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Wer Anti-A sagt

Das gegen die Nutzung der Atomkraft vorgebrachte Argument, selbst bei extrem geringen Wahrscheinlichkeiten sei allein die Höhe des maximalen möglichen Schadens bei Risikobewertungen heranzuziehen, führt zu interessanten Parallelen: Mit dieser Einstellung kann man eigentlich unmöglich gegen die Totalüberwachung aufgrund terroristischer Gefahren sein. Umgekehrt gilt übrigens dasselbe. Insofern ist das "Umfallen" der Union nur als Wiederherstellung eines konsistenten Umgangs mit Risiken anzusehen. Und wieder mal hat vor allem die FDP enorme Probleme, ihre neue Haltung logisch zu rechtfertigen.

Rayson in Grundsatzfragen,Politik am 16. 03. 2011 » 70 Kommentare
bisher 70 Kommentare » Kommentare
  1. Hias sagt am 16. 03. 2011 um 23:32 Uhr:

    Spielst Du auf die schmutzige Bombe an?

  2. Christian S. sagt am 16. 03. 2011 um 23:35 Uhr:

    Interessante Theorie. Klingt eigentlich nicht unstimmig … werde darüber nachdenken. :)

  3. Rayson sagt am 17. 03. 2011 um 00:11 Uhr:

    @Hias

    Zum Bleistift. Aber da muss ja nicht Schluss sein. Rechne mit dem Unerwarteten ;-)

    @Christian S.

    Das reicht mir ja schon ;-)

  4. Buenavista sagt am 17. 03. 2011 um 01:05 Uhr:

    Um deinen Strohmännern mal ein paar Halme zu ziehen:

    selbst bei extrem geringen Wahrscheinlichkeiten

    Atomkraftgegner halten die Wahrscheinlichkeiten eben gerade NICHT für gering

    sei allein die Höhe des maximalen möglichen Schadens bei Risikobewertungen heranzuziehen

    tut aufgrund obiger Feststellung keiner

    Mit dieser Einstellung kann man eigentlich unmöglich gegen die Totalüberwachung aufgrund terroristischer Gefahren sein.

    Doch. Denn was immer “Totalüberwachung” bedeuten soll, sie macht uns nicht sicherer, sondern nur überwachter.

    Argumente à la Wer für/gegen A ist muss auch für/gegen B sein, sind fast immer Vergleiche, die schlimmer hinken als der Glöckner von Notre Dame.

  5. Buenavista sagt am 17. 03. 2011 um 01:06 Uhr:

    Spielst Du auf die schmutzige Bombe an?

    Das ist jetzt fast zu leicht.
    Ohne Kernkraft keine schmutzige Bombe :-)

  6. David sagt am 17. 03. 2011 um 01:19 Uhr:

    Es wäre vor allem noch darzulegen, daß auch die Risiken des Verzichts auf Atomkraft mit denen der Totalüberwachung entsprechend vergleichbar sind.

  7. politbuerokrat sagt am 17. 03. 2011 um 01:25 Uhr:

    Ohne Kernkraft keine schmutzige Bombe :-)

    Unsinn, was man dafür braucht, kann man leicht im richtigen Krankenhaus bekommen. Die liefern übrigens einen nicht geringen Anteil des Atommülls. Wer gegen Atomenergie ist, muss also auch gegen moderne Medizin sein.

  8. Buenavista sagt am 17. 03. 2011 um 01:40 Uhr:

    Unsinn, was man dafür braucht, kann man leicht im richtigen Krankenhaus bekommen.

    Seit zehn Jahren erzählt man uns, Al Qaeda versuche eine schmutzige Bombe zu bekommen.
    Oh je, jetzt wissen die auch noch wie.

  9. F.Alfonzo sagt am 17. 03. 2011 um 02:28 Uhr:

    @Rayson:

    Naja, da gibt’s ja viele Beispiele:

    - Eine Schusswaffe darf niemalsnicht in die Haende bestimmter Personen fallen, also verbietet man den Besitz fuer alle.
    - Ein Flugzeug darf niemalsnicht abstuerzen, also faehrt man grenzenlosen Aufwand, um das zu vermeiden.

    Die Lektion hier ist (in meinen Beispielen und deinen):

    1. Shit happens. Wird immer so sein.

    2. Gesetze (das einzige Werkzeug der Politiker) koennen das nicht verhindern, weil sie erstens immer veraltet sind, zweitens niemals ein komplettes Phaenomen umfassen koennen und drittens noch durch faule Kompromisse und Ausblick auf die naechste Wahl durchzogen sind
    .
    Aber hey, ‘when all you got is a hammer, all you see is nails’. Das passiert gerade in Deutschland.

    3. Die oekonomische Risiko/Nutzenabwaegung wird immer eine Rolle spielen, direkt oder indirekt, weil zwar jeder voellige Sicherheit will, aber keiner Lust hat, den Quatsch zu bezahlen.

    Das Paradies ist spaetestens dann zu Ende, wenn auch der letzte feststellt, dass man Schulden nicht unbegrenzt an die Erben weitergeben kann, sondern ab und zu auch mal Zinsen zahlen muss.

    Ich denke die Totalueberwachung wird es nicht geben, und zwar nicht deshalb, weil die Deutschen so bedacht auf ihre Privatspaere waeren oder die Regierenden in Deutschland so viel Wert auf das GG legen wuerden, sondern ganz einfach deshalb, weil das unbezahlbar ist und schlechte Presse macht.

  10. Friedrich sagt am 17. 03. 2011 um 06:55 Uhr:

    “Ich denke die Totalueberwachung wird es nicht geben, und zwar nicht deshalb, weil die Deutschen so bedacht auf ihre Privatspaere waeren oder die Regierenden in Deutschland so viel Wert auf das GG legen wuerden, sondern ganz einfach deshalb, weil das unbezahlbar ist und schlechte Presse macht.”

    Diese Argumentation ist “nett”, ey was soll’s macht doch sowies nichts. Und schlechte Presse ist ja wirklich ein “überzeugendes” Argument. “Oh Mami der Mann aus der Zeitung schreibt böse diinge über Papi….”

  11. Friedrich sagt am 17. 03. 2011 um 08:16 Uhr:

    Kleiner Nachtrag ich bin gegen AKWS was ich auch schon vor mehr als 2 Jahren geschrieben hatte. Es ist eine ganz unheilige Vermischung aus Gigantomanie, Steuergeldern und “Politikern” und damit sowieso für mich inakzeptabel. Ach ja und nun könnte Ihr mich “baschen” seit mehr als 2 jahren bin ich nicht mehr Standardkund sondern habe mich für “alternative” Energien entschieden (nicht das ich glaube, das sei eine wirklich gute Idee, den das EEG schwebt ja als “Keule” über jedem von uns)

    Ich habe aber auch geschrieben:
    http://fdominicus.blogspot.com/2009/11/verlogenheit-oder-verdrangung.html
    http://fdominicus.blogspot.com/2009/10/wie-teuer-kommt-uns-solar-energie.html
    und
    http://fdominicus.blogspot.com/2010/08/ablasshandel.html

  12. Andreas sagt am 17. 03. 2011 um 08:51 Uhr:

    @ Rayson: Natürlich kann man aus dem von Dir genannten Grund gegen AKWs sein und dennoch die Totalüberwachung ablehnen.

    Es gibt unzweifelhaft Risiken aus der Nutzung von Nuklearenergie – und es gibt Risiken, welche aus dem Verzicht darauf resultieren.

    Gleiches gilt für die Totalüberwachung.

    Wenn nicht nun in beiden Fällen die mit dem “machen” verbundenen Risiken höher bewerte als die mit dem “nicht machen”, lehne ich beides ab.

  13. Boche sagt am 17. 03. 2011 um 10:30 Uhr:

    Da ja sonst so selten gelobt wird: Ich finde den Titel dieses Beitrags übrigens witzig.

  14. Klaus sagt am 17. 03. 2011 um 11:29 Uhr:

    Richtig Boche, so viel kann man sagen. Ansonsten hat er sich bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden. (Würde man an anderer Stelle sagen)

  15. Lemmy Caution sagt am 17. 03. 2011 um 18:41 Uhr:

    Nach der Finanzkrise, also zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit hat wieder eine gravierende Fehleinschätzung der Risiken in einem der Zentren dieser Welt stattgefunden.
    Würd aber auch nicht sagen, dass diese Katastrophe und die subprime Krise wirklich schlimmer sind als Dauerkrisen wie etwa Arbeitsbedingungen in bangladeschischen Sweat shops, Gewaltkriminalität in Lateinamerika oder Hunger in Afrika.
    Vermutlich hätte weder die Finanzkrise noch dieses Atomdesaster stattgefunden, wenn die USA eine ausgeglichenere Handelsbilanz hätte oder Japan nicht seit 15 Jahren nicht von Haushalts-, Demographie und Deflationskrisen bedrängt wäre. Irgendwie scheinen sich Krisen “gerechter” auf die verschiedenen Regionen zu verteilen.
    Der Aktionismus jetzt hurtig aus der Atomkraft auszusteigen und alles wäre gut halte ich auch für zu naiv.

  16. Rayson sagt am 17. 03. 2011 um 21:19 Uhr:

    @Buenavista

    Es mag nicht deine Argumentation sein, aber es ist eine, die einem bei dem Thema immer wieder begegnet. Also Quatsch von wegen “Strohmann”.

    @Andreas

    Einen Schaden der Totalüberwachung, der schlimmer wäre als der Tod Tausender, vermag ich mir nicht vorzustellen. Aber vielleicht kannst du mir da aushelfen.

  17. David sagt am 17. 03. 2011 um 21:53 Uhr:

    Das heißt also, ein totaler Überwachungsstaat kann gar nicht schlimmer sein als der Tod Tausender? Das ist immerhin eine klare Ansage, damit läßt sich arbeiten. Sie wirft aber u.U. die Frage auf, ob es im Kalten Krieg nicht stellenweise das Verantwortungsvollste gewesen wäre, sich der DDR anzuschließen.

  18. Christian S. sagt am 17. 03. 2011 um 21:56 Uhr:

    Ich habe jetzt noch einmal nachgedacht. Der Vergleich ist nicht schlüssig, auch wenn er auf den ersten Blick schlüssig erscheint.

    Der Grund ist: wenn die Gesellschaft auf legalem Weg gefährliche Bauten errichtet, die bei einem Unglück ganze Landstriche auf ewig unbewohnbar machen, dann ist das nicht vergleichbar mit terroristischen Anschlägen, die auf das böswillige Verhalten Einzelner zurückzuführen sind.

    Also: im einen Fall ist das ein vermeidbares Risiko (=einfach keine AKWs bauen), im anderen Fall eben nicht – denn selbst bei totaler Totalüberwachung gäbe es Mord und Totschlag und natürlich auch Terroranschläge.

  19. Rayson sagt am 17. 03. 2011 um 22:36 Uhr:

    @David (17.)

    Sie wirft aber u.U. die Frage auf, ob es im Kalten Krieg nicht stellenweise das Verantwortungsvollste gewesen wäre, sich der DDR anzuschließen.

    Was die Frage aufwirft, ob die Qualifizierung “Totalüberwachung” die DDR vollständig beschreibt.

    @Christian S.

    Also: im einen Fall ist das ein vermeidbares Risiko (=einfach keine AKWs bauen), im anderen Fall eben nicht – denn selbst bei totaler Totalüberwachung gäbe es Mord und Totschlag und natürlich auch Terroranschläge.

    So ganz stimmt das ja nicht. In den seltensten Fällen ist Risikominimierung mit Risikoausschluss gleichzusetzen.

  20. David sagt am 17. 03. 2011 um 22:46 Uhr:

    Was die Frage aufwirft, ob die Qualifizierung “Totalüberwachung” die DDR vollständig beschreibt.

    Mag sein, daß nicht. Aber ein dauerhafter totalüberwachter demokratischer Rechtsstaat scheint mir jedenfalls ähnlich gut zu realisieren zu sein wie ein luftgekühlter Atomreaktor.

  21. Christian S. sagt am 17. 03. 2011 um 22:48 Uhr:

    “So ganz stimmt das ja nicht. In den seltensten Fällen ist Risikominimierung mit Risikoausschluss gleichzusetzen.”

    Nuja, hier aber schon. Ohne AKW kann auch kein AKW explodieren. Sollte eingängig sein.

  22. Rayson sagt am 17. 03. 2011 um 22:52 Uhr:

    @ David

    Aber ein dauerhafter totalüberwachter demokratischer Rechtsstaat scheint mir jedenfalls ähnlich gut zu realisieren zu sein wie ein luftgekühlter Atomreaktor.

    Oder eine kurzfristig atomfreie Stromerzeugung…

    @Christian S.

    Ohne AKW kann auch kein AKW explodieren. Sollte eingängig sein.

    Wenn schon Szenarien, dann aber richtig: Was tritt an die Stelle der AKWs? Welche Risiken hat das dann? Keine? Hielte ich für gewagt.

  23. Buenavista sagt am 17. 03. 2011 um 23:02 Uhr:

    Es mag nicht deine Argumentation sein, aber es ist eine, die einem bei dem Thema immer wieder begegnet.

    Ich weiß ja nicht wo du dich rumtreibst. Also mir begegnet diese Argumentation zum ersten Mal.

    Und sie ist schon deshalb abwegig, weil es weder eine funktionierende “Totalüberwachung” gibt (Terror gibt’s übrigens auch in Diktaturen und bei “lupenreinen Demokraten”) noch ein zu vernachlässigendes “Restrisiko” der Kerntechnik.

    Übrigens halten die Franzosen ebenfalls ihre Atomkraftwerke für die sichersten.

  24. David sagt am 17. 03. 2011 um 23:02 Uhr:

    Oder eine kurzfristig atomfreie Stromerzeugung

    Kann sein, aber darum geht es doch gerade gar nicht.

  25. Rayson sagt am 17. 03. 2011 um 23:29 Uhr:

    Nicht?

  26. Rayson sagt am 17. 03. 2011 um 23:36 Uhr:

    @Buenavista

    Und sie ist schon deshalb abwegig, weil es weder eine funktionierende “Totalüberwachung” gibt (Terror gibt’s übrigens auch in Diktaturen und bei “lupenreinen Demokraten”)

    Die “lupenreinen Demokraten” sind nicht totalüberwacht, und Diktaturen wie DDR oder Nazideutschland haben sich als ziemlich terrorresistent erwiesen.

    noch ein zu vernachlässigendes “Restrisiko” der Kerntechnik.

    Das “zu vernachlässigende” ist eine Wertung, die in der beschriebenen Argumentation eben auch vertreten wird: Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Super-GAUs mag extrem gering sein (für Deutschland trifft das jedenfalls m.E. zu), aber wegen der möglichen Folgen ist das Risiko trotzdem zu hoch.

  27. Buenavista sagt am 18. 03. 2011 um 00:12 Uhr:

    Die Eintrittswahrscheinlichkeit eines Super-GAUs mag extrem gering sein

    Das sagen aber eben nur die Kernkraftbefürworter, und schon deshalb geht deine ohnehin abstruse Argumentation nicht auf.

    Was kommt als nächstes? Kernkraftgegner müssen gegen das Vögeln sein, wegen der Risiken?

  28. Christian S. sagt am 18. 03. 2011 um 00:21 Uhr:

    Wenn schon Szenarien, dann aber richtig: Was tritt an die Stelle der AKWs? Welche Risiken hat das dann? Keine? Hielte ich für gewagt.

    Mir ist keine Alternative bekannt, die “bei einem Unglück ganze Landstriche auf ewig unbewohnbar machen”.

  29. David sagt am 18. 03. 2011 um 00:22 Uhr:

    @Rayson: Das “kurzfristig” ist neu. Man kann aus den Gründen, die Du skizzierst, auch für den schnellstmöglichen Ausstieg sein, ohne deshalb einen kurzfristigen Ausstieg für möglich zu halten.

    Das “kurzfristig” war aber offenbar als Pendant zum “dauerhaft” gedacht, und als solches ist es vielleicht gerechtfertigt; wenn mir auch die Vorstellung, daß kurzfristig die Totalüberwachung eingeführt wird, der Terror anderthalb Jahre später besiegt ist und dann die Totalüberwachung wieder abgeschafft wird, weil das Ziel erreicht ist, nicht sehr wahrscheinlich scheint.

  30. David sagt am 18. 03. 2011 um 00:24 Uhr:

    Das zweite “kurzfristig” im zweiten Absatz sollte besser ein “für kurze Zeit” sein.

  31. Buenavista sagt am 18. 03. 2011 um 00:40 Uhr:

    Die “lupenreinen Demokraten” sind nicht totalüberwacht, und Diktaturen wie DDR oder Nazideutschland haben sich als ziemlich terrorresistent erwiesen.

    Sollte in unserem Land eine solche Totalüberwachung eingeführt werden, dann würde die Terrorgefahr eher steigen.

    Dann würde ich mich nämlich denen anschließen, die sich auf Art. 20 Abs. 4 des Grundgesetzes berufen.

    Und in so einem totalüberwachten Staat natürlich zu Terroristen erklärt würden.

  32. Rayson sagt am 18. 03. 2011 um 00:44 Uhr:

    @Buenavista

    Das sagen aber eben nur die Kernkraftbefürworter, und schon deshalb geht deine ohnehin abstruse Argumentation nicht auf.

    Das stimmt eben nicht – nicht alle Kernkraftgegner begehen den Fehler, die Eintrittswahrscheinlichkeiten zu überschätzen…

    @Christian S.

    Dass die Risiken exakt vergleichbar sein müssen, ist in beiden Alternativen nicht vorausgesetzt. Im Fall des Verzichts auf AKWs mögen Stromausfälle, größere wirtschaftliche Einbußen, Abhängigkeiten von “lupenreinen Demokraten” etc. zu den Risiken gezählt werden. Ob die dann weniger schlimm als die Unbewohnbarkeit eines Radius von 20 km um einen Reaktor herum einzuordnen sind, steht zumindest a priori nicht fest.

    @David

    Das “krizfristig” muss doch die logische Folgerung all derer sein, die nicht bereit sind, die Risiken länger zu tragen. Warum eine Restlaufzeit von 10 Jahren völlig ok ist, eine von 20 Jahren aber das Risiko der Apokalypse nahe 1 rücken soll, ließe sich jedenfalls schwer argumentieren. Entweder es ist verwerflich, aus ökonomischen Gründen bei der Atomkraft Risikoabschätzungen vorzunehmen, weil das Risiko viel zu hoch wäre, oder es ist es nicht. Mir scheint da die Opposition im Bundestag es mit der Beliebigkeit der Argumentation der Regierung unbedingt aufnehmen zu wollen….

  33. Rayson sagt am 18. 03. 2011 um 01:04 Uhr:

    @Buenavista (31.)

    Ääh, ja… :-)

  34. Buenavista sagt am 18. 03. 2011 um 01:10 Uhr:

    Das “kurzfristig” muss doch die logische Folgerung all derer sein, die nicht bereit sind, die Risiken länger zu tragen. Warum eine Restlaufzeit von 10 Jahren völlig ok ist, eine von 20 Jahren aber das Risiko der Apokalypse nahe 1 rücken soll, ließe sich jedenfalls schwer argumentieren.

    Kernkraftgegner sind sich durchaus bewusst, in einer Demokratie zu leben.

  35. Rayson sagt am 18. 03. 2011 um 01:26 Uhr:

    Was ja noch nie jemanden davon abgehalten hat, seine Maximalforderungen zu formulieren.

  36. sol1 sagt am 18. 03. 2011 um 16:55 Uhr:

    und Diktaturen wie DDR oder Nazideutschland haben sich als ziemlich terrorresistent erwiesen.

    Georg Elser und Stauffenberg waren aus Sicht des NS-Regimes Terroristen – und sie sind knapp daran gescheitert, den Diktator umzubringen. Fluchthelfer waren aus Sicht der DDR-Regierung Terroristen – und sie haben vielen Menschen ermöglicht, die sreng gesichterte Grenze zu überwinden.

  37. sol1 sagt am 18. 03. 2011 um 17:03 Uhr:

    nicht alle Kernkraftgegner begehen den Fehler, die Eintrittswahrscheinlichkeiten zu überschätzen…

    Wie hoch sind die Eintrittswahrscheinlichkeiten für einen “auslegungsüberschreitenden Störfall” (INES-Stufe 5, 6 und 7)? In den letzten 32 Jahren hatten wir drei Störfalle dieser Kategorie (Harrisburg, Tschernobyl und Fukushima). Nehmen als Durchschnittszahl für die in diesem Zeitraum in Betrieb befindlichen Reaktoren 400 an, dann erhalten wir einen “Super-GAU” pro 4000 Betriebsjahre. Wie viele Kernkraftgegner gibt es wohl, die eine pessimistischere Einschätzung der Eintrittswahrscheinlichkeiten haben?

  38. Boche sagt am 18. 03. 2011 um 17:22 Uhr:

    Man sieht mal wieder, dass mit Statistik alles und nichts gesagt werden kann. Denn was bringt es, Schrott-AKWs der ehemaligen UdSSR, Kraftwerke mit einem Stand von vor 30 Jahren und heutigen statistisch in einen Topf zu werfen?
    Und nebenbei noch unberücksichtigt zu lassen, dass die technische Weiterentwicklung wohl ständig sinkende Wahrscheinlichkeiten wirklich schwerer Zwischenfälle bedeutet?

  39. David sagt am 18. 03. 2011 um 17:30 Uhr:

    Aber wie groß sind die Wahrscheinlichkeiten derzeit denn nun etwa?

  40. Boche sagt am 18. 03. 2011 um 17:35 Uhr:

    Keine Ahnung.
    Ich würde aber vermuten, dass es da nur sinnvolle Aussagen geben kann, wenn die sich auf eine konkrete Kraftwerksart in einer definierten geografische Lage beziehen.

  41. David sagt am 18. 03. 2011 um 17:43 Uhr:

    Ich würde eher vermuten, daß es da gar keine sinnvollen Aussagen geben kann, würde mir aber auch gerne was anderes erklären lassen.

  42. Boche sagt am 18. 03. 2011 um 17:49 Uhr:

    Na, ich denke schon, dass niemand 100% Sicherheit garantiert.
    Was im Umkehrschluss doch bedeuten müsste, dass bestimmte Risiken als so gering (aber also messbar) bewertet werden, dass es sich wirtschaftlich nicht lohnt, gesonderte Gegenmaßnahmen vorzusehen.
    Oder so.

  43. Buenavista sagt am 18. 03. 2011 um 17:51 Uhr:

    Wie berechnet man das “Restrisiko”, dass jemand einen Airbus kurz nach dem Start oder kurz vor der Landung entführt und dafür sorgt, dass dieser auf ein – nachweislich nicht dagegen geschütztes deutsches AKW stürzt?

  44. Boche sagt am 18. 03. 2011 um 17:59 Uhr:

    Wogegen geschützt? Gegen den Absturz oder gegen einen sich anschließenden schweren Störfall?

  45. David sagt am 18. 03. 2011 um 18:05 Uhr:

    Das Problem ist, daß man das Risiko einer völlig unvorhergesehenen – vielleicht sogar praktisch unvorhersehbaren – Verkettung unglücklicher Umstände (wie etwa seinerzeit in Harrisburg) unmöglich wird messen können.

  46. David sagt am 18. 03. 2011 um 18:10 Uhr:

    Fluggesellschaften, in deren Flugzeugen es noch immer Übergänge vom Passagierraum zum Cockpit gibt, sollten für eine solche Scheiße zuerst haften.

    Das Fehlen eines Übergangs würde aber natürlich nicht helfen, wenn einer der Piloten selbst Terrorist wäre.

    Im Übrigen, Buenavista, ist das kein Argument gegen Kernkraft, sondern eins für Totalüberwachung!

  47. David sagt am 18. 03. 2011 um 18:12 Uhr:

    45. war natürlich direkt @Boche, 42.

    Etwas spät abgeschickt. Hatte ihn schon vor Buenavistas Kommentar geschrieben.

  48. David sagt am 18. 03. 2011 um 18:24 Uhr:

    Wogegen geschützt? Gegen den Absturz oder gegen einen sich anschließenden schweren Störfall?

    Ich habe jetzt länger überlegt, worin sich die rechte und die linke Hälfte dieses Haares im Wesentlichen unterscheiden. Mir ist aber nichts eingefallen. Hilfst Du mir?

  49. Hias sagt am 18. 03. 2011 um 18:24 Uhr:

    Im Übrigen, Buenavista, ist das kein Argument gegen Kernkraft, sondern eins für Totalüberwachung!

    Es ist sogar ein deutlicheres Argument gegen Kernkraft als gegen Totalüberwachung. Selbst in totalitären Staaten gab und gibt es (nach Definition der Führung) Terroristen. Aber wo kein AKW steht, da kann man auch kein keines mit nem Flugzeug angreifen.

  50. tigger sagt am 18. 03. 2011 um 18:29 Uhr:

    Kein AKW irgendwo stehen zu haben, wird durch einen Ausstieg aber nicht erreicht. Es stehen dann nur im Zentrum von Europa keine.

    Aber um wieviel verkleinert sich denn das “Restrisiko”, wenn wir keine AKWs betreiben, dafür unsere Nachbarn ? Den Atom-Hysterikern war ja auch das 300 km entfernte Tokyo dem Untergang geweiht.

    Ausserdem: Um wieviel vergrössert ein Atomausstieg Deutschlands die Chance, dass zum Beispiel in Frankreich zusätzliche AKWs gebaut werden, um eventuelle Versorgungsunsicherheiten bei uns zu bedienen (und damit Geschäft zu machen) ?

  51. David sagt am 18. 03. 2011 um 18:31 Uhr:

    @Hias Das war ein Witz.

  52. Hartmut sagt am 18. 03. 2011 um 20:47 Uhr:

    Wer kein Auto hat, kann damit keinen Autounfall verursachen. Wer keinen Sport treibt, bekommt keinen Sportunfall. Wer nichts isst und trinkt, kann sich nicht vergiften.

    Logisch.

  53. Hartmut sagt am 18. 03. 2011 um 20:47 Uhr:

    Völlig logisch sogar.

  54. Buenavista sagt am 18. 03. 2011 um 23:16 Uhr:

    Ich würde aber vermuten, dass es da nur sinnvolle Aussagen geben kann, wenn die sich auf eine konkrete Kraftwerksart in einer definierten geografische Lage beziehen.

    Here are the 10 nuclear power sites with the highest risk of suffering core damage from an earthquake, showing their NRC risk estimates based on 2008 and 1989 geological data.

    1. Indian Point 3, Buchanan, N.Y.: 1 in 10,000 chance each year. Old estimate: 1 in 17,241. Increase in risk: 72 percent.

    2. Pilgrim 1, Plymouth, Mass.: 1 in 14,493. Old estimate: 1 in 125,000. Increase in risk: 763 percent.

    3. Limerick 1 and 2, Limerick, Pa.: 1 in 18,868. Old estimate: 1 in 45,455. Increase in risk: 141 percent.

    http://www.msnbc.msn.com/id/42103936/ns/world_news-asiapacific/

    Risiko PRO AKW und NUR für Erdbeben

  55. Rayson sagt am 18. 03. 2011 um 23:17 Uhr:

    Wie berechnet man das “Restrisiko”, dass jemand einen Airbus kurz nach dem Start oder kurz vor der Landung entführt und dafür sorgt, dass dieser auf ein – nachweislich nicht dagegen geschütztes deutsches AKW stürzt?

    Keine Ahnung, ich halte es aber für sehr gering. Nicht nur, weil nach dem 11. September viel Überraschungseffekt verloren gegangen ist (heißt, vorher war das Risiko größer), aber vor allem deswegen, weil es ziemlich schwierig ist, ein Atomkraftwerk zielgenau mit einem Jumbo zu treffen (wenn man ihn denn unter Kontrolle zu bringen vermag). Bevor das eintritt, würde ich ein paar Fehlversuche erwarten, was die Sache für Terroristen aber halb so interessant werden lässt. .

    Und zu guter Letzt ist auch nicht anzunehmen, dass eine derartige Aktion, die übrigens kaum von “radikalisierten Einzeltätern” begangen werden kann und einige Vorbereitung in Anspruch nehmen dürfte, in Deutschland stattfinden würde.

    Aber was soll’s, ich habe eh keinen Bock, hier eine OT-Kernkraft-Grundsatzdiskussion zu führen. Was mich allerdings tatsächlich interessiert, sind Parallelen wie die im Beitrag beschriebene oder rational nicht zu begreifende Meinungsänderungen.

  56. Rayson sagt am 18. 03. 2011 um 23:22 Uhr:

    @Buenavista (53.)

    So lobe ich es mir: Geologisch fundierte Urteile, die ganz ohne Panikberichterstattung zu einer veränderten Bewertung von Risiken führen. Damit kann ich umgehen, mit 90% dessen, was uns in der letzten Woche vorgeschwafelt wurde, allerdings nicht.

  57. Klaus sagt am 19. 03. 2011 um 11:05 Uhr:

    Aber was soll’s, ich habe eh keinen Bock, hier eine OT-Kernkraft-Grundsatzdiskussion zu führen.

    Dafür habe ich Verständnis, wäre auch psychologisch schwierig wenn man sich eine Eigentumswohnung in der Nähe eines KKW gekauft hat.

  58. Gerd sagt am 21. 03. 2011 um 08:54 Uhr:

    Wer ordnungspolitisch liberal denkt, für den ist Überwachung eine mit freiheitlichen Grundsätzen nicht vereinbare Sache.
    Allerdings ist eine über Jahrzehnte mit staatlichen Subventionen geförderte Technik, die zu enormen Marktverzerrungen im Energiemarkt geführt hat, und das nicht nur in D sondern weltweit, ebenso eine Sache, die mit liberalen ordnungspolitischen Vorstellungen nicht in Einklang zu bringen ist.
    Daher würde ich sagen:
    Wer A(KW) sagt, wird auch sehr schnell B (=Überwachung) sagen können, da beides den Grundlagen einer liberalen Grundvorstellung widerspricht.

  59. Rayson sagt am 21. 03. 2011 um 09:57 Uhr:

    @Gerd

    Es geht hier nicht darum, was Liberale zu denken haben.

  60. Gerd sagt am 21. 03. 2011 um 11:32 Uhr:

    @Rayson:
    Ich schreibe niemandem vor, was er zu denken hat. Wem der Schuh passt, der möge ihn sich anziehen.
    Dieser Blog heißt doch “Bissige Liberale ohne Gnade” . Wenn sich jemand mit dem Wort “Liberal” schmückt, so vermute ich eine Bedeutung und eine Wertvorstellung dahinter. Es ist wohl so, dass mein Verständnis von “Liberal” dann doch wohl ein anderes ist.
    Wie man sich doch täuschen oder auch irren kann. Aber vielleicht ist der Widerspruch ja in sich im Namen des BLOGs schon versteckt ;-)

  61. Boche sagt am 21. 03. 2011 um 11:46 Uhr:

    Ups, da wollte ich gerade einen Beitrag online stellen.
    Mal ganz abgesehen vom eigentlichen Thema des Beitrags: Ich muss ihn jetzt doch gleich nochmal durchsehen, ob meine liberale Wertvorstellung da ausreichend deutlich wird.

  62. Hartmut sagt am 21. 03. 2011 um 13:17 Uhr:

    Für Gerd wären wankelmütige Liberale mit Wischiwaschi vielleicht attraktiver?

    Ich bezweifle die Parallelität zwischen Totalüberwachung, die mit Terror-Restrisiken gerechtfertigt wird, und der Ablehnung von Kernenergie aufgrund angeblich unverkraftbarer Restrisiken.

    Rhetorisch besteht da schon eine Ähnlichkeit in der Argumentation, zumal dann, wenn die Restrisiken gegen Unendlich gehen. Bei irrational hysterischer Betrachtungsweise droht ja bekanntlich das Ende der Welt (Klimawandel, Baumsterben, Nato-Doppelbeschluss, Kernenergie) und wer Terror ebenso hysterisch für das Ende der westlichen Zivilisation hält, für den ist Totalüberwachung genauso logisch.

    Es kommt bei rationaler Betrachtung aber darauf an, wie hoch das Restrisiko denn tatsächlich ist, und wie schlimm der schlimmste Fall nun tatsächlich ist. Schließt man das Tschernobylszenario aus, weil es inzwischen stabile Containments gibt, und rechnet man im schlimmsten Fall mit einer Verstrahlung von maximal 10 Quadratkilometern, dann mag der übelste Unfall im Fall von Kernenergie zwar tatsächlich ziemlich übel sein, rechtfertigt aber niemals die Beendigung der Nutzung der Kernenergie.

    Der überaus reale Nutzen ist nämlich größer als der maximal mögliche Schaden!

    Das gilt selbst bei einem schweren Störfall pro Jahrzehnt, zumal die Alternativkosten z.B. von Kohlekraftwerken und Solartechnik in der Summe immens hoch ausfallen.

    Parallel ist die Sache mit der Totalüberwachung zu betrachten. Der tatsächliche und wahrscheinliche Schaden dieser Maßnahme übersteigt bei rationaler Betrachtung den möglichen Nutzen der Terrorvermeidung.

    Meine Theorie lautet also, dass die rationale Berücksichtigung des maximalen Schadensszenarios nicht in eine antifreiheitliche Regelung führt, aber die hysterische Überbewertung des maximalen Schadensszenarios führt direkt auf die Straße der Unfreiheit!

  63. Hartmut sagt am 21. 03. 2011 um 13:29 Uhr:

    Nachgetragen sei die Anmerkung daß ich oben im Grunde genommen für eine Parallelität argumentiert habe. Allerdings denke ich daß die Parallelität nicht zwangsläufig ist!

    Wenn das Restrisiko der Nutzung von Kernenergie tatsächlich in der Auslöschung der Welt bestehen würde, während die maximale Terrorgefahr lediglich in der Wiederholung des eines Anschlages auf eine Hochhaus besteht, dann geht die Restrisikoargumentation eben nicht parallel. Rational wäre in diesem Fall nämlich die Beendigung der Nutzung von Kernenergie bei gleichzeitiger Ablehnung der Totalüberwachung.

    Es hängt also davon ab, wie schlimm das Restrisiko bei rationaler Betrachtung tatsächlich ausfällt. Geht das Restrisiko gegen unendlich, wird es zum absoluten Argument.

    Die Kunst der Politiker und bewegten Polithysteriker besteht somit darin, mit rhetorischen Tricks eine unendliche Gefahr glaubhaft zu machen. Mit der herbeigelogenen Totalität des Restrisikos lassen sich politische Totalitarismen begründen!

  64. Rayson sagt am 21. 03. 2011 um 14:20 Uhr:

    @Gerd

    Nochmal anders formuliert: Die Frage war nicht, wie man als Liberaler zu Atomenergie oder Totalüberwachung steht (mal abgesehen davon, ob es eine “liberale” Haltung zur Atomenergie überhaupt geben kann). Noch nicht mal, wie man sonst dazu steht. Sondern, ob eine bestimmte Argumentation hier nicht eine Parallele offenbart.

    Wer unbedingt einen liberalen Stempel zur Atomfrage hier finden will: Boche hat mal was zur Laufzeitverlängerung geschrieben:
    http://www.bissige-liberale.net/2010/11/08/gegen-laufzeitverlaengerung/

    Übrigens: Bereits gezahlte Subventionen sind “sunk costs”.

  65. Rayson sagt am 21. 03. 2011 um 14:23 Uhr:

    @Hartmut

    Es hängt also davon ab, wie schlimm das Restrisiko bei rationaler Betrachtung tatsächlich ausfällt.

    Die Vergleichbarkeit hatte ich vorausgesetzt. Sie liegt aber m.E. auch in der Natur des Arguments, da sowohl von Gegnern der Atomenergie als auch von den Befürwortern der Totalüberwachung gerne ähnliche Horrorszenarien herangezogen werden, falls man ihren Vorschlägen nicht Folge leistete.

  66. R.A. sagt am 21. 03. 2011 um 18:30 Uhr:

    @Buenavista:

    Wie berechnet man das “Restrisiko”, dass jemand einen Airbus kurz nach dem Start oder kurz vor der Landung entführt und dafür sorgt, dass dieser auf ein – nachweislich nicht dagegen geschütztes deutsches AKW stürzt?

    Es dürfte sehr schwer fallen, einen Airbus genau so punktgenau auf ein Kraftwerk zu steuern, daß wirklich das Containment Schaden nimmt.

    Dagegen wäre es relativ einfach, mit dem Airbus die Staumauer eines größeren Stausees zu treffen. Etwas anderes als den sofortigen Ausstieg aus der Wasserkraft kann also niemand verantworten.

  67. Friedrich sagt am 22. 03. 2011 um 07:11 Uhr:

    @R.A.

    Diese Vergleich AKW mit anderen Energien hinken. Denn egal was man sonst von irgendetwas hält. Die Schäden von AKWS können nicht mal “eben” ausgesessen werden. Mir wäre nicht bekannt, daß man Radioaktivität “abschalten” könnte. Selbst wenn man als die Staumauer plättet (ich bezweifele allerdings, das ein Flugzeug einer Staumauer “kaputt” bekommt) denn wir reden hier nicht von ein paar Zentimetern sondern von mehreren Metern Beton. Und vor kurzem konnte man sehen was von einem Phantom bleibt das gegen eine 2 Meter dicke Betonmauer raselt, das Ding zerlegt sich völlig.

    Also ich bitte zumindest die langfristigen Folgen nicht so “nebensächlich” zu behandeln. Selbst wenn die Staumauer kaputt ist und darunter alles zerstört wird. Kann man dannach da hingehen und “aufräumen”. Man kann nicht einfach nach Tchernobyl hingehen den Betonsarg abtragen und verbrennen oder vergraben oder sonstwas machen. (man kann vielleicht, aber dannach darf man sich auch schon sein Grab schaufeln)

    In Japan wird dasgleich passieren. Wenn das Ding abgekühlt ist wird es unter ein paar Metern Beton begraben und ein Sperrzone eingerichtet. Und das “war’s” dann erst mal.

  68. tigger sagt am 22. 03. 2011 um 10:34 Uhr:

    Selbst wenn die Staumauer kaputt ist und darunter alles zerstört wird. Kann man dannach da hingehen und “aufräumen”. Man kann nicht einfach nach Tchernobyl hingehen den Betonsarg abtragen und verbrennen oder vergraben oder sonstwas machen.

    Die Aufräumarbeiten nach einem Störfall machen also den Unterschied ?
    Sozusagen: 1.000 Opfer eines gerissenen Staudamms sind schnell begraben, aber so ein Betonsarkophag über einem AKW, der verschandelt doch ganz schön die Landschaft.

  69. Friedrich sagt am 23. 03. 2011 um 17:20 Uhr:

    Es geht nicht ums Verschandeln sondern um die Dauer wo die Schäden nachwirken. Um Tschernobyl kann man nach 25 Jahren immer noch nicht zurück. Bei einer Talsperre sobald das Wasser abgelaufen ist. Das ist ein ziemlicher Unterschied

    .

  70. Minerva sagt am 24. 03. 2011 um 09:18 Uhr:

    In einem Land, in dem nur noch den intellektuellen Eliten der Gebrauch der Prozentrechnung geläufig ist und naturwissenschaftliche Ahnungslosigkeit mit der dem Gebrauch von Anglismen kompensiert wird, ist dem Wähler und ganz wichtig natürlich der WählerIn nur schwer eine annähernd realistische Abwägung der bislang bekannten Risiken unterschiedlicher Energieerzeugungen zu vermitteln.
    Deutschland befindet sich fest im Griff eines alternden grünen Starrsinns.
    Die Frage stellt sich doch so: Will man lieber ertrinken, im CO2 ersticken, von Windrädern erschlagen, vom Solarstrom bei Löscharbeiten getötet, unter Starkstromleitungen von außer Kontrolle geratenen Bienenschwärmen erstochen oder verstrahlt werden.
    Ich plädiere für hauseigene Fahrraddynamos zum Antrieb des von Kerzen beleuchteten Klapprechners und hoffe inständig, dass niemend erfährt, dass ich Lobbyist der Dynamoindustrie bin.
    Gegen den Kohlendioxidausstoß der Kerzen erlassen wir noch schnell eine Verordnung, die den Gebrauch von wachsbetriebenen Brennelementen ohne Zusatzfilter verbietet.
    Beim Betrieb des Dynamos ist der Schutzhelm zu tragen,(natülich aus biologischem Anbau).
    Unabhängige Kontrollgremien überwachen vierteljährlich und kostenpflichtig die gesetzeskonforme Umsetzung, während die Handwerkskammern für die Ausrichtung vorbereitender Seminare verantwortlich sind.
    Bei so vielen Kotrollen erübrigt sich die Forderung nachTotalüberwachung, die hat sich bereits etabliert.

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