Der Kunde bleibt König

Deutschlands Verbraucherpolizei macht wieder einmal Großrazzia. Wie so oft ist es das kapitale Verbrechen der “versteckten” Preiserhöhung, dass die Hamburger Verbraucherzentrale brandmarkt, wovon der Spiegel eifrig berichtet. Nicht dass die Verbraucherschützer unrecht hätten, wenn sie eine Liste von Produkten mit veränderten Packungsgrößen und Preisen präsentieren und dabei feststellen, dass bei allen genannten Produkten der auf die Menge bezogene Preis gestiegen ist. Doch muss man auch der damit verbundenen Schlussfolgerung folgen, dass dies einzig und allein zum Schaden der Konsumenten ist?
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Masse statt Klasse

Das EEG ist die logische Fortsetzung der “Tonnenideologie” des real existierenden Sozialismus. Statt die Förderung an einem klaren umwelt- oder energiepolitischen Ziel auszurichten, wird die Produktionsmenge der geförderten Anlagen unabhängig vom tatsächlichen Bedarf maximiert. Mit der Folge, dass deutsche Windkraftanlagen europaweit mit 17,5 Prozent den niedrigsten Kapazitätsfaktor, das Verhältnis von effektiver Stromeinspeisung zur theoretischen Leistungsabgabe, erreichen. Mehr dazu hier…

Anwendungsorientierte Wirtschaftspolemik

Soeben wird noch diskutiert, wie mögliche Steuersenkungen finanziert werden sollen. Nach der Lektüre dieser Expertenmeinung habe ich keinen Zweifel, bei welcher Institution noch der Rotstift angesetzt werden könnte. Soviel ungehobelte Propaganda auf Steuerzahlerkosten erlebt man nur in der deutschen Forschungslandschaft.

Wirklich nur ein Sparparadox?

Die Schweizer Monatshefte weisen mich diesen Monat auf folgenden Eintrag hin:

Julika, Freilich

Denkaufgabe: Keynes’ Sparparadox

27. Nov. 2009

Im Jahr 2008 geht X jeden Abend auswärts essen. 2009 verschlechtert sich seine wirtschaftliche Lage und X beschliesst, sein Geld lieber zu sparen und zu Hause zu essen. Dies zerstört das Einkommen des Wirts. Der Wirt muss nun, will er weiterhin sein Lokal betreiben wie bisher, Geld von seinem Sparkonto abheben. Also führt der Rückgang des Konsums (in wirtschaftlich schweren Zeiten) nicht zu vermehrtem Sparen. (X spart zwar, der Wirt spart dementsprechend jedoch weniger.) Im Gegenteil, es wird Einkommen zerstört, weil nicht nachgefragt wird. Also, Lösung: gebt X einen Stimulus. Wer findet den Fehler? Edit: Man widerlege die Argumentation bitte so, dass auch ein Zweitklässler, pardon: Politiker sie versteht. Ganz so einfach ist das nicht.

Ich habe daraufhin die Diskussion unter diesem Beitrag verfolgt und halte sie für reichlich dürftig. Gibt es denn außer mir keinen, dem zu diesem Szenario sofort das Stichwort “Globalisierung” einfällt?

Wo bleibt das Positive?

Hier: Brüderle plant Zerschlagungsgesetz.

Man soll ja nicht immer nur motzen.

Überraschungen

Die Regierungsbildung ist ja schon ein Stück her, und was man als Liberaler von dieser Koalition bisher zu hören bekommt, kann nur diejenigen freuen, die alles noch schlimmer erwartet hätten. Gut, die übelsten Maßnahmen in Sachen “Innerer Sicherheit” sind vom Tisch oder wirkungsvoll suspendiert – das wäre in der GroKo nicht so passiert. Und in der Krankenversicherung endlich mal einen Schritt weg in Richtung NHS zu machen, steht einem liberalen Minister auch gut zu Gesicht. Wenn es nach den Linken geht, ist die geplante Krankenversicherungsreform das beste Einfallstor, um die Regierung entgegen all ihrer sonstigen Beschlüsse endlich der “sozialen Kälte” zeihen zu können, und ich muss sagen: Das ist eine Auseinandersetzung, auf die ich mich wirklich freue, denn gerade hier, bei diesem emotional und moralisch aufgeladenen Thema, lassen sich die Alternativen von Staatswirtschaft und Wettbewerb besonders gut aufzeigen. Aufgrund diverser privater und beruflicher Zufälle kenne ich mich in diesem Beritt auch noch einigermaßen aus und kann es deswegen kaum erwarten, mich ins Schlachtgetümmel zu stürzen.

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Der Fluch der Finanzmärkte

Das Buch von Hans-Werner Sinn zur Finanzkrise, “Kasino-Kapitalismus”, das ich hier schon allein wegen seiner großen Fülle an Fakten uneingeschränkt empfehlen kann, hat das getan, was ein gutes Buch tun muss: Es hat zu weiterem Nachdenken angeregt. Sinn sieht das Hauptproblem der Finanzmärkte in der mangelnden Haftung der handelnden Akteure, wobei er hier weniger die Manager als treibende Kraft sieht als vielmehr die Aktionäre selbst. Dadurch, dass Banken nur über sehr geringe Eigenkapitalquoten verfügen, können die Eigentümer das Verlustrisiko weitgehend auf die Gläubiger abschieben, was den Erwartungswert der Rendite hochriskanter Geschäfte in die Höhe treibt. Die Geldpolitik sei nicht Ursache, sondern höchstens Auslöser der Krise gewesen – eine Meinung, der ich nicht ganz folgen kann und die für meinen Geschmack im Buch auch etwas halbherzig begründet wird. Vielleicht begründet werden muss, weil die Folgen von Haftungsbeschränkungen seit seiner Dissertation Sinns Steckenpferd sind und er lieber alle Schuld dort suchen möchte, ähnlich dem Betrunkenen, der den verlorenen Schlüssel unter der Laterne sucht, weil er dort besser sieht.

Aber das war jetzt wirklich zu böse, denn Sinn identifiziert darüber hinaus noch andere Dinge, die zur Krise beigetragen haben (mehr…)

Einfache Lösung

US-Präsident Obama im Interview:

“Wir können nicht mehr in die Ära zurückkehren, in der die Chinesen und Deutschen oder andere Staaten uns einfach nur alles verkaufen, wir dagegen einen Haufen Kreditkartenschulden oder Hypotheken aufnehmen, aber ihnen nichts verkaufen” (FTD)

Mein lieber Herr Präsident: Wer zwingt Sie denn zu kaufen?

Genauer hinsehen

Wer sich wirklich für Ursachen, Folgen und nötige Konsequenzen der Finanzkrise interessiert, sollte einen Rat beherzigen: Nichts von dem glauben, was uns mittlerweile als gesicherte allgemeine Weisheit verkauft wird.

Zum Beispiel die Banker-Boni: Die wissenschaftlichen Untersuchungen, die man bisher unternommen hat, bringen keine Hinweise, dass die These berechtigt wäre, die Bezahlung der Banker sei eine Ursache der Krise gewesen. Eher im Gegenteil.

Wenn sich jetzt einer fragt, warum die Politik trotz fehlender Belege gerade dieses Thema so hochkocht, dann genügt vielleicht der Hinweis, dass man sich auf ein Gefühl immer verlassen kann, wenn es um Geld, Einkommen und Vermögen geht: den blanken Neid. Ihn zu bedienen, bringt anscheinend Wählerstimmen.

Überraschung

Hier und da wird bejammert, dass die Banken so weitermachten wie vor der Krise. Herrje, was haben denn diese Bedenkenträger gedacht, welche Anreize staatliche Rettungspakete setzen?

In solchen Fällen gilt die Weisheit, dass ein bisschen schwanger nicht geht. Entweder der Private trägt Risiken und Chancen, oder der Staat tut es, also andere Private für ihn. Im ersten Fall hätte es mehr Pleiten gegeben, im zweiten mehr Verstaatlichungen. Ich hätte diese Lösungen langfristig als allen anderen überlegen eingestuft.

Danke für nichts

Es gibt nicht viele Gründe dafür, warum sich unsere allerliebste Bundesregierung, die in zwei Wochen vom obersten Souverän dieses Landes, nämlich dem Wähler (wenn ich den Kerl treffe…), erneut bestätigt werden wird, so auf das Konsortium Magna-Sberbank als Käufer der Mehrheit von Opel festgelegt hat. (mehr…)

The Nirvana Fallacy

Neulich habe ich mich als Masonomist “geoutet”. Es hat nicht lange gedauert, bis ein Kommentator aus dem Leitspruch “Markets fail. Use markets.” nur Verbohrtheit herauslesen wollte. Gut, ich könnte auch im Namen Arnold Klings beleidigt sein ob der Umstände, dass dieser Kommentator weder den zitierten Artikel gelesen haben kann noch uns zutraut, dass sich hinter einem solchen scheinbaren Paradoxon etwas mehr verbirgt.

Aber da ich von meinem Brötchengeber INSM und der FDP-Parteizentrale die Order bekommen habe, allen Menschen Honig um den notfalls auch nicht vorhandenen Bart zu schmieren, wenn sie denn nur am 27. September aus meinet- und deretwegen niederen Motiven ihr Kreuz bei Guidos wildem Haufen machen, verweise ich unter Aufbietung meiner letzten mitmenschlichen Kräfte auf diesen Beitrag des mir (Schande über mich!) bislang unbekannten Brad Tayler und tippe DDH dankend an meinen virtuellen Hut: “The Nirvana Fallacy“.

Am Stammtisch

Es ist kein Zufall, dass Herabsetzungen von Ausländern gerade unter den größten Freunden unseres Sozialstaats üblich sind, schließlich kann der nur funktionieren, wenn er den externen Zufluss von nach seinen Kriterien Bedürftigen beschränkt und wenn er bestehende Kartelle vor ausländischer Konkurrenz bewahrt.

Die Aufregung über die platten Rüttgers-Sprüche verdanken wir aber dem Wahlkampf. Eine “Hetze” ist das sicherlich nicht, eher die Artikulation einer durch die Tatschen längst widerlegten, pathologischen Selbstzufriedenheit, die geradezu beispielhaft für die bundesrepublikanische Grundhaltung steht und damit konsensfähig ist. Dass da ein paar Hundert Kilometer weiter östlich gut ausgebildete Menschen voller Schaffensdrang auf ihre Chance warten und sie sich nicht dadurch zerstören lassen wollen, dass sie die Wachstumsbremsen übernehmen, die ein Deutschland aufgrund seiner grandiosen Kapitalausstattung und Infrastruktur mehr schlecht als recht zu schultern vermag, das erzählt man hierzulande nämlich lieber nicht. Und wenn die Realität durch Werksschließungen doch mal Einzug hält, dann säuft man sich die Welt am Stammtisch wieder schön. “Arbeiterführer” – dass ich nicht lache…

Union ist, wenn man trotzdem lacht

Man kann manchmal sogar aus Wahlkämpfen lernen: Wann immer Ihnen ein Unionspolitiker etwas von einer Vereinfachung des Steuersystems erzählt, goutieren Sie den Witz und lachen Sie herzlich.

Schade eigentlich

Also wenn das “Guttenberg-Papier” dem entspricht, was RP Online zum Download anbietet, dann kann man nur froh sein, dass die Union nichts Eiligeres zu tun hatte, als sich davon möglichst weit zu distanzieren. Die Sozis und ihre zukünftigen Koalitionspartner von der “Linken” mussten da schon mit der Lupe hinsehen, um etwas zum Empören zu finden. Denn das “Papier” strotzt trotz gegenteiliger Lippenbekenntnisse im allgemeinen Textteil geradezu von staatlicher Anmaßung des Wissens. Gut, man will die übelsten Vergewaltigen der Steuersystematik zurücknehmen, die durch die Größte Koalition aller Zeiten eingeführt wurden, aber damit hat es sich dann auch. Ach ja, für flexible Arbeitsmärkte plädiert man auch noch – o.k., in einem Land, in dem der Vorsitzende einer Partei, die den Kanzler stellen möchte, sich für unflexible Arbeitsmärkte ausspricht, mag das ja originell erscheinen, aber keiner, der auch nur einen Hauch wirtschaftlichen Sachverstand besitzt, könnte auf etwas anderes kommen; der Rest soll es den Arbeitslosen erklären. Ansonsten: Micromanagement at its best. Das braucht kein Mensch, höchstens eine Ministerialbürokratie.

So ein wenig hege ich die Befürchtung, die Unionisten wollten nur deswegen nichts von diesem Papier wissen, weil es ihnen selbst zu “liberal” vorkommt. Dann wäre es für die FDP vielleicht tatsächlich angemessen, sich in der Koalitionsaussage nicht allzu sehr festzulegen – ist doch egal, mit welchen Sozis sie die Regierung bilden kann. Sie muss auf jeden Fall das Schlimmste verhindern. Fragt sich, ob diese selbst den Verlockungen staatlicher Protektion allzu sehr gewogene Partei dazu die Kraft aufbringt.

Pippilotta-Plakat

“Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.” ist offenbar nicht nur das Lebensmotto der liebenswerten Pippi Langstrumpf, sondern auch die Wahlkampfstrategie (!) des Bundesverband Erneuerbare Energie. Selbiger plakatiert derzeit mit folgendem Spruch gegen die etablierte Energiewirtschaft an:

„Laufzeitverlängerung für Atomkraft und zusätzliche Kohlekraftwerke gefährden den Ausbau Erneuerbarer Energien. Denn träge Grundlastkraftwerke verstopfen die Netze und sind nicht flexibel genug, um das Angebot der Erneuerbaren bedarfsgerecht zu ergänzen.“

Also die Bürger, die eine stabile Stromversorgung zu günstigen Preisen wünschen und von den Stromversorgern ein entsprechendes Angebot aus kostengünstigen Kraftwerken erwarten, erschweren die Energiewende, weil sie sich nicht mit Stromausfällen, Flackerlicht und defekten elektrischen Geräten zufrieden geben. Unverfrorener kann die Argumentation kaum sein. Energieanbieter, die weder die Zeit noch den Umfang der eingespeisten Energie genau spezifizieren können, erwarten doch nicht ersthaft vom Rest der Welt, dass er sich doch gefälligst aus übergeordneten Gründen an ihre Unzuverlässigkeit anzupassen hat. Zudem stellen die Kollegen gerade einmal 15 Prozent des gesamtdeutschen Stromangebots und jedes Kind sollte wissen, dass ein mehr an Wind- und Sonnenstrom nicht automatisch auch einen Verzicht an konventionellen Erzeugungskapazitäten erlaubt, gerade weil sich alle Welt flexibel anzupassen hat.

Das ist wirklich der Gipfel des Des-Infotainments, dass nahezu perfekt mit den ideologischen Scheuklappen und der naturwissenschaftlichen Ignoranz des Durchschnittsdeutschen spielt. Wer sich durch eine derartige Unverfrorenheit zu einem Kreuzchen auf dem Wahlzettel verleiten lässt, der hat höhere Strompreise wirklich verdient.

Auf den Mond geschossen

Derzeit läuft eine hitzige Debatte um ein deutsches Mondprogramm, das der Koordinator der Bundesregierung für die Luft- und Raumfahrt und frühere CDU-Generalsekretär fordert. Auch der geschätzte Blogger-Kollege Zettel greift dieses Thema auf und findet die Sache von der Idee her recht gut:

Teuer ist ein solches Programm nicht. Im Augenblick werden Kosten von 1,5 Milliarden Euro erwartet, auf fünf Jahre verteilt. 300 Millionen Euro pro Jahr – das sind ungefähr sechs Prozent des Betrags, der in diesem Jahr allein für Abwrackprämien von uns Steuerzahlern aufgebracht wird.

Das kann ich nicht ganz unwidersprochen lassen. Ob etwas teuer ist oder nicht, kann man nicht mittels eines Vergleiches einer Geldsumme für irgendeinen anderen Unsinn ersehen, sondern indem man das entsprechende Projekt mit der Kosten-Nutzen-Relation von Maßnahmen vergleicht, deren Wirkung von den Menschen allgemein als nützlich anerkannt worden ist. Beispielsweise wäre zu Fragen, wieviele Menschenleben retten diese Ausgaben im Vergleich zu anderen Möglichkeiten des Mitteleinsatzes. Mir fallen da spontan wesentlich wirksamere Verwendungszwecke ein.

Das dürfte ausgezeichnet investiertes Geld sein. Erstens, weil neue wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden; und zwar ungleich billiger als mittels bemannter Mondflüge. Zweitens wegen der technologischen Kompetenz, die durch ein solches Projekt erworben wird. Und drittens natürlich auch, weil damit neue Arbeitsplätze in der deutschen Raumfahrtindustrie geschaffen und bestehende gesichert werden.

Ein deutsches Mondprogramm hat nun wahrlich kein Alleinstellungsanspruch auf die Gewinnung neuer Erkenntnisse. Erst kürzlich kam eine OECD-Studie zu dem Ergebnis, dass öffentlich geförderte Forschung und Entwicklung im Gegensatz zu privatwirtschaftlichen R&D-Ausgaben keine eindeutigen Wachstumseffekte zugerechnet werden können. Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass öffentliche Forschungsgelder den privaten Mitteleinsatz verdrängen. Ebenso ist es mit der technologischen Kompetenz, denn diese kann auch in anderen Bereichen erworben und dort eingesetzt werden. Das Arbeitsplatzargument schließlich ist so alt wie ausgedroschen und außerdem auch nicht richtig. Arbeitsplätze werden nicht geschaffen, sondern Menschen können produktiv tätig werden und die Ergebnisse dieser Arbeit gegenseitig tauschen, wodurch unser Wohlstand entsteht. Je produktiver wir sind, umso mehr Beschaftigung gibt es und umso höher ist unser Wohlstand. Dabei kommt es jedoch eher auf den Wohlstand als auf die Arbeit an, im Schweiße derer der Wohlstand geschaffen wurde. Insofern kann man das Beschäftigungspotential der Weltraumforschung nur an seinen Produktivitätseffekten messen. Solange nicht klar ist, ob das Geld für die Mondforschung tatsächlich die höchste Produktivität bringt, sind euphorische Aussagen über die Arbeitsplatzeffekte fehl am Platz. Schließlich kann es ja auch sein, dass die Bundesregierung hier Geld und Ressourcen verschwendet und damit Beschäftigungsmöglichkeiten vernichtet. Das relativiert dann auch das folgende Statement Zettels:

Und es handelt sich dabei ja nicht um beliebige Arbeitsplätze. Es sind überwiegend Jobs für Spitzenleute aus Wissenschaft und Technik, die ins Ausland abwandern werden, wenn ihnen Deutschland keine adäquate Beschäftigung bieten kann.

Spitzenleute zeichnen sich dadurch aus, dass sie hoch produktive Arbeit leisten, für die sie am Markt entsprechend hoch entlohnt werden. Wenn aber hochqualifizierte Akademiker mit staatlichem Geld in Deutschland beschaftigt werden, sagt das noch nichts über ihre Produktivität aus, sondern lediglich darüber, dass sie am Monatsende von irgendjemandem Geld in die Lohntüte gesteckt bekommen. Ob das aber in der Summe die produktiven Jobs im Land erhält, ist durchaus fraglich, vor allem dann, wenn nicht klar ist, ob das Mondprogramm die gesamte Produktivität der Volkswirtschaft erhöht. Bei all dem, was wir über die Wirkung öffentlicher Forschungsförderung wissen, bin ich da sehr skeptisch.

Konjunkturblüten

Rayson wies gestern in seinem Beitrag über Konjunkturprogramme darauf hin, dass kaum Geld aus dem Konjunkturprogramm ausgegeben wird. Im verlinkten Handelsblatt-Artikel ist ein Zitat zu finden, das man einfach noch mal ans Licht holen muss:

SPD-Kanzlerkandidat Steinmeier betonte, er habe »keine einzige Gemeinde kennen gelernt, in der das zur Verfügung stehende Geld nicht Kreativität und Fantasie losgetreten habe, was man auf der kommunalen Ebene damit machen kann«. Er gehe davon aus, dass das zur Verfügung stehende Geld auch eingesetzt werde. Kein Bürgermeister wolle sich vorwerfen lassen, das Geld, das der Gemeinde zugestanden hätte, nicht genutzt zu haben.

Und ich zeige in meinem Blog, was passiert, wenn Bürgermeister wirklich mal mit einem kleinen Teil des großen Geldes umgehen: Konjunkturblüten in Dresden ;-)

Püschologie mätters

Es gibt viele Gründe, warum Konjunkturprogramme nicht funktionieren. Zum Beispiel diese hier.

Und es gibt einen Grund, warum sie es manchmal doch tun: Weil sie öffentlichkeitswirksam beschlossen wurden.

Ullala, Boni und die Entscheidung zwischen Sozialismus und Hayek

Das größte politische Thema in Deutschland bleibt Ullalas Dienstwagen-Schmu, und an die Finanzkrise erinnert nur noch die Empörung, wenn Banker Boni kassieren. In beiden Fällen muss man wohl von einem Demokratieversagen sprechen (mehr…)

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