21. April 2009
Ich bereue
Gestern habe ich wieder unverantwortlich gehandelt.
Ich habe ein Autohaus, in das ich mit der Absicht eingetreten war, einen fünfstelligen Betrag zu investieren, nach 15 Minuten wieder verlassen, weil keiner von mir und meiner Freundin Notiz nahm, geschweige denn, dass man uns eine Erfrischung angeboten hätte. Daraufhin suchte ich den zweiten Händler derselben Marke am Ort auf, bei dem der Verkäufer zwar ebenso beschäftigt war, sich aber die zehn Sekunden Zeit nahm, uns zu begrüßen und uns auf die Getränkeauswahl aufmerksam zu machen. Am Ende stand der Kaufvertrag.
Ich gestehe hiermit meine Fehler:
- Ich habe aus reinem Eigennutz gehandelt.
- Ich habe nicht untersucht, in welcher sozialen Lage sich die Mitarbeiter der beiden Autohäuser befinden.
- Ich habe einem erfolgreichen Verkäufer einen weiteren Auftrag verschafft, statt ihn einem weniger erfolgreichen zu geben, und dadurch die soziale Ungleichheit verschärft.
- Statt durch die Stärkung des größeren Autohauses den Druck auf die Effizienz der Produktion zu erhöhen (wie das Kalle mir immer sagt), die eine Übernahme des kleineren Konkurrenten erforderte, habe ich den ruinösen, kalten Wettbewerb verstärkt und dadurch ein Stück an der Gesellschaft mitgearbeitet, die Bundespräsidentenkandidatin Schwan so geißelt.
Aber wie das so ist mit Sünden: Sie machen so verdammt Spaß…
P.S.: Absolute Insider werden ahnen, welchen Roman ich gerade mal wieder lese…
P.P.S.: Aber das da oben ist eine wahre Geschichte: Ich freue mich schon auf mein neues Auto. Der Staat hat übrigens “nix dazugezahlt”, mein aktueller Hobel ist nur zwei Jahre alt.
Verfasst von Rayson um 20:11 Uhr in der Kategorie Humor und Satire (Trackback)
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