Säuberungen
Wenn die gesamte Menschheit erst einmal dazu gebracht worden ist, sich völlig in den Dienst der überragenden Idee zu stellen, die nicht weniger als die Rettung der Welt zu ihrem Ziel gemacht hat, dann wird es Zeit, die Gesellschaft von jenen reaktionären Elementen zu säubern, die bisher das Vorankommen der Idee behindert haben. Und die finden sich – wie kann es auch anders sein – in einer Verschwörung von Medien, Konzernen und Lobbygruppen, vor allem in Amerika, beim Großkapital, wo kleine Gruppen die Menschheit schon immer beherrschen wollten.
Werden diese Klimaverschwörer, die vor allem in den Vorstandsetagen transnationaler Energiekonzerne, in einflussreichen Medienunternehmen und konservativen Denkfabriken zu finden sind, sich für ihr Treibern (sic!) verantworten müssen? Genau dieses forderte James Hansen Mitte vergangenen Jahres. Die Vorstandsvorsitzenden der an der Desinformationskampagne beteiligten Konzerne seien sich durchaus im Klaren darüber, was sie anrichteten, und müssten “für die Verbrechen gegen die Menschheit und die Natur” zur Verantwortung gezogen werden.
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/31/31706/1.html
Abweichende Meinungen sind kein Fall von wissenschaftlicher Debatte, sondern ein strafwürdiger Verstoß gegen das Dogma. Das kennt man ja schon von früher. Ich denke eigentlich, dass es ausreichende Beweise für den Klimawandel geben dürfte und denke angesichts einer sehr großen Einigkeit unter Klimaforschern, dass es ihn wohl gibt und er vermutlich menschengemacht ist. Aber solche Forderungen und der augenblickliche Dauerbeschuss in den Medien machen mich da wieder skeptisch.
bisher 55 Kommentare » Kommentare
Ich bin ein großer Freund der Wissenschaft. Medizin, Mathematik, irgendwann werde ich mich wohl auch hoffentlich der Physik und vor allem auch der Chemia widmen können.
Wenn es mir erstmal gelungen ist die Zufriedenheitsgrenze durch erzielte Gewinne am Aktienmarkt zu erreichen und ich mir alle materiellen Träume erfüllen kann, wirklich nie wieder produktiv sein muss und meine außergewöhnlichen Fähigkeiten voll und ganz in den Dienst der Menschheit stellen kann.
Wie es diverse Nichtsnutze schon jetzt auf Kosten des Steuerzahlers machen.
Doch zurück zum Thema:
Obwohl mich das Thema “Klimawandel” interessiert, konnte mich bislang noch niemand auch nur ansatzweise von einer Verursachung durch Menschen, geschweige denn überhaut schon vom Vorliegen eines Klimawandels überzeugen.
Was wir als “Wandel” erleben, kann genauso gut auch eine natürliche Schwankungsbreite sein.
Alleine die Tatsache, dass “die anderen” das ebenso gut wissen wie ich, steigert leider beträchtlich meine Geringschätzung der Gesellschaft.
@Karsten
Dein Beitrag passt nahezu perfekt zum Artikel des Herrn Lorenz Jäger (der übrigens damals mit seiner Ernennung der Freiheitskämpfer in Ungarn 1956 zu Antisemiten und Faschisten für meine Abo-Kündigung mitverantwortlich war) heute in der FAZ. Der Artikel ist nur gegen Entgelt zu erhalten, aber SPON hat eine Zusammenfassung). In dem Text entlarvt Jäger – man halte sich fest – mittels gegenseitiger Verlinkungen(!) ein Netzwerk von lauter Ex-Trotzkisten, die, von den Großkonzernen finanziert, hinter den “Klimaskeptikern” stecken. Das ist fast ungefähr so, wie sich das linke Klein-Fritzchen die Welt vorstellt (vielleicht sollten es bei denen lieber “Neue Rechte” als “Ex-Trotzkisten” sein, aber diese Benamsung lässt sich ja nachholen).
Aber genau das ist doch der Sinn der Katastrophenszenarien. Widerstand und Zweifel sollen als Verbrechen gegen das Überleben der Menschheit dämonisiert werden, gegen das mit aller staatlichen Härte vorzugehen ist. Würde man die “Klimaschutz-”Flanken nicht so absichern, ginge auf dem langen Pfad von der Anerkennung der Existenz eines Klimawandels über den Anteil, den das CO2 daran hat, bis zu den durchzudrückenden politischen Maßnahmen unterwegs zu viel verloren, weil die wissenschaftliche Basis entlang des Wegs immer dünner wird.
An irgendwas hat mich das erinnert, und tatsächlich: Die Zitate aus tp sind älter und wohl auch schon durch die Blogs gegangen. Aber der Autor macht sie sich ja jetzt zu eigen.
@DSadO:
Ich verstehe gar nichts von Meteorologie, noch weniger von Klimaforschung. Wenn aber ein Großteil der Klimaforscher übereinstimmend zu der Ansicht gelangt, dass es wohl einen Klimawandel gibt und dieser aller Wahrscheinlichkeit nach einen anthropogenen Faktor hat, der beachtlich ist, dann gehe ich aufgrund meiner eigenen Ahnungslosigkeit zunächst einmal davon aus, dass sie recht haben.
Ich werde aber sicherlich nicht die Fackeln entzünden und die Mistgabeln auspacken, wenn ein Wissenschaftler eine abweichende Meinung vertritt. Ebensowenig werde ich diesem sofort begeistert folgen und öffentlich verkünden, dass der Klimawandel Quatsch ist; diese Beurteilung überlasse ich dem wissenschaftlichen Prozess.
Von zwei Dingen verstehe ich aber etwas mehr: Das ist zunächst einmal der wissenschaftliche Prozess, den ich in Grundzügen verstanden habe. Wird dieser mit großer Hektik außer Kraft gesetzt (“Es ist keine Zeit für sorgfältige Überprüfungen, wir müssen jetzt handeln!”), dann macht mich das zumindest einmal sehr skeptisch.
Noch etwas mehr verstehe ich von politischen Entscheidungen und ökonomischen Abwägungen (nicht von Ökonomie selbst, wohlgemerkt) – und wenn man mir nicht klar machen kann, dass eine Entscheidung ökonomisch sinnvoller ist als eine andere, dann braucht es schon sehr gute Gründe, um mich dazu zu bringen, sie zu unterstützen.
@Rayson:
“Neue Rechte” sind offenbar ziemlich oft “Ex-Trotzkisten”.
[...] – Put oil firm chiefs on trial, says leading climate change scientist / via Karsten – Säuberungen [↩] « Elie Wiesel mag die Meinungsäusserungsfreiheit nicht Geschrieben von [...]
@Karsten:
Ist wohl so, aber:
Das ist sehr umstritten. Und da gibt es weder einen Konsens noch einen “Großteil”, sondern da gibt es eigentlich nur die Behauptungen des IPCC. Und das ist ein politisches Gremium außerhalb der Wissenschaft.
Ansonsten empfehle ich dazu die Diskussion in “Zettels Raum“.
Es ist ja tatsächlich so, daß “Klima” von einem großen Teil der IPCC-Fans völlig losgelöst von Wissenschaft (oder gar Ökonomie) als Religion zelebriert wird. Da überrascht nicht, daß auch eine Inquisition gegen Ungläubige und Ketzer gefordert wird. Und wie beim historischen Vorbild kommen solche Ideen erst dann auf, wenn ein Teil der Gläubigen sich von den gelehrten Dogmen abzuwenden droht und die Pfründen in Gefahr geraten.
@R.A.:
Als “beachtlich” (oder Synonyme davon) bezeichnen ihn aber eigentlich fast alle Meteorologen und Klimatologen, die ich dazu bisher gehört habe.
@ Karsten
Immerhin will dieser James Hansen die Verantwortlichen vor ein Gericht stellen. Das ist mehr als jenen Menschen vergönnt war. Hier sollen doch keine Meinungen unterdrückt werden, sondern es geht um die Frage ob ein Personenkreis zur Verantwortung gezogen werden kann, der politische Entscheidungen manipuliert, mit der Folge, dass viele Menschen um ihr Leben und ihren Besitz fürchten müssen falls die Voraussagen der Mehrheit der Klimaforscher zutreffen. Und das ist legitim. Allerdings nicht unbedingt praktikabel – nicht nur der Beweisführung wegen.
@Klaus:
Man nennt das auch “Beteiligung an der politischen Willensbildung”. Jemanden zu verurteilen, der Politiker oder Beamte besticht, finde ich in Ordnung. Jemanden dafür zur Verantwortung ziehen zu wollen, dass er eine andere wissenschaftliche oder politische Meinung vertreten hat, ist mitnichten legitim. Und öffnet gefährliche Türen und Tore.
@Klaus:
Ach, und was die Luftanschläge von Kunduz mit dieser Diskussion zu tun haben, offenbart sich vermutlich nur Dir, oder?
@ Karsten
Was die “Luftanschläge” mit der Diskussion zu tun haben? Da könnte ich billig antworten, dass sie so viel damit zu tun haben, wie das von Dir Zitierte und Deiner Überschrift “Säuberungen”, was ja historisch bedingt mit Massenmord assoziiert wird. Zudem habe ich langsam das Gefühl, dass das Recht der gehobenen Mittelklasse einen spritschluckenden SUV zu fahren wichtiger ist als das Leben von 10 Afghanen.
Ein Konsens existiert nicht.
http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/das-maerchen-vom-konsens/
Selbst wenn es ihn gäbe, bewiese er gar nichts. Climategate zeigt zudem, daß sich nicht einmal die Alarmisten selbst so sicher sind, andernfalls hätten sie solche Methoden gar nicht nötig.
Um mich kurz zu fassen, greife ich nur zwei Punkte raus, wo die Alarmisten fundamental falsch liegen.
1) Eine plausible physikalische Erklärung, wie der angebliche anthropogene Treibhauseffekt funktionieren soll, gibt es nicht. Mit dem Treibhauseffekt im Gewächshaus kann er übrigens schon deshalb gar nichts zu tun haben, weil es so etwas wie eine Konvektion unterdrückende Glasscheibe in der Athmosphäre gar nicht gibt. Kurz gesagt behaupten die Anhänger des Treibhauseffektes, CO2 in der Tropopause würde die IR-Strahlung zur Erde zurück reflektieren. Das widerspricht dem 2. Hauptsatz der Thermodynamik (Wärmeübertragung immer von warm zu kalt, niemals umgekehrt), außerdem kann CO2 in der Luft gar nicht reflektieren. Übrigens widerlegen auch Messungen die “Rückstrahlung” auch der Troposphäre.
http://www.klimanotizen.de/Das_Skeptiker-Handbuch_3.0_kurz_96dpi.pdf
Die deutschen Physiker Gerlich und Tscheuschner haben die nicht vorhandenen physikalischen Grundlagen des anthropogenen Treibhauseffektes ausführlichst auseinandergenommen:
http://www.schmanck.de/0707.1161v4.pdf (kürzerer Vortrag von Gerlich auf deutsch: http://www.schmanck.de/gerlich/Vortrag%20Leipzig.m.ZF.pdf )
2) Co2-Konzentration folgt der Temperatur und nicht umgekehrt. Erdhistorisch ist das unstrittig, sogar in der Graphik in Gores Propagandafilmchen konnte man das erkennen. Die CO2-Konzentration steigt mit einiger Verzögerung, NACHDEM die Temperatur steigt. Es ist vollkommen unstrittig, dass sich erwärmendes Wasser ausgast und CO2 an die Athmosphäre abgibt. Wie hilft sich ein Klimalarmist, der ja gerade das Umgehrte “beweisen” will, nämlich dass CO2 die Temperatur erhöht? Wenn immer die herrschende Klimalehre in allzu offensichtlichem Widerspruch zur Realität steht, behilft man sich mit sog. “Rückkopplungen”. In diesem Fall soll der behauptete (aber nicht existente, siehe oben) anthropogene Treibhauseffekt dazu führen, dass die Ozeane CO2 an die Athmosphäre abgegeben, das den angeblichen Treibhauseffekt verstärkt und das zur Klimaapokalypse führt. So hat man dann nicht ungeschickt verschleiert, dass man Ursache und Wirkung vertauscht.
Klimadogmatiker hin oder her , es ist ja nicht so das “ihr” Marktradikalen weniger dogmatisch wärt. Nicht nur das “ihr” von euch selber behauptet die Wirtschaft besser zu verstehen als alle andere, sondern eure einzige Antwort auf alle Fragen ist auch ganz platt immer gleich, nämlich mehr Markt, ohne auch nur eine Sekunde darauf zu verschwenden das es neben der schöpferischen Seite des freien Marktes auch IMMER eine zerstörerische Seite gibt, selbst Adam Smith hat darauf mehrmals hingewiesen.
Stadtessen werden Menschen von “euch” als reine Produktionsfaktoren gesehen und Volkswirtschaften sollen nach Modellen aus der BWL, ohne jede wissenschaftliche Grundlage, geführt werden, beinahe wie Privatunternehmen. Das handeln des Staates wird einzig nur noch von den Interessen des Kapitals beherrscht.
Das konsequente Auslassen der einfachen Wahrheit über die Zerstörungskraft die dem freien Markt eben auch innewohnt und das vehemente verteidigen des TINA Prinzips, mit allem was da an Entmenschlichung dazugehört erfüllen eigentlich alle Bedingungen eines antihumanistischen Dogmatismus, Diktatur des Proletariats bzw. Diktatur des Kapitals sind nur zwei Seiten einer Medaille
Die Klima-SS droht schonmal mit Genickschuß! Ist irgendwer überrascht? Auch daran sieht man, wie illusionär es war, zu glauben, wir lebten in post-faschistischen Zeiten.
Übrigens peinlich für die Hoppe-Häschen von ef, wenn Hoppe-Buddie Lorenz Jäger jetzt die Klima-Taliban unterstützt!
Wenn man das als Satire erfindet, glaubt’s einem keiner.
Aber sowas gibt es wirklich.
Es gibt sowas.
Ja, solche Leute existieren.
Und das glaubt einem keiner.
@Markus
Hast du irgendwann auch mal wieder Kontakt mit der Realität?
@ Rayson
Wenn ich mich hier so umschaue … Inquisition, Säuberungen, Genickschuss … dann musste Markus seinen Realitätsbezug beim Türsteher am Blogeingang abgeben. *duckweg*
Der Türsteher ist schon lange zu Baghwan geflüchtet.
Ich bin auch ein unverbesserlicher Klimagläubiger. Unter Liberalen ist das ja nicht en vogue und ich fühle mich da etwas ausgeschlossen. Aber ich kann nicht anders. Ich lese viel von der Achse des Guten, Maxeiner, Mirsch und Peiser, aber ich kann den Klimaskeptikern einfach nicht ganz glauben, so sehr ich mich auch anstrenge. Ernsthaft. Ich habe es wenigstens versucht, mea culpa!
Sign or resign?
Wie man “wissenschaftlichen Konsens” schafft:
http://www.timesonline.co.uk/tol/news/environment/article6951029.ece
Telepolis ist halt linkslastig und grün, und die die dort schreiben neigen dazu gespenster zu sehen.
Von daher gebe ich nur selten etwas drauf, was dort steht.
Ich denke, das es durchaus Interessensgruppen gibt, die das Thema Klima auf die lange Bank schieben wollen, um kurzfritig noch von laxen Vorschriften zu profitieren. Beispiel USA: Besteuerung von SUVs.
Dies ist halt dem gedanken an kurzfritigen Renditen geschuldet, und blendet das Problem der beschränkten Reserven aus.
However, ich bin nicht paranoid und unterstelle den Firmen pauschal Klimawandel zu ignorieren, ein solches Verhalten findet man eher in poltischen Gruppierungen, die nicht von der Ratio, sonder eher von der Religion getrieben werden und denkend as es eine höhere macht entweder richten oder in naher zukunft recht sprechen wird.
Die Panikmache von Linken die krampfhaft den Klassenkampf, nun im Deckmantel der Klimapolitik heraufbeschwören wollen, sind jedenfalls keinen deut besser und tragen nicht zu einer Pragmatisierung der Debatte bei.
Was meinst Du denn? Den Radikalenerlaß? Den Antikommunismus? Den Irak-Krieg?
@Klaus:
Hm, “Luftanschläge” war schon ein komischer Verschreiber, das gebe ich zu… und dennoch haben sie nichts, aber auch gar nichts mit dem Thema zu tun. Und bei der Frage der CO2-Ersparnis geht es eben nicht um “spritschluckende SUVs”, sondern um immer ineffizientere Stromproduktion mit steigenden Kosten auch für die untersten Einkommensgruppen, um steigende Baukosten (und in der Folge auch Mietnebenkosten) aufgrund von immer höheren Auflagen (siehe Tübingen), die dann auch wieder von allen, auch den einkommensschwächsten Gruppen, bezahlt werden müssen.
@TF:
Kann ich nicht beurteilen. Mengels nötiger Fachkenntnisse muss ich mich an die Informationen halten, die ich dazu bekomme (und abwarten, ob es den Skeptikern gelingt, die Fachleute zu überzeugen). EIKE scheint mir aber wenig wissenschaftlich, mehr propagandistisch zu arbeiten:
Das scheint mir keine sehr gelungene wissenschaftliche Argumentation…
@markus:
Ich lache mich immer scheckig, wenn mich jemand als “marktradikal” bezeichnet. Ist aber auch ein netter Ausgleich dazu, dass ich ständig als Sozialdemokrat aus der Gemeinschaft der Liberalen ausgeschlossen werden soll…
nochmal @Klaus:
Das mit dem Genickschuss ist natürlich echt schrill, ebenso, wie die “Klima-SS”. Aber wenn Du mal genau hinsiehst, wirst Du sehen, wer das geschrieben hat. Und Dominik neigt nun mal zum Clownesken.
Mein eigener Begriff “Säuberungen” ist bewusst gewählt, weil der zitierte Autor ja die politischen Aktivitäten der Klimaskeptiker gleich als “Verbrechen gegen die Menschheit” kategorisiert hat und sie entsprechend bestraft sehen will – also in ähnlicher Größenordnung wie Völkermörder, eine Art Nürnberger Prozesse gegen Leugner des anthropogenen Klimawandels. Findest Du das nicht erschreckend?
@Heinz:
Ich habe das ja oben schon geschrieben – ich verstehe von der Sache einfach zu wenig, gehe aber mangels besseren Wissens davon aus, dass es diesen anthropogenen Klimawandel wohl gibt. Mich beschäftigt mehr das “Drumherum”, die Anzeichen von Verstößen gegen die wissenschaftliche Methode, die Propaganda, und solche Forderungen wie die im verlinkten Beitrag erhobene.
@Jaquento:
Es sind nicht nur linke, die die Hysterie um den Klimawandel ins Unermessliche steigern. Die Ökoreligion hat auch unter Konservativen ihre Anhänger.
@momorulez:
Ein eher blöder Kommentar, unter Deinem Niveau, finde ich. Was ich meine, ist anhand des Textes ja wohl zu erkennen. Betrachtest Du solche Forderungen nicht als extrem, sind sie nicht kritikwürdig? Was der TP-Mensch sich da so zusammenschreibt, also bitte…
Was ich übrigens von Radikalenerlass und Irak-Krieg halte, solltest Du wissen.
@ Karsten
Aua, also dieses chaotische Zusammenwürfeln ist schon erschreckend, du *willst* bestimmt noch einmal über diesen Absatz nachdenken… oder ich muss revidieren was ich von den Nürnberger Prozessen weiß
Im Übrigen bin ich froh, dass Du aus jener Diskussion geläutert hervorgegangen bist und jetzt wissenschaftliche und politische Meinungen ohne wenn und aber verteidigst!
Ich kann ja hier nicht jedes Mal das Niveau hier in den Kommentarspalten heben, wenn ich zufällig mal hier bin
… abgesehen davon ist der Verweis auf die Allgemeinheit einer Struktur nicht blöde.
Vielleicht sollten wir “Wissenschaft” in “Glaubensschaft” umbenennen.
Ich habe in der Diskussion um AGW noch kein einziges Mal die Wörter “wissen” und “haben bewiesen” gehört, sondern nur “glauben”, “meinen”, “nehmen an”.
Zum Konsens:
http://www.cbsnews.com/blogs/2009/12/08/taking_liberties/entry5933353.shtml
hätte jetzt erwartet, dass lorenz jäger auch klimaskeptiker ist…
seine beschreibung ist natürlich eine self-fulfilling prophecy. wenn mit öffentlichen geldern nur klima-alarmisten gefördert werden, dann werden die klima-skeptiker automatisch an den rand gedrängt. und am rand hats natürlich auch einige spinner..
irgendwie ist das etwas wirr, wenn die klimaleugner alle solche trotzkisten sind, warum sind sie dann industrienah und werden von zig unternehmen gesponsert?
jäger tut grad so, als wäre so ein sponsoring verwerflich.
naja, für die faz ist im moment eh nur akzeptabel, was die cdu unterstützt. schrecklich.
Man darf wohl ruhig behaupten, daß es derzeit reichlich viel Dogma in wissenschaftlichen Dingen gibt. Und die Kampagnen gegen die “Nichtgläubigen” haben schon sehr groteske Züge angenommen. Es sieht alles sehr nach religiösen Kreuzzügen aus und was dazu kommt Massenhysterie. Wenn so etwas auftritt, dann wird alles was man gegen diese Hysterie sagt nur umgedeutet, als “blind”, “dumm”, “ignorant”, “gekauft” etc. Es gibt anscheinend immer neue Hysterieströme. Man schau sich einmal die Kommunistenhysterie in den US so in den 50ern an. Oder die Terroristenhysterie nach den Anschlägen auf das World-Trade-Center. Man schau aber auch mal wie diese Sachen schnell unter den Teppich gekehrt werden. Was war damals noch mit Powell? Der Irak hat mich Sicherheit, biologische oder chemische oder Atombomben. Und was kamm heraus?
Es ist anzunehmen, daß vielleicht schon in 10 Jahren oder so, der Klimawandel “vergessen” wird oder vielleicht umgekehrt oder was auch immer. Nur die Dogmatiker werden Ihr Fähnchen schneller in den Wind hängen als ein Skeptiker A sagen kann.
Es wäre einfach nur wünschenswert, daß all die Klimaapologeten und auch die Skeptiker Ihre Daten veröffentlichen müssten. Es sieht aber so aus als ob dieses wissenschaftliche Instrument gerade von den lautesten Schreiern der Klimaänderung als “top-secret” behandelt werden. Und das ist das Riesenproblem, und nur darauf beruht meine Skepsis….
Friedrich, wenn Sie schon Powell kritisieren wollen, warum kritisieren Sie dann nicht, was er gesagt hat, statt irgendwelcher Hirngespinste, die sie sich selbst ausdenken?
Interessant wie hier die realitätsblinden Wirtschaftsliberalen als die größten Doktrinäre die ich kenne, vorgeben jeglichen Dogmatismus abzulehnen.
Immer zu behaupten das staatsregulatorische Maßnahmen nicht etwa eine unvermeidliche Reaktion auf die inhärenten Widersprüche des Kapitalismus, wie Krisen und sozialen Verwerfungen seien, sondern vielmehr als Abweichungen von der reinen Lehre diese Krisen erst verursachen, ist an Dogmatismus kaum zu übertreffen.
@Markus:
Es würde unsere Diskussion möglicherweise voranbringen, wenn Du meine Antworten auf Deine Kommentare lesen würdest, bevor Du sie wiederholst.
@Klaus:
Wenn jemand verlangt, dass Leute wegen “Crimes against Humanity” vor Gericht gestellt werden sollen, dann entspricht das den Nürnberger Prozessen, dem ICTY oder ähnlichen Prozessen. Wenn Du aus meinem Absatz herauslesen willst, dass ich die Nürnberger Prozesse ablehnen würde, dann zeigt das Lesekreativität. Im Gegenteil, ich finde es erschreckend, dass jemand einen solchen Begriff, der bisher auf Nazigrößen und extremste Kriegsverbrecher angewandt wurde, jetzt auf politische Gegner in der Diskussion um den Klimawandel angewandt sehen will. Wird jetzt klar, was ich meine?
Das mit der anderen Diskussion verstehe ich nicht. Möchtest Du mir vielleicht erläutern, was Du mit Deinem für mich etwas kryptischen Kommentar sagen willst?
@MR:
Gib Dir doch wenigstens Mühe!
Wenn ich näher darüber nachdenke, verstehe ich aber vielleicht, was Du sagen willst. Ja, der Radikalenerlass war vermutlich eine ähnliche Maßnahme wie die Forderung, die ich kritisiere, nur dass ein Berufsverbot wohl das geringste Strafmaß wäre, das bei “Crimes against Humanity” verhängt werden könnte. Wenn Du mit “Der Antikommunismus” McCarthys Hexenjagd meinst, dann stimmt der Vergleich durchaus, mit derselben Einschränkung. Aber die vergleichbare Struktur beim Irakkrieg wird mir nicht ganz klar, vielleicht magst auch Du näher erläutern?
@Friedrich:
Sie dürfen ihre Daten ja nicht veröffentlichen, weil diese nur kostenpflichtig zu erhalten sind. Ein Fall, bei dem ich zustimme, dass die kapitalistische Verwertungslogik einen echten Schaden für die Wissenschaft verursachen kann.
@califax:
Das scheint mir so ziemlich das zu sein, was Friedrich gemeint hat…
@Karsten
Ich habe dich doch gar nicht persönlich angesprochen, mag ja sein das du kein Wirtschaftsradikaler bist.
Nein, Karsten. Diese Aussage hat Friedrich erfunden.
http://www.cfa.harvard.edu/news/archive/pr0310.html
Es gibt keinen größeren Fanatiker als den, der all jene des Fanatismus anklagt, die nicht seine Meinung teilen. –Ali Shir Nava
http://www.huffingtonpost.com/2009/12/12/climate-change-science-no_n_389783.html
http://econlog.econlib.org/archives/2009/12/borensteins_bia.html
@Karsten:
Es ging mir schlicht um die Haltung, eine historische Vision zu verkörpern, sozusagen on top of the historische Entwicklung, da Avantgarde zu sein. Irak-Krieg ist da schon ein ganz gutes Beispiel, weil da bis in DIE ZEIT hinein ja davon ausgegangen wurde, einen Beitrag zur Demokratisierung der Welt zu leisten. Ich konnte ja deshalb nie einfach so dagegen sein, anders als andere aus “meinem Lager”. Ein anderes Beispiel wären Förderungen und Sanktionen gegen afrikanische Staaten, je nachdem, ob sie nun Vorstellungen des “freien Marktes” befolgen oder auch nicht (die, die sie befolgt haben, sind in der “Finanzkrise” dann in sich zusammen gefallen, meines Wissens).
Also:
Da ist mein Einwurf reinste Poppersche Hegel-Kritik, glaube ich.
@Markus
Du hast deine dogmatische Position ja dankenswerterweise bereits formuliert:
“Alle staatsregulatorischen Maßnahmen sind unvermeidliche Reaktionen auf die inhärenten Widersprüche des Kapitalismus.”
Dass der Dogmatiker die Nichtannahme seines Dogmas durch andere selbst als Dogmatismus bezeichnet, ist jedoch wirklich sehr bizarr.
Es ist doch historischer Fakt das soziale Errungenschaften, zumindest in einigen Gebieten der Erde erkämpft wurden und vor allem werden mussten, und nicht der freie Markt sie herbei gezaubert hat.OK sie sind nicht unvermeidlich , dort wo sich die Menschen tatsächlich noch völlig “frei” am Markt prostituieren müssen geht es ihnen weiterhin so wie z.Z der ind.Revolution, oder noch schlechter.
Menschliche Arbeitskraft lässt sich eben nicht Vierteln,auf Halde legen oder gar “verschrotten” (letzteres ginge durch Mord natürlich schon) Der Mensch existiert eben weiter und verbraucht vor allem auch weiter, deswegen können sich Menschen auch nicht auf einem “freien” Markt, vor allem nicht auf Augenhöhe mit den Interessenten, anbieten ohne das wir in Zustände zurückfallen die keiner will.
@Markus:
Das ist der Punkt, wo ich auch immer eher links als marktorientiert fühle, denke und argumentiere – wer nur seine Arbeitskraft anzubieten hat und weiter fressen muss, der ist auch auf dem freien Markt grundsätzlich gegenüber den Nachfragern im Nachteil. Aber mit dem Thema des Beitrags hat das schon nix mehr zu tun, oder?
@Karsten
Dazu brauchst es m.E. keiner linken Positionierung. Gewiss, es gehört zum linken 101 der Liberalismuskritik, uns die Vertretung von “Arbeitgeber”-, “Kapitalisten”- oder “Unternehmer”-Interessen vorzuwerfen, aber wir würden uns doch nicht politisch äußern, wenn wir nicht vor allem nach den besten Wegen suchen würden, die aus verschiedenen Gründen Benachteiligten in die Wohlfahrtsmaschinerie Marktwirtschaft zu integrieren. Mit den Sozis eint uns dieses Ziel, obwohl wir hinsichtlich der Maßnahmen meist unterschiedlicher Meinung sind.
Von linker Seite kommt aber noch eine andere Kritik, nämlich die, die es empörend findet, dass man überhaupt etwas zu seiner Existenz beitragen soll (“Recht auf Faulheit”). Da gibt es dann ziemlich wenig Berührungspunkte.
@Karsten
Stimmt, das hat höchstens noch was mit dem sozialen Klima zu tun.
@Rayson
Also wenn man den Liberalismus wirklich ernstnimmt dann wird der Staat nichts aktiv tun benachteiligte in das System zu integrieren, keine Rechtsansrpüche oder soetwas , sondern Abhängigkeit von Mildtätigkeit einzelner. Die “Linke” Position geht aber davon aus das eine wirkliche Freiheit und demokratische Partizipation der Gesellschaft nur erreicht werden kann, wenn die Menschen einen Rechtsanspruch haben, zumindest grundlegend wirtschaftlich partizipieren zu können.
Das “Recht auf Faulheit” entstammt eher der Polemik Nichtlinker, ich hoffe du setzt das nicht Arbeitsverkürtzung gleich, die natürlich andere Gründe hat.
“Linke” sind aber in der Regel gegen die diverse Zwangsmasnahemn auf dem Arbeistmarkt, denn auf Kosten der Freiheit einzelner wurde da in D und anderswo ein Markt “reformiert” der selbst wohl am wenigsten aller Märkte Arbeitsplätze schafft, die wenigsten Menschen sind auch aus Faulheit Arbeitslos, das man sie dazu zwingen müsste zu arbeiten.
Allein die Unterstellung ist schon schmierig, angesichts des massiven Stellen Abbaus in den Schllüsseluindustrien der letzten Jahrzehnte
Alleridngs wurden durch diese reformen massiv reguläre Vollzeistellen abgebaut und durch Teilzeit,Minijob und ähnliches ersetzt.
Was mich aber am meisten wundert ist wie “Liberale” ernsthaft dafür sein könne wie manche Unternehmen sich ihre Dumpinglöhne durch aufstockendes HArtz4 quersubventionieren lassen, zumindest die FDP ist dafür.
Wer Borkenkäfer, Waldsterben, Ozonloch, Vogelgrippe, Tollwut, SARS, Schweinegrippe, “AIDS betrifft nur Homosexuelle” und die letzte Eiszeithysterie von 1970 überlebt hat und immer noch “glaubt” ohne sich selbst kundig zu machen, ist faktenresistent oder gutgläubig. Ist natürlich weder verboten noch anrüchig. Aber es macht anfällig … auf Propaganda.
Stimmt nicht! Da stammt auch von mir!
@MR
Geht dein Marxismus jetzt schon so weit, dass du eine Tochter von Marx geheiratet hast?
@Markus
Hier wird jedem Liberalismus-Experten, der uns erzählt, wie der wahre Liberalismus aussieht, mit offenen Mündern staunend und ehrerbietig gelauscht. Dann mal danke für die Erkenntnis, dass wir den Liberalismus eben nicht wirklich ernst nehmen. Der Hayek dann übrigens auch nicht. Wenn ich das geahnt hätte…
Tochter? Ich? So was mache ich nicht!
Man weiß ja nie, was der Marxismus so aus einem macht…
Nee, das ist ja noch nicht mal dem realexistierenden gelungen – der war da ganz liberal: Existentes einfach nicht zur Kenntnis nehmen oder den politischen Gegner zur Ursache erklären (“Dekadenz”, das ist ein Äquivalent für “mangelnde Eigenverantwortung” dank der Degeneration durch den Sozialstaat).
@MR:
Wenn wir das mit dem persönlichen Treffen eines fernen Tages mal hinkriegen sollten, will ich den Ur-Ur-Urenkel von Marx aber kennenlernen, mit dem Du zusammenlebst. Sieht er denn gut aus?
Der Bart kratzt ein wenig, aber der Körper ist nach dem morgens jagen, mittags fischen und abends räsonnieren ähnlich beglückend wie diese gemeinschaftlich vollbrachten Praktiken selbst um ihrer selbst willen… und ein Blick! Die Intensität des Scharfblicks kann ja ganz schön sexy sein!
There’s a place for us! Auch für Dich, Karsten!
LOL.