11. März 2010
Der war’s!
Im Moment wird viel über die Krise in Griechenland geredet. Die dortigen Regierungen haben eine Tradition gepflegt, über zunehmende Verschuldung Wohltaten für Pressure Groups zu finanzieren. So weit, so wenig ungewöhnlich. Nur hat man es dort etwas übertrieben, indem man zum einen versuchte, die wahre Lage nicht nur mit den üblichen Tricks, sondern auch mit plumper Fälschung zu verschleiern, und indem man zum anderen ein wenig zu sehr von diesem süßen Honig kostete. Jetzt ist der Katzenjammer natürlich groß, und gerade die deutsche Regierung will und kann es natürlich nicht zugeben, dass eben das, nämlich hemmungslos über die eigenen Verhältnisse zu leben in der begründeten Hoffnung, der Pappi bzw. die Bundesmutti würden das bedauernswerte Kind schon nicht ins Unglück rutschen lassen, eine natürliche Versuchung innerhalb von sich als Schicksalsgemeinschaft begreifenden Gemeinschaften ist, so wie es einer veralteten Denke anhängende deutsche VWL-Professoren schon immer geunkt hatten, wie es aber auch Teil einer umfassenderen Kritik sein kann.
Um von all dem abzulenken, präsentiert uns die Politik einen neuen Feind: die Spekulanten. Nebenan beim Antibürokratieteam hat Sascha Tamm einen schönen Beitrag dazu geschrieben, dem ich noch diese Links hinterherschieben möchte:
“Wirrnis und Wahrheit” (FAZ)
“Euro-Spekulanten gehen leer aus” (Handelsblatt)
“Elf Wahrheiten über „finanzielle Massenvernichtungswaffen“” (Handelsblatt)
Aber Vorsicht: Dieses Wissen, das in den öffentlich-rechtlichen Qualitätsmedien noch nicht angekommen ist, könnte Sie am Stammtisch oder in Ihrem Ortsverein auf unangenehme Weise isolieren. Jetzt, wo man den geeigneten Täter gefunden hat.
Verfasst von Rayson um 22:18 Uhr in der Kategorie Politik,Wirtschaft,Wirtschaftspolitik (Trackback)
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