Zitat des Tages
Die neu gewählte “Spitzenkandidatin” der “Grünen” zur Bundestagswahl 2013 Kathrin Göring-Eckardt wird vom Twitter-Account der “Zeit Online Politik” wie folgt zitiert (leider ohne Quelle):
Die bürgerliche Mitte will eine bessere Gesellschaft, und guckt dabei nicht nur auf das eigene Portemonnaie wie die FDP.
Dass sie dabei mit “bürgerliche Mitte” die Wähler der “Grünen” meint, liegt auf der Hand. Aber das Problem liegt nicht in diesem Neusprech, das Problem liegt darin, dass die in dem Satz enthaltene Feststellung selbst nicht so positiv zu werten ist, wie die Sprecherin und sicher zahlreiche Leser sich das auf Anhieb vorstellen. Warum, wurde an dieser Stelle bei der Besprechung von Bryan Caplans Buch “The Myth of the Rational Voter” bereits ausgeführt. Mit mühevoll abgerungener Erlaubnis des Autors und unter Umgehung sämtlicher Leistungsschutzrechte hier das entsprechende Zitat:
[G]erade weil die eigene Stimme praktisch überhaupt keinen Einfluss auf das Ergebnis hat, brauchen sich die Wähler gar nicht darum zu kümmern, welche Folgen eine von ihnen als sympathisch empfundene grundsätzliche, “ideologische” Einstellung auf ihr persönliches Wohlergehen hat. Beispiel: So könnte jemand, dem eine qualifizierte Berufsausbildung fehlt, große Sympathien für Rezepte der Linkspartei empfinden, wie z.B. die Einführung von hohen Mindestlöhnen, obwohl er dadurch seine eigenen Jobchancen erheblich verringern würde. Oder ein Unternehmer entscheidet sich für eine Partei, die Freihandel propagiert, obwohl er selbst viel mehr von protektionistischen Maßnahmen profitierte.
Das Risiko von ideologischen Irrtümern geht wegen der Bedeutungslosigkeit der eigenen Stimme gegen Null. Man kann sich bei der Wahl also z.B. an ganz anderen Dingen orientieren wie z.B. der eigenen Stellung in einer Gruppe oder eine die eigenen Emotionen am geschicktesten ansprechende Rhetorik bevorzugen.
bisher 2 Kommentare » Kommentare
Ja, nicht nur auf das eigene Portemmonaie. Vor allem auf das der anderen.
Das ist es was Leute charakterisiert die eine bessere Gesellschaft wollen und das Gegenteil bekommen werden. Sie haben andere im Blick, statt sich selbst.
sagt:Seradviceadteil: Eine Disadkusadsion fcber diese Disadkusadsion finaddet sich bei („Interadesadsant ist hier, wie sich eine Regel einadzuadspieadlen beginnt, die es zule4sadsig macht, dass trotz aller Defiadzite, die swohol da als auch dort einadgeadstanadden weradden, die kriadtiadsche Disadkusadsion fortadgeadsetzt wird. Ffcr den „geniaadlen Urheadber“ des 19. Jahadrundaderts, was gewiss auch noch ffcr manadches trivial-faustische Genie dieadser Tage geladten dfcrfte, we4ren soladche Arguadmente hf6chst uneradtre4gadlich: sie fanadgen an, sich gegenadseiadtig auf Spinadneadrei zu einiadgen.“) und bei („Ich denke, es ist ein zweiadschneiaddiadger Proadzess: eineradseits mfcsadsen wir alle mit dieadsem “more public” umgeadhen leradnen, also auch mit den Reakadtioadnen der Jouradnaadlisadten und andeadren Trolls. Konadtrolladveradlust akzepadtieadren, auch wenn es weh tut. Filadteradsouadveadre4adniadte4t […] und getesadteadtes Selbstadbeadwusstadsein – auch entadstanadden durch das dcberadleadben diveradser Shitsadtorms – heladfena0dabei.“).Ein Ausadschnitt aus meiadner (der zur besadseadren Einadsoradtieadrung meiadnes Artiadkels auch hier hilfadreich sein kf6nnte) drfcadben beia0mspr0:[…]Etwas schre4g wfcrde ich das Schreiadben fcber diese „next society“ selbst als ein Medium anseadhen, dass temadpoadre4re Foradmen biladdet (seien es Blog-Artikel, Theadsen, Voradtre4ge, Shitsadtorms…). Und all diese Foradmen steadhen aufadgrund ihrer Aufadfindadbaradkeit im Netz stets und unmitadteladbar ffcr Beobadachadtung (von mir aus auch: ffcr Suchadanadfraadgen) zur Veradffcadgung. Das hat dann ffcr mich zwei Konadseadquenadzen, die ffcr die voradlieadgende Frage als releadvant erachte: a) Das Rechadnen mit den (hoch selekadtiadven) Konadtrolladzuadgrifadfen andeadrer #Proadjekte – aus weladchem Konadtext auch immer.Rechtsadanadwe4lte schiadcken Abmahadnunadgen wegen Urheadberadrechtsadveradletadzunadgen, Wisadsenadschaftadler und Nicht-Wissenschaftler kriadtiadsieadren und komadmenadtieadren Texte, Kfcnstadler rekomadbiadnieadren die dabei zuhanaddeadnen Foradmen zu andeadren Foradmen, Katadzenadconadtentadblogs beschweadren sich fcber zu wenig Katadzenadconadtent, Autoadveradmieadtunadgen bieadten gfcnsadtiadgere Konaddiadtioadnen ffcr ihre Mietadwaadgen… whaadteadver. Du kennst das. Man hat (und hatte) eine wie auch immer gearadtete „andere Rezepadtiadonsadhaladtung“ nie unter Konadtrolle – und hat sie sich stets gewfcnscht. Veradschieaddene Beobadachadter unteradscheiadden veradschieadden, das klingt triadvial. Unter Bedinadgunadgen des Netzadwerks erfe4hrt dieadser Umstand aber besonaddere Bedeuadtung, weil situaadtiv (d.h. am #Ereigadnis, nicht anhand einer #Ordadnung, die sich selbst unteradlauadfen hat) entadschieadden weradden muss, ob zugeadmuadtete Konadtrolladzuadgriffe releadvant sind oder nicht – der Veradweis, man sei daffcr nicht zuste4naddig (z.B. weil Wisadsenadschaftadler), wird mehr und mehr veradde4chadtig werden.b) Die Voradsteladlung, es gebe einen Punkt, an dem ein Gedanke „reif“ we4re (z.B. weil richadtig) war schon immer ein Mythos.Auch das wird mit Blick auf wisadsenadschaftadliadche Komadmuadniadkaadtion besonadders deutadlich: Paper mit These, zwei Jahre spe4adter ein andeadres Paper mit Antiadthese, dann Antiadanadtiadthese und so fort. Daran e4ndert sich vieladleicht nicht grundadse4tzadlich etwas. Und auch blodfe Beschleuadniadgung ist sicher nicht die ganze Antadwort, eher vieladleicht Begleitaderadscheiadnung. Aber mit techadniadschen Angeadboadten wie Blogs, Wikis und Co. finaddet sich erstadmals ein Medium, das den Anforaddeadrunadgen an einen soladchen Proadzess sehr weit entadgeadgen kommt und ihn gleichadzeiadtig weiadter induadziert (Kauadsaadliadte4t ist auch veradde4chadtig) – bis an die Grenze der Leisadtungsadfe4adhigadkeit der involadvieradten Bewusstadseine.Das ist das Risiko, dass wir mit unseadren halbadferadtiadgen Gedanadken und proadviadsoadriadschen Texadten und ihrer Publiadkaadtion im Netz Tag ffcr Tag einadgeadhen. Und das ist gut so.[…]