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Hass

Israel als freie Heimstatt der Juden scheint nicht nur von außen bedroht zu sein, wenn sich Rassismus und Hass so in die Herzen dieser Jugendlichen gefressen haben.

Boche in International,Politik am 17. 08. 2012 » 8 Kommentare
bisher 8 Kommentare » Kommentare
  1. Horst Schulte sagt am 17. 08. 2012 um 14:21 Uhr:

    Aber ist es wirklich überraschend, dass der Hass auf beiden Seiten zugenommen hat. Die letzte Chance auf einen evtl. Frieden wurde von einem israelischen Radikalen durch das Attentat auf Rabin zerstört.

  2. ben sagt am 17. 08. 2012 um 18:49 Uhr:

    @Horst Schulte

    Dem ihm von den deutschen Qualitätsmedien zugewiesenen Zweitnamen “Hardliner” zum tzotz, ist Netanjahu in praktisch allen Bereichen zu größeren Zugeständnissen an die Palästinenser bereit as es Rabin damals war.

    Dass es mit Rabin hätte Frieden geben können aber heute mit Netanjahu nicht, halte ich deshalb für ein Gerücht.

    Ich denke, *keine* israelische Regierung bislang hätte Frieden erreichen können, völlig egal wie sie gehandelt hätte.
    (Was natürlich nicht heißt, das sie nichts hätten besser machen können – es gibt schließlich viele andere hehre Ziele außer Frieden, die sehr wohl erreichbar sind, wie die Wahrung der Rechtsstaatlichkeit und Förderung der individuellen Freiheit).

    Wenn man sich die (arabischen) Reden der palästinensischen Führer anhört – wie selbst die angeblich “moderaten” Westmedienlieblinge unter ihnen klipp und klar an der totalen Vernichtung Israels und restlosen Ermordung oder Vertreibung aller Juden aus dem Nahen Osten als heiliges Ziel festhalten, dem alles taktische politische Handeln untergeordnet ist – wird einem klar warum.

    Und wenn man die Erziehung zum puren, rassistischen Hass betrachtet, die palästinensiche Kinder von Eltern, Lehrern, Schulbüchern, Fernsehsendungen und Feriencamps erhalten, schwindet auch die Hoffnung, dass sich daran mit der nächsten Generation etwas ändern wird.

    Israels beste Chance wird es wohl sein, weiterhin auf starke Innen- und Außenverteidigung zu setzen und den Konflikt einfach auszusitzen, bis die Nachkommen der Palästinenser irgendwann nicht mehr wissen wofür sie eigentlich kämpfen, und ebenfalls langsam beginnen sich mit der Realität zu arrangieren.
    (Man bedenke: Auch in Europas Verhangenheit wurde so mancher kriegerische Konflikt nie offiziell durch ein Friedensabkommen beendet, und war doch irgendwann zuende.)

  3. Rayson sagt am 17. 08. 2012 um 21:37 Uhr:

    @2.

    Ich glaube, dass Israel, egal unter welchem MP, sofort bereit wäre, auf den Vorschlag einzugehen, der in Camp David auf dem Tisch lag und vom “gemäßigten” Arafat (angeblich auf Druck der Hardliner) verworfen wurde.

    Die Palästinenser bzw. ihre Führer hoffen aber anscheinend, den Konflikt auf lange Sicht gewinnen zu können, wobei die Demografie vielleicht auch eine wichtige Rolle spielt.

    Es wäre m.E. ein Fehler, würde sich auf israelischer Seite eine ähnliche Hoffnung einstellen, in etwa so, wie du in deinem letzten Absatz beschrieben hast. Zum einen, weil sich m.E. die Chancen Israels auf lange Sicht eher verschlechtern als verbessern, wenn die Ausgangslage ungefähr so bleibt wie jetzt, zum anderen, weil das alle Vermittlungsversuche bis zum fernen Tag der Erlösung effektiv verhindert und deswegen inzwischen – das ist dann der Unterschied zum Glauben an den Messias – viel Leid hervorruft.

    In der Einschätzung, wie der Frieden in Europa zustande gekommen ist, liegst du m.E. auch falsch. Der wichtigste Grund ist das einschneidende Erlebnis des Zweiten Weltkriegs, das auf allen Seiten zu einem Umdenken geführt hat. Deutschland war von seinen Weltmachtträumen erstmal gründlich geheilt, und die anderen europäischen Nationen sahen ein, dass eine Demütigung des Verlierers nur wieder neuen Krieg hervorrufen würde (was auch in Nahost mittlerweile erlebt und begriffen wurde). In der Folge traten ideelle und daher auch leicht zu missbrauchende Aspekte wie Nationalismus oder Religion immer mehr in den Hintergrund und machten dem Streben nach materiellem Wohlergehen Platz – verständlich nach der Erfahrung, dass auch noch so hehre Ideale anscheinend in der Lage sind, einem alles wegzunehmen, was man mal hatte, wenn man sie mit Gewalt durchzusetzen versucht.

    In Nahost fehlt ein ähnlich desaströses Erlebnis wie der WK II, der ja eigentlich außer Amerika nur Verlierer kannte (angesichts der Opferzahlen kann man auch die UdSSR nicht wirklich zu den Gewinnern zählen) – zum Glück. Aber um so mehr sollte man versuchen, durch institutionelle Maßnahmen die materielle Besserstellung der Palästinenser anzustreben. Dazu ist allerdings auch ein Umdenken auf internationaler Ebene erforderlich. Die vielen Transferleistungen verhindern ja gerade, dass in den Palästinensergebieten eine wirtschaftliche Dynamik einsetzen kann.

  4. Erling Plaethe sagt am 18. 08. 2012 um 01:36 Uhr:

    Israel gut gemeinte Ratschläge zu geben setzte voraus, selbst ein Konzept zur Eindämmung des islamischen Extremismus zu haben – eines jenseits militärischer Mittel.
    Amerika besitzt es nicht und Europa schon gar nicht.
    Wir sollten aufhören Erwartungen in ein Mitglied der westlichen Wertegemeinschaft zu projizieren an denen wir Europäer tagtäglich mit unserem Appeasement scheitern.
    Die Palästinenser sind genau genommen ausgebürgerte Jordanier und Ägypter die niemand in der arabischen Welt im eigenen Land sehen will. Sie werden benutzt um die UNO Resolution von 1948 rückgängig zu machen und dienen als permanenter Kriegsgrund, nicht für ihre ehemaligen Heimatländer mit denen Israel Friedensverträge abgeschlossen hat, sondern vor allem für den Iran.
    Es liegt m.E. gar nicht in Israels Hand diese Situation stärker zu befrieden als es dies bisher getan hat. Die feindselige, kriegerische Haltung der Länder des Nahen Ostens Israel gegenüber, ist die Ursache für den gesamten Konflikt – seit 1948.
    Darüber hinaus richtet sich diese feindselige Haltung nicht allein gegen Israel, sondern gegen den Westen insgesamt und aus dieser Perspektive geht es uns auch etwas an.
    Lynchende Jugendliche stellen sicher eine Bedrohung dar, allerdings eine mit der ein Rechtsstaat fertig wird.

  5. Rayson sagt am 18. 08. 2012 um 01:44 Uhr:

    @4.

    Es liegt m.E. gar nicht in Israels Hand diese Situation stärker zu befrieden als es dies bisher getan hat. Die feindselige, kriegerische Haltung der Länder des Nahen Ostens Israel gegenüber, ist die Ursache für den gesamten Konflikt – seit 1948.

    Ich glaube nicht, dass sich Israel Fatalismus leisten kann.

  6. Rayson sagt am 18. 08. 2012 um 01:45 Uhr:

    @4.

    Und im Übrigen ist gar nicht Israel gefordert, sondern der Rest der Welt, der den Palästinensern diese Anreize gibt.

  7. Erling Plaethe sagt am 18. 08. 2012 um 09:00 Uhr:

    Ich glaube nicht, dass sich Israel Fatalismus leisten kann.

    Das ist ja kein Schicksal sondern ein Fakt. Wie die Angriffe durch den Iran (Hiisbollah) und die Muslimbrüder (Hamas).

    Und im Übrigen ist gar nicht Israel gefordert, sondern der Rest der Welt, der den Palästinensern diese Anreize gibt.

    Der Rest der Welt tut dies aus tiefer Überzeugung..

  8. Ruth sagt am 21. 08. 2012 um 14:58 Uhr:

    Sinnlose Schlaeger- oder Messerattacken kommen anderswo auch vor. http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Ploetzlich-zueckt-einer-der-Jungs-ein-Messer-und-sticht-zu/story/25341010
    Ich wuerde noch nicht allzu viel Theorien auf diesen Vorfall aufbauen. Wenigstens wird der Fall von der Polizei ernst genommen und verfolgt.