#252;ckw&#228;rtsgang eingelegt wird.<br />
Diese Erkl&#228;rung w&#228;re auch konsistent mit diversen afghanischen &#196;u&#223;erungen nach dem Bombenangriff.</p>
<p>Welche der beiden Erkl&#228;rungen wirklich stimmt, l&#228;&#223;t sich nicht feststellen &#8211; konkrete Fragen nach Kunduz wurden nicht gestellt (es ist auch methodisch eine Umfrage mit Fragen, die regelm&#228;&#223;ig wiederholt werden, d.h. die Ergebnisse lassen sich gut mit den St&#228;nden der letzten Jahre vergleichen).</p>
<p>Es ist aber auff&#228;llig, da&#223; die &#8220;Qualit&#228;tsmedien&#8221; im wesentlichen nur einige von ihnen ausgew&#228;hlte Werte und nat&#252;rlich ihre eigene politische Interpretation bringen &#8211; und keinen Link zu den Originaldaten, damit die Leser sich selber ein Bild machen k&#246;nnen. Weder die Studienauftraggeber <a href="http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistanumfrage144.html">WDR</a> noch die <a href="http://www.bbc.co.uk/pressoffice/pressreleases/stories/2010/01_january/11/poll.shtml?utm_source=twitterfeed&amp;utm_medium=twitter">BBC</a> sind schon wirklich im Internetzeitalter angekommen.</p>
<p>Nur beim dritten Auftraggeber, der <a href="http://abcnews.go.com/PollingUnit/views-improve-sharply-afghanistan-criticisms-us-stay-high/story?id=9511961">ABC</a>, bekommt man auch die <a href="http://abcnews.go.com/images/PollingUnit/1099a1Afghanistan-WhereThingsStand.pdf">Originalquelle</a>.</p>
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