EIn kleines Quiz
Wer hat’s geschrieben?
Die wachsende Sozialisierung der Einkommensverwendung, die um sich greifende Kollektivierung der Lebensplanung, die weitgehende Entmündigung des einzelnen und die zunehmende Abhängigkeit vom Kollektiv oder vom Staat – aber damit zwangsläufig auch die Verkümmerung eines freien und funktionsfähigen Kapitalmarktes als einer wesentlichen Voraussetzung für die Expansion der Marktwirtschaft – müssen die Folgen dieses gefährlichen Weges hin zum Versorgungsstaat sein, an dessen Ende der soziale Untertan und die bevormundete Garantierung der materiellen Sicherheit durch einen allmächtigen Staat, aber in gleicher Weise auch die Lähmung des wirtschaftlichen Fortschritts in Freiheit stehen wird.
a) Ludwig von Mises
b) Friedrich August von Hayek
c) Milton Friedman
Oder ein ganz anderer?
bisher 9 Kommentare » Kommentare
Spontane Vermutung: Ludwig Erhard?
Ich hätte, wie das üblich ist, ehemalige Mitblogger vom Gewinnspiel ausschließen sollen. Ach so, es gibt ja gar nichts zu gewinnen. Na dann
Ich mußte auch sofort an eine dicke Zigarre denken!
Einleuchtend, daß der Satz aus einem anderen als dem unseren Jahrhundert stammen muß. Daß der Täter Deutscher war, irritiert mich.
Ist diese unsolidarische Zumutung nicht bereits Volksverhetzung?
Ich dachte zuerst an Keynes….jeder kann schwafeln.
Würde Ludwig Erhard das heute schreiben, würden ihn alle für einen eiskalten neoliberalen Hetzer halten.
Da er das aber damals geschrieben hat, gilt er allen als gütiger Vater der sozialen Marktwirtschaft.
Schon bizarre Burschen, unsere Zeitgenossen.
Das haben die damals auch.
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-25657504.html
Ein bisschen lang, aber sehr aufschlussreich was der Spiegel 1953 so über Ludwig Erhard schreibt.
Man glaubt es kaum wie liberal der damals war.
Also beide…
@7.
Danke für den Link. Manche Parallelen sind, wie der Lateiner sagt, “striking”.
Im Zusammenhang der Krise in Europa wird ja sehr oft und viel vom Sozialismus geredet, welcher uns Deutschen jetzt übergeholfen wird, von anderen. Auch wird die soziale Marktwirtschaft selten kritisch betrachtet. Sie sei eine Marktwirtschaft und ihr Erfinder, Ludwig Erhard, war ein Liberaler, heißt es.
Aber ob er das das war, hängt sehr stark von dem ab, was man so unter Liberalismus subsumiert.
Es gab und gibt auch keinen Kapitalismus in Deutschland.
Somit ist m.E. die Entwicklung der Staatsschulden und die Ausweitung der Staatsquote eine logische Folge des dritten Wegs der eingeschlagen wurde, mit der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland als Grundlage der Nationalökonomie.
Bestimmt war damals nicht mehr herauszuholen an wirtschaftlichem Liberalismus, aber unser Mann vom Mond wollte wohl auch nicht mehr. Es gab fortan nur den dritten Weg, welcher uns, wie Friedrich A. Hayek schrieb in “Wissenschaft und Sozialismus”
Hier einige Zitate aus der Rede von Ludwig Erhard zu Oppenheimers 100. Geburtstag, gehalten in der Freien Universität Berlin (1964), welche als Beleg für das o.g. dienen sollen:
Sein größter Irrtum war allerdings, dass sich aus dem dritten Weg, aus der sozialen Marktwirtschaft eines Tages mehr Freiheit und mehr Gerechtigkeit (in Form freiem Wettbewerb) länderübergreifend in Europa entwickeln könnte:
http://www.franz-oppenheimer.de/le64a.htm