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Woran Sie erkennen, dass ihr Kind ein Erzkapitalist ist

Bei der "Welt" erschien in deren Satire-Rubrik "Glasauge" im Jahr 2008 eine dieser witzigen Listen, diesmal mit dem Thema "So merken Sie, dass Ihr Kind linksextrem ist" (HT: Heute getwittert von Christian S.)

Da wollte dieser Autor nicht zurückstehen, und es entstand die – so muss man das an dieser Stelle wohl immer sagen – ultimative Liste, woran Sie erkennen, dass Ihr Kind ein Erzkapitalist ist:

  1. Ihr Kind teilt seine Süßigkeiten nicht, sondern versteigert sie.
  2. Ihr Kind reibt sich die Hände, wenn im Fernsehen von fallenden Kursen die Rede ist.
  3. Ihr Kind will immer nur die Geschichte von König Rothbard hören.
  4. Ihr Kind versucht herauszufinden, wer John Galt ist.
  5. Ihr Kind will zu Weihnachten immer nur Spekulantius.
  6. Ihr Kind kennt das Wort "Dividende", bevor es bruchrechnen kann.
  7. Ihr Kind geht besonders gern zu Partys der Nachbarkinder, wenn dort Tee ausgeschenkt wird.
  8. Ihr Kind spielt nicht selbst im Sandkasten, sondern lässt dort spielen und stellt nur die Schaufeln gegen Süßigkeiten zur Verfügung.
  9. Das einzige Haustier, das ihr Kind akzeptiert, ist ein Goldhamster.
  10. Ihre Ermahnungen werden von ihrem Kind als Anmaßung von Wissen abgetan.
  11. Der Lieblingscomedian ihres Kindes ist Markus Maria Profitlich.
  12. Ihr Kind gewinnt immer beim Monopoly.
  13. Ihr Kind versteht bei Hallervordens berühmtem Sketch immer nur "Palin, Palin!"
  14. Ihr Kind schmeißt jedes Jahr die 5% der Spielsachen weg, mit denen es im vergangenen Jahr am wenigsten gespielt hat.
  15. Ihr Kind fordert von ihnen stets mehr Deregulierung.
  16. Der beste Freund ihres Kindes ist ein Chinese, der ihm hilft, bei World of Warcraft den nächsten Level zu schaffen.
  17. Ihr Kind hat heimlich ihre Flatrate auf Minutenentgelt umgestellt, weil das verursachergerechter ist.
  18. Ihr Kind lehnt die kostenlose Herausgabe seiner Zeichnungen mit Hinweis auf das Urheberrecht ab.
  19. Wenn das Taschengeld alle ist, fordert ihr Kind einen Rettungsfonds. weil sonst die heimischen Bäckereien in ihrer Existenz bedroht wären.

Der Ehrgeiz dieses Bloggers war, auch die 19 zu schaffen. Aber dabei muss es ja nicht bleiben. Vielleicht fällt dem einen oder anderen Leser ja noch etwas ein?

Rayson in Humor und Satire am 05. 10. 2011 » 39 Kommentare
bisher 39 Kommentare » Kommentare
  1. Torsten sagt am 05. 10. 2011 um 23:35 Uhr:

    20. Die Kindergartengruppe Ihres Kindes gewinnt 2 Jahre in Folge das Börsenspiel der heimischen Sparkasse.

  2. Christian S. sagt am 05. 10. 2011 um 23:36 Uhr:

    “Ihre Ermahnungen werden von ihrem Kind als Anmaßung von Wissen abgetan.”

    Haha, das ist mein Liebling. :-D

  3. David sagt am 05. 10. 2011 um 23:39 Uhr:

    Bah, so ein Kind würde ich verkaufen!

  4. stefanolix sagt am 05. 10. 2011 um 23:43 Uhr:

    #10 und #12 kommen mir aus der Praxis als Vater sehr bekannt vor.

    @Torsten: Das ist vermutlich keine Kunst, die Kinder kennen ja die Fehler der »Profis« noch gar nicht ;-)

  5. Dagny sagt am 05. 10. 2011 um 23:43 Uhr:

    21. Das Taschengeld Ihres Kindes setzt sich aus Fixum und Bonus zusammen

    22. Ihr Kind verbrieft die Sandburgen der Kindergartengruppen

  6. Dagny sagt am 05. 10. 2011 um 23:46 Uhr:

    23. Ihr Kind weint bitterlich, weil es beim Sport mit Balph Eubank und Ellsworth Toohey in eine Mannschaft gewählt wurde

  7. Rayson sagt am 05. 10. 2011 um 23:49 Uhr:

    @Torsten

    Sehr gut ;-)

    @Dagny

    zu 21.: Das wäre doch wohl eher ein Zeichen, dass die Eltern Erzkapitalisten sind, oder?

    22. ist aber klasse! Und 23. verstehe ich nicht :-(

  8. stefanolix sagt am 05. 10. 2011 um 23:49 Uhr:

    24. Ihr Kind verweigert standhaft die Mülltrennung: »Ich habe gelesen, Maschinen können das besser«.

  9. stefanolix sagt am 05. 10. 2011 um 23:50 Uhr:

    Doch, Rayson, es stimmt: Wenn das Kind die Regelung nach #21 eingefordert hat.

  10. Torsten W. sagt am 05. 10. 2011 um 23:53 Uhr:

    15 und 18 widersprechen sich zumindest was das Urheberrecht angeht.
    Ich tendiere dann klar für 15.

  11. Rayson sagt am 05. 10. 2011 um 23:54 Uhr:

    @David

    Ich hoffe, du beachtest aber, wenn das Kind weiblich sein sollte, mindestens die Gebote von 2. Mose 21,7 ff.

  12. Rayson sagt am 05. 10. 2011 um 23:57 Uhr:

    @stefanolix (9.)

    Dann muss man es aber so schreiben :-)

    @Torsten W.

    Für Erzkapitalisten besteht da kein Widerspruch.

  13. stefanolix sagt am 06. 10. 2011 um 00:07 Uhr:

    #15 trifft eigentlich für alle Kinder zu. Ich kenne kein Kind, das mehr Regulierung im Kinderzimmer fordert ;-)

  14. Rayson sagt am 06. 10. 2011 um 00:26 Uhr:

    @ 13.

    Stimmt. Aber auch hier kommt es auf die Wortwahl an ;-)

  15. sascha sagt am 06. 10. 2011 um 00:45 Uhr:

    25. Ihr Kind möchte einen Teil seines Taschengeldes in verzinste Elternanleihen investieren.

  16. Jaquento sagt am 06. 10. 2011 um 00:51 Uhr:

    Ihr Kind versucht seinem senilem Opa einen überteuerten Immobilienkredit anzudrehen, bündelt diesen in einen Kredit Default Swap und verkauft an das Nachbarskind.
    Das Nachbarskind wird dann Nr. 19 in Kraft setzen wenn der Kredit platzt.

  17. sascha sagt am 06. 10. 2011 um 00:56 Uhr:

    Ihr Kind fordert einen Nachweis der Aktienmehrheit, welche die Elternfraktion dazu berechtige, die Geschicke der Familie zu lenken…

  18. sascha sagt am 06. 10. 2011 um 01:02 Uhr:

    Das Lieblingsspiel Ihres Kindes ist das Ponzi-Spiel.

  19. googlehupf sagt am 06. 10. 2011 um 01:05 Uhr:

    Die 10 ist auch klar mein Liebling.

  20. sascha sagt am 06. 10. 2011 um 01:07 Uhr:

    Ihr Kind ist nicht auf Facebook, sondern auf XING.

  21. Karsten sagt am 06. 10. 2011 um 01:22 Uhr:

    #25 ist toll, aber die #10 ist natürlich der Winner. :)

  22. Erling Plaethe sagt am 06. 10. 2011 um 07:37 Uhr:

    26. Ihr Kind lehnt das Taschengeld empört als Angriff auf seine Integrität ab.

  23. FDominicus sagt am 06. 10. 2011 um 07:38 Uhr:

    Wie wäre es mit “Wie erkennt man ob ein Kind ein Liberaler ist?” Würde doch auch besser zum Blog passen oder?

  24. tigger sagt am 06. 10. 2011 um 10:48 Uhr:

    Ihr Kind mag Schnitzel und Pommes, lässt aber regelmäßig das gesunde Gemüse auf dem Teller liegen und hofft dabei auf Marktbereinigung.

    Auf ihre Frage, wer denn die Unordnung in der Wohnung veranstaltet hat, verweist ihr Kind auf das wirken der “unsichtbaren Hand”.

  25. Dagny sagt am 06. 10. 2011 um 10:55 Uhr:

    @Rayson

    Wenn das Kind John Galt sucht, wird es über diese beiden Erzschurken aus Atlas Shrugged und The Fountainhead stolpern.

  26. Matthias B. sagt am 06. 10. 2011 um 16:22 Uhr:

    “Ihrem Kind wird im Sandkasten regelmäßig von den linksextremen Kindern das Spielzeug geklaut.”

  27. mz sagt am 06. 10. 2011 um 17:15 Uhr:

    ihr kind schreit nach einer starken elternhand, aber nur wenn ihm regelmäßig von den linksextremen kindern das spielzeug im sandkasten geklaut wird, wenn es selbst aneignet verbietet es die regulierung

  28. Mir sagt am 06. 10. 2011 um 19:15 Uhr:

    Die Nachbarskinder zertrümmern die Ipods ihrer Eltern auf der Suche nach verwertbaren Metallen und tauschen sie bei ihrem Kind gegen Gummibärchen ein.

  29. Mir sagt am 06. 10. 2011 um 19:19 Uhr:

    “19. Sie haben den Klarnamen Ihres Kindes erst durch die Birthler-Behörde erfahren.”
    Kann man aber schwer toppen.

  30. Kapitalist sagt am 06. 10. 2011 um 22:04 Uhr:

    “Ihr Kind lehnt die kostenlose Herausgabe seiner Zeichnungen mit Hinweis auf das Urheberrecht ab.”

    Was hat das mit Erzkapitalist zu tun? Staatliche Monopole auf Ideen sind keineswegs liberal (zumindest besteht da kein liberaler Konsens).

    Genausogut könnte man schreiben:

    “XYZ lehnt Abtreibungen mit Hinweis auf ein Recht auf Leben ab”

  31. David sagt am 07. 10. 2011 um 01:01 Uhr:

    Staatliche Monopole auf Ideen sind keineswegs liberal (zumindest besteht da kein liberaler Konsens).

    Ja, aber liberale Kapitalisten sind auch doofe Kapitalisten (Anwesende wie immer ausgenommen).

  32. googlehupf sagt am 07. 10. 2011 um 04:46 Uhr:

    Wenn andere Kinder was angestellt haben, zeigen sie auf ihr Kind und sagen “aber der/die wars”.

  33. FDominicus sagt am 07. 10. 2011 um 06:51 Uhr:

    Ich tendiere zu 32 von Googlehupf. Ich glaube bessers findet sich nicht ;-)

  34. googlehupf sagt am 07. 10. 2011 um 11:18 Uhr:

    Zu viel der Ehre. Die 10 bleibt auch weiterhin der beste Beitrag. ;)

  35. Buenavista sagt am 09. 10. 2011 um 17:14 Uhr:

    Ihr Kind findet Vaduz, Zürich und die Kanalinseln viel cooler als Paris oder Berlin.

  36. Kapitalist sagt am 12. 10. 2011 um 04:28 Uhr:

    Ja, aber liberale Kapitalisten sind auch doofe Kapitalisten (Anwesende wie immer ausgenommen).

    Ja, und Kapitalisten sind ja sowieso böse, ne?!

    Habe den Beitrag wunschgemäß angepasst. Wäre nett, wenn du dich mit einer echten E-Mail-Adresse revanchieren könntest. R.

  37. Rayson sagt am 12. 10. 2011 um 14:58 Uhr:

    Ja, und Kapitalisten sind ja sowieso böse, ne?!

    Die Rubrik des Blogbeitrags muss ich dir aber nicht erklären, oder? Wie die Satire in der “Welt” spielt auch der mit gängigen Klischees, und wenn man dazwischen auch mal etwas Selbstironie erkennt, liegt man wohl nicht ganz falsch.

    Sowas unterscheidet schließlich den verbohrten Ideologen von den etwas entspannteren Gemütern.

  38. Kapitalist sagt am 12. 10. 2011 um 20:34 Uhr:

    @Rayson:

    “Die Rubrik des Blogbeitrags muss ich dir aber nicht erklären, oder? Wie die Satire in der “Welt” spielt auch der mit gängigen Klischees, und wenn man dazwischen auch mal etwas Selbstironie erkennt, liegt man wohl nicht ganz falsch.”

    Irgendwie scheint meine Aussage bei dir falsch angekommen zu sein. Ich habe die Aussage von David bloß erweitert…

  39. Rayson sagt am 12. 10. 2011 um 20:52 Uhr:

    @38.

    Irgendwie scheint meine Aussage bei dir falsch angekommen zu sein.

    Kann gut sein.

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