Gesund und munter
Wenn Rampensäue oder solche, die es gerne wären, Dienst haben, dann werden oft ungeheure Ideen und Gedanken hervorgebracht. So weist man uns derzeit auf die glanzvolle Wiedergeburt des bereits schmerzlich vermißten gesunden Volksempfindens hin: Die totale Liebe des deutschen Volkes zu unserem Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg zeugt z.B. davon, wie uns Norbert Geis, MdR für die CSU verkündet. Ich bin verzückt.
Was das Volk nun nach sehnsuchtsvollem Schmachten wieder zur Genüge besitzt, dessen ermangelt es leider schon wieder unserer Ministerin für Bundesgesundheit Ulla Schmidt. Darüber klärt uns der größte Haushaltsexperte des vergangenen Monats, Georg Schirmbeck, auf, indem er uns erläutert, Ulla Schmidt sei “das gesunde Volksempfinden verloren gegangen”.
Ich begrüße diese historischen Einlassungen und wünsche mir, daß unser Volk den dadurch gewiesenen Weg einschlagen und ihm treu bleiben möge. Ich bin zuversichtlich, daß nur dann, wenn dieser konsequent und furchtlos gegangen wird, die Endlösung der belastenden Verkrampftheit im Umgang mit unserer Geschichte in greifbare Nähe rücken wird.

bisher 6 Kommentare » Kommentare
Die Vergangenheitsbewältigung war eben im Wortsinne erfolgreich: sie ist so gründlich bewältigt, dass man die alten Sprachmelodien wieder neu einsetzen kann. Ich weiß nicht, von welcher Hinterbank sie den »CDU-Haushaltspolitiker Georg Schirmbeck« geholt haben, aber er steht auf meiner Liste der hoffentlich-nicht-wiedergewählten Kandidaten ganz oben.
Hier bewältigt man seine Vergangenheit in erster Linie dadurch, über sechzig Jahre nach Kriegsende über fast 90jährigen KZ-Wächtern zu Gericht zu sitzen, wenn auch wenigstens nicht über deutschen. Eichmann wollte man ja dereinst gar nicht haben, weil ein mildes Urteil so peinlich gewesen wäre.
Das passt zu Geis:
Habe ich schon hier kommentiert.
Möge der Autor dieses Beitrags entscheiden, ob das Verlinke von heute Morgen als Spam zu werten und zu behandeln ist. Ich denke ja.
Der Autor hat entschieden und war Deiner Meinung.
Es stimmt hoffnungsfroh, wenn Spitzenpolitiker kurz vor dem sicheren Wahlsieg des eigenen Lagers das gesunde Volksempfinden rühmen. Das sind neue Melodien, lieblich tönend und schön. Da weiß man gleich, wo das Wahlkreuz besonders gut aufgehoben ist.