18. Oktober 2009
Inflation gegen Wissenschaft
Wie wir spätestens zuletzt in der Debatte um die Äußerungen des Herrn Sarrazin gelernt haben, hat sich die “korrekte” Definition des Begriffs Rassismus so sehr vom allgemeinen Verständnis entfernt, dass noch nicht einmal eine Unterscheidung in “Rassen” notwendig ist, um einen entsprechenden Vorwurf zu konstruieren. Aus linker Sicht ist das praktisch: Da werden alle empirisch beobachtbaren Unterschiede auf Klassenunterschiede zurückgeführt, und wer auch immer andere Gründe für Differenzen nennt, ist eben ein Rassist. Womit sich der Begriff komplett für alle entwertet hat, die mit einer marxistischen Interpretation nichts am Hut haben.
Demzufolge gilt in diversen lautsprecherischen Kreisen auch der als Rassist, der darauf hinweist, dass die Hayekschen spontanen Ordnungen, die man im Zusammenhang mit der diesjährigen Nobelpreisträgerin nicht umhin kommt zu feiern, durchaus verschiedene Ausprägungen annehmen können. Insofern besteht wohl keinerlei Anlass mehr, sich einen entsprechenden Vorwurf zu Herzen zu nehmen.
Nun bin ich ja der Meinung, dass es keinerlei biologisch vererbte Eigenschaften braucht, um menschliches Verhalten weitgehend zu erklären (vielleicht mit der Ausnahme von Mann und Frau, aber eben auch nur vielleicht…), dass aber über Generationen vererbtes Kulturgut bestehen bleibt und mitunter mit der realen Welt in Konflikt gerät. Aber nichtsdestotrotz scheint die Forschung andere Wege aufzuzeigen: Irgendwo gibt es also doch Unterschiede zwischen verschiedenen Gruppen von Individuen. Und sie scheinen auch den Genen geschuldet zu sein.
Was machen wir jetzt mit solchen Infos? Konkret fallen mir keine politischen Maßnahmen ein.
Verfasst von Rayson um 01:18 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
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