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Zombies
Die Lektüre des Interviews von ifo-Präsident Hans-Werner Sinn auf "Welt Online" befremdet diesen Autor ein wenig. Nicht nur, dass Sinn in anderen Worten dasselbe sagt und meint wie er, er spricht auch einen Gedanken aus, der den Schreiber dieser Zeilen seit einigen Tagen auch beschäftigt: eine Verstaatlichung von Banken. Etwas unheimlich, dass Sinn auch bislang von diesem Autor nicht Gefordertes aufnimmt
.
Nadelstreifen-Robbens
Beim Betrachten der Bundesligaspiele dieses Wochenende kamen dem Schreiber dieser Zeilen folgende Gedanken in den Sinn:
Der Einfluss eines Trainers auf eine Mannschaft ist ungefähr ähnlich dem eines CEO auf sein Unternehmen. Beide wirken nicht direkt, sondern indirekt darüber, wie sie die Spieler (Mitarbeiter) einsetzen und fördern, wie sie die Spiele und Taktiken der Gegner (Absatzmärkte) beobachten, und wie sie auf dem Transfermarkt tätig werden (das Produktportfolio neu gestalten). Beide haben kurzfristige Verträge, und beide werden sie von einem Sportdirektor oder Vorstand (Aufsichtsratschef, Aufsichtsrat) eingestellt und entlassen. Auch in Details sind bei den beiden Jobs ähnliche Tendenzen zu erkennen: Trainer bringen gerne ihre Führungsmannschaft aus früheren Positionen mit. Sie werden auch immer jünger (im Durchschnitt natürlich…).
Mal grundsätzlich gedacht
Wir wissen, dass die Ressourcen auf unserem Planeten endlich sind. Wir wissen auch, dass jeden Tag noch viele weitere Menschen geboren werden, viel mehr, als am selben Tag sterben. Wir wissen weiter, dass ein Teil der Menschheit, verglichen mit dem anderen, buchstäblich in Saus und Braus lebt, weil irgendwann mal deren Väter und Vorväter die besseren Entscheidungen getroffen haben. Oder auch vom Glück verfolgt wurden, schließlich wird man als deutscher Weltenbummler wahrscheinlich nie mehr auf die Idee kommen, das angeblich "schlechte" Wetter hierzulande zu beklagen.
Kurzum: Die Ressourcen sind begrenzt, sie müssen jeden Tag auf immer mehr Menschen verteilt werden, und aus Gerechtigkeitsgründen ist eine Anpassung der Lebensverhältnisse der noch unter so sehr unterschiedlichen Bedingungen lebenden Menschen wünschenswert.
Jetzt kommt die große Quizfrage: Was berechtigt eigentlich irgendjemanden dazu, bei dieser Konstellation für die Bewohner der heutigen sogenannten "Ersten Welt" weiterhin stetig steigenden materiellen Wohlstand zu prophezeihen? Sicher: Es gibt eine Gegenbewegung, die da "Technischer Fortschritt" heißt. Sie erlaubt, die Beschränkungen der Natur immer noch ein Stück auszudehnen. Aber ist sie eine Konstante? Vor allem: eine allgemeingültige Konstante, von der nicht nur Wenige profitieren, sondern die den Wohlstand von allen zu heben imstande ist?
Das wohl ganz sicher nicht. Typer Cowen hat in seinem aufsehenerregenden Essay die "große Stagnation" ausgerufen. Man muss ihm da nicht folgen, aber die Annahme, dass der technische Fortschritt immer groß genug ausfällt, um allen Menschen einen ständig steigenden materiellen Wohlstand zu bescheren, die darf man sicher als mutig bezeichnen. Es kann sein, dass es so kommt. Es kann aber auch sein, dass nicht. Optimismus mag attraktiv sein, aber er ist nicht prognosegenau. Pessimismus auch nicht. Dabei ist wenig hilfreich, dass beides sofort mit Ideologien verknüpft ist, so als ob man nur irgendwo an einem politischen Knopf zu drehen bräuchte, damit sich an den oben geschilderten Ausgangsparametern etwas Entscheidendes ändert.
Also wie wäre es damit, sich auf verschiedene Szenarien einzustellen? Und auch mal in Betracht zu ziehen, dass es für die "Erste Welt" jetzt nach unten gehen kann, vielleicht sogar muss? Das erlöst uns übrigens nicht vom politischen Konflikt zwischen autoritärer Steuerung und freiheitlichem Dezentralismus, denn wenn man sich mal von der Frage verabschiedet hat, welche von beiden Rezepturen den Niedergang verhindern kann, steht immer noch die im Raum, welche ihn am besten gestaltet.
Und es ist keine Frage, wofür die Autoren dieses Blogs votieren werden.
Von einem langweiligen Beschluss zu einer prinzipiellen Frage
Das FDP-Präsidium war mal eben schnell wenn nicht die Welt, so doch immerhin Deutschland retten, oder wenigstens dessen wirtschaftliches Wachstum, und heraus kam, wie das in solchen Fällen nun einmal so ist, ein Beschluss (PDF) .
Die Rettungsmaßnahmen bestehen darin, dass das Präsidium Dinge "begrüßt", die es gut findet, und andere Dinge, die dann eben noch irgendwie zu machen wären, gerne begrüßen würde. Im einzelnen handelt es sich hier um:
- die Versorgung der Wirtschaft mit Fachkräften
- die Sicherstellung der Energie- und Rohstoffversorgung
- Entlastungen für Mittelstand und Mittelschicht
Das ist insgesamt alles so bekannt und langweilig, dass auch der Korrekturleser kurz vor Schluss sanft entschlummert sein muss, beginnt der letzte Satz doch mit einem "für", wo wohl ein "wir" hin sollte.
Nur eine Frage stellt sich der Schreiber dieser Zeilen (weiterlesen …)
Genauer
Die deutsche Wirtschaft fordert dies… Die deutsche Wirtschaft sagt das…
Wer ist das: “die deutsche Wirtschaft”?
Das Qualitätsjournal “Handelsblatt” weiß es. Da lässt man nämlich die Frage, ob ausländische Volkswirtschaften mit deutschem Steuerzahlergeld finanziell unterstützt werden sollen, den Präsidenten des Außenhandelsverbandes beantworten.
Der Simpel, der diesen Artikel mit dieser Überschrift versehen hat, fragte sich offenbar nicht einmal eine Sekunde lang, ob es da etwas verwegen sein könnte, die Meinung einer Lobbygruppe zu ihrem Lobbythema mit dem phrasenschweinpflichtigen Begriff von “der deutschen Wirtschaft” zur allgemeingültigen Meinung aller zu erklären.
Starke Leistung, Herr Journalist!
Der Charme der Quote
Das Thema kommt immer wieder hoch. Es ist also damit zu rechnen, dass Argumente hier keine Rolle spielen. Die Politik hat mal wieder etwas entdeckt, wo sie publikumswirksam-gutmenschlich eingreifen darf, ohne dass es das Staatsbudget direkt belastet.
Der große Mangel, der hier dringender Abhilfe bedarf, sind zu wenig Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten. "Zu wenig" gemessen woran, muss hier natürlich die Frage lauten. Die Politik beantwortet das natürlich nicht. Wir werden wohl davon ausgehen können, dass hinter dem Werturteil eine Art Gleichverteilungsnorm steckt. Sicher: Ein kleiner einstelliger Anteil von Frauen in Führungspositionen ist wenig. Sogar "zu wenig" gemessen am Anteil an der Bevölkerung. Aber ein grundgesetzliches Gebot, wonach in allen Lebenslagen ein gleicher Anteil von Männern und Frauen anzutreffen sein muss, findet sich aus guten Gründen nirgendwo. Denn dann müsste man ja auch mal über Lehrerinnen und Erzieherinnen reden – das Interesse der Kämpfer gegen Diskriminierung an einer geschlechtlichen Gleichverteilung dieser wirklich nicht unbedeutenden Berufe scheint aber auch nicht besonders ausgeprägt zu sein.
Aber wer hat jetzt nochmal das Problem? Die paar Frauen ("goldene Röcke"), die für Top-Führungspositionen in der "großen" (kapitalmarktorientierten) Wirtschaft in Frage kommen (es sind auch nur ein paar Männer)? Lohnt es sich, wegen dieser eh schon privilegierten Schicht extra Gesetze einzuführen?
Von der Leyen ficht das nicht an. Sie erledigt das Problem fehlender Fachkräfte einfach mit der Einführung einer Quote für Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten. Sie begreifen nicht, wie das zusammenhängen soll? Das zeigt doch nur ihren bösen Willen! WIe können Sie nur das ethisch nicht angreifbare Ziel eines für Frauen diskriminierungsfreien Zugangs zu Top-Positionen so torpedieren!
Die Unternehmen wissen einfach nicht, was gut für sie ist. Da ist empirisch erwiesen. Zum Glück gibt es in der Politik keinen Mangel an Fachkräften, die dafür einspringen.
Das ist jetzt die Chance der FDP. Wenn sie sich gegen solch offensichtlichen Unsinn stellt, kann sie Profil gewinnen.
Auch Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) ist gegen eine starre Quote, verschärfte aber zuletzt den Ton: Staatlicher Zwang sei nur solange verzichtbar, "wie freiwillige Lösungen zu signifikanten Veränderungen führen", sagte sie vergangene Woche. Rechtlich wäre eine Quotenregelung machbar.
Äh… huch… Vergesst es.
Sack und Esel
In kurzer Abfolge rauschten jetzt zwei heftige Kritiken an den Ratingagenturen durch den deutschen Blätterwald.
Da wäre zum einen der Super-Liberale Rainer ZufallBrüderle, den es stört, dass er amerikanischen Ratingagenturen nicht befehlen kann, wie ihr Rating jeweils auszufallen habe. Um diesen Missstand zu beheben, plädiert er für eine europäische Agentur. Der Schreiber dieser Zeilen hielte es allerdings für eine massive Fehlallokation von Ressourcen, sollte zu diesem Zweck wirklich eine neue Agentur gegründet werden, wo doch der Job am besten durch den Pressesprecher Brüderles ausgeübt werden könnte.
Sensation
SPON hat endlich entdeckt, was unsereinem schon immer klar war: Werbung weckt keine Bedürfnisse, sondern verteilt Märkte. Deswegen wären auch die zahlreichen Werbeverbote für angeblich oder real schädliche Produkte kompletter Quatsch, wenn nicht von ihnen einzelne Anbieter profitieren würden.
Rent-Seeker und Staat kommen immer zusammen, wenn sich nur die richtige moralische Begründung findet.
Argumente für den Euro
- Wir brauchen nur einmal für dieses eine Land mit seinen ganz speziellen Problemen einen begrenzten Betrag, den wir zur Verfügung stellen müssen, um eine Krise zu verhindern.
- Hatte ich "ein Land" gesagt? Ich meinte natürlich: Diese zwei Länder. Und dann natürlich auch einen etwas höheren Betrag. Damit verhindern wir, dass die Krise sich ausdehnt.
- Es sind wohl doch mehr Länder betroffen. Lasst uns den Betrag noch einmal aufstocken und die Transfers institutionalisieren. Aber der Euro ist sischä.
- Deutschland exportiert viel zu viel. Es muss die Nachfrage steigern und höhere Löhne zahlen. Aber wenn es die D-Mark noch hätte, wäre die erheblich aufgewertet worden, und das will doch wirklich keiner!
- Wer darauf wettet, dass die Kurse der Staatsanleihen von Krisenländern fallen, ist ein übler Spekulant, der sich am Elend anderer Leute bereichert. Wer darauf setzt, dass die Kurse steigen, ist ein guter Europäer.
- Wer hat sich gegen diese alternativlose Lösung ausgesprochen? Rechtspopulist! Nazi!
- Wenn wir nicht noch einmal 20 Milliarden dazubuttern, scheitert die europäische Integration!
- Alle Europäer müssen sich gegen ihre Feinde solidarisieren! Wenn einzelne Länder den Euro verlassen, gibt es Krieg!
Genauer erklärt es noch diese Expertin.
Tyler Cowen über den Euro
Tyler Cowen, bekannt als Blogger auf "Marginal Revolution" beschreibt in der NYT nüchtern die Wege, die aus der europäischen Schuldenkrise hinausführen, und schließt mit diesem Fazit:
ALL of the ways forward look ugly but, sooner or later, some variation of at least one of them is likely.
Kein Wunder, denn:
That’s all because the euro, in retrospect, appears to have been a misguided attempt to equalize the values for some very unequal assets, namely the bank deposits of strong countries and those of weak countries.
Mehr muss man zu diesem gigantischen Menschenexperiment nicht sagen. Es wäre jetzt eigentlich Aufgabe politischer Führung, die Menschen auf das Unvermeidliche vorzubereiten. Stattdessen versucht man, den Knall immer noch etwas weiter aufzuschieben:
Why do we so often postpone admitting that short-run patches simply aren’t going to work?
Ich würde Tyler Cowen hier übrigens widersprechen: Es ist nicht "human nature", die zu diesem Verhalten Anlass gibt, sondern es sind die Regeln des Politikbetriebs "as we know it". Das Ergebnis kennen wir auch: Die notwendige Anpassung an die Realität wird kommen. Der Preis für jeden weiteren untauglichen Versuch, sie zu verhindern, wird nur sein, dass es mit noch mehr Dynamik und mit noch übleren Folgen geschieht.
Ein neuer Anstrich
Die Nachricht lief durch Ticker, Twitter und Blogs:
Gewerbesteuer auch für Freiberufler: Grün-Rot will Gesetz ändern.
Da fährt doch dem braven Apotheker, der sich eben noch vom Gesundheitsministerium hat sagen lassen müssen, wie er seinen Job auszuüben hat, der Schreck ebenso in die Glieder wie dem fleißgen Rechtsanwalt oder dem emsigen Steuerberater. Man übt doch kein schäbiges Gewerbe aus, das von Profitgier geprägt ist, sondern leistet einen für die Allgemeinheit wichtigen Dienst, für den zudem eine besondere Ausbildung erforderlich ist! Unzählige Prozesse vor Finanzgerichten, in denen es um die Abgrenzung von freiberuflicher und gewerblicher Tätigkeit ging, hatten schließlich nur den einen Grund: die Gewerbesteuer. Und jetzt dieser Dolchstoß!
Gemach, gemach.
Viel Meinung, keine Ahnung
In SPON schreibt eine Journalisten einen Artikel über die Ausbildung von Wirtschaftswissenschaftlern, der vor Verwechslungen und Fehlern nur so strotzt. Ist das ein politisches Thema, das in dieses Blog passt? Stellen wir mal die These auf: Ja, ist es. Denn mit der Diskreditierung der Wirtschaftswissenschaften, zu denen dieser Artikel beizutragen versucht, sollen natürlich auch kritische Stimmen aus dem Weg geräumt werden, die der schönen neuen Pippi-Langstrumpf-Welt linker Gesellschaftsklempner auf lästige Weise unangenehme Konsequenzen vorhalten.
Incentives matter
Anreize wirken. Das ist eine der beiden ökonomischen Grundwahrheiten nach Stiglitz.
Wir können es beobachten. So setzen sowohl die Bank- und Eurorettungsprogramme als auch der Militäreinsatz in Libyen deutliche Anreize. Im einen Fall lauten sie: "Blast euch auf, bis ihr zu groß seid, um fallen gelassen zu werden!" Im anderen: "Wenn du dein Volk knechtest, sieh zu, dass du an Atomwaffen kommst!"
Aber das ist auch nicht so schlimm: Man kann sich über die Folgen des eigenen Handelns wieder hoch entrüstet zeigen, wenn sich nur ein neuer Schuldiger findet.
Unvermeidlich: Die “Broken Window Fallacy”
Es ist ja nun nicht so, dass Bastiats Spott über den geistigen Horizont mancher selbsternannter und sogar realer Ökonomen nicht altbekannt wäre. Aber dennoch: Rechnen Sie damit, den von Bastiat verhöhnten "Argumenten" im Zusammenhang mit der Katatstrophe in Japan ständig zu begegnen. Zumal alles, was in den USA ist, irgendwann auch zu uns kommen wird…
Anmaßung von Moral
Zwei Meldungen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben:
Unisex-Urteil treibt Beiträge hoch
Das Quotenfrau-Fiasko
Gut, es geht ein bisschen um Männer und Frauen, aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass mit staatlicher Macht eine Realität zurechtgebogen werden soll. Nun sind die Zeiten, in denen eine religiös legitimierte Gewalt sorgsam darauf achtete, dass neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse, die notwendigerweise einem wortgetreuen Glauben an die Bibel widersprechen mussten, nicht publik bzw. schnell wieder korrigiert wurden. Aber was man sich mit der Naturwissenschaft nicht mehr traut, kann man ja mit dem menschlichen Zusammenleben immer wieder gerne versuchen. Schließlich gebricht es den entsprechenden Wissenschaften systembedingt an einer den Naturwissenschaften vergleichbaren Exaktheit, und daraus folgern viele, durch Eingriffe in soziale Phänomene praktisch beliebig neue Wirklichkeiten schaffen zu können. Aber letztlich ist die Frage, warum Staatsorgane immer wieder gerne in das Miteinander reglementierend eingreifen, nur mit einer einfachen Gegenfrage zu beantworten: (weiterlesen …)
Spekulation
Da sind sie also wieder am skrupellosen Spekulieren, diese verdammten Spekulanten!
Ministerin contra Machos?
Sollten mehr Frauen in den Führungspositionen deutscher Unternehmen arbeiten?
Desillusion
Da veröffentlicht ein bekannter Blogger eine Beitragsserie, in der er behauptet, jeder Kredit sei Geld. Und nur ein einziger Kommentar von über 600 erwähnt mal kurz den Unterschied zwischen Geldschöpfung der Banken und Aktivtausch anderer Privater. Die Blogosphäre ist offensichtlich nicht klüger als der Rest. Wer da noch Erwartungen hineinsteckt, ist selber schuld.
Unweihnachtliches
Unternehmen, die nur ein einziges Produkt herstellen, versuchen gerne, die Zahlungsbereitschaft der Kunden maximal abzuschöpfen, indem sie Preisdifferenzierung betreiben. Hintergrund: Bei einem normalen Verlauf von Angebots- und Nachfragekurve nennt man die Fläche links und oberhalb vom Schnittpunkt "Konsumentenrente". Damit wird zum Ausdruck gebracht, dass die Nachfrager, die einen höheren Preis als den tatsächlichen Marktpreis zu zahlen gewillt waren, sich diese Mehrausgabe ersparen. Wer als Anbieter etwas von diesem Kuchen haben will, versucht aus einem Produkt mehrere zu machen, indem er es zusätzlich in einer "wertigeren" Form anbietet, so dass Kunden dafür mehr Geld auszugeben bereit sind, obwohl es sich im Kern weiter um dasselbe Produkt handelt.
Merkantilismus 2.0
Deutschland profitiert als exportstarkes Land mehr als alle anderen vom Euro.
Das werden wir jetzt immer öfter zu hören bekommen. Aber wenn das Geschäftsmodell so aussieht, dass der Rest Deutschlands anderen Europäern das Geld schenkt, das sie brauchen, um Produkte der deutschen Exportindustrie erwerben, dann muss man über die Definition des Worts "profitieren" wohl neu nachdenken. Oder über die des Wortes "Deutschland".