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	<title>B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade</title>
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		<title>Danke und Tsch&#252;s!</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Apr 2013 19:41:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

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		<description><![CDATA[Am&#160;22.09.2005&#160;begann es: Die beiden ehemaligen&#160;dol2day-&#8221;Existenzen&#8221; Boche und Rayson riefen das Gemeinschaftsblog &#8220;Bissige Liberale ohne Gnade &#8211; B.L.O.G.&#8221; ins Leben. Inzwischen haben wir einige Umz&#252;ge und Ver&#228;nderungen des Autorenteams hinter uns, und in den letzten Monaten schlug beim werten Mitblogger Boche auch das &#8220;Real Life&#8221; in bekannt unbarmherziger Weise zu: Er hat einfach keine Zeit mehr [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Am&nbsp;<a href="http://streiflicht.blogsome.com/2005/09/22/blog/">22.09.2005</a>&nbsp;begann es: Die beiden ehemaligen&nbsp;<a href="http://www.dol2day.com/">dol2day</a>-&#8221;Existenzen&#8221; Boche und Rayson riefen das Gemeinschaftsblog &#8220;Bissige Liberale ohne Gnade &#8211; B.L.O.G.&#8221; ins Leben. Inzwischen haben wir einige Umz&#252;ge und Ver&#228;nderungen des Autorenteams hinter uns, und in den letzten Monaten schlug beim werten Mitblogger Boche auch das &#8220;Real Life&#8221; in bekannt unbarmherziger Weise zu: Er hat einfach keine Zeit mehr f&#252;r diesen Unsinn. Auch haben wir das Gef&#252;hl, dass wir die wirklich grundlegenden Fragen, also diejenigen jenseits der Tagespolitik, hier und woanders schon so oft und ausf&#252;hrlich diskutierten, dass sich die Hauptmotivation f&#252;r unsere Bloggerei zu einem guten Teil inzwischen erledigt hat. Wo wir Fragen hatten, bekamen wir Antworten, und wo wir unsere Antworten loswerden wollten auf die Fragen anderer, haben wir das auch getan.</p>
<p>Wir sind nach diesen siebeneinhalb Jahren bereichert aus all diesen Diskussionen hervorgegangen. Deswegen m&#246;chten wir uns bedanken bei allen ehemaligen Mitbloggern, allen konstruktiv auftretenden Kommentatoren (es gab nur wenige Ausnahmen) und auch all unseren Gespr&#228;chspartnern in der Blogosph&#228;re. Auch wenn wir unserem Label entsprechend in diesen Diskussionen auftraten: Den gr&#246;&#223;ten Nutzen zogen wir aus der Auseinandersetzung mit Andersdenkenden. Meistens sahen wir uns in unserer Meinung best&#228;tigt, was aber kein Wunder sein sollte bei Leuten, deren &#220;berzeugungen &#252;ber viele Jahre entstanden, also bereits ein Resultat von zahlreichen Auseinandersetzungen und Korrekturen sind.&nbsp;Manchmal aber haben uns kontr&#228;re Meinungen auch zu neuem Nachdenken gebracht, und f&#252;r diese Momente sind wir dankbar.</p>
<p>Unser Gr&#252;ndungsjahr war noch gepr&#228;gt von der Hochzeit der deutschen politischen Blogosph&#228;re. Es bildete sich sozusagen von &#8220;unten&#8221; eine liberale Blogosph&#228;re, mit &#8220;Statler &amp; Waldorf&#8221; als der andere inspirierenden &#8220;Mutter aller liberalen Blogs&#8221;. Im Wahlkampf 2005 bildeten sich Lager, die sich z.T. heftig bek&#228;mpften, und einzelne Irrlichter vergifteten mit ihren Aktionen die Diskussionsatmosph&#228;re. Nachdem die Klarnamen der &#252;belsten Psychpathen ermittelt waren und diverse Vermittlungsversuche zu einer Beruhigung f&#252;hrten, war dann auch diese Zeit vorbei. Wie &#252;berhaupt der Niedergang der politischen Blogosph&#228;re nach diesem H&#246;hepunkt massiv einsetzte. Fast alle der damals noch in unserer Blogroll verlinkten Blogs gibt es nicht mehr. Die Sache &#8220;Blogs&#8221; war als allgemeines Ph&#228;nomen durch, Angebote wie Facebook und Twitter &#252;bernahmen einen gro&#223;en Teil der fr&#252;her &#252;ber Blogs abgewickelten Diskussionen. Was man bedauerlich finden darf, denn w&#228;hrend das Internet selbst trotz aller gegenl&#228;ufigen Anstrengungen der Politik noch als halbwegs &#8220;frei&#8221; gelten kann, gilt das f&#252;r die Plattformen, die von einzelnen Unternehmen bereitgestellt werden, h&#246;chstens &#228;u&#223;erst bedingt. Oder einfach &#252;berhaupt nicht. Und dass alte S&#228;cke wie wir eine 140-Zeichen-&#8221;Kommunikation&#8221; eher als R&#252;ckschritt empfinden, sollte man uns nachsehen.</p>
<p>Jetzt, Anfang des Jahres 2013, haben wir eine &#8220;Gro&#223;e&#8221; Koalition hinter uns und bald eine schwarz-gelbe. Die Sache mit den Lagern hat sich so ziemlich erledigt, auch wenn uns die Wahlk&#228;mpfer der verschiedenen Parteien demn&#228;chst etwas anderes erz&#228;hlen wollen. Es gibt einen Block von vier (bzw. f&#252;nf) &#8220;staatstragenden&#8221; Parteien, die CDUCSUSPDGR&#220;NEFDP, die sich in ihrer Rhetorik z.T. deutlich, in ihrem Handeln aber nur noch in Timing und Ausma&#223; unterscheiden. Grundlegender Widerstand gegen diese Politik findet nur noch an den R&#228;ndern statt oder in der Form kaltgestellter innerparteilicher Minderheiten. Gerade das sollte eigentlich eine Chance f&#252;r unabh&#228;ngige K&#246;pfe sein, aber die Betreiber von Blogs sind eben Menschen wie die anderen auch. Nur mit etwas mehr Zeit f&#252;r Unsinn.</p>
<p>Es gilt auch weiter das unter &#8220;<a href="https://www.bissige-liberale.net/2012/03/05/eine-erklarung/">Eine Erkl&#228;rung</a>&#8221; Gesagte, das man im Prinzip schon damals als angek&#252;ndigtes Blogende lesen konnte. Zu Recht, wie sich jetzt zeigt.</p>
<p>Wir jedenfalls haben gesagt, was wir als Liberale sagen wollten. Dieses Blog wird zun&#228;chst mal weiter zu lesen sein, aber es wird keine neuen Beitr&#228;ge mehr geben.&nbsp;</p>
<p>Boche und Rayson sagen &#8220;Danke und Tsch&#252;s&#8221;!</p>
<p></p>
<p>P.S.: Ein besonderer Dank geb&#252;hrt&nbsp;<a href="http://stefanolix.wordpress.com/">stefanolix</a>, der das BLOG-Label entwarf.</p>
<p>P.P.S. Rayson macht weiter unter&nbsp;<a href="http://raysondetre.wordpress.com">raysondetre.wordpress.com</a>. Allerdings pers&#246;nlicher und daher auch &#252;bliche politische Einordnungen missachtend.</p>
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		<title>Umschlag</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Apr 2013 15:05:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Die meisten unter uns haben Grunds&#228;tze und bilden sich Meinungen. Interessanterweise oft verschiedene. Wenn wir &#8220;wohlmeinend&#8221; diskutieren, versprechen wir uns daraus meist einen Erkenntnisgewinn, indem wir zum einen die Meinung des Anderen zu verstehen lernen und zum anderen unsere eigene Meinung am Widerspruch &#252;berpr&#252;fen k&#246;nnen. Doch selbst mit dieser Intention begonnene Diskussionen scheitern sehr schnell [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten unter uns haben Grunds&#228;tze und bilden sich Meinungen. Interessanterweise oft verschiedene. Wenn wir &#8220;<a href="http://www.bissige-liberale.net/2013/01/27/wunschtraum/">wohlmeinend</a>&#8221; diskutieren, versprechen wir uns daraus meist einen Erkenntnisgewinn, indem wir zum einen die Meinung des Anderen zu verstehen lernen und zum anderen unsere eigene Meinung am Widerspruch &#252;berpr&#252;fen k&#246;nnen. Doch selbst mit dieser Intention begonnene Diskussionen scheitern sehr schnell an einem Ph&#228;nomen, das wir hier mal &#8220;Umschlag&#8221; nennen wollen.</p>
<p><span id="more-7062"></span>
<p>Bei den Grunds&#228;tzen sieht der Umschlag so aus, dass, wenn etwas Verwerfliches oder zu &#196;nderndes identifiziert wurde, nur noch das extreme Gegenteil als moralisch zul&#228;ssig dargestellt wird. Nehmen wir als Beispiel die Inspiration f&#252;r diesen Blogeintrag, eine Diskussion auf stefanolix&#8217; Blog zu diesem Artikel: &#8220;<a href="http://stefanolix.wordpress.com/2013/03/27/aus-sicht-der-autodiebe/">Aus Sicht der Autodiebe</a>&#8220;. Es ging dort u.a. darum, warum in Dresden Diebst&#228;hle von Autos relativ h&#228;ufiger auftreten als woanders. Stefanolix stellte dort fest:</p>
</p>
<blockquote><p>Eine wenig hilfreiche Aussage findet man auch in den »Dresdner Neuesten Nachrichten«:<br />
<blockquote>Dresden ist die Hochburg der Autodiebe.&nbsp;</p></blockquote>
<p>Das stimmt nat&#252;rlich auch nicht. In Dresden wohnen nicht mehr oder weniger Autodiebe als in anderen Gro&#223;st&#228;dten. Die vergleichsweise hohe Zahl der Autodiebst&#228;hle h&#228;ngt mit der Grenzn&#228;he und mit den Beutez&#252;gen ausl&#228;ndischer Autodiebe zusammen.&nbsp;</p></blockquote>
<p>Dazu <a href="http://stefanolix.wordpress.com/2013/03/27/aus-sicht-der-autodiebe/#comment-12020">kommentierte &#8220;Antifa&#8221;</a>:</p>
<blockquote><p>Das h&#228;tte die NPD nicht besser formulieren k&#246;nnen.</p></blockquote>
<p>Es gibt eine Reihe von offensichtlichen Gr&#252;nden, warum stefanolix&#8217; Feststellung, zu der es im &#220;brigen auch genug Belege gibt (siehe die dortige Diskussion), zutrifft. Sie umfassen eine Mischung aus Anreizen (z.B. Wohlstandsgef&#228;lle) und Wettbewerbsvorteilen ausl&#228;ndischer Krimineller (z.B. Wahrscheinlichkeit, erwischt zu werden). Die Umschlags&#8221;logik&#8221;, wonach diese Feststellung eben Nazi ist, sieht jedoch so aus: Aus Sicht der Nazis sind Ausl&#228;nder minderwertig, also z.B. auch krimineller. Wer somit einen hohen Anteil an bestimmten Straftaten auf die T&#228;tigkeit von Ausl&#228;ndern zur&#252;ckf&#252;hrt, ist Nazi. Nicht Nazi ist man nur dann, wenn Ausl&#228;nder maximal denselben Anteil (bezogen auf die Einwohnerschaft) von Kriminellen stellen wie Deutsche, ungeachtet irgendwelcher konkreter spezieller Gegebenheiten, zu denen dann auch der Import von Kriminalit&#228;t geh&#246;rt.&nbsp;</p>
<p>Das l&#228;sst sich verallgemeinern:&nbsp;</p>
</p>
<ul>
<li>Frauen werden benachteiligt? Es gibt auch nicht die geringsten Unterschiede zwischen den Geschlechtern!</li>
<li>Deutsche haben einen Vernichtungskrieg gef&#252;hrt? Deutsche d&#252;rfen nie wieder zu den Waffen greifen!</li>
<li>Der Nationalismus hat viel Unheil &#252;ber die Welt gebracht? Weg mit den Nationalstaaten!</li>
<li>Der Staat macht viele Fehler? Nur in der Anarchie liegt das Heil!</li>
</ul>
<p>In Bezug auf die Meinungen &#228;u&#223;ert sich das Ph&#228;nomen so: Was ich einmal als richtig ansehe, darf &#252;berhaupt keine Nachteile haben. Also:&nbsp;</p>
</p>
<ul>
<li>Weil ich f&#252;r den Mindestlohn bin, kann dieser unm&#246;glich Arbeitspl&#228;tze kosten.&nbsp;</li>
<li>Weil ich daf&#252;r bin, dass der Staat Steuern erhebt, k&#246;nnen Steuern unm&#246;glich mit Gewalt eingezogene Gelder sein.</li>
<li>Weil ich f&#252;r weniger staatliche &#220;berwachung bin, wird ohne sie die Sicherheit nicht im Geringsten zunehmen.</li>
<li>Weil ich gegen den Irak-Krieg bin (war), darf dieser &#252;berhaupt keine positiven Ergebnisse gebracht haben.</li>
<li>Weil ich gegen die Gewinnung von Energie aus Atomkraft bin, darf diese &#252;berhaupt keine positive Folgen f&#252;r andere Ziele wie CO2-Reduzierung oder technischen Fortschritt haben.</li>
</ul>
<p>Am leichtesten sollte hier die Korrektur des &#8220;Meinungs-Umschlags&#8221; sein, denn selbstverst&#228;ndlich ist es f&#252;r jemanden, der sich ausreichend mit einer Sache besch&#228;ftigt hat, m&#246;glich, f&#252;r eine bestimmte Ma&#223;nahme einzutreten, ohne deren Nachteile zu leugnen. Wer aber als reiner Fanboy (oder reines Fangirl) durch die Gegend l&#228;uft, d&#252;rfte damit naturgem&#228;&#223; Probleme bekommen. Oft wird diese Haltung auch aus rein defensiven Gr&#252;nden eingenommen, weil man f&#252;rchtet, die eigene Meinung durch das Eingest&#228;ndnis von Nachteilen zu schw&#228;chen.&nbsp;</p>
<p>&#8220;Grundsatz-Umschl&#228;ge&#8221; hingegen sind schwer zu relativieren, weil sie Glaubenss&#228;tzen gleichkommen.</p>
<p>Was folgt daraus? Zun&#228;chst gilt es zu erkennen, wenn man auf dieses Ph&#228;nomen trifft. Meistens ist diese Erkenntnis gleichbedeutend mit einem sinnvollen Ende der Diskussion. In Ausnahmef&#228;llen kann aber im Bereich der Meinungen ein gegenseitiges Verst&#228;ndnis erzielt werden, n&#228;mlich dann, wenn beide Seiten erkennen, dass die Erw&#228;hnung von Nachteilen eher ein Zeichen der St&#228;rke als der Schw&#228;che ist. Dass sich die Bewertung dann trotzdem unterscheidet, sollte dann eher zum Lob auf die Vielfalt menschlicher Vorstellungen genutzt werden als zur Verdammnis der Abweichler.</p>
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		<item>
		<title>Geheimplan aufgedeckt: Deutschland tritt Griechenland bei!</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Apr 2013 15:57:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor und Satire]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurz nach Redaktionsschluss der meisten Medien erreichte uns noch eine sensationelle Nachricht: Die Bundesregierung erw&#228;gt einen Beitritt Deutschlands zu Griechenland.&#160; Schon lange hatten Experten auf die h&#246;here Effizienz hingewiesen, die sich erzielen lie&#223;e, wenn deutsche Steuergelder gleich in den griechischen Haushalt einflie&#223;en k&#246;nnten.&#160; Zudem k&#246;nnte nach einer Fusion die gemeinsame Quote Staatsverschuldung/BIP unter die kritische [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Kurz nach Redaktionsschluss der meisten Medien erreichte uns noch eine sensationelle Nachricht: Die Bundesregierung erw&#228;gt einen Beitritt Deutschlands zu Griechenland.&nbsp;</p>
<p>Schon lange hatten Experten auf die h&#246;here Effizienz hingewiesen, die sich erzielen lie&#223;e, wenn deutsche Steuergelder gleich in den griechischen Haushalt einflie&#223;en k&#246;nnten.&nbsp;</p>
<p><span id="more-7060"></span>
<p>Zudem k&#246;nnte nach einer Fusion die gemeinsame Quote Staatsverschuldung/BIP unter die kritische 90%-Grenze gedr&#252;ckt werden. Es ist dann weiter damit zu rechnen, dass das neue, vereinigte Griechenland wieder problemlos Zugang zum Kapitalmarkt erhalten w&#252;rde. Die Fusion scheiterte bisher daran, dass angesichts der j&#252;ngeren Zeitgeschichte ein Beitritt Griechenlands zur Bundesrepublik Deutschland ausgeschlossen ist. Bundeskanzlerin Merkel hat aber jetzt mit diesem unorhodoxen, aber um so mutigeren Schritt ihre Handlungsst&#228;rke bewiesen. Sie verzichtet daf&#252;r sogar &#8211; ebenfalls aus historischer R&#252;cksicht &#8211; auf das Amt des Regierungschefs, welches der griechische Ministerpr&#228;sident Samaras &#252;bernehmen wird. Als Staatsoberhaupt ist, welche gro&#223;e Geste der Vers&#246;hnung, Otto Rehagel im Gespr&#228;ch. Angeblich ist Griechenland f&#252;r ihn sogar bereit, das neue Land in eine konstitutionelle Monarchie umzuwandeln. K&#246;nig Rehakles I. w&#228;re dann aber, wie seine meisten anderen europ&#228;ischen Amtskollegen auch, auf rein repr&#228;sentative Pflichten beschr&#228;nkt.</p>
<p>Die Ma&#223;nahme wurde, wie zu h&#246;ren ist, vorher mit allen ma&#223;geblichen politischen Kr&#228;ften im Land abgesprochen und von ihnen mehrheitlich gebilligt. Einzig aus dem Lager der &#8220;Gr&#252;nen&#8221; wurde Widerspruch laut, weil &#8220;New Greeco&#8221; (so der Projektname f&#252;r die Fusion, eine endg&#252;ltige Bezeichnung des neuen Staates steht noch nicht fest) sich wahrscheinlich schwerer damit tun wird, Kindern von eingewanderten T&#252;rken eine doppelte Staatsb&#252;rgerschaft zuzugestehen. Allerdings stimmte die Aussicht, die T&#252;rkei als Nachbarland hinzuzugewinnen, angeblich sogar Claudia Roth vers&#246;hnlich. Die Erleichterung, die deutsche Geschichte mit diesem Schritt endlich loswerden zu k&#246;nnen, stand bei ersten vorsichtigen Interviews allen Parteienvertretern ins Gesicht geschrieben. Aus der FDP hie&#223; es, man k&#246;nne eigentlich gar nicht verstehen, warum man nicht fr&#252;her so gehandelt und stattdessen auf die m&#252;hsame Einigung mit 27+ Staaten gesetzt habe. Um die Altgriechen durch den Beitritt nicht mit deutscher Geschichte und Verantwortung zu belasten, erdachten sich die Fusionsberater von Goldman Sachs und der Deutschen Bank eine raffinierte Konstruktion: Es treten zun&#228;chst alle L&#228;nder bis auf Berlin aus der Bundesrepublik aus und dann Griechenland bei. Alleiniger Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches ist somit die Hauptstadt Berlin. Vor&#252;bergehend war auch im Gespr&#228;ch, dem Land Berlin als sogenanntem &#8220;Bad State&#8221; alle Schulden der &#252;brigen L&#228;nder zu &#252;bertragen, dies stie&#223; jedoch auf heftigen Widerstand der Kapitalm&#228;rkte. Die jetzt gefundene L&#246;sung hat gleich mehrere Vorteile:</p>
<p>
<ul>
<li>ein Beitritt eines weiteren (Spree-)Athens war den Griechen nicht zu vermitteln gewesen</li>
<li>die f&#252;r den Frieden Europas so wichtigen Institutionen ESM und EFSF k&#246;nnen auch nach der Beseitigung des Griechenlandproblems weiter bestehen und sich vorwiegend um das Land Berlin k&#252;mmern (der Regierende B&#252;rgermeister versprach sogleich, mit seiner Haushaltspolitik daf&#252;r zu sorgen, dass in den beiden genannten Institutionen keine Arbeitspl&#228;tze verloren gingen)</li>
<li>das Hauptstadtproblem ist letztlich zur Zufriedenheit aller gel&#246;st: Athens bekannteste Ruine ist antik, und es verf&#252;gt &#252;ber einen Flughafen</li>
</ul>
<p>Die wichtigste verbleibende Frage war nur noch die nach dem Umtauschkurs: Man einigte sich auf 1:9, d.h. das neue gemeinsame Parlament setzt sich zu einem Zehntel aus den Neugriechen n&#246;rdlich der Alpen zusammen und zu neun Zehnteln aus den Altgriechen s&#252;dlich der Alpen. N&#246;rdlich der Alpen lebende Griechen k&#246;nnen f&#252;r die altgriechischen Abgeordneten stimmen &#8211; die dort weit verbreiteten griechischen Restaurants werden dann zu Wahllokalen. Der Umtauschkurs der Abgeordneten wurde n&#246;tig, weil es eine gemeinsame W&#228;hrung schon gibt, man aber auch mit der in Griechenland bew&#228;hrten Tradition des bestehenden Europaparlaments &#8220;different men &nbsp;- different votes&#8221; nicht brechen wollte.&nbsp;</p>
<p>Staatssprache und Flagge stehen noch nicht fest. Mit der Komposition einer Nationalhymne wurde aber bereits &#8211; auch dies eine deutliche Geste &#8211; der bekannte Skirennfahrer Costa Cordalis beauftragt.&nbsp;</p>
<p>Ein Schritt in dieser historischen Dimension wirft sicherlich noch viele weitere Fragen auf. Diese werden aber sicher im bekannten, geschwisterlichen Einvernehmen der beteiligten Staaten gel&#246;st werden k&#246;nnen. Mehr Europa immer, weniger Europa nimmer!</p>
<p></p>
<p>P.S.: Nach Bekanntwerden dieser Absicht wurde ein Unionspolitiker mit der Aussage zitiert: &#8220;Ach komm, Zypern nehmen wir auch noch mit!&#8221;. Wir halten Sie auf dem Laufenden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Relative an der Meinungsfreiheit</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2013/03/21/das-relative-an-der-meinungsfreiheit/</link>
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		<pubDate>Thu, 21 Mar 2013 08:55:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir erinnern uns: Immer dann, wenn jemand Thesen vertritt, die einer gewissen Grundtendenz widersprechen, spielt sich folgende Prozedur ab. Medialer Shitstorm von allen Seiten. Parteien, Verb&#228;nde, Experten und Qualit&#228;tsjournalisten mit vor Besorgnis zerfurchten Gesichtern mahnen, kritisieren und verurteilen. Auf Twitter und Facebook ist die H&#246;lle los. Aufrufe erscheinen, dem sich so &#196;u&#223;ernden keine Plattform zu [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Wir erinnern uns: Immer dann, wenn jemand Thesen vertritt, die einer gewissen Grundtendenz widersprechen, spielt sich folgende Prozedur ab.</p>
<p>
<ol>
<li>Medialer Shitstorm von allen Seiten. Parteien, Verb&#228;nde, Experten und Qualit&#228;tsjournalisten mit vor Besorgnis zerfurchten Gesichtern mahnen, kritisieren und verurteilen. Auf Twitter und Facebook ist die H&#246;lle los. Aufrufe erscheinen, dem sich so &#196;u&#223;ernden keine Plattform zu bieten.</li>
<li>Dem Angegriffenen stehen ein paar Versprengte bei, die eine ernsthafte Debatte einfordern und sich auf das Recht der Meinungsfreiheit berufen.</li>
<li>Die anst&#228;ndigen Aufst&#228;ndler antworten mit H&#228;me: Niemand verbiete doch die Meinungs&#228;u&#223;erung. Schlie&#223;lich sei der &#220;belt&#228;ter doch oft im Fernsehen zu sehen gewesen und sein Buch habe sich auch gut verkauft. Nur m&#252;sse derjenige eben eine Kritik aushalten, die seinen Verfehlungen gerecht wird. Und au&#223;erdem: &#8220;Das muss man doch mal sagen d&#252;rfen!&#8221; sei selbstverst&#228;ndlich sowas von Nazi &#8211; dass sich jemand darauf berufe, entlarve ihn selbst.</li>
</ol>
<p>Dieses Schema profitiert von einem Mechanismus, der, unterst&#252;tzt durch eine entsprechende Umfrage des Allensbach-Instituts, in einem Artikel auf FAZ.net dargestellt wird. Offensichtlich bestimmt nicht allein das legale Umfeld das Meinungsklima, sondern auch eine Art gesellschaftliche Toleranzgrenze.&nbsp;</p>
<p><span id="more-7056"></span>
<p>In dem Artikel wird zwar res&#252;miert, grunds&#228;tzlich f&#252;hle sich nur eine Minderheit der Deutschen in ihrer Meinungs&#228;u&#223;erung eingeschr&#228;nkt, aber wenn 30% meinen, man m&#252;sse bei seiner Meinungs&#228;u&#223;erung &#8220;vorsichtig sein&#8221;, dann handelt es sich dabei zwar tats&#228;chlich um eine Minderheit, aber um eine erschreckend gro&#223;e. Immerhin 41% meinen, man d&#252;rfe manche Dinge einfach nicht laut aussprechen. F&#252;r eine Demokratie, die doch angeblich vom Streit der Meinungen lebt, sind das vernichtende Werte.</p>
<blockquote><p>Es zeigt sich, dass es in der Bev&#246;lkerung ein bemerkenswert gro&#223;es Ma&#223; an Intoleranz gegen&#252;ber Meinungen gibt, die den eigenen Vorstellungen von einer moralisch angemessenen Haltung widersprechen. Bei zehn der insgesamt 21 zur Auswahl vorgelegten Aussagen sind erhebliche Teile von mindestens einem Drittel der Bev&#246;lkerung der Meinung, man m&#252;sse sie verbieten. Der Gedanke, dass das im Grundgesetz verankerte Prinzip der Meinungsfreiheit auch f&#252;r abseitige Meinungen, f&#252;r Tabubr&#252;che und moralisch vielleicht schwer ertr&#228;gliche Positionen gilt, liegt vielen Menschen offensichtlich fern.</p></blockquote>
<p>Entgegen liberalen &#220;berzeugungen ist Meinungsfreiheit f&#252;r viele Menschen offensichtlich kein unverzichtbarer Wert an sich, sondern nur Mittel zum Zweck der Durchsetzung eigener Positionen. Dieser Blogger hat in seinem Online- und Offline-Leben schon viele Appelle f&#252;r die Meinungsfreiheit gelesen, aber so gut wie nie (in manchen liberalen Blogs kommt es schon noch vor&#8230;) solche, in denen jemand f&#252;r die Freiheit einer Meinung eingetreten ist, die er selbst in hohem Ma&#223; ablehnt. Dagegen stehen die &#252;blichen &#8220;Keine Plattform bieten!&#8221;-Parolen, die Meinungsfreiheit faktisch einschr&#228;nken wollen. Von den Pastellzeichnungen in den Schulen weicht auch der graue Demonstrations-Alltag ab, in dem unter &#8220;Gegendemonstration&#8221; nicht verstanden wird, dass da eine Gruppe der anderen ihre eigenen Vorstellungen entgegensetzt, sondern dass die eine Gruppe versucht, die andere an der Aus&#252;bung ihres Grundrechts zu hindern, sei es mit L&#228;rmkulissen, Blockaden oder auch Gewalt.</p>
<p>Die Problematik wird noch verst&#228;rkt durch die Feststellung, dass es offensichtlich eine &#246;ffentlich vermittelte Toleranzgrenze gibt, die enger ist als die tats&#228;chlich in der Gesellschaft vorherrschende:</p>
<blockquote><p>Aufschlussreich ist nun vor allem der Vergleich der tats&#228;chlichen mit den „gef&#252;hlten“ Tabuzonen. Es liegt zun&#228;chst nahe anzunehmen, dass die Meinungs&#228;u&#223;erungen, bei denen besonders viele Menschen sagen, sie sollten verboten werden, auch die sind, bei denen die meisten sagen, man k&#246;nne sich mit ihnen, wie es in der Frage hei&#223;t, „den Mund verbrennen“. Doch das ist nur zum Teil der Fall. Zwar gibt es &#196;u&#223;erungen, die viele verboten sehen wollen und die viele Menschen auch als heikel in der &#214;ffentlichkeit empfinden, doch es gibt auch einige Punkte, bei denen das Gef&#252;hl, dort k&#246;nne man sich den Mund verbrennen, wesentlich ausgepr&#228;gter ist als die tats&#228;chliche gesellschaftliche Intoleranz.</p></blockquote>
<p>Fazit: Einschr&#228;nkungen der Meinungsfreiheit sind gesellschaftlich prinzipiell akzeptiert. Wer die Macht hat, eine &#246;ffentlich vermittelte Toleranzgrenze zu bestimmen, kann daher auch ohne formal-rechtliche Eingriffe die Aus&#252;bung dieses Grundrechts wirksam erschweren.</p>
<p><i>*<a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/allensbach-analyse-tatsaechliche-und-gefuehlte-intoleranz-12120753.html">FAZ.net vom 20.03.2013</a>, Autor:&nbsp;Dr. Thomas Petersen</i></p>
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		<title>Kiesingers Erben</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Mar 2013 22:07:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<category><![CDATA[International]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich sage nur China, China, China! (Kurt Georg Kiesinger, ehemaliger Bundeskanzler) In abgewandelter Form begegnet uns dieser Ausruf zuverl&#228;ssig in so gut wie jeder Euro-Debatte. Irgendein Verteidiger der fatalen W&#228;hrung wird dann mit ernster Miene und sorgenzerfurchtem Gesicht konstatieren, dass nur ein geeintes Europa &#8220;im Konzert der Gro&#223;en&#8221; mithalten k&#246;nne. Und ganz sicher f&#228;llt dann [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Ich sage nur China, China, China!</p></blockquote>
<p><i>(Kurt Georg Kiesinger, ehemaliger Bundeskanzler)</i></p>
<p>In abgewandelter Form begegnet uns dieser Ausruf zuverl&#228;ssig in so gut wie jeder Euro-Debatte. Irgendein Verteidiger der fatalen W&#228;hrung wird dann mit ernster Miene und sorgenzerfurchtem Gesicht konstatieren, dass nur ein geeintes Europa &#8220;im Konzert der Gro&#223;en&#8221; mithalten k&#246;nne. Und ganz sicher f&#228;llt dann immer auch das Wort &#8220;China&#8221;, nur die Zutaten werden aus &#8220;USA&#8221;, &#8220;Indien&#8221; oder allgemein den &#8220;aufstrebenden neuen Gro&#223;m&#228;chten&#8221; gemixt.</p>
<p>Leider ist es diesem Blogger auch bei der xten Wiederholung dieses Schauspiels nicht gelungen, einen Sinn hinter der Aussage zu entdecken, geschweige denn einen tieferen. Mal v&#246;llig abgesehen von der sich nat&#252;rlich sofort aufdr&#228;ngenden, aber tunlichst unbeantwortet gelassenen Frage, wie denn ausgerechnet der Euro, der Europa ja nun nicht gerade zu einem Hort der Stabilit&#228;t zu machen scheint, die Position gegen&#252;ber anderen Staaten irgendwie zu verbessern in der Lage sein soll &#8211; was soll ein zentralistischer europ&#228;ischer Staat dann leisten, das ein Vor-Maastricht-Staatenbund nicht h&#228;tte leisten k&#246;nnen? Warum soll er es tun, und mit welchen Mitteln wird er es tun?</p>
<p>Der einzige Fall, der dem verzweifelten Schreiber dieser Zeilen dann immer einf&#228;llt, w&#228;re ein bewaffneter Angriff Chinas (oder Indiens oder&#8230;) auf das europ&#228;ische Festland. K&#228;me es dazu, w&#228;re eine gesamteurop&#228;ische Armee rein milit&#228;rtaktisch sicher vorteilhafter als viele kleine einzelne. Allerdings: Gibt es da nicht irgendwie dieses Ding namens NATO? Und bei aller Wertsch&#228;tzung f&#252;r den Erfolg, die Armeen Europas zu einen, dem angesichts der besonderen Situation Englands und Frankreichs in Sachen Atomwaffen und Sicherheitsrat eine heroische Selbstaufopferung dieser beiden L&#228;nder vorausgegangen sein muss: So richtig zuversichtlich w&#252;rde diesen Autor das bei einem etwaigen Angriff Chinas auf die EU auch nicht stimmen. Zu seiner Beruhigung f&#228;llt ihm zur Zeit aber so gar kein Grund ein, warum es zu dieser Situation kommen sollte. Die vorhin erw&#228;hnten Sorgenfurchen in den Gesichtern der weisen Staatsm&#228;nner, die derart als Kiesingers Erben auftreten, lassen jedoch vermuten: Die wissen mehr!</p>
<p>Nur was?</p>
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		<title>Haben wir das genehmigt?</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Mar 2013 14:17:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Man kann nicht oft genug betonen, wie wichtig es f&#252;r die Demokratie ist, dass die Demokratieabgabe auch f&#252;r sachliche Aufkl&#228;rung im Internet verwendet wird, z.B. unter tagesschau.de. Da haben es ein paar Leute doch tats&#228;chlich gewagt, eine Partei zu gr&#252;nden, die sich entgegen dem Kartell der etablierten Parteien f&#252;r eine Abschaffung des Euro ausspricht. Zum [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann nicht oft genug betonen, wie wichtig es f&#252;r die Demokratie ist, dass die Demokratieabgabe auch f&#252;r sachliche Aufkl&#228;rung im Internet verwendet wird, z.B. unter tagesschau.de.</p>
<p>Da haben es ein paar Leute doch tats&#228;chlich gewagt, eine Partei zu gr&#252;nden, die sich entgegen dem Kartell der etablierten Parteien f&#252;r eine Abschaffung des Euro ausspricht. Zum Wohle unserer Demokratie ist eine Diskussion dar&#252;ber aber zu unterbinden, weil es sich bei Euro-Gegnern nur um Neoliberale, Marktradikale und Rechtspopulisten handeln kann, also allesamt Ausgeburten der H&#246;lle, gekommen, um unsere heile Welt zu vernichten. Um dies demokratieabgabenfinanziert uns allen auch so richtig deutlich zu machen, hat man den neutralsten Journalisten gesucht, den man finden konnte, um ihn einen n&#252;chternen, ausgewogenen&nbsp;<a href="http://www.tagesschau.de/inland/antieuro100.html">Bericht</a>&nbsp;&#252;ber die neue Partei &#8220;<a href="https://www.alternativefuer.de/">Alternative f&#252;r Deutschland</a>&#8221; schreiben zu lassen.</p>
<p><span id="more-7050"></span>
<p>Gesto&#223;en ist man dabei auf&nbsp;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Patrick_Gensing">Patrick Gensing</a>, der es sich anscheinend zur Hauptaufgabe gemacht hat, aus konsequent linker Sicht hinter jedem liberalen bis konservativen Busch einen Neonazi zu wittern und dar&#252;ber zu berichten. Von dem Moment an, als wir von der Gr&#252;ndung der neuen Partei erfuhren, warteten wir tats&#228;chlich sek&#252;ndlich auf den &#8220;Beweis&#8221;, dass es sich dabei nur um Rechtsradikale handeln k&#246;nne. Oder, was ja gerne genommen wird, wenn man diesen &#8220;Beweis&#8221; noch nicht einmal an den Haaren herbeiziehen kann, weil die Personen das einfach nicht hergeben, man beschuldigt sie, mit ihren Meinungen den b&#246;sen rechten Drachen aufzuwecken, sich also sozusagen der Beihilfe zum Neonazismus schuldig zu machen. Auf Gensing ist in dieser Hinsicht Verlass.</p>
<p>Mit seinem antifaschistischen Hammer in der Hand entdeckt er m&#252;helos jenseits der Linken eine Welt voller rechtsradikaler N&#228;gel. Wozu gibt es denn die altbew&#228;hrte linke Methodik des &#8220;guilty by association&#8221;? Zwar sind die Initiatoren der neuen Partei noch nicht im selben Bus gesehen worden wie Bekannte des Schwagers eines Neonazis, aber man konnte andere Beweise sichern, die den Anfangsverdacht mehr als erh&#228;rten. So bezeichnete z.B. der Volkswirtschaftler Bernd Lucke in der Sendung &#8220;Maybrit Illner&#8221; das Gerede vom Euro als &#8220;Friedensprojekt&#8221; v&#246;llig zutreffend als &#8220;Propaganda&#8221;, was jedem klar sein muss, der die Berichterstattung &#252;ber die Stimmungen in den betroffenen europ&#228;ischen L&#228;ndern verfolgt. Jedoch wird er deswegen anscheinend von &#8220;rechtsradikalen Kreisen&#8221; gelobt. Das ist der Beweis: Es mangelt an der Abgrenzung gegen den rechten Rand. Oskar Lafontaine nickte in derselben Sendung zwar auch dazu, und es wird dennoch nicht Luckes baldiger &#220;bertritt zur Linkspartei erwartet, aber man muss bei der Auswahl der Belege, die eine vorgefasste Meinung best&#228;tigen, ja auch nicht allzu w&#228;hlerisch sein.&nbsp;</p>
<p>Nachdem so schonungslos die Gefahr aufgedeckt wurde, dass Rechtsradikale einer Position zustimmen, w&#228;re es nicht schlecht, wenn man auch noch ein paar v&#246;llig neutrale und unvoreingenommene linke Eurozentralisten als Leumundszeugen auftreiben k&#246;nnte. Auch dieses Handwerk beherrscht Gensing. &#220;berraschenderweise liefern ihm also der Butterwegge-Adept H&#228;usler und der Gewerkschafts-&#214;konom Horn die passenden Verd&#228;chtigungen. Fazit: Mit der abweichenden Meinung droht die &#8220;Verrohung der Politik&#8221;. Und wer will das schon, wo es gerade so sch&#246;n edel abgeht.</p>
<p>Damit w&#228;re das Problem der abweichenden Meinung &#246;ffentlich-rechtlich gel&#246;st, denn (jetzt alle:) Rechten darf man nat&#252;rlich keine Plattform geben. So geht Demokratie heute. Daf&#252;r zahlen wir die Abgabe gerne. W&#228;re ja noch sch&#246;ner, wenn Unautorisierte so einfach Debatten ausl&#246;sen k&#246;nnten.</p>
<p><i>(HT: Klaus)</i></p>
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		<title>Die hohe Kunst der Manipulation &#8211; Profis und eine Amateurin</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Mar 2013 20:13:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Das gro&#223;e Gl&#252;ck, Empf&#228;nger einer Demokratieabgabe zu sein, bringt nat&#252;rlich auch eine gro&#223;e Verantwortung mit sich. Zum Beispiel gilt es zu verhindern, dass die W&#228;hler wom&#246;glich eine falsche Entscheidung treffen. Dies darf jedoch nicht so plump geschehen, dass man die Zuschauer vielleicht gar mit offensichtlich falschen Angaben misstrauisch macht oder sich hinterher faktenbewehrter Kritik von [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das gro&#223;e Gl&#252;ck, Empf&#228;nger einer Demokratieabgabe zu sein, bringt nat&#252;rlich auch eine gro&#223;e Verantwortung mit sich. Zum Beispiel gilt es zu verhindern, dass die W&#228;hler wom&#246;glich eine falsche Entscheidung treffen. Dies darf jedoch nicht so plump geschehen, dass man die Zuschauer vielleicht gar mit offensichtlich falschen Angaben misstrauisch macht oder sich hinterher faktenbewehrter Kritik von Andersdenkenden, politisch korrekt auch &#8220;gekaufte Lobby&#8221; genannt, stellen muss. Aber wozu hat man denn eine Redaktion, die sich aus Meistern der (Bild-)Sprache zusammensetzt? F&#252;r die sollte es doch ein Leichtes sein, gekonnt das Demokratief&#246;rderliche zu suggerieren, ohne klar erkennbar etwas Falsches zu sagen.</p>
<p>Die ARD-Tagesschau hat heute in diesem Sinn wieder einmal vorbildlich geliefert, und das mindestens gleich zweimal (dieser Blogger kann nicht alles verfolgen&#8230;).&nbsp;</p>
<p><span id="more-7047"></span>
<p>Da w&#228;re zun&#228;chst die Ausgabe von <del datetime="2013-03-11T21:41:07+00:00">1</del>7 Uhr. Was dort &#252;ber den Gedenktag in Japan gesagt wurde, l&#228;sst sich z.B. im&nbsp;<a href="http://www.steinhoefel.de/blog/2013/03/propaganda-abgabe-und-claudia-roths-demagogie.html">Blog</a>&nbsp;von Johannes Steinh&#246;fel nachlesen:</p>
<blockquote><p>Ein Erdbeben der St&#228;rke 9 hatte damals den Nordosten des Landes ersch&#252;ttert und eine bis zu zwanzig Meter hohe Zunamiwelle ausgel&#246;st. In der Folge kam es zu einem Reaktorunfall im Kernkraftwerk Fukushima. Dabei kamen ungef&#228;hr 16.000 Menschen ums Leben.</p></blockquote>
<p>Es mag ja sein, dass Seinh&#246;fel und dieser Autor ein vergleichsweise abstruses Sprachgef&#252;hl haben, aber f&#252;r uns beide kann sich dieses &#8220;dabei&#8221; nur auf das unmittelbar davor Folgende beziehen. Das sieht der Sprecher der Sendung aber anders, wie er Steinh&#246;fel in einer Mail mitteilte (bitte im Steinh&#246;fel-Blog selbst nachlesen). Und tats&#228;chlich kann man sich dieser logischen Beweisf&#252;hrung nicht verschlie&#223;en. Der Punkt ist nur: Es geht hier um Fernsehen, und da hat gehobene Textanalyse keine Chance, denn der unmittelbare Eindruck z&#228;hlt. Aber eine Falschmeldung, nein, die kann man der Tagesschau nicht nachweisen. Schon mal gut gemacht.&nbsp;</p>
<p>Aber die K&#252;r des &#246;ffentlich-rechtlichen Nachrichtenunwesens ist nun einmal die Tagesschau um 20 Uhr. Wie wird&nbsp;<a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts40776.html">dort</a>&nbsp;&#252;ber den Gedenktag berichtet?</p>
<p>Sprecher:</p>
<blockquote><p>Mit einer Schweigeminute ist heute in Japan der Opfer der Katastrophe von vor zwei Jahren gedacht worden. Am 11. Mr&#228;z 2011 ersch&#252;tterte ein heftiges Erdbeben das Land und l&#246;ste einen Tsunami und die Reaktorkatastrophe in Fukushima aus. Etwa 16.000 Menschen starben. Noch immer werden mehr als 2.500 Menschen vermisst.&nbsp;</p></blockquote>
<p>W&#228;hrenddessen sieht man im Hintergrund unter dem Titel &#8220;2 Jahre nach der Katastrophe&#8221; ein Bild der Anlage in Fukushima. Wieder wird hier nichts Falsches gesagt. Aber welcher Eindruck wird erzeugt? Das Wort &#8220;Katastrophe&#8221; wird im Hintergrundbild mit dem Reaktorunfall in Verbindung gebracht. Auch im Text taucht es nur in diesem Zusammenhang auf. Woran die 16.000 Menschen starben, wird nicht klar gesagt. Dann wohl an den genannten drei Ereignissen zusammen, aber tats&#228;chlich starb allein aufgrund der &#8220;Reaktorkatastrophe&#8221; bislang niemand.&nbsp;</p>
<p>Es folgt der Filmbericht. Die ersten S&#228;tze aus dem Off:</p>
<blockquote><p>F&#252;r einen Moment steht das Leben still, in Japans Hauptstadt Tokio, im ganzen Land. Schweigeminute f&#252;r die Opfer von Erdbeben, Tsunami und Atomungl&#252;ck.&nbsp;</p></blockquote>
<p>Es ist zu bezweifeln, dass die Schweigeminute den Opfern des Atomungl&#252;cks galt, denn solche gab es &#8211; wie gesagt &#8211; bislang nicht.&nbsp;</p>
<p>Die&nbsp;inoffizielle deutsche Emp&#246;rungsbeauftragte Claudia Roth kann es nicht so gut. Ihr Versuch, heute auf&nbsp;<a href="https://www.facebook.com/Roth/posts/10151525525735664">Facebook</a>&nbsp;ver&#246;ffentlicht, wirkt gegen die geschickten Manipulationen der Experten eher plump:</p>
<blockquote><p>Heute vor zwei Jahren ereignete sich die verheerende Atom-Katastrophe von Fukushima, die nach Tschernobyl ein weiteres Mal eine ganze Region und mit ihr die ganze Welt in den atomaren Abgrund blicken lie&#223;. Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16.000 Menschen, mehr als 2.700 gelten immer noch als vermisst. Hunderttausende Menschen leben heute fernab ihrer verstrahlten Heimat.</p></blockquote>
<p>Da hier die Nennung von Erdbeben und Tsunami fehlt, ist dieser Passus als Unwahrheit zu erkennen und l&#246;ste daher auch entsprechende Kommentare aus, so dass sich zwischendurch ein &#8220;Team Roth&#8221; gen&#246;tigt sah, sich f&#252;r diesen &#8220;Fehler&#8221; zu entschuldigen.&nbsp;</p>
<p>Mehr Tagesschau gucken, liebe Claudia Roth, dann klappt&#8217;s auch mit der Agitation!</p>
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		<title>Eine Konsequenz</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Mar 2013 11:49:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Parteitag hat eins klargestellt: Es w&#228;re f&#252;r diesen Autor nur noch dann sinnvoll, in dieser Partei zu bleiben, wenn er eine Chance s&#228;he, an einer Kurskorrektur mitzuwirken. Da die Sache aber aussichtlos zu werden scheint und er dar&#252;ber hinaus beruflich bedingt die n&#246;tige Pr&#228;senz vor Ort nicht aufbringen kann, l&#228;sst sich die Konsequenz nicht [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Parteitag hat eins klargestellt: Es w&#228;re f&#252;r diesen Autor nur noch dann sinnvoll, in dieser Partei zu bleiben, wenn er eine Chance s&#228;he, an einer Kurskorrektur mitzuwirken. Da die Sache aber aussichtlos zu werden scheint und er dar&#252;ber hinaus beruflich bedingt die n&#246;tige Pr&#228;senz vor Ort nicht aufbringen kann, l&#228;sst sich die Konsequenz nicht mehr l&#228;nger hinausschieben.</p>
<p><span id="more-7045"></span>
<p>Die zwei fatalsten und liberalen Prinzipien am weitesten entgegenstehenden Fehlentscheidungen unserer Zeit, die Einf&#252;hrung des Euro und die sogenannte Energiewende, br&#228;uchten eine liberale Partei, die, wenn sie schon zu feige ist, dem Mainstream direkt entgegenzutreten, wenigstens die Grundregeln &#246;konomischer und physikalischer Logik beachtet, statt sie zu negieren, wie in diesen beiden Fragestellungen erforderlich, wenn man die Politik der Bundesregierung unterst&#252;tzen will. Die FDP weigert sich nicht nur, dieser Aufgabe gerecht zu werden, sie scheint sich in diesen Fragen auch noch am liebsten in ein utopisches Wolkenkuckucksheim zur&#252;ckzuziehen. Eine liberale Partei m&#252;sste es geradezu als ihre Kernkompetenz begreifen, Wege aus der unheilvollen Verflechtung von Geldsystem und Staat, die uns immer gr&#246;&#223;ere Blasen in Budgets und Bilanzen beschert, aufzuzeigen, aber die FDP scheitert, bis auf eine kleine Minderheit in ihr, schon daran, &#252;berhaupt das Problem zu erkennen.</p>
<p>Nun konnte man zu dem Schluss kommen, dass die Auswirkungen dieser Fehlentwicklungen f&#252;r viele Politiker zun&#228;chst nicht sichtbar waren, dass also auch die FDP vor allem Zeit zur Besinnung braucht, um sich den neuen Herausforderungen mit liberalen Rezepten zu stellen. Dieser Parteitag aber ist ein weiterer Beleg daf&#252;r, dass die eigentliche Ursache eine andere ist: Dieser Partei ist gro&#223;teils der Liberalismus abhanden gekommen.</p>
<p>Der Parteivorsitzende verwechselt Liberalismus mit einem Lebensgef&#252;hl, dabei ist es gerade die St&#228;rke des Liberalismus, viele Lebensgef&#252;hle zulassen zu wollen. Der Parteivorsitzende h&#228;lt es auch f&#252;r besonders liberal, als richtig erkannte Prinzipien aufgrund fragw&#252;rdiger Wahltaktik &#252;ber Bord zu werfen. Die einzige Person, die in der Partei prominent f&#252;r konsequent liberales Gedankengut eintritt, wird nicht einmal in den vielk&#246;pfigen Bundesvorstand gew&#228;hlt. Stattdessen setzt sich bei den Beisitzerwahlen ein Kandidat durch, dessen Kernkompetenz im Showbusiness liegt.&nbsp;</p>
<p>In einer Rede des Vorsitzenden werden zudem liberale Positionen mal eben locker ger&#228;umt und Abstimmungen dar&#252;ber erst dann zugelassen, wenn in der Tagespolitik bereits entsprechende Fakten geschaffen sein werden. Wenn das bekannte Adenauer-Zitat vom gestrigen Geschw&#228;tz zur liberalen Tugend erhoben wird, nutzen auch die markigsten Spr&#252;che und Positionierungen nichts mehr. Denn jeder wei&#223; jetzt: Die neue Leitfigur der FDP hei&#223;t Marx. Zwar (noch) nicht Karl, aber immerhin doch schon Groucho:</p>
<blockquote><p><span class="st">Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe  ich  auch noch andere.</span></p></blockquote>
<p>Unter der Voraussetzung einer zur Bet&#228;ubung des Schmerzes hinreichend zugef&#252;hrten Menge an Alkohol mag die Eigenschaft als kleineres &#220;bel f&#252;r eine Wahlentscheidung ausreichen. F&#252;r eine Mitgliedschaft nicht.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Einzelf&#246;rderung</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2013/03/06/einzelforderung/</link>
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		<pubDate>Wed, 06 Mar 2013 14:51:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass es einen Staat gibt, der auch noch Steuern kassiert, ist f&#252;r echte Libert&#228;re eins der gro&#223;en &#220;bel dieser Welt, wenn nicht das gr&#246;&#223;te. Aber selbst, wenn man hier mit den Libert&#228;ren nicht &#252;bereinstimmt, ist das Treiben der Steuerbeh&#246;rden oft absurd willk&#252;rlich und greift jenseits des eigentlichen Ziels unzul&#228;ssig in die Entscheidungsfreiheit der B&#252;rger ein. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Dass es einen Staat gibt, der auch noch Steuern kassiert, ist f&#252;r echte Libert&#228;re eins der gro&#223;en &#220;bel dieser Welt, wenn nicht das gr&#246;&#223;te. Aber selbst, wenn man hier mit den Libert&#228;ren nicht &#252;bereinstimmt, ist das Treiben der Steuerbeh&#246;rden oft absurd willk&#252;rlich und greift jenseits des eigentlichen Ziels unzul&#228;ssig in die Entscheidungsfreiheit der B&#252;rger ein. Man lese z.B., was auf &#8220;<a href="http://www.heise.de/open/meldung/Bericht-Elster-fuer-Linux-und-Mac-OS-1817683.html">heise open</a>&#8221; &#252;ber die &#8220;Elster&#8221;-Software berichtet wird.&nbsp;</p>
<p>Der Staat verpflichtet Selbst&#228;ndige und Firmen, ihre Steuererkl&#228;rungen (und es sind deren viele&#8230;) zuk&#252;nftig nur noch in elektronischer Form einzureichen. Allein bei dem damit verbundenen PC-Kaufzwang handelt es sich schon um eine Bevormundung. Aber damit ist es nicht getan: Die vom Staat deswegen zur Verf&#252;gung gestellte Software l&#228;uft nur auf einem PC mit Windows. Begr&#252;ndet wird dies mit der geringen Verbreitung von MacOS- und Linux-Systemen. Allerdings ist dies auch eine Begr&#252;ndung, bei der sich die Katze ein St&#252;ck in den Schwanz bei&#223;t &#8211; jedenfalls tr&#228;gt die Beschr&#228;nkung auf ein System nicht gerade zur Verbreitung der anderen bei, w&#228;hrend hingegen der MacOS- oder Linuxnutzer sich zus&#228;tzlich eine Windows-Lizenz beschaffen m&#252;sste.</p>
<p>Gut &#8211; tats&#228;chlich k&#246;nnen Software-Anbieter f&#252;r die anderen Systeme in ihre Software entsprechende Elster-Schnittstellen einbauen. Aber gehen wir einen Schritt zur&#252;ck und stellen uns eine einzige Frage: Wenn der Staat schon f&#252;r von ihm selbst verlangte T&#228;tigkeiten eine Software kostenlos zur Verf&#252;gung stellt, sollte diese dann nur auf einem einzigen kommerziellen System laufen oder nicht wenigstens auch auf mindestens einem freien und quelloffenen?</p>
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		<title>&#220;berzeugend</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Mar 2013 15:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Das schwarz-gelbe B&#252;ndnis, so viel schien zu diesem Zeitpunkt klar, will das Thema Mindestl&#246;hne abr&#228;umen, um der Opposition im Wahlkampf keine offene Flanke zu bieten. (Welt online) Wenn das nicht mal selbstbewusste Politik ist: &#8220;Nein, nein, so liberal sind wir doch gar nicht. Bitte tu uns nicht weh!&#8221;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Das schwarz-gelbe B&#252;ndnis, so viel schien zu diesem Zeitpunkt klar, will das Thema <a name="_art_link_" href="http://www.welt.de/themen/mindestlohn/" title="">Mindestl&#246;hne</a> abr&#228;umen, um der Opposition im Wahlkampf keine offene Flanke zu bieten.</p></blockquote>
<p>(<a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article114119975/Der-letzte-Kaempfer-gegen-den-Mindestlohn.html">Welt online</a>)</p>
<p>Wenn das nicht mal selbstbewusste Politik ist: &#8220;Nein, nein, so liberal sind wir doch gar nicht. Bitte tu uns nicht weh!&#8221;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Biss-Spuren (I)</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Mar 2013 13:12:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aphorismen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mode nennt man den saisonalen Wechsel der Uniform. Werte und Begriffe: Der Liberale entkernt sie, der Linke f&#252;llt sie mit anderer Bedeutung, und der Konservative verteidigt die H&#252;llen. Am Ende eines demokratischen Streits hat in Deutschland die Bekehrung zu stehen. Aus dem W&#246;rterbuch des Undemokraten: &#8220;keine Plattform geben&#8221;. Das wichtigste Enteignungsvorhaben betrifft immer die Meinung [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mode nennt man den saisonalen Wechsel der Uniform.</p>
<p>Werte und Begriffe: Der Liberale entkernt sie, der Linke f&#252;llt sie mit anderer Bedeutung, und der Konservative verteidigt die H&#252;llen.</p>
<p>Am Ende eines demokratischen Streits hat in Deutschland die Bekehrung zu stehen.</p>
<p>Aus dem W&#246;rterbuch des Undemokraten: &#8220;keine Plattform geben&#8221;.</p>
<p>Das wichtigste Enteignungsvorhaben betrifft immer die Meinung der Anderen.</p>
<p>Der Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Gleichheit ist der zwischen Recht und Willk&#252;r.</p>
<p></p>
<p></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Kl&#228;rung</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2013/03/04/klarung-2/</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Mar 2013 09:47:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;W&#252;rden Sie f&#252;r 1 Million Euro mit mir schlafen?&#8221; &#8211; &#8220;Hmm. Na gut, okay.&#8221; &#8211; &#8220;Und f&#252;r 100 Euro?&#8221; &#8211; &#8220;Was glauben Sie eigentlich, wer ich bin?&#8221; &#8211; &#8220;Das ist schon gekl&#228;rt. Jetzt geht es nur noch um den Preis.&#8221; Auch, wenn viele Leute jetzt betonen, durch die Schweizer Volksabstimmung sei doch die absolute H&#246;he [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;W&#252;rden Sie f&#252;r 1 Million Euro mit mir schlafen?&#8221; &#8211; &#8220;Hmm. Na gut, okay.&#8221; &#8211; &#8220;Und f&#252;r 100 Euro?&#8221; &#8211; &#8220;Was glauben Sie eigentlich, wer ich bin?&#8221; &#8211; &#8220;Das ist schon gekl&#228;rt. Jetzt geht es nur noch um den Preis.&#8221;</p>
<p>Auch, wenn viele Leute jetzt betonen, durch die Schweizer Volksabstimmung sei doch die absolute H&#246;he von Managergeh&#228;ltern nicht beschr&#228;nkt worden; auch, wenn &#8220;Liberale&#8221; den Mindestlohn ja gar nicht &#8220;fl&#228;chendeckend&#8221; und &#8220;einheitlich&#8221; haben wollen: Die Sache ist gekl&#228;rt. L&#246;hne und Geh&#228;lter werden nicht mehr zwischen den Betroffenen ausgehandelt, sondern unterliegen gesamtstaatlicher Zust&#228;ndigkeit. Zuk&#252;nftig geht es also nur noch um den Preis.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Twitter-Blues</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2013/02/27/twitter-blues/</link>
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		<pubDate>Wed, 27 Feb 2013 16:41:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor einigen Tagen ver&#246;ffentlichte Christopher Lauer, Fraktionsvorsitzender der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus,&#160;auf FAZ.net&#160;seine Gr&#252;nde f&#252;r den weitgehenden Ausstieg aus der Plattform Twitter. Er monierte vor allem das Missverh&#228;ltnis zwischen &#214;ffentlichkeitswirkung und durch massenhaftes anonymes Anp&#246;beln erzeugten Stress. Auf Twitter selbst schlug ihm deswegen wenig &#252;berraschend Hohn und Spott entgegen. Mit skurrilen Tweets und seinem auf [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen ver&#246;ffentlichte Christopher Lauer, Fraktionsvorsitzender der Piratenfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus,&nbsp;<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ein-pirat-springt-ab-twitter-ist-fuer-mich-gestorben-12086207.html">auf FAZ.net</a>&nbsp;seine Gr&#252;nde f&#252;r den weitgehenden Ausstieg aus der Plattform Twitter. Er monierte vor allem das Missverh&#228;ltnis zwischen &#214;ffentlichkeitswirkung und durch massenhaftes anonymes Anp&#246;beln erzeugten Stress. Auf Twitter selbst schlug ihm deswegen wenig &#252;berraschend Hohn und Spott entgegen. Mit skurrilen Tweets und seinem auf allen Medien offen zur Schau getragenen Mitteilungsbed&#252;rfnis hatte er zu dieser Reaktion allerdings nicht unwesentlich beigetragen. Der bei solchen Themen unvermeidliche Sascha Lobo hielt ihm das, ebenfalls&nbsp;<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/twitter-im-abwind-es-war-wohl-alles-ein-bisschen-viel-fuer-ihn-12094100.html">auf FAZ.net</a>, dann auch vor. Zugleich skizzierte er als systembedingtes Merkmal von Twitter den Verlust von Graut&#246;nen und zog den Schluss, dass die &#8220;Piraten&#8221; falsch lagen, als sie dieses Medium zum prim&#228;ren innerparteilichen Kommunikationskanal machten. Allgemein kritisiert wurde an Lauers Ausstieg, dass er sich damit auf die Medien beschr&#228;nken wolle, die ihn vor unmittelbarem Feedback verschonten.&nbsp;</p>
<p><span id="more-7034"></span>
<p>Wie aber diese Art von Feedback oft aussieht, skizzierte auf einem&nbsp;<a href="http://blogs.faz.net/wost/2013/02/21/twitter-ist-wie-die-ddr-21/">FAZ-Blog</a>&nbsp;Katrin R&#246;nicke. Sie erkannte, dass Twitter gerade in politischen Fragen zu ab- und ausgrenzenden Gruppenritualen verf&#252;hrt. Es kommt dabei nicht darauf an, dass der geschwungene Holzhammer den identifizierten Gegner (oder besser: Feind) wirklich trifft, sondern vor allem, dass die eigene Peer Group beim Schlag auch aufmerksam zuschaut. So verdient man sich Zugeh&#246;rigkeit und Anerkennung. Diese Sicht d&#252;rfte auch viele der ber&#252;hmten Shitstorms erkl&#228;ren.</p>
<p>Auch der Autor hier sieht Twitter sehr kritisch. Man mag ihm, vielleicht nicht ganz zu Unrecht, vor allem nostalgische Gef&#252;hle unterstellen und dass er mit dem Tempo der modernen Zeit einfach nicht Schritt halten k&#246;nne, aber er findet, dass die kurze Bl&#252;te der politischen Blogs in den Jahren 2005 und 2006 unvergleichlich fruchtbringender, anregender und faszinierender war als alles, was sich in den Nachfolgern, hier vor allem wohl Facebook und Twitter, finden l&#228;sst. Die Beschr&#228;nkung auf 140 Zeichen bei Twitter f&#252;hrt im besten und seltensten Fall zu brillanten Aperçus, im schlechtesten, aber schon viel h&#228;ufigeren Fall zu beleidigendem Gebr&#252;ll, und normalerweise und am meisten zu weitgehend inhaltsfreiem Gebl&#246;ke, indem irgendein Link oder Zitat abgekanzelt (praktisch Pflicht ist dann der Hashtag #fail) oder zustimmend verbreitet wird. Die Fanboys und -girls der diversen politischen Richtungen zeigen auf Twitter wenig sensationell ihre Vorliebe f&#252;r ihre diversen politischen Richtungen. Argumentationen, denen man vielleicht neue Gesichtspunkte entnehmen k&#246;nnte, sind in diesem Medium praktisch unm&#246;glich und werden von der Mehrzahl der Twitterer wohl auch nicht gesch&#228;tzt.&nbsp;</p>
<p>Gerne wird als Vorteil von Twitter herangezogen, dass es sehr aktuell sei und man dort also sehr schnell &#252;ber Neuigkeiten informiert werde. Das mag sein, aber erstens bewegt sich dieser Vorteil in einem Zeitfenster, das vielleicht h&#246;chstens f&#252;r Daytrader relevant ist, und zweitens muss man als Preis daf&#252;r die zigfache Wiederholung ertragen, denn viele Twitterer scheinen aus nicht nachvollziehbaren Gr&#252;nden davon auszugehen, dass sie als einzige einem aktuellen Nachrichtendienst folgen und daher wiederum ihre &#8220;Follower&#8221; unbedingt mit den neuesten Nachrichten versorgen m&#252;ssen.&nbsp;</p>
<p>Was f&#252;r Vorteile also bleiben aus Sicht dieses nostalgischen Bloggers? Da die Qualit&#228;tsmedien Twitter inzwischen in den Rang einer Art st&#228;ndigen Meinungsumfrage unter Netznutzern erhoben, greifen sie Twitter-Trends gerne auf. Folgt man auf Twitter den richtigen Accounts, ist man ungef&#228;hr ein bis zwei Tage eher &#252;ber das informiert, was diese Medien sp&#228;ter zum Thema machen werden. Ab und zu wird man auf interessante Artikel in Medien hingewiesen, die man selbst nicht nutzt. Bei von vielen gemeinsam am Fernsehen verfolgten Ereignissen ist Twitter eine Art virtuelle Couch, die L&#228;sterer und Fans versammelt. Und man kann sich selbst wunderbar Luft verschaffen, indem man seine Emotionen in Worte kleidet und in die Welt hinaustwittert.</p>
<p>Irgendein Werbefuzzi hat mal von Blogs als den &#8220;Klow&#228;nden&#8221; des Internets gesprochen. Da kannte noch keiner Twitter.</p>
<p><i>P.S.: Dieser Autor&nbsp;<a href="https://www.twitter.com/raysonbl">schmiert noch</a>&nbsp;mit rum. Und Links zu den Beitr&#228;gen dieses Blogs kann man auch&nbsp;<a href="https://twitter.com/bissigeliberale">auf Twitter</a>&nbsp;finden.</i></p>
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		<title>Was f&#252;r ein Verlust!</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Feb 2013 14:14:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Boche</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>

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		<description><![CDATA[Da die Online-Welt kein leibhaftiges Gegen&#252;ber kennt, t&#228;uscht sie manchmal dar&#252;ber hinweg, dass man es mit echten Menschen zu tun hat. Menschen, die f&#252;hlen, die essen, schlafen, einen schlechten oder auch einen guten Tag haben k&#246;nnen &#8211; und die eines Tages auch sterben. Vielleicht schockiert es mich deshalb immer wieder besonders, wenn ich erfahre, dass [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Da die Online-Welt kein leibhaftiges Gegen&#252;ber kennt, t&#228;uscht sie manchmal dar&#252;ber hinweg, dass man es mit echten Menschen zu tun hat. Menschen, die f&#252;hlen, die essen, schlafen, einen schlechten oder auch einen guten Tag haben k&#246;nnen &#8211; und die eines Tages auch sterben.<br />
Vielleicht schockiert es mich deshalb immer wieder besonders, wenn ich erfahre, dass Menschen gestorben sind, mit denen ich nur eine Online-Bekanntschaft gepflegt habe.</p>
<p>Neben dieser Art Schock hinterl&#228;sst <a href="http://zettelsraum.blogspot.de/2013/02/zettel-ist-tot.html" target="_blank">Zettels Tod</a> bei mir ein au&#223;erordentliches Gef&#252;hl von Verlust auf intellektueller Ebene. Kaum einen Blog habe ich in den letzten Jahren mit vergleichbarem Genuss und Erkenntnisgewinn gelesen, wie Zettels Raum. Er fehlt und wird fehlen.</p>
<p>Unser herzliches Beileid gilt seinen Angeh&#246;rigen.</p>
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		<title>Europa unser</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2013/02/22/europa-unser/</link>
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		<pubDate>Fri, 22 Feb 2013 17:57:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[International]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bundespr&#228;sident hat eine, wie man so sch&#246;n sagt, &#8220;Grundsatzrede&#8221; zu Europa gehalten. Bei jemandem wie unserem Bundespr&#228;sidenten ist bekannterma&#223;en die Versuchung immer gro&#223;, Reden zu Predigten werden zu lassen, und es scheint so, als sei er dieser Versuchung auch diesmal erlegen. Nat&#252;rlich wird die Rede von den Qualit&#228;tsjournalisten jetzt gefeiert, aber auch nur, um [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bundespr&#228;sident hat eine, wie man so sch&#246;n sagt, &#8220;<a href="http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2013/02/130222-Europa.html">Grundsatzrede</a>&#8221; zu Europa gehalten. Bei jemandem wie unserem Bundespr&#228;sidenten ist bekannterma&#223;en die Versuchung immer gro&#223;, Reden zu Predigten werden zu lassen, und es scheint so, als sei er dieser Versuchung auch diesmal erlegen. Nat&#252;rlich wird die Rede von den Qualit&#228;tsjournalisten jetzt gefeiert, aber auch nur, um sie tadelnd dem pragmatischen Vorgehen der Kanzlerin gegen&#252;berzustellen. Dabei ist doch eigentlich diese Aufgabenteilung zwischen Redenschwingen hier und n&#252;chterner Politik dort genau das, was im Volk so gut ankommt. Oder soll Merkel jetzt auch noch den Job des Bundespr&#228;sidenten mit &#252;bernehmen? Noch abwegiger muss vor diesem Hintergrund die&nbsp;<a href="http://rotstehtunsgut.de/2013/02/22/gaucks-europa-rede-leider-enttauschend/">Hoffnung</a>&nbsp;von Lieblingssozi Christian S&#246;der erscheinen, Gauck m&#246;ge doch expressis verbis der Bundesregierung ihre S&#252;nden vorhalten. Das wird er, wenn er gut beraten ist, nat&#252;rlich in solch vermintem Gel&#228;nde nicht tun. Erst recht dann nicht, wenn sich der Ausweg in die &#252;bliche nebul&#246;se Europa-Rhetorik er&#246;ffnet, die Errungenschaften feiert und Probleme h&#246;chstens in Frageform oder als pathologische Reaktion einzelner B&#252;rger beschreiben kann.</p>
<p>Gleich eingangs &#252;berrascht der Bundespr&#228;sident mit dem Eingest&#228;ndnis, ein &#8220;Wir wollen mehr Europa wagen&#8221; w&#252;rde er heute &#8220;nicht mehr so schnell und so gewiss&#8221; formulieren.&nbsp;</p>
<p><span id="more-7026"></span>
<p>Um gleich anschlie&#223;end richtige Fragen zu stellen:</p>
<blockquote><p>Dieses Mehr an Europa braucht zumindest eine Deutung, braucht Differenzierung. Wo kann und wo soll mehr Europa zu einem gelingenden Miteinander beitragen? Wie soll Europa aussehen? Was wollen wir entwickeln und st&#228;rken und was wollen wir begrenzen?</p></blockquote>
<p>Doch schon die n&#228;chste Frage wirft ein Licht auf das Grundsatzproblem der Grundsatzrede:&nbsp;</p>
<blockquote><p>Und nicht zuletzt: Wie finden wir f&#252;r mehr Europa mehr Vertrauen, mehr Vertrauen als wir es derzeit haben?</p></blockquote>
<p>In der Rede l&#228;sst Gauck keinen Zweifel daran, dass es eben doch ein &#8220;mehr Europa&#8221; geben soll, sozusagen alternativlos und als Mischung aus Dank und Sendungsbewusstsein. Und da, wo er etwas konkreter wird, l&#246;sen sich die eingangs gestellten Fragen in Luft auf: &#8220;Mehr Europa&#8221;, das hei&#223;t eben doch gemeinsame W&#228;hrung, gemeinsame Wirtschafts- und Finanzpolitik, gemeinsame Au&#223;en-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik, ja letztlich sogar eine gemeinsame Sprache und da ausgerechnet die des Landes, das am wenigsten Begeisterung f&#252;r das &#8220;europ&#228;ische Projekt&#8221; zeigt. Widerst&#228;nde gegen dieses &#8220;Projekt&#8221; sind, folgt man dem deutschen Staatsoberhaupt, durch Erziehung und psychotherapeutische Ma&#223;nahmen an den B&#252;rgern zu &#252;berwinden. Notfalls darf auch getrickst werden, wie bei der Einf&#252;hrung des Euro. Wenn Gauck bedauert, dass damals nicht auch gleich eine zentrale Finanzpolitik mit auf den Weg gebracht wurde, verschweigt er damit geflissentlich, dass dies ganz bewusst geschah, um Kritik an der neuen Kunstw&#228;hrung zu ersticken und ihre Einf&#252;hrung &#252;berhaupt erst m&#246;glich zu machen.&nbsp;</p>
<p>Folgerichtig steht am Ende seiner Rede dann eben doch:</p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren, mehr Europa fordert: mehr Mut bei allen! Europa braucht jetzt keine Bedenkentr&#228;ger, sondern Bannertr&#228;ger, keine Zauderer, sondern Zupacker, keine Getriebenen, sondern Gestalter.</p></blockquote>
<p>Den feinsinnigen Unterschied von &#8220;Mehr Europa fordert mehr Mut&#8221; und &#8220;Wir wollen mehr Europa wagen&#8221; herauszuarbeiten, sei professionellen Gauck-Exegeten &#252;berlassen: Dieser Autor kann keine erkennen. Damit ist die Quintessenz der ach so wichtigen Rede schnell zusammengefasst: Richtige Fragen werden nur gestellt, um sie mit der altbekannten, tausendmal geh&#246;rten Euro-Rhetorik zu bescheiden. Es ist derselbe alte Trick, die &#214;ffnung der Grenzen untrennbar mit der Existenz europ&#228;ischer Zentralinstanzen zu verkn&#252;pfen. Dieser Trick wird gebraucht, um die Kritik an letzterem mit Verweis auf ersteres zum Schweigen zu bringen. Der Bundespr&#228;sident greift zur Rechtfertigung auf das &#252;bliche Standardargument zur&#252;ck, ein zentralisiertes Europa sei wegen der &#8220;globalisierten Welt&#8221; erforderlich. Wie fast immer, h&#246;rt die Argumentation an dieser Stelle auf. Es wird nicht erkl&#228;rt, wo konkret diese Vorteile denn liegen sollen, welche Handlungen eines Zentraleuropa die Welt besser machen oder auch nur den B&#252;rgern Europas gut tun k&#246;nnten. Dabei ist es ganz einfach: Man nimmt auf den in dieser Welt R&#252;cksicht, der wirtschaftlich &#8220;too big to fail&#8221; ist und der milit&#228;risch anderen eins auf die M&#252;tze geben kann. Die gemeinsame&nbsp;Au&#223;en-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik wird zwar oft beschworen, allerdings vorwiegend von denen, die in dieser Hinsicht nichts anzubieten haben, w&#228;hrend sich die europ&#228;ischen Atomm&#228;chte mit Vetorecht im Sicherheitsrat und nennenswerter kolionaler Vergangenheit an dieser Stelle auff&#228;llig vornehm zur&#252;ckhalten, so dass &#8220;mehr Europa&#8221; immer dann, wenn es halbwegs konkret wird, sich auf wirtschafts- und finanzpolitische Diskussionen beschr&#228;nkt, was der auf Hin- und Herverteilerei angewiesenen Politik neue Spielr&#228;ume er&#246;ffnet. Und dass das immer zentraler regierte Europa eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte ist, d&#252;rfte eigentlich selbst der tr&#228;umerischste Euro-Fan nicht behaupten.&nbsp;</p>
<p>Solche Euro-Rhetorik kann man im Grunde nur durchhalten, wenn man in der Interpretation von Fakten sehr gro&#223;z&#252;gig ist. Also zum Beispiel sollte man dann als Vorteil herauskehren, dass man in vielen L&#228;ndern Europas mit derselben W&#228;hrung bezahlen kann, auch wenn wie immer ein bisschen Abfall ist in Form von hohen zweistelligen Prozentzahlen bei der Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland oder Spanien. Oder man sollte feiern, dass polnische &#196;rzte in Deutschland arbeiten und deutsche &#196;rzte in Schweden, ohne dar&#252;ber nachzudenken, was das in nicht-polyglotten Umgebungen f&#252;r die Patienten bedeutet. Oder man lobt generell die &#214;ffnung der Grenzen f&#252;r Unternehmen und Arbeitnehmer, ohne zu erw&#228;hnen, dass man sie damit f&#252;r Armutsfl&#252;chtlinge mit &#246;ffnet. Damit soll, um den an dieser Stelle wahrscheinlich reflexhaft einsetzenden Beschuldigungen gleich vorzubeugen, nicht gesagt werden, dass die Nachteile die Vorteile unbedingt &#252;berwiegen, aber wer nur Positives herauskehrt, ohne das damit verbundene Negative anzusprechen, kann sich seiner Sache nicht sehr sicher sein.&nbsp;</p>
<p>
<p>Die aus liberaler Sicht wichtigste Frage wird nie gestellt. Sie lautet: &#8220;Warum sollen Menschen aus Lissabon &#252;ber die Angelegenheiten der Menschen in Helsinki mitentscheiden?&#8221; Sollte jemand dieses Frage mit der Gegenfrage: &#8220;Warum sollten Menschen in M&#252;nchen &#252;ber die Angelegenheiten der Menschen in Kiel mitentscheiden?&#8221; meinen geschickt kontern zu k&#246;nnen, m&#252;sste man ihm antworten: &#8220;Stimmt. Warum sollten sie?&#8221; Liberale Europa-Skepsis als Nationalismus zu verunglimpfen, wie es leider auch innerhalb der FDP bei der Diskussion des Mitgliederentscheids an der Tagesordnung war, ist daher unredlich. Wer sich gegen noch mehr Zentralismus wendet, muss das aktuelle Ausma&#223; des nationalen Zentralismus deswegen nicht f&#252;r optimal halten. Es gilt nicht nur, Kompetenzen von der EU auf die Nationalstaaten zur&#252;ckzu&#252;bertragen, sondern sie auf die kleinstm&#246;gliche Einheit zu verlagern. Also am besten zum Individuum, am zweitbesten in freiwillige Zusammenschl&#252;sse von Individuen, dann in seine Kommune, seine Region etc. Der liberale Gegenentwurf zum Nationalismus ist nicht der Eurozentrismus, sondern echte Subsidiarit&#228;t.&nbsp;</p>
</p>
<p>An anderer Stelle behauptet Gauck, Deutschland habe &#8220;vom Euro profitiert&#8221;. Wenn er mit &#8220;Deutschland&#8221; die exportierende Industrie meint, so wie anscheinend 99% aller Qualit&#228;tsjournalisten auch, hat er selbstverst&#228;ndlich Recht, weil die Leistungsbilanz&#252;bersch&#252;sse nicht wie fr&#252;her durch Aufwertungen der W&#228;hrung kompensiert wurden. Aber dass dazu zun&#228;chst eine innere Abwertung erforderlich war, die insbesondere von deutschen Arbeitnehmern einigen Verzicht einforderte, aber auch die gesamte deutsche Wirtschaftslandschaft ordentlich durchsch&#252;ttelte, wird dabei gerne ignoriert. Im Gegenteil: Aus unerfindlichen Gr&#252;nden jubiliert die deutsche Elite, wenn deutsche Arbeitnehmer Arbeitszeit opfern, um ohne Gegenleistung Waren f&#252;r Unternehmen und Konsumenten au&#223;erhalb Deutschlands herzustellen.</p>
<p>Auch historisch liegt Gauck falsch. Zwar erkennt er richtig, dass es den gemeinsamen europ&#228;ischen Demos nicht gibt, aber er h&#228;lt diesen Zustand offenbar f&#252;r &#252;berwindbar, wenn er darauf verweist, &#8220;dass auch die Nationalstaaten nichts nat&#252;rlich Gewachsenes und nichts Ewiges sind und waren und dass ihre B&#252;rger h&#228;ufig erst sehr langsam in sie hineinwuchsen&#8221;. Zumindest f&#252;r Deutschland, und das sollte f&#252;r einen deutschen Bundespr&#228;sidenten die erste Referenz sein, liegt er damit falsch. Zwar wurde das Deutsche Reich wie die EU &#8220;von oben&#8221; durchgesetzt, aber erst Jahre, nachdem eine Bewegung &#8220;von unten&#8221; mit ihrer Forderung nach Einigung an den Bajonetten der Monarchien gescheitert war. Bismarck musste das deutsche Nationalgef&#252;hl nicht erfinden, sondern nur ausnutzen. Eine vergleichbare Bewegung ist in Europa nicht zu erkennen, wie diverse Nationen immer dann deutlich klargestellt haben, wenn sie aus Versehen doch mal gefragt wurden oder gefragt werden mussten. Diesen Missstand erkennt Gauck also, aber er zieht daraus den Schluss, dass man dieses europ&#228;ische Volk dann eben mal schaffen m&#252;sste. Nat&#252;rlich auch wieder &#8220;von oben&#8221;, z.B. in Form eines zus&#228;tzlichen Kanals in Fernsehen und Internet, auf dem in der dann erforderlichen gesamteurop&#228;ischen Sprache Englisch der europ&#228;ische B&#252;rger mit Berichten aus allen Ecken und Enden Europas begl&#252;ckt wird. Wie er das Problem l&#246;sen will, dass die Zahl derer, die sich so begl&#252;cken lassen wollen, &#228;u&#223;ert &#252;berschaubar bleiben w&#252;rde, verr&#228;t er uns allerdings noch nicht, aber so eine Stunde Zwangsunterricht pro Tag, die von allen anderen Sendern zu &#252;bernehmen w&#228;re, passte gut in diese Logik.&nbsp;</p>
<p>Gaucks Rede hatte das Etikett einer europ&#228;ischen Rede, aber es war in Wirklichkeit eine urdeutsche. Hier wollen Intellektuelle und Politiker ihren Nationalstaat in einem europ&#228;ischen Superstaat aufgehen sehen, um endlich die Last ihrer Geschichte loszuwerden. Hier wird von einer gemeinsamen Politik getr&#228;umt, die man woanders als Drohung empfindet. Hier erhofft man sich die Dominanz einer fremden Sprache, weil man die eigene als r&#252;ckst&#228;ndig empfindet. Und &#252;berall da, wo man auch in Deutschland mit diesen Sehns&#252;chten nichts anfangen kann, weil man ganz andere Sorgen hat und weil das &#8220;mehr Europa&#8221; immer dann, wenn es konkret wird, zu weiteren Einschr&#228;nkungen und Belastungen f&#252;hrt, wird man mit Euro-Rhetorik so lange zugekleistert, bis Kritiker an Ziel und Art des &#8220;mehr Europa&#8221; &#246;ffentlich unwidersprochen als H&#228;retiker gebrandmarkt werden k&#246;nnen.&nbsp;</p>
<p>Nichts Neues also.</p>
<p></p>
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		<title>Ein R&#252;cktritt</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Feb 2013 21:16:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kaum dass Benedikt XVI., auch f&#252;r den Schreiber dieser Zeilen eine hervorragende Person der Christenheit (wiewohl eben nicht unfehlbar, auch nicht ex cathedra), zur&#252;ckgetreten war, erhoben sich in den n&#246;rdlichen Resten des Heiligen R&#246;mischen Reiches Deutscher Nation die Stimmen, die ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen, der Nachfolger m&#246;ge doch &#8220;endlich&#8221; die &#8220;wirklich ben&#246;tigten&#8221; &#8220;Reformen&#8221; umsetzen.&#160; Das [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Kaum dass Benedikt XVI., auch f&#252;r den Schreiber dieser Zeilen eine hervorragende Person der Christenheit (wiewohl eben nicht unfehlbar, auch nicht ex cathedra), zur&#252;ckgetreten war, erhoben sich in den n&#246;rdlichen Resten des Heiligen R&#246;mischen Reiches Deutscher Nation die Stimmen, die ihrer Hoffnung Ausdruck verliehen, der Nachfolger m&#246;ge doch &#8220;endlich&#8221; die &#8220;wirklich ben&#246;tigten&#8221; &#8220;Reformen&#8221; umsetzen.&nbsp;</p>
<p>Das ist verst&#228;ndlich. Schlie&#223;lich ist die r&#246;misch-katholische Kirche der verk&#246;rperte Gegenentwurf zur herrschenden ver&#246;ffentlichten Meinung, die erfolgreich alles Konservative verbannt hat und in der nur noch &#8220;progressive&#8221; Meinungen geduldet werden &#8211; wer deren Vorgaben missachtet, mit dem wird nicht etwa diskutiert, der wird verurteilt und ausgegrenzt, damit niemand die holde Eintracht st&#246;rt und die Volkserziehung beeintr&#228;chtigt. Beim Oberhaupt einer Kirche mit &#252;ber einer Milliarde Mitgliedern ist das mit dem Ausgrenzen etwas kompliziert, aber Verurteilen geht nat&#252;rlich immer noch.&nbsp;</p>
<p><span id="more-7021"></span>
<p>Und selbstverst&#228;ndlich sehen sich die modernen Nachfolger des Lehramts in der Pflicht, diesem Haufen&nbsp;<a href="http://taz.de/Ein-Nachruf-auf-Papst-Benedikt-XVI-/!110790/">R&#252;ckst&#228;ndiger</a>&nbsp;zu sagen, wo es&nbsp;<a href="http://taz.de/Kommentar-Papstruecktritt/!110788/">langzugehen</a>&nbsp;hat:</p>
<blockquote><p>Der Parlamentarische Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der Gr&#252;nen im Bundestag, Volker Beck, kritisiert auf seiner Facebook-Seite das Pontifikat des Papstes als „verpasste Chance.“ Unter ihm sei die katholische Kirche teilweise wieder hinter Erneuerungen durch das zweite vatikanische Konzil zur&#252;ckgefallen, beispielsweise durch die Aufhebung der Exkommunikation der antisemitisch-ausgerichteten Piusbruderschaft.“</p></blockquote>
<p>Damit vertritt er den Konsens der ver&#246;ffentlichten Meinung, der Volker Beck. Auch in den &#8220;heute&#8221;-Nachrichten trat eine Redakteurin auf, die sich angeblich hauptberuflich mit Kirchen besch&#228;ftigt und die dringend Reformen anmahnte. Dazu wird es in diesem unseren Lande keine Gegenstimme geben. Vielleicht h&#246;chstens in Talkshows aus dem Munde des eingeladenen Gruselgastes, aber daf&#252;r w&#252;rde man dann eben&nbsp;<a href="http://www.welt.de/fernsehen/article113353788/Katholiken-TV-Chef-wird-bei-Jauch-ausgelacht.html">ausgelacht</a>&nbsp;(Jauch) oder das Privileg des Lanzschen &#8220;Du&#8221;&nbsp;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/zur_strafe_wird_gesiezt/">entzogen</a>. Und auch sonst ist einem die&nbsp;<a href="http://www.focus.de/panorama/welt/talk-in-der-ard-tv-theologe-lohmann-verliert-lehrauftrag-in-koeln_aid_913797.html">Rache der Anst&#228;ndigen</a>&nbsp;sicher. Warum also geben diese D&#246;del aus Rom nicht nach, wie es sich geh&#246;rt?</p>
<p>Anscheinend ist es in dieser Gesellschaft schwierig, mit nicht-zeitgeistigen Meinungen umzugehen, die aus der eigenen Geschichte stammen. Mit den nicht-zeitgeistigen aus anderen Geschichten besteht das Problem nicht so, bei denen gilt R&#252;ckst&#228;ndigkeit als kulturelle Errungenschaft, die gegen westlichen Imperialismus und faschistisches Leitkultur-Gehabe zu verteidigen ist. Man k&#246;nnte diese Haltung auch Rassismus nennen, aber das soll jetzt nicht Thema sein. Jedenfalls gilt es als unerh&#246;rt, dass jemand, der nicht hinreichend &#8220;anders&#8221; ist, immer noch an Dingen festh&#228;lt, die vor hundert Jahren als richtig angesehen wurden, von der Mehrheitsgesellschaft (und der ver&#246;ffentlichten Meinung ohnehin) mittlerweile aber als moralisch minderwertig identifiziert sind. Diese Logik st&#246;&#223;t sich aber notwendigerweise mit einer, deren Quelle nicht die Meinung der jeweiligen Mehrheit ist, sondern die einer als Person auftretenden Institution namens Gott. Denn dann m&#252;sste man entweder belegen, dass die Meinung Gottes schon immer die der gerade herrschenden Mehrheit war, oder dass sie sich inzwischen ge&#228;ndert haben muss &#8211; wobei man dann noch das Problem h&#228;tte mitzuteilen, wie man davon Kenntnis erlangte. Beides ist f&#252;r ein- und dieselbe Organisation, also Kirche, nur schwer realisierbar, so dass der Konflikt zwischen dem st&#228;ndiger &#196;nderung unterworfenem Zeitgeist und der einmal verk&#252;ndeten Wahrheit ein unvermeidlicher ist.&nbsp;</p>
<p>Allerdings gibt es noch eine andere Schwierigkeit: Christen unterscheiden zwischen Dingen, die zur jeweiligen Zeit galten, und Dingen, die zeitlos sind. Nur letztere sind heute noch verbindlich. Das von Christenhassern in furorgetriebener Ignoranz gerne zitierte Buch Leviticus des &#8220;Alten Testaments&#8221; ist ein Beispiel f&#252;r Regeln, die heute nicht mehr als vorbildlich angesehen werden. Also ergibt sich die Schwierigkeit, zwischen diesen Dingen zu unterscheiden. Zum Teil ist es einfach &#8211; der Paulus-Spruch, dass die Frau in der Gemeinde zu schweigen habe (1 Kor 14, 33-35), gilt nicht als Lehrmeinung -, zum Teil ist es schwieriger: Frauen als Priester? Umgang mit Homosexuellen? Z&#246;libat? Ist das, was als biblische Begr&#252;ndung f&#252;r aktuelles Kirchenhandeln herangezogen wird, tats&#228;chlich g&#252;ltig? Heute noch?</p>
<p>Und es gibt ein drittes Problem: Was, wenn christliche Gebote unterschiedliche Handlungen nahe legen? Um so manche Vorschrift durchzuhalten, scheint ein Ausma&#223; an Unbarmherzigkeit vonn&#246;ten zu sein, das kaum &#8220;im Sinne des Erfinders&#8221;, also Jesu, gewesen sein kann. Wo also die Grenze ziehen zwischen den Folgen einer unverr&#252;ckbarer Regel und der N&#228;chstenliebe?</p>
<p>Bei letzterem behilft sich die r&#246;misch-katholische Kirche mit dem Ma&#223;stab &#8220;streng gegen&#252;ber der S&#252;nde, barmherzig gegen&#252;ber dem S&#252;nder&#8221;, aber wenn der S&#252;nder praktisch unm&#246;glich, also nicht ohne Verleugnung seiner selbst, von seiner S&#252;nde lassen kann, und wenn diese S&#252;nde keinen Mitmenschen verletzt, sondern &#8220;nur&#8221; ein abstraktes Verbot, dann ist damit oft auch keine wirkliche L&#246;sung des Priblems verbunden. Beispiel &#8220;Umgang mit Homosexuellen&#8221;: Die Veranlagung soll keine S&#252;nde sein, aber sie auszuleben, schon.</p>
<p>Es gibt also zig Gr&#252;nde f&#252;r den modernen, liberal denkenden Mitmenschen, die r&#246;misch-katholische Kirche zu verdammen, denn sie entscheidet sich im Zweifel immer gegen die &#8220;progressive&#8221; Auslegung. Aber kann sie denn wirklich anders, wenn dann wiederum sie sich nicht selbst verleugnen will?</p>
<p>Es gibt Kirchen, die beantworten diese Fragen anders als die r&#246;mischen Katholiken. Dieser Autor ist selbst in einer davon Mitglied, wohl &#252;berlegt und aus vielen Gr&#252;nden. Aber die Frage liegt nahe, ob auch diese Kirchen nicht die strengere Auslegung der &#8220;R&#246;mer&#8221; brauchen, um nicht in die Beliebigkeit abzudriften? Wenn der Gegenentwurf fehlt, was hindert dann noch an der Unterwerfung unter den Zeitgeist und damit die faktische Selbstaufl&#246;sung? Brauchen zumindest diejenigen unter uns, die sich als Christen begreifen, nicht dieses Spannungsfeld?</p>
<p>Was aber die deutschen Kritiker zuallerst vergessen: Wenn die r&#246;misch-katholische Kirche &#8220;Weltkirche&#8221; sagt, meint sie das auch. Und so hart das f&#252;r alle, die an ihrem Wesen die Welt genesen lassen wollen, auch sein mag: In anderen Gegenden dieser Welt denkt man &#252;ber dieselben Probleme ganz anders. Da weht auch der Zeitgeist gerne in ganz andere Richtungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Rest der Welt den Vorstellungen links&#8221;liberaler&#8221; Moralisten folgt, ist viel geringer, als die es sich vorstellen k&#246;nnen. Man frage mal die anglikanische Kirche, welche Probleme das aufwirft. Einen &#8220;Reformpapst&#8221; im Sinn deutscher Qualit&#228;tsmedien kann es also gar nicht geben: Dagegen spricht nicht nur die Lehre, dagegen spricht auch die Praxis in den Gemeinden dieser Welt. Wer ihn trotzdem fordert, sollte nicht mehr von der &#8220;Weltfremdheit&#8221; anderer sprechen.</p>
<p>Es ist guter christlicher, wenn nicht gar liberaler Usus, mehr Fragen zu stellen als zu beantworten. F&#252;gen wir also noch eine weitere hinzu.</p>
<p>Ist denn nicht der R&#252;cktritt Benedikt XVI. selbst ein Zeichen, dass sich die r&#246;misch-katholische Kirche den Zeiten anpasst? Die Regel, dass ein Papst bis an sein Lebensende im Amt bleibt, sollte vielleicht anders beurteilt werden in Zeiten, in denen man als alter Mensch nicht mehr so schnell stirbt und einen die moderne Medizin noch lange am Leben erh&#228;lt, aber nat&#252;rlich nicht immer unter Erhaltung der Kr&#228;fte, dien&#246;tig w&#228;ren, diesen gr&#246;&#223;ten Konzern der Welt zu f&#252;hren. Fr&#252;her ging der Verlust dieser Kr&#228;fte mit dem Sterben Hand in Hand, heute ist das eben anders. Und ob es im Sinn eines&nbsp;<a href="http://actonsheir.wordpress.com/2013/02/11/papstliche-prazedenz/">Dienstes an der Kirche</a>&nbsp;wirklich sinnvoll ist, der Welt ein jahrelanges Leiden und Siechen vorzuf&#252;hren, statt der Institution Kirche Kraft und Richtung zu geben, darf man auch bezweifeln, so eindrucksvoll das Zeugnis Johannes Paul II. auch gewesen sein mag.</p>
<p>Ein neuer Papst wird nat&#252;rlich neue Akzente setzen. Wenn sich dieser Autor etwas w&#252;nschen darf: Schritte in Richtung mehr &#214;kumene w&#228;ren sch&#246;n. Aber warten wir auf den wei&#223;en Rauch.</p>
<p><i>P.S.: Die Qualit&#228;tsmedien wundern sich, dass auf Twitter vorwiegend gewitzelt wurde. Soweit zu deren Medienkompetenz. Jedenfalls gab es unter diesen Witzen wie &#252;blich viel M&#252;ll und viel Redundanz. Auch dass man seinen Loriot kannte, musste nat&#252;rlich getwittert werden. Am besten gefiel diesem Blogger noch die etwas anspruchsvollere Varainte von&nbsp;<a href="https://twitter.com/fxneumann/status/300925026562084865">Felix Neumann</a>:&nbsp;</i></p>
<blockquote><p><i>Ich sehe eine gewaltige Spekulationsblase in Wuppertal bei gewerblich nutzbaren Immobilien in Innenstadtlage kommen.</i></p></blockquote>
<p></p>
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		<title>Hahn, Roth und ein Prinzip</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Feb 2013 11:13:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die &#196;lteren werden sich erinnern: Vor einiger Zeit gab es&#160;hier&#160;was zum Thema &#8220;Diskussionskultur&#8221;. Unter anderem auch das &#8220;Prinzip der wohlwollenden Interpretation&#8221;. Dankenswerterweise beeilte sich die Realit&#228;t, uns gleich zwei instruktive Beispiele zu liefern, ob und wie dieses Prinzip zur Anwendung kommt. Erstes Beispiel: die&#160;Bemerkung&#160;des hessischen FDP-Vorsitzenden J&#246;rg-Uwe Hahn zum &#8220;asiatischen Aussehen&#8221; seines Bundesvorsitzenden Philip R&#246;sler. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die &#196;lteren werden sich erinnern: Vor einiger Zeit gab es&nbsp;<a href="http://www.bissige-liberale.net/2013/01/27/wunschtraum/">hier</a>&nbsp;was zum Thema &#8220;Diskussionskultur&#8221;. Unter anderem auch das &#8220;Prinzip der wohlwollenden Interpretation&#8221;. Dankenswerterweise beeilte sich die Realit&#228;t, uns gleich zwei instruktive Beispiele zu liefern, ob und wie dieses Prinzip zur Anwendung kommt.</p>
<p><span id="more-7019"></span>
<p>Erstes Beispiel: die&nbsp;<a href="http://www.fnp.de/fnp/region/hessen/aufregung-um-hahninterview-in-der-fnp_rmn01.c.10457686.de.html">Bemerkung</a>&nbsp;des hessischen FDP-Vorsitzenden J&#246;rg-Uwe Hahn zum &#8220;asiatischen Aussehen&#8221; seines Bundesvorsitzenden Philip R&#246;sler. Binnen kurzem rauschte eine&nbsp;<a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/fdp-eklat-nach-aeusserung-ueber-roeslers-aussehen-12054915.html">Emp&#246;rungswelle</a>&nbsp;durch den ber&#252;hmt-ber&#252;chtigten Bl&#228;tterwald (oder auch ein Sturm voll Sch&#8230; &#252;ber die Server). Ebenso wunsch- wie erwartungsgem&#228;&#223; stand dann am Schluss dieser beliebten qualit&#228;tsjournalistischen &#8220;stillen Post&#8221; die skurrile Feststellung, die FDP habe ein&nbsp;<a href="http://www.br.de/nachrichten/fdp-roesler-rassismus-debatte-100.html">Rassismus-Problem</a>. Es w&#228;re eine Untertreibung, wenn man konstatiert: Das &#8220;Prinzip der wohlwollenden Interpretation&#8221; wurde hier offensichtlich nicht praktiziert. Lag seine Anwendung denn nahe? Ganz n&#252;chtern und von den Fieberkr&#228;mpfen des allm&#228;hlich anschwellenden Bundestagswahlkampfs frei muss man zu dem Schluss kommen: aber sowas von.</p>
<p>R&#228;umen wir also zun&#228;chst ein, dass Hahns Aussage wirklich missverst&#228;ndlich ist und ganz isoliert betrachtet so verstanden werden kann, als habe er das von ihm angesprochene Problem selbst. Sie kann aber eben auch anders gelesen werden, ungeachtet der hektischen Bem&#252;hungen der FDP-Hasser, mit einer Flut an Pressemitteilungen und Kommentaren die f&#252;r Hahn nachteilige Deutung als die einzig m&#246;gliche etabliert zu sehen. Und tats&#228;chlich sprechen so gut wie fast alle &#220;berlegungen daf&#252;r, die Aufregung f&#252;r k&#252;nstlich zu halten.&nbsp;</p>
<p>Zuallererst die&nbsp;<a href="http://www.fnp.de/fnp/region/hessen/wie-ein-skandal-gemacht-wird_rmn01.c.10459176.de.html">Stellungnahme</a>&nbsp;Hahns selbst, der seine Aussage in anderen Worten und diesmal unmissverst&#228;ndich verdeutlichte. Es gibt nur zwei logische M&#246;glichkeiten, entgegen dieser Stellungnahme weiterhin am Rassismus-Vorwurf festzuhalten: Entweder man unterstellt Hahn, er habe sich bewusst rassistisch ge&#228;u&#223;ert, sei dann aber aufgrund f&#252;r ihn anscheinend v&#246;llig unerwarteter Kritik zur&#252;ckgerudert, oder man vertritt die Auffassung, Hahn sei im Interview ein Fehler unterlaufen, der seine wahren Motive aufgedeckt habe, und die anderslautende Stellungnahme sei nur ein verzweifelter Versuch, das zu vertuschen. Ersteres ist extrem unwahrscheinlich (Hahn w&#228;re nicht da, wo er ist, w&#228;re er so d&#228;mlich), und letzteres setzt bei demjenigen, der dieser These zustimmt, gottgleiches Wissen voraus. Deutlich wahrscheinlicher w&#228;re in diesem Fall, dass das &#8220;Prinzip der b&#246;swilligsten Interpretation&#8221; zum Zuge kam. Aussagen, die diesem Prinzip folgen, ignoriert man allerdings am besten.</p>
<p>Halbwegs rationales Verhalten vorausgesetzt, und der Wortlaut des gesamten Interviews spricht f&#252;r einen derartigen Kontext, kann es im &#220;brigen sowieso kaum im Interesse Hahns gewesen sein, seinen Parteivorsitzenden gerade zu diesem Zeitpunkt zu attackieren, wo die FDP auch die von ihm vorher immer wieder geforderte Ruhe in die Debatte um den Parteivorsitz gebracht hat und R&#246;sler daraus als vorl&#228;ufiger Sieger hervorging. Und nat&#252;rlich schon gar nicht aus rassistischen Gr&#252;nden.</p>
<p>Eine andere Frage ist die, warum Hahn das Thema &#252;berhaupt zur Sprache gebracht hat, denn in der medialen Wahrnehmung schien das Problem gar keins zu sein. Bei genauerem Hinsehen wird man allerdings nachdenklich. Nicht nur, dass anscheinend kaum eine &#8220;Satire&#8221;-Sendung des deutschen Fernsehens ohne Anspielung auf R&#246;slers Aussehen auszukommen scheint, aktive FDP-Mitglieder k&#246;nnen auch von vergleichbar unangenehmen Begegnungen im politischen Alltag berichten. Und mal ehrlich: Wer glaubt, dass die nun mal existierenden Menschen mit rassistischen Einstellungen sich ausgerechnet bei R&#246;sler zur&#252;ckhalten, hat noch Einiges an Analysearbeit vor sich. Nat&#252;rlich gibt es Leute, die Rassismus, Sexismus und Homophobie allzu gerne lediglich als etwas begreifen wollen, das von den &#8220;Rechten&#8221; ausgeht, aber die fanden es ja auch lustig, wenn &#252;ber Westerwelles hohe Stimme und Merkels Frisur oder Kleidung hergezogen wurde. Das Feindbild bestimmt viel zu oft das Bewusstsein.</p>
<p>Aber nicht nur in diesem Fall. Fast zeitgleich zu diesem angeblichen Skandal fand n&#228;mlich ein anderer statt, der sich ebenso gut daf&#252;r eignet, das &#8220;Prinzip der wohlwollenden Interpretation&#8221; zur Geltung kommen zu lassen. Dieser unterschied sich vom eben beschriebenen Fall vor allem darin, dass er nicht von Qualit&#228;tsmedien aufgebauscht wurde, sondern eher &#8220;von unten&#8221; &#252;ber das Netz. Und Union und FDP sind offensichtlich entweder viel fairer oder deutlich schnarchnasiger als ihre politischen Gegner, so dass eine Emp&#246;rungswelle von ihrer Seite ausblieb. Ob als Folge von all dem oder aus anderen Gr&#252;nden wurde er trotz vergleichbarer Ausgangslage in den Qualit&#228;tsmedien auch anders behandelt. In einem kleinen&nbsp;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=4cSN-S72XIE">Video</a>&nbsp;ist zu sehen, wie die (Co-)Bundesvorsitzende der &#8220;Gr&#252;nen&#8221;, Claudia Roth, einem ziemlich &#252;bel beleumundeten Zeitgenossen ein &#8220;High Five&#8221; gibt. Auf der &#8220;Achse des Guten&#8221;, auf der dieser Autor auch&nbsp;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/bilderraetsel/">das erste Mal</a>&nbsp;Kenntnis von diesem Vorfall erlangte,&nbsp;und ihren bloggenden Begleitschiffen&nbsp;macht man seitdem nicht ganz unerwartet&nbsp;einen&nbsp;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/claudia_roth_und_der_massenmoerder/">derartigen</a>&nbsp;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/claudias_gruene_kleider/">Wind</a>&nbsp;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/und_morgen_kommt_der_osterhase_nach_karstadt_oder/">um</a>&nbsp;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/subversives_high_five/">die</a>&nbsp;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_widerstaendige_kollaborateurin/">Sache</a>, dass vermutlich die Stromnetze unserer Nachbarl&#228;nder wieder in Gefahr geraten. Die&nbsp;<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/claudia-roth-und-die-hand-des-iranischen-botschafters-a-882018.html">Qualit&#228;tsmedien</a>&nbsp;hingegen lassen in ihren&nbsp;<a href="http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article113468411/Gib-mir-fuenf-Exzellenz.html">Berichten</a>, so sie solche zu dem Thema &#252;berhaupt ver&#246;ffentlichen, weitgehend das Prinzip der wohlwollenden Interpretation gelten, indem sie die Stellungnahme Roths f&#252;r glaubw&#252;rdig erkl&#228;ren. Und damit haben sie recht.&nbsp;</p>
<p>Auch in diesem Fall gilt, dass es b&#246;swilligster Interpretation bedarf, die Stellungnahme der Betroffenen einfach zu ignorieren oder mehr oder weniger offen als L&#252;ge abzustempeln. Und auch in diesem Fall zeigt eine n&#228;here Betrachtung, dass die Roth unterstellte &#8220;Sympathie f&#252;r einen Massenm&#246;rder&#8221; nicht zu ihr passt. Wollte man dieser Politikerin wirklich etwas Nachteiliges nachsagen, w&#228;re das wahrscheinlich vor allem eine gro&#223;e Naivit&#228;t und Oberfl&#228;chlichkeit, aber ganz bestimmt nicht eine Vorliebe f&#252;r Frauenunterdr&#252;cker und Folterer. Auch die von ihr geschilderte Situation klingt nicht unglaubw&#252;rdig. Was soll sie tun, wenn ihr der iranische Au&#223;enminister, den sie als politischen Kontakt eben doch auch braucht und von dem sie wei&#223;, dass er einer Frau nie die Hand sch&#252;tteln w&#252;rde, lachend seine offene Handfl&#228;che entgegenstreckt? Vielleicht h&#228;tte sie auch nur ihre Hand heben sollen und &#8220;winkewinke&#8221; machen (und vielleicht hat der Iraner auch genau das erwartet), aber in dem Moment fiel ihr eben nur diese Aktion ein.&nbsp;</p>
<p>Es ist klar: Wendete man &#252;berall das Prinzip der wohlwollenden Interpretation an, f&#228;nde so ca. 80% der medial vermittelten politischen Aufregung gar nicht statt (und auch Peer Steinbr&#252;ck h&#228;tte deutlich weniger Probleme). Anscheinend halten die Qualit&#228;tsmedien diese aber f&#252;r unverzichtbar (interessanterweise wie oben gesehen aber nicht konsequent, sondern manchmal auch w&#228;hlerisch), und das Volk lechzt wohl auch danach. Aber wenn wir schon eine Demokratieabgabe entrichten, k&#246;nnten diejenigen, die damit bedacht werden, nicht die Aufgabe &#252;bernehmen, politische Inhalte zu diskutieren statt dieses unsinnige Geschrei zu transportieren, wer was wann wozu gesagt, geschrieben, gedacht oder getr&#228;umt hat? Dann br&#228;uchten sich auch nicht mehr so viele Politiker in Erregung zu &#252;ben.</p>
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		<title>So werden Sie Fu&#223;ballexperte</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Feb 2013 15:41:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor und Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Steckenpferde der Autoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Wetter von heute ist wohl so eine Art letztes Zucken des Winters. Man kann in unseren Breiten zuverl&#228;ssig damit rechnen, dass der Winter zum Ende der &#8220;Winterpause&#8221; der Fu&#223;ball-Bundesliga hereinbricht und sich dann maximal vier Wochen h&#228;lt. Und wenn es wieder w&#228;rmer wird, werden auch wieder mehr Leute in die Stadien gehen. Darunter werden [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Wetter von heute ist wohl so eine Art letztes Zucken des Winters. Man kann in unseren Breiten zuverl&#228;ssig damit rechnen, dass der Winter zum Ende der &#8220;Winterpause&#8221; der Fu&#223;ball-Bundesliga hereinbricht und sich dann maximal vier Wochen h&#228;lt. Und wenn es wieder w&#228;rmer wird, werden auch wieder mehr Leute in die Stadien gehen. Darunter werden sich dann sicher auch einige befinden, die vorher nur selten oder gar nie ein Fu&#223;ball-Spiel gesehen haben, zumindest nicht live. B.L.O.G., das Blog f&#252;r liberale Lebenshilfe, m&#246;chte diesen Bed&#252;rftigen im Folgenden einige wertvolle Tipps geben, die dazu beitragen, aus dem ahnungslosesten Laien in den Augen der Anderen einen echten Fu&#223;ballexperten zu machen.</p>
<p><span id="more-7015"></span>
<p>1. W&#228;hlen Sie Ihren Platz mit Bedacht.&nbsp;</p>
<p>Stehpl&#228;tze sind zwar billiger, Sie sollten dann aber eine zur dortigen Stammbesatzung kompatble Kleidung aufweisen. Bei der Farbwahl ist auf Uniformit&#228;t, nicht etwa auf Komplementarit&#228;t zu achten. So passen Blau und Gelb recht gut zusammen, wie Ihnen jeder Fan der Eintracht aus Braunschweig best&#228;tigen wird, Sie sollten aber dennoch z.B. in der &#252;berwiegend schwarz-gelben Westkurve im Dortmunder Stadion auf das Tragen blauer Insignien wie Schals oder M&#252;tzen verzichten. Aus Gr&#252;nden. Auch auf den weniger billigen Sitzpl&#228;tzen sind Sie mit der im Stadion herrschenden Einheitsfarbe besser bedient. Neutrales Schwarz wird aber auch akzeptiert. In den Stehplatzkurven k&#246;nnte man Sie deswegen sogar f&#252;r einen Ultra halten.</p>
<p>2. Identifizieren Sie Ihre Mannschaft.</p>
<p>Nichts ist peinlicher und potenziell physisch sch&#228;digender als das Jubeln f&#252;r die im Sinne der lokalen Peer Group falsche Mannschaft. Meistens hilft es, die zur vorherrschenden Einheitsfarbe passenden Trikots herauszusuchen, aber das klappt nicht immer. Fragen Sie notfalls einen Sitznachbarn mit der richtigen Farbwahl unverf&#228;nglich, in welchen Trikots &#8220;wir&#8221; heute spielen. Sinnvoll ist auch abzuwarten, bis die Mannschaften aufs Feld laufen. Meistens werden sie getrennt hereingelassen. Dass Sie dann gerade vor lauter L&#228;rm kein Wort mehr verstehen, ist normal. Aber sollten Sie den L&#228;rm *nicht* als grellendes Pfeifkonzert erkennen, k&#246;nnen Sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass jetzt die Truppe den Rasen betritt, f&#252;r die Sie zu jubeln haben.</p>
<p>3. Finden Sie heraus, wer auf welches Tor spielt.</p>
<p>Selbst wenn Sie nun Ihre Mannschaft eindeutig identifiziert haben, bleibt noch das Problem, die Spielsituation nicht ad&#228;quat genug einsch&#228;tzen zu k&#246;nnen, um einen Kommentar abzugeben. Daf&#252;r ist es unerl&#228;sslich, das Tor zu erkennen, in das Ihre Mannschaft das nicht aus Leder bestehende Leder zu bef&#246;rdern hat. Ein Tipp: Es d&#252;rfte sich in der H&#228;lfte befinden, in der mehr Spieler der gegnerischen als der eigenen Mannschaft stehen. Au&#223;er vielleicht, bei dem Gegner handelt es sich um Werder Bremen. Kommen Sie trotzdem nicht weiter, fragen Sie einen Mittelst&#252;rmer Ihres Vertrauens. Mittelst&#252;rmern sagt man n&#228;mlich nach, sie w&#252;ssten, &#8220;wo das Tor steht&#8221;. Dass nur zwei Spieler ohne Navi auskommen, erkl&#228;rt &#252;brigens recht gut, warum meistens doch nicht so viele Treffer erzielt werden. Au&#223;er, es handelt sich um ein Spiel von Werder Bremen. Und Vorsicht: Zur Halbzeit (das ist dann, wenn die M&#228;nner zum Bierholen und die Frauen zum Nasepudern gehen*) werden die Seiten getauscht. Also die Einstellung der ersten Halbzeit abspeichern und zur zweiten Halbzeit entgegengesetzt schreien.</p>
<p>4. Identifizieren Sie den Schiedsrichter.</p>
<p>Aus Zuschauersicht erf&#252;llt der Schiedsrichter die Rolle des Schicksals. Er ist der einzige Mensch au&#223;er den Spielern, der Einfluss auf das Spielgeschehen nehmen kann. Im Vergleich zum Schicksal hat er den Vorteil, dass das Hadern mit ihm viel pers&#246;nlicher und gesellschaftlich vollkommen akzeptiert ist. Sie erkennen den Schiedsrichter meist daran, dass er nie in das Kombinationsspiel einer der Mannschaften mit einbezogen wird. Sollten Sie bei einem Spiel des FC Bayern M&#252;nchen zwei Kandidaten daf&#252;r haben: Es ist der Kleinere mit der weniger modischen Frisur.&nbsp;</p>
<p>5. &#220;ben Sie die korrekten Reaktionslaute.</p>
<p>In so gut wie jedem Spiel kommt es zu vergleichbaren Situationen. Sie k&#246;nnen davon ausgehen, dass alle anderen Stadiobesucher durch langes Training einheitliche Reaktionslaute und -schreie verinnerlicht haben, die dann auch konsequent anzuwenden sind. Hier eine Auswahl:</p>
<p>Gegnerischer Spieler bringt eigenen Spieler zu Fall: &#8220;Heeeeeyyyy&#8221; &#8211; &#8220;Foul!&#8221; &#8211; &#8220;Rot!&#8221; -&#8221;Vom Platz!&#8221; Bitte dazu die geballte Faust in Richtung gegnerischem Spieler und Schiedsrichter sch&#252;tteln.<br />Eigener Spieler bringt gegnerischen Spieler zu Fall: Schweigen. Pfeift der Schiedsrichter: &#8220;Schauspieler!&#8221; &#8211; &#8220;Schieber!&#8221; und Pfeifen, pfeifen, pfeifen&#8230;<br />Eigene Mannschaft schie&#223;t den Ball harmlos aufs Tor: Klatschen.<br />Eigene Mannschaft schie&#223;t knapp am Tor vorbei: &#8220;Uiiiii&#8221;<br />Eigene Mannschaft schie&#223;t Tor: &#8220;Tooooooor!&#8221;<br />Gegnerische Mannschaft schie&#223;t Tor: &#8220;Abseits!&#8221; &#8211; &#8220;Foul!&#8221;. Schweigen ist auch angemessen.</p>
<p>6. Wundern Sie sich nicht, wenn der Stadionsprecher seinen Job nicht beherrscht.</p>
<p>Aus unerfindlichen Gr&#252;nden ist in keinem deutschen Bundesliga-Stadion der Stadionsprecher in der Lage, den korrekten Spielstand herauszufinden. Er bedarf dazu der Hilfe der Fans, die ihm die richtigen Daten zurufen m&#252;ssen. Sollten Sie Ihr Abitur in Bayern, Baden-W&#252;rttemberg, Sachsen oder Th&#252;ringen erlangt haben, d&#252;rfte es Ihnen keine Schwierigkeiten bereiten, die Zahl der von Ihrer Mannschaft geschossenen Tore herauszufinden und dem Stadionsprecher zuzurufen, wenn er nach den Worten &#8220;neuer Spielstand&#8221; den Namen Ihrer Mannschaft nennt. Wichtig: Nach der Nennung der gegnerischen Mannschaft ist stets &#8220;null&#8221; zu br&#252;llen, auch wenn Ihre eigene Buchf&#252;hrung etwas anderes ergeben haben sollte. Immerhin sind die Sprecher meistens nett genug, sich zu bedanken. Antworten Sie dann mit einem h&#246;flichen &#8220;bitte&#8221;.</p>
<p>7. &#220;ben Sie Fachkommentare ein.</p>
<p>Es gibt unter Fu&#223;ballexperten eine Reihe von Aussagen, die denjenigen, der sie t&#228;tigt, unweigerlich zum Experten stempeln. Bedienen Sie sich:</p>
<p>&#8220;Sie m&#252;ssen mehr &#252;ber die Fl&#252;gel spielen!&#8221; &#8211; Unschlagbar. Oder haben Sie schon mal den Gegenvorwurf geh&#246;rt: &#8220;Sie haben zu viel &#252;ber die Fl&#252;gel gespielt&#8221;?<br />&#8220;Sie stehen viel zu weit weg von ihren Gegenspielern. Sie m&#252;ssen kompakter stehen.&#8221; &#8211; Fast gleichwertig. Der Gegenvorwurf wird auch nie erhoben.<br />&#8220;In England w&#228;re das nie gepfiffen worden!&#8221; &#8211; Anzuwenden bei jedem Foul durch einen Spieler Ihrer Mannschaft.<br />&#8220;Das 4-2-2 ist durch ein Tannenbaumsystem ersetzt worden!&#8221; &#8211; Alleine die Nennung taktischer Grundformationen, die live kaum jemand erkennen kann, hebt Sie aus der Masse der Unwissenden heraus. Selbst wenn jemand anderer Meinung ist, er wird Sie als Gleichen sch&#228;tzen.</p>
<p>Aber Vorsicht: Die alten Herberger-Spr&#252;che (&#8220;Ein Spiel dauert immer 90 Minuten!&#8221;, &#8220;Der n&#228;chste Gegner ist immer der Schwerste!&#8221;) kommen heutzutage nur noch dann an, wenn man sie mit einem distanzwahrenden L&#228;cheln zum Besten gibt.</p>
<p>8. Verwenden Sie keine M&#252;he mit dem Erlernen von Ges&#228;ngen und Schlachtrufen.</p>
<p>Die Ultras werden f&#252;r Sie singen. Das ist schlie&#223;lich ihr Job. Und ansonsten gibt es auch nur einen einzigen Schlachtruf, den ein halbwegs vern&#252;nftiger Mensch von sich geben kann:&nbsp;<a href="http://www.herthabsc.de/">HaHoHe</a>!</p>
<p><i><br /></i></p>
<p><i>* Der Verfasser dieses Beitrags hat sich hiermit endg&#252;ltig als Sexist geoutet. Solange alle Frauen in seiner Umgebung keinen Anlass sehen, ihr Verhalten ihm gegen&#252;ber zu &#228;ndern, nimmt er dies allerdings in Kauf.</i></p>
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		<title>Ein Fortschritt</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Feb 2013 10:08:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute&#160;erfahren&#160;wir, dass Peer Steinbr&#252;ck bloggt. Oder besser: Er l&#228;sst bloggen, wie sich das f&#252;r jemanden geh&#246;rt, der keinen Wein unter 5 Euro die Flasche trinken kann. Ein neues Zeitalter der politischen Kommunikation ist angebrochen. Oder besser: doch nicht. Was Politiker und ihre Schreibknechte unter moderner politischer Kommunikation verstehen, l&#228;sst sich an zwei Beispielen deutlich machen, [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Heute&nbsp;<a href="http://meedia.de/internet/peerblogde-angriff-der-bezahlten-blogger/2013/02/04.html">erfahren</a>&nbsp;wir, dass Peer Steinbr&#252;ck bloggt. Oder besser: Er l&#228;sst bloggen, wie sich das f&#252;r jemanden geh&#246;rt, der keinen Wein unter 5 Euro die Flasche trinken kann. Ein neues Zeitalter der politischen Kommunikation ist angebrochen. Oder besser: doch nicht. Was Politiker und ihre Schreibknechte unter moderner politischer Kommunikation verstehen, l&#228;sst sich an zwei Beispielen deutlich machen, einem peinlichen und einem noch peinlicheren.&nbsp;</p>
<p><span id="more-7013"></span>
<p>Das peinliche Beispiel sind die&nbsp;<a href="https://twitter.com/HanneloreKraft">Twitteraktivit&#228;ten</a>&nbsp;der nordrhein-westf&#228;lischen Ministerpr&#228;sidentin Hannelore Kraft. Was wurde die Wahlkampf-Twitterei von den Sozi-Fanboys und -girls damals als vorbildlich gefeiert, doch dabei machte sie schon damals mehr den Eindruck der ber&#252;hmten&nbsp;<a href="http://kimjongillookingatthings.tumblr.com/">Reihe</a>&nbsp;&#8221;Kim Jong Il looking at things&#8221;: Hannelore Kraft heute in Kleinposemuckel, morgen auf der Pressekonferenz in Hintermondlingen, &#252;bermorgen im Gasthof &#8220;Zum Hirsch&#8221; in Niederdumpfhausen. Zwischen den Wahlk&#228;mpfen hier und da mal ein Alibitweet, wenn ein verdienter Genosse f&#252;r 30 Jahre Parteibuch ausgezeichnet wird. Kommunikation als Austausch? Fehlanzeige.&nbsp;</p>
<p>Das noch peinlichere Beispiel ist das Blog &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wir_in_NRW">Wir in NRW</a>&#8220;. Die &#196;lteren unter uns werden sich erinnern: Das ist jenes Blog, das im Jahr 2010 bei der damals den Ministerpr&#228;sidenten stellenden CDU einen Skandal nach dem anderen, nun ja, aufdeckte. Den Verdacht, ein den Interessen einer bestimmten Partei dienendes Blog zu sein, wies man damals weit von sich. Im Gegenteil, man hat nur die hehrsten&nbsp;<a href="http://www.wir-in-nrw-blog.de/die_zeit_ist_reif/">Absichten</a>:</p>
</p>
<blockquote><p><font class="Apple-style-span" size="3">Die Zeit ist reif f</font>&#252;r einen kritischen Journalismus im Netz. In Nordrhein-Westfalen. In Zeiten, da die Ertr&#228;ge der Zeitungs- und Zeitschriftenverlage einbrechen, hunderte von Journalistenstellen in den Redaktionen gestrichen werden, die Politik mit neuen Mediengesetzen in Verlagen, Rundfunk- und Fernsehsendern immer st&#228;rker Einfluss nimmt, ist es notwendig, unabh&#228;ngig, klar und parteifern das aufzuschreiben, was wirklich passiert.</p></blockquote>
<p>&#8220;Kritisch&#8221;, &#8220;unabh&#228;ngig&#8221; und &#8220;parteifern&#8221;. &nbsp;Na denn. Die ersten Zweifel an der &#8220;Parteiferne&#8221; stellten sich ein, als ruchbar wurde, dass vermutlich einer dieser Blogger sp&#228;ter f&#252;r seine PR-Agentur einen Auftrag des Landes NRW an Bord holen konnte. Der Verdacht eines &#8220;Dankesch&#246;ns&#8221; kam dabei auf, von Land und PR-Agentur nat&#252;rlich &#8211; wir erinnern uns &#8211; entschieden zur&#252;ckgewiesen. Aber auch die &#8220;<a href="http://www.ruhrbarone.de/anmerkungen-zu-tigern-und-wir-in-nrw/">Ruhrbarone</a>&#8221; stellten fest, dass gar mancher Beitrag der angeblich so &#8220;unabh&#228;ngigen&#8221; Blogger doch arg &#8220;liebedienerisch&#8221; gegen&#252;ber SPD-Politikern ausfiel. Schaut man heute mal ins Blog, muss man feststellen, dass die &#8220;Ruhrbaron&#8221; damit noch heftig untertrieben haben. Glaubt man dem Blog &#8220;Wir in NRW&#8221;, dann handelt es sich bei der SPD um die Verk&#246;rperung des politischen Reinheitsgebots: Obwohl die Blogger so schr&#246;cklich &#8220;kritisch&#8221; sind, zu den Sozis will ihnen partout nicht viel einfallen. Und wenn, dann Elogen, wie sie fr&#252;her h&#246;chstens noch von der &#8220;Aktuellen Kamera&#8221; des DDR-Fernsehens verbreitet wurden:</p>
<blockquote><p>Mit Stephan Weil hat in Niedersachsen ein Politiker die Wahl gewonnen, der nicht ins Bild der Alphatiere und Egomanen passt. Ein sympathischer, unscheinbarer Arbeiter, ein Teamplayer, einer, der nichts zu tun hat mit dem zweifelhaften Ruf der Hannoveraner Lebewelt. Stephan Weil reiht sich ein in die wachsende Zahl der L&#228;nderregierungschefs, die ohne gro&#223;e Schlagzeilen, ohne Glamour einfach „Gutes Regieren“ zu ihrem Markenzeichen gemacht haben oder machen wollen.</p></blockquote>
<p>Dass der Herr Weil zum Zeitpunkt der Abfassung dieses Blogeintrags noch keine Sekunde regiert hat, st&#246;rt den Sozi-Jubelperserr nat&#252;rlich nicht. Und dass Herr Weils sich in seinem Stil auch praktisch gar nicht von seinem Vorg&#228;nger, dem Herrn McAllister, unterschied, auch nicht &#8211; es wird aber mal eben das Gegenteil suggeriert.&nbsp;</p>
<p>Wie &#252;berhaupt die Landesregierung in NRW einfach das politische Paradies auf Erden hergestellt haben muss. Zu kritisieren gibt es da nix, und das eigentliche Problem des Landes ist nat&#252;rlich diese Opposition, die sich erdreistet, gegen diese Harmonie zu st&#228;nkern. Gegen die wird dann derart abgeledert, dass es wohl selbst den Verfassern von SPD-Wahlkampfbrosch&#252;ren zu peinlich w&#228;re. &#220;brigens auch au&#223;erhalb von NRW, wie man schon am obigen Zitat sehen konnte: Das Heilsversprechen einer SPD-Regierung ist nat&#252;rlich ebenso universal wie das von CDU und FDP verk&#246;rperte B&#246;se. Wir lernen: Je mehr &#8220;kritisch&#8221;, &#8220;unabh&#228;ngig&#8221; und &#8220;parteifern&#8221; drauf steht, um so mehr Parteisoldatentum steckt drin.</p>
<p>Welch Fortschritt stellt hingegen jetzt das Steinbr&#252;ck-Fanblog dar: Der Politiker erweckt gar nicht erst den Eindruck, selbst Beitr&#228;ge zu verfassen, und die Journalisten, die das Blog tats&#228;chlich betreiben, erwecken gar nicht erst den Eindruck, unabh&#228;ngig zu sein. Gut, letzteres ist nicht ganz richtig. Behaupten tun sie es schon in einem der Abs&#228;tze des &#8220;&#220;ber uns&#8221;, aber bereits das Selbstportrait macht deutlich, dass sie damit vor allem meinen, ganz freiwillig und selbstbestimmt ihr Fanboy- und -girl-Dasein in Angriff zu nehmen. Und das Geld anzunehmen, dass offensichtlich flie&#223;t, denn wozu braucht man denn sonst anonyme Spender? Jedenfalls dokumentieren auch die ersten Blogbeitr&#228;ge zweifelsfrei, dass man in diesem Blog wirklich bekommt, was draufsteht: Unkritische, lobhudelnde Parteinahme f&#252;r Herrn Steinbr&#252;ck und die Sozis, &#228;tzende Schm&#228;hkritik am politischen Gegner. Wahlkampf halt.</p>
<p>Und damit hat sich der Kreis auf wundersame Weise geschlossen, denn die&nbsp;<a href="http://www.peerblog.de/impressum/">redaktionelle Verantwortung</a>&nbsp;des Hosianna-Blogs liegt bei genau demselben umtriebigen PRler, der wohl schon bei &#8220;Wir in NRW&#8221; so kr&#228;ftig mitgemischt hat und der sich &#252;ber Auftr&#228;ge des Landes NRW freuen darf.</p>
<p>Da loben wir hier doch die politischen Blogs, die zwar aus ihren Pr&#228;ferenzen kein Hehl machen, aber nie auf die Idee k&#228;men, stets verz&#252;ckt und jeden Unsinn bejubelnd auf der Seite einer Partei oder einer Person zu stehen. Unbezahlt, aber glaubw&#252;rdig.&nbsp;</p>
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		<title>Wunschtraum</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2013/01/27/wunschtraum/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Jan 2013 21:26:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das Internet w&#228;re viel weniger Thema, wenn sich diejenigen, die sich dort zu politischen und gesellschaftlichen Themen &#228;u&#223;ern, nur diese beiden Regeln befolgten: Prinzip der wohlwollenden Interpretation Kritisiere nur Positionen, die du in nicht-karikierender Weise selbst einnehmen k&#246;nntest. Beide Regeln sind verwandt. Die erste Regel wird in&#160;Wikipedia&#160;recht gut beschrieben. Und in Netzdiskussionen regelm&#228;&#223;ig verletzt, denn [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das Internet w&#228;re viel weniger Thema, wenn sich diejenigen, die sich dort zu politischen und gesellschaftlichen Themen &#228;u&#223;ern, nur diese beiden Regeln befolgten:</p>
<p>
<ol>
<li>Prinzip der wohlwollenden Interpretation</li>
<li>Kritisiere nur Positionen, die du in nicht-karikierender Weise selbst einnehmen k&#246;nntest.</li>
</ol>
<p>Beide Regeln sind verwandt. Die erste Regel wird in&nbsp;<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Prinzip_der_wohlwollenden_Interpretation">Wikipedia</a>&nbsp;recht gut beschrieben. Und in Netzdiskussionen regelm&#228;&#223;ig verletzt, denn hier gilt auch unter nominell Gleichen die&nbsp;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Miranda_v._Arizona">Vorschrift</a>, die eigentlich den staatlicher Gewalt ausgesetzten Verhafteten sch&#252;tzen soll: &#8220;Alles, was Sie sagen, kann und wird gegen Sie verwendet werden.&#8221; Nur mit dem Unterschied, dass an Stelle des Rechts zu schweigen die Pflicht dazu impliziert wird.&nbsp;</p>
<p>Die zweite Regel ist eine Pr&#252;fung, die sich jeder Diskussionsteilnehmer selbst auferlegen sollte, bevor er zur Kritik ansetzt. Denn gen&#252;gt er ihr nicht, ist die Gefahr gro&#223;, dass er anstelle der Meinung des Gegen&#252;ber nur den&nbsp;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Strohmann-Argument">Strohmann</a>&nbsp;im Visier hat, den er mit Genuss zu bek&#228;mpfen gelernt hat. Allerdings ist das Verstehen der anderen Position Voraussetzung daf&#252;r, dass sich eine Diskussion &#252;berhaupt lohnt.</p>
<p>Ob dieses Blog immer beiden Regeln folgt, ist nicht sicher. Im Beitragsteil wahrscheinlich aus Lust an der Polemik weniger als im Kommentarteil. Aber wir tun unser Bestes und nehmen diesbez&#252;gliche Ermahnungen ernst. Aber nat&#252;rlich nur, wenn sie selbst den Regeln entsprechen <img src='http://www.bissige-liberale.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Die letzte Woche</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jan 2013 19:22:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesundheitspolitik]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Linke&#8221; und &#8220;Gr&#252;ne&#8221; haben die entscheidende Gefahr f&#252;r den Weltfrieden ausgemacht. Ausnahmsweise nicht Israel, sondern die Bundeswehr. Die deutsche Armee dem Stand der Technik entsprechend auszustatten, f&#252;hrt zu &#8220;weiterer Entgrenzung milit&#228;rischer Gewalt&#8221; (Trittin). Wir lernen: Die Bundeswehr darf nur da eingesetzt werden, wo ihre Soldaten t&#228;glich um ihr Leben f&#252;rchten m&#252;ssen. T&#246;ten, ohne sich selbst [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundesregierung-draengt-auf-einsatz-bewaffneter-drohnen-a-879547.html">Linke</a>&#8221; und &#8220;<a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundeswehr-trittin-lehnt-kauf-von-kampfdrohnen-ab-a-879680.html">Gr&#252;ne</a>&#8221; haben die entscheidende Gefahr f&#252;r den Weltfrieden ausgemacht. Ausnahmsweise nicht Israel, sondern die Bundeswehr. Die deutsche Armee dem Stand der Technik entsprechend auszustatten, f&#252;hrt zu &#8220;weiterer Entgrenzung milit&#228;rischer Gewalt&#8221; (Trittin). Wir lernen: Die Bundeswehr darf nur da eingesetzt werden, wo ihre Soldaten t&#228;glich um ihr Leben f&#252;rchten m&#252;ssen. T&#246;ten, ohne sich selbst einer Gefahr auszusetzen, muss unbedingt feindlichen Bombenlegern &#252;berlassen bleiben. Schade, dass es keine &#8220;embedded politicians&#8221; gibt. Vor Ort lernen die vielleicht sogar, dass in Afghanistan Panzerhaubitzen stehen, die 40 km weit schie&#223;en k&#246;nnen. Aber wahrscheinlich hat das Bedienpersonal besonders scharfe Augen.</p>
<p>Das&nbsp;<a href="http://www.bissige-liberale.net/2013/01/14/grimms-marchen-scnr/">Wort</a>&nbsp;des Ex-Verfassungsrichters Grimm</p>
<blockquote><p>Meinungsbildung, Pr&#228;gung von Weltsichten und Verhaltensmustern, die dann wieder politisch und gesellschaftlich relevant werden, findet nicht nur in politischen Sendungen statt, sondern auch und manchmal wirksamer in unterhaltenden.&nbsp;</p></blockquote>
<p>wurde im ZDF-Freitagskrimi &#8220;Der Staatsanwalt&#8221; eindrucksvoll best&#228;tigt. Es ging dort um Kunstfehler, Vergewaltigung, Mord und &#252;berhaupt &#252;ble Zust&#228;nde wegen des Kostendrucks in einem Krankenhaus. Aber wie wir rechtzeitig lernen durften: All das konnte nur geschehen, weil ein &#8220;privater Investor&#8221; die Klinik &#252;bernommen und die vorher paradiesischen Zust&#228;nde f&#252;r Personal und Patienten beendet hatte. Dieser Autor kennt sich in der Branche aber zuf&#228;lligerweise etwas aus. Und wenn ihm etwas passiert, m&#246;chte er seltsamerweise lieber in einer privaten Klinik landen, ersatzweise in einer katholischen. Nicht aufgrund ideologischer oder religi&#246;ser Motive, sondern weil er wei&#223;, wie die unterschiedlichen Tr&#228;ger ihre Krankenh&#228;user managen. Wie mal selbst eine von Verdi beauftragte Studie feststellte, gibt es zwar bei einer Privatisierung Verlierer, die Patienten und das direkt am Patienten arbeitende Personal geh&#246;ren aber in der Regel nicht dazu. Und f&#252;r den Kostendruck sind genau die Politiker verantwortlich, die den Klinken quasi konstante Budgets verordnen, obwohl die Personalkosten jedes Jahr mehr oder weniger stark zu steigen pflegen, weil diese Politiker sich gerne f&#252;r ihre &#8220;Einsparungen&#8221; im Gesundheitswesen loben lassen. Aber so eine Analyse w&#228;re f&#252;r Demokratieabgabensender wohl nicht zumutbar. Lieber versucht man es mit Agitprop.</p>
<p>Der Premierminister des Vereinigten K&#246;nigreichs hat&nbsp;<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/david_cameron_the_future_of_the_eu_the_uks_role_within_it/">zwei</a>&nbsp;<a href="http://www.weforum.org/news/david-cameron-speech-davos-confident-future-europe">Reden</a>&nbsp;gehalten, die jeden &#252;berzeugten Europ&#228;er&nbsp;<a href="http://lforliberty.wordpress.com/2013/01/26/thank-you-mister-cameron/">begeistern</a>&nbsp;sollten. Kritik kommt daher vor allem aus der anti-europ&#228;ischen Ecke. Bitte nicht irritieren lassen, wenn auf deren Banner &#8220;EU&#8221; steht.</p>
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		<title>&#220;ber Aufschreie, Ismen und das Internet</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2013/01/27/uber-aufschreie-ismen-und-das-internet/</link>
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		<pubDate>Sun, 27 Jan 2013 18:29:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Grundsatzfragen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist mal wieder das passiert, was immer passiert, wenn eine Sau durchs &#246;ffentliche Dorf getrieben wird: Ein Qualit&#228;tsmedium schreibt einen Skandal herbei, jemand diagnostiziert irgendeinen Ismus, der das ganze Land befallen haben soll (aber gemeint sind nat&#252;rlich immer nur &#8220;die Anderen&#8221;) und im Netz wird bessergewusst, gejammert, verurteilt, gemotzt und vor allem jeder mit [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist mal wieder das passiert, was immer passiert, wenn eine Sau durchs &#246;ffentliche Dorf getrieben wird: Ein Qualit&#228;tsmedium schreibt einen Skandal herbei, jemand diagnostiziert irgendeinen Ismus, der das ganze Land befallen haben soll (aber gemeint sind nat&#252;rlich immer nur &#8220;die Anderen&#8221;) und im Netz wird bessergewusst, gejammert, verurteilt, gemotzt und vor allem jeder mit einer anderen Meinung verdammt und beleidigt, bis der Adolf kommt.&nbsp;</p>
<p>Anlass diesmal war ein&nbsp;<a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/rainer-bruederle-der-spitze-kandidat-1959408.html">Artikel</a>&nbsp;in einem deutschen Qualit&#228;tsmedium, das vorher nur noch daf&#252;r bekannt war, diesem Land mal einen wertvollen Dienst zur Erforschung der j&#252;ngeren Geschichte geliefert zu haben. Nachdem es ein Politiker nach jahrelangem Streben endlich geschafft hatte, sich vom v&#246;llig unbedeutenden Posten eines Fraktionsvorsitzenden einer Regierungspartei zum einflussreichen und m&#228;chtigen obersten Wahlk&#228;mpfer seiner Partei hochzuarbeiten, fiel nicht nur einer Qualit&#228;tsjournalisten ein, wie dieser Politiker sie vor einem Jahr mit anz&#252;glichen Bemerkungen bedacht hatte, das Qualit&#228;tsmedium diagnostizierte dar&#252;ber hinaus einen &#252;berhaupt weitverbreiteten Sexismus in der Politik.</p>
<p><span id="more-7004"></span>
<p>Damit war der Tisch bereitet. Dass nur der besagte Politiker mit Namen genannt wurde, obwohl in der Online-Vorberichterstattung auch noch von weiteren F&#228;llen die Rede war (interessanterweise nur an einer einzigen Stelle mit Nennung der Parteizugeh&#246;rigkeit), dass in der Vorberichterstattung zun&#228;chst mit H&#228;me auch die Frau des Politikers &#8220;angesprochen&#8221; wurde, der lange Zeitraum zwischen Vorfall und Ver&#246;ffentlichung und die nicht f&#252;r jedermann logisch nachvollziehbaren Umst&#228;nde des Berichteten f&#252;hrten zun&#228;chst dazu, dass der Artikel (bzw. vor allem die Vorberichterstattung) heftig kritisiert wurde, auch &#252;ber die Parteigrenzen hinaus. &nbsp;Aber in den Zeiten des Netzes bleibt es nat&#252;rlich nicht dabei &#8211; wenn da jemand einen Ismus zum Thema macht, treten die Bataillone zum Kampf an und machen keine Gefangenen. Die, nun ja, Diskussion gipfelte in einer Reihe von Tweets mit dem Hashtag #aufschrei, in denen (wahrscheinlich) &#252;berwiegend Frauen von sexistischen Vorf&#228;llen berichteten. Die 140-Zeichen-Regel von Twitter ist, gerade in Zusammenarbeit mit der deutschen Sprache, nat&#252;rlich ideal geeignet, um vom Berichten &#252;ber das Anprangern zum Anklagen und Verurteilen zu gelangen, was dann wiederum zwingende Voraussetzung f&#252;r den quantitativen &#8220;Erfolg&#8221; eines Hashtags ist, der die Initiatoren dann mit ihrer Sache sogar ins Fernsehen bringen kann. Das ist ein wenig so wie mit Demos &#8211; es f&#246;rdert die Berichterstattung ungemein, wenn nebenbei ein bisschen randaliert wird. Au&#223;erdem ist ebenso nat&#252;rlich kein anderes Thema so Aufmerksamkeit erzeugend wie diese Sache zwischen M&#228;nnern und Frauen, die als Thema sich auszuerk&#252;ren schon ganzen Kohorten von Autoren und &#8220;Comedians&#8221; ihr Dasein gesichert hat, und das wahrscheinlich die ganze Menschheitsgeschichte hindurch. Da stehen sich zumindest potenziell zwei gleichstarke &#8220;Lager&#8221; gegen&#252;ber, und jeder kann ja doch irgendwie mitreden.</p>
<p>Und zu guter Letzt bedarf es, damit etwas so richtig weltbewegend und emp&#246;rgeeignet ist, einer Vermengung gleich mehrerer Themen auf einmal. Nur so kann man Leute, die noch nicht mal ein Verhalten wie das von der Journalistin geschilderte verteidigen, sondern sich &#252;ber die Umst&#228;nde damals und den Zeitpunkt der Ver&#246;ffentlichung wundern, gleich auf das gro&#223;e Thema &#8220;Sexismus&#8221; ziehen und ihnen dort eine Verharmlosung oder gar Zustimmung vorwerfen. Auseinandergedr&#246;selt gibt es mindestens drei Themen:</p>
</p>
<ol>
<li>den Politiker und das ihm nachgesagte Verhalten</li>
<li>den Artikel bzw. die&nbsp;<a href="http://www.stern.de/politik/deutschland/rainer-bruederle-der-spitze-kandidat-1959408.html">Vorberichterstattung</a>&nbsp;&#252;ber ihn</li>
<li>das &#8220;Alltagsph&#228;nomen Sexismus&#8221; und was man daraus macht</li>
</ol>
<p>Dieser Autor hat immer wieder davor gewarnt, dem offensichtlichen Dr&#228;ngeln der Qualit&#228;tsmedien nachzugeben und diesen Politiker zum Vorsitzenden der Partei zu machen. Es war zu offensichtlich, dass deren Schubladen &#252;berquellen mit Material &#252;ber ihn und sie sie gerne so leeren m&#246;chten, dass es einen guten Zweck erf&#252;llt, n&#228;mlich der FDP zu schaden. Zu dieser Einsch&#228;tzung kam er, weil sich naturgem&#228;&#223; in einer langen Politikerkarriere einiges ansammelt und er aus den noch wenig auf Vernichtung ausgerichteten Berichten &#252;ber den Politiker das Bild eines Mannes gewann, der in jeder Hinsicht wenig Ber&#252;hrungs&#228;ngste kennt und sich gerne auf Festivit&#228;ten jedweder Art tummelt. Das ist eine f&#252;r Politiker sehr wichtige Eigenschaft, insbesondere wenn man Wahlkreiskandidat oder B&#252;rgermeister werden will, aber zugleich auch eine gef&#228;hrliche, weil man sich in seinen Kontakten auch mal vergreifen kann und auf Festen mitunter etwas passiert, woran man sich am n&#228;chsten Morgen nicht mehr oder nicht mehr gerne erinnert. Nichtsdestotrotz: So lange die andere Seite, also die des Politikers, nicht geh&#246;rt wurde und die wenigen Zeugenaussagen, die bisher &#246;ffentlich wurden, die Schilderung der Qualit&#228;tsjournalistin eher nicht st&#252;tzen, handelt es sich nur um Behauptungen.&nbsp;</p>
<p>Sollten sie aber im Wesentlichen stimmen, w&#228;re das f&#252;r den Politiker nat&#252;rlich &#252;ber alle Ma&#223;en peinlich. Punkt. Nicht mehr, nicht weniger. Abend zu tief ins Glas geschaut und dabei au&#223;er Promille noch Selbst&#252;bersch&#228;tzung getankt. Ob er sich deswegen jetzt entschuldigen soll, wie angeblich 90% der Deutschen meinen, kann man auch ungeachtet einer generellen Vorsicht vor Umfragen und erst recht vor dem, was 90% der Deutschen wollen, mal ganz n&#252;chtern bezweifeln. Die Sache ist ein Jahr her, und die andere Seite hat sie &#246;ffentlich gemacht. Das ist mindestens ein 1:1. &#220;brigens: Wer das Schweigen der einen Seite nicht akzeptiert, sollte selbst Lektionen in Sachen Anstand nehmen. Selbst, wenn man als &#8220;Gr&#252;ne&#8221; da Narrenfreiheit zu haben glaubt.</p>
<p>Leider ist der eigentliche Artikel der Qualit&#228;tsjournalistin nur in der gedruckten Ausgabe des Qualit&#228;tsmediums zu finden. Dieser Blogger versp&#252;rt allerdings wenig Lust, sich ein Magazin zuzulegen, das innen gegen Sexismus wettert und ihn auf seinen Titelbl&#228;ttern par excellence exerziert. Das Folgende st&#252;tzt sich also sehr viel auf &#8220;H&#246;rensagen&#8221;, und es kann sein, dass im gedruckten Artikel Erl&#228;uterungen vorhanden sind, die einige der folgenden Spekulationen &#252;berfl&#252;ssig machen. Allerdings befindet sich der Schreiber dieser Zeilen damit wahrscheinlich auf demselben Informationsstand wie fast alle anderen auch, die sich trotzdem nicht an zum Teil vernichtenden Urteilen gehindert sehen. Nun denn.&nbsp;</p>
<p>Die berichtete Szene weist einige Merkw&#252;rdigkeiten auf, die vor allem darauf beruhen, dass die Handlung der Qualit&#228;tsjournalistin am fraglichen Abend nicht so recht schl&#252;ssig wirkt. Sie setzt sich sp&#228;t abends an die Bar zu dem Politiker, angeblich um ein &#8220;professionelles Gespr&#228;ch&#8221; zu f&#252;hren. Nehmen wir mal an, auch wenn es, gerade wenn man an ein entsprechend gut vorbereitetes &#8220;professionelles Gespr&#228;ch&#8221; glaubt, schwer f&#228;llt, dass sie vorher nichts von ihm wusste. Ignorieren wir au&#223;erdem, dass der Politiker dem Arbeitgeber der Qualit&#228;tsjournalistin kein Interview geben wollte, was die abendliche Kontaktaufnahme zu einer Art Undercover-Mission macht. Dann stellen wir aber anhand des Bekanntgewordenen fest, dass die Absicht, ein professionelles Gespr&#228;ch zu f&#252;hren, vom Politiker anscheinend schon im Ansatz vereitelt wurde. Damit war das Vorhaben der Qualit&#228;tsjournalistin eigentlich erledigt, so dass die Frage auf der Hand liegt, was sie weiter zum Verweilen einlud. Der Charme ihres Gegen&#252;ber war es offensichtlich nicht. Aber f&#252;r die Qualifikation als &#8220;Opfer&#8221; reicht es dann wirklich nicht mehr. Wer sich solche Fragen stellt, ist aber selbst ein Sexist, wie uns im Auftrag von Demokratieabgabenbeg&#252;nstigten gleich&nbsp;<a href="http://www.tagesschau.de/inland/sexismus100.html">mitgeteilt</a>&nbsp;wird:</p>
<blockquote><p>&#220;ber solche &#196;u&#223;erungen kann Annette Bruhns, &#8220;Spiegel&#8221;-Journalistin und Vorsitzende des Vereins Pro Quote nur den Kopf sch&#252;tteln. Nat&#252;rlich geh&#246;re es zum Journalistenberuf, bei solchen informellen Treffen anwesend zu sein. Man k&#246;nne sich die Uhrzeiten eben nicht aussuchen, wenn man oft stundenlang auf Politiker warten m&#252;sse. &#8220;Wenn ein Politiker dann ein Bier trinkt, muss er sich trotzdem bewusst sein, dass er sich in einer &#246;ffentlichen Situation befindet. In welchem Land leben wir denn, wenn hier suggeriert wird, dass Frauen sich um 23.00 Uhr verabschieden m&#252;ssen?&#8221;</p></blockquote>
<p>Wie hier so locker-flockig &#252;ber den Tag von Politikern verf&#252;gt wird, ist atemberaubend. Abends um 23 Uhr beim Bier und privat? In welchem Land leben wir denn? Und nein, liebe Frau Bruhns, Frauen m&#252;ssen sich um 23 Uhr nirgendwohin verabschieden. Sie m&#252;ssen sich aber auch nicht neben Politiker setzen, deren Verhalten sie als unangenehm empfinden. Und vor allem m&#252;ssen sie, wenn sie trotzdem sitzen geblieben sind, die Sache nicht als Munition aufbewahren, die im geeigneten Moment zu verschie&#223;en ist.</p>
<p>Wo wir beim &#8220;H&#246;rensagen&#8221; sind: Dieser Autor hat mitbekommen, dass der Artikel selbst differenzierter verfasst ist als die Vorberichterstattung vermuten lie&#223;. Und deren Merkw&#252;rdigkeiten sind bis auf die erste f&#252;r jedermann einsehbar. Es begann damit, dass ohne Grund die Frau des Politkers als Beteiligte eingef&#252;hrt wurde, auf eine ziemlich geh&#228;ssige Art und Weise. Dieser Teil wurde schnell entfernt. Dass er &#252;berhaupt mal drin war, spricht &#252;ber die Motivation der Qualit&#228;tsjournalisten, die den Beitrag verfassten, allerdings B&#228;nde. Dann also das besonders prominente Erw&#228;hnen besagten Politkers, dem die Erw&#228;hnung anderer F&#228;lle folgte, und zwar so:</p>
<blockquote><p>Es f&#228;ngt an bei einem bieder-braven CDU-Ministerpr&#228;sidenten, der vor den beiden jungen Journalistinnen, die ihn begleiten, pl&#246;tzlich den Hirsch macht und angeberisch in der Tempo-30-Zone den Rennfahrer gibt; ein Testosteroneinschuss und ein Verhalten wie bei einem 14-j&#228;hrigen Pubertanten. Es geht weiter beim Parteih&#228;uptling, der zu vorger&#252;ckter Stunde auf einem Fest einer Mitarbeiterin so auf die Pelle r&#252;ckt, dass die von Kolleginnen in Sicherheit gebracht werden muss. Und es h&#246;rt auf bei einem ehemaligen Wirtschaftsminister, der bei seinen Besuchen im Ausland den Frauen in den jeweiligen Botschaften nachstellte &#8211; so impertinent, dass eine Order rausging, junge Frauen nicht mit diesem Mann alleine zu lassen.</p></blockquote>
<p>Man mag diesem Blogger Paranoia unterstellen, aber hier werden drei F&#228;lle erw&#228;hnt, und ausgerechnet beim im Sinn des Vorwurfs am wenigsten problematischen der drei (merken, ihr Macker: Vor Frauen angeben ist sexistisch!) wird die Partei des &#220;belt&#228;ters erw&#228;hnt. Das, und dann noch der Zeitpunkt der Ver&#246;ffentlichung, machen es dem nicht allzu parteiischen Leser schwer, nicht an eine dieser beliebten Instrumentalisierungen eines dieser beliebten Ismen zu glauben.</p>
<p>Aber nun folgt eben der Sprung zum &#8220;Gro&#223;en und Ganzen&#8221;. &#8220;Sexismus ist ein Alltagsph&#228;nomen&#8221; h&#246;ren wir, und wenn man nicht nur den Verlautbarungen der Demokratieabgabenempf&#228;nger glaubt, m&#252;ssen mal wieder &#8220;die M&#228;nner&#8221; eingenordet werden. Nicht, dass wir uns falsch verstehen. Es gibt immer wieder F&#228;lle, in denen sich Exemplare des eine Geschlechts (meist M&#228;nnner) in unfl&#228;tiger und herabsetzender Weise gegen&#252;ber Angeh&#246;rigen des anderen Geschlecht auff&#252;hren. Das geht von wenig subtilen Anspielungen &#252;ber Zoten bis zum Betatschen. Und oft wird dabei ein empfundenes oder reales Machtgef&#228;lle ausgenutzt, so dass der jeweilige Schwachmat darauf hoffen kann, keine Gegenwehr zu erhalten. Ja, sowas und &#196;hnliches gibt es, und das gibt es sicher auch zu viel. Leider sind die wenigen Hindernisse, die solchem Verhalten in den Weg gelegt werden k&#246;nnten, l&#228;ngst als Sekund&#228;rtugenden verp&#246;nt. Nicht nur das: Die andere Seite, n&#228;mlich das bevorzugt h&#246;fliche Behandeln des anderen Geschlechts, wird ebenfalls als sexistisch empfunden. Betatschen von sekund&#228;ren Geschlechtsteilen und Turaufhalten, beides ist verwerfliches Handeln, und beides hat denselben Oberbegriff. Sp&#228;testens an dieser Stelle w&#252;rde sich dieser Autor aus einer Diskussion ausklinken, wenn er sie denn f&#252;hren wollte. Denn die Konsequenz aus dem Gesagten ist nat&#252;rlich ein&nbsp;<a href="https://twitter.com/Afelia/status/294859333047578624">Tweet</a>&nbsp;wie der der Vorzeigepiratin Marina Weisband:</p>
<blockquote><p>Stellt euch einfache Frage: &#8220;W&#252;rde ich einen Mann in derselben, nicht sexuellen, Situation anders behandeln?&#8221; Wenn ja, ists Alltagssexismus.</p></blockquote>
<p>Gut, so sehr hilft das auch nicht, denn was ist eine &#8220;sexuelle&#8221; bzw. &#8220;nicht sexuelle Situation&#8221;? Wenn Mann eine Frau attraktiv findet und zum Zwecke der Vertiefung des Kontakts in ein Gespr&#228;ch eintritt, ist das dann eine &#8220;sexuelle Situation&#8221;? Wenn nein, d&#252;rfte die Mehrzahl der Ehen in diesem Land mit Sexismus begonnen haben. Aber wahrscheinlich sind nur die T&#252;raufhalter, Indenmantelhelfer und Stuhlzurechtr&#252;cker dieser Welt gemeint, die mit ihrem reaktion&#228;ren H&#246;flichkeitsbegriff ihrerseits Sexismus ausleben. Und das, obwohl derselbe reaktion&#228;re H&#246;flichkeitsbegriff dieselben Frauen davor bewahrt, herabgew&#252;rdigt, angestarrt und begrapscht zu werden. Wie sch&#246;n, dass man f&#252;r all das ein- und denselben Verwerflichkeit anzeigenden Begriff verwenden kann. Die Front darf nicht br&#246;ckeln.</p>
<p>Nat&#252;rlich behandeln M&#228;nner Frauen anders als andere M&#228;nner. Das ist umgekehrt genau so. Hoffentlich nicht in jeder Situation, aber wo wirklich die Grenzen zu ziehen sind, kann und muss sozusagen durch das erste &#8220;Veto&#8221; einer der betroffenen Personen immer neu festgelegt werden. In einem professionellen Umfeld hat Sexualit&#228;t eigentlich sowieso keinen Platz (dieser Autor kennt einige entsprechende, drastische Spr&#252;che in englischer Sprache&#8230;), paradoxerweise entstehen aber viele Ehen am Arbeitsplatz. Chefs, die Mitarbeiter aufgrund einer beliebigen Eigenschaft herabsetzen, und das muss nicht deren Geschlecht, sondern kann alles M&#246;gliche sein, schaden nicht nur unmittelbar den Betroffenen, sondern auch dem Unternehmen, f&#252;r das sie t&#228;tig sind. Es sollte ein Leichtes sein, diese Typen in eine Umgebung zu entfernen, in der sie keinen Schaden mehr anrichten k&#246;nnen. Ob es aber im Sinn des Erfinders ist, die Ende der 60er gefeierte Zerst&#246;rung eines Moralkorsetts mit der Errichtung eines anderen zu beantworten, darf man ruhig mal bezweifeln.</p>
<p>Es bleibt die Hoffnung, dass wir weiter unterscheiden k&#246;nnen zwischen gezielten Kampagnen, dem Aufzeigen von Missst&#228;nden und ihrer &#220;bersteigerung in Ideologie.&nbsp;</p>
<p>Zum Thema haben sich einige Autoren mit unterschiedlichem Hintergrund und unterschiedlichen Motiven gegen den Trend ge&#228;u&#223;ert:</p>
<p><a href="http://zettelsraum.blogspot.com/2013/01/zettels-meckerecke-bruderle-und-die.html">Zettel</a>&nbsp;mit &#8220;Br&#252;derle und die anderen schamlosen B&#246;cke in Nadelstreifen&#8221; (auch die Diskussion im &#8220;Kleinen Zimmer&#8221; ist interessant)<br /><a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/die_arbeit_am_mann_ist_einzustellen/">Dr. Cora Stephan</a>&nbsp;mit &#8220;Die Arbeit am Mann ist einzustellen&#8221;<br /><a href="http://www.cicero.de/blog/christian-jakubetz-unhipster/2013-01-26/das-netz-kaputt-aufgeschrien">Christian Jakubetz&nbsp;</a>mit &#8220;Das Netz, kaputt aufgeschrien&#8221; (HT Horst Schulte)<br /><a href="http://www.fraumeike.de/2013/das-schreien-der-laemmer/">Meike Lobo</a>&nbsp;mit &#8220;Das Schreien der L&#228;mmer&#8221; (HT Baron von Agitpop)<br />Juli-Vorsitzender&nbsp;<a href="http://www.lassebecker.de/?p=1034">Lasse Becker</a>&nbsp;und Bj&#246;rn F&#246;rsterling mit &#8220;Von Tittenblondinen, dummen Spr&#252;chen und Sexismus&#8221;<br />und, aus rechtlicher Sicht, was auch mal n&#246;tig ist,<br /><a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/bruederle_und_die_rechtslage/">Rainer Bonhorst</a>&nbsp;mit &#8220;Br&#252;derle und die Rechtslage&#8221;</p>
<p>Update: Sehr lesenswert&nbsp;<a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/sexismus-debatte-prueder-in-waffen-12040794.html">Claudius Seidl</a>&nbsp;auf FAZ.net mit &#8220;Pr&#252;der in Waffen&#8221;</p>
<p>P.S.: Dieser Autor hat vernommen, dass eine bekannte, wom&#246;glich promovierte FDP-Europa-Abgeordnete Sexismus beklagt. Ob dieselbe Abgeorndete dem englischen Premier j&#252;ngst vielleicht &#8220;Rosinenpicken&#8221; vorgeworfen hat, wei&#223; er aber nicht.</p>
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		<title>Sch&#246;ne Woche!</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jan 2013 10:18:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Steckenpferde der Autoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Bassisten &#8211; oft unbeachtet im Hintergrund, aber ohne sie l&#228;uft so gut wie nix. Und wenn sie die Sau rauslassen, dann richtig! Marcus Miller, ungekr&#246;nter K&#246;nig des Basses. Mit Dank an&#160;Horst Schulte. Richard Bona, der vielseitige Bassist aus Kamerun (ganzes Konzert). Und zum Schluss nat&#252;rlich &#8220;mein&#8221; Scott Ambush von Spyro Gyra&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bassisten &#8211; oft unbeachtet im Hintergrund, aber ohne sie l&#228;uft so gut wie nix. Und wenn sie die Sau rauslassen, dann richtig!</p>
<p>Marcus Miller, ungekr&#246;nter K&#246;nig des Basses. Mit Dank an&nbsp;<a href="http://www.netzexil.de/">Horst Schulte</a>.</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/ahfsr5kD-e8" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe></p>
<p>Richard Bona, der vielseitige Bassist aus Kamerun (ganzes Konzert).</p>
<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/dnFhvxcNXME" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe>
<p>Und zum Schluss nat&#252;rlich &#8220;mein&#8221; Scott Ambush von Spyro Gyra&#8230;</p>
<p> <iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/vq4B3P8dQ9A" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe>
<p></p>
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		<title>Sch&#246;ne neue Woche!</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jan 2013 20:01:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Steckenpferde der Autoren]]></category>

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		<description><![CDATA[Alte M&#228;nner mit Spa&#223; an Musik&#8230;]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><iframe width="560" height="315" src="http://www.youtube.com/embed/gC3beyOhKHg" frameborder="0" allowfullscreen=""></iframe>
<p>Alte M&#228;nner mit Spa&#223; an Musik&#8230;</p>
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		<title>Probleme gel&#246;st?</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Jan 2013 11:21:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildungspolitik]]></category>
		<category><![CDATA[FDP]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit zwei Nachrichten schaffte es die FDP jetzt wieder, sich ins Gespr&#228;ch zu bringen: zum einen das unerwartet gute Abschneiden bei der Landtagswahl in Niedersachsen, zum anderen der vorgezogene Parteitag bei gleichzeitigem R&#252;cktrittsangebot des Parteivorsitzenden zugunsten des Fraktionsvorsitzenden. Sah es gestern noch so schlecht f&#252;r viele Qualit&#228;tsjpurnalisten aus, dass sie in ihrem Frust, eine erstarkte [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit zwei Nachrichten schaffte es die FDP jetzt wieder, sich ins Gespr&#228;ch zu bringen: zum einen das unerwartet gute Abschneiden bei der Landtagswahl in Niedersachsen, zum anderen der vorgezogene Parteitag bei gleichzeitigem R&#252;cktrittsangebot des Parteivorsitzenden zugunsten des Fraktionsvorsitzenden. Sah es gestern noch so schlecht f&#252;r viele Qualit&#228;tsjpurnalisten aus, dass sie in ihrem Frust, eine erstarkte FDP vermelden zu m&#252;ssen, die Maske angeblicher Neutralit&#228;t dankenswerter ablegten (unter &#8220;Demokratieabgabe&#8221; versteht GEZ-Sch&#246;nenborn wohl vor allem die Abgabe der Demokratie an der &#246;ffentlich-rechtlichen Garderobe) oder ein H&#246;chstma&#223; an Absurdit&#228;t in Kauf nahmen, indem sie im Einklang mit Rot-Gr&#252;n aus der Steigerung eines ohnehin schon guten Ergebnisses eine krachende Niederlage zu basteln versuchten, scheint ihr Ziel, R&#246;sler durch Br&#252;derle zu ersetzen, nun doch verwirklicht zu werden.</p>
<p>Gehen wir die beiden Ereignisse nacheinander an.</p>
<p><span id="more-6997"></span>
<p>Zum Ergebnis der gestrigen <b>Wahl</b> verweist dieser Autor auf den gestrigen Blogeintrag. Wer zuf&#228;llig am selben Tag erst auf &#8220;Sport1&#8243; die Sendung &#8220;Doppelpass&#8221; und dann am sp&#228;ten Abend die Kommentare zum Wahlausgang verfolgt hat, geriet durchaus schon mal in Gefahr, das Gesehene durcheinander zu bringen. Der Gewinner hatte pl&#246;tzlich alles richtig gemacht, sah sich in allen Belangen best&#228;tigt und freute sich &#252;ber den deutlichen Trend, w&#228;hrend die Kommentatoren dem Verlierer bescheinigten, eine Kette von Fehlern aneinandergereit sowie strategisch und taktisch falsch agiert zu haben, was sich ja im &#252;brigen alles schon seit &#252;ber einem Jahr deutlich abzeichne. War das jetzt eine Zusammenfassung der Wahlanalysen oder doch die Bewertung des 5:0-Erfolgs der Dortmunder &#252;ber Werder? Man konnte leicht ins Gr&#252;beln kommen, zumal auch die Abwesenheit Udo Latteks kein eindeutiges Indiz mehr ist, in welche Sendung man da gerade hineingezappt hat.</p>
<p>Parteien und die in ihrem Schlepptau hinterherwackelnden Qualit&#228;tsjournalisten (oder war es umgekehrt?) konstatierten ob des guten Ergebnisses der FDP wieder einmal das Ph&#228;nomen der &#8220;Leihstimmen&#8221;. &#8220;Leihstimmen&#8221; nennt man es, wenn im &#8220;b&#252;rgerlichen&#8221; Lager taktisch gew&#228;hlt wird. Wird im linken Lager taktisch gew&#228;hlt, nennt man es &#8220;taktisches W&#228;hlen&#8221;. Wenn man es dort nicht per Definition gleich schon mal ausschlie&#223;t. Jedenfalls h&#228;tte, wenn die entsprechende Jury nicht so vernagelt w&#228;re, dass sie auch ungebr&#228;uchliche Begriffe adelt, nur um ihre ideologische Kritik unterzubringen, &#8220;Leihstimme&#8221; alle Qualit&#228;ten f&#252;r das &#8220;Unwort des Jahres&#8221;. Es ist unlogisch, weil man eine &#8220;Leihstimme&#8221; nicht wieder zur&#252;ckbekommen kann. Es ist undemokratisch, weil die Stimmen bei einer Wahl keiner Partei geh&#246;ren und weil es auch keine Stimmen erster und zweiter Klasse gibt. Es ist entlarvend, weil es noch tausend andere, z.T.v&#246;llig irrationale und absurde Gr&#252;nde gibt, warum jemand eine bestimmte Partei w&#228;hlt, solche Entscheidungen aber stillschweigend als legitim und verdient verbucht werden. Und es ist entweder manipulativ oder d&#228;mlich, weil lt. der einschl&#228;gigen W&#228;hlerwanderungsanalysen die FDP auch ohne den Transfer von W&#228;hlern, die sich beim letzten Mal f&#252;r die CDU entschieden, in das Landesparlament hineingew&#228;hlt worden w&#228;re. Es w&#228;re das Beste f&#252;r unsere Demokratie und das Ansehen derer, die sich nicht entbl&#246;den, dieses Thema immer wieder anzusprechen, statt solcher Scheindebatten wenigstens ab und zu mal inhaltliche Themen anzusprechen. Was, das sei hier einger&#228;umt, nat&#252;rlich schwierig ist, wenn die wirklich wichtigen Fragen von einer geschmacklosen, &#252;berparteilichen Konsensso&#223;e zugedeckt sind, auf die zu verzichten sofort den Zorn von Koch und Oberkellner nach sich z&#246;ge, mit lebenslangem Lokalverbot.</p>
<p>Von Belang ist der Ausgang dieser Wahl nur f&#252;r die Sch&#252;ler Niedersachsens und die Bundespolitik. Die Sch&#252;ler k&#246;nnen sich auf weiteres rot-gr&#252;nes Herumgepfusche in der Bildungspolitik einstellen, das ihnen bessere Noten bei gleichzeitig, sagen wir mal:, moderaterem Wissenszuwachs verspricht, womit dann ja entsprechende Probleme f&#252;r alle Seiten befriedigend gel&#246;st sind. Und es wird kein weiteres Gesetz mehr den Bundesrat passieren, es sei denn, es ist n&#246;tig, um den Traum der Politik nach einem Schuldenmachen ohne Zuordnung von Verantwortung zu erf&#252;llen, also z.B. f&#252;r &#8220;mehr Europa&#8221; oder die &#8220;Euro-Rettung&#8221;. Als Liberaler sollte man f&#252;r jedes Wahlgeschenkegesetz, das nicht kommt, sehr dankbar sein. Insofern ist dieser neue Zustand zu begr&#252;&#223;en, und es gibt jetzt selbst f&#252;r Libert&#228;re einen &#252;berzeugenden Grund, bei der Bundestagswahl FDP zu w&#228;hlen: Gewinnt im September wieder Schwarz-Gelb, dauert die Gesetzesblockade noch zwei Jahre an, was realistischerweise das Maximum ist, was man als Libert&#228;rer f&#252;r die nahe Zukunft herausholen kann.</p>
<p>Zum Abschluss dieser Sektion noch der Tipp f&#252;r alle Wahlabend-Junkies: In der Regel verschieben sich die Stimmanteile im Lauf des Abends mehr nach links. Die Hochrechnungsmodelle der Institute scheinen da eine systematische Verzerrung zu haben, den sie nicht beseitigen k&#246;nnen oder wollen. Als Fan schwarz-gelber Koalitionen sollte man mit Jubeln also nur dann anfangen, wenn der Stimmenvorsprung des eigenen Lagers die Irrtumsmarge &#252;bersteigt. Schalke-Fans nat&#252;rlich ausgenommen.</p>
<p>Jetzt also zur <b>Nabelschau</b>. Ungef&#228;hr 10% in Niedersachsen, also selbst die 7%-H&#252;rde genommen, die seine Gegner als un&#252;berwindbar ansahen, und der Parteichef bietet seinen R&#252;cktritt an. Wie das, fragt sich der Profi-Beobachter? Aber so ist R&#246;sler. Wo andere auftrumpfen und Pech auf die im Schutz des Niebels heranst&#252;rmenden Horden verbr&#252;derleter, das Wappen der Lindne im Schilde f&#252;hrenden Kubicken herniederregnen lassen w&#252;rden, streckt der einfach den Mittelfinger aus und sagt: &#8220;Wenn ihr so hei&#223; drauf seid, dass ihr auch in Kauf nehmt, euch als Charakterschweine zu entlarven, bitte. Ich brauche das nicht.&#8221; Obwohl: Beides w&#252;rde R&#246;sler nie tun. Aber man muss das Verhalten netter Menschen heutzutage ja schon &#252;bersetzen.</p>
<p><b>Update</b>: Die Ereignisse &#252;berschlagen sich. R&#246;sler bleibt doch Parteichef, Br&#252;derle wird &#8220;Spitzenkandidat&#8221;. Anscheinend hat Brutus gestern abend in Hannover seinen Dolch verloren. Dieser Kompromiss d&#252;rfte aber die schlechtestm&#246;gliche L&#246;sung sein. Einen Spitzenkandidaten braucht die FDP nicht. Das ist nur die Fortsetzung des Personalstreits mit anderen Mitteln.</p>
<p>Soweit die Soap Opera FDP. Was Politikern und ihren qualit&#228;tsjournalistischen Kumpels wichtig ist, interessiert die Karteileiche, die diesen Blogeintrag verfasst, allerdings nur am Rande und nur zu Unterhaltungszwecken. Viel wichtiger w&#228;re es, endlich liberale politische Inhalte zum Thema zu machen, auch wenn der daraufhin erzeugte Gegenwind so gro&#223; w&#228;re, dass er von den &#252;blichen Verd&#228;chtigen gleich wieder als Beleg f&#252;r den Klimawandel herangezogen werden w&#252;rde. Was im Grunde auch berechtigt w&#228;re, wenn man den Klimawandel als politisches und nicht als pyhsikalisches Ph&#228;nomen versteht. Liberale Politik gibt es nicht automatisch, wenn die FDP irgendwo 10% erreicht. Liberale Politik gibt es h&#246;chstens dann, wenn die FDP sie sich auf ihre Fahnen schreibt. Woanders wird sie jedenfalls nicht herkommen.&nbsp;</p>
<p>Deswegen unterst&#252;tzt dieser Blogger auch den&nbsp;<a href="http://liberaler-aufbruch.net/blog/2013/01/21/aufbruch-zur-sacharbeit-anstelle-von-personaldebatten/">Aufruf</a>&nbsp;Frank Sch&#228;fflers an den &#8220;Liberalen Aufbruch in der FDP&#8221;, liberale Themen offensiv in der Partei voranzubringen. Nur so geht es.</p>
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		<title>Gedankenlesen</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2013/01/20/gedankenlesen/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Jan 2013 16:54:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Humor und Satire]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Da der Ausgang der Niedersachsen-Wahl noch nicht fest steht, hier schon mal ein kleiner Einblick in die subtilen Gedankeng&#228;nge von Politikern, wenn endlich Klarheit herrscht, wer gewonnen hat. 1. Gewinner Das sagt der Gewinner &#252;blicherweise: &#8220;Dies ist ein &#252;berzeugender Sieg f&#252;r unsere Partei. Die W&#228;hler haben der desastr&#246;sen Politik der anderen eine klare Absage erteilt [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Da der Ausgang der Niedersachsen-Wahl noch nicht fest steht, hier schon mal ein kleiner Einblick in die subtilen Gedankeng&#228;nge von Politikern, wenn endlich Klarheit herrscht, wer gewonnen hat.</p>
<p>1. Gewinner</p>
<p>Das sagt der Gewinner &#252;blicherweise:</p>
<p>&#8220;Dies ist ein &#252;berzeugender Sieg f&#252;r unsere Partei. Die W&#228;hler haben der desastr&#246;sen Politik der anderen eine klare Absage erteilt und die seri&#246;se Arbeit unseres Spitzenkandidaten best&#228;tigt. Sie haben sich daf&#252;r entschieden, dieses Land einer glorreichen Zukunft entgegen zu f&#252;hren.&#8221;</p>
<p>Das h&#228;tte sich der Verlierer als Stellungnahme des Gewinners gew&#252;nscht:&nbsp;</p>
<p>&#8220;Da haben wir ja noch mal m&#228;chtig Schwein gehabt. Obwohl uns auch nichts Vern&#252;nftiges zu den Problemen unserer Zeit eingefallen ist und wir versucht haben, mit reiner Symbol- und Klientelpolitik Punkte zu sammeln, haben sich von den paar Hanseln, die doch tats&#228;chlich zur Wahl gegangen sind, tats&#228;chlich doch noch eine Handvoll mehr f&#252;r uns entschieden. Puh!&#8221;</p>
<p>2. Verlierer</p>
<p>Das sagt der Verlierer &#252;blicherweise:</p>
<p>&#8220;Leider hat es diesmal f&#252;r uns nicht ganz gereicht. Uns ist es nicht gelungen, unsere &#252;berragende Politik angemessen zu kommunzieren, und wir konnten unser W&#228;hlerpotenzial nicht vollst&#228;ndig aussch&#246;pfen . Der starke Gegenwind aus Berlin half auch nicht. Wir werden zuk&#252;nftig im Dienste unseres Landes aktive und konstruktive Oppositionspolitik betreiben.&#8221;</p>
<p>Das h&#228;tte sich der Gewinner als Stellungnahme des Verlierers gew&#252;nscht:&nbsp;</p>
<p>&#8220;Wir m&#252;ssen es endlich einsehen: Wir sind endg&#252;ltig gescheitert. Wir schw&#246;ren ab von unseren Irrlehren und fordern unsere Mitglieder auf, es uns gleichzutun und dann konsequent in die Partei des Gewinners einzutreten. Unsere Selbstaufl&#246;sung wird sp&#228;testens Ende n&#228;chster Woche bekannt gegeben.&#8221;</p>
<p></p>
<p>Damit w&#228;ren alle Geheimnisse des heutigen Abends gel&#252;ftet. Ihr k&#246;nnt ins Bett gehen.</p>
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		<title>No Show</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2013/01/16/no-show/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Jan 2013 19:38:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Programmbestandteil, auf den die &#8220;&#214;ffentlich-Rechtlichen&#8221; sicher stolz sind, betrifft die zahlreichen politischen Talkshows, von &#8220;Maybrit Illner&#8221; &#252;ber &#8220;Anne Will&#8221; bis &#8220;G&#252;nther Jauch&#8221;. Und dem Schreiber dieser Zeilen wird wohl niemand politisches Desinteresse unterstellen wollen. Dennoch kommt beides nicht mehr zusammen: Dieser Autor vermeidet es, sich politische Talkshows anzuschauen. Und zwar aus folgenden Gr&#252;nden: 1. [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Programmbestandteil, auf den die &#8220;&#214;ffentlich-Rechtlichen&#8221; sicher stolz sind, betrifft die zahlreichen politischen Talkshows, von &#8220;Maybrit Illner&#8221; &#252;ber &#8220;Anne Will&#8221; bis &#8220;G&#252;nther Jauch&#8221;. Und dem Schreiber dieser Zeilen wird wohl niemand politisches Desinteresse unterstellen wollen. Dennoch kommt beides nicht mehr zusammen: Dieser Autor vermeidet es, sich politische Talkshows anzuschauen. Und zwar aus folgenden Gr&#252;nden:</p>
<p><span id="more-6989"></span>
<p>1. Immer dieselben Nasen</p>
<p>Es soll bei den Sendern eine sogenannte &#8220;K.I.&#8221;-Liste geben, f&#252;r &#8220;kann immer&#8221;. Auf der scheinen Namen wie Heiner Gei&#223;ler (stets als CDU-Politiker eingeladen, obwohl politisch l&#228;ngst auf Linkspartei-Linie), Hans-Olaf Henkel (fr&#252;her mal ein einflussreicher Manager), Rudolf Hickel (stets als &#214;konom eingeladen, obwohl in der Fachwelt nur eine kleine Minderheit repr&#228;sentierend), Hans-Ulrich J&#246;rges (immer bereit f&#252;r die Rolle als &#8220;Journalist&#8221;), Oskar Lafontaine (des polemischen Kontrapunkts wegen), Karl Lauterbach (offensichtlich der einzige SPD-Politiker, der sich zum Thema &#8220;Gesundheit&#8221; &#228;u&#223;ern kann) oder auch der geheimnisumwitterte Klaus Kocks (Kompetenzen unbekannt) zu stehen. Um diese Namen herum werden dann gerne irgendwelchen &#8220;Spitzenpolitiker&#8221; gruppiert (keiner von der CDU, wenn Gei&#223;ler dabei ist). Wichtig ist auch, dass die Position des &#8220;Narren&#8221; besetzt ist, also entweder eines unterbelichteten &#8220;Betroffenen aus dem Volk&#8221; oder eines Halb- bis Viertelprominenten, der irgendwie am Rande mit dem Thema zu tun haben k&#246;nnte.</p>
<p>2. Immer dieselben Phrasen</p>
<p>Von jedem der o.g. Namen kann sich der erfahrenee Talkshow-Zuschauer bereits denken, was f&#252;r Meinungen vertreten werden. Bei den Spitzenpolitikern noch mehr. Die Nichtpartei-Standardg&#228;ste verfechten ihre eigene Agenda, die Parteipolitiker beten die Spr&#252;che nach, auf die deren Gremien sich geeinigt haben. Der Andere ist das Problem, man selbst die L&#246;sung.&nbsp;</p>
<p>3. Immer nur Mainstream</p>
<p>Die angebliche Vielfalt ist reine (Talk-)Show. Trotz aller k&#252;nstlich erzeugten Spannungen bewegen sich die vertretenen Meinungen immer nur innerhalb der &#246;ffentlich-rechtlich zul&#228;ssigen Bandbreite, die links bei Jutta Ditfurth und rechts bei irgendeinem CDU-Innenminister endet. Klassisch liberale Positionen kommen nur versehentlich zu Wort. Schlie&#223;lich gelten R&#246;sler &amp; Co. den deutschen Medien bereits als &#8220;marktradikal&#8221;, und schlimmere Ausw&#252;chse dieser verheerenden Richtung will man dem ohnehin schon ver&#228;ngstigten Volk nicht zumuten.</p>
<p><b>Update</b> (20.01.13), mit Dank an Robert Michel:&nbsp;Wenn man Gl&#252;ck hat, treten ausl&#228;ndische G&#228;ste auf, bei denen die Change, dass sie eine originelle Meinung vertreten, noch am gr&#246;&#223;ten ist.</p>
<p>Kurzum: Die Chance, dass dieser Blogger oder irgendjemand sonst in einer dieser Talkshows auf eine interessante, ihn &#252;berraschende Meinung trifft, wird so klein wie m&#246;glich gehalten. Es darf gestritten werden, wer der gr&#246;&#223;te Zwerg der Welt ist, aber f&#252;r alles andere wird h&#246;chstens mal ein&nbsp;Spontan-Tribunal ins Leben gerufen, wo sich der Abweichler im Dienst der Meinungsvielfalt mindestens f&#252;nf Gegenrednern zu erwehren hat, die ihm die gerade passenden Unterstellungen an den Kopf werfen.&nbsp;</p>
<p><b>Update</b>&nbsp;(16.01.13 22:06)&nbsp;</p>
<p>Aus den Kommentaren von Spruance:</p>
<p>4.&nbsp;Zuh&#246;ren verboten</p>
<p>Ist wirklich einmal ein Mensch dabei, der einen Sachverhalt oder eine Meinung in klarem Deutsch darzustellen in der Lage ist, da&#223; sich ganz unversehens sogar etwas Lust einstellen k&#246;nnte, ihm die Aufmerksamkeit zu schenken, dann wird erbarmungslos dazwischengequatscht und die Lust verschwindet sofort.</p>
</p>
<p>5. Nachdenken unm&#246;glich</p>
<p>Es ist sicher oft den Zw&#228;ngen des Mediums geschuldet, das nun einmal nicht sonderlich meditativ ist, da&#223; alles Schlag auf Schlag gehen mu&#223; und keine Zeit zum Nachdenken bleibt. Ein gedruckter Text eignet sich daf&#252;r viel besser.<br /> Aber nach meiner Erfahrung ist das Eingehen auf Argumente des Vorredners keine Tugend der Talkshow-G&#228;ste. So verpuffen Argumente und so etwas wie eine logische Entwicklung findet nicht statt. Das lohnt das Hinsehen einfach nicht.</p>
<p>Erg&#228;nzend (<b>Update</b> 20.01.13&nbsp;mit Dank an tigger):</p>
<p>6. Diskussion unm&#246;glich</p>
<p>Der/die k&#228;rtchen- und einspielergetriebene Moderator/in verhindert wirksam, dass zu einer bestimmten Fragestellung eine Diskussion mit mehrmaliger Rede und Gegenrede entsteht, die in der Lage w&#228;re, thematische Tiefe zu erzeugen.</p></p>
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		<title>Grimms M&#228;rchen (SCNR)</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jan 2013 16:25:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Innenpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit der Umstellung der Finanzierung des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks ist etwas passiert, das die Verantwortlichen wahrscheinlich gerne vermieden h&#228;tten: Die Kritik, die jetzt vor allem von Unternehmen mit vielen Filialen am neuen Modell ge&#252;bt wird, hat das ganze Konstrukt in die Diskussion gebracht.&#160; Auf B.L.O.G. haben wir diese &#220;bung schon des &#246;fteren vollzogen, z.B. hier: &#8220;Credo [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit der Umstellung der Finanzierung des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks ist etwas passiert, das die Verantwortlichen wahrscheinlich gerne vermieden h&#228;tten: Die Kritik, die jetzt vor allem von Unternehmen mit vielen Filialen am neuen Modell ge&#252;bt wird, hat das ganze Konstrukt in die Diskussion gebracht.&nbsp;</p>
<p>Auf B.L.O.G. haben wir diese &#220;bung schon des &#246;fteren vollzogen, z.B. hier: &#8220;<a href="https://www.bissige-liberale.net/2006/04/02/credo-quia-absurdum/">Credo quia absurdum</a>&#8221; aus dem Jahr 2006.&nbsp;</p>
<p>K&#252;rzlich las dieser Autor in der<a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/frueherer-verfassungsrichter-grimm-oeffentlich-rechtlicher-rundfunk-liegt-im-interesse-aller-12020803.html"> F.A.Z.</a> ein Interview mit dem ehemaligen Verfassungsrichter Grimm, in dem dieser f&#252;r das &#246;ffentlich-rechtliche System pl&#228;dierte. Es lohnt sich vielleicht, ein paar Aussagen dieses Interviews genauer zu betrachten und einem dieser auch bei der ARD so beliebten &#8220;Checks&#8221; zu unterziehen, in diesem Fall aber keinen auf moralische Reinheit, sondern auf Kontakt mit dem Planeten Erde.</p>
<p><span id="more-6987"></span>
<p>Grimm:</p>
<blockquote><p>Nicht alles, was dazu notwendig ist, wird vom Markt geliefert. Das Informationsangebot geh&#246;rt dazu. Die Qualit&#228;t einer Demokratie hat auch etwas mit dem Zustand ihrer Medien zu tun. Wenn der kommerzielle Sektor den Bedarf nicht vollst&#228;ndig erf&#252;llt, muss f&#252;r Alternativen gesorgt werden. Der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk ist eine solche. Sein Dienst liegt im Interesse aller. Deswegen l&#228;sst es sich auch rechtfertigen, dass alle daf&#252;r finanziell aufkommen.</p></blockquote>
<p>Der dritte Satz im obigen Absatz d&#252;rfte zwar bei einigen unserer Leser ein zustimmendes Kopfnicken ausl&#246;sen, aber vermutlich in einem anderen Sinn, als Grimm es gemeint hat. Aber davon abgesehen: Das erste Problem ist ja schon einmal, dass hier ein Mitglied der staatlichen Elite zu definieren beansprucht, was denn im &#8220;Interesse aller&#8221; liege. Ein Interesse, dass anscheinend nicht identisch ist mit der Summe der Interessen aller Einzelnen, denn sonst w&#252;rde Grimm dem Markt hier keine L&#252;cke attestieren k&#246;nnen. Der Verdacht liegt nahe, dass es nicht um die Art von Interesse geht, die von den Einzelnen artikuliert wird, sondern um ein Interesse, das sie haben *sollten*, um bessere Demokraten zu sein.</p>
<p>Grimm weiter:</p>
<blockquote><p>Was das Grundgesetz angeht, muss man sich fragen, warum den Medien dort Freiheit garantiert wird. Damit die Medieneigent&#252;mer m&#246;glichst gro&#223;en Profit machen k&#246;nnen? Oder damit die Journalisten ein Privileg bei der Verbreitung ihrer Meinungen erhalten? Oder doch, weil Pers&#246;nlichkeitsentfaltung und demokratische Herrschaft bei gelenkten Medien oder Medien, die einer Gesellschaft nur Zerstreuung, Erg&#246;tzung und Entr&#252;stung bieten, nicht gedeihen k&#246;nnen?</p></blockquote>
<p>Diesem Autor, der verfassungsrechtlicher Laie ist, w&#228;re hier zwar in erster Linie die Erm&#246;glichung von Vielfalt eingefallen, aber Mitglieder der staatlichen Elite denken teleologischer: Das, was die Menschen bevorzugen, wenn man sie fragt, behindert &#8220;Pers&#246;nlichkeitsentfaltung&#8221; und &#8220;demokratische Herrschaft&#8221;. Deswegen muss man ihnen etwas anderes servieren.</p>
<blockquote><p>Vorher hatte der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk keine Konkurrenz und konnte seinen Auftrag ungehindert erf&#252;llen. Mit den kommerziellen Programmen entstand die Gefahr, dass der Auftrag nicht mehr ungeschm&#228;lert erf&#252;llt wird.</p></blockquote>
<p>Somit sind die ersten Sender, die das senden, was die Leute h&#246;ren und sehen wollen, als &#8220;Gefahr&#8221; identifiziert. Und so, wie als Bedarf des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks praktischerweise weitestgehend einfach das gilt, was die Sender gerne ausgeben m&#246;chten, so muss die Erf&#252;llung des entsprechenden Auftrags nicht belegt, sondern kann einfach als Fakt behauptet werden. Es gab den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk, und zwar nur den, und damit ist auch automatisch die Erf&#252;llung seiner Ziele gew&#228;hrleistet. Messungen w&#252;rden da vermutlich nur st&#246;ren.</p>
<p>Aber jetzt beginnt es erst allm&#228;hlich, so richtig sch&#246;n zu werden:</p>
<blockquote><p>Das Bundesverfassungsgericht hat den Begriff „Grundversorgung“ nie im Sinn einer Minimalversorgung verwendet, sondern im Sinn einer Vollversorgung. Wenn der kommerzielle Rundfunk nicht die volle Bandbreite der Gegenst&#228;nde und Meinungen abbildet, dann muss es wenigstens der &#246;ffentlich-rechtliche tun. Daraus wird gelegentlich abgeleitet, dass der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk nur das anbieten d&#252;rfte, was im kommerziellen zu kurz kommt, also Information ja, Kultur ja, Bildung ja, Sport und Unterhaltung nein. Dagegen gibt es zwei Einw&#228;nde. Meinungsbildung, Pr&#228;gung von Weltsichten und Verhaltensmustern, die dann wieder politisch und gesellschaftlich relevant werden, findet nicht nur in politischen Sendungen statt, sondern auch und manchmal wirksamer in unterhaltenden. Dann muss es aber auch hier Alternativangebote geben. Und ferner: Ein &#246;ffentlich-rechtlicher Rundfunk, der nur noch die Defizite des privaten zu kompensieren h&#228;tte, w&#252;rde schnell zu einem Nischenrundfunk werden, f&#252;r den die Geb&#252;hrenfinanzierung nicht mehr zu rechtfertigen w&#228;re. Er w&#252;rde marginalisiert und k&#246;nnte dann seinen Auftrag der Breitenwirkung nicht mehr erf&#252;llen, so wie das beim Public Broadcasting in den Vereinigten Staaten der Fall ist.</p></blockquote>
<p>Wir notieren: &#8220;Grund-&#8221; hei&#223;t in Wirklichkeit &#8220;Voll-&#8221;. Aus Raider wurde Twix. Kann man machen, wenn man am gottgleichen Hebel sitzt. Auch hier begegnet uns wieder die Gleichsetzung von Soll- und Istzustand, aber das l&#228;sst sich wahrscheinlich ebenfalls durch Benamsung erledigen. Jedenfalls wird aus der Meinung, dass der private, hier meist konsequent abwertend &#8220;kommerziell&#8221; (im Gegensatz zur Selbstaufopferung der Mitarbeiter &#246;ffentlich-rechtlicher Sender) genannte Rundfunk nicht &#8220;die volle&nbsp;Bandbreite der Gegenst&#228;nde und Meinungen&#8221; abbilde, ein entsprechender Auftrag des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks konstatiert, ohne &#252;berhaupt in Betracht zu ziehen, inwieweit denn dieser in der Lage sei, das zu leisten. Das ist der &#252;bliche &#8220;deus ex machina&#8221; der Marktkritik: Es wird ein &#8220;Versagen&#8221; des Marktes konstatiert, das der Staat zu korrigieren habe. Damit war die Diskussion dann lange, lange Zeit beendet, bis ein gewisser Herr Buchanan und seine Mitstreiter anfingen zu fragen, wie es denn da eigentlich weiterginge, ob denn auf den Auftrag auch die Umsetzung folgte. Die eigentlich schon bei der Anwendung gesunden Menschenverstandes wenig &#252;berraschende Entdeckung war dann: Der Staat k&#246;nnte theoretisch korrigieren, weil er die Mittel dazu hat, aber wahrscheinlicher ist es, dass er alles schlimmer macht, weil andere Ziele die Anwendung der Mittel beeinflussen. Zu fragen, wie dies denn dann bei den &#246;ffentlich-rechtlichen Sendern aussieht, die ja nicht gerade das Abhalten von Kaffeepausen zur Aufgabe gestellt bekommen haben, sondern hehre Dinge wie St&#228;rkung der Demokratie oder eben Pers&#246;nlichkeitsentfaltung, sollte daher die nat&#252;rlichste Sache der Welt sein, wird aber erstaunlicherweise von den Sendern als Nestbeschmutzung verurteilt.</p>
<p>Nach Grimm hat der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk die Aufgabe, ein Alternativ-Unterhaltungsprogramm anzubieten, weil ja auch durch Unterhaltungssendungen &#8220;Meinung gebildet&#8221; und &#8220;Weltsichten und Verhaltensmuster gepr&#228;gt&#8221; w&#252;rden. Das wird man wohl mit einigem Recht f&#252;r &#252;berzogen halten d&#252;rfen, aber der eigentliche Knackpunkt ist ein anderer: Das einzig alternative am Unterhaltungsprogramm der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender ist das Alter der Zielgruppen.&nbsp;</p>
<p>Und jetzt bitte Achtung! Sie sehen oben nach &#8220;Und ferner:&#8221; eine Katze, die sich in den Schwanz bei&#223;t: Ein geb&#252;hrenfinanzierter Unterhaltungs-Rundfunk ist notwendig, weil ohne ihn der Grund f&#252;r die Geb&#252;hrenfinanzierung entfiele. Auf diese Idee muss man erstmal kommen. Aber unsere Verfassungsrichter sind ja auch keine Dummen.</p>
<p>Es sollen an dieser Stelle nicht alle Aussagen Grimms zitiert und diskutiert werden. Der interessierte Leser wird aus dem verlinkten Interview noch weiteren Honig saugen k&#246;nnen. An dieser Stelle springen wir schnell mal weiter zur Einflussnahme:</p>
<blockquote><p>Rundfunkfreiheit hei&#223;t in allererster Linie Staatsfreiheit. Der demokratische Staat ist ein Staat, in dem Politik im Auftrag und unter den Augen des Volkes und mit dem Anspruch der F&#246;rderung des Gemeinwohls gemacht wird. Das Publikum muss sich seine Meinung &#252;ber die &#246;ffentlichen Angelegenheiten bilden, seine &#220;berzeugungen und Interessen artikulieren, die Politik kritisieren k&#246;nnen. Das geht nicht, wenn die Politik die Medien f&#252;r ihre Zwecke instrumentalisieren kann. Der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk ist f&#252;r politische Einflussnahme anf&#228;llig, weil der Staat ihn einrichtet, rechtlich ausgestaltet und finanziert. Der private ist f&#252;r Instrumentalisierung im Interesse der Wirtschaft anf&#228;llig, weil er von Werbeeinnahmen abh&#228;ngt. Davor soll der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk gerade durch die Geb&#252;hren- oder Beitragsfinanzierung bewahrt werden. Ein Vehikel politischen Einflusses auf den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk sind die Aufsichtsgremien, die Rundfunk- und Fernsehr&#228;te. Sie sind die L&#246;sung des Problems, dass der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk einerseits kontrolliert werden muss, andererseits wegen des Gebots der Staatsfreiheit aber nicht vom Staat kontrolliert werden darf. Die Aufsichtsgremien sind als gesellschaftliche Gremien konzipiert. Aber es sind auch Inhaber staatlicher &#196;mter oder Mandate in ihnen vertreten, in besonderer Dichte im Verwaltungsrat des ZDF.</p></blockquote>
<p>Richtig ist hier die Kritik an einem durch Politik beeinflussten Rundfunk. Um aber die Rundfunkr&#228;te als aufhebende Synthese erscheinen zu lassen, braucht es eine Antithese in Form des wegen der Werbeeinnahmen durch &#8220;die Wirtschaft&#8221; beeinflussbaren Privatfunks. Abgesehen davon, dass auch die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender von Werbeeinnahmen abh&#228;ngen, muss man hier konstatieren, dass es &#8220;die Wirtschaft&#8221; nicht gibt. Es gibt Unternehmen, die u.a. auch um Werbepl&#228;tze konkurrieren. Sicher k&#246;nnte ein werbender Riese wie z.B. Procter &amp; Gamble durch einen R&#252;ckzug s&#228;mtlicher Schaltungen einen Privatsender kurzfristig finanziell treffen, aber erstens w&#252;rde der Konzern sich damit selbst sch&#228;digen (es hat ja einen Grund f&#252;r die Werbung gegeben), zweitens treten andere Werbende an seine Stelle (wiewohl dann wom&#246;glich zu geringeren Preisen) und drittens w&#252;rde ein solcher Schritt &#246;ffentlich und m&#252;sste daher f&#252;r die Kunden des Konzerns nachvollziehbar begr&#252;ndet sein.&nbsp;</p>
<p>Richtig ist au&#223;erdem, dass der Eigent&#252;mer eines Privatsenders auf die Sendungen Einfluss nehmen kann. Aber deswegen gibt es ja, wie bei Zeitungen und Zeitschriften, auch mehrere von der Sorte. Privatsender sind austauschbar und sollen es sein. Wer sich als Zuschauer &#252;ber den einen &#228;rgert, wird ohne Probleme zum anderen wechseln k&#246;nnen.</p>
<p>Grimm geht dann konsequent im Stil des &#8220;was sein soll, ist auch&#8221; auf die angebliche &#8220;L&#246;sung&#8221; durch Geb&#252;hrenzahlung und Rundfunk- und Fernsehr&#228;te ein. Damit sei der Staat aus dem Spiel (abgesehen von Grimms Kritik am ZDF) und das Dilemma von &#246;ffentlicher Kontrolle bei gleichzeitiger Staatsferne gel&#246;st. Das kann sogar sein. Was aber nicht gel&#246;st ist, dass die &#8220;gesellschaftlich relevanten Gruppen&#8221;, die in solche R&#228;te berufen werden, selbst eine politische Agenda haben, die kompatibel zu der des Staates ist. Fr&#252;her konnte dies zutreffen je nach Regierungsmehrheit, heutzutage, angesichts der bei vielen wichtigen politischen Fragen herrschenden (Fast-)Allparteienkoalition, ist dies mehr die Regel als die Ausnahme. Was nutzt es dem Nicht-Sozi, wenn die Rundfunk- und Fernsehr&#228;te sicherstellen, dass im &#246;ffentlich-rechtlichen System noch &#252;ber die sozialdemokratischste aller L&#246;sungen gestritten werden darf? Und wie konkret ist deren Einfluss eigentlich?</p>
<p>Wahrscheinlicher ist doch, dass diese R&#228;te, selbst wenn sie vom politischen Altruismus durchdrungen w&#228;ren, auf das tats&#228;chlich gesendete Programm so gut wie keinen Einfluss haben. Ungef&#228;hr &#228;hnlich wie beim Aufsichtsrat eines DAX-Konzerns. Wahrscheinlicher ist, dass der Apparat selbst seinen Kurs bestimmt. An der Spitze m&#246;gen austauschbare K&#246;pfe wechseln, der Apparat aber bleibt. Und im Gegensatz zu DAX-Unternehmen wird er auch nicht durch &#8220;Paradigma-Wechsel&#8221; und sonstige Reorganisationen regelm&#228;&#223;ig durchgesch&#252;ttelt. Ganz im Sinn Buchanans w&#228;re hier also zu pr&#252;fen, welche Interessen den Kurs des Apparats bestimmen, welche Mechanismen in ihm wirken und welche Ergebnisse sich daraus wahrscheinlich ableiten lassen. Die Nomenklatura aber erg&#246;tzt sich an der hehren Aufgabe, statt die Frage zuzulassen, ob sie in der Wirklichkeit auch nur halbwegs erf&#252;llt wird.</p>
<p>Abschlie&#223;end soll an dieser Stelle aber noch auf den entscheidenden Konstruktionsfehler der Grimmschen Argumentation hingewiesen werden, und der besteht, wie so oft, in einer unzul&#228;ssigen Kollektivierung. Nur dadurch, dass Grimm die B&#252;rger und Fernsehzuschauer in einer Gruppe zusammenfasst, kann er Aussagen f&#252;r alle treffen. In Wirklichkeit gibt es diese homogene Gruppe nicht, und das macht z.B. alles Gerede vom &#8220;Alternativangebot&#8221; obsolet. Es ist eben nicht so, dass der Freund amerikanischer Serien und Spielfilme (&#252;brigens oft mit einem Niveau, von dem ARD oder ZDF nur tr&#228;umen k&#246;nnen) irgendwann mal in den &#8220;Musikantenstadl&#8221; zappt und sich dort andere Weltsichten und Verhaltensmuster einbleuen l&#228;sst. Und es ist nicht so, dass irgendjemand beim ZDF &#8220;Frontal 21&#8243; schaut, weil er am Samstag davor &#8220;Wetten dass?&#8221; auf demselben Kanal gesehen hat. Bei genauerem Hinsehen spricht, wenn man die offiziell propagierten Ziele ernst nimmt, &#252;berhaupt nichts daf&#252;r, sich die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender so stark im Unterhaltungsgesch&#228;ft engagieren zu lassen. Champions-League-Rechte und Starmoderatoren-Honorare haben mit Pers&#246;nlichkeitsentfaltung und St&#228;rkung der Demokratie rein gar nichts zu tun.&nbsp;</p>
<p>Aber die sich in den Schwanz bei&#223;ende Katze haben wir oben nicht zuf&#228;llig angetroffen. Sie ist das Grundprinzip (oder Vollprinzip?) des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Denn bei den Programmen, auf die die betreffenden Sender so richtig stolz sind, weil furchtbar politisch und kritisch hinterfragend, Minderheitenpositionen darstellend und &#252;berhaupt jenseits allen Mainstreams, schaut auch dann nur eine kleine Bildungselite zu, wenn vorher jemand mit einem Gabelstapler eine Origami-Figur gefaltet hat. Und dann k&#246;nnten sich die vielen Menschen, die sich solche Sendungen nie und nimmer anschauen w&#252;rden, weil sie einfach noch nicht den von Grimm &amp; Co. angestrebten Jedi-Level erreicht haben, vielleicht fragen, warum sie f&#252;r das Vergn&#252;gen einer eh schon privilegierten Minderheit auch noch zu zahlen haben.&nbsp;</p>
<p>Und wer will dieses Fass schon aufmachen au&#223;er ein paar st&#246;rrischen Liberalen.</p>
<p></p>
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		<title>Europarichter warnen: Keine Frauen einstellen!</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2013/01/09/europarichter-warnen-keine-frauen-einstellen/</link>
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		<pubDate>Tue, 08 Jan 2013 22:28:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[EU]]></category>
		<category><![CDATA[Sozialpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Nach Ansicht der Europarichter bestehe selbst dann keine Verpflichtung einer Bewerberin, bei Vertragsschluss aktiv auf ihre Schwangerschaft hinzuweisen, wenn sie aufgrund des eingreifenden Mutterschutzes nahezu die gesamte vorgesehene befristete Besch&#228;ftigungsdauer nicht arbeiten kann. Ein solch umfassender Schutz schwangerer Bewerberinnen sei notwendig, um den Grundsatz der Gleichbehandlung von M&#228;nnern und Frauen beim Zugang zu einer Besch&#228;ftigung [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Nach Ansicht der Europarichter bestehe selbst dann keine Verpflichtung einer Bewerberin, bei Vertragsschluss aktiv auf ihre Schwangerschaft hinzuweisen, wenn sie aufgrund des eingreifenden Mutterschutzes nahezu die gesamte vorgesehene befristete Besch&#228;ftigungsdauer nicht arbeiten kann. Ein solch umfassender Schutz schwangerer Bewerberinnen sei notwendig, um den Grundsatz der Gleichbehandlung von M&#228;nnern und Frauen beim Zugang zu einer Besch&#228;ftigung zu gew&#228;hrleisten. Die damit verbundene besondere wirtschaftliche Belastung des Arbeitgebers m&#252;sse dahinter zur&#252;cktreten.</p></blockquote>
<p>(<a href="http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/mein-urteil/kolumne-mein-urteil-schwangere-vertretung-12007596.html">FAZ.net</a>)</p>
<p>&#214;konomisch nennt man so etwas wohl einen B&#228;rendienst. Da muss als Konsequenz schleunigst eine Frauenquote her, und zwar f&#252;r Frauen unter 40.</p>
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		</item>
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		<title>Wulff oder NSU?</title>
		<link>http://www.bissige-liberale.net/2013/01/07/wulff-oder-nsu/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Jan 2013 19:51:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Rayson</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[An den Talkshows &#252;bt Pleitgen in der F.A.Z. ganz konkrete Kritik: „Mich hat gest&#246;rt, dass sich vor einem Jahr alle Talkshows wochenlang auf Christian Wulff st&#252;rzten. Um den Nationalsozialistischen Untergrund k&#252;mmerten sie sich hingegen kaum. Schwer zu verstehen! Bei Wulff handelte es sich um das peinliche Verhalten eines Bundespr&#228;sidenten, die zehn Morde der Terrorzelle gingen [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>An den Talkshows &#252;bt Pleitgen in der F.A.Z. ganz konkrete Kritik: „Mich hat gest&#246;rt, dass sich vor einem Jahr alle Talkshows wochenlang auf Christian Wulff st&#252;rzten. Um den Nationalsozialistischen Untergrund k&#252;mmerten sie sich hingegen kaum. Schwer zu verstehen! Bei Wulff handelte es sich um das peinliche Verhalten eines Bundespr&#228;sidenten, die zehn Morde der Terrorzelle gingen dagegen an die Substanz unseres Gemeinwesens. Da h&#228;tte ich mehr Engagement erwartet.“</p></blockquote>
<p>Hier <a href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/ehemaliger-wdr-chef-pleitgen-fuenf-talkshows-sind-einfach-zu-viel-des-guten-12017593.html">zitiert</a> als Beispiel f&#252;r das Selbstverst&#228;ndnis des Qualit&#228;tsjournalismus. Das (damals) aktuielle Drama um das gew&#228;hlte Staatsobrhaupt des Landes hat gegen&#252;ber einer Mordserie zur&#252;ckzustehen, deren letzter Toter Jahre zur&#252;ck liegt und deren T&#228;ter entweder tot oder bereits gefasst sind. Dass der NSU-&#8221;Terror&#8221;, den (au&#223;er den Opfern und ihren Familien nat&#252;rlich) nie jemand wirklich als solchen sp&#252;rte, und der erst im Nachhinein dazu wurde, &#8220;an die Substanz unseres Gemeinwesens&#8221; gegangen sein soll, ist eine extrem mutige Behauptung, die nach Ansicht dieses Autors nur schwer zu st&#252;tzen ist. &#8220;Dieses Gemeinwesen&#8221; war sich in der Verurteilung der Mordtaten zu 99% einig, auch wenn unsere &#246;ffentlich-rechtlichen Vorbeter meinten, den B&#252;rgern daraufhin &#246;ffentliche Bu&#223;akte auferlegen zu m&#252;ssen. Skandal war hier in erster Linie das Versagen vor allem der Verfassungsschutzbeh&#246;rden, was eine Reform der Dienste und ihres Vorgehens zur konkreten politischen Aufgabe macht. &#8220;Unser Gemeinwesen&#8221; ist davon aber keinesfalls betroffen, so sehr manche das vielleicht gerne in die gesellschaftliche Liturgie aufnehmen w&#252;rden.</p>
<p></p>
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