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	<title>B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade</title>
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		<title>Zur&#252;ck zur Politik: Die FDP nach den j&#252;ngsten Wahlen</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 18:08:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
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		<description><![CDATA[Als Liberaler hat man es in diesem Land nicht einfach. Konsequent liberal denken vielleicht mal um die 3% der W&#228;hler, aber ein viel gr&#246;&#223;erer Anteil ist liberalen Ideen hier und da aufgeschlossen. Damit hat man als &#8220;echter Liberaler&#8221; stets die Wahl zwischen Scylla und Charybdis &#8211; entweder eine Existenz als ebenso hehre wie marginalisierte Randgruppe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Liberaler hat man es in diesem Land nicht einfach. Konsequent liberal denken vielleicht mal um die 3% der W&#228;hler, aber ein viel gr&#246;&#223;erer Anteil ist liberalen Ideen hier und da aufgeschlossen. Damit hat man als &#8220;echter Liberaler&#8221; stets die Wahl zwischen Scylla und Charybdis &#8211; entweder eine Existenz als ebenso hehre wie marginalisierte Randgruppe oder ein mehrfach verw&#228;sserter Einfluss auf das politische Geschehen.</p>
<p>Als Pragmatiker w&#252;rde sich der Schreiber dieser Zeilen stets f&#252;r Letzteres entscheiden. Konkrete Politik kann nicht hei&#223;en, der Realit&#228;t stets ein unerreichbares Idealbild vor Augen zu f&#252;hren und sich in dessen theoretischer &#220;berlegenheit zu sonnen, sondern das Ist, den Status Quo, ein St&#252;ckchen mehr in die Richtung des Gew&#252;nschten zu bewegen. Sicher, es hat sie gegeben, die Versuche, einen gro&#223;en Gesellschaftsentwurf durchzusetzen, einen &#8220;Gro&#223;en Sprung nach vorn&#8221; zu machen, aber sie endeten allesamt im Verderben. Unser politisches System ist darauf nicht eingerichtet, und auch die Mentalit&#228;t der Mehrheit der Menschen in diesem Land ist es nicht. Wer in der Bundesrepublik Deutschland politischen Erfolg haben will, muss sich mit graduellen Ver&#228;nderungen begn&#252;gen. Und auch die k&#246;nnen schon h&#246;chst umstritten sein, wie die Reaktionen auf die rot-gr&#252;ne &#8220;Agenda 2010&#8243; zeigten.</p>
<p>In diesem B.L.O.G. haben wir mit Kritik an der FDP und einzelnen Protagonisten dieser Partei nicht gespart. Wir sind auch weiterhin der Meinung, dass die Partei z.B. in der Europa-Politik das richtige Ideal durch v&#246;llig falsche Mittel zu erreichen versucht, und wir halten die Neigung einiger Akteure, sich in Einzelfragen an sozialdemokratische Leitbilder anzupassen, f&#252;r falsch. Das hei&#223;t aber nicht, dass Leitfiguren der Partei irgendwelchen liberalen Reinheitsgeboten zu gen&#252;gen h&#228;tten. Wir wollen die Spitzenpolitiker der FDP allein daran messen, ob sie durch ihr Handeln oder ihre Forderungen die Welt ein St&#252;ck liberaler machen (wollen) oder nicht. Und nicht daran, wie &#8220;glasklar&#8221; ihre Ideologie ist. Nach diesem Kriterium schneidet z.B. ein Christian Lindner, dem st&#228;ndig Ampel-Gel&#252;ste nachgesagt werden, besser ab als ein Philipp R&#246;sler, dem als populistische Antwort auf steigende Kraftstoffpreise nur mehr b&#252;rokratische G&#228;ngelung in bester Tradition anma&#223;enden Wissens einfiel. Und auch ein Br&#252;derle, der keine Probleme in einer rot-gelben Koalition kannte und dem man eine gewisse Beliebigkeit in seinen Positionen nachsagte, hat mit seinem &#8220;Nein&#8221; zur Opel-Sanierung an entscheidender Stelle liberales Profil gezeigt. In Sachen B&#252;rgerrechte ist Sabine Leutheusser-Schnarrenberger eine verl&#228;ssliche Konstante. Ob sie nun Rot-Gelb bevorzugt oder nicht, spielt da keine Rolle. Man vergisst z.B. leicht, dass auch ein Graf Lambsdorff, bevor er sein ber&#252;hmtes Papier verfasste, ein nicht durch &#252;berm&#228;&#223;ig liberale Grundsatztreue auffallender Wirtschaftsminister in einer rot-gelben Koalition war.</p>
<p>Es geht nicht darum, wer die besten Kopfgeburten liefert. Es geht darum, wer liberale Ans&#228;tze in einer dem Liberalismus grunds&#228;tzlich feindlich gegen&#252;ber eingestellten Gesellschaft unterzubringen vermag. Egal, mit wem.</p>
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		<title>Nach ihrem Bilde</title>
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		<pubDate>Tue, 15 May 2012 14:42:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir haben uns auf diesem B.L.O.G. schon des &#246;fteren mit dem Quotenunsinn auseinandergesetzt, zuletzt gerade erst vor zwei Monaten. Aber da es sich hier um ein gesellschaftlich akzeptiertes Dauerthema handelt, wird uns dieser Quatsch wohl noch einige Zeit besch&#228;ftigen, zumal zu erwarten ist, dass die Politik in ihrem gemeingef&#228;hrlichen Wahn, gesellschaftliche Sollzust&#228;nde definieren und herstellen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir haben uns auf diesem B.L.O.G. schon des &#246;fteren mit dem Quotenunsinn auseinandergesetzt, zuletzt gerade erst <a href="http://www.bissige-liberale.net/2012/03/12/diskriminierung-oder-kristall/">vor zwei Monaten</a>.</p>
<p>Aber da es sich hier um ein gesellschaftlich akzeptiertes Dauerthema handelt, wird uns dieser Quatsch wohl noch einige Zeit besch&#228;ftigen, zumal zu erwarten ist, dass die Politik in ihrem gemeingef&#228;hrlichen Wahn, gesellschaftliche Sollzust&#228;nde definieren und herstellen zu m&#252;ssen, ihn an allen unm&#246;glichen Stellen in Gesetzesform gie&#223;en wird. J&#252;ngstes Beispiel: die Gr&#252;nen in Baden-W&#252;rttemberg. Offenbar ist man dort, seitdem man den Ministerpr&#228;sidenten stellen darf, der &#220;berzeugung, sozusagen &#252;ber das Administrator-Passwort des Landes zu verf&#252;gen und daher an beliebigen Stellen &#8220;konfigurieren&#8221; zu d&#252;rfen und zu m&#252;ssen. W&#228;hrend Kretschmann den volksnahen Oberb&#252;rgermeister gibt, machen sich seine Parteifreunde, von der SPD wohlwollend begleitet, an die ideologische Umgestaltung von oben.&nbsp;</p>
<p>Konkret: Kommunalwahllisten sollen <a href="http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=9726098/7jbl7e/index.html">zur H&#228;lfte von Frauen</a> besetzt sein.&nbsp;</p>
<p><span id="more-6644"></span>
<p>Diese Idee ist schlicht undemokratischer Humbug. Undemokratisch, weil der Staat von oben in die innerparteiliche Willensbildung eingreifen soll.&nbsp;</p>
<blockquote><p>Sitzmann will per Erlass kontrollieren, dass die Parteien ernsthaft nach Frauen gesucht haben, die sich aufstellen lassen wollen. Wenn sich eine Partei nicht an die Vorgaben h&#228;lt, soll sie von den Wahlen ausgeschlossen werden.</p></blockquote>
<p>&#8220;Ernsthaft&#8221; sollen sie sich bem&#252;hen, die Parteien. Wer definiert, was &#8220;ernsthaft&#8221; ist? Der obrigkeitlichen Willk&#252;r sind damit T&#252;r und Tor ge&#246;ffnet. &nbsp;Ein sch&#246;neres Instrument, missliebige Parteien von Wahlen auszuschlie&#223;en, l&#228;sst sich kaum noch vorstellen. Angeblich sollen sich ja sogar Juristen gefunden haben, die das f&#252;r vereinbar mit der Verfassung halten. Wenn dem so w&#228;re, dann m&#252;ssten wir die Verfassung neu bewerten und ihre Inhalte neu lehren. Auch hier sehen wir wieder das &#8220;Kristall-Prinzip&#8221; am Werk: Dass sich die Anteile von Frauen und M&#228;nnern auf Parteien unterschiedlich verteilen, ist im Gesellschafts-Prokrustes-Bett der Gr&#252;nen nicht vorgesehen und darf sich daher auch nicht in den Wahllisten ausdr&#252;cken. Um das Ziel in den gr&#246;&#223;eren Einheiten zu verwirklichen, m&#252;ssen alle kleineren Einheiten zu getreuen Abbildern des Ideals werden. Dass Leute, die ein derartiges Gesellschafts-Mikromanagement betreiben wollen, nicht aus ihren &#196;mtern gejagt werden, zeugt davon, wie geduldig der deutsche Michel noch immer die schlimmsten Experimente seiner Obrigkeit zu ertragen bereit ist.</p>
<p>Humbug ist die Idee, weil es ja nicht gerade so aussieht, dass sich auf kommunaler Ebene die Kandidaten nur so stapeln. Im Gegenteil, in den meisten Parteien ist man froh &#252;ber alle, die sich zur Wahl stellen. Und da, wo fast nur M&#228;nner zur Verf&#252;gung stehen, werden schon jetzt verzweifelte Versuche unternommen, Frauen zur Kandidatur zu bewegen, sei es aus innerer &#220;berzeugung, sei es aus reinen Marketing-Gr&#252;nden. In Baden-W&#252;rttemberg kommt hinzu, dass dort kumuliert und panaschiert werden kann, d.h. die Aufstellung der Wahlliste entscheidet eben nicht dar&#252;ber, wer tats&#228;chlich in die Kommunalparlamente einzieht. Der n&#228;chste konsequente Schritt, wenn man schon die Demokratie zugunsten der Quote in den Parteien ausschlie&#223;t, sie auch bei den Wahlen selbst einzuschr&#228;nken: Man muss kein Prophet sein, um die n&#228;chste Forderung vorherzusagen, n&#228;mlich die nach einer h&#228;lftigen Zusammensetzung der Parlamente.&nbsp;</p>
<p>Und die Gr&#252;nen pr&#252;fen dann, ob die W&#228;hler sich auch ernsthaft bem&#252;ht haben.</p>
<p>P.S.: Ganz clever mal wieder die <a href="http://vorstand.piratenpartei.de/2012/05/15/piratenpartei-zur-thematik-von-quoten/">Piraten</a>: Quote woanders ja, aber nicht bei uns. Von wegen &#8220;andere Politik&#8221;: Das <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Sankt-Florian-Prinzip">St.-Florians-Prinzip</a> geh&#246;rt nun wirklich zu den uralten politischen Mustern.</p>
<p></p>
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		<title>Was zur NRW-Wahl</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 15:59:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt zwei politische Konstanten, die in diesem Land fast immer und regelm&#228;&#223;ig gelten. 1. Ohne bundespolitischen Grund wird keine Landesregierung abgew&#228;hlt, die bei der letzten Wahl erst an die &#8220;Macht&#8221; gekommen ist. 2. Ein Spitzenkandidat, der sich nicht mit Haut und Haar der Landespolitik verschreibt, wird nicht gew&#228;hlt (gro&#223;e Ausnahme in Ausnahmeland: Weizs&#228;cker in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt zwei politische Konstanten, die in diesem Land fast immer und regelm&#228;&#223;ig gelten.</p>
<p>1. Ohne bundespolitischen Grund wird keine Landesregierung abgew&#228;hlt, die bei der letzten Wahl erst an die &#8220;Macht&#8221; gekommen ist.</p>
<p>2. Ein Spitzenkandidat, der sich nicht mit Haut und Haar der Landespolitik verschreibt, wird nicht gew&#228;hlt (gro&#223;e Ausnahme in Ausnahmeland: Weizs&#228;cker in Berlin).</p>
<p>Und Bastiat hat eben doch Recht:&nbsp;</p>
<blockquote><p>L&#8217;État, c&#8217;est la grande fiction à travers laquelle tout le monde s&#8217;efforce de vivre aux dépens de tout le monde.<br /><i>Der Staat ist die gro&#223;e Fiktion, nach der sich Jedermann bem&#252;ht, auf Kosten Jedermanns zu leben.</i></p></blockquote>
<p>Anders ist es kaum zu erkl&#228;ren, warum die Mehrheit derer, die &#252;berhaupt noch die M&#252;he auf sich genommen haben, zur Wahl zu schreiten, eine Landesregierung gew&#228;hlt haben, die sich vor allem durch ihren Willen zu noch mehr Schulden auszeichnete.</p>
<p>Insofern war das Ergebnis der NRW-Wahl absehbar. Es kamen aber noch zwei Besonderheiten hinzu:</p>
<p>1. Die CDU wird inhaltlich kaum noch als Gegenspieler der SPD wahrgenommen. Der Spitzenkandidat der FDP in Nordrhein-Westfalen, Christian Lindner, zog daraus die Konsequenz, mit Forderungen in den Wahlkampf zu ziehen, die f&#252;r entt&#228;uschte CDU-W&#228;hler attraktiv sein k&#246;nnten. Die vorher nicht erwarteten 8% der FDP und das Debakel der CDU sind Seiten derselben Medaille.&nbsp;</p>
<p>2. Die &#8220;Piraten&#8221; haben die &#8220;Linke&#8221; als Protestpartei im Westen abgel&#246;st.</p>
<p>Damit w&#228;re das Wahlergebnis weitgehend erkl&#228;rt. Was die Medien draus machen werden, ist eine andere Sache. Dort gibt es offensichtlich ein nicht uneigenn&#252;tziges Interesse an etwas mehr Action, das heute z.B. ZDF-Chefredakteur Frey mit einer unverhohlenen Aufforderung an Merkel untermauerte, Neuwahlen anzusetzen. Aber nicht vergessen: Es sind dieselben Medien, die uns immer wieder einredeten, mit dem &#8220;Nein&#8221; der FDP zum Haushalt der rot-gr&#252;nen Landesregierung sei das Ende der Partei besiegelt. Auf das Urteil von Qualit&#228;tsjournalisten kann man etwas geben. Man kann aber auch mit mindestens ebenso gutem Ergebnis einfach w&#252;rfeln.</p>
<p></p>
<p></p>
<p></p>
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		<title>Ausflug in die Unpolitik: Was zur Ampel</title>
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		<pubDate>Thu, 10 May 2012 12:28:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum erweisen sich die erhofften Nachrichten vom Tod der FDP als m&#246;glicherweise etwas verfr&#252;ht, wird sie wieder zum Objekt spekulativer Spielereien. Wir pr&#228;sentieren aus dem Gruselkabinett der Unpolitik: Die Ampel-Koalition. SPON, das inoffizielle Organ von Rot-Gr&#252;n in Deutschland, zieht dazu wieder mal alle Register. Man kann das Ganze, das Politik zu nichts anderem als zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum erweisen sich die erhofften Nachrichten vom Tod der FDP als m&#246;glicherweise etwas verfr&#252;ht, wird sie wieder zum Objekt spekulativer Spielereien. Wir pr&#228;sentieren aus dem Gruselkabinett der Unpolitik: Die Ampel-Koalition. SPON, das inoffizielle Organ von Rot-Gr&#252;n in Deutschland, zieht dazu wieder mal <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/die-umworbene-fdp-das-ampel-buendnis-als-koalitionsoption-a-832058.html">alle Register</a>. Man kann das Ganze, das Politik zu nichts anderem als zu Machtgeschacher degradiert, auch etwas zynisch als Wahlkampfhilfe f&#252;r die Piraten bezeichnen.</p>
<p>Woher kommt diese Ampel-Leidenschaft? Sie ist eine Folge der Arithmetik. Durch das Auftreten der Piraten fehlen Rot-Gr&#252;n immer &#246;fter die Stimmen zur eigenen Mehrheit. Wenn die SPD noch eine andere Regierungsoption haben will, als Juniorpartner einer &#8220;Gro&#223;en Koalition&#8221; zu sein, muss sie sich nach anderen Kombinationen umschauen. Was also spricht f&#252;r die &#8220;Ampel&#8221;?&nbsp;</p>
<p><span id="more-6637"></span>
<p>SPON meint, die Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und der Fraktionschef Br&#252;derle seinen Koalitionen mit der SPD nicht abgeneigt. Das ist der Schreiber dieser Zeilen auch nicht, aber ein wenig inhaltliche &#220;bereinstimmung sollte da schon sein, doch da die Lage so ist, wie sie ist, mangelt es an diesen &#220;bereinstimmungen an allen Ecken und Kanten. Das wissen die gleich drei Qualit&#228;tsjournalisten, denen dieses Meisterwerk der Unpolitik zu verdanken ist, nat&#252;rlich auch:</p>
<blockquote><p>Zudem braucht die SPD die Liberalen als Feindbild. Die FDP ist die letzte Partei, an der sich die Sozialdemokraten noch richtig reiben k&#246;nnen. In Wahlk&#228;mpfen ist die Abgrenzung zur gelben Konkurrenz eine wichtige Mobilisierungshilfe.</p></blockquote>
<p>So kann man es auch formulieren, was hier und <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-der-hartz-iv-irrtum-a-832393.html">an anderer Stelle</a> immer wieder betont wird: Ohne die FDP mit ihren zaghaft liberalen Ans&#228;tzen w&#228;re die deutsche Parteienlandschaft ein einziger durch und durch sozialdemokratischer Mainstream, und man k&#246;nnte seine Wahlentscheidung danach ausrichten, welches Schuhwerk die Politiker tragen oder wie eigenst&#228;ndig sie ihre Dissertation verfasst haben. &nbsp;Und jetzt wissen wir auch, warum der Tod der FDP zwar als unausweichlich behauptet wurde, man sich aber kaum erkl&#228;ren konnte, dass er dennoch immer wieder geradezu beschworen werden musste: Die Sozis (aller Parteien) brauchten das Feindbild noch.</p>
<p>Die Schw&#228;rmerei &#252;ber die &#8220;guten, alten Zeiten&#8221; der &#8220;sozialliberalen&#8221; Koalition (heutzutage sollte man auf den Begriff &#8220;rot-gelb&#8221; bestehen &#8211; wenn schon, denn schon) f&#252;hrt auch nicht viel weiter. Damals war die FDP tats&#228;chlich nur noch Klientelpartei. Erst Westerwelle hat die FDP thematisch aufgestellt und damit inhaltlich von der Sozialdemokratie abgegrenzt. Bestand das &#8220;Liberale&#8221; zu Genschers Zeiten noch darin, sowohl mit SPD als auch CDU koalieren zu k&#246;nnen und zwischen den Giftspritzen Strau&#223; und Schmidt beruhigend in die Kamera zu sprechen, wurde es erst mit Westerwelle inhaltlich aufgeladen. Dass die angebliche Verengung auf das Thema Steuersenkung dabei keine reale, sondern eine medial herbeigedichtete war, haben wir hier schon oft genug klar gestellt. So ein wenig steckt die alte Sehnsucht nach einer FDP, die das von den Protagonisten dieses Wunsches gern verbreitete Bild einer Klientelpartei tats&#228;chlich ausschlie&#223;lich lebt, in dieser Sehnsucht nach den 70er Jahren. Bei <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/kubicki-lindner-co-die-fdp-scheintot-und-aufgeblasen-1.1350410-2">einigen</a> ist sie sogar so gro&#223;, dass sie vor Entt&#228;uschung &#252;ber eine andere Wirklichkeit mit Verbalinjurien um sich werfen.</p>
<p>So gegen Ende des Artikels erfahren wir dann zum ersten Mal, dass in der Ampelkoalition noch eine andere Partei beteiligt werden m&#252;sste: die Gr&#252;nen. Fast hatten wir die ehemaligen Shooting-Stars des deutschen Politikbetriebs schon vergessen. Was haben sie das Hoch dieser Partei nach Fukushima und den Stuttgart-21-Protesten zum soziologisch unausweichlichen Dauerzustand erkl&#228;rt, unsere &#252;blichen verd&#228;chtigen Experten. Die Gr&#252;nen waren Volkspartei &#8211; aber nur kurze Zeit, bis die Piraten kamen. Will sagen: Traue keiner Parteiprognose, die &#252;ber ein halbes Jahr hinaus geht. Aber genug gel&#228;stert, hier kommt n&#228;mlich selbst in der Logik der Unpolitik die Crux dieser Ampel-Spielchen: Es sind drei Parteien. Und die bisherigen Erfahrungen mit Drei-Parteien-B&#252;ndnissen in Deutschland, unter anderem eben auch Ampelkoalitionen, sind nun einmal alles andere als eine Erfolgsgeschichte, ob in Bremen oder im Saarland. Und dass SLS oder Br&#252;derle mit den Genossen k&#246;nnen, hei&#223;t noch lange nicht, dass es mit den gr&#252;nen Maternalisten dazu auch klappen w&#252;rde. Die SPD muss also schon ziemlich verzweifelt sein, um solche &#220;berlegungen anzustellen.</p>
<p>Dabei br&#228;uchte sie es gar nicht. Wie der Parteivorsitzende und intellektuelle Kopf der SPD, Sigmar Gabriel, <a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-05/gabriel-fdp-piraten">richtig feststellte</a>, stehen die Piraten doch sehr gerne bereit. Die wollen noch nicht einmal mitregieren, sondern w&#252;rden einfach, wie z.B. in Schleswig-Holstein und im Saarland angek&#252;ndigt bzw. bereits praktiziert, Regierungen mit SPD-Beteiligung wohlwollend begleiten. Dass Gabriel f&#252;r diese Erkenntnis auf einen &#228;u&#223;erst abstrusen Liberalismus-Begriff zur&#252;ckgreift, zeugt wohl eher von seiner Verwunderung, dass ihm die Sache so leicht gemacht wird.&nbsp;</p>
<p>Unpolitik mag f&#252;r viele Leute ein spannendes Thema sein. Sie ist so sch&#246;n soapig, und der Verzicht auf Komplizierung durch Inhalte wirkt f&#252;r viele attraktiv. Allerdings sind es zum Gl&#252;ck doch noch meist die Inhalte, die &#252;ber die Tragf&#228;higkeit von B&#252;ndnissen entscheiden. Vielleicht sollte man angesichts der Realit&#228;t der aktuellen Koalition im Bund hinzuf&#252;gen: nicht die Inhalte eines schwammigen Koalitionsvertrags, sondern die in der Regierungspraxis umgesetzten.</p>
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		<title>Was &#252;ber Grundrechte</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 19:00:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Einem chinesischen Dissidenten, der ein Spottlied auf die kommunistische Partei Chinas komponiert hatte, gelang k&#252;rzlich die Flucht nach Deutschland. Hier wurde er f&#252;r sein Engagement vielfach ausgezeichnet, einen Preis empfing er sogar aus den H&#228;nden der Bundeskanzlerin. Der Fl&#252;chtling muss weiter unter Polizeischutz leben, da ihm chinesische Killerkommandos nach dem Leben trachten. Als k&#252;rzlich in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einem chinesischen Dissidenten, der ein Spottlied auf die kommunistische Partei Chinas komponiert hatte, gelang k&#252;rzlich die Flucht nach Deutschland. Hier wurde er f&#252;r sein Engagement vielfach ausgezeichnet, einen Preis empfing er sogar aus den H&#228;nden der Bundeskanzlerin. Der Fl&#252;chtling muss weiter unter Polizeischutz leben, da ihm chinesische Killerkommandos nach dem Leben trachten. Als k&#252;rzlich in Deutschland lebende oppositionelle Chinesen in Berlin vor der Botschaft der Volksrepublik China erneut das bekannte Spottlied anstimmten, wurden sie und die sie begleitende Politei pl&#246;tzlich mit Messern und Steinen attackiert, und zwar durch eine vom Botschaftsgel&#228;nde aus operierende Gruppe. Es gab Verletzte.&nbsp;</p>
<p>Als Konsequenz verbot der Berliner Innensenator das provozierende Spottlied.</p>
<p>Absurd, denken Sie? Ja. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Zum einen muss der Schreiber dieser Zeilen leider gestehen: Diese Geschichte ist frei erfunden. Zum anderen ist aber das hier geschehen:&nbsp;<a href="http://www.welt.de/newsticker/news3/article106267701/Pro-NRW-Kundgebung-fuehrt-in-Bonn-zu-Explosion-der-Gewalt.html">Pro-NRW-Kundgebung f&#252;hrt in Bonn zu &#8220;Explosion der Gewalt&#8221;</a></p>
<p>Auch wenn einige Medien sich reichlich M&#252;he geben, die geistige &#196;quidistanz gegen&#252;ber der des Handelns in den Vordergrund zu r&#252;cken, siehe z.B.</p>
<p>
<h2 itemprop="headline">					<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/pro-nrw-und-salafisten-liefern-sich-privatkrieg-vor-der-landtagswahl-a-831824.html" style="font-weight: normal; font-size: medium; "><span class="spArticleTopicLine" style="font-weight: normal; font-size: medium; ">Pro-NRW vs. Salafisten </span><span class="spArticleHeadLine" style="font-weight: normal; font-size: medium; ">Krieg der Extremisten</span></a><br /><span class="Apple-style-span" style="font-size: 32px; font-weight: normal; "><a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article106264638/Dutzende-Polizisten-verletzt-ueber-100-Festnahmen.html"><font class="Apple-style-span" size="3">Pro NRW vs. Salafisten:&nbsp;</font><span class="Apple-style-span" style="font-size: medium; ">Dutzende Polizisten verletzt, &#252;ber 100 Festnahmen</span></a></span><span class="titletext"><font class="Apple-style-span" size="3" style="font-weight: normal; "><a target="_blank" class="usg-AFQjCNE8r7LlzrKZr4-m_jppONDO2IFuCA  did-44419ffa6751cba4 article" href="http://www.focus.de/politik/deutschland/extremismus-kraft-druck-auf-pro-nrw-und-salafisten-maximal-erhoehen_aid_748575.html" id="MAA4AEgHUABgAWoCZGU">“</a><br /></font></span><a target="_blank" class="usg-AFQjCNE8r7LlzrKZr4-m_jppONDO2IFuCA  did-44419ffa6751cba4 article" href="http://www.focus.de/politik/deutschland/extremismus-kraft-druck-auf-pro-nrw-und-salafisten-maximal-erhoehen_aid_748575.html" id="MAA4AEgHUABgAWoCZGU"><span class="titletext" style="font-weight: normal;"><font class="Apple-style-span" size="3">Extremismus: Kraft: Druck auf Pro NRW und Salafisten „maximal erh&#246;hen“</font></span></a></h2>
<p>so steht doch fest, dass die einen Karikaturen gezeigt haben, woraufhin sich die anderen zu z.T. lebensgef&#228;hrlicher k&#246;rperlicher Gewalt veranlasst sahen.
<p>Und das mit der Meinungsfreiheit ist nunmal so&#8217;n Ding. Die gilt n&#228;mlich nicht nur f&#252;r die Typen, von denen die Mehrheit meint, dass sie ruhig mal ihre Meinung &#228;u&#223;ern d&#252;rfen sollen. F&#252;r die braucht es das Grundrecht gar nicht, denn die kommen eh zu Wort. Wichtig ist Artikel 5 des Grundgesetzes vor allem f&#252;r diejenigen, denen von entschlossenen Mehrheiten im Brustton jeglicher, vor allem aber moralischer &#220;berlegenheit, verdeutlicht wird, dass man ihnen &#8220;kein Podium bieten&#8221; d&#252;rfe. Auch wenn Bundestagsvizepr&#228;sidenten diesen Mist mitmachen: Im Namen einer &#252;berw&#228;ltigenden Mehrheit einer kleinen Schar das Recht auf Demonstrationsfreiheit zu versagen, ist kein &#8220;ziviler Ungehorsam&#8221;, sondern Unterdr&#252;ckung von Minderheiten. Man kann in einem demokratischen Rechtsstaat auf so etwas nur dann stolz sein, &nbsp;wenn man sein Wesen nicht begriffen hat und insgeheim ein anderes Regime anstrebt.</p>
<p>Also: Man muss &#8220;Pro NRW&#8221; nicht m&#246;gen. Der Schreiber dieser Zeilen tut dies auch nicht. Aber er findet es seltsam, wenn Innenminister den Einsatz von Gewalt belohnen wollen. H&#228;tten denn die deutschen Katholiken die zahlreichen papstkritischen Plakate verhindern k&#246;nnen, wenn sie nur gewaltbereit genug gewesen w&#228;ren? Wer wirklich f&#252;r Meinungsfreiheit ist, also nicht nur f&#252;r seine eigene, der muss damit rechnen, dass sie auch von Typen in Anspruch genommen wird, die man beschissen findet und die einen an der Waffel haben. Ja, es ist o.k., dass Salafisten Korane verteilen. Es ist auch o.k., dass rechtsextreme Parteien Karikaturen f&#252;r ihre Propaganda verwenden. Der Staat hat daf&#252;r zu sorgen, dass das, was grundgesetzlich verbrieft ist, auch ausge&#252;bt werden kann. Wenn er sich aber zum Handlanger der Feinde der Meinungsfreiheit macht, delegitimiert er sich und die Basis, auf der er vorgibt zu stehen.</p>
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		<title>Gewalt wirkt &#8211; aber noch nicht vor Gericht</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Apr 2012 20:03:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die allzeit Beleidigten haben k&#252;rzlich einen wichtigen Sieg errungen: Der deutsche Staat in Form des SPD-Innenministers von NRW, Ralf J&#228;ger, ist vor ihnen in die Knie gegangen. J&#228;ger wollte das Vorhaben der rechtspopulistischen bis rechtsextremistischen Partei &#8220;Pro NRW&#8221; verbieten, &#246;ffentlich die Mohammed-Karikaturen zu zeigen, die nicht nur zu allzeit bereiter muslimischer Emp&#246;rung gef&#252;hrt haben, sondern [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die allzeit Beleidigten haben k&#252;rzlich einen wichtigen Sieg errungen: Der deutsche Staat in Form des SPD-Innenministers von NRW, Ralf J&#228;ger, ist vor ihnen in die Knie gegangen. J&#228;ger wollte das Vorhaben der rechtspopulistischen bis rechtsextremistischen Partei &#8220;Pro NRW&#8221; verbieten, &#246;ffentlich die Mohammed-Karikaturen zu zeigen, die nicht nur zu allzeit bereiter muslimischer Emp&#246;rung gef&#252;hrt haben, sondern auch ganz konkret und unmittelbar zu Mordversuchen Anlass gaben.</p>
<p>Begr&#252;ndung des Verbots:&nbsp;</p>
<blockquote><p>F&#252;r deutsche Einrichtungen und B&#252;rger im Ausland w&#252;rden durch das provozierende Zeigen der Karikaturen Gefahren bef&#252;rchtet, begr&#252;ndete das Ministerium den Erlass. Innenminister Ralf J&#228;ger (SPD) sagte zudem, die islamfeindliche Aktion heize Vorurteile und Intoleranz an. Die Rechtsextremisten wollten gezielt Muslime provozieren.</p></blockquote>
<p>Die offizielle Begr&#252;ndung stellt also allein auf das Verhalten der angeblich provozierten religi&#246;sen Gemeinschaft ab. Ist diese nur gewaltbereit genug, d&#252;rfen keine ihr nicht genehme Karikaturen gezeigt werden. Die Christen machen also offensichtlich etwas falsch. Auch die Aussagen des Innenministers sind interessant: Seit Jahr und Tag m&#252;ssen Religionen und Gl&#228;ubige es sich in Deutschland gefallen lassen, gezielt provoziert zu werden. Zwar gibt es gegenl&#228;ufige Strafrechtsparagrafen, aber diese werden aus guten Gr&#252;nden eher selten in Anspruch genommen. Die entscheidende &#196;nderung und der Grund, warum es jetzt zu einem Verbot kommen sollte, ist die gesteigerte Empfindlichkeit einer speziellen religi&#246;sen Ausrichtung, die sich gerne auch mal in Gewalttaten abzureagieren pflegt. F&#252;r einen Rechtsstaat ist diese Entwicklung fatal. Die Anreize, die er so setzt, w&#252;rden nur noch schwer wieder einzufangen sein.</p>
<p>Zum Gl&#252;ck haben die Gerichte anders, und zwar im Sinn der Meinungsfreiheit entschieden. Und das ist richtig. Wenn eine Religion auf Karikaturen nur mit Gewalt antworten kann, so darf das nicht zum Problem derer werden, die diese Karikaturen gezeichnet oder ver&#246;ffentlicht haben, egal, ob deren Intention moralisch einwandfrei oder verwerflich war. Schlimm genug, dass dieser Staat sich ausgerechnet von Rechtsextremisten den Spiegel vorhalten lassen muss.</p>
<p>[Quelle: <a href="http://www.fr-online.de/politik/wahlkampf-von-pro-nrw-streit-vor-gericht-ueber-islamfeindliche-karikaturen,1472596,15049526.html">Frankfurter Rundschau</a>]</p>
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		<title>Der Unterschied</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 16:26:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Presse / SPON- und taz-Blog]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf SPON wird bejubelt, dass die Piraten sich &#8220;gegen Rechts&#8221; abgegrenzt haben: Dann geht es auf die B&#252;hne, und spontan sollen die rund 1500 Piraten &#252;ber den Antrag abstimmen, der gerade formuliert wurde: &#8220;Der Holocaust ist unbestreitbarer Teil der Geschichte. Ihn unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu leugnen oder zu relativieren, widerspricht den Grunds&#228;tzen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,830388,00.html">SPON</a> wird bejubelt, dass die Piraten sich &#8220;gegen Rechts&#8221; abgegrenzt haben:</p>
<p>
<blockquote>Dann geht es auf die B&#252;hne, und spontan sollen die rund 1500 Piraten &#252;ber den Antrag abstimmen, der gerade formuliert wurde: &#8220;Der Holocaust ist unbestreitbarer Teil der Geschichte. Ihn unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu leugnen oder zu relativieren, widerspricht den Grunds&#228;tzen der Partei&#8221;, hei&#223;t es in dem Beschluss. Er wird angenommen, nahezu einstimmig. Der Parteitag jubelt richtig laut, zum ersten Mal an diesem Tag, es ist ein gel&#246;ster Jubel.</p></blockquote>
<p>An dem Beschluss ist nat&#252;rlich nichts auszusetzen. Parteien m&#252;ssen sich abgrenzen, und da die &#8220;Piraten&#8221; nichts mit Neonazis am Hut haben, brauchen sie auch nicht deren Legenden gutzuhei&#223;en. Allerdings gibt es da aus liberaler Sicht einen kleinen Unterschied, der ebenso nat&#252;rlich von SPON verwischt wird, und anscheinend auch von der angeblich die Meinungsfreiheit verteidigenden Piratenpartei. Der Unterschied macht sich an Personen fest.</p>
<p>Da gibt es zum einen den Herrn Moews, der durch antisemitische Sptr&#252;che auf sich aufmerksam gemacht hat. Und da gibt es den Herrn Schulz, der fordert, die Holocaust-Leugnung straffrei auszugestalten und Hitlers &#8220;Mein Kampf&#8221; der &#214;ffentlichkeit zug&#228;nglich zu machen. Das sind zwei grundverschiedene Positionen, und der Umgang mit ihnen scheidet die Linken von den Liberalen, obwohl beide Gruppen wenig Sympathie mit Nazis haben (sollten). Im einen Fall geht es darum, eine Behauptung aufzustellen und zu verteidigen, im anderen, diese trotz extrem gegens&#228;tzlicher eigener Position als Meinungs&#228;u&#223;erung zuzulassen. F&#252;r Linke ist beides gleich zu bewerten: Wer solche Meinungen zulassen will, muss sie im Grunde auch teilen, weil der Gute sowas auszumerzen hat, wo er es trifft. Liberale halten es da eher mit dem Voltaire zugeschriebenen Satz: &#8220;Ich verachte Ihre Meinung, aber ich g&#228;be mein Leben daf&#252;r, dass Sie sie sagen d&#252;rfen.&#8221;&nbsp;Der Schreiber dieser Zeilen hat das mal mit dem Beitrag &#8220;<a href="http://www.bissige-liberale.net/2006/11/21/projektionsirrtmer/">Projektionsirrt&#252;mer</a>&#8221; zu verdeutlichen versucht. In den USA w&#228;re die Position des Herrn Schulz &#252;brigens Stand der Gesetzgebung.</p>
<p>Anscheinend haben sich die &#8220;Piraten&#8221; nun daf&#252;r entschieden, die linke Position einzunehmen. Das ist legitim. Und tr&#228;gt zur Klarheit bei: &#8220;Transparenz&#8221; gilt auch f&#252;r &#8220;Piraten&#8221; nicht absolut, sondern unterliegt einer Bewertung. Gl&#252;ckwunsch zu dieser Klarstellung. Und danke.</p></p>
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		<title>Ablenkung Betreuungsgeld &#8211; es geht um mehr</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 15:40:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Zettel war diesmal schneller. Nat&#252;rlich eine glatte Leseempfehlung, aber das hier auf diesem Blog zu verk&#252;nden, hie&#223;e wohl, Euros nach Athen zu tragen. Oder so. Aber es geht noch etwas weiter und gr&#252;ndlicher. Wir werden hier Zeuge einer Ideologie, die uns auch an anderen Stellen begegnet. Und die geht so: Gemessen an einem mit Hilfe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://zettelsraum.blogspot.com/2012/04/zettels-meckerecke-gegen-die.html">Zettel</a> war diesmal schneller. Nat&#252;rlich eine glatte Leseempfehlung, aber das hier auf diesem Blog zu verk&#252;nden, hie&#223;e wohl, Euros nach Athen zu tragen. Oder so.</p>
<p>Aber es geht noch etwas weiter und gr&#252;ndlicher. Wir werden hier Zeuge einer Ideologie, die uns auch an anderen Stellen begegnet. Und die geht so: Gemessen an einem mit Hilfe st&#228;ndiger Wiederholung und Unterst&#252;tzung der Medien durchgesetzten gesellschaftlichen Ideal wird die Realit&#228;t in Form der freien Selbstbestimmung der B&#252;rger f&#252;r unzureichend empfunden. Die Art der Abhilfe steht nicht zur Diskussion: Nur staatliche &#8220;Angebote&#8221;, also mit mehr oder weniger Zwang durchgesetzte Ressourcennutzungen k&#246;nnen die L&#246;sung des Problems sein.</p>
<p><span id="more-6621"></span>
<p>&#214;konomisch ist das l&#228;ngst Mainstream, aber auch gesellschaftspolitisch greift dieses Muster. Interessanterweise wird dabei nie hinterfragt, was oder wer &#8220;der Staat&#8221; denn sei, welche Interessen er bedient und ob er &#252;berhaupt in der Lage ist, die ihm unterstellte reibungslose Effizienz sicherzustellen. &nbsp;Der Schreiber dieser Zeilen kann mit dieser Frage seinen Wandel zum Liberalen verdeutlichen: Zuerst brachte ihm an der Uni die Besch&#228;ftigung mit &#8220;Public Choice&#8221; (Downs, Buchanan/Tullock, auch viele deutschsprachige Autoren, als Pionier sogar Schumpeter) die Erkenntnis, dass der Staat kein &#8220;deus ex machina&#8221; sein kann, sondern selbst unter vielen funktionellen Defiziten leidet. Und dann, in einem viel l&#228;ngeren Prozess, angesto&#223;en durch den zuf&#228;lligen Fund von Henry Hazlitts &#8220;Economics&#8221; in der Uni-Bibliothek, f&#252;hrte ihn neben eigenen &#220;berlegungen die Besch&#228;ftigung mit den Werken Frédéric Bastiats und Friedrich August von Hayeks (sp&#228;ter kamen dann nat&#252;rlich noch andere liberale Quellen zum Zug, aber man muss ja erstmal wissen, wo man zu suchen hat) zur &#220;berzeugung, dass dieses Problem grunds&#228;tzlicher Natur sein m&#252;sse, und im Lauf der Meinungsbildung im Internet kam dann noch das Bekenntnis zum &#8220;R&#252;ckenmarksliberalen&#8221; hinzu: Selbst mit weniger Effizienz w&#228;re die Freiheit der Unfreiheit prinzipiell vorzuziehen.</p>
<p>Und vor dieser Art Frage stehen wir jetzt. Wir wissen, dass in vielen Familien die Eltern leider mit der Erziehung ihrer Kinder &#252;berfordert sind. Dazu z&#228;hlen Familien mit Einwanderungshintergrund, deren Kinder oft weder Deutsch noch ihre (im wahrsten Sinn des Wortes) Muttersprache beherrschen, aber auch viele &#8220;autochthone&#8221; Familien, vor allem am Rand der Gesellschaft. Wenn wir nun Kinder vor allem unter dem Gesichtspunkt des Funktionierens in unserer Gesellschaft betrachten, spricht vieles nicht nur f&#252;r die Kita-Pflicht, die offen zu fordern jetzt als angemessen erscheint. Sondern dann gilt es auch, wirklich konsequent zu sein.</p>
<blockquote><p>Die Bildung beginne ab dem zweiten Lebensmonat, dies habe die Hirnforschung festgestellt.</p></blockquote>
<p>So <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/betreuungsgeld-debatte-hannelore-kraft-alle-kinder-muessen-in-die-kita-11733952.html">zitiert</a> die FAZ den SPD-Arbeits- und Sozialminister von Sachsen-Anhalt, der vordergr&#252;ndig nat&#252;rlich erst nur f&#252;r das verpflichtende &#8220;letzte Jahr vor der Schule&#8221; pl&#228;diert, allerdings d&#252;rften es auch zwei Jahre mehr sein. Und bei seinem Wissensstand eben noch mehr. Der notorische SPD-B&#252;rgermeister von Neuk&#246;lln, Buschkowsky, hat derweilen l&#228;ngst politisch unkorrekten <a href="http://www.tagesspiegel.de/berlin/kitapflicht-fuer-einjaehrige-heinz-buschkowsky-wir-verschliessen-die-augen/1918358.html">Klartext</a> gesprochen: Schon ab dem 1. Lebensjahr sollen die Kinder dem Staat geh&#246;ren. Wir k&#246;nnen also mit berechtigter Zuversicht davon ausgehen, dass auch die Stimmen, die davon profitieren, dass mit &#8220;Kita&#8221; Betreuungsangebote gemeint sind, die erst sp&#228;ter einsetzen, letztlich auf dieses Ziel hin arbeiten. Nat&#252;rlich nur im Sinn des Gemeinwohls.&nbsp;</p>
<p>Vorbeugend sei erw&#228;hnt, dass auch schon Einfl&#252;sse in den ersten Lebensmonaten pr&#228;gend sein k&#246;nnen und dazu geeignet sind, Unterschiede zu manifestieren. Wer also die absolute Chancengleichheit bef&#252;rwortet, sollte den Beamten gleich mal in den Krei&#223;saal stellen, um den Neugeborenen &nbsp;fr&#252;hstm&#246;glich die angeblich ideale staatliche F&#252;rsorge angedeihen zu lassen. Es ist allerdings zu bef&#252;rchten, dass dann die genetischen Unterschiede sichtbarer werden.&nbsp;Aber keine Sorge: Der gesellschaftliche Fortschritt wird dann auch eine Neubewertung der Gentechnik erfordern.</p>
<p>&#220;brigens w&#228;re dies mal eine gute Gelegenheit, den Unterschied zwischen liberaler &#220;berzeugung und einem Denken im Dienst dessen zu erkl&#228;ren, was land&#228;ufig als &#8220;die Wirtschaft&#8221; bezeichnet wird. Denn aus Arbeitgebersicht ist es nat&#252;rlich keine Frage, dass alles gef&#246;rdert werden muss, was die Erwerbsbeteiligung erh&#246;ht. M&#252;tter oder V&#228;ter, die zur Betreuung ihrer Kinder einige Jahre aus dem Job ausscheiden, sind dort nicht gerne gesehen. Wir brauchen uns also nicht lange zu fragen, wie z.B. ein Herr Hundt zu einer Kita-Pflicht stehen w&#252;rde (vorausgesetzt nat&#252;rlich, das Ganze wird nicht &#252;ber die K&#246;rperschaftsteuer finanziert). Dass man diesem Ansinnen aber als Liberaler zustimmen kann, h&#228;lt der Schreiber dieser Zeilen f&#252;r unm&#246;glich.</p>
<p>Wenn Liberale gegen das Betreuungsgeld wettern, fragt er sich allerdings immer, ob sie auch merken, auf welchem Zug sie da eigentlich mitfahren.</p>
<p></p>
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		<item>
		<title>Was zum Urheberrecht</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 13:29:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Sicht dieses Autors zur Urheberrechtsdebatte fast ganz gut dieser Artikel aus der FAZ zusammen: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/urheberrechtsdebatte-in-der-piratenpartei-wenn-kunst-und-kommerz-sich-kuessen-11733900.html Kurz gesagt: Man gebe dem Sch&#246;pfer geistiger Werke, was des Urhebers ist. Und wenn dieser mit anderen Vertr&#228;ge abschlie&#223;t, so sind sie zu respektieren. Aber wichtig ist vor allem ein anderer Punkt: Wenn das Kaufhaus die Ladendiebe nicht dingfest [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[</p>
<div style="text-align: left; ">Die Sicht dieses Autors zur Urheberrechtsdebatte fast ganz gut dieser Artikel aus der FAZ zusammen:</div>
<div style="text-align: left; "><a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/urheberrechtsdebatte-in-der-piratenpartei-wenn-kunst-und-kommerz-sich-kuessen-11733900.html">http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/urheberrechtsdebatte-in-der-piratenpartei-wenn-kunst-und-kommerz-sich-kuessen-11733900.html</a></div>
</p>
<div style="text-align: left;">Kurz gesagt: Man gebe dem Sch&#246;pfer geistiger Werke, was des Urhebers ist. Und wenn dieser mit anderen Vertr&#228;ge abschlie&#223;t, so sind sie zu respektieren. Aber wichtig ist vor allem ein anderer Punkt:</div>
<blockquote><p>Wenn das Kaufhaus die Ladendiebe nicht dingfest kriegt, muss es bessere Detektive einstellen.</p></blockquote>
<p>
<div style="text-align: left;">Und eben nicht den Staat dazu auffordern, alle Personen erkennungsdienstlichen Ma&#223;nahmen zu unterziehen, die an seinem Eingang vorbeigehen. Die eine Sache ist das Recht des Urhebers bzw. der von ihm vertraglich dazu erm&#228;chtigten Vertreter, Verletzungen ihres Eigentumstitels verfolgt zu sehen. Die andere aber ist das Recht des B&#252;rgers auf Achtung seiner Privatsph&#228;re. Zwischen beiden Rechten gilt es, eine Abw&#228;gung vorzunehmen. Und man wird dem Schreiber dieser Zeilen nicht begreiflich machen k&#246;nnen, warum in die B&#252;rgerrechte verdachtsunabh&#228;ngig eingegriffen k&#246;nnen werden soll[1].&nbsp;</div>
</p>
<div style="text-align: left;"></div>
<p>
<div style="text-align: left;">Es gilt daher aus liberaler Sicht vor allem, solche &#220;bergriffe zu verhindern. Auch die Netzsperren wurden zwar mit dem Argument der Bek&#228;mpfung der Kinderpornographie begr&#252;ndet, h&#228;tten aber nach einer kleinen Schamfrist vor allem den Verwertungsgesellschaften in ihrem vergeblichen Bem&#252;hen genutzt, die Uhr der Technik zur&#252;ckzudrehen. Die Welt des konsumfertigen Angebots an geistigen Werken wie Musik, Film oder Buch wird sich daher ver&#228;ndern m&#252;ssen. Der B&#252;rger soll weiterhin die Freiheit haben, sich im Netz zu tummeln, ohne das Auge des Staates permanent &#252;ber ihm wachen zu sehen. Aber wenn er diese Freiheit nicht verantwortungsvoll nutzt, wird das unweigerlich zu einer Verringerung, vielleicht sogar zu einer Verarmung (eh subjektiv), des uns bekannten Angebots an diesen Werken f&#252;hren.&nbsp;</div>
<div style="text-align: left;">
</div>
<div style="text-align: left;">F&#252;r einige wird sich nicht viel ver&#228;ndern. Jazzfans bevorzugen sowieso das Live-Erlebnis, unbekannte Musiker haben sowieso keine Einnahmen aus Rechteverwertung, und in Clubs und Discos wird weiter gezahlt werden. Und wer sowieso nur das gerade Gehypete h&#246;rt, wird vielleicht gar nicht merken, dass die Konkurrenz auf dem Weg dahin immer mehr abnimmt. Filme k&#246;nnten davon profitieren, dass das Erlebnis &#8220;Kino&#8221; sich nicht im Betrachten des jeweiligen Werks ersch&#246;pft. Aber sp&#228;testens bei B&#252;chern wird es kritisch. Dort werden die Profis mehr und mehr von den Selbstdarstellern verdr&#228;ngt werden, und das Angebot insgesamt wird voraussehbar abnehmen, quantitativ und qualitativ. Aufhalten l&#228;sst sich das nicht. Bedauern hilft auch nichts. Die Alternativen w&#228;ren noch &#252;bler.</div>
</p>
<div style="text-align: left;">
</div>
<div style="text-align: left;">Technik muss das Leben nicht verbessern. Akzeptiert es.</div></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Eine Simulation wird real</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Apr 2012 09:42:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Steckenpferde der Autoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Ab und zu wurde es bereits erw&#228;hnt: Die Betreiber von B.L.O.G. haben sich bei der Politiksimulation &#8220;democracy online today&#8221; (dol2day) kennengelernt. Dabei handelt es sich um eine &#8220;Politik-Community&#8221; mit Elementen, die zu beschreiben sich mal lohnt. Jedes neue Mitglied landet zun&#228;chst im &#8220;Volk&#8221;. Es kann Mitglied verschiedener virtueller Parteien oder Initiativen werden. Eine allgemeine Diskussion [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ab und zu wurde es bereits erw&#228;hnt: Die Betreiber von B.L.O.G. haben sich bei der Politiksimulation &#8220;democracy online today&#8221; (<a href="http://www.dol2day.com/">dol2day</a>) kennengelernt. Dabei handelt es sich um eine &#8220;Politik-Community&#8221; mit Elementen, die zu beschreiben sich mal lohnt.</p>
<p>Jedes neue Mitglied landet zun&#228;chst im &#8220;Volk&#8221;. Es kann Mitglied verschiedener virtueller Parteien oder Initiativen werden. Eine allgemeine Diskussion findet auf verschiedenen Plattformen statt, z.B. in Foren der sog. &#8220;Internetregierung&#8221; oder anl&#228;sslich von Umfragen, die jedes Mitglied starten kann. Die Umfragen haben eine Abstimmungsfunktion und einen Diskussionsteil. Parteien und Initiativen verf&#252;gen &#252;ber eigene, je nach Wunsch offene oder geschlossene Foren.&nbsp;</p>
<p><span id="more-6613"></span>
<p>Die Mitglieder von dol2day w&#228;hlen regelm&#228;&#223;ig einen sog. &#8220;Internet-Kanzler&#8221;. Dieser Kanzler stellt nach seiner Wahl eine &#8220;Regierung&#8221; seiner Wahl zusammen. Seine Befugnisse erstrecken sich im Grunde auf &#8211; nichts. Traditionell wird der Job des Kanzlers bei dol2day so verstanden, dass er &#196;nderungen an der Plattform vorantreiben und die &#214;ffentlichkeitsarbeit verbessern soll. Die Entscheidungen aber fallen anders: Hat der Kanzler (bzw. seine Regierung) einen Vorschlag formuliert, muss dieser erst &#252;ber eine Art &#8220;Volksabstimmung&#8221;, das sog. &#8220;Doliszit&#8221;, angenommen werden. Vieles scheiterte aber daran, dass trotz der Annahme des Vorschlags die Betreiber der Plattform (und deren Helfer) als &#8220;Redaktion&#8221; oder auch &#8220;Redax&#8221; das letzte Wort hatten, denn schlie&#223;lich lag es auch an ihnen, die Vorschl&#228;ge programmtechnisch (PHP) umzusetzen. Und nach ein paar Monaten wurde dann wieder ein &#8220;Kanzler&#8221; gew&#228;hlt. Wiederwahlen waren &#228;u&#223;erst selten, meist schon aus dem Grund, dass die wenigsten sich das nochmal antun wollten, ansonsten daran, dass sich mal wieder die Mehrheitsverh&#228;ltnisse ge&#228;ndert hatten. &nbsp;Eine Kuriosit&#228;t des &#8220;Wahlkampfes&#8221; und der &#8220;Koalitionen&#8221; bei dol2day besteht darin, dass die Parteien sich &#252;berwiegend nach Offline-Mustern definieren (z.B. Sozialisten, Gr&#252;ne, Liberale, Konservative), auch einen dementsprechenden &#8220;Wahlkampf&#8221; f&#252;r ihren Kandidaten f&#252;hren, dieser aber danach mit der ganzen Offline-Politik nichts mehr am Hut hat und sich nur noch mit Details der Plattform selbst befassen darf.</p>
<p>&#220;ber dol2day g&#228;be es noch viel zu erz&#228;hlen. Lustiges, aber auch wirklich Tragisches. Diese Plattform, die noch Anfang des Jahrtausends vor Aktivit&#228;t strotzte, ist mittlerweile nur noch ein Schatten ihrer selbst. Einen Eindruck kann man aber immer noch gewinnen, wenn man sich dort anmeldet.</p>
<p>Nein, das soll keine Werbung sein. Weder Boche noch Rayson sind bei dol2day noch zu finden. Von einem kurzen Gaststpiel unter leicht ver&#228;nderten Nutzernamen anl&#228;sslich der Selbstaufl&#246;sung &#8220;unserer&#8221; Partei, der PLL, abgesehen, waren wir seit Gr&#252;ndung unserer Blogs nicht mehr dort. Die Nutzung war intensiv, aber endlich. Der Grund, warum der Schreiber dieser Zeilen sich hier so vermeintlich nostalgisch ausl&#228;sst, ist ein anderer: die &#196;hnlichkeit zur Piratenpartei. Man schaue sich die Rolle der Amtsinhaber an, die Entscheidungsmechanismen, die Vielfalt der vertretenen Richtungen, die Diskussionskultur &#8211; der Parallelen sind gar viele. Nat&#252;rlich gibt es auch Unterschiede: dol2day profitiert nicht von Protesthaltungen und tritt politisch nicht nach au&#223;en in Erscheinung. Auch ein der &#8220;Redax&#8221; vergleichbares Gremium gibt es nicht, haupts&#228;chlich aufrgund fehlenden Bedarfs, denn der Charme der neuen Partei besteht ja gerade darin, die eigenen Forderungen nicht in die Realit&#228;t umsetzen zu m&#252;ssen. In der Zukunft w&#228;re es dann vielleicht die Bodenst&#228;ndigkeit einer Volkspartei als gr&#246;&#223;erem Koalitionspartner, die gegen&#252;ber den Piraten als m&#228;&#223;igende &#8220;Redax&#8221; fungiert.&nbsp;</p>
<p>Bisher vermutete dieser Autor immer, seine geistige und emotionale Distanz zur Piratenpartei habe mit seinem Alter zu tun. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass er das Spiel schon durch hat.</p>
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		<title>Schu, you Da Man!</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 16:26:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Steckenpferde der Autoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Keyboarder von Spyro Gyra&#8230;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object width="640" height="360"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Uba4mI1zj-w&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;version=3"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Uba4mI1zj-w&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;version=3" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="640" height="360"></embed></object>
<p>Der Keyboarder von Spyro Gyra&#8230;</p>
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		<title>FDP und Piraten: Ein Missverst&#228;ndnis</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 13:54:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein in der &#214;ffentlichkeit weit verbreitetes Missverst&#228;ndnis ist es, dass es sich bei den &#34;Piraten&#34; um eine liberale Partei und damit insbesondere um eine Konkurrenz zur FDP handele. Wir wissen nicht, wie dieses Ger&#252;cht in die Welt kam, ob es dem Wunschdenken von Gegnern des Liberalismus entsprang, die einen positiv besetzten Begriff endlich mit linken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein in der &#214;ffentlichkeit weit verbreitetes Missverst&#228;ndnis ist es, dass es sich bei den &quot;Piraten&quot; um eine liberale Partei und damit insbesondere um eine Konkurrenz zur FDP handele. Wir wissen nicht, wie dieses Ger&#252;cht in die Welt kam, ob es dem Wunschdenken von Gegnern des Liberalismus entsprang, die einen positiv besetzten Begriff endlich mit linken Inhalten aufgeladen sehen wollten, oder ob ein anderes M&#228;rchen, n&#228;mlich dass die FDP die &quot;B&#252;rgerrechte vernachl&#228;ssigt&quot; habe, dazu beitrug. Als Qualit&#228;tsjournalist liefert man sich ja gerne mal seine eigenen Vorlagen, und wenn man lange Jahre ein umfangreiches FDP-Programm erfolgreich auf eine &#8211; zugegeben prominent platzierte &#8211; einzige Forderung reduziert hat, dann f&#228;ngt man vielleicht auch mal an, das entgegen der Ereignisse in der Realit&#228;t f&#252;r wahr zu halten. Tats&#228;chlich war ja die FDP mit nichts so sehr erfolgreich in dieser Regierung wie mit der Abwehr von Eingriffen in die B&#252;rgerrechte. Qualit&#228;tsjournalisten versuchen dann meist, sich dadurch aus der selbstverschuldeten Misere zu retten, dass man der Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger eine dementsprechend erfolgreiche Arbeit attestiert, schnell aber hinzuf&#252;gt, sie sei damit in der FDP &quot;isoliert&quot;. Als ob ihr Widerstand auch nur einen Pfifferling wert w&#228;re, wenn sie Vorstand und Fraktion nicht hinter sich h&#228;tte. Aber Qualit&#228;tsjournalisten haben eben manchmal &#252;berraschende Einblicke in das Funktionieren unseres politischen Systems, bei denen der ahnungslose Laie nur mit den Ohren schlackern kann (wenn er es denn kann). </p>
<p>Richtig ist, dass es bei den Eingriffen in die b&#252;rgerliche Freiheit, die mit dem Internet zu tun haben, eine Schnittmenge zwischen FDP und &quot;Piraten&quot; gibt. </p>
<p><span id="more-6607"></span>
<p>Aber w&#228;hrend es ja als ausgemacht gilt, dass die FDP nur Klientelpolitik betreibt, scheint es ebenso allgemeine Weisheit zu sein, dass die &quot;Piraten&quot; nur altruistisch im Dienst des Gemeinwohls handeln. Allerdings kann man seltsamerweise so gut wie alle ihre politischen Beschl&#252;sse mit den Bed&#252;rfnissen junger Menschen ohne viel Geld in Einklang bringen, die sich viel im Internet bewegen und ausgiebig von illegalen Downloads urheberrechtlich gesch&#252;tzter Werke Gebrauch machen. Und seltsamerweise scheinen sich die Bed&#252;rfnisse Junger Liberaler davon auch nicht so sehr zu <a href="http://www.ftd.de/politik/deutschland/:parteitag-fdp-ringt-um-strategie-gegen-die-piraten/70026190.html">unterscheiden</a>, mit entsprechenden Auswirkungen auf politische Forderungen: </p>
<blockquote><p>Am einen Ende des Spektrums sind die Jungliberalen, die sich f&#252;r grenzenlose Freiheit im Internet einsetzen. &quot;Wo k&#246;nnte der Raum des Liberalismus gr&#246;&#223;er sein als im Internet&quot;, fragt ein junger Liberaler bei der Abstimmung &#252;ber das FDP-Grundsatzprogramm in Karlsruhe. Das kostenlose Herunterladen von Musik und Videos ist f&#252;r ihn selbstverst&#228;ndlich. </p>
</blockquote>
<p>Der mit TINSTAAFL abgek&#252;rzte Satz (oder meinetwegen TANSTAAFL, ihr Klugschei&#223;er!) &quot;There is (ain&#8217;t) no such thing as a free lunch&quot; muss einigen Jungliberalen wohl noch bekannt gemacht werden. Aber immerhin: Bedingungsloses Grundeinkommen, &quot;fahrscheinloser&quot; (=&quot;kostenloser&quot;=100% steuerfinanzierter) OPNV oder <a href="http://www.wiwo.de/politik/deutschland/undercover-in-der-piratenpartei-mein-leben-als-pirat/6527914.html">restriktive Laden&#246;ffnungszeiten</a> &#8211; bei solchen Themen lassen sich die Unterschiede schon erkennen. </p>
<p>Die meisten Wahlanalysen zeigen denn auch, dass die &quot;Piraten&quot; ihre Stimmen vor allem aus dem linken Spektrum rekrutieren, auch aus dem, das sich bisher nicht an Wahlen beteiligt hat. Zudem scheinen jetzt auch viele &quot;Protestw&#228;hler&quot; zu den &quot;Piraten&quot; zu finden, was kein Wunder ist, denn eine Partei mit weitgehend unvollst&#228;ndigem Programm und gro&#223;en, systemver&#228;ndernden Demokratieversprechen ist gerade f&#252;r diese Klientel besonders attraktiv. Es besteht also kein Grund f&#252;r Liberale, sich an den &quot;Piraten&quot; abzuarbeiten. Um wieder zu nennenswerten Stimmanteilen zu kommen, braucht die FDP keinen neuen Gegner, und sie muss auch den &quot;Piraten&quot; nichts abjagen. Ein klarer Kurs und ein &#252;berzeugendes Personal: Darauf allein kommt es an. </p>
<p>R&#246;slers Vergleich der Partei mit den Piraten von Somalia hat viel Kopfsch&#252;tteln hervorgerufen. Es gibt viele, die ihn f&#252;r missgl&#252;ckt und &#252;berfl&#252;ssig halten. Dazu z&#228;hlt auch der Schreiber dieser Zeilen. Aber andererseits ist die entsprechende und parteitypische Erregtheit dar&#252;ber wiederum auch fehl am Platze. Wer sich so einen Namen gibt, muss mit dummen Spr&#252;chen rechnen. Der CDU wird oft genug ihr &quot;C&quot; um die Ohren gehauen, und der lustigen Abk&#252;rzungen f&#252;r FDP gibt es auch gar viele. Generell gilt: Augen auf bei der Parteinamenswahl. Und wer einen besonders provokativen Namen w&#228;hlt, kommt wirklich &#228;u&#223;erst schlecht r&#252;ber, wenn er sich dann &#252;ber die gelungene Wirkung <a href="https://www.piratenpartei-nrw.de/44636/2012-04-22/pressemitteilung-unsaglicher-piraten-vergleich-zeigt-die-heillose-panik-der-fdp/">beschwert</a>. </p>
<p>Es ist kein Zufall, dass das &quot;Piraten&quot;-Bashing derzeit gerade von links besonders eifrig betrieben wird. Als Aufh&#228;nger nutzt man fragw&#252;rdige Vergangenheiten und &#196;u&#223;erungen einzelner Parteimitglieder, und man macht es sich zunutze, dass eine Partei mit einer solchen &quot;Alles neu macht der Mai&quot;-Attit&#252;de sich den woanders l&#228;ngst einge&#252;bten Distanzierungsritualen zun&#228;chst verweigert. Kurz: Es sind Bem&#252;hungen erkennbar, die &quot;Piraten&quot; zu einer ganz normalen linken Partei zu machen. Und was sonst sollten sie auch werden?</p>
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		<title>Und noch&#8217;n Parteitag&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Apr 2012 13:19:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der letzte FDP-Parteitag liegt gef&#252;hlt gerade mal ein paar Wochen zur&#252;ck, da gab es schon den n&#228;chsten. Diesmal die kurze Variante &#8211; es galt ja auch nur, ein neues Parteiprogramm zu diskutieren. Aber wollen wir nicht unfair sein, jedenfalls jetzt mal nicht: Es gab f&#252;r jedes Parteimitglied M&#246;glichkeiten, schon lange vorher an dem Programm mitzuwirken. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der letzte FDP-Parteitag liegt gef&#252;hlt gerade mal ein paar Wochen zur&#252;ck, da gab es schon den n&#228;chsten. Diesmal die kurze Variante &#8211; es galt ja auch nur, ein neues Parteiprogramm zu diskutieren. Aber wollen wir nicht unfair sein, jedenfalls jetzt mal nicht: Es gab f&#252;r jedes Parteimitglied M&#246;glichkeiten, schon lange vorher an dem Programm mitzuwirken. Auch und vor allem &#252;ber das Internet. Der Schreiber dieser Zeilen hat sich daran nicht beteiligt, aus Gr&#252;nden: Wenn er was zu sagen bzw. meist: zu motzen hat, dann tut er das &#252;ber das Blog, und besondere Lust auf eine neues Programm kann sich bei ihm nicht einstellen, wenn doch das gr&#246;&#223;te Problem der Partei nicht in der fehlenden Formulierung hehrer Ideen und Ziele besteht, sondern in der praktischen Umsetzung als Mitregierungspartei.</p>
<p>&#220;ber einen fr&#252;heren Entwurf des Programms wurde <a href="http://www.bissige-liberale.net/2012/02/14/was-zu-den-freiheitsthesen/">hier</a> schon diskutiert. </p>
<p><span id="more-6604"></span>
<p>Wie das endg&#252;ltige dann aussieht, werden wir bald wissen, aber es spricht viel daf&#252;r, dass die Hauptkritikpunkte dieselben bleiben werden: Zu viel Utilitarismus, zu viel Zeitgeist, zu viel Tagesaktualit&#228;t, zu viele Modebegriffe, zu viel Europagl&#228;ubigkeit, unn&#246;tige Adelung des Wachstumsbegriffs, zu viel Angst vor der eigenen Courage, zu wenig echter Liberalismus. Was aber nicht viel ausmacht: So wichtig sind solche Programme dann nun auch wieder nicht, was wohl auch derjenige eingesehen hat, dem wir das neue Werk zu verdanken haben, n&#228;mlich der ehemalige Generalsekret&#228;r Christian Lindner, denn nach seiner Rede und vor der Diskussion der &#196;nderungsantr&#228;ge verlie&#223; er den Ort des Geschehens, weil er Wichtigeres zu tun hatte. B&#246;se Zungen k&#246;nnten behaupten, die Notwendigkeit des neuen Programms sei wohl eine direkte Folge der Notwendigkeit einer bestimmten Person gewesen, sich zu profilieren, und weil diese dazu jetzt einen anderen Weg fand, h&#228;tte man das Projekt besser in Gremien verfaulen lassen sollen. Also behaupten wir das mal. Nein, so richtig schlimm ist das neue Programm auch nicht. Dieser Autor k&#246;nnte sich problemlos ein besseres vorstellen (man vergleiche mit dem Entwurf des &quot;Liberalen Aufbruchs&quot;), aber mit dem Ding kann man auch leben. </p>
<p><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-04/fdp-programm-karlsruhe">Woanders</a> wird es sogar mal gefeiert, aber ob man diese Stimme so richtig ernst nehmen kann, fragt man sich sofort, nachdem man das Wort &quot;Steuersenkungswahn&quot; lesen durfte, das vermutlich in die meisten Sprachen dieser Welt nicht zu &#252;bersetzen ist, und sp&#228;testens dann, wenn man dort den Ratschlag an die FDP vernimmt, jetzt m&#252;sse auch noch eine &quot;warme Rhetorik&quot; her, so mit viel Herz und Empathie, frei nach einem ber&#252;hmten Stichwortgeber (&quot;Ich liebe doch alle Menschen!&quot;). Union und Opposition in einer Parteitagsrede anzugreifen, sowas d&#252;rfe sich die FDP fortan nicht mehr leisten. Als Ort f&#252;r den n&#228;chsten Parteitag sollte sich die Organisation schon mal nach einer Halle in der N&#228;he eines Walds umsehen, damit die Delegierten zwischendurch mal B&#228;ume umarmen k&#246;nnen&#8230; Also vergessen wir mal das Programm, seine Kritiker und seine Fans.</p>
<p>Kommen wir lieber zu dem, was eh im Mittelpunkt der Berichterstattung steht, n&#228;mlich den Reden, und nat&#252;rlich zur Berichterstattung selbst.</p>
<p>Der Schreiber dieser Zeilen hat die Reden Kubickis und Lindners nicht verfolgt, kann zu ihnen also auch nichts sagen. Bei Kubicki ist das wohl auch nicht so wichtig: Der lebt davon, anders zu sein als die anderen Kinder, und er findet auch viele Wege, das immer wieder deutlich zu machen. Lindner hingegen verdankt einen erheblichen Teil seiner Popularit&#228;t dem geschliffenen Wort, und gemessen an diesem Anspruch, so sagt man jedenfalls, habe er diesmal auf gut fu&#223;ballerisch seine Leistung &quot;nicht abrufen k&#246;nnen&quot;. Die Rede des Parteichefs fand hingegen sehr wohl die Aufmerksamkeit dieses Bloggers. Und ganz ehrlich: Er fand sie nicht so schlecht. Inhaltlich schaffte R&#246;sler es, dem doch etwas aus heiterem Himmel ins Porgramm gefallenen Begriff &quot;Wachstum&quot; wesentliche Inhalte liberaler Politik als Grundlage mitzugeben. Immerhin. Nat&#252;rlich, der liberale N&#246;rgler wird kritisieren m&#252;ssen, dass man dazu den Begriff &quot;Wachstum&quot; nicht brauche, wenn man schon das Ideal der Freiheit als Basis hat, aber gerade in Zeiten der ach so beliebten Wachstumskritik ist sowas als Kontrapunkt mit den von R&#246;sler beschriebenen Inhalten eine Botschaft, die man auch denen vermitteln kann, die keine Vorlesungen &#252;ber die Ideengeschichte des Liberalismus h&#246;ren m&#246;chten. Aber zum Trost f&#252;r prinzipientreue Liberale: Hermann Otto Solms hat die Hervorhebung des Wachstumsbegriffs knapp, aber gekonnt relativiert:</p>
<blockquote><p>Liberal ist, dass sich die FDP zum Wachstum bekennt. Liberal ist dar&#252;ber hinaus, dass der Staat sich nicht anma&#223;en darf, &#252;ber Technologien, Verfahren, Prozesse und Produkte zu entscheiden. Das kann der Markt besser. Fortschritt ist f&#252;r Liberale ein ergebnisoffener Prozess.</p>
</blockquote>
<p>So Solms, so Beifall.</p>
<p>Jedenfalls hat sich dieser Autor entschieden, nicht in den Kampf um Reinheitsgrade des Liberalismus einzusteigen, sondern sich lieber daf&#252;r einzusetzen, dass dieser entgegen der Intention eines Gro&#223;teils der politisch-medialen Klasse weiterhin ein l&#228;stiger Dorn im wuchernden Fleisch der Volksgemeinschaft bleibt. Dass die FDP noch nicht ganz am Ende ist, nervt die. Und es sind beiliebe nicht nur die Linken. Auch unsere konservativen Freunde der staatlichen &#220;berwachung w&#252;nschen sich nichts sehnlicher als eine Gro&#223;e Koalition, wo solche St&#246;renfriede wie die aktuelle Bundesjustizministerin durch staatsgl&#228;ubige Sozis ersetzt werden. Man kann dies z.B. nachlesen bei der FAZ. Nicht etwa bei den &quot;linken Spinnern&quot; (fr&#252;her, zu Bahners&#8217; Zeiten, von dem Blogger hier mal liebevoll gemeint) im Feuilleton, sondern im traditionell konservativen Politikteil. Bitte, <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/fdp-bundesparteitag-im-sinkflug-kurs-halten-11726486.html">hier zum Beispiel</a> zur Rede Br&#252;derles:</p>
<blockquote><p>Dann, am Sonntagmorgen, ist er an der Reihe, st&#252;rmt ans Rednerpult und wirft in der Karlsruher Messehalle eine halbe Stunde lang mit Selbstlob, Stolz und politischen Schunkelliedern um sich. „Wer hat’s gemacht? – Wir ham’s gemacht“, lautet sein Refrain, den Br&#252;derle zehnmal wiederholt und den am Ende die FDP-Delegierten mitsingen. </p>
</blockquote>
<p>F&#252;r den Qualit&#228;tsjournalisten Peter Carstens muss es eine erw&#228;hnenswerte Besonderheit sein, dass auf Parteitagen statt Selbstkritik, Verzweiflung und In-den-Schlaf-wiegen &quot;Selbstlob, Stolz und politische Schunkellieder&quot; angesagt sind. Die anderen Parteien machen das wohl anders. Mal drauf achten demn&#228;chst.</p>
<p>Richtig zur Hochform l&#228;uft Qualit&#228;ts-Carstens aber auf, wenn es darum geht, R&#246;sler zu demontieren. Ob er den Auftrag dazu von ganz oben bekommen hat? Wir nehmen jedenfalls nicht an, dass dort die Umst&#228;nde der Gauck-Wahl mittlerweile vergessen sind&#8230;</p>
<blockquote><p>W&#228;hrend die Mitarbeiter von Br&#252;derle, Niebel oder Leutheusser-Schnarrenberger schon kurz nach der Anreise die strategisch wichtigen Eiscafés rund um das Tagungshotel in Ettlingen besetzen und w&#228;hrend des Parteitages immer und &#252;berall zu finden sind, hat R&#246;sler seinen schl&#228;frigen Regierungssprecher dabei, eine junge Frau aus seinem B&#252;ro sitzt die meiste Zeit mit gl&#228;ubigen Augen in der ersten Reihe, ein anderer Mitarbeiter ist gar nicht zu sehen. Das sagt nicht alles, aber doch ein wenig &#252;ber R&#246;slers Stellung in der Partei. Ein gestrichener Presseabend, ein kalter Parteiabend f&#252;r die Delegierten in einer leblosen Messehalle und seine unecht wirkende Aufreger-Rede bleiben vom R&#246;sler-Parteitag in Erinnerung. „Wer wei&#223;“, sagt ein Delegierter zum Abschied, „vielleicht sieht man sich bald schon wieder &#8230;“</p>
</blockquote>
<p>Der &quot;schl&#228;frige Regierungssprecher&quot;, die &quot;junge Frau aus seinem B&#252;ro mit gl&#228;ubigen Augen&quot; &#8211; so geht Qualit&#228;tsjournalismus heute: Man setzt die Mitarbeiter eines missliebigen Politikers herab, um diesen zu treffen. Aber der gestrichene Presseabend (vor allem wohl die dort gereichten Schnittchen und k&#252;hlen Getr&#228;nke) scheint dem Qualit&#228;tsjournalisten auf den leeren Magen gegangen zu sein: Dann wird der Parteiabend zum &quot;kalten&quot;, die Messehalle zur &quot;leblosen&quot; und die Rede R&#246;slers zur &quot;unechten&quot; (im Gegensatz wohl zu Gabriel und Merkel, die f&#252;r ihre echten, authentischen Reden ber&#252;hmt sind). Fehlt nur noch, dass die Delegierten zu Zombies erkl&#228;rt werden. Obwohl: So ganz hat es diesem Qualit&#228;tsjournalisten nicht gereicht. Er <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/nach-dem-bundesparteitag-die-angst-der-fdp-vor-der-verbannung-11726838.html">legte nach</a>.</p>
<blockquote><p>Je wahrscheinlicher es in den Meinungsumfragen scheint, dass die FDP es in Kiel oder D&#252;sseldorf nicht schafft, desto gr&#246;&#223;er erscheint dem strategisch denkenden W&#228;hler das Risiko, seine Stimme zu verschenken. Dann w&#228;re die FDP nicht nur aus einer Vielzahl der Landtage verschwunden, sondern wom&#246;glich zum ersten Mal in ihrer wechselvollen Nachkriegsgeschichte im Bund aus der aktiven Demokratie verbannt. Vielleicht f&#252;r immer.</p>
</blockquote>
<p>Nicht ganz Zombie, aber vielleicht Bruce Willis in &quot;Sixth Sense&quot;: Sie sind tot, aber wissen es noch nicht. Es ist wirklich erstaunlich, wie felsenfest QUalit&#228;tsjournalisten davon ausgehen, dass nach einigen Wahlniederlagen die FDP komplett unterzugehen habe, in einer Zeit, in der die Gr&#252;nen innerhalb eines Jahres in den Umfragen mal locker den Stimmenanteil verlieren, den die FDP 2009 auf sich vereinigen konnte, und in der innerhalb desselben Zeitraums eine Partei, die nur zu einem Thema eine feste Meinung hat, das die Mehrheit der Menschen gar nicht interessiert oder betrifft, ansonsten aber vor allem dadurch besticht, dass sie alles &quot;ganz anders&quot; machen will, von 1-2% auf &#252;ber 10-15% der Stimmen hochschie&#223;t? Die festen W&#228;hlerbindungen manifestieren fast nur noch in den Sockeln der Volksparteien (zu denen man im Osten die umbenannte SED rechnen muss). Junge Leute und &quot;Postmaterialisten&quot; hingegen w&#228;hlen, wie sie konsumieren: markenbewusst. Das Image der Partei, f&#252;r die man sich entscheidet, soll auf einen selbst abf&#228;rben. Eben waren die Gr&#252;nen hip, aber die Piraten sind jetzt noch &quot;hipper&quot;, deswegen &#228;ndert sich &#8211; schwupps &#8211; die Stimmenpr&#228;ferenz. Man muss einfach mal zur Kenntnis nehmen, dass im Spektrum jenseits der Volksparteien solche Spr&#252;nge jederzeit m&#246;glich sind. Es ist daher unsinnig, dauerhafte H&#246;henfl&#252;ge zu prophezeihen (wie noch vor einem Jahr f&#252;r die Gr&#252;nen). Und es ist genau so unsinnig, abgest&#252;rzte Parteien endg&#252;ltig abzuschreiben. Auch das politische Gesch&#228;ft ist schnelllebiger geworden. Selbst wenn Qualit&#228;tsjournalisten noch mit der Schreibmaschine tippen.</p></p>
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		<title>Wirtschaftsversagen</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Apr 2012 17:02:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Presse / SPON- und taz-Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaftspolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es gibt Fragen, die sind so uralt, dass sie heute ohne Wiedererkennungswert erneut gestellt werden k&#246;nnen, so dass der Autor meint, f&#252;r sich einen originellen Gedanken reklamieren zu k&#246;nnen. Exemplarisch ist das mal wieder bei SPON zu besichtigen. Der notorische Euro-Zentrist Henrik M&#252;ller hat die Wirtschaftsethik f&#252;r sich entdeckt: Jeder Mensch strebe nicht mehr nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt Fragen, die sind so uralt, dass sie heute ohne Wiedererkennungswert erneut gestellt werden k&#246;nnen, so dass der Autor meint, f&#252;r sich einen originellen Gedanken reklamieren zu k&#246;nnen. Exemplarisch ist das mal wieder bei SPON zu besichtigen. Der notorische Euro-Zentrist Henrik M&#252;ller hat die Wirtschaftsethik <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,827853,00.html">f&#252;r sich entdeckt</a>: Jeder Mensch strebe nicht mehr nach dem schn&#246;den Mammon, sondern nur noch nach dem Hehren, Wahren und Guten. Das sei die Lektion aus Finanz- und Schuldenkrisen und ihrem Symptom &quot;Kettenbrief-&#214;konomie&quot;.</p>
<p>Wie so viele Versuche zu diesem Thema, leidet auch dieser darunter, dass er eine gar nicht so schlechte Beschreibung mit einer falschen Analyse und einer fatalen oder (in diesem Fall) unklaren Handlungsempfehlung verkn&#252;pft. Richtig, niedrige Zinsen und billiges Geld befeuern Verm&#246;genswert-Blasen. Sowas sagt einem, wenn nicht die in ihre abstrakten Modelle verliebte Mainstream-&#214;konomie, so doch mindestens schon die Finanzmathematik. Man sollte meinen, eine Analyse h&#228;tte an der erkannten Ursache anzusetzen, also z.B. an den Resultaten unseres &quot;Fiat-Money&quot;-Geldsystems, wenn es in die H&#228;nde der Politik ger&#228;t. Was manche Liberale &#252;brigens als unvermeidbar ansehen.  Aber nein. </p>
<p><span id="more-6595"></span>
<p>Niemand erwartet die Spanische Inquisition, und niemand untersch&#228;tzt die moralphilosophische Tiefe deutscher Journalisten:</p>
<blockquote><p>Fehlgeleitet war diese Wirtschaftsordnung auch, weil h&#228;ufig nicht mehr die Frage im Vordergrund stand, ob eine &#246;konomische Aktivit&#228;t eigentlich irgendwie n&#252;tzlich sei: Machte sie das Leben von Menschen besser? Steigerte sie das Wohlergehen und den Wohlstand? Vielmehr ging es darum, Renditeerwartungen zu erf&#252;llen, die zeitweise exzessiv waren.</p>
</blockquote>
<blockquote><p>Doch eine Wirtschaft, deren prim&#228;res Ziel es ist, eine m&#246;glichst hohe Kapitalverzinsung zu erwirtschaften, l&#228;uft in die Irre. Wer nur kurzfristig die Rendite erh&#246;hen will, kann das tun, indem er beliebig die Kosten k&#252;rzt &#8211; bis das Unternehmen stirbt. Profit und Rendite zu erwirtschaften, kann nur eine Nebenbedingung einer nachhaltigen Wirtschaft sein, kein Selbstzweck.</p>
</blockquote>
<p>Das sind Fragen, die eigentlich nur jemand stellen kann, der sich per Zeitmaschine ins 18. Jahrhundert transportieren l&#228;sst, am besten noch in die Zeit von vor <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Wohlstand_der_Nationen">1776</a>.  Und wem das &#252;bertrieben erscheint, dem sei alternativ das Jahr <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_August_von_Hayek#Die_Anma.C3.9Fung_von_Wissen_.281974.29">1974</a> als Referenz empfohlen. Denn die Frage aller Fragen ist doch: Wie erkennt eine Volkswirtschaft, &quot;ob eine &#246;konomische Aktivit&#228;t eigentlich irgendwie n&#252;tzlich sei&quot;? An der &#252;berlegenen Erkenntnis von Journalisten? An Vorgaben des <a href="http://liberalesinstitut.wordpress.com/2012/04/15/public-choice-erklart/">demokratischen Souver&#228;ns</a>? Oder am dezentralen Wissen Einzelner, das durch Preise kommuniziert wird? Kapitalrendite ist so ein Preis: Wo sie hoch ist, lockt sie mehr Kapital an, also Konkurrenz, und vergr&#246;&#223;ert somit gleichzeitig Angebot wie Rendite von morgen. Eine hohe Kapitalrendite signalisiert ein lohnendes Gesch&#228;ft, und ein lohnendes Gesch&#228;ft gibt es nur dann, wenn die Nachfrage hoch und das Angebot niedrig ist.  Der gute Journalist wei&#223; nun aber, dass die Kapitalrenditen vor der Krise insbesondere dort besonders hoch waren, wo eigentlich nicht viel produziert wurde, n&#228;mlich bei genau den Verm&#246;genswerten, die durch Blasen im Wert stiegen. Und er schafft es sogar, billige Kredite damit in Verbindung zu bringen. Aber statt dass er feststellt, wie sehr die Funktion der sog. &quot;Realwirtschaft&quot; sich von der durch das scheinbare Perpetuum Mobile &quot;fiat money&quot; angeheizten monet&#228;ren &quot;Wirtschaft&quot; unterscheidet und daraus seine Schl&#252;sse zieht, m&#246;chte er am liebsten das Wenige an Funktion, das der Staat dem Kapitalismus noch &#252;berlassen hat, n&#228;mlich die (obgleich durch zahlreiche Regeln behinderte) Koordiantion zentralen Wissens durch Preise und Renditen in der Nicht-Finanzwelt, endg&#252;ltig erledigen. Da er noch nicht wei&#223;, wie genau das funktionieren soll, kann er es auch mit einem Appell bewenden lassen. Die Richtung ist ja eh klar.</p>
</p>
<p>F&#252;r einen stellvertretenden Chefredakteur des &quot;manager magazins&quot; eigentlich erstaunlich, scheint M&#252;ller auch nur wenig Ahnung von der Unternehmenswelt zu haben. Wenn man sich umschaut, welche Unternehmen der &quot;Realwirtschaft&quot; momentan die gr&#246;&#223;ten Renditen erwirtschaften, dann wird man darunter so gut wie keine finden, die &quot;beliebig die Kosten k&#252;rzen&quot;, denn so etwas w&#252;rde tats&#228;chlich kein Unternehmen &#252;berleben. Was aber gerade kein Grund zur Kritik an der Marktwirtschaft sein kann, sondern sie doch eher lobpreist. Wir brauchen also kein &quot;neues Modell&quot;, denn das alte sortiert solches Fehlverhalten bereits wirksam aus. Zumindest da, wo man es l&#228;sst und nicht durch staatliche Eingriffe abw&#252;rgt.</p>
</p>
<p>Originell ist auch diese Passage:</p>
</p>
<blockquote><p>So war es in den vergangenen beiden Jahrzehnten, als die Globalisierung die Weltm&#228;rkte &#246;ffnete. In dieser Phase ging es darum, bestehende Gesch&#228;ftsmodelle weltweit auszudehnen. Mit anderen Worten: immer mehr vom Gleichen zu produzieren. Beispiel Autoindustrie: Erst wurden neue Fabriken in Osteuropa gebaut, dann in Asien. Aber sie fertigen im Prinzip immer noch die gleichen Produkte.</p>
</blockquote>
<p>Da stellt man sich doch unwillk&#252;rlich die Frage: Warum? Vielleicht gar, weil diese Produkte &#8211; man halte den Atem an, jetzt wird es esoterisch: &#8211; nachgefragt werden? Um Himmels Willen! Das geht ja gar nicht, wenn man die Welt verbessern will.  Wenn doch diese dumme, dumme Marktwirtschaft endlich mal auf den Stand des Wissens eines deutschen Qualit&#228;tsjournalisten gehoben werden k&#246;nnte. Aber nein, sie versagt bei dieser Aufgabe. </p>
</p>
<p>Gott sei Dank.</p>
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		<title>Die &#252;blichen Fehler und ein Skandal</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Apr 2012 12:39:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Meldungen, ein Kommentar: Meldung 1: „Der 1. Mai ist ein symboltr&#228;chtiges Datum“, sagte Laumann der F.A.S. „Ich hoffe, dass wir dann bis Ende des Jahres die gesetzliche Grundlage f&#252;r eine allgemeine verbindliche Lohnuntergrenze schaffen k&#246;nnen.“ Den Widerstand der FDP, die ein solches Konzept bisher ablehnt, h&#228;lt Laumann nicht f&#252;r un&#252;berwindlich. „Ich kann nicht glauben, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Meldungen, ein Kommentar:</p>
<p><a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/mindestlohn-laumann-fordert-konzept-vor-dem-1-mai-11717649.html">Meldung 1</a>:</p>
<blockquote><p>„Der 1. Mai ist ein symboltr&#228;chtiges Datum“, sagte Laumann der F.A.S. „Ich hoffe, dass wir dann bis Ende des Jahres die gesetzliche Grundlage f&#252;r eine allgemeine verbindliche Lohnuntergrenze schaffen k&#246;nnen.“ Den Widerstand der FDP, die ein solches Konzept bisher ablehnt, h&#228;lt Laumann nicht f&#252;r un&#252;berwindlich. „Ich kann nicht glauben, dass die FDP allen Ernstes gegen eine allgemeine Lohnuntergrenze ist, die von den Tarifvertragsparteien vorgeschlagen wird“, sagte der CDA-Vorsitzende.</p>
</blockquote>
<p><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,827499,00.html">Meldung 2</a>: </p>
<blockquote><p>Der f&#252;r die parlamentarischen Regeln zust&#228;ndige Ausschuss hat mit den Stimmen von Union, SPD und FDP beschlossen, das Rederecht der Abgeordneten einzuschr&#228;nken. </p>
</blockquote>
<p><a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fdp-in-der-praxis-11717188.html">Kommentar</a> (von Heike G&#246;bel, FAZ):</p>
<blockquote><p>Im verzweifelten Bem&#252;hen um Wahrnehmbarkeit verbei&#223;t sich die FDP in falsche Themen.</p>
</blockquote>
<p>Wie das bei Abstiegskandidaten halt so ist: Die anderen nehmen einen als leichte Beute wahr (siehe Meldung 1), in der Hektik neigt man dazu, sich zu verzetteln (siehe Kommentar), und dann vernachl&#228;ssigt man einfach konsequent weiter die eigentlichen Kernaufgaben (Meldung 2). All das sind Zeichen von F&#252;hrungsschw&#228;che, oder von einem Trainer, der schon einen Anschlussvertrag bei einem anderen Verein hat.</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich verschwinden die Bedenken gegen einen Mindestlohn, die zugunsten der jetzt und vielleicht potenziell Arbeitslosen ge&#228;u&#223;ert werden m&#252;ssen, wenn man wirklich &quot;sozial&quot; denken und nicht nur die mit diesem Wort so gern verbundene falsche staatsgl&#228;ubige Politik betreiben will, nicht allein schon dadurch, dass zwei Kartelle beschlie&#223;en, keine anderen Mitspieler neben sich zu dulden. Dass Herr Laumann sich da &quot;allen Ernstes&quot; keinen Widerspruch vorstellen kann, spricht zum B&#228;nde &#252;ber unsere Politik, zum anderen aber auch daf&#252;r, wie biegsam er die FDP einsch&#228;tzt.</p>
<p>Und nat&#252;rlich ist es Nonsens, wenn die FDP sich jetzt ohne System, aber um so gieriger auf die Themen st&#252;rzt, wo dem B&#252;rger mit gro&#223;em Tamtam und Tr&#228;r&#228;, aber ohne gro&#223;e Aussicht auf Umsetzung ein paar Euro zur&#252;ckgegeben werden sollen, die man ihm woanders <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/milliardenueberschuss-der-sozialkassen-immer-mehr-lohnsteuer-und-sozialabgaben-11715390.html">mit steigender Tendenz</a> abluchst. Wer so agiert, hat sich mit der Rolle der 1%-Partei schon l&#228;ngst abgefunden. </p>
<p>Ein Skandal ist es aber, wenn eine liberale Partei sich in die Phalanx derer einreiht, die sich durch Widerspruch gest&#246;rt f&#252;hlen.</p></p>
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		<title>Zwei vorbildliche Liberale</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Apr 2012 19:47:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Steckenpferde der Autoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Ja, die &#220;berschrift ist unfair. Wir wissen nicht, ob es sich bei den Herren Ebbers und Podolski um Liberale handelt. Aber sie haben gem&#228;&#223; einem liberalen Ideal gehandelt. Das Fu&#223;ballspiel eignet sich manchmal besonders gut, Analogien zum t&#228;glichen Leben zu liefern, insbesondere aus der Sicht Liberaler, denen es meistens vor allem um Regeln und ihre [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, die &#220;berschrift ist unfair. Wir wissen nicht, ob es sich bei den Herren Ebbers und Podolski um Liberale handelt. Aber sie haben gem&#228;&#223; einem liberalen Ideal <a href="http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,827151,00.html">gehandelt</a>.</p>
<p>Das Fu&#223;ballspiel eignet sich manchmal besonders gut, Analogien zum t&#228;glichen Leben zu liefern, insbesondere aus der Sicht Liberaler, denen es meistens vor allem um Regeln und ihre Auswirkungen geht. Im Fu&#223;ball, aber auch z.B. in der Politik, wird man eben des &#246;fteren vor eine Frage gestellt, die sich wie folgt generalisieren l&#228;sst: &quot;Folge ich dem, was ich als Regel guthei&#223;e, oder folge ich meiner Horde?&quot; Zwischen beiden Anspr&#252;chen, die beide menschlichen Werten entsprechen, besteht manchmal ein Zielkonflikt. Zum Beispiel h&#228;tte Ebbers, der St&#252;rmer von St. Pauli, einfach schweigen und darauf hoffen k&#246;nnen, dass sein Handspiel nicht bemerkt w&#252;rde. Und der K&#246;lner Podolski h&#228;tte nach dem M&#252;nzwurf eines Mainzer Anh&#228;ngers ertragreich den sterbenden Schwan markieren k&#246;nnen wie weiland Boninsegna. Beide Beispiele wiegen um so schwerer, als es den jeweiligen Mannschaften noch um erhebliche Ziele ging: St. Pauli k&#228;mpft um den Aufstieg, und der 1. FC K&#246;ln gegen den Abstieg.</p>
<p>In beiden F&#228;llen haben die Spieler nicht von einer Freiheit Gebrauch gemacht, die ihnen durch das System einger&#228;umt wurde. Regelverst&#246;&#223;e nicht zuzugeben, gilt als ebenso &quot;clever&quot; wie Regelverst&#246;&#223;e des Gegners exzessiv zu &#252;bertreiben, um eine entsprechende Reaktion des Schiedsrichters zu provozieren. Mehr noch: Der Verzicht auf diese &quot;Cleverness&quot; wird als &quot;Verrat&quot; an der eigenen Mannschaft eingestuft, denn schlie&#223;lich beraubt man die Mitspieler damit tendenziell materieller und nicht-materieller Vorteile.</p>
<p>Der Liberale allerdings l&#246;st sich von der zweckbezogenen Engstirnigkeit seiner Horde und etabliert sich als Individuum besonders nobel dadurch, dass er der Gerechtigkeit der Regel einen h&#246;heren Rang einr&#228;umt als dem mittelbaren oder unmittelbaren eigenen Vorteil. Liberalismus hat mit Egoismus nichts, aber auch gar nichts zu tun. Liberalismus ist, bei der Freiheit zum Handeln nicht nur den eigenen Vorteil, sondern auch die Verantwortung f&#252;r das Ganze zur Maxime zu machen. Die Abw&#228;gung zwischen den beiden Zielen muss immer wieder neu erfolgen, aber sie findet eben auf der Ebene des Einzelnen statt, der dazu erm&#228;chtigt ist. </p>
<p>Das und nicht mehr will der Liberalismus. Wir danken den Herren Ebbers und Podolski f&#252;r ihr instruktives Vorbild, und wir w&#252;nschen ihnen viele Nachfolger. M&#246;ge mehr individuelle Freiheit mehr solcher Beispiele erm&#246;glichen.</p>
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		<title>Opfer</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Apr 2012 20:10:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Jetzt ist der Grass auch noch DDR-Opfer! Nachdem er &#8230; aber lassen wir das. Broder und Co. haben genug und vielleicht schon viel zu viel dazu gesagt. Dass diese d&#228;mliche israelische Regierung aber einen irrelevanten, selbstgerechten alten Sack auch noch per Einreiseverbot adelt und zu noch mehr letzter Tinte animiert &#8211; das ist wirklich &#228;rgerlich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt ist der Grass auch noch <a href="http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-04/grass-israel-einreiseverbot" target="_blank">DDR-Opfer</a>! Nachdem er &#8230; aber lassen wir das. Broder und Co. haben genug und vielleicht schon viel zu viel dazu gesagt. Dass diese d&#228;mliche israelische Regierung aber einen irrelevanten, selbstgerechten alten Sack auch noch per Einreiseverbot adelt und zu noch mehr letzter Tinte animiert &#8211; das ist wirklich &#228;rgerlich.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Das falsche Versprechen</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2012/04/10/das-falsche-versprechen/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 18:21:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Direkte Demokratie ist in. Liberale Blogs werden nicht m&#252;de, selbige zu fordern, die Schweiz ist stolz darauf, die &#34;Gr&#252;nen&#34; finden sie super, wenn das Ergebnis stimmt, und die &#34;Piraten&#34; haben alle m&#246;glichen Formen davon zu ihrer Existenzgrundlage gemacht. Der B&#252;rger soll entscheiden. &#196;h, nein. Das stimmt ja nicht. Der B&#252;rger entscheidet (auch da) nichts. Er [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Direkte Demokratie ist in. Liberale Blogs werden nicht m&#252;de, selbige zu fordern, die Schweiz ist stolz darauf, die &quot;Gr&#252;nen&quot; finden sie super, wenn das Ergebnis stimmt, und die &quot;Piraten&quot; haben alle m&#246;glichen Formen davon zu ihrer Existenzgrundlage gemacht. Der B&#252;rger soll entscheiden. &#196;h, nein. Das stimmt ja nicht. Der B&#252;rger entscheidet (auch da) nichts. Er gibt nur seine Stimme ab. Und wenn er Gl&#252;ck hat, hat er &quot;mit&quot;bestimmt. Wenn er Pech hat und sich auf Seiten der Minderheit wiederfindet, hat er Zeit verschwendet. Oder bestenfalls einem Ersatzgott gehuldigt. </p>
<p>Aus liberaler Sicht ist direkte Demokratie kein Grund zum Feiern, sondern h&#246;chstens die weniger schlechte Art von Mehrheitsentscheidungen. Aber das ist der zweite Schritt vor dem ersten, denn die Notwendigkeit von Mehrheitsentscheidungen, wozu dann selbstverst&#228;ndlich auch die Mehrheitsentscheidungen gew&#228;hlter &quot;Vertreter&quot; geh&#246;ren,  &#252;berhaupt in Frage zu stellen, ist die allererste Aufgabe liberaler Politik. Warum soll das Kollektiv die Herrschaft &#252;ber den Einzelnen &#252;bernehmen? Diese Anma&#223;ung wird nicht dadurch besser, dass sie ohne den Umweg &#252;ber Parteien realisiert wird. Erst wenn die Kollektiventscheidung als unvermeidlich gilt, lohnt es sich, Gedanken &#252;ber das Verfahren zu machen. </p>
<p>Damit keine Missverst&#228;ndnisse aufkommen: Direkte Demokratie kann das Mittel der Wahl sein. Aber als geringeres &#220;bel. Sie &#252;berwindet Herrschaft nicht, sondern mischt lediglich S&#252;&#223;stoff darunter. Wer Fremdbestimmung bef&#252;rwortet, wird durch das gleichzeitige Eintreten f&#252;r direkte Demokratie nicht exkulpiert, sondern ist auch nur ein ganz gew&#246;hnlicher Gegner der Freiheit. Vom Diktator zur Schweizer Dorfversammlung mit offen getragenem Schwert ist es kein gro&#223;er Sprung, sondern nur eine graduelle Verbesserung. </p>
<p>Das Vergehen geschah vorher.</p>
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		<title>Betreuungskraken</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2012/04/10/betreuungskraken/</link>
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		<pubDate>Tue, 10 Apr 2012 17:05:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Datenkraken kennen wir: Unternehmen, die im Internet irgendwelche Leistungen anbieten, meist &#34;kostenlos&#34;, daf&#252;r lediglich eine unwesentliche Registrierung verlangen und dann mit der Verkn&#252;pfung aus der und unserem, durch diese Unternehmen ganz genau beobachteten Verhalten Profile erstellen, die sich, wie man so sch&#246;n sagt, monetarisieren lassen. Es gibt aber auch Betreuungskraken. Das sind Organisationen, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Datenkraken kennen wir: Unternehmen, die im Internet irgendwelche Leistungen anbieten, meist &quot;kostenlos&quot;, daf&#252;r lediglich eine unwesentliche Registrierung verlangen und dann mit der Verkn&#252;pfung aus der und unserem, durch diese Unternehmen ganz genau beobachteten Verhalten Profile erstellen, die sich, wie man so sch&#246;n sagt, monetarisieren lassen.</p>
<p>Es gibt aber auch Betreuungskraken. Das sind Organisationen, die davon leben, dass der B&#252;rger in staatlich geregelten Aspekten des Lebens als unm&#252;ndig oder schutzbed&#252;rftig hingestellt wird, so dass er ihrer uneigenn&#252;tziger Hilfe bedarf. Diese Organisationen sind stets auf der Suche nach neuen Feldern, auf denen sie in das Leben der B&#252;rger bevormundend eingreifen k&#246;nnen. J&#252;ngstes Beispiel: die gesetzlichen Krankenkassen.</p>
<p><span id="more-6578"></span>
<p>Das Leistungsspektrum der Gesetzlichen Krankenversicherung in der Zahnmedizin wurde im Lauf der Zeit mehr und mehr verringert. Das ist zum einen durchaus sinnvoll, weil gerade bei den Z&#228;hnen durch eigenverantwortliches Handeln, sprich: simples h&#228;ufiges Z&#228;hneputzen, ein Gro&#223;teil der &#252;blichen zahn&#228;rztlichen Behandlungen vermieden werden k&#246;nnte. Zum anderen diente es aber auch dem politischen Zweck, so lange wie m&#246;glich eine gleichbleibende Beitragsbelastung zu gew&#228;hrleisten. Wie dem auch sei: Gesetzlich Versicherte m&#252;ssen jetzt einen Teil der zahn&#228;rztlichen Leistungen bei Zahnersatz aus eigener Tasche bezahlen, wie dar&#252;ber hinaus auch andere Leistungen, die nicht im Katalog der GKV enthalten sind. Im Grunde m&#252;sste man jetzt also annehmen, dass, soweit dieser nicht von ihnen zu finanzierende Teil betroffen ist, die GKV-Kassen sich nicht mehr in die Beziehung zwischen Leistungserbringer und Patient einzumischen haben. F&#252;r diese B&#252;rokratien ist es aber eine unzumutbare Situation, nicht mehr ihre sch&#252;tzende Hand &#252;ber das arme Hascherl B&#252;rger halten zu k&#246;nnen, und nat&#252;rlich finden sich auch Politiker wie der hier unvermeidliche Kalle, die als wei&#223;e Ritter an Stelle des Burgfr&#228;uleins Patient gegen den Schwarzen Ritter Zahnarzt ins Feld ziehen. </p>
<p>Das passende &quot;Problem&quot; ist <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,826457,00.html">schnell identifiziert</a>: Es k&#246;nnte sein, dass die zus&#228;tzlichen Leistungen falsch (sprich: zu hoch) abgerechnet w&#252;rden. So theoretisch jetzt. Belege gibt es daf&#252;r nat&#252;rlich nicht, denn die Kassen wollen diese ja erst noch zu Gesicht bekommen. Nur Kalle, <a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-04/krankenkassen-zahnarzt-rechnung-kontrolle">der wei&#223; es</a> nat&#252;rlich: Es gebe &quot;enorme Unterschiede&quot;, und &quot;einige&quot; kassierten ihre Patienten &quot;systematisch ab&quot;, w&#228;hrend &quot;viele&quot; korrekt abrechneten. </p>
<p>Da staunt der &#214;konom, und der Verbraucher wundert sich, denn ungef&#228;hr so d&#252;rfte es sich bei fast allen Dienstleistungen verhalten, die von uns so tagt&#228;glich in Anspruch genommen werden. Ob die gesetzlichen Krankenkassen k&#252;nftig auch noch die Rechnungen von Autowerkst&#228;tten, Bauunternehmen, G&#228;rtnern oder Handwerkern &#252;berpr&#252;fen wollen, haben sie uns noch nicht verraten, aber so ein erfolgreiches Gesch&#228;ftsmodell verlangt nat&#252;rlich nach Expansion. Es ist absurd: W&#228;hrend allerorten mehr direkte Demokratie gefordert wird, der B&#252;rger also &#252;ber Euro-Rettungspakete, Bahnh&#246;fe, Fiskalpakte und &#228;hnliches Zeugs abstimmen soll, von dem er a priori nicht den Hauch einer Ahnung hat, wird er in den Bereichen seines unmittelbaren Erlebens und t&#228;glichen Handelns f&#252;r unm&#252;ndig erkl&#228;rt.</p>
<p>Schlaumeierische Vulg&#228;r&#246;konomen werden jetzt triumphierend &quot;Informationsasymmetrie&quot; schreien, und sie h&#228;tten damit sogar Recht. Nur ist die Sache damit nicht beendet, denn dagegen steht der Grundsatz von &quot;Masonomics&quot;: Markets fail, use markets! Mit anderen Worten: Nutzt M&#228;rkte gegen Marktversagen! Es gibt Fachberater,  Verbraucherverb&#228;nde, Interessenvereine und einschl&#228;gige Internetportale, die alle genutzt werden k&#246;nnen, um die u.U. mangelnde Transparenz auszugleichen, wenn man sich denn schon scheut, direkt selbst mehrere Angebote einzuholen. Und wenn wir diese kleinen Anstrengungen nicht auf uns nehmen wollen, um uns vor &#220;bervorteilungen zu sch&#252;tzen, dann ist der Preis, den wir unserem Zahnarzt oder einem anderen Dienstleister bezahlen, ein fairer Preis, denn unsere Erwartung, &#252;bervorteilt zu werden, lohnte die M&#252;he des Informationsgewinns offensichtlich nicht. </p>
<p>&#220;brigens: Die Ressourcen, die unsere selbstlosen gesetzlichen Krankenkassen zur Kontrolle der Abrechnungen einsetzen wollen, bezahlen wir Versicherte. Aber was wissen wir Dummerchen schon.</p>
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		<title>Zu Ostern: Die Kompensation von Religion</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Apr 2012 14:17:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir stehen heute vor dem wichtigsten Fest der Christenheit &#252;berhaupt. Ostern ist essentiell f&#252;r das Christentum. Ohne Ostern w&#228;re Jesus nur einer in der langen Kette j&#252;discher Propheten gewesen. Viele w&#252;rden ihn gerne wieder dazu machen, aber damit verabschieden sie sich auch vom Kern des christlichen Glaubens und damit von diesem Glauben selbst. Wer Christ [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir stehen heute vor dem wichtigsten Fest der Christenheit &#252;berhaupt. Ostern ist essentiell f&#252;r das Christentum. Ohne Ostern w&#228;re Jesus nur einer in der langen Kette j&#252;discher Propheten gewesen. Viele w&#252;rden ihn gerne wieder dazu machen, aber damit verabschieden sie sich auch vom Kern des christlichen Glaubens und damit von diesem Glauben selbst. Wer Christ sein will, muss das Wort &quot;Jesus ist wahrhaft auferstanden!&quot; bejahen k&#246;nnen. Vielleicht mit Zweifeln, aber auf jeden Fall mit einem gro&#223;en Vertrauen. Die Auferstehung ist nicht nur der Sieg &#252;ber den Tod, sondern auch Sieg &#252;ber die Dominanz irdischer Maximierungsw&#252;nsche: Mehr Macht, mehr Geld, mehr Spa&#223;, ein perfekter K&#246;rper, ja nat&#252;rlich auch mehr Sex &#8211; all das verliert seinen Reiz dadurch nicht, wird aber entscheidend relativiert. Die Bordkapelle muss nicht zur Ablenkung vom gr&#246;&#223;ten Problem des Lebens aufspielen.</p>
<p><span id="more-6574"></span>
<p>Denn im Grunde sind diese oben genannten Letztziele das, was sie auch schon zu Jesu Zeiten waren: Ersatzg&#246;tter. Warum sagt Jesus, dass eher ein Kamel durch ein Nadel&#246;hr gehe als ein Reicher ins Himmelreich komme? Warum fordert er den Reichen, der ihm nachfolgen will, auf, all seinen Besitz den Armen zu geben? Weil er f&#252;r die Umverteilung gesellschaftlichen Verm&#246;gens ist? Wohl eher weniger, denn das Ziel seiner Forderung ist ja offensichtlich das Heil dieses Reichen. Dieses l&#228;sst sich aber nur erreichen, wenn er das erste Gebot beherzigt: Du sollst keine anderen G&#246;tter neben mir haben. Wer Jesus nachfolgen will, sich dazu aber von seinem Besitz nicht trennen kann, der will das offensichtlich nicht wirklich. F&#252;r den ist etwas anderes wichtiger, was der besagte Reiche dann auch betr&#252;bt feststellen musste, als Jesus ihn vor die Wahl stellte. Den Armen ging es nach diesem Gespr&#228;ch &#252;brigens formal nicht besser. Deren materielle Besserstellung hatte f&#252;r Jesus nicht Priorit&#228;t, sondern ihm ging es um das Seelenheil der Menschen. Wenn sie sich f&#252;r die Armen und Schwachen einsetzen, tut es nat&#252;rlich auch diesen gut, und Jesus w&#252;sste wohl auch keine besseren Ziele menschlichen Einsatzes zu nennen, aber der auf das Ganze zielende, der entscheidende Unterschied besteht darin, was diese Hilfe im Helfenden bewirkt und welche Beziehung zwischen Helfendem und Geholfenem entsteht. Diese Perspektive wirkt &#252;ber das Leben und den Tod hinaus, und die Auferstehung Jesu ist das Zeugnis daf&#252;r.</p>
<p>Unsere moderne Gesellschaft hat den Bezug dazu weitgehend verloren. Solidarit&#228;t hat sich verselbst&#228;ndigt, und die Gerechtigkeit ist &#252;ber den Begriff, besser: das Wieselwort, &quot;sozial&quot; zur Chiffre geworden, das den pers&#246;nlichen Einsatz durch politische Forderungen ersetzt, die dann gef&#228;lligst mit Zwang und den Ressourcen anderer durchzusetzen sind. Vom Transzendentalen hat sich die N&#228;chstenliebe komplett entkoppelt. Heute wird sie in Sozialbudgets und Verteilungskennziffern gemessen. Aber die L&#252;cke, die diese Verbindung hinterlie&#223;, verlangt danach, ausgef&#252;llt zu werden. </p>
<p>An Stelle der Hoffnung auf Auferstehung ist der Wunsch nach ewigem Leben getreten. Gesundheit, Fitness, Wellness, kosmetische Chirurgie &#8211; all dies sind Zeugnisse unseres Versuches, das von uns &#252;ber alle Ma&#223;en gesch&#228;tzte und wirklich &quot;alternativlose&quot; Leben maximal zu verl&#228;ngern. Wir wollen nicht nur nicht mehr sterben, wir wollen auch nicht mehr alt werden. Sicher, der erreichte Wohlstand in den westlichen Gesellschaften hat die Grenze des Alterns mehr und mehr nach hinten verschoben, und er erm&#246;glicht es uns, seine Folgen abzuschw&#228;chen. Aber je mehr das gelang, um so mehr wurden Alter und Krankheit zu einem pers&#246;nlichen Makel, denn schlie&#223;lich wurden doch &#252;berall Rezepte daf&#252;r propagiert. Es geht jetzt auch mittlerweile so weit, dass ein Abweichen von diesen Idealen den Staat zum Eingreifen veranlasst, gerne auch pr&#228;ventiv, denn wenn wir auch unsere Seele nicht an den Teufel verkaufen wollen, die Verf&#252;gung &#252;ber unsere Gesundheit und die Art des Alterns haben wir l&#228;ngst an eine anonyme B&#252;rokratie abgetreten, nat&#252;rlich im Namen der sozialen Gerechtigkeit. Doch all das &#252;berwindet nicht, es verdr&#228;ngt nur. So h&#228;sslich, wie dem Sch&#246;nheitswahn verfallene Menschen in Wirklichkeit nach der xten Operation aussehen, so h&#228;sslich begegnet uns allen im verzweifelten Versuch, immer noch mehr Zeit zu gewinnen, unvermeidlich und endg&#252;ltig eben doch der Tod. Ohne Hoffnung. Heuchelei und Selbstbetrug als Fortschritt.</p>
<p>Ob es etwas damit zu tun oder andere Ursachen hat: Gleichzeitig bewegen wir uns kulturell wieder n der Geschichte zur&#252;ck. Die Naturgottheiten haben wieder Einzug gehalten in unser Weltbild. Die im CO2 materialisierten S&#252;nden unseres Wohllebens entfernen uns nicht mehr nur vom Gott der Bibel, sie werden direkt und unmittelbar von den Naturgottheiten bestraft. Wie gerne w&#252;rden wir Tsunamis, Erdbeben und Hurricans jetzt schon als Gei&#223;eln der G&#246;tter begreifen &#8211; so gerne, dass auch die gl&#228;ubigsten Anh&#228;nger der IPCC-Wahrheiten von dessen anderslautenden Erkenntnissen <a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/rahmstorf_kontra_ipcc/">abr&#252;cken</a>. Auch der Ablasshandel feiert seine Wiederḱehr, nur in anderer W&#228;hrung. Weil die Nachhaltigkeit, so der Name der neuen Naturreligion, es so will. Diese Religion hat ihre eigenen Priester, und deren Gottesh&#228;user sind die Fernsehstudions und Rundfunkanstalten. Sie tragen keine rituellen Gew&#228;nder, sind aber an sauert&#246;pfischer Miene, entsprechendem Tonfall und dem keine Argumente mehr ben&#246;tigenden Besitz der Wahrheit erkennbar. Ihre Predigten gipfeln stets in apokalyptoischen Visionen, aber sie lassen uns nicht ohne Ausweg.  &#220;berall schallt es uns entgegen: Kehrt um, tuet Bu&#223;e, entsaget!  Wer den Schmerzensweg Jesu nicht mehr nacherleben will, wer dem Fasten nichts abgewinnen kann, der bekommt jetzt eine andere Gelegenheit geboten, sich vor den Augen der G&#246;tter zu gei&#223;eln. Und Pharis&#228;er, die lauthals verk&#252;nden, wie &#252;berlegen sie doch diesem s&#252;ndigen und einf&#228;ltigen dummen Volk sind, werden gratis mitgeliefert. W&#228;hrend man sich mit Ketzern nat&#252;rlich nicht in der Sache auseinandersetzen kann, sondern sie isolieren und m&#246;glichst auch mundtot machen muss.</p>
<p>Nein, unsere Gesellschaft mag zwar vieles sein, aber wirklich s&#228;kular ist sie nicht. Und f&#252;r Atheisten gibt es trotz des in diesen geburtenschwachen Breiten immer mehr verblassenden Christentums keinen Grund zum Triumph: Der beherrschende Glaube wurde nur ausgetauscht. W&#228;hrend von vorgeblich S&#228;kularen noch Protest gegen &quot;Tanzverbote&quot; als gewaltiges Eintreten f&#252;r die Freiheit gefeiert wird, ist sie an anderen Stellen auch mit ihrer Zustimmung bereits l&#228;ngst offiziell als nicht hilfreich erkl&#228;rt worden.</p>
<p>Man gestatte dem Schreiber dieser Zeilen, dem neuen Glauben zu entsagen und lieber zusammen mit anderen den Tag morgen zu feiern.  Oder wie der Kollege Boche wenigstens konsequent ablehnend zu bleiben (ist schlie&#223;lich kein Christenblog hier).</p></p>
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		<title>Der tanzende Nietzsche</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Apr 2012 11:16:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn man vorher mal gro&#223; angek&#252;ndigt hat, nicht mehr viel Neues schreiben zu wollen, darf man sich hoffentlich ungeniert selbst zitieren. Der folgende Text wurde nicht zuf&#228;llig vor ca. einem Jahr in einem &#34;Wochenr&#252;ckblick&#34; f&#252;r dieses Blog verfasst und zeugt somit von der ewigen Wiederkehr des Gleichen: Die liberale Blogosph&#228;re und Twitterei emp&#246;rt sich &#252;ber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man vorher mal gro&#223; angek&#252;ndigt hat, nicht mehr viel Neues schreiben zu wollen, darf man sich hoffentlich ungeniert selbst zitieren. Der folgende Text wurde nicht zuf&#228;llig vor ca. einem Jahr in einem &quot;<a href="http://www.bissige-liberale.net/2011/04/23/wochenruckblick-162011/">Wochenr&#252;ckblick</a>&quot; f&#252;r dieses Blog verfasst und zeugt somit von der ewigen Wiederkehr des Gleichen:</p>
<p>Die liberale Blogosph&#228;re und Twitterei emp&#246;rt sich &#252;ber Tanzverbote zu Karfreitag. Es sind Momente wie dieser, die den Autor dieses Beitrags vor zu intensiver Cliquenbildung, auch neudeutsch &quot;Vernetzung&quot; genannt, zur&#252;ckschrecken lassen. Sein Verst&#228;ndnis f&#252;r diesen &quot;Widerstand&quot; h&#228;lt sich in engen Grenzen. Wenn man sich zwischen einer jahrhundertealten Tradition eines Feiertags zum Innehalten und Nachdenken &#252;ber die Endlichkeit auf der einen und dem Wunsch junger Menschen, an jedem von ihnen gew&#252;nschten Tag Party zu machen, auf der anderen Seite zu entscheiden h&#228;tte, dann h&#228;tte der Spa&#223; ausnahmsweise mal keine Chance. Aber &quot;Feier&quot;-Tag wird heute eben nur auf eine Weise verstanden. Obwohl auch jemand wie Hayek davor gewarnt hat, Institutionen, die sich &#252;ber Jahrhunderte erhalten haben, nicht zu respektieren, kann man von einem radikal-liberalen, individualistischen Standpunkt aus die staatliche Durchsetzung der Feiertagsruhe christlicher Feste sicher diskutieren und kritisieren. Es fiele dem Verfasser dieser Zeilen jedoch leichter, wenn er nicht das Gef&#252;hl h&#228;tte, dass hier Hedonismus und Kirchenhass nur einen Anlass suchen. Und diese beiden Haltungen w&#228;ren dann eben weniger liberal… Der Widerstand gegen das Verbot, zu diesen Feiertagen nicht arbeiten zu d&#252;rfen, h&#228;lt sich im Vergleich zu dem der Tanzw&#252;tigen doch auffallend genug bedeckt, um nicht diesen Schluss nahezulegen.</p>
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		<title>Gef&#228;hrliche N&#228;he (ohne Bruce Willis)</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 13:05:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Presse / SPON- und taz-Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Rochus]]></category>

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		<description><![CDATA[Kennen Sie Bad Lausick? Der beschauliche kleine Ort (8.500 Einwohner) im S&#228;chsischen wird gerade weltber&#252;hmt. Und wer ist Schuld? Die FDP. Fangen wir von vorne an: Im Stadtrat von Bad Lausick sitzt eine Dame, die offensichtlich einen an der Waffel hat und deswegen dem &#34;Gr&#252;ne&#34;-Politiker Volker Beck eine E-Mail schrieb, in der sie mit wenig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kennen Sie Bad Lausick? Der beschauliche kleine <a href="http://www.bad-lausick.de/de/stadt-region/">Ort</a> (8.500 Einwohner) im S&#228;chsischen wird gerade weltber&#252;hmt. Und wer ist Schuld? Die FDP.</p>
<p>Fangen wir von vorne an: </p>
<p>Im Stadtrat von Bad Lausick sitzt eine Dame, die offensichtlich einen an der Waffel hat und deswegen dem &quot;Gr&#252;ne&quot;-Politiker Volker Beck eine E-Mail schrieb, in der sie mit wenig freundlichen Worten ihre Feindschaft gegen&#252;ber Homosexuellen im allgemeinen und Herrn Beck im besonderen bekundete. Der &quot;Leipziger Volkszeitung&quot; wurde dieser Vorfall bekannt. Sie ver&#246;ffentlichte ihn zusammen mit einer Stellungnahme Becks. Auf Twitter wurde die Meldung wie immer rasend schnell verbreitet, und auch SPON trug der bundespolitischen Bedeutung dieses Ereignisses Rechnung.</p>
<p>Wer sich jetzt fragt, warum eine einzige Hassmail an eine bekannte Person des politischen Lebens diese publizistische Aufmerksamkeit erf&#228;hrt, sollte einen Blick auf <a href="http://www.bad-lausick.de/de/rathaus/index.php?id=20">diese Website</a> werfen &#8211; insbesondere auf das K&#252;rzel neben dem Namen besagter Dame (Cordula Drechsler). Da steht &quot;FDP&quot;, und wer als Qualit&#228;tsjournalist etwas auf sich h&#228;lt, gibt dem Pawlowschen Reflex sofort nach. Die <a href="http://www.presseportal.de/pm/6351/2230044/lvz-fdp-ratsfrau-in-sachsen-bedroht-offen-den-gruenen-bundestags-fraktionsgeschaeftsfuehrer-beck/gn">&quot;Leipziger Volkszeitung&quot;</a> zitierte nicht nur Volker Becks Forderung nach einem Parteiausschluss (so richtig sch&#246;n mit Ultimatum), sondern deckte auch noch investigativ auf, dass im Stadtrat von Bad Lausick die FDP neben der NPD sitzt. Wenn das keine Titelspalten f&#252;llt. Es w&#252;rde uns nicht wundern, wenn heute auch Nachrichtensendungen von ARD und ZDF dar&#252;ber berichteten.</p>
<p>Ein kleines Problem entstand allerdings dadurch, dass Frau Drechsler schon deshalb nicht aus der FDP geworfen werden kann, weil sie dort seit 2010 nicht mehr Mitglied ist. Und aus der FDP-Fraktion kann sie nicht hinausbef&#246;rdert werden, weil es eine solche nach Auffassung der FDP in Bad Lausick gar nicht gibt, denn auch das andere angebliche Fraktionsmitglied geh&#246;rt der Partei nicht mehr an. Beck musste also etwas umformulieren. Er fordert jetzt den &quot;endg&#252;ltigen Rauswurf&quot;, allerdings ohne dem verbl&#252;fften Leser mitzuteilen, wie man ein Nichtmitglied auch noch so endg&#252;ltig ausschlie&#223;en kann, und erg&#228;nzt dieses durch das Verlangen, die FDP m&#252;sse jegliche Zusammenarbeit mit dieser &quot;Fraktion&quot; abbrechen. Man kann sich die Entt&#228;uschung Philip R&#246;slers vorstellen, nunmehr auf die wertvolle Kooperation mit den beiden Bad Lausicker Spitzenpolitikern verzichten zu m&#252;ssen. </p>
<p><a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,826025,00.html">SPON</a> zeigt daf&#252;r aber mal wieder, warum es zu Recht an der Spitze des deutschen Qualit&#228;tsjournalismus steht: Die homophobe Frau ist gar kein FDP-Mitglied mehr? Kein Problem. Machen wir aus ihr einfach eine &quot;FDP-nahe Politikerin&quot;. Worin die N&#228;he bestehen soll, wenn durch einen Austritt doch eher Ferne demonstriert wurde, fragen nur des Topjournalismus Unkundige. Die Botschaft ist die Nachricht: Auf vielen Websites und Tweets stand die Abk&#252;rzung &quot;FDP&quot; dicht neben dem Namen der Hassmail-Autorin. Also nahe. Und wenn man den Liberalen an den Karren fahren will, wird aus jeder Lokalgr&#246;&#223;e ein &quot;Politiker&quot;. Noch Fragen?</p>
<p>Ja, eine: Wer glaubt, dieser Aufruhr w&#228;re ohne die vermeintliche Verbindung zur FDP zustande gekommen? Allm&#228;hlich wird das allgemeine Bashing zum absurden Theater. </p>
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		<item>
		<title>Nachhaltige Selbsterh&#246;hung</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2012/04/05/nachhaltige-selbsterhohung/</link>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 09:39:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Umweltpolitik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es war vorauszusehen: Unter dem Deckmantel des &#34;Nudge&#34;, des &#34;Anstupsens&#34; oder auch &#34;sanften oder weichen Parternalismus&#34; werden jetzt wieder die altbekannten harten Paternalismen propagiert. W&#228;hrend in Villabajo noch behauptet wird, &#34;Nudge&#34; mehre den individuellen Nutzen, wird in Villariba schon l&#228;ngst wieder der als Freund aller politischen Aufbauspieler bekannte &#34;gesamtgesellschaftliche Nutzen&#34; als Ziel vorgegeben. Und wo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war vorauszusehen: Unter dem Deckmantel des &quot;<a href="http://wirtschaftlichefreiheit.de/wordpress/?p=8503">Nudge</a>&quot;, des &quot;Anstupsens&quot; oder auch &quot;sanften oder weichen Parternalismus&quot; werden jetzt wieder die altbekannten harten Paternalismen propagiert. W&#228;hrend in Villabajo noch behauptet wird, &quot;Nudge&quot; mehre den individuellen Nutzen, wird <a href="http://www.oekonomenstimme.org/artikel/2012/04/sanfter-paternalismus-und-qualititatives-wachstum/">in Villariba</a> schon l&#228;ngst wieder der als Freund aller politischen Aufbauspieler bekannte &quot;gesamtgesellschaftliche Nutzen&quot; als Ziel vorgegeben. Und wo eine Idee wie die individuelle Freiheit l&#228;stig werden k&#246;nnte, muss man versuchen, sie als unzul&#228;ssig abzutun:</p>
<blockquote><p>Liberale &#214;konomen, Journalisten und Politiker argumentieren dagegen, dass individuelle Freiheit das oberste Gut einer Volkswirtschaft darstelle. Dieser Freiheitsgedanke beruht auf der realit&#228;tsfernen Annahme, dass jeder erwachsene Mensch ein vollkommen selbstbestimmtes Leben f&#252;hrt. In Wirklichkeit aber spielen Elternhaus und Erziehung, das Herkunftsland, der individuelle Charakter, Gl&#252;ck und Pech sowie viele weitere, kaum beeinflussbare Umweltfaktoren eine gro&#223;e Rolle. Selbstverst&#228;ndlich gibt es hier gro&#223;e individuelle Unterschiede, doch selbst extrem rationale Menschen k&#246;nnen in einer globalisierten Wirtschaft ihr Schicksal kaum vollst&#228;ndig selbst bestimmen. </p>
</blockquote>
<p>&quot;Versuchen&quot;, weil die Behauptung, es sei realit&#228;tsfern, dass jeder erwachsene Mensch ein vollkommen selbstbestimmtes Leben f&#252;hre, ihrerseits von der realit&#228;tsfernen Annahme ausgeht, Selbstbestimmung sei mit Wunscherf&#252;llung gleichzusetzen. Denn nat&#252;rlich ist jeder Mensch bestimmten Umweltbedingungen ausgesetzt, die seinen Gestaltungsspielraum begrenzen. Das f&#228;ngt an mit der Unf&#228;higkeit, ohne technische Hilfsmittel zu fliegen, und endet noch nicht mit dem der Knappheit von Ressourcen geschuldeten Ph&#228;nomen der Opportunit&#228;tskosten (TINSTAAFL). Die liberale Frage ist nur, ob andere Menschen das Recht haben sollen, diesen Einschr&#228;nkungen weitere an die Seite zu stellen &#8211; Freiheit ist die Abwesenheit von Zwang, nicht von Problemen.</p>
<p>An diesem Text einer Professorin und noch viel besser an den Beitr&#228;gen auf der von ihr propagierten Website kann man sehr gut festmachen, f&#252;r wie selbstverst&#228;ndlich sich manche selbst in den Rang einer Elite erheben, die im Namen einer von ihr definierten h&#246;heren Gerechtigkeit beliebig mit Zuckerbrot und Peitsche in das Leben ihrer Mitmenschen eingreifen darf. </p>
<p>Ein wenig erschreckend ist es, dass diese Frechheiten von den meisten B&#252;rgern ergeben hingenommen werden.</p>
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		<title>Statt eines Kommentars</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 15:47:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<title>500 &#8211; 10.000 &#8211; 620.000</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Mar 2012 12:00:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<description><![CDATA[M&#228;rz 2012: In Deutschland melden sich 620.000 Menschen arbeitslos (PDF). Ihr erster Weg f&#252;hrt sie zur Arbeitsagentur. Von dort beziehen sie, wenn die Voraussetzungen daf&#252;r erf&#252;llt sind, Arbeitslosengeld. Die Agentur unternimmt Vermittlungsversuche und finanziert Qualifizierungsma&#223;nahmen. Alltag im Wirtschaftsleben dieses Landes. M&#228;rz 2012: Eine schlecht gemanagte Drogeriekette, die weder ihren Mitarbeitern noch ihren Kunden Erfreuliches zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>M&#228;rz 2012: </p>
<p>In Deutschland melden sich 620.000 Menschen arbeitslos (<a href="http://statistik.arbeitsagentur.de/Statischer-Content/Arbeitsmarktberichte/Monatsbericht-Arbeits-Ausbildungsmarkt-Deutschland/Monatsberichte/Generische-Publikationen/Monatsbericht-201203.pdf">PDF</a>). Ihr erster Weg f&#252;hrt sie zur Arbeitsagentur. Von dort beziehen sie, wenn die Voraussetzungen daf&#252;r erf&#252;llt sind, Arbeitslosengeld. Die Agentur unternimmt Vermittlungsversuche und finanziert Qualifizierungsma&#223;nahmen. Alltag im Wirtschaftsleben dieses Landes.</p>
<p>M&#228;rz 2012:</p>
<p>Eine schlecht gemanagte Drogeriekette, die weder ihren Mitarbeitern noch ihren Kunden Erfreuliches zu bieten verstand, ist insolvent. Inwieweit fr&#252;here Boykottaufrufe und Kampagnen von <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article5822910/Mitarbeiter-leben-in-Angst-vor-Schlecker-Chefs.html">Gewerkschaften</a> und <a href="http://www.linksfraktion.de/pressemitteilungen/schlecker-lohndumping-boykott-bekaempfen/">linken</a> Parteien dazu beigetragen haben, l&#228;sst sich schwer beziffern. Diese Kreise sind es aber u.a. auch, die jetzt fordern, die wegen der Schlie&#223;ung von 2.200 Filialen arbeitslos werdenden 10.000 Mitarbeiterinnen in eine mit einem staatlich verb&#252;rgten Kredit einer staatlichen Bank finanzierte sogenannte Transfergesellschaft auszugliedern, die Lohnersatzleistungen zahlen und Qualifizierungsma&#223;nahmen anbieten soll. F&#252;r die Betroffenen w&#228;re somit ein zus&#228;tzliches Jahr dem ALG I vergleichbare Lohnersatzleistungen sichergestellt.</p>
<p>Aufgrund des Widerstands von Landesregierungen mit FDP-Beteiligung kommt diese Transfergesellschaft nicht zustande. Ein Sturm der Entr&#252;stung fegt durch die Qualit&#228;tsmedien. Die FDP wird von &quot;<a href="http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2012-03/schlecker-transfergesellschaft-2">Zeit</a>&quot;, &quot;<a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/fdp-verhindert-schlecker-rettung-unfaehig-kalt-liberal-1.1322006">S&#252;ddeutscher</a>&quot;, &quot;<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,824676,00.html">Spiegel</a>&quot; und vor allem den Staatsmedien nahezu einhellig der sozialen K&#228;lte und parteitaktischer Man&#246;ver auf dem R&#252;cken der &quot;Schlecker-Frauen&quot; bezichtigt[1]. Der baden-w&#252;rttembergische Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD), der sich besonders f&#252;r die Transfergesellschaft eingesetzt hatte, zeigt sich dar&#252;ber <a href="http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/schlecker-transfergesellschaft-gescheitert-bittere-niederlage-fuer-nils-schmid-11701936.html">&quot;emp&#246;rt&quot;</a>. <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,824706,00.html">Andere Politiker</a> reden von &quot;Skandal&quot;, &quot;kalter Schulter&quot;, und &quot;Armutszeugnis&quot;, oder betonen, dass sie deswegen &quot;stinksauer&quot; seien.</p>
<p>Dezember 2011: </p>
<p>In einer kleinen Gemeinde am Hochrhein (&#252;ber 7.000 Einwohner, keine Schlecker-Filiale) schlie&#223;t die 140 Jahre alte Papierfabrik. &#220;ber 500 Mitarbeiter werden arbeitslos, bei lokalen Gesch&#228;ftspartnern der Fabrik muss mit einem Abbau in &#228;hnlicher Gr&#246;&#223;enordnung gerechnet werden. Der zust&#228;ndige Wirtschaftsminister, ein gewisser Nils Schmid (SPD), erw&#228;hnt das Wort &quot;Transfergesellschaft&quot; nicht einmal. Andere sich gerade entr&#252;stet gebende Politiker nehmen von dem Fall keine Notiz.</p>
<hr width="75%"/>
<p>Wer erwartet da jetzt bitte noch einen gesonderten Kommentar vom Schreiber dieser Zeilen? Der kommt vielleicht noch, wenn die Wut genug verraucht ist, um sie in Polemik fassen zu k&#246;nnen.</p>
<p><em>[1] Der Fairness halber sei gesagt, dass heute, nachdem die Sau bereits durchs Dorf gejagt und die FDP l&#228;ngst als B&#246;sewicht enttarnt ist, bei &quot;</em><a href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2012-03/schlecker-fdp-insolvenz"><em>Zeit</em></a><em>&quot; und &quot;</em><a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/summa-summarum-es-ist-nicht-aufgabe-des-staates-schlecker-zu-retten-1.1322042"><em>S&#252;ddeutscher</em></a><em>&quot; auch Beitr&#228;ge mit anderem Tenor erscheinen. Auch die Wirtschaftspresse hat sich recht eindeutig gegen die Transfergesellschaft positioniert.</em> </p>
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		<title>Ist doch egal</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 11:44:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Aufstand der Steuerzahler wegen der erneuten Aufstockung dieser Euro-Rettungsdinger (Schirme, Pakete und &#228;hnliches Ged&#246;ns) h&#228;lt sich in erstaunlichen Grenzen, obwohl die Aussagen der verantwortlichen Politiker mit &#34;L&#252;ge&#34; noch viel zu positiv beschrieben sind und das deutsche Haftungsrisiko eben steigt und steigt und steigt, genau so wie es die Nationalisten und Europa-Feinde mit ihrer unverantwortlichen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Aufstand der Steuerzahler wegen der erneuten Aufstockung dieser Euro-Rettungsdinger (Schirme, Pakete und &#228;hnliches Ged&#246;ns) h&#228;lt sich in erstaunlichen Grenzen, obwohl die Aussagen der verantwortlichen Politiker mit &quot;L&#252;ge&quot; noch viel zu positiv beschrieben sind und das deutsche Haftungsrisiko eben steigt und steigt und steigt, genau so wie es die Nationalisten und Europa-Feinde mit ihrer unverantwortlichen Schwarzmalerei vorausgesagt haben.</p>
<p>Es gibt daf&#252;r zwei simple Erkl&#228;rungen. </p>
<p>Erstens: Man hat das Risiko bereits unter &quot;unwahrscheinlich viel, das uns bald sehr, sehr teuer zu stehen kommen wird&quot; abgebucht. Ob da nun noch alle paar Monate ein paar hundert Milli&#228;rdchen dazu kommen oder nicht, &#228;ndert daher nichts an der grunds&#228;tzlichen Bewertung.<br />Zweitens: Das Geschw&#228;tz der Politiker hat eh niemand geglaubt. Vielleicht bis auf diejenigen, die beim Mitgliederentscheid der FDP f&#252;r Antrag &quot;B&quot; gestimmt haben.</p>
<p>&#220;ber Protestw&#228;hler und niedrige Wahlbeteiligungen braucht sich also keiner zu wundern. Und der Rest w&#228;hlt weiter die europabesoffenen Umverteiler, weil er weiter der von der Politik gen&#228;hrten Illusion unterliegt, er k&#246;nne die Rechnung f&#252;r seine moralisch ungeheuer wertvolle Realit&#228;tsverweigerung an jemand anderen weiterreichen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Klarer Unterschied</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 10:27:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Presse / SPON- und taz-Blog]]></category>
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		<description><![CDATA[Das ist Wasser auf die M&#252;hlen aller, die in den Spekulanten die Wurzel aller Finanz- und Schuldenkrisen sehen: Kreditversicherungen: Griechen-Spekulanten machen Kasse Experten hatten vor einem zweiten Lehman-Szenario gewarnt: Sollte Griechenland pleitegehen, w&#252;rden Credit Default Swaps (CDS) in unabsehbarem Umfang f&#228;llig. Mit diesen Kreditausfallsversicherungen hatten sich Spekulanten eingedeckt, die g&#252;nstig griechische Staatsanleihen gekauft und darauf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist Wasser auf die M&#252;hlen aller, die in den Spekulanten die Wurzel aller Finanz- und Schuldenkrisen sehen: </p>
<blockquote><p>Kreditversicherungen: Griechen-Spekulanten machen Kasse</p>
</blockquote>
<blockquote><p>Experten hatten vor einem zweiten Lehman-Szenario gewarnt: Sollte Griechenland pleitegehen, w&#252;rden Credit Default Swaps (CDS) in unabsehbarem Umfang f&#228;llig. Mit diesen Kreditausfallsversicherungen hatten sich Spekulanten eingedeckt, die g&#252;nstig griechische Staatsanleihen gekauft und darauf gewettet hatten, dass das Land bankrottgehen w&#252;rde. Die Zahlungen, so die Bef&#252;rchtung, k&#246;nnten zahlreiche angeschlagene Finanzinstitute in Bedr&#228;ngnis bringen.</p>
</blockquote>
<p>So schreibt <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,824175,00.html">SPON</a>, das Fachorgan der Finanzwirtschaft, heute. Die Fronten sind klar: Hier die &quot;bedr&#228;ngten, angeschlagenen Finanzinstitute&quot; (Banken und Versicherungen h&#228;tte man es hingegen nat&#252;rlich geg&#246;nnt), dort die Spekulanten. </p>
<p>Die Spekulanten haben also auf eine Pleite Griechenlands gewettet. Sinister genug. Und die kriegen jetzt Geld von den bedr&#228;ngten, angeschlagenen Finanzinstituten. Warum eigentlich? Ach ja, wir erinnern uns: Zum Wetten braucht es mindestens zwei, die auf den zuk&#252;nftigen Eintritt gegens&#228;tzlicher Ereignisse setzen.  Dann waren die bedr&#228;ngten, angeschlagenen Finanzinstitute offensichtlich die Wettpartner der Spekulanten. Und warum sind das dann selbst keine? Nur weil sie auf das der Politik und der ver&#246;ffentlichten Meinung genehme Ereignis gewettet haben? Oder ist nicht vielmehr das gesamte zugrundeliegende Gesch&#228;ft Spekulation? Schlie&#223;lich geht es hier um unsichere Zukunft und unterschiedliche Erwartungen. Und dann gewinnt immer ein Spekulant, weil der andere verliert. W&#228;re der Schuldenschnitt nicht erfolgt, h&#228;tten sich die bedr&#228;ngten, angeschlagenen Finanzinstitute an den Pr&#228;mienzahlungen der CDS-K&#228;ufer laben k&#246;nnen. So jedenfalls hatten die es sich ja wohl gedacht.</p>
<p>Nun will man den Handel mit den Kreditausfallversicherungen dahingegend beschr&#228;nken, dass man diese nur als Absicherung tats&#228;chlich vorhandener Anleihen verwenden darf. F&#252;r sich betrachtet bleibt das Gesch&#228;ft dann immer noch eine Wette, aber der K&#228;ufer tauscht Risiko gegen Geld. Zumindest, wenn der Versicherungsverk&#228;ufer im Schadensfall nicht ebenso insolvent ist wie der Schuldner der Anleihe&#8230; Was aber ist mit der Gegenseite? M&#252;ssen die bedr&#228;ngten, angeschlagenen Finanzinstitute dann Verkaufsoptionen der betreffenden Anleihen halten?</p>
<p>Anscheinend bleibt es bei dem uns vermittelten Unterschied: Der Spekulant investiert da, wo er will, und der seri&#246;se Investor da, wo er soll. </p>
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		<title>Lehrst&#252;ck in Unpolitik</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2012/03/28/lehrstuck-in-unpolitik/</link>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 08:11:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
				<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo sonst als im CDU-Hausblatt FAZ k&#246;nnte man eine Erkl&#228;rung finden, was die Union programmatisch ausmacht: Regieren, regieren, regieren. Wenn Machterhalt das Einzige ist, was z&#228;hlt, muss man sich nicht wundern, wenn sich Koalitionspartner statt in programmatischer N&#228;he in den H&#228;nden einer machtgeilen Kanzler(innen)-Partei wiederfinden. Im Artikel ist ja, in Negation, auch gut beschrieben, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo sonst als im CDU-Hausblatt FAZ k&#246;nnte man eine <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/bundestagswahl-2013-fuer-die-union-geht-es-ums-ganze-11699550.html" target="_blank">Erkl&#228;rung</a> finden, was die Union programmatisch ausmacht: Regieren, regieren, regieren.</p>
<p>Wenn Machterhalt das Einzige ist, was z&#228;hlt, muss man sich nicht wundern, wenn sich Koalitionspartner statt in programmatischer N&#228;he in den H&#228;nden einer machtgeilen Kanzler(innen)-Partei wiederfinden. Im Artikel ist ja, in Negation, auch gut beschrieben, was die Union von der FDP erwartet: Unbedingte Treue und Nicht-St&#246;ren beim Regieren.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Money for nothing</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2012/03/26/money-for-nothing/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 19:32:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Steckenpferde der Autoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser Kommentar zu den &#34;Rettungspaketen&#34;:]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Kommentar zu den &quot;Rettungspaketen&quot;:</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/FDJPiUPZxdc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<item>
		<title>Wieso Niveau? Wir sind doch anonym!</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Mar 2012 19:01:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
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		<description><![CDATA[Was Netizens der herk&#246;mmlichen Politik auf keinen Fall nachmachen sollten, ist das Verleugnen von Problemen. Irgendwo kr&#228;ht immer ein Hahn zum dritten Mal. Nehmen wir das Thema Anonymit&#228;t: Nat&#252;rlich ist es problematisch, wenn niemand als Person daf&#252;r einstehen muss, was er gerade von sich gegeben hat. &#34;Put your money where your mouth is&#34; verlangt als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was Netizens der herk&#246;mmlichen Politik auf keinen Fall nachmachen sollten, ist das Verleugnen von Problemen. Irgendwo kr&#228;ht immer ein Hahn zum dritten Mal.</p>
<p>Nehmen wir das Thema Anonymit&#228;t: Nat&#252;rlich ist es problematisch, wenn niemand als Person daf&#252;r einstehen muss, was er gerade von sich gegeben hat. &quot;Put your money where your mouth is&quot; verlangt als Minimum die pers&#246;nliche Zuordnung von Meinung. Und wer mit seinem Namen und daher auch seiner Person f&#252;r etwas einsteht, wird genug Grund haben, die Meinungsfreiheit hoch zu sch&#228;tzen. </p>
<p>Aber &#8211; huch&#8230; Was ist denn mit dem Schreiber dieser Zeilen? Steht bei dem etwa &quot;Rayson&quot; im Personalausweis? Nein, nat&#252;rlich nicht. Die Pseudo-Anonymit&#228;t dieses Bloggers basiert darauf, dass politische Bekenntnisse auch von Leuten furchtbar ernst genommen werden, die der Dienste der Person hinter diesen Blogbeitr&#228;gen dringend bed&#252;rften. Und so sehr, dass er sie mit viel Geld aufzuwiegen bereit w&#228;re, liebt dieser Autor seine Meinungs&#228;u&#223;erungen dann doch nicht. </p>
<p>(Pseudo-*)Anonymit&#228;t ist ein zweischneidiges Schwert. Sie offeriert ihrem Nutzer eine fast folgenlose Freiheit zum Herump&#246;beln. Fast, weil nat&#252;rlich die diversen Beitr&#228;ge unter demselben Namen zusammengefasst werden. Und ob &quot;XY&quot; nun ein realer Name ist oder nicht: Wenn der Nutzer dahinter sich nachvollziehbar daneben benimmt (und nichts ist so gut nachvollziehbar wie im Netz), wird man ihm immer weniger lauschen. Aber es gibt eben auch leider zig Leute, denen das egal ist. Der Bundestagsabgeorndete Patrick Kurth hat mal <a href="http://www.patrick-kurth.de/category/blog/2451-20110722/">dokumentiert</a>, wie die hoch gelobte Meinungsfreiheit im Internet auch aussehen kann.</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich wird auf diesem Blog niemand das Ende der Anonymit&#228;t fordern. Aber sich ein bisschen besser zu benehmen w&#228;re gerade dann nicht schlecht, wenn man selbst sein eigener Richter ist. Das zum Beispiel ist auch gemeint, wenn jemand wie Gauck von &quot;Freiheit zur Verantwortung&quot; spricht.</p>
</p>
<p><em>*Pseudo, weil unter Aussch&#246;pfung aller zul&#228;ssigen Rechtsmittel die Identit&#228;t z.B. dieses Bloggers f&#252;r staatliche Kr&#228;fte zu ermitteln w&#228;re.</em></p>
]]></content:encoded>
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