gleich zum inhalt springen

Schluss mit lustig

In einer Buchbesprechung schreibt Tyler Cowen zur Situation in den USA:

The real question about our fiscal future is not Republicans vs. Democrats but rather whether any coalition can limit benefits to older people.

Bei uns ist es nicht viel anders: Wer einmal in den Haushalt der Bundesrepublik Deutschland geschaut und sich darin die Position "Sozialausgaben" genauer zu Gemüte geführt hat, wird sich vielleicht wundern, über welche Art von Sparmaßnahmen die Politik öffentlich redet (und über welche nicht). Mehrheiten entscheiden nicht nur, sie bestimmen auch darüber, was überhaupt zur Entscheidung ansteht. Gerne auch ohne offizielle Abstimmung, schon allein weil alle Bescheid wissen.

Von der grandiosen "Versicherung" haben wir dann noch gar nicht geredet.

Der jetzige Mittvierziger-Kohorte wird die gekniffene sein. Sie setzt entweder ihre Ansprüche formal durch, dann wird ein Absacken der Wirtschaftsleistung die Voraussetzungen dafür vernichten. Oder die junge Generation schafft es, unter Umgehung dessen, was wir heute noch als Demokratie kennen, den Alten den Stinkefinger hinzuhalten. Dann ist eh Schluss mit lustig.

bisher 6 Kommentare » Kommentare
  1. Horst Schulte sagt am 31. 01. 2012 um 09:04 Uhr:

    Meine Güte. Das klingt ja furchtbar. Und das nur, weil die Liberalen vielleicht nicht mehr mittun? Ich halte es da lieber mit meinem Vater, der nach guter kölscher Art immer gesagt hat: Es geht immer weiter. Und ich hoffe doch mal, dass dafür nicht unsere gesellschaftliche Ordnung auf den Kopf gestellt werden muss.

  2. Klaus sagt am 31. 01. 2012 um 11:05 Uhr:

    Der jetzige Mittvierziger-Kohorte wird die gekniffene sein.

    Da frage ich mich, als Mittvierziger, welchen Anreiz ich da noch haben soll von Hartz4 in den Niedriglohnbereich zu wechseln.

  3. Erling Plaethe sagt am 31. 01. 2012 um 11:28 Uhr:

    Da frage ich mich, als Mittvierziger, welchen Anreiz ich da noch haben soll von Hartz4 in den Niedriglohnbereich zu wechseln.

    Der Hartz IV Bereich besitzt keinerlei berufliche Entwicklungschance, nicht die geringste.

  4. tizenegy sagt am 31. 01. 2012 um 12:51 Uhr:

    @Horst Schulte

    Als Teil der jüngeren Generation kann ich mich über dieses phlegmatische “et hät noch immer jot jejange” nur noch übelst aufregen. Tut mir leid, aber so geht es einfach nicht. Wir müssen, wie oben geschrieben, endlich die wahren Probleme angehen.
    Es ist mir völlig egal, ob dies mit der FDP geschieht oder ohne sie. Und vor allem ist es mir vollkommen gleich, ob danach mein Nachbar noch immer ein dickeres Auto fährt als ich.
    Ich würde nur gern entweder
    1) in ein Fass mit Boden einzahlen, damit Sie und all die fleißigen Verwaltungsangestellten weiterhin ein schönes Leben führen,
    oder (Lieblingslösung)
    2) für meinen eigenen Lebensabend sparen, zu attraktiver Verzinsung und in selbstgewähltem Umfang, und Ihnen, im Bedarfsfall, dabei helfen, für sich selbst zu sparen.

  5. Erling Plaethe sagt am 31. 01. 2012 um 13:34 Uhr:

    Sie (die jetzige Mittvierziger-Kohorte) setzt entweder ihre Ansprüche formal durch, dann wird ein Absacken der Wirtschaftsleistung die Voraussetzungen dafür vernichten.

    Das irre ist ja, dass die erst mal die Wirtschaftsleistung herabsetzen um dann ihre Ansprüche formal durchzusetzen, natürlich ebenfalls unter Umgehung dessen was wir heute noch als Demokratie kennen.
    Und weil Deutschland allein ihren Appetit nicht stillen kann, brauchen die ein immer engeres Europa.
    Ich muss das wissen, ich gehör auch zu denen.
    ;-)

  6. Klaus sagt am 31. 01. 2012 um 15:44 Uhr:

    @Erling Plaethe #3
    Also bei jeder einigermaßen vernünftigen Definition von «beruflicher Entwicklungschance» gleich dem im Niedriglohnbereich, insbesondere im Hinblick auf das angesprochene Rentenproblem.