23. Juli 2009
Wüstenstrom
Immer wieder frage ich mich bei gewissen Parteifreunden, wie sie ihre Staatsgläubigkeit mit liberalen Grundsätzen vereinbaren können. Oder ob sie eigentlich auch mal nachdenken, bevor sie populistisch draufsatteln, wenn die nächste Sau durchs Mediendorf getrieben wird.
Meistens richtet sich solche Skepsis gegen die ältere FDP-Generation (ich sage mal: Brüderle …). Aber auch beim “hoffnungsfrohen” Nachwuchs finden sich immer wieder Beiträge, die ärgern.
Zum Beispiele dieser hier.
Solarstrom aus der Wüste muss Teil des deutschen Energiemixes werden.
Muß er? Wäre es nicht vielleicht sinnvoll, erst einmal die Prüfung der technischen und finanziellen Machbarkeit abzuwarten? Und wäre es nicht Sache der Energieversorger, das zu entscheiden?
Ein “muß” von Seiten der Politik ist m. E. hier völlig deplatziert.
Es besteht die Chance, grundlastfähigen Öko-Strom …
Wikipedia sagt zur Grundlast:
“Grundlast bezeichnet die Netzbelastung, die während eines Tages in einem Stromnetz nicht unterschritten wird.
Da der niedrigste Stromverbrauch meist nachts auftritt …”
Mit anderen Worten: Grundlast kann nur geliefert werden, wenn auch nachts Strom produziert wird. Und das schafft Solarenergie grundsätzlich nicht.
… in großen Mengen und zu vertretbaren Kosten zu importieren.
Die bisherigen Kostenschätzungen gehen von 5-mal so teuer wie konventionelle Stromerzeugung bis 10-mal so teuer (bei Berücksichtigung der Leitungsverluste).
Wenn das “vertretbare Kosten” sein sollen, sollte Parteifreund Kauch sein Ökonomie-Diplom zurückgeben.
Aber Geld spielt bei ihm wohl keine große Rolle:
Es muss insbesondere geklärt werden, … welche Investitionsanreize gesetzt werden.
Mit “Investitionsanreizen” sind hier Milliardensubventionen gemeint. Die Desertec-Leute (übrigens maßgeblich vom dubiosen “Club of Rome” getragen) haben ja nie einen Zweifel daran gelassen, daß ihre Ideen nur mit kräftiger Hilfe der Steuerzahler funktionsfähig wären.
Was witzigerweise ausgerechnet den Solar-Lobbyisten Scheer zu einem Haupt-Desertec-Kritiker macht – er will die Steuergelder natürlich für die Projekte, von denen er selber profitiert.
Verfasst von R.A. um 16:25 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
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