Mal wieder ein Linktipp
Über Ungarn liest und hört man wenig. Das liegt z.T auch daran, dass Ungarisch einer Sprachfamilie angehört, zu der man weder als Deutschsprachiger noch als jemand, der eine slawische Sprache wie Russisch oder Polnisch beherrscht, leicht Zugang findet. Zum Glück gibt es das Blog “Pusztaranger“, das uns über die Entwicklungen in Ungarn auf dem Laufenden hält. Zwar ist dieses Blog politisch relativ eindeutig links positioniert, aber das mindert seine kritische Funition im deutschsprachigen Raum nicht. Auch für liberale Demokratiekritik lassen sich angesichts der äußerst eindeutigen Mehrheitsverhältnisse Ansatzpunkte finden.
Man lese und denke.
bisher 1 Kommentar » Kommentare
Leider ist es für Ausländer irrsinnig schwer, sich ein halbwegs ausgewogenes Bild von Ungarn zu machen. Die Bevölkerung ist unglaublich polarisiert, fast alles wird von der Verwerfung Postkommunisten vs. Antikommunisten in den Schatten gestellt. Dementsprechend sind praktisch alle deutsch- und englischsprachigen Nachrichtenquellen wie Filter, die nur das ihnen Genehme durchlassen. Wie Du schon schreibst: “Relativ eindeutig links”.
Ein Ungar, dessen Familie zwar unter den Sozialisten gelitten hat, der aber heute trotzdem aus inhaltlichen Gründen deren Nachfolgepartei wählt, ist ein Exot.
Durch die deutsche Eigenart, alles rechts von der Mitte als rechtsextrem einzuordnen, und dieses “Rechtsextreme” konsequent aus dem öffentlichen Diskurs herauszuhalten, kommt eine Hälfte der ungarischen Wirklichkeit in der deutschen Berichterstattung überhaupt nicht vor.
Insofern ist Pusztaranger zwar eine Bereicherung, aber es mangelt ganz eindeutig an orangefarbenen Qualitätsmedien für ausländische Interessierte.