Denken für die Freiheit

Kleine Anmerkung in eigener Sache: Ich darf jetzt auch im “Dienst” bloggen. Das Liberale Institut der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit ist nun auch unter www.freiheitdenken.org zu erreichen.

Skandal um Klausi

Ist es eigentlich ein “Eklat“, wenn eine bekannt merkbefreite Dumpfbacke sich doch tatsächlich wieder als merkbefreite Dumpfbacke erweist?

Diese Karikatur würde auch unter dem legendären Team von 1954 wahrscheinlich genug “Plastedeutsche” finden.

Mein Therapievorschlag: Ein Monat auf Schalke in der Fan-Kurve.

Das Ziel des Lebens

Es sollte ohnehin das Ziel im Leben sein, jeden Tag in Kunst zu verwandeln.

Sagt Arsène Wenger, der langjährige Manager von Arsenal London. Der Satz klingt gut, verdammt gut. Aber reicht das wirklich aus?

Wegen dieses Restzweifels gefällt mir folgende Aussage viel besser:

Die Engländer sagen: Lebe jeden Tag, als ob es dein letzter wäre – eines Tages wirst du recht haben. Das ist wohl britischer Humor.

Nicht nur.

P.S.: Das ganze, wirklich sehr lesenswerte Interview findet man hier.

OT-Verweis

Wen es interessiert: Hier gibt es ein paar Eindrücke vom Smooth Jazz Festival in München.

Formel 1: Valencia

Okay, ich habe seit meinem letzten Formel 1-Artikel keinen “normalen”, politischen mehr geschrieben – was aber trotzdem kein Grund ist, eine frisch begonnene Serie schon zu beenden. Also zum GP von Valencia.

Was das Beste am diesjährigen Valencia-GP war, darüber war sich unser gesamter F1-Club sofort einig: Valencia. Eine derartig schöne, attraktive Strecke gibt es sonst nirgendwo. Nicht einmal in Monaco, wo die normalen Verkehrswege natürlich eine Besonderheit darstellen, die Umgebung der Strecke aber eher aus angegriffener Bausubstanz besteht – während in Valencia eine wunderschöne Landschaft den Hintergrund der Strecke bereichert.

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Formel 1: Die Causa Schumacher

Michael Schumacher ist ganz sicher einer der größten Rennfahrer aller Zeiten, und wer seine Entwicklung von einem überheblichen, fahrerisch aggressiven Jungspund zum abgeklärten Profi mit außerordentlich professionellem Verhalten auch in der Öffentlichkeitsarbeit erlebt hat, kann auch kaum umhin, eine gewisse Sympathie für ihn zu empfinden. Die geradezu hirnlose Begeisterung, die manche aber bei seiner Rückkehr in die Formel 1 empfinden, ist manchmal schon nervtötend.

Der Herr beispielsweise, der im Radio ausrief: “Schumacher wird wieder Weltmeister” sollte sich sicherlich erst einmal mit der aktuellen Saison, dem Punktestand und -reglement beschäftigen. Und auch sonst wird einem Fahrer, der körperlich über den Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit hinaus ist, seit etlichen Monaten nicht mehr in einem F1-Fahrzeug gesessen hat und für den die Qualifikation in Valencia der erste Kontakt mit dem aktuellen Wagen sein wird, etwas viel zugetraut. Nein, man sollte realistisch sein und das Schumacher-Zwischenspiel als das sehen, was es ist: Ein Versuch, die Aufmerksamkeit für die Rennserie mit einer spannenden Geschichte anzuheizen und die Negativschlagzeilen, die zuletzt die Medien beherrschten, zu überdecken. Mit dem Ausgang der WM wird Schumacher nichts zu tun haben, und die Hoffnung,  dass er überhaupt einmal dazu kommen wird, sich aufs Treppchen zu stellen, darf man getrost als recht klein einschätzen.

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Formel 1: Großer Preis von Ungarn

Die beste Nachricht aus meiner Sicht: Lewis Hamilton ist wieder da! Hatte sich schon am Nürburgring abgezeichnet, dass der McLaren wieder ein konkurrenzfähiges Auto ist, hat Hamilton dies nun auch in ein hervorragendes Ergebnis umsetzen können. Mit dem Sieg in Ungarn hat er die Scharte seines Fahrfehlers in Deutschland, der ihn die Früchte eines hervorragenden Starts gekostet hat, wieder ausgewetzt. Dass auch Heikki Kovalainen in die Punkte fahren konnte, unterstreicht die Entwicklungserfolge von McLaren-Mercedes in den letzten Wochen – von einem völlig konkurrenzunfähigen Wagen zu Saisonbeginn hin zu einem siegfähigen Auto jetzt.

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U21-EM: Blonde und Blauäugige siegen

Die Jermaine-Jones-These, wonach man in Deutschland blond und blauäugig sein müsse, um in die Nationalelf zu kommen, wurde in Halmstad insbesondere beim 2:0 eindrucksvoll bestätigt:

Nach genialem Pass des blonden und blauäugigen Khedira leitete der blonde und blauäugige Özil selbstlos weiter auf den leider haarlosen, aber hoffentlich wenigstens blauäugigen Dejagah, der den schönen Spielzug mühelos vollendete. Ob die New York Times darüber berichten wird? Oder darüber, wo der wirklich blondeste deutsche Spieler gestern, also der Sportskamerad Beck aus Hoffenheim, geboren wurde?

Bundesliga-Notizen 2009/10, vor dem 1. Spieltag (I)

Das erzwungene Deutschland-Bild

Um Vorurteile muss man kämpfen. Das gilt auch für amerikanische Medien. Ich glaube Jermaine Jones (Seite 4), wenn er versichert, dass er die Behauptung, man müsse blond und blauäugig sein, um ins deutsche Nationalteam aufgenommen zu werden, abgelehnt habe. Alles andere wäre auch lächerlich, wenn man sich überlegt, wer da alles beim letzten Länderspiel auf dem Platz stand.

Verträge

Als Liberaler ist man ja irgendwie Vertragsmensch. Andererseits ist auch nichts gegen die uralte Weisheit zu sagen, die heutigen Chinesen empfiehlt, Verträge nur als Festhalten eines vergangenen Augenblicks anzusehen. Fußballer wissen das längst (Seite 3). Langfristige Verträge machen sie wertvoller, erfüllen sonst aber keinen Zweck, also schon gar nicht den, der in ihnen formuliert wurde. Und bei den Handgeldern, die da so im Umlauf sind, profitieren von hohen Ablösesummen alle: der abgebende Verein, der Spieler und der Berater. Und der aufnehmende Verein bekommt den Wunschspieler. Möge er mit dem Charakterschwein glücklich werden.

Texas hat was

Wieder ein Musikverweis auf “unfrisiertes“, und diesmal geht es nicht um Jazz…

Federer

Der Titel sagt alles.

Ich interessiere mich für Tennis, seitdem Arthur Ashe 1975 in Wimbledon Jimmy Connors schlug. Seitdem, und das änderte sich nicht, als ich den Sport selbst erlernte, habe ich eine Schwäche für die Spieler, die roher Schlaggewalt (die schwierig genug ist) Eleganz und Taktik entgegen setzen.

Roger Federer ist für mich der perfekte Tennisspieler. Seine Schlagbewegungen sind vollkommen sauber und natürlich, nichts wirkt angestrengt und künstlich. Wenn er auf dem Höhepunkt seines Schaffens ist, gibt es keinen Gegensatz mehr zwischen Platz, Ball und Schläger – alles wird zu einer Einheit, die dem Willen des Spielers gehorcht. Nicht, weil man sie zwingt, sondern weil man ihr den Weg zeigt.

Schon Pete Sampras hatte meine ganze Bewunderung. Aber Roger Federer setzt dem noch eine Schippe drauf. Was er über Jahre hinweg gezeigt hat, wird so leicht niemand mehr bewältigen. Und es spricht letztlich für den Sport, dass der größte Ästhet auch zum größten Könner wurde.

Kunst kommt von Killen

Ich schaffe es schon gar nicht mehr mich darüber aufzuregen, dass schon wieder Beiträge über Killerspiele die Frontseite von Google News zieren. Mein übliches Gezetere bleibt aus und ich greife mal zwei neue Aspekte heraus:

1. Der Beschluss der Innenminister sieht ein Herstellungsverbot für “Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist” vor.
Ich denke unter diese Definition fällt fast jeder First-Person-Shooter (FPS). Virtuelle Tötungshandlungen sind wesentlicher Bestandteil der meisten Exemplare. Selbst dann, wenn es sich um Genrevertreter handelt, die es explizit möglich machen, das Töten zu vermeiden (z.B. Deus-Ex oder Thief) besteht auch weiterhin die Möglichkeit, den virtuellen Feldzug möglichst martialisch zu gestalten.
Die größte deutsche Spieleschmiede (die auch relevant im internationalen Geschäft ist – bei deutschen Entwicklern eher selten der Fall) müsste, bei entsprechender Umsetzung des Beschlusses, wohl das Land verlassen. Aber wie manch’ Verstand (Sach fehlt) meint, handelt es sich hier sowieso um ein Unternehmen an dessen Händen Blut klebt. Unternehmen non grata.

2. These: Einige FPS sind durch die Kunstfreiheit geschützt und können daher nicht strikt verboten werden. Und ich meine nicht die einzelnen Bestandtteile wie Grafiken, Musik, etc. Ich meine als Gesamtkunstwerk.
Die Frage ob Videospiele überhaupt Kunst sein können, wurde in den USA schon vermehrt diskutiert, beispielweise in einem Streitgespräch zwischen Filmkritikerlegende Roger Ebert und Clive Barker. Eine Frage die für mich eindeutig mit “ja, sie können” zu beantworten ist. Einige sind keine Kunst, einige sind “niedere” Kunst und einige wenige müssen sich vor “hoher Kunst” nicht verstecken (Beispiel für die letzten beiden Kategorien hier).
Stellt sich die Frage ob auch die berühmt-berüchtigten Killerspiele Kunst sein können. Das Genre macht es auf jeden Fall schwieriger aber am Beispiel Bioshock (Szenario: gescheitertes libertäres Utopia im Art Déco-Design) zeigt sich für mich, dass es grundsätzlich möglich ist.
Die Kunstfreiheit gibt einem natürlich keine Narrenfreiheit – aber wie würde ein deutsches Gericht wohl seine Güterabwägung vornehmen, wenn es hart auf hart kommt?

Tipp: Ein interesanter Beitrag, der die Verträglichkeit eines generellen Verbotes mit dem Grundgesetz beleuchtet findet sich hier bei der Bundeszentrale für politische Bildung.

“Asien-Reise”-Nachlese

Die “Asien-Reise” der deutschen Nationalmannschaft ist vorbei. Dabei handelte es sich um einen mehr oder weniger amüsanten Ausklang, der für mich aber einige Dinge wieder neu in Erinnerung rief oder bestätigte. Als Ergebnis dieser Erkenntnisanreicherung kommt hier die Rayson-Elf: (mehr…)

Kein Orden der Rechtsstaatlichkeit

Was war ich stolz, als ich als kleiner Schuljunge für ein funktionierendes Schlußlicht am Fahrrad, eine laut hörbare Klingel und ein paar auswendig gelernte Vorfahrtsregeln die “Goldene Eins im Straßenverkehr” an die Brust geheftet bekam. Irgendwie muss mir damals schon bewusst gewesen sein, dass man mit der Straßenverkehrsordnung ein Stückchen Rechtsstaat in den DDR-Alltag gerettet hatte, das sich jetzt als Argument gegen die Einordnung der DDR als Unrechtsstaat anbringen lässt. So sieht das offenbar ein Kommentator im Tagesspiegel, wenn er schreibt:

Gewiss, das Familienrecht oder die Straßenverkehrsordnung machen aus der DDR noch keinen Rechtsstaat. Aber sie begrenzen die Unrechtsstaatlichkeit, die sie in Bezug auf das Große und Ganze ihrer Struktur kennzeichnete.

Die DDR hatte also etwas rechtsstaatliches, weil man sich in politisch unverfänglichen Spähren des Zivillebens rechtsstaatlich anmutender Institutionen bediente. Das ist etwa so rechtstaatlich wie die Festellung, dass Hausfrauen in der DDR, wenn sie denn genügend Eier kaufen konnten, Sonntag morgen die Wahl zwischen Spiegel- oder Rührei hatten, ohne diesbezüglich einer staatlichen Reglementierung ausgesetzt zu sein. Aus der bloßen Existenz einer unverfänglich erscheinenden Rechtsnorm eine Schlußfolgerung über ihre Anwendung im Alltag ableiten zu wollen, grenzt im Rückblick auf die DDR-Realität durchaus an den Versuch der Geschichtsklitterung, weiß man doch wie weit es die Staatorgane der DDR mit Auslegung der DDR-Gesetze trieben. Es mag sein, dass der eine oder andere im DDR-Alltag das Gefühl haben konnte, an der Straßenkreuzung sein Vorfahrtsrecht rechtmäßig in Anspruch zu nehmen, doch hat ihn die Straßenverkehrsordnung im Zweifel nicht davor bewahrt, kurz darauf wegen staatsfeindlicher Aktivitäten in öffentliche Verwahrung genommen zu werden.

Warum Karlsruhe Hertha schlagen soll

Der eine oder andere wird es vielleicht schon mitbekommen haben, dass ich geborener Herthaner und erworbener KSC-Fan bin. Und seit einigen Wochen mache ich mir Gedanken über diese schicksalhafte letzte Partie der Saison. Ich hatte gehofft, dass es dann um nichts mehr geht. Aber weit gefehlt: Der KSC kann bei einem Sieg und der Niederlage einer von zwei Mannschaften noch den Relegationsplatz erreichen und bekäme dann noch eine Chance zum Klassenerhalt. Und die Hertha kann bei eigenem Sieg noch den dritten Platz der Tabelle erreichen, der zur Champions-League-Quali berechtigt.

Da ich irgendwie zu beiden Teams halte, muss ich mich entscheiden. Und da sage ich: Die Chance zum Klassenerhalt ist für den KSC wichtiger als die Champions League für Hertha. Zumal die Gefahr bestünde, dass Hertha doch noch Voronin verpflichtet. Ich aber sehe die Zukunft des Vereins bei den Stürmern, die bislang nur wenig zum Einsatz gekommen sind. Und wenn Geld da sein sollte, wäre es besser in einen Mittelfeldregisseur investiert als in einen Stürmer.

Hertha im UEFA-Cup (oder in dessen neuer Benamsung) reicht mir völlig, jetzt sollte auch noch der KSC drin bleiben.

Zwischenruf

Zwischen der – wie ich finde – wirklich sehr interessanten Parteitagsbloggerei mal wieder ein Verweis auf “unfrisiertes” für alle, die afrikanische Musik und/oder Jazz lieben.

Bundesliga-Notizen (noch 5 Spieltage)

Ok, es ist noch leicht verfrüht, weil ich zum Zeitpunkt des Schreibens nicht das Ergebnis Cottbus-Wolfsburg kenne, aber: Die Bayern sind draußen. (mehr…)

Statebook

Wenn Sie schon immer wissen wollten, wie eine Kombination der Daten aus StudiMeinVZ, Vorratsdatenspeicherung, staatlicher Datenspeicherung und Vollzeitüberwachung aussieht: Statebook gibt Ihnen einen ersten Eindruck. Mir ist das anfängliche Lachen im Hals steckengeblieben.

Kapitalismus in der Krise?

Angeblich entsteht die Krise des Kapitalismus wegen des Überflusses an Gütern. Tatsächlich, mit unglaublichem Tempo reduzieren Wettbewerb und technischer Fortschritt die ökonomische Knappheit. Und so wird es auch immer billiger ideologischen Unsinn über den Kapitalismus an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Ist eine Wirtschaftsordnung, die es seinen Feinden so leicht macht, nicht tatsächlich in der Krise? Ganz im Gegenteil!

Bundesliga-Notizen, die xten

Nachdem ich hier wochenlang die Tabellenführung meiner Hertha genossen habe, sehe ich mich nun in der Pflicht, auch den Abschied davon zu kommentieren.

Kurz: Ich bin zufrieden. Keine Sau hätte erwartet, dass Hertha zu diesem Zeitpunkt an dieser Stelle der Tabelle steht. Ich habe die Tabellenführung bewusst gefeiert in dem Wissen, dass sie nicht von Dauer sein würde. Die Mannschaft profitierte lange davon, dass niemand begriffen hat, wie sie spielt, aber diesen Bonus hat Favre jetzt nicht mehr. Zumal nächste Saison sowohl Pante als auch Voronin nicht mehr dabei sein werden. Jetzt geht es also an die Entwicklung einzelner Spieler, und da wird sich zeigen, ob der Schweizer aus Sch… Gold machen kann. Erste Anzeichen dafür sind da. Ich bin gespannt und freue mich.

[Raum für Updates nach dem KSC-Spie]

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