Wir beginnen zu ahnen
Warum sich wiederholen?
Aber zwei Links, die auf die Spur des Problems führen:
http://www.derhauptstadtbrief.de/cms/index.php/82-der-hauptstadtbrief-108/104-den-euro-retten-europa-preisgeben
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/schuldenkrise-die-euro-rettung-ist-ein-fiasko-11765984.html
Der gemeinsame Nenner ist das Fiat-Money-System. Die Politik hat durch Subventionen und “Regulierung” einen Weg gefunden, die Banken zur Finanzierung ihrer Versprechen heranzuziehen. Seitdem befinden sich beide Seiten in einer gegenseitigen Abhängigkeit. Man kann die Staatsschuldenkrise nicht lösen, ohne das Geldsystem anzugreifen. Und man kann die heutigen Finanzkrisen nicht begreifen, ohne die Rolle der Staaten in ihnen zu thematisieren. Und, das sei auch noch bemerkt, man kann die Rolle der Staaten nicht thematisieren, ohne den Götzen “Demokratie” zu stürzen.
Was zur Lösung der Krisen erforderlich ist, wird auf allgemeine Ablehnung stoßen: Wir werden uns verabschieden müssen von einem Wohlstand, der nur Illusion war. Die Politik wird ihre Heilkraft verlieren. Und wenn wir viel Glück haben, wird es einigermaßen friedlich ablaufen. All das wird kommen. Die Frage ist nur, unter welchen Umständen.
Die wichtigste Herausforderung, vor der wir alle stehen, wird sein, die Demokratie vom Götzensockel zu stürzen, ohne sie zu beerdigen.
bisher 29 Kommentare » Kommentare
“Wir alle” stehen vor dieser Herausforderung? Ich schätze mal, dass ein Großteil der Bevölkerung garnichts ahnt von dem Ausmaß dieses drohenden Unheils und selbst wenn, wird es ihnen egal sein und sie werden sich weiter um ihre alltäglichen Probleme kümmern.
Ich würde es auch nicht derart schwarz malen; es gab schlimmere Zeiten in der deutschen Geschichte und man hat sie bewältigt. Davon abgesehen; wenn unsere Form der Demokratie uns in diese Situation gebracht hat, ist es dann nicht an der Zeit sie grundlegend zu verändern?
Nun wer hat mich den in Zettel Kl. Zimmer darauf hingewiesen, daß mein Geld als Wert nicht taugt. Ja der Staat vielmehr die Staaten tragen zu 95% die Schuld an dem Disaster.
Sie haben den Geldmarkt monopolisiert (und wenn mir eine sagt die FED sei doch privat, dann soll mir derjenige mal erläutern die die FED ein Monopol ohne Staatshilfe auf die Beine hat stellen können)
Das größte Problem sind die nicht-Deckung des Geldes. Es ist doch völlig egal ob auf einem Schein eine oder 10 Nullen stehen. Es sind nur “Zahlen” und nur dank des Gewaltmonopols des Staates “gesetzliches Zahlungsmittel”.
Und dann bleibt zuletzt noch die Nicht-Ahndung der Ausleihe von Sichteinlagen der Kunden und da geht jedem Banker und Politiker die Flatter wenn man Bank-run auch nur flüstert. Alles möglich dank staatlicher “Hilfe”.
vor Jahren war ich Inhaber der Domain http://www.weniger-demokratie-wagen.de
Den Punkt bestreite ich allerdings. Es reicht zu verstehen, dass wir alle – sofern wir Einlagen bei Banken haben oder, zu einem etwas geringerem Teil, irgendwo Geldvermögen – in Staatspapieren investiert sind und der Wert dieser staatlichen Zahlungsversprechungen nun der Realität angepasst werden muss.
Das ist unabhängig vom Geldsystem in seiner Eigenschaft als Bereiststellung eines Zahlungsmittels. Korrigiert wird man nur in der Illusion eines sicheren, stabilen Wertaufbewahrungsmittel (prinzipiell koennte es das sein, aber der Staat manipuliert die Kreditqualität, die die Versprechen decken, stetig); aber das gibt es in der “Realwirtschaft” auch nicht.
Vielleicht wird umgekehrt ein Schuh draus.
Mal wieder zur Demokratie zurückkehren!
An erster Stelle die Bevölkerung.
”von einem Wohlstand, der nur Illusion war”. Okay. Also kam der von irgendwem, weil er ja nur geliehen war. Dann gehört der Wohlstand also jemand anderem. “Zukünftige Generationen”? My Ass. Diese Generationen bauen kein Korn an, fördern kein Öl, bauen keine Autos, konstruieren keine Computer. Also, wo kam der illusionäre Wohlstand her? Das Ergebnis dieser Fragen ist doch vermutlich: Für all unseren Wohlstand verlangen jetzt diejenigen die Rechnung, die darauf gewartet haben. Oder?
Bitte teilt den Aufklärungslink gegen den ESM-Vertrag mit euren Freunden, Bekannten auf Facebook (an die Pinnwand des Freundes posten), per Mail und so weiter – die Zeit wird knapp, umso mehr sich darüber informieren, um was es sich bei diesem diktatorischen Ding handelt, umso besser!
Hier der Link zu dem Video auf YouTube
http://www.youtube.com/watch?v=d6JKlbbvcu0
@Karsten
Der Teil des Wohlstandes, der ,konsumiert wird, ist natürlich nicht illusionär. Als das Korn, das wir anbauen, das Öl, das wir verbrauchen, die Iphones, die sind ja Realität. Genauso wie die Güter, die wir nach GRiechenland shickten.
Was aber eine Illusion ist, ist ein Teil des Wohlstandes, der bisher nur aus Versprechungen besteht. Das sind Renten, Kredite an den Staat und die Forderungen die sich aus den Güterlieferungen an die Griechen ergaben. Der Teil muss nun in seinem Wert an die Realität angepasst werden.
IN kleinen Etappen erleben wir das ja schon seit langem, etwa beim Renteneintrittsalter.
Wer hat sie denn dort rauf gesetzt? Und wann?
Die repräsentative Demokratie in Deutschland hat nie auf solch einem Sockel gesessen.
Manchmal saß da der Geist, die Kultur, oder die Natur/Umwelt; aber im Grunde saß immer der Sozialstaat dort.
Ob unter ihm die Demokratie oder der Korporatismus herrscht, ändert nichts an seiner Götzenrolle.
@ rayson:
Wie könnte der Umbau von dem jetzigen Geldsystem zu einem anderen erreicht werden?
Einen Goldstandard abzuschaffen ist kein großes Kunststück. Ich kann mir jedoch nur schwer vorstellen, wie man aus der heutigen Situation zu solideren Varianten zurückfinden kann.
Eigenkapitalquote der Banken weiter erhöhen bzw. nicht regeln?
Zentralbankmonopol beenden?
Golddeckung?
Konkurrierende Währungen?
@10.
Ich bin kein Geldexperte, aber alle die von dir genannten Elemente könnte ich mir so ähnlich vorstellen. Einen reinen Goldstandard halte ich zwar für unwahrscheinlich, aber eine Bindung an einen Korb von Gütern könnte ich mir vorstellen. Der Übergang zu einer strengen Geldpolitik mit einer unabhängigen Notenbank wäre da allerdings fließend. Letzteres wäre mir als Pragmatiker auch sympathischer als eine Radikallösung.
Der fatale Turbo des Fiat-Money-Systems ist nämlich die Verpflichtung von Notenbanken auf Wachstumsziele, wie das in den USA so beliebt ist, und was moderne Ökonomen und linke Politiker sich auch von der EZB erträumen.
Frank Schäffler und Prof. Dr. Norbert Tofall beschreiben hier einen evolutionären, m.E. durchaus gangbaren Weg:
http://www.verlag-jm.ch/videos.php
Sehr anregend fand ich auch, was die beiden am Samstag an Gedanken entwickelten auf der 3. Mark Banco Anlegertagung des Instituts für Austrian Asset Managment (IFAAM):
http://www.ifaam-institut.de/wp-content/uploads/2012/02/ProgrammheftMarkBancoAnlegertagung2012.pdf
@Rayson. Die erste und einzige Pflicht der EZB ist die Geldwewrtstabilität. Es steht dort nichts von der Unterstützung der Politik (wenn ich das richtig im Kopf habe)
Und das könnte man auch in Nicht-Fiat-geld systemen haben. Was man dort aber nicht haben kann ist ein beliebiges neuschaffen von “Geld” und das ist der “springende” Unterschied. Fiat-Geld ist “beliebig” manipulierbar, und zwar bis zum Zusammenbrucht. Das ist mit Nicht Fiat-Geld nicht möglich es sein denn der Staat gutiert die schlechter Qualität des Geldes….
“Und man kann die heutigen Finanzkrisen nicht begreifen, ohne die Rolle der Staaten in ihnen zu thematisieren. Und, das sei auch noch bemerkt, man kann die Rolle der Staaten nicht thematisieren, ohne den Götzen “Demokratie” zu stürzen.”
Warum bleibst Du so allgemein? Fang doch einfach mal an und thematisiere die Rolle des Staates und “des Götzen Demokratie” an den Beispielen Irland und Spanien!
Ich finde nur Statistiken, in denen die Geldmengen jährlich zwar wachsen – aber nicht in so umwerfendem Ausmaß, wie man nach der Lektüre so mancher Artikel meint.
Wenn man von 2% Wirtschaftswachstum und 2% Inflationsziel ausgeht, darf M3 jährlich 4% wachsen. Das wird laut EZB im Schnitt prinzipiell erreicht.
Was ist denn nun genau das Problem: Die 2% Inflation (von denen ja jeder weiß) oder irgendetwas anderes, was mir jetzt gerade entgeht?
Der Blogmaster hat mich leider noch nicht aufgeklärt, welche (unheilvolle?) Rolle “der Götze Demokratie” hier gespielt hat.
Mein Duden erklärt mir, dass “Götze” spätestens seit Luther als “falscher Gott” gegenüber dem einen richtigen Gott zu verstehen sei. (Eigentlich handelt es sich nur um einen Diminutiv, also einen “kleinen Gott”). Da stellt sich mir die Frage, welcher Gott neben der Demokratie der richtige bzw. der große Gott ist.
@14.
Du wirst mir schon noch gestatten müssen, mich auf einem zur Hälfte von mir betriebenen Blog genau der Ausführlichkeit zu bedienen, die ich für angemessen halte. Siehe dazu auch:
http://www.bissige-liberale.net/2012/03/05/eine-erklarung/
Viel Glück auf der Suche nach Freiwilligen für deine Abituraufgabe. Selbst machen wäre auch eine Alternative.
@16.
Ich verfasse keine kurzen Beiträge, um auf Nachfrage eine längere Version nachzulegen. Live with it.
Übrigens reden auch Atheisten von “Götzen”. Ein Gott kann auch dann ein “falscher” sein, wenn es gar keinen gibt. Muss er sogar. Sollte deine etymologische Forschung dunkle Geheimnisse hinter meiner Wortwahl aufdecken, kann ich dir dazu nur gratulieren. Mit den Zitatverkürzungen bist du ja bereits auf einem richtigen Weg. Schon PdV gewählt?
@15.
Naja, ist immer die Frage, was man unter “umwerfend” versteht. 4% und 2% sehen so harmlos aus, aber während das eine Verdopplung nach 35 Jahren bedeutet, erreicht man diese beim anderen schon nach 18 Jahren, wie man mit der 72er- bzw. 70er Regel schnell herausfindet.
Gemäß der Darstellung in Patrick Bernaus Buch “Euro-Tsunami” haben sich die Geldmengen M1 und M3 seit 1999 um ca. 170% bzw. 120% erhöht, während das BIP im Euroraum nur mit ca. 50% wuchs.
Ich weiß nicht, ob das deine Definition von “umwerfend” erfüllt, aber von Bedeutung scheint mir das dann schon noch zu sein.
@ rayson
Klar, das ist ganz bestimmt von Bedeutung. Nur erklärt ein solches Geldmengenwachstum eben nur einen Teil der öffentlichen Verschuldung.
Ich musste das jetzt mal für mich nachvollziehen, da derzeit so mancher Kommentator doch sehr viel Gewicht auf das Geldsystem legt.
Definitiv haben wir jedoch hier eine Stellschraube, die man, um die Politik zu disziplinieren, anziehen könnte. Wenn denn der politische Wille da wäre.
@19.
Kaum etwas in der Realität von Politik und Ökonomie ist doch völlig monokausal.
Aber dem Geldsystem die Schuld zuzuweisen, funktioniert auch so, dass die Zinsen z.B. in Spanien und Irland zu niedrig waren, so dass dort eine Immobilienblase entstand. Über die “Bankenrettungen” wirkt die dann auch auf die Staatsverschuldung.
In anderen Staaten (krassestes Beispiel: Griechenland) ist die Komponente “Götze Demokratie” entscheidender: Stimmenkauf auf Pump. Aber ohne das allzu bereit hereinfließende Kapital wäre auch die Entwicklung der Kosten nicht möglich gewesen, die jetzt für die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit dort verantwortlich ist.
Die Politik und Fiat-Money sind füreinander geschaffen. Und je währungsmonopoliger, um so mehr.
@17
Ich gehe davon aus, dass die von Dir postulierte Rolle des “Götzen Demokratie” in dem Boom-Bust-Geschehen von Irland und Spanien schlicht nicht belegbar ist.
Was übrigbleibt, ist die bemerkenswerte Tatsache, dass Du quasi im Vorübergehen versuchst, die Demokratie zu diskreditieren, wo Politiker, Zentralbanker und Kreditgeber eklatant versagt haben.
Was macht Dich so sicher, dass die Politiker “versagt” haben ? Sie haben doch eher genau das getan wofür sie demokratische Legitimation bekamen. Nämlich die Versprechen eingelöst für die die Mehrheiten sie gewählt haben.
Das ist absolut korrekt m.E.. nur ist eine umfassende staatliche Alimentierung breiter Wählerschichten kein Wesenzug der Demokratie, sondern des Sozialstaats.
Und der kann in einer Diktatur (deutscher Nationalsozialismus), in einer Monarchie (deutsches Kaiserreich) oder eben in einer Demokratie installiert werden.
@21.
Erstens würde ich das auch bezweifeln und zweitens ist es bei Beiträgen, in denen eine Vielzahl von Problemfällen und einige mögliche Gründe dafür aufgezählt werden, nun mal so, dass nicht alle Gründe auf alle Problemfälle zutreffen.
Also wenn es eine klassische Fehldiagnose von Krisen gibt, dann besteht diese im spezifischen Versagen oder der Charakterschwäche irgendwelcher Einzelner oder Gruppen. Wir müssen davon ausgehen, dass Menschen immer wieder versagen, und wir müssen leider auch davon ausgehen, dass Menschen charakterschwach sind. Es ist ja gerade die Stärke einer freien Wirtschaft, dass sie auf “gute” Menschen nicht angewiesen ist, um die richtigen Anreize zu setzen. Erst wenn Anreize falsch gesetzt sind oder Wettbewerb verhindert wird, wofür leider meistens der Staat sorgt, können die individuellen Defizite, die es da draußen eben immer gibt, so richtig schön auf die gesamte Wirtschaft durchschlagen.
Übrigens: Wenn ich mich richtig erinnere, habe ich hier auf diesem Blog schon einige Beiträge geschrieben. Es sollte daher nicht allzu schwer sein, aus diesen meine Einstellung zur Demokratie generell und zu einigen ihrer Erscheinungsformen herauszulesen. Ich verstehe ja deinen diskussionsökonomischen Wunsch, mich endlich mit einer deine Vorurteile bestätigenden “smoking gun” zu erwischen, und was sollte sich dazu besser eignen, als ein kurzer, die Dinge nur anreißender Beitrag (fast fühle mich in erlauchter Gesellschaft mit Mises und Hayek), aber selbst das “gelingt” dir doch hier auch nur, indem du konsequent einen Halbsatz unterschlägst. Eigentlich müsstest du also weiter suchen. Aber ich mache dir einen Vorschlag: Bitte nenne mir etwas, was ich an Stelle der Demokratie perfiderweise anzustreben habe, und ich werde das dann geflissentlich tun, weil ich niemanden leiden sehen kann.
@Rayson
Jetzt hab ich’s kapiert.
@25.
Was?
Diejenigen welche eine freie Marktwirtschaft durch immer mehr Planwirtschaft ersetzen, berufen sich dabei auf die Demokratie in einer Art Vergötterung, einer Volksdemokratisierung.
Das ist der aktuelle Stand meines Verständnisses deines Beitrages.
@27.
Ja, so ungefähr
Es geht auch darum, dass offensichtlich Jahrzehnte lang in einer Art Kumpanei zwischen begünstigten (oder sich begünstigt wähnenden) Wählern, den von ihnen gewählten Politikern und einem von seiner Sondersituation profitierenden Bankensystem aufgrund falscher Anreize Problemberge aufgehäuft werden können, deren Abbau mehr kostet als sie vorher vielleicht an Nutzen erbracht haben.
Ganz konkret geht es mir darum, das Geld möglichst aus den Händen der Politik zu entwinden. Auch Staatsverschuldung bedeutet letztlich so gut wie immer Gelddrucken. Wenn das Bankensystem ein Drittel der Staatsanleihen hält, deutet das auf einen großen Konstruktionsfehler hin.
“Wenn das Bankensystem ein Drittel der Staatsanleihen hält, deutet das auf einen großen Konstruktionsfehler hin.”
Das kann man ruhig erweitern. Daß es Staatsanleihen gibt, deutet auf einen große Konstruktionsfehler hin.
Was bitte kann der Staat produzieren um einen Kredit zu “bedienen” Mehr Gesetze, mehr Bürokraten? Oder was sonst?