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EIn kleines Quiz

Wer hat’s geschrieben?

Die wachsende Sozialisierung der Einkommensverwendung, die um sich greifende Kollektivierung der Lebensplanung, die weitgehende Entmündigung des einzelnen und die zunehmende Abhängigkeit vom Kollektiv oder vom Staat – aber damit zwangsläufig auch die Verkümmerung eines freien und funktionsfähigen Kapitalmarktes als einer wesentlichen Voraussetzung für die Expansion der Marktwirtschaft – müssen die Folgen dieses gefährlichen Weges hin zum Versorgungsstaat sein, an dessen Ende der soziale Untertan und die bevormundete Garantierung der materiellen Sicherheit durch einen allmächtigen Staat, aber in gleicher Weise auch die Lähmung des wirtschaftlichen Fortschritts in Freiheit stehen wird.

a) Ludwig von Mises
b) Friedrich August von Hayek
c) Milton Friedman

Oder ein ganz anderer? ;-)

Rayson in Grundsatzfragen am 05. 07. 2012 » 9 Kommentare
bisher 9 Kommentare » Kommentare
  1. stefanolix sagt am 05. 07. 2012 um 11:27 Uhr:

    Spontane Vermutung: Ludwig Erhard?

  2. Rayson sagt am 05. 07. 2012 um 12:05 Uhr:

    Ich hätte, wie das üblich ist, ehemalige Mitblogger vom Gewinnspiel ausschließen sollen. Ach so, es gibt ja gar nichts zu gewinnen. Na dann ;-)

  3. Spruance sagt am 05. 07. 2012 um 13:23 Uhr:

    Ich mußte auch sofort an eine dicke Zigarre denken!

  4. Cordt sagt am 05. 07. 2012 um 19:55 Uhr:

    Einleuchtend, daß der Satz aus einem anderen als dem unseren Jahrhundert stammen muß. Daß der Täter Deutscher war, irritiert mich.

    Ist diese unsolidarische Zumutung nicht bereits Volksverhetzung?

  5. F.Alfonzo sagt am 06. 07. 2012 um 02:53 Uhr:

    Ich dachte zuerst an Keynes….jeder kann schwafeln.

  6. Tim sagt am 06. 07. 2012 um 08:41 Uhr:

    Würde Ludwig Erhard das heute schreiben, würden ihn alle für einen eiskalten neoliberalen Hetzer halten.

    Da er das aber damals geschrieben hat, gilt er allen als gütiger Vater der sozialen Marktwirtschaft.

    Schon bizarre Burschen, unsere Zeitgenossen.

  7. Erling Plaethe sagt am 07. 07. 2012 um 17:15 Uhr:

    Würde Ludwig Erhard das heute schreiben, würden ihn alle für einen eiskalten neoliberalen Hetzer halten.

    Das haben die damals auch.
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25657504.html
    Ein bisschen lang, aber sehr aufschlussreich was der Spiegel 1953 so über Ludwig Erhard schreibt.
    Man glaubt es kaum wie liberal der damals war.
    Also beide…

  8. Rayson sagt am 07. 07. 2012 um 17:55 Uhr:

    @7.

    Danke für den Link. Manche Parallelen sind, wie der Lateiner sagt, “striking”.

  9. Erling Plaethe sagt am 08. 07. 2012 um 13:07 Uhr:

    Manche Parallelen sind, wie der Lateiner sagt, “striking”.

    Im Zusammenhang der Krise in Europa wird ja sehr oft und viel vom Sozialismus geredet, welcher uns Deutschen jetzt übergeholfen wird, von anderen. Auch wird die soziale Marktwirtschaft selten kritisch betrachtet. Sie sei eine Marktwirtschaft und ihr Erfinder, Ludwig Erhard, war ein Liberaler, heißt es.
    Aber ob er das das war, hängt sehr stark von dem ab, was man so unter Liberalismus subsumiert.
    Es gab und gibt auch keinen Kapitalismus in Deutschland.
    Somit ist m.E. die Entwicklung der Staatsschulden und die Ausweitung der Staatsquote eine logische Folge des dritten Wegs der eingeschlagen wurde, mit der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland als Grundlage der Nationalökonomie.
    Bestimmt war damals nicht mehr herauszuholen an wirtschaftlichem Liberalismus, aber unser Mann vom Mond wollte wohl auch nicht mehr. Es gab fortan nur den dritten Weg, welcher uns, wie Friedrich A. Hayek schrieb in “Wissenschaft und Sozialismus”

    Wahr ist nur, daß eine soziale Marktwirtschaft keine Marktwirtschaft, ein sozialer Rechtsstaat kein Rechtsstaat, ein soziales Gewissen kein Gewissen, soziale Gerechtigkeit keine Gerechtigkeit – und ich fürchte auch, soziale Demokratie keine Demokratie ist.“

    Hier einige Zitate aus der Rede von Ludwig Erhard zu Oppenheimers 100. Geburtstag, gehalten in der Freien Universität Berlin (1964), welche als Beleg für das o.g. dienen sollen:

    Etwas hat mich so tief beeindruckt, daß es für mich unverlierbar ist, nämlich die Auseinandersetzung mit den gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit. Er erkannte den »Kapitalismus« als das Prinzip, das zur Ungleichheit führt, ja das die Ungleichheit geradezu statuiert, obwohl ihm gewiß nichts ferner lag als eine öde Gleichmacherei. Auf der anderen Seite verabscheute er den Kommunismus, weil er zwangsläufig zur Unfreiheit führt. Es müsse einen Weg geben – einen dritten Weg -, der eine glückliche Synthese, einen Ausweg bedeutet. Ich habe es, fast seinem Auftrag gemäß, versucht, in der Sozialen Marktwirtschaft versucht, einen nicht sentimentalen, sondern einen realistischen Weg aufzuzeigen.

    Aus meinem Erleben der letzten zwanzig Jahre weiß ich unmittelbar um diese Auseinandersetzung. Oppenheimer nannte seine Lehre einen »liberalen Sozialismus«. Wenn man, wie ich, im politischen Leben steht, wird man auf Herz und Nieren geprüft: Predigst du nun auch oder wirkst du im Sinne eines liberalen Sozialismus? Nun, ich habe Adjektiv und Substantiv verlagert. Das hat übrigens auch mein Freund Wilhelm Röpke getan – und sagte dazu, daß ein »Sozialer Liberalismus« die Akzente gewiß etwas verlagert, aber dem Prinzip, um das es geht, dennoch treu bleibt.

    Man reiht mich gemeiniglich ein in die Kategorie der »Neoliberalen«. Es mag so geschehen; ich wehre mich gar nicht dagegen, denn Gelehrte, von Walter Eucken angefangen über Wilhelm Röpke, Alexander Rüstow zu Hayek und Franz Böhm, um nur einige zu nennen, haben im tiefsten Grunde Oppenheimersches Gedankengut in sich aufgenommen und in unsere Gegenwart übersetzt, indem sie einen leidenschaftlichen Kampf gegen die Beschränkungen des Wettbewerbs und vor allen Dingen gegen Monopole führten. Sie zerstörten wie Oppenheimer den Optimismus sowohl der klassischen Lehre als auch des üblichen Liberalismus, daß die prästabilierte Harmonie ein Eigengewächs der wirtschaftlichen Entwicklung wäre. Nein, wenn und wo nicht ein vollständiger Wettbewerb besteht, wo immer Konkurrenz durch faktische oder rechtliche Maßnahmen unterbunden, [S. 862] unterdrückt oder geschmälert wird, gibt es keine Freiheit – dort gibt es auch keine Gerechtigkeit. Ich habe es mir angewöhnt, das Wort Gerechtigkeit fast immer nur in Anführungszeichen auszusprechen, weil ich erfahren habe, daß mit keinem Wort mehr Mißbrauch getrieben wird als gerade mit diesem höchsten Wert.

    Sein größter Irrtum war allerdings, dass sich aus dem dritten Weg, aus der sozialen Marktwirtschaft eines Tages mehr Freiheit und mehr Gerechtigkeit (in Form freiem Wettbewerb) länderübergreifend in Europa entwickeln könnte:

    Ich glaube zudem, daß es zu einer guten Politik gehört, zu verhindern, daß Machtpositionen sich überhaupt ausprägen können, daß Macht gegen Macht ausgespielt wird.
    Wenn in der Richtung Fortschritte erzielt werden, daß wir, sei es auf europäischer oder atlantischer Ebene, über die Enge der Nationalstaaten hinwegfinden, daß wir gemeinsame Märkte schaffen – offene, freie Märkte -, in denen sich die Konkurrenz frei entfalten kann, nicht mehr behindert durch staatliche Manipulationen und nicht durch künstliche Barrieren begrenzt, dann erwächst daraus sicher eine andere Art von Konkurrenz, als sie Oppenheimer aus seiner Sicht historisch und zeitbedingt völlig zu Recht aus dem Großgrundeigentum abgeleitet hat. Weil die Wurzel absolut wahr und wahrhaftig ist, glaube ich, seinem Gebot gefolgt zu sein.

    http://www.franz-oppenheimer.de/le64a.htm