Konsequent

Eine große Mehrheit der Deutschen kann sich laut einer Umfrage vorstellen, in einem sozialistischen Staat zu leben.

(SPON)

Natürlich. Anderenfalls müssten sie ja auswandern.

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41 Kommentare zu “Konsequent”

  1. 15.03.2010 | 12:44

    Achso. Du bist also Sozialist?

  2. 15.03.2010 | 12:53

    Nach meinem Verständnis von Logik wäre das ein Fehlschluss.

  3. 15.03.2010 | 13:01

    Höhö. Ich kann darüber zufrieden in mich hineinkichern, aber irgendwo tief in mir drin weiß ich, dass du schon ein bisschen übertreibst.

  4. 15.03.2010 | 13:25

    Kann gar nicht sein. Ich bin ein Ausbund an sachlicher Nüchternheit und nüchterner Sachlichkeit.

  5. Klaus
    15.03.2010 | 13:41

    Hmm, vielleicht wird es nun wirklich Zeit, dass sich FDP-Wähler ein Megaphon besorgen ;-)

  6. Heinz
    15.03.2010 | 13:54

    Also ich könnte mir auch gut vorstellen in Norwegen zu leben.

  7. Buenavista
    15.03.2010 | 13:59

    Naja, vorstellen kann ich mir dieses Dasein auch.
    Nur nicht wollen.

  8. 15.03.2010 | 14:13

    Ach, Logik, Schwolig, Rolig. Logik ist, was ihr draus macht!

  9. R.A.
    15.03.2010 | 14:44

    Man kann ja die Staatsquote als Indiz dafür nehmen, wie sozialistisch ein Staat ist. Bei 0% ist er es überhaupt nicht, das wäre dann die (libertäre?) Anarchie, bei 100% wäre der Sozialismus komplett.

    Und bei korrekter Rechnung würden wir da in Deutschland so bei 55% liegen, also etwas mehr sozialistisch als nicht.

    Aber letztlich noch im Bereich, wo man beliebig lange über “Glas halb voll oder halb leer” diskutieren kann.

  10. 15.03.2010 | 14:58
  11. 15.03.2010 | 15:15

    Wieso 55%?

    bei korrekter Rechnung

  12. 15.03.2010 | 15:16

    “Man kann ja die Staatsquote als Indiz dafür nehmen, wie sozialistisch ein Staat ist.”

    Quatsch. Wir Sozialisten wollen ein Absterben des Staates, keinen Staatskapitalismus.

  13. 15.03.2010 | 15:18

    Ihr wollt doch nicht etwa meine kleine Provokation aus Anlass dieser Schwachsinnsumfrage eurerseits zum Anlass einer ernsten Diskussion werden lassen?

  14. F.Alfonzo
    15.03.2010 | 15:20

    @ momorulez: Ja, alle Sozialisten der Vergangenheit und Gegenwart haben sich stets damit hervorgetan, Bürgerrechte zu stärken und die Regierung zu schwächen.
    So lange sie nicht selbst Regierung waren ;)

  15. 15.03.2010 | 15:21

    @MR

    Schöner Beweis dafür, wie schwammig (nicht nur) der Begriff “Sozialismus” ist.

  16. 15.03.2010 | 15:25

    @F. Alfonzo:

    Welche der Gegenwart denn? Und wieso pochst Du ausgerechnet in einem FDP-nahen Blog auf Bürgerrechte? Da der Widerspruch zwischen dem Bourgeois und dem Citoyen im Sozialismus ja eh aufgehoben sein wird durch das dezentrale, in Räten selbst verwaltete Gemeinschaftseigentum an Produktionsmitteln, stellt sich ja eh die Frage, was Du mit Regierung meinst und auch, was mit Bürger.

  17. 15.03.2010 | 15:26

    @F.Alfonzo

    Du hast das nicht begriffen: Wann immer Sozialismus je ausprobiert wurde, ist es nicht der wahre Sozialismus gewesen. Und das ist zwangsläufig so, denn sobald eine endzeitliche Erlösungsvorstellung Kontakt mit der Realität bekommt, verliert sie diese Eigenschaft. Das ist wie mit der Suche nach der größten Zahl.

  18. 15.03.2010 | 15:28

    @Rayson:

    Unter Beweis im streng wissenschaftlichen Sinn stelle ich mir aber was anderes vor – da brauchst Du zumindest die Möglichkeit der Reproduktion von Ergebnissen, und so einen Kommentar wirst Du in genau dieser Form von mir nicht wieder lesen ;-) … und das mit der Schwammigkeit liegt bei mir am Alter. Mit 27 war ich noch richtig knackig. Aber dann geriet ich in die Mühlen des Kapitalismus und alterte schneller …

  19. R.A.
    15.03.2010 | 15:29

    @Christian:
    Mit “korrekter Rechnung” meine ich einerseits, daß wieder alle Steuereinnahmen gerechnet werden. So war das früher auch, bis dann Eichel beschlossen hat, daß alle Steuern, mit denen Ausgaben wie Kindergeld etc. finanziert werden, nicht mehr dazugenommen werden. Und so wird das bis heute vom Ministerium an die OECD gemeldet.

    Zum anderen rechne ich auch staatlich vorgeschriebene Zahlungen wie GEZ oder EEG zur Staatsquote. Das sind ja de facto Steuern, auch wenn sie formal nicht über den Staatshaushalt laufen.

  20. Boris Eichler
    15.03.2010 | 15:30

    …hier geht es eher um die unbewusste Suche nach der größtenm Qual. :-)

  21. R.A.
    15.03.2010 | 15:32

    @momorulez:

    Wir Sozialisten wollen ein Absterben des Staates, keinen Staatskapitalismus.

    War das mit dem abgestorbenen Staat nicht der Kommunismus als Endziel?

    Vollständiger Sozialismus wäre dann so wie bei Müntefering: Alle Einnahmen stehen erst einmal dem Staat zu, und dann kriegen die Bürger etwas davon zugeteilt (ich finde gerade sein Zitat dazu nicht …).

  22. 15.03.2010 | 15:40

    @R.A.:

    Nee, ich habe doch gerade geschrieben, was ich damit meine, und Münte und Sozialismus haben ungefähr so viel miteinander zu tun wie Beethoven und Dieter Bohlen. Deine Staatsfantasien sind alle Effekt der kapitalistischen Ordnung selbst und somit so eine Art liberales Selbstgespräch.

    @rayson:

    Ich weiß doch, dass bei euch eh immer alles darauf hinaus läuft, Ausbeutung und Knechtschaft zu legitimieren, weil alles anderes unrealistisch wäre ;-)

  23. R.A.
    15.03.2010 | 15:42

    @Rayson:

    Wann immer Sozialismus je ausprobiert wurde, ist es nicht der wahre Sozialismus gewesen.

    Nicht ganz.
    Solange die Probephase noch läuft, werden sozialistische Experimente durchaus von vielen Linken als “wahrer Sozialismus” angesehen.

    Nur wenn es dann wieder einmal scheitert, dann will plötzlich keiner mehr je dieser Meinung gewesen sein …

  24. 15.03.2010 | 15:44

    @MR

    Klar, ich weiß. Im Kapitalismus beutet der Mensch den Menschen aus, aber im Sozialismus ist das eben genau umgekehrt.

  25. 15.03.2010 | 15:54

    @R.A.:

    “Nur wenn es dann wieder einmal scheitert, dann will plötzlich keiner mehr je dieser Meinung gewesen sein …”

    Das macht ihr doch bei Finanzkrisen oder kongolesischen Kriegen genau so …

  26. F.Alfonzo
    15.03.2010 | 15:55

    @ Rayson:

    Du hast das nicht begriffen: Wann immer Sozialismus je ausprobiert wurde, ist es nicht der wahre Sozialismus gewesen.

    Hatte ich doch geschrieben, oder nicht? Ist ja ne Binsenweisheit: Ideologie muss zwangsläufig irgendwann zur Farce werden, weil die Realität die entsprechende Literatur nicht gelesen hat.

  27. 15.03.2010 | 16:00

    @F. Alfonzo:

    Wieso Ideologie? Die entsteht sowieso notwendig aus den ökonomischen Verhältnissen, kann man doch bei Marx lesen und hier im Blog immer ganz gut verifizieren … beim Sozialismus handelt es sich eher um eine Zielvorstellung.

  28. 15.03.2010 | 16:03

    Staat und sozialismus:
    @momorulez hat recht: Der sozialismus führt zum absterben des staates, wie lenin darlegt. Allerdings erst nachdem die arbeiterklasse die herrschaft über ihn erlangt hat. Ich meine, das absterben des staates und die verwirklichung des kommunismus steht kurz bevor, weil auf allen politischen ebenen bis hin zur EU mittlerweile kernpunkte des wissenschaftlichen sozialismus umgesetzt werden.

  29. F.Alfonzo
    15.03.2010 | 16:08

    Das macht ihr doch bei Finanzkrisen oder kongolesischen Kriegen genau so …

    Richtig, vor allem das mit den kongolesischen Kriegen, lol.

  30. 15.03.2010 | 16:35

    @politbürokrat:

    Dann besteht ja noch Hoffnung …

    @F. Alfonzo:

    Lies Dich da mal ein, anstatt rumzugackern, das ist zwar absolut fürchterlich und entsetzlich, aber hochinteressant, wie französische und us-amerikanische-Wirtschaftsinteressen noch nach dem Genozid in Ruanda – zu dem diese Interessen auch beitrugen – einen lange währenden Konflikt mit Millionen Toten beförderten. Und diese Interessen sind ja keine im engeren Sinne staatlichen, sondern die nationaler Konzerne.

    Sorry, ich bekenne, damit ein anderes Fass aufgemacht zu haben, ich habe da gerade was gelernt. Und zumindest Rayson hat sich ja oft für Afrika und die Lage dort interessiert.

  31. tigger
    15.03.2010 | 17:00

    Eine große Mehrheit der Deutschen kann sich laut einer Umfrage vorstellen, von den Erträgen einer Minderheit zu leben, und diese als “Gemeinschaftseigentum” zu bezeichnen.

    Yep. Count me in.

  32. F.Alfonzo
    15.03.2010 | 17:14

    @ momorulez:

    Was ist jetzt das Problem? Die Konzerne? Der Staat? Staatskonzerne? Sozialismus? Liberalismus?

    Kenn mich nicht mehr aus, sorry *ausklink* :)

  33. 15.03.2010 | 17:17

    Je kürzer der Beitrag, desto mehr die Kommentare. Verrückt. :)

  34. Heinz
    15.03.2010 | 17:33

    Bin ich eigentlich Sozialist, wenn ich die relativ hohen Staatsquoten in Skandinavien und Kontinentaleuropa nicht so unglaublich schlimm finde, bzw. muss ich im gleichen Atemzug moralische Verantwortung für Schreckensregime wie Vietnam, Kambodscha, DDR, Kuba und UdSSR zuschustern lassen?

  35. Heinz
    15.03.2010 | 17:34

    Da fehlt ein “mir”. Dir Frage aber bleibt.

  36. 15.03.2010 | 18:32

    @Momo:

    Die entsteht sowieso notwendig aus den ökonomischen Verhältnissen, kann man doch bei Marx lesen und hier im Blog immer verifizieren

    Das ist Absicht. Wir sind stets im Einsatz um die unverrückbaren Wahrheiten des Propheten (ach ne, war ja lupenreine Wissenschaft) für euch zu bestätigen. Hat sicherlich eine therapeutische Wirkung (fragt sich nur ob mehr für euch oder für uns). Der Liberale kann auch Altruist sein.

  37. 15.03.2010 | 18:44

    @Heinz

    Zumindest findest du offensichtlich sozialistische Ansätze gut. Aber um den Titel “Sozialist” musst du dich bei anderen bewerben.

  38. 15.03.2010 | 18:46

    @Christian

    Man muss anscheinend Raum für Fantasie lassen. Aber tatsächlich leide ich von Anfang an darunter, dass meine subjektiv durchdachtesten und besten Beiträge in Sachen Resonanz keine Chance im Vergleich zum Hingerotzten haben. *schnief*

  39. 15.03.2010 | 19:31

    @Googlehupf:

    Bei dieser Art von Ideologie, die ich zu skizzieren versuchte, geht das gar nicht absichtlich, also, sie absichtlich zu vertreten … die passiert einem, gewissermaßen, und man hält sie für wahr.

  40. 15.03.2010 | 21:30

    @Momo
    Da du das Objekt durch den Begriff Ideologie markierst und Sozialismus ja nur eine “Zielvorstellung” aber keine Ideologie sei, fühl’ ich mich mal im weitesten Sinne angesprochen (ich war mir erst nicht sicher auf was sich deine Skizze bezog).

    Erstmal finde ich es äußerst praktisch (aus Gründen der Verantwortung), dass unsereins sowas einfach “passiert” – aber das nur nebenbei. Das Ideologie auch was mit dem Versuch des Erkennens einer vermeintlichen Wahrheit zu tun hat liegt nicht fern. Ob man sich daraus eine 1A-Wahrheit zusammenbasteln kann will und sollte steht auf einem anderen Blatt.

    Womit wir aber wieder bei deiner erstgenannten Feststellung sind. Zu ‘ner sozialistischen Zieldefinition gehört auch ein Unterbau. Da müssen ja irgendwie vorher Kontext, Sprache, Werte, etc. definiert werden. Ganz ohne Weltanschauung (man könnte fast sagen: Ideologie) IMHO schwierig. Da ist doch irgendwie der ganze Teich betroffen wenn Sediment und Untergrund halten sollen. Warum der eine jetzt Ideologie vertritt aber der andere nur ne Zielvorstellung hat leuchtet mir daher nicht ein. Außerdem darf man sicherlich bei Zielvorstellungen auch mal über den Weg dorthin reden – der Zweck heiligt angeblich nicht zwingend die Mittel.

  41. 15.03.2010 | 23:02

    @Googlehupf:

    Nimm mich mal in dieser Diskussion nicht zu ernst, mal ab von dem zu den kongolesischen Kriegen, was als Thema echt spooky ist – ich karrikiere doch vor allem klassisch-marxistische Theoreme, und das mit dem Ideologiebegriff ist so ein Knackpunkt, dieses Postulat mit dem “falschen Bewusstsein”, an dem ich schlicht selbst mein Leben lang knabbern werde, weil das zugleich richtig und falsch ist, logisch unmöglich also, und trotzdem ist was dran, und gleichzeitig auch nicht.

    Ideologie in diesem Sinne ist ja was anderes als eine Zielsetzung, sondern letztlich den falschen Verhältnissen geschuldetes falsches Bewusstsein. Ideologie ist im Gegensatz zu Wahrheit zu denken, aber nicht einfachhin falsch in einer bestimmten Denk-Tradition.

    Und bevor jetzt alle zu recht über mich herfallen, weil dieses Theorem wirklich verdammt viel Unheil angerichtet hat (und von manchem hier ständig in Anspruch genommen wird, wenn es um vermeindliche Deformierungen durch den Sozialstaat geht): Ich würde das nicht ungebrochen vertreten.

    Und selbst wenn in meinem Herzen der Sozialismus als Zielvorstellung wohnt, nee, auch ich habe kein Programm, wie man da hin kommen könnte. Keine Sorge.

    Was Programme betrifft, wissen doch hier eh immer alle alles besser ;-)

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