Gute Geldanlage

Es ist mir peinlich aber ich möchte endlich mein Gewissen erleichtern:
Manchmal, wirklich ganz, ganz selten und nur in düster-pessimistischen Momenten überkommt mich das Gefühl, die an den deutschen Staat gezahlten und von diesem an die EUrokratie weitergeleiteten Steuern könnten gelegentlich einer im ersten Moment nicht sinnvoll erscheinenden Verwendung zugeführt werden können. Die flächen- und landschaftsdeckend angebauten Maisfelder, deren Erträge, geschreddert, in Biogasanlagen verbracht werden, erscheinen auf den ersten, flüchtigen und unverantwortlichen Blick wie ein Ersatz-Hartz4 für ansonsten unnütze Landwirte, die selbst mit den regulären oder für Bio-Bauern entsprechend aufgestockten Subventionen keine wirtschaftlich sinnvolle Leistung hinbekommen.
Aber das ist natürlich Unsinn und falsch.

Trotzdem: Einem neoliberalen, kaltherzigen Egoisten kommen eben doch hin und wieder Zweifel an der Befähigung der selbstherrlich herrschenden Bürokraten.
Da tut es doch gut zu lesen, dass Sinnvolles geleistet wird. Wer sollte sonst so seriös vor Datenklau im Internet warnen? Journalisten? Blogger? Der gesunde Menschenverstand?
Ein Deutscher, und man muss vermuten auch ein Europäer, glaubt nur einem Beamten.

Danke, EU!

Disclaimer: Der Autor erklärt hiermit, dass “Europa” selbstverständlich eine schöne, nicht durch genaues Hinschauen in den Schmutz zu ziehende Idee ist und der sofortige Ausbruch kriegerischer Konflikte zwischen den Europäern drohte, gäbe es die Brüsseler Volksbeglückungsbehörden nicht mehr.

Wir fackeln fürs Klima

Manchmal fällt einem keine Satire mehr ein, weil die Wirklichkeit viel besser ist.

“Umweltschützer setzen in Kopenhagen Barrikaden in Brand” (NZZ)

Morgen werden es wohl Heimatschützer sein, die Dunkelhäutige oder Andersaussehende verprügeln, und es wird die Sorge um die sozial-globale Gerechtigkeit sein, die besonders empfindsame Menschen dazu bringt, alte Herren zu entführen und ihnen von hinten in den Kopf zu schießen.

Ach, wie ist Satire schwer…

Na endlich

So etwas nicht nur in Blogs sondern auch mal in arrivierten Medien zu lesen – das macht doch Mut in diesen Tagen der lautsprecherischen Weltuntergangs- und Weltrettungskakophonie.

Ketzerei

Sobald in einer Religion, die die Wahrheit für sich gepachtet meint, nur ein Hauch Objektivität hereinzuwehen droht, wird von den Priestern mit aller Macht versucht, die Fenster geschlossen zu halten.

Selten habe ich das so erbaulich dargestellt gelesen, wie hier in der taz.

Man stelle sich vor: Da gesteht ein Greenpeace-Chef, zum Thema einer potentiell nützlichen, weil unterernährten Menschen eventuell helfenden, aber dummerweise mit der aktuell grad verteufelten Züchtungstechnik erzeugten Pflanze seine Unwissenheit ein und möchte die Frage nach just dieser Nützlichkeit wissenschaftlich geprüft sehen.

Wie lauten die Antworten aus seiner Kirche?
(mehr…)

Sprüche, auf die die Welt gewartet hat (I)

Das Gute am November ist, dass auch Langschläfer mal einen Sonnenaufgang sehen.

Kritik am Abzuschaffenden

Mal abgesehen davon, dass ich die zwangsfinanzierten Staats- und Parteimedien eher abgeschafft als verbessert sehen will und ungeachtet dessen, dass ich den Herrn Wickert nicht mag – was er hier in der FAZ schreibt, trifft es als Kritik an ARD und ZDF auf den Punkt.

Aufgedrängte Vergleiche

Hätten wir Ostdeutschen vergeblich versucht, unsere westdeutschen Nachbarn durch Krieg in Nord- und Ostsee zu treiben, durch Bomben auf Busse und Diskotheken den Horror unter ihnen zu säen, wären wir nicht geflohen, um in Freiheit zu leben sondern Sprengsätze zu zünden – kurzum: wären wir Ostdeutschen Palästinenser gewesen, wären wir wohl auch so dumpfbackig maskiert aufgetreten und hätten am 9. November statt einem Freudentaumel Reifen entzündet.

Stattdessen haben wir uns friedlich und ohne gewalttätigen Hass die Freiheit erkämpft. Manche mögen das Symbol zu missbrauchen versuchen. Es wird immer genauso bemüht und lächerlich aussehen.

Über den Tisch gezogen?

Wenn es stimmt, dass das Finanz- wie auch das Innenressort an die Union gehen, dann muss inhaltlich schon viel passieren, um die Liberalen nicht als über den Tisch gezogen aussehen zu lassen. Denn was bleibt denn dann noch? Westerwelles Privatvergnügen Außenamt und Brüderle als Wirtschaftsminister? Grauenhaft.

Aber mit dem, was zur Reform der Krankenversicherung zu lesen ist, könnte das Inhaltliche ja vielleicht wirklich wahr werden. Einkommensunabhängige Prämien und sozialer Ausgleich nur noch direkt über das Steuersystem (und hoffentlich nur noch für wirklich Bedürftige) – das wäre mal ein Reformschritt, den ich der deutschen Politik gar nicht mehr zugetraut hätte!

Weiter gilt wohl: Warten auf endgültige Ergebnisse.

Anständige Rechtsextreme bändigen Skinhead-Schläger

Ich weiß, nichts ist völlig gleichzusetzen. Autos sind noch keine bewohnten Häuser, zerschlagene Scheiben keine eingeschlagenen Köpfe, Steine auf eine Polizeiwache noch keine Steine auf Polizisten (aber da haben die Radikalen ja längst die Grenze überschritten).

Und trotzdem – das Experiment ist verstörend:
Ersetze man in diesem Artikel einfach mal die Adressaten des Aufrufs und das Wörtchen links mit rechts. Ersetze man die “Leute … aus den Reihen der Linkspartei”, “Abgeordnete und Bezirksverordnete”, die “Verbindungen zu radikalen Milieus” pflegen. Ersetze man “die Jusos” die sich ab und zu “mit härteren Gruppen” zusammen tun, ersetze man die “Grünen, Gewerkschaften und linken Juristen”, die mit “radikalen Linken” kommunizieren.
Ersetze man sie durch “moderate” Rechtsextreme, die Gewalt für “die Sache” kontraproduktiv halten und die aufgefordert werden, das “radikale Milieu” bändigend zu beeinflussen und die Skinhead-Horden zurückzupfeifen.

Tut mir leid: Wer mit Leuten “kommuniziert” (und dies nicht im Rahmen einer polizeilichen Vorladung oder Anzeige tut), und wer – wie auch immer – gemeinsame Sache mit politisch Verstörten macht, die Autos abfackeln, der stellt sich selbst außerhalb des demokratischen Konsens’ und gehört als Mittäter oder Mitwisser polizeilich belangt. Autos anzünden ist kriminell. Wer auch nur den Hauch politischer Legitimation dafür akzeptiert (und der Tagesspiegel tut dies mit seinem Artikel), der macht Gewalt als politisches Streitmittel grundsätzlich hoffähig … und muss sich nicht wundern, demnächst ein paar auf die Fresse zu kriegen. Natürlich nicht von mir sondern vielleicht nur von ein paar Leuten aus härteren Gruppierungen radikalliberaler Anhänger des Rechtsstaates. Auf die ich bei Gelegenheit dann natürlich versuchen werde, mäßigend einzuwirken.

Southpark? Nein, Oslo.

Klingt wie ein Witz, ist aber wohl Ernst: Ankündigungs- und Schönsprechpräsident Obama bekommt den Friedensnobelpreis. Wahrscheinlich als Trost für die verpatzte Olympiabewerbung.

Unter den Nobelpreisen ist der für den Frieden wohl der lächerlichste.

Meine Einschätzung wird weitgehend sogar in der SZ geteilt.

Zufrieden

Ich muss sagen: Die Koalitionsverhandlungen übersteigen bislang meine Erwartungen.
Gut, es ist noch nichts Greifbares herausgekommen und die Verhandlungspartner stecken mit Maximalforderungen ihre Terrains ab um anschließend den Kompromiss nicht zu weit im Bereich des Kontrahenten suchen zu müssen.
Aber die klare Positionierung der Liberalen mit Bürgergeld und Abschaffung des Gesundheitsfonds hätte ich so akzentuiert nicht erwartet. Wenn die so weiter machen, werde ich doch noch Parteimitglied.
Wenn der Westerwelle jetzt nur von der Schnapsidee lassen könnte, das zu werden, wofür er am wenigsten geeignet ist und wo die Möglichkeit der Verwirklichung liberaler Themen am nächsten der Null ist: Außenminister …

Mea culpa, mea maxima culpa

Komisch. Das erinnert mich irgendwie an die katholische Kirche:

Die Erbsünde lässt sich nicht abschütteln.

Einfach nur Umkehr und Neuanfang? Das kann nicht reichen.
Der rote Inquisitor verlangt da mindestens ausgiebige Selbstgeißelung des Sünders und all derjenigen, die mit ihm Umgang haben. Wenn das mal überhaupt wieder zu bereinigen ist!

Wahlempfehlung (III)

Ich wähle nicht taktisch, ich wähle auf Basis dessen, was Kallias in seinem Gastkommentar bei Zettel sehr schön beschreibt:

Meine Wahlentscheidung ist Quittung für Vergangenes und nicht Hoffnung auf Versprochenes. (Deshalb bekommt z.B. eine CDU keine Stimme von mir.)

(Kommentare bitte im Zettel-Forum hinterlassen, denn dort gehören sie hin.)

Musikalische Frage zum Mauerfall

Ich benutze die Plattform hier einfach mal für eine Frage, die letztlich auch mit Politik zu tun hat:

Kennt jemand ein deutschsprachiges Lied, das mit dem Mauerfall und/oder der Herbst-Revolution ‘89 in der DDR verbunden, das allgemein bekannt und zum Mitsingen geeignet ist?

Ein Bekannter einer Bekannten von mir macht hier mit und ist auf der Suche nach musikalischer Untermalung.

Gut angelegt

Weil sich die SED heute “Die Linke” nennen darf, ohne allgemeine Empörung der Linken hervorzurufen,
während die ehemals zwangsvereinigten Sozialdemokraten sich nicht schämen, mit genau jenen zu paktieren,
weil “Goodbye Lenin” und “Sonnenallee” als DDR-Alltagsbeschreibung durchgehen könnten,
und weil eine Diktatur eine Diktatur eine Diktatur war (deren größerer Ableger rote KZs unterhielt, in die auch Deutsche verschleppt wurden)

ist eine Spende in eine ehrenvolle Einrichtung gut angelegtes Geld.

Einfache Lösungen

“Wir haben starke Grundrechte in unserem Grundgesetz verankert, aber die hindern uns manchmal, einfache, klare Lösungen zu finden.”

Wer hat’s gesagt: Ein NPD-ler auf der Suche nach einer “einfachen und klaren Lösung” für das Ausländerproblem?
Ein Kommunist auf der Suche nach einer “einfachen und klaren Lösung” für Zuviel-Verdiener?

Oder eine SPD-Dame, die, von den Internet-Überwachungsmöglichkeiten berauscht, Kapitalvergehen wie Urheberrechtsverletzungen anpacken will?

Die Lösung findet sich hier.

Schlechter Journalismus: Ein Musterbeispiel für die Lehrbücher

…natürlich von SPON und dort natürlich von Marc Pitzke:

Kongress-Gezänk sabotiert Obamas Megaprojekt

Erfahren wir etwas über den Inhalt der geplanten Reform? Nein.
Erfahren wir etwas über die Argumente der Reformgegner? Nein.

Aber wir erfahren, dass Obamas Gegner aus Rechtsextremen, Rassisten und böswilligen Konservativen vom rechten Rand bestehen.
Und dass Demokratie irgendwie störend ist, wenn ein Heiland seine Wunder am amerikanischen Volk tun möchte.

Wir erfahren also mehr über einen bornierten Schreiberling und seine Vorurteile als über das behandelte Thema.

Blut für Öl – und keiner will’s haben…

Grausamer Scherz der Geschichte: Erst überfallen die brutalen Amis den freien Irak, um ihre Rohstoffgier zu befriedigen.
Und dann will keiner die Ölquellen haben.

Unterm Strich also: Blut für nichts. Außer für zarte Anfänge von Freiheit und Demokratie.

Zu blöd

Hier:

Dass fehlende Bestellungen eindeutig das größte Problem sind, unterstreicht für ihn die Notwendigkeit staatlicher Konjunkturprogramme.

Dass die Leute zu blöd sind, mit ihrem eigenen Geld umzugehen, unterstreicht für ihn die Notwendigkeit, es ihnen zwecks besserer Verwendung wegzunehmen.

Revolution!

Die letzte Revolution fand 1989 statt. Steht die nächste ins Haus?

Peter Sloterdijk erhofft sie in der FAZ.

Sehr lesenswert.

Nächste Seite »

Bad Behavior has blocked 1042 access attempts in the last 7 days.