25. September 2009
Wahlempfehlung (V)
(1) Meine Entscheidung zur Zweitstimme wird in erster Linie die Quittung für Vergangenes sein: ich werde sie weder der CDU noch der SPD geben. Sie haben der Marktwirtschaft seit 2005 eher geschadet als genutzt, sie haben die Freiheit eher eingeschränkt als erweitert und sie haben ihre Aufgaben eher aufgeschoben, als sie zu erledigen.
(2) Meine Entscheidung zur Erststimme ist vergleichsweise einfach. Die Kandidatin der SPD ist bisher als »Listen«-Abgeordnete im Bundestag, der Kandidat der CDU wurde 2005 direkt gewählt. Beide sind hier in den letzten vier Jahren nie wirklich in Erscheinung getreten und beide haben im Wahlkampf ein trauriges Bild abgegeben. Gäbe es noch keine Plätze hinter den Hinterbänken, müsste man sie für diese beiden Abgeordneten erfinden.
(3) Meine Entscheidung gegen die Piraten war mit dem Bauch nicht einfach, denn ich bin auch ein freiheitsbewusster Netzbewohner. Aber ich bin mit dem Kopf von ihren Konzepten nicht überzeugt und ich möchte meine Stimme nicht wegwerfen.
(4) Meine Entscheidung gegen die Kommunisten von der LINKSPARTEI musste ich nicht mehr bewusst treffen, denn gegen solche Leute bin ich schon 1989 als Student demonstrieren gegangen. Manche Dinge ändern sich im Leben eben doch nicht. Ich hoffe, dass die Kommunisten in Deutschland nie wieder in die Nähe der Macht kommen werden.
(5) Meine Entscheidung gegen die Grünen ist mir schwerer gefallen als gedacht. Ich habe selbst kein Auto und lebe relativ »grün«. Die Grünen treten ähnlich wie die FDP gegen die Einschränkungen der Bürgerrechte ein. Doch den Ausschlag gab letztlich die Wirtschaftspolitik. Die beiden einzigen wirtschaftspolitischen Instrumente der Grünen sind unsozial erhobene Zwangsabgaben und unsozial verteilte Fördermittel. Und diese beiden Instrumente setzen sie auch noch falsch ein.
(6) Meine Entscheidung für die Zweitstimme an die FDP ist in erster Linie eine Entscheidung für das kleinste Übel, aber sie ist in meinen Augen 2009 auch die einzig mögliche Entscheidung, solange ich der Wahl nicht fernbleiben will. Mein kleines Kreuzchen wird auch ein symbolischer Dank an die Partei sein, die im Bundestag in der Opposition meist konsequent gegen die Einschränkungen der Freiheit gestimmt hat.
(7) Meine Entscheidung für den Direktkandidaten einer kleineren demokratischen Partei treffe ich am Sonntag in der Wahlkabine. Und morgen gehe ich lange arbeiten, damit der Tag schneller vergeht. Ich wünschte, die Wahl wäre schon vorbei;-)
Verfasst von stefanolix um 16:03 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
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