30. August 2009
Wahl in Sachsen (1): Die Verlierer
Die LINKE ist in Sachsen einer der beiden großen Verlierer, sie schrumpft um drei Prozentpunkte. In den Auswertungen der großen Fernsehanstalten im Internet lässt sich darüber hinaus ein interessanter Trend erkennen.
Während die LINKE insgesamt 20% aller Stimmen erhält, erreicht sie bei den bis zu 30jährigen nur etwa 12% und belegt damit den dritten Platz. Die CDU erreicht in der gleichen Altersgruppe etwa 30% und die FDP 14% [Quelle: ZDF/FG Wahlen, Befragungen nach der Abstimmung].
Das ist sehr interessant, denn normalerweise sind viele junge Leute aus Protest und aus Gerechtigkeitsempfinden für die LINKE. Es könnte darauf hinweisen, dass die Basis der SED-Nachfolger in Sachsen langsam bröckelt. Bei den über 60jährigen erreicht die LINKE noch 26% der Stimmen.
Die SPD ist in Sachsen der allergrößte Verlierer des Abends. »Opa« Karl Nolle wurde in unserem Wahlkreis mit unter zehn Prozent der Erststimmen abgestraft. Das reicht wohl nur für den fünften Platz. Die SPD erhielt in ganz Sachsen nur halb so viele Stimmen wie die LINKE.
Das ist ein Desaster, zu dem noch nicht mal der Genosse Müntefering Worte findet. Müntefering war einer der Architekten der Schröderschen Reformpolitik und am Anfang einer der Gestalter der Großen Koalition. Heute ist sein Credo: »Die CDU hat Verluste erlitten. In zwei Ländern reicht es nicht für Schwarz-Gelb«.
Dass seine SPD nur miese Ergebnisse eingefahren hat und in zwei Ländern sehr weit hinter der LINKEN liegt, scheint er zu verdrängen. Das traurige Ende einer politischen Karriere: Wir können noch verhindern.
Verfasst von stefanolix um 20:35 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
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