Wirklich Antisemit?
Eigentlich wollte ich dazu überhaupt nichts schreiben. Denn zum einen hat Zettel wie fast immer recht, wenn er nicht gerade eine Aussage über die Kanzlerin trifft, und zum anderen habe ich überhaupt keine Motivation, meinen Beitrag als Verteidigung einer Person verstanden zu wissen, deren SPON-Kolumnen ich nie lese, weil ich sie meistens schon an der Überschrift erkenne und mein Bedarf an Unfug meist schon von den Lektüren eines gewöhnlichen Tages gedeckt ist.
Aber nun, da der hier dann letztlich doch immer wieder hochgeschätzte Henryk M. Broder mal wieder einen Antisemiten als solchen entlarvt hat und die Meinungen dieser Person es dadurch in die Antisemitismus-Top-Ten des vor allem ob des Namensgebers hochgeachteten Simon-Wiesenthal-Zentrums geschafft haben, und da sowohl meine Blogroll als auch meine Twitter-Timeline von Leuten wimmeln, die sich ausgiebig mit dieser m.E. völlig nebensächlichen Angelegenheit auseinandersetzen, die wahrscheinlich ohne die berühmte Person, der der Angegriffene seinen Nachnamen verdankt, keine Sau interessieren würde, steche ich dann auch mal ins Wespennest.
Also: Ist Jakob Augstein ein Antisemit? Keine Ahnung. Schließlich wagt auch das Simon-Wiesenthal-Zentrum mit seiner Liste diese Behauptung nicht. Es klassifiziert Augsteins Aussagen als antisemitisch, nicht seine Person. Was hierzulande natürlich niemanden daran hindert, beides zu verwischen, erst recht nicht Henryk M. Broder, der eh zwischen nahezu nüchterner Analyse und verbalem Kartätschen zu variieren pflegt.
Sind Augsteins fragliche Bemerkungen antisemitisch? Ebenfalls keine Ahnung. Wer das Gegenteil behauptet, geht von einer Art objektiven Kommunikation aus, die es meines Wissens nach nicht gibt. Was wir aber feststellen können, ist, dass man Augsteins Aussagen recht gut in einen antisemitischen Kontext bringen kann. Ob sie so gemeint sind, ist eine andere Frage. Wieder: Kann sein. Der “Antisemitismus der Linken”, der in diesem Zusammenhang immer wieder beschworen wird, muss aber nicht unbedingt einer sein.
Das Gerede von mächtigen Lobbys, die angeblich hinter der Position des Andersdenkenden stehen, ist bei Personen mit entsprechend begrenztem Horizont eine Standardbehauptung in politischen Diskussionen, und eben auch in solchen, die mit Israel oder Juden rein gar nichts zu tun haben. Dass die Behauptung, Kritik an der Position der israelischen Regierung werde mit der Antisemitismus-Keule weggebügelt wird, nach dem Motto “die Juden sind selbst schuld” gerade zwangsläufig ein Beleg für Antisemitismus sei, impliziert, dass die Anhänger der Politik der jeweiligen israelischen Regierung eine solche Steilvorlage nie und nimmer nutzen würden – was erstaunlich wäre. Und dass einseitig zugunsten von Hamas und Fatah Stellung bezogen wird, könnte ebenfalls viele andere Gründe haben. Ein Bonmot besagt ja, die Deutschen würden den Juden Auschwitz niemals verzeihen. Da mag viel Wahres dran sein, aber was die Linken Israel niemals verzeihen, ist sein Erfolg. Wer von Linken geliebt werden möchte, muss am Boden kriechen und um Hilfe betteln. Jemand, der sich selbst seiner Haut zu wehren weiß, gilt für Linke als uninteressant bis feindlich. Und wenn derjenige dann auch noch von der Hochburg des Kapitalismus, den USA, unterstützt wird, dann muss man sich einfach gegen ihn wenden. Selbst wenn für den nüchternen Betrachter kein Zweifel besteht, wer da eigentlich wen vernichten will.
All das passt natürlich auch in eine antisemitische Erzählung, keine Frage. Aber meines Wissens nach gehört, um wirklich als veritabler Antisemit zu gelten, schon ein wenig mehr dazu als Aussagen zu tätigen, die sich antisemitischer Klischees bedienen. Man sollte doch auch “den Juden an sich” irgendwie verachten oder ablehnen oder “ausmerzen” wollen oder sonstwas, um in diesen erlauchten Kreis aufgenommen zu werden. Man sollte jedem Juden irgendwelche Eigenschaften andichten, und im Zweifel natürlich keine positiven. Kurzum: Man sollte einen Menschen, der einem begegnet, im jeweils zutreffenden Fall vor allem als Juden wahrnehmen denn als etwas von all dem anderen, was ein Mensch nun einmal darstellt. Macht Augstein das? Keine Ahnung.
Auf jeden Fall wäre jetzt statt apodiktischen Verteidigens, wie es sich die Peer Group Augsteins auf die Fahne geschrieben zu haben scheint, doch viel eher Nachdenken angesagt. Wie kann es sein, dass die Äußerungen eines doch so jeglichen Antisemitismus Unverdächtigen so leicht als antisemitisch einzustufen sind? Woher kommt dieses ständige Verlangen, auch in eher abseitigen Themen noch Kritik an Israel unterzubringen? Warum wird über orthodoxe Juden fabuliert, ohne jede Sachkenntnis und nur mit dem Ziel, sie den arabischen Terroristen gleichzusetzen? Warum übernimmt man den Topos von der “mächtigen jüdischen Lobby”, ohne nachzuprüfen, wie es um die politische Ausrichtung der Juden in den USA tatsächlich bestellt ist und welche Einflussmöglichkeiten sie tatsächlich haben?
Und last but not least: Sollte man, selbst wenn es einen innerlich zerreißt, als Deutscher bei “Israelkritik” nicht lieber die Klappe halten, wenn man nicht wirklich tief drin steckt in der Nahost-Problematik? Und wenn man selbst das nicht schafft, vielleicht ab und zu auch mal erwähnen, in welchen Ländern Demokratie herrscht, wie diese Länder mit Minderheiten umgehen und was deren Nachbarn gern mit diesen Ländern und deren Einwohnern tun würden?
Nur mal so als Anregung.
bisher 22 Kommentare » Kommentare
Lieber Rayson,
ich habe auch Recht, wenn ich etwas zur Kanzlerin sage.
Herzlich, Zettel
@1.
Let’s agree to disagree
Nun, die Top 10 beziehen sich ja nicht nur auf antisemitische, sondern auch auf antiisraelische Aeusserungen, welche man ja nachlesen kann.
Ich wundere mich eher darueber, dass dieser Clown von irgendwem ernstgenommen wird. Wer auch immer gesagt hat, die Feder waere maechtiger als das Schwert, hatte Jakob Augstein sicher nicht auf dem Radar
bei Augenstein ist es weder die Feder noch das Schwert, sondern der goldene Löffel mit dem er geboren wurde, der ihm solche ernst zu nehmende Medienmacht bietet.
Nun ja, da sich der Freitag wohl nicht sehr gut am Markt für Zeitschriften des Linken Mainstreams behaupten kann ist es mit dieser Mach eventuell bald vorbei.
Wo ist der Unterschied wenn ich sage X ist antisemit und was X schreibt ist antisemitsch?
Ich mein, man muss doch Antisemit sein um antisemitsches (also ernsthaft jetzt, mit Intention) zu schreiben, oder?
Muss ich davon ausgehen, das Augstein nicht weis was er schreibt? (Oh, das würde so vieles erklären…)
@Jaquento
Er könnte es unwissentlich sagen, weil er den strengen Kodex über antisemitische Äußerung nicht kennt. Er könnte es sagen, um zu provozieren. Um aufzurütteln. Und er könnte es aus einem Grund sagen, den wir uns nicht vorstellen können.
Man kann nicht in eine Person hineinkucken. Deswegen wissen wir nicht, ob JA jüdische Menschen in erster Linie als Juden sieht und als Juden ablehnt.
Ich möchte auf einen Aspekt hinweisen, der wohl (aus einsichtigen Gründen) in diesem Fall bisher selten angeschnitten wurde.
Neben dem Vorwurf des Rassissmus hatte man seinerzeit Sarrazin auch geistige Brandstifterei vorgeworfen.
Wenn jetzt die Verteidiger Augsteins darauf hinweisen, der inflationär gebrauchte Ausdruck Antisemitismus verharmlose oder fördere die wahren Antisemiten (gemeint sind natürlich nur die Rechten und Nazis), so sollte man folgende Frage stellen:
Hatten die arabisch-islamischen Jugendlichen, die in Berlin den Rabbiner überfielen, etwa ihren Judenhass durch die Lektüre der “Nationalzeitung” oder dem Besuch von Naziblogs erworben -oder waren diejenigen Töchter und Söhne Allahs, die anlässlich der Enterung des “Versorgungsschiffes” für Gaza auf Facebbok Hitler dafür kritisierten, dass er nicht alle Juden umgebracht hatte, Mitglieder der NPD – die bekanntlich keine arabisch-islamischen “Mitbürger” (außer den grauen Wölfen) duldet?
Ich will nicht behaupten, derartige Zeitgenossinnen und Genossen könnten Augstein und andere Israelkritiker lesen oder gar verstehen.
Das geistige Umfeld, das ihre Taten als verzweifelte Reaktionen auf die Taten Israels interpretiert und herunterspielt (sonst hätte es heftigere Reaktionen geben müssen, wie es zweifellos bei Nazianschlägen der Fall gewesen wäre) ist aber entscheidend.
Dass z. B. mit Israelkritik zugleich eine Verharmlosung von Hamas und Ahmadinedschad stattfindet und damit den geistigen Boden düngt, auf dem diese Art Anschläge gedeihen könnten, scheint mir ein Aspekt, der geflissentlich ausgeblendet wird.
Augstein und seine Fangemeinde sind m. E. tatsächlich ein Teil des Problems; sie sind die Produzenten und Lieferanten der moralischen Munition für weitere Anschläge gegen Juden in Deutschland, die nicht aus der Naziecke kommen.
Der letzte Absatz hätte eigentlich genügt, obwohl dieses „gerade als Deutscher“ immer redundant ist. Eigentlich gilt doch für jeden das Bonmot von Dieter Nuhr: „Wenn man von etwas keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten“.
Aber ich will mal, „gerade als Deutscher“, meinen Senf dazugeben.
Offensichtlich, so habe ich es jedenfalls verstanden, hat ja Hendryk Broder dem SWC den Namen „Jakob Augstein“ gesteckt.
Hin oder her, kann man machen. Das Leben ist halt manchmal doch ein Ponyhof und dann liegt die Vermutung, daß das was im Stall steht, ein Pferd ist, doch recht nahe.
Nur ist die Position von Broder nicht so vollständig konsistent.
Vor einiger Zeit hat Broder mal auf achgut.de einen Konzertbesuch bei Harry Belafonte lobend erwähnt:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/when_harry_comes_to_town/
Allerdings sieht Broder dem guten Harry z. B. so etwas nach:
http://www.msnbc.msn.com/id/10767465/ns/world_news-americas/t/belafonte-bush-greatest-terrorist-world
Und so etwas wird vollkommen ignoriert:
http://endtheoccupation.org/article.php?id=2803
http://www.democraticunderground.com/discuss/duboard.php?az=view_all&address=102×1687767
Es bleibt das Geheimnis von Broder, warum er den einen verteufelt und den anderen verehrt.
Vielleicht wäre Augsteins Platzierung bei der SWC-Kür schlechter gewesen, wenn er „Banana Boat“ gesungen hätte.
Irgendwie erinnert das ganze an DSDS und Broder macht für die Presse den Bohlen.
@ Michael Kastner
Man Vergleiche die Aussagen Homanns und Möllemanns mit denjenigen von J.Augstein.
Es wird einem schwerfallen, zwei von ihnen als Antisemiten zu bezeichnen und den einen nicht.
Broder (er hatte seinerzeit Homann und Möllemann auch als Antisemiten bezeichnet) ist in dieser Hinsicht nämlich konsequent – und dies ist es, was die Hassgefühle bei einigen Autoren und Kommentatoren ausgelöst hat.
Der Stachel in der linksbürgerlichen Selbstgefälligkeit, den Broder dort (mit Hilfe des SWC) hineingetrieben hat, tut weh:
Wenn man nämlich Zweifel daran hat, ob Augstein auf die Liste gehört (was legitim ist), sollte man auch Zweifel haben, ob Sarrazin darauf gehörte (Platz 5) oder Möllemanns und Homanns Sprüche tatsächlich antisemitisch waren. Dass sie nicht zum linksbürgerlichen Spektrum gehör(t)en, ist dann natürlich für jemanden, der sich ein wenig der Technik folgerichtigen Denkens bedienen kann, kein hinreichender Grund für eine Verurteilung.
Für die Augsteinfraktion gehören Möllemann, Homann jedoch mit Sicherheit zu den jetzt gern beschworenen “wahren Antisemiten”.
Zudem, Broder nimmt nur Stellung zu denjenigen internationalen Größen des Juden- oder Israelhasses, die hierzulande sehr pfleglich behandelt und mit einem Verständnis überschüttet werden, das man – wäre man böswillig – als stille Komplizenschaft deuten könnte.
@Michael Kastner
<>
Genau das ist es, was die Augstein-Apologeten gerne behaupten. Tatsächlich jedoch gibt es dafür keine Hinweise.
Das SWC schreibt selbst, dass die Aussagen Augsteins anti-israelisch sind. Zusätzlich zitiert es aus einem Artikel, den Broder auf Welt Online geschrieben hat (“mein liebster Antisemit”). Nirgendwo wird auch nur ansatzweise behauptet, Broder hätte Augstein denunziert – außer von interessierter Seite in den Diskussionsforen.
Jakob Augstein – war das nicht die Paris Hilton des deutschen Journalismus
Na, im Ernst, danke, dass ihr euch mit den Inhalten beschäftigt, was unsere selbstbeschäftigte Qualitätspresse nicht hinzukriegen scheint. Stimme euch zu.
Bis auf den Anti-linken Beissreflex. Linke, rechte, konservative, sind sich derzeit ja alle hübsch einig, dass man sich um Himmels Willen nicht mit dem beschäftigen muss, was Augstein geschrieben hat, sondern mit dem, was Broder geschrieben hat. Und man soll in Gottes Namen ja auch alles ignorieren, was die Antisemitismusforschung geschrieben hat, und unbedingt darauf beharren, dass diese Juden mit ihrer Lobby “Antisemit” schreien, sobald einer Israel kritisiert … also: das hat nix mit Links zu tun, sondern, wie du so schön gesagt hast, damit, dass die Deutschen den Juden Ausschwitz nie verzeihen werden und jetzt endlich mal ein Ventil gefunden haben, um ihrem Ärger Luft zu machen. Spazier mal durch die Kommentarspalten aller “Qualitätsmedien”. Fremdschämen garantiert.
Grüßle
Wir Deutschen, unsere Journalisten zumal, sind nicht die weltweit anerkannten Koryphäen der Antisemitismusforschung.
Das ist für jeden außerhalb Deutschlands leicht verständlich, schließlich genießen Verschwöhrungstheoretiker auch den Ruf hervorragender Analysten.
Der ganze Streit dreht sich um die Definition eines Begriffes, dabei wird weitestgehend außer acht gelassen wie obzessiv sich Jakob Augstein und andere am Staat der Juden abarbeiten – mit deutlichen Assoziationen zur deutschen nationalsozialistischen Vergangenheit. Als hätte es Antisemitismus hierzulande und in Europa nur zwischen 1933 und 1945 gegeben.
Eine ganze Armada von Weltverbesserern und Antisemitismusexperten fühlt sich beleidigt.
Ich bin Henryk M. Broder einfach nur dankbar, dass er es geschafft hat, Ihre Selbstherrlichkeit im Elfenbeinturm der Begriffsbestimmung zum wanken zu bringen. Seit seinem Buch “Linke Tabus” von 1976 arbeitet er daran, dass in Deutschland nicht länger die Existens eines vom Nationalsozialismus losgelösten Antisemitismus verdrängt werden kann. Dieser Antisemitismus, oder wie man diesen Judenknacks auch immer nennen mag, ist ein Problem – vor allem für Europa. Wenn die sogenannte Israelkritik in einem derartigen Mißverhältnis zur Selbstkritik steht, wird nicht erkannt werden können, daß Israel mit seiner Politik, auch der aktuellen, europäische Sicherheitsinteressen verteidigt – unverdienterweise.
Getreu dem Motto, dass nichts so sehr einer guten Sache schadet wie eine unzureichende Vertretung, bin ich übrigens in letzter Zeit ziemlich genervt von vielem, was auf der “Achse” als Rattenschwanz zu Augstein veröffentlich wird.
Dass Augsteins Verteidiger und er selbst im Unrecht sind, wird durch logisch unhaltbare Vergleiche und durch immer übertriebenere Forderungen nicht gerade untermauert.
^^ Die Achse ist grundsaetzlich etwas monoton: 50% Antisemitismus, 40% Klimawandel und 10% Berlin-Bashing. Das ist schon etwas wenig, wenn man bedenkt, wie viele Autoren dort veroeffentlichen.
Um so besser, dass Broder es sich wohl zum Ziel gesetzt hat, seine destruktive Energie in Zukunft verstaerkt gegen den Staatsfunk einzusetzen, der m.E. grundsaetzlich mehr Aufmerksamkeit verdient
@ F. Alfonzo
Dann ist die Eurokrise ein großes Thema, die ehemaligen DDR als letzte deutsche Diktatur und der Ökologismus.
Und ich verstehe nicht was daran destruktiv ist, jemandes Propaganda, wenn nicht Hetze, zu thematisieren. Henryk M. Broder schreibt hauptsächlich Polemiken welche ihrer Natur nach nicht auf einen Konsens aus sind, sondern auf Streit. Und auf Demaskierung.
Das passt nicht so zum harmoniesüchtigen Einheitsbrei der einem so in der hiesigen Presselandschaft angeboten wird. Ist halt gut gewürzt und scharf.
Mich langweilt Harmonie sehr schnell, obwohl ich nicht ohne sie leben will. Da bietet mir Deutschlands begnadetster Polemiker den dringend benötigten Ausgleich.
Das Gejammer und Gemecker auf den Kommentarspalten und Meinungsseiten dagegen, ist, was ich als destruktiv ansehe.
#13 Rayson
Dir ist aber schon klar, dass ohne Beispiele, ich zumindest nicht weiß, worauf Du dich beziehst? Aber schön auch mal von Deinen Empfindungen zu erfahren.
@15.
Ich würde hier auch stets mit hoher Ironiedichte rechnen…
@16.
Selbst nachlesen, selbst empfinden
Tu ich, hat bei mir aber bei besagtem Kommentar von dem geschätzten F:Alfonzo nur empfundene 10% erzielt.
So jetzt hab ich mir den Rattenschwanz bis 11.01. durchgelesen, was ich aus eigenem Antrieb nie und nimmer getan hätte, aber keine logisch unhaltbaren Vergleiche und übertriebene Forderungen gefunden.
Dass sich HMB für frühere Aussagen dieser Art entschuldigt hat, zählte ich zwar nicht zum besagten Schwanz, aber in mir kommt der Verdacht auf, es könnte sich darum handeln,
Ja, Herr Augstein ist auch kein Jakobiner, aber mal in den “Freitag” reinzuschauen lässt schon den einen oder anderen Vergleich aufkommen. Der ist einfach unzitierbar!
@18.
Du erkennst wirklich nicht den Nonsens, der z.B. hier verbreitet wird: http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/antiasiatismus_oder_chinakritik/ ?
#18
Ja, schon. Nur der Verweis auf die öffentliche Meinung im Falle einer erheblichen Zuspitzung der Lage im Nahen Osten ist schon eine Überlegung wert.
Das war der Grund weshalb der Artikel für mich nicht unter unlogisch und übertriebene Forderung fiel.
Vielleicht hat der Autor sich auch einfach nur etwas verloren, als er versuchte in die Gedankenwelt von Jakob Augstein einzutauchen.
@18:
Ironie macht nur dann Sinn, wenn sie kein Mensch erkennt ausser einem selbst
Im Gegensatz zu unserem verehrten Gastgeber bin ich masochistisch genug, um Augsteins Kolumne regelmäßig zu lesen.
Über eine einzelne Stelle (wie die hier vom Wiesenthal-Zentrum zitierte) kann man immer streiten. Da kann man maximal feststellen, daß die bekannten Zitate von Hohmann und Möllemann keinen Deut schlimmer waren – man kann das jeweils als einzelne Entgleisung werten oder als Beweis für finsterste Gesinnung. Aber das Urteil müßte jedenfalls in allen drei Fällen gleich ausfallen.
Wenn man aber Augsteins Oeuvre über die Jahre verfolgt, und seine regelmäßigen Einlassungen zu Nahost – dann ist für mich völlig klar, daß er nicht nur klar ein Antisemit ist, sondern auch noch ein besonders fieser.