B.L.O.G.-Service: Unternehmensnachrichten richtig gelesen

Uns haben viele Anrufe und Briefe besorgter Bürger erreicht, ob wir uns denn immer nur mit abstrakter Politik befassen wollen oder ob es nicht auch wirkliche Lebenshilfe auf diesem Blog gibt. Und ich muss zugeben, dass mich diese Vorwürfe treffen, seitdem ich hier nicht mehr über die Bundesliga berichte (was meinem Wohlergehen eher förderlich war…). Deswegen nutze ich die Gelegenheit gerne, an einem aktuellen Beispiel aufzuzeigen, wie man Pressemitteilungen von Unternehmen lesen muss. Das ist nämlich eine Kunst, die zu beherrschen viel Erfahrung erfordert.

Heute geht es um die SAP. Die originale Pressemitteilung ist iim folgenden als Zitat gekennzeichnet, während die Übersetzung in gewöhnliches Deutsch in kursiver Schrift erscheint:

Die SAP AG gab heute bekannt, dass der Aufsichtsrat des Unternehmens sich mit Vorstandssprecher Léo Apotheker einvernehmlich darauf verständigt hat, dessen Vertrag als Vorstandsmitglied nicht zu verlängern. Léo Apotheker hat sein Vorstandsmandat mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Wir haben die Dumpfbacke Apotheker rausgeschmissen.

Der Vorstand hat mit Zustimmung des Aufsichtsrats die beiden Vorstandsmitglieder Bill McDermott, verantwortlich für Vertrieb, und Jim Hagemann Snabe, verantwortlich für Produktentwicklung, zu gleich berechtigten Vorstandssprechern ernannt.

Zusätzlich hat der Aufsichtsrat Vishal Sikka, Chief Technology Officer, zum Vorstandsmitglied bestellt. Auf Wunsch des Aufsichtsrats wird Hasso Plattner, Mitgründer der SAP und Aufsichtsratsvorsitzender der SAP AG, weiterhin eine starke Rolle spielen, um die neue Führung in Fragen der Technologie und der Produktentwicklung zu beraten.

Hasso übernimmt wieder, und getreu dem Motto “divide et impera” wird dafür gesorgt, dass der Vorstand vor allem mit sich selbst beschäftigt ist.

Dazu passt folgendes Zitat Plattners aus der anberaumten Telefonkonferenz:

“Ich werde alles tun, damit SAP wieder happy wird.“

Ich. Nicht etwa wir. Hoffentlich schmeckt euch euer Frühstück, meine lieben Bill und Jim.

Erzwungen

Der Kapitalismus ist perfide. Besonders frech ist es, wenn er Bedürfnisse bedient, die eigentlich von ihren Erfindern gegen ihn gerichtet sind. Die Ökobewegung kritisiert “Fabrikfraß”, und die Handelsketten, statt in Selbstzerknirschung um die Erlösung durch Räteherrschaft zu bitten, bieten einfach Bioprodukte an. Das ist eine Frechheit sondergleichen, die gutmenschlich geächtet gehört. Und wer wäre für den Aufschrei der derart Geknechteten besser geeignet als das Sturmgeschütz der Bürokratie, der “Spiegel” bzw. seine Onlineausgabe. Die Liste der Vergehen ist lang: (mehr…)

Deutsche Wertarbeit

Endlich: Die wildesten Träume der “Klimaschützer” in bewegte Bilder umgesetzt! Und die Firma Audi beweist wieder einmal, worin Deutsche Spitze sind:

In Obrigkeitshörigkeit.

(via Achse des Guten)

Frage an Radio Eriwan

Frage: Stimmt es, daß am 20. Januar 2010 am Münchner Flughafen Sprengstoff im Gepäck eines Terroristen entdeckt wurde, der daraufhin floh, weshalb Teile des Terminals II evakuiert wurden?

Antwort: Im Prinzip ja. Allerdings handelte es sich nicht um einen Terroristen, sondern um einen gewöhnlichen Fluggast, der auch keinerlei Sprengstoff mit sich führte, sondern dessen Laptop einen Fehlalarm ausgelöst hatte. Auch floh er nicht, sondern ging, wie Überwachungskameras zeigen, nach der Kontrolle in aller Ruhe in einen Duty-Free-Shop. Im Rahmen der Evakuierung verließ er wie alle anderen das Gebäude und passierte die Kontrollen nach der Entwarnung ohne Mühe zum zweiten Mal.
Der Rest stimmt.
[Quelle via agitpopblog]

Man muss auch jönne könne

Im Koalitionsvertrag taucht immerhin sogar der Begriff “Open Source” auf, wiewohl natürlich, wie sollte es in diesem Vertrag bei sinnvollen Dingen auch anders sein, im Zusammenhang mit “wir prüfen, ob”. Aber mag sich MS noch so sehr an seine Regierungskontakte klammern, die Leute von Villariba wissen, dass ihr Modell überlegen ist und können sich dem hektischen Möchtegernmonopolisten gegenüber generös zeigen:


(Bild: Chris Schläger)

(via Pro-Linux)

ÜberPARTEIlich

Was ist für den durchschnittlichen WDR-Verantwortlichen schlimmer als Guido Westerwelle und dessen Anhängerschaft? PARTEI-Vorsitzende die sich disrespektierlich über die Gebührenordnung äußern, natürlich. Man möchte meinen ein eher spezielles, experimentierfreudiges Format wie “Zimmer frei” würde so etwas aushalten.

Scheinbar nicht.

Herr Tumas Diary

Wie versucht man witzig zu sein – und wirkt doch irgendwie ganz anders? Das sind die entscheidenden Fragen, die sich der Spiegel-Krisenkolumnist Thomas Tuma in seinem geheimen Tagebuch stellt. Es zeigt: Seriöse Berichterstattung macht einem vom Wahlergebnis frustrierten Journalisten keinen Spaß. (mehr…)

Ordensverleihung (2)

Unvorhergesehenerweise schon zum zweiten Mal in diesem Monat sehen wir uns in der heiligen Pflicht, das Bumsverdienstkreuz am Spartakus zu verleihen. Es geht diesmal an Roderich Egeler, den neuen Präsidenten des Statistischen Bumsamtes und Bumswahlleiter, der in seiner übergroßen Weisheit einige kleinere Parteien opferte, indem er ihre Wahlzulassung verhinderte, dadurch jedoch bewirkte, daß zum ersten Mal in der Geschichte der Bumsrepublik eine hier so dringend benötigte Beobachterkommission der OSZE die Bumstagswahl beobachten wird. In freudiger Erwartung der darum mit Sicherheit besten Wahl aller Zeiten danken wir Herrn Egeler und hoffen, daß er das Amt des Wahlleiters noch lange Zeit bekleiden möge!

Gesund und munter

Wenn Rampensäue oder solche, die es gerne wären, Dienst haben, dann werden oft ungeheure Ideen und Gedanken hervorgebracht. So weist man uns derzeit auf die glanzvolle Wiedergeburt des bereits schmerzlich vermißten gesunden Volksempfindens hin: Die totale Liebe des deutschen Volkes zu unserem Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zeugt z.B. davon, wie uns Norbert Geis, MdR für die CSU verkündet. Ich bin verzückt.
Was das Volk nun nach sehnsuchtsvollem Schmachten wieder zur Genüge besitzt, dessen ermangelt es leider schon wieder unserer Ministerin für Bundesgesundheit Ulla Schmidt. Darüber klärt uns der größte Haushaltsexperte des vergangenen Monats, Georg Schirmbeck, auf, indem er uns erläutert, Ulla Schmidt sei “das gesunde Volksempfinden verloren gegangen”.

Ich begrüße diese historischen Einlassungen und wünsche mir, daß unser Volk den dadurch gewiesenen Weg einschlagen und ihm treu bleiben möge. Ich bin zuversichtlich, daß nur dann, wenn dieser konsequent und furchtlos gegangen wird, die Endlösung der belastenden Verkrampftheit im Umgang mit unserer Geschichte in greifbare Nähe rücken wird.

[via B. und MartinM]

Öffentliche Daten schützen, private Daten nützen / Sonnenloch

Öffentliche Daten schützen, private Daten nützen
In der großen Sommerloch-Dienstwagen-Tour 2009 tritt eine neue Kandidatin und alte Bekannte an: Ursula von der Leyen. Wie bei Ulla fällt natürlich auch dieser Vorgang bei der Betrachtung des Großen Ganzen nur wenig ins Gewicht. Es wäre der letzte Grund warum ich die Ministerin nicht mehr im Amt sehen wollte. Aber es ist natürlich amüsant, dass gerade diese Ministerin ein Problem mit Transparenz hat. Oder ist das auch nur konsequente Zensur?

Sonnenloch
Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt…
dass mit regelmäßgen Solariumsbesuch ein höheres Hautkrebsrisiko einhergeht. Andere bahnbrechende Erkenntnisse:

  1. Regelmäßiges Rumliegen in praller Sonne erhöht die Wahrscheinlichkeit eine gesunde, rote Hautfarbe zu erhalten
  2. Regelmäßge Teilnahme an Mobilität im öffentlichen Raum erhöht die Wahrscheinlichkeit an Verkehrsunfällen zu erkranken
  3. Regelmäßiges Trinken macht einem zum Trinker, unter Umständen gar betrunken

Vielleicht müssen die Leuchtstoffröhren ja bald mit dicken Warnhinweisen vollständig überklebt werden. Ich bin sowieso für stärkere Reglementierung. Dann fällt meine heller IT-Teint nicht mehr so auf.

Massenkonjunkturprogramm auf der A2

Unerwartete Konkurrenz hat die Abwrackprämie der Bundesregierung als Instrument der Konjunkturbelebung in der Automobilbranche bekommen. Ganz ohne staatlichen Stimulus gelang gestern abend auf der A2 in wenigen Minuten die Verschrottung von mehr als 250 Fahrzeugen. Dies dürfte erhebliche Ersatzinvestitionen nach sich ziehen und die notleidende Automobilbranche nachhaltig stimulieren. Auch die Dienstleistungsnachfrage nach Rettungspersonal und Einsatzkräften der Polizei wurde erheblich angekurbelt.

Soviel Bürgerengagement in Sachen Krisenmanagement reduziert den Bedarf nach der Abwrackprämie zur Verschrottung eigentlich funktionstüchtiger Fahrzeuge und hält dem Staat damit den Rücken frei durch öffentlich finanzierte Straßenbauinvestition Platz für weitere Bürgerinitiative in Sachen Nachfragestimulus für Opel & Co. zu sorgen.

Neoliberale Kommentatoren werden meinen, dies führe zu einem Crowding-Out alternativer Nachfrage und trage daher wenig zur Gesundung der krisengeschüttelten Wirtschaft bei, doch Deutschlands Autofahrer werden sich durch derartig altbackene ordnungspolitische Dogmen nicht den Spaß am Rasen und der “schöpferischen Zerstörung” auf Deutschlands Straßen vermiesen lassen.

Ein Elch mit Nobelpreis

Ich hatte vor fast einem Jahr mal diesen Link gebracht, weil ich das für eine gelungene Satire hielt.

Aber wieder einmal bestätigt sich, dass die Wirklichkeit die Fähigkeiten selbst begnadeter Satiriker zu übertreffen imstande ist. Im August des Jahres 2002 schrieb doch tatsächlich mal ein Wirtschaftswissenschaftler:

To fight this recession the Fed needs more than a snapback; it needs soaring household spending to offset moribund business investment. And to do that, as Paul McCulley of Pimco put it, Alan Greenspan needs to create a housing bubble to replace the Nasdaq bubble.

Ich glaube, diese Art “Voodoo-Ökonomie” muss Paul Krugman gemeint haben, als er jüngst davon sprach, dass die meisten Arbeiten im Bereich der Makroökonomie in den letzten 30 Jahren bestenfalls unnütz, schlimmstenfalls aber schädlich waren. Leider sprechen die jüngsten Aussagen des Ökonomen, dem wir das obige Zitat verdanken, nicht dafür, dass er die Tragweite von Krugmans Feststellung begriffen hat.

(via Arnold Kling vom “EconLog”, mit weiteren interessanten Verweisen in den Kommentaren)

Skandal: Männer in der Krise benachteiligt!

Erschreckende Zahlen aus den USA: Die Arbeitslosenquote der Männer steigt in der Krise stärker an als die der Frauen! Wir fordern die sofortige Einberufung von Beauftragten für Männerjobs!

Kein Grund zum Steinewerfen?

Berlins Autonome wärmten sich gestern Abend schon einmal für die heutigen Maifeierlichkeiten auf. Mal sehen, was der heutige Tag in meinem Kiez so bringt?

Dabei fragt man sich, warum gerade die Herren und Damen von der Schnorrerfraktion so vehement gegen die Folgen der Finanzkrise protestieren. Ja klar, langsam scheint die Krise am Arbeitsmarkt anzukommen, doch was stört das jemanden, der ohnehin noch nie Bock zum Jobben hatte. Und wer nicht arbeitet zahlt auch keine Steuern, aus denen derzeit die großzügigen Konjunkturpakete zusammengeschnürt werden.

Soeben meldet auch das Statistische Bundesamt, dass die deflationäre Wirkung der Krise sich in den geringsten Preissteigerungsraten seit fast einem Jahrzehnt äußert, wobei ein Teil der Grundnahrungsmittel sogar von Preissenkungen profitierte. Zugegebenermaßen sind die autonomen Grundnahrungsmittel der Rubrik Alkoholische Getränke und Tabakwaren auch diesen Monat wieder etwas teurer geworden. Man kann nur hoffen, dass dies durch günstige Hundefutterpreise kompensiert wird. Aber auch die Preisentwicklung am Berliner Wohnungsmarkt ist in nicht gerade ein Grund für Randale, zumal der Druck auf die Wagenburgflächen als Standorte für Immobilieninvestitionen inzwischen deutlich nachgelassen haben sollte. Insgesamt dürften staatliche Sozialtransfers und die geschnorrten Groschen derzeit weit weniger strapaziert werden als in einer ausgemachten Boomphase der Wirtschaft.

Allerdings machen niedrigere Preise im Verkehr und in der Nachrichtenvermittlung den Randaletourismus einfacher und billiger, was die Kosten-Nutzen-Relation unserer Berufsrevolutionäre wieder nach oben treibt. Noch nie hat das verhasste System eine so gute und preiswerte Infrastruktur für die Organisation des Klassenkampfes geliefert. Und einen Grund zur Klage gäbe es auch: Deutschlands Autonome dürften kaum von den deutlichen Preissenkungen im Bildungswesen profitieren, schließlich wird der Konsum in diesem Bereich ja traditionell konsequent verweigert.

Update: Nähere Recherchen beim Statischen Bundesamt ergaben, dass die Entwicklung der Hundefutterpreise nicht zu einer Entlastung autonomer Haushalte beigetragen hat. Dies könnte ein weiterer Grund für die vehemente Systemkritik sein, zumal das Sozialamt diesem Missstand noch weniger als die besorgte Öffentlichkeit Rechnung trägt.

Auswüchse der Gier: Die Politik greift ein!

Es gibt ein neues Beispiel, wie tief die Gier sich von oben in unsere Gesellschaft hineingefressen hat. (mehr…)

Historiker sagen: Konjunkturpakete geben Anlass zu Misstrauen

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Ich bereue

Gestern habe ich wieder unverantwortlich gehandelt. (mehr…)

Papierkrieger

Es scheint so, als wären nicht einmal Terrororganisation vor einer einfachen Wahrheit gefeit: mit der Größe Organisationen steigt die Wahrscheinlichkeit, notwendige Bürokratie durch einen Bürokratismus zu ersetzen.
Oder anders: “Bürokratie wächst dadurch, dass sich immer mehr Menschen verzetteln.”

Unsinn mit CO2

Dass es eine globale Erwärmung gibt, halte ich für wahrscheinlich. Dass der Mensch dabei mitgewirkt hat, für möglich.

Dass der Mensch aber in der Lage sein soll, durch die in diversen Protokollen Maßnahmen beschlossenen Maßnahmen diesen Wandel des Klimas zu stoppen, ist aus meiner Sicht eine mutige Behauptung. (mehr…)

Nasenbeinbruch

Die Figur “Gutenberg” im Mainzer Karneval gab dieses Jahr zum Besten, dass sie ja gerne wegen der ganzen Gasgeschichten dem Putin in den Allerwertesten treten würde, davor aber zurückschreckte aus Angst, Schröder das Nasenbein zu brechen.

‘Nuff said zum Altkanzler.

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