10. November 2009
Eine deutsche Feier …
Gestern wurde in Berlin offiziell 20 Jahre Mauerfall gefeiert. Mit Politikerreden, Volksmassen, Feuerwerk und Fernseh-Übertragungen – soweit so normal wie Nationalfeiern auch anderswo ablaufen würden.
Aber einiges war schon sehr deutsch.
Das fängt an mit dem zentralen Gag – dem Domino-Day aus bemalten “Mauersteinen” (aus Styropor). Etwas bizarr, etwas kitschig, die Beteiligten hatten offenkundig viel Spaß – und durch Beteiligung vieler junger Leute aus diversen Nationen war es nicht nur politisch korrekt, sondern auch bunt und entspannt.
Ein bißchen befremdlich kam mir das vor, aber irgendwie doch nett.
Politisch überkorrekt dagegen das weitgehende Fehlen irgendwelcher nationaler Symbolik. Schwarz-rot-gold schien verpönt, offenbar darf das nur zu Fußballspielen benutzt werden, nicht bei nationalen Anlässen.
Die Nationalhymne wurde auch nicht gespielt.
Von den anwesenden Ausländern wird das wohl keiner verstanden haben.
Immerhin wurde gegen Ende noch einmal demonstrativ “Freiheit” vorbuchstabiert und an die Bürgerrechtler erinnert. Ansonsten hätte man meinen können, die Mauer hätte sich in Luft aufgelöst, nachdem die SED spontan den Wechsel zur Demokratie beschlossen hat …
Insgesamt eine merkwürdige Feier, aber noch erträglich.
Weniger erträglich die ZDF-Journalisten, denen zur DDR-Mauer nur zwei Vergleichsbeispiele einfielen: Die Sperranlagen Nordkoreas – und den Grenzschutz Israels.
Womit diese widerlichen Charakterschweine das demokratische Israel, das sich gegen Terror wehren muß, mit widerlichen Diktaturen gleichsetzt, die die eigene Bevölkerung einsperren.
Volksverhetzung pur kann man das nur nennen, von öffentlich-rechtlichen “Qualitätsmedien”.
Verfasst von R.A. um 15:33 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
16 Kommentare