Kapitalismus in der Krise?

Angeblich entsteht die Krise des Kapitalismus wegen des Überflusses an Gütern. Tatsächlich, mit unglaublichem Tempo reduzieren Wettbewerb und technischer Fortschritt die ökonomische Knappheit. Und so wird es auch immer billiger ideologischen Unsinn über den Kapitalismus an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Ist eine Wirtschaftsordnung, die es seinen Feinden so leicht macht, nicht tatsächlich in der Krise? Ganz im Gegenteil!

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9 Kommentare zu “Kapitalismus in der Krise?”

  1. 11.04.2009 | 18:10

    Krisenzyklen, mehr oder weniger Verstaatlichung sind auf jeden Fall kein Grund, am Fortleben des Kapitalismus zu zweifeln – das gehört alles dazu.

  2. 11.04.2009 | 18:14

    Und das Netbook ist nun ideologischer Unsinn über die Zukunft des Kapitalismus?

  3. Dirk
    11.04.2009 | 21:14

    Im letzten Jahr (Oh Gott, so lange ist es schon her), habe ich mich ein wenig mit Marx beschäftigt. Sein Irrtum ist folgender:

    Ausgangspunkt ist die Arbeitswertlehre, nach der der Wert eines Gutes der Arbeitsmenge gleicht, die zu seiner Produktion erforderlich ist. Das gilt nicht für jedes einzelne Gut; schliesslich bringt es ja keinem etwas ein Loch zu graben und wieder zuzuschaufeln, aber im Durchschnitt und im Gleichgewicht gelte dies.

    Sicher, die Arbeitswertlehre ist von der Grenznutzentheorie überholt worden, aber das macht diesen Ansatz (noch) nicht falsch. Man kann schliesslich jeden Preis einfach in Bezug auf einen anderen, also insbesondere auf den Preis der Arbeit, betrachten. Auch in der modernen VWL, etwa der Gleichgewichtstheorie, ist man frei in Wahl der Recheneinheit (Numeraire).

    Nach Marx ist das gesamtverfügbare Arbeitszeit begrenzt (klar!). Wenn nun immer mehr Kapital eingesetzt werde, strebt somit die aufgebrachte Arbeit pro eingesetzter Kapitaleinheit gegen null. Soweit so gut.

    Damit aber, so Marx, schrumpften die Profite der Kapitalisten (Gesetz der tendenziell fallenden Profitrate). Die Frage ist nur, Profit in welcher Einheit? Gemessen im Preis der Arbeit hat Marx recht. Von, sagen wir 100 Euro oder 100 Unzen Gold, kann immer weniger Arbeitsleistung gekauft werden. Insofern sinken die Profite des Kapitalisten pro eingesetzer Kapitaleinheit. Aber wieso ist das schlimm? Das heisst nichts anderes als das die Löhne steigen.

    Oder anders gesagt: Der Preis der Arbeitskraft steigt mit der Produktivität. Somit ist das “Numeraire Arbeit” ein deflationierender Preisindex. Und in einem solchen, kann der Nominalzins ruhig null sein. Der Realzins aber ist immer noch positiv.

    Gemessen am Nutzen oder der Gesamtkaufkraft des Kapitalisten hat Marx unrecht gehabt. Vorerst zu mindest. Denn bisher war es immer so, dass man für (verzinstes) Geld zwar weniger Arbeit aber doch immer mehr und immer bessere Güter kaufen konnte.

  4. Dirk
    11.04.2009 | 21:19

    Wobei der Link in seiner Argumentation für den Kommunismus ziemlich konsistent ist.

    Im Kapitalismus entstehen Krisen nicht aus einem Mangel, sondern aus einem Überfluss an Gütern.[...]Erst mit der Aufhebung des Privateigentums an Produktionsmitteln und der Einführung einer demokratisch geplanten Wirtschaftsordnung wird es möglich sein, Krisen zu verhindern.

    Übersetzt: der Kommunismus schafft erst den Mangel und damit die Krisen ab. Putzig.

  5. 11.04.2009 | 21:39

    @netbitch:

    Nein, das war jetzt etwas für Leute mit Kombinationsgabe. Natürlich macht es ein Netbook, dass innerhalb eines Jahres bei gleichem Preis immer leistungsfähiger wird oder bei gleicher Leistung etwa zum halben Preis zu haben wird, immer billiger solchen Unsinn zu schreiben. Jetzt verstanden? ;-)

  6. 11.04.2009 | 21:41

    @Dirk:

    Richtig die Profitrate sinkt, zumindest wie Marx sie definiert, aber dass hat nichts mit der Krise des Kapitalismus zu tun. Im Gegenteil, er entwickelt sich dadurch.

  7. Dirk
    11.04.2009 | 21:59

    @SteffenH

    Richtig die Profitrate sinkt, zumindest wie Marx sie definiert, aber dass hat nichts mit der Krise des Kapitalismus zu tun. Im Gegenteil

    Eben. Es sind gerade die Lohnsteigerungen, die die Profitrate in Marxens Numeraire fallen lassen.

    Lustig übrigens die Argumentation von Links. Fallen die Profite heisst es “Gesetz der fallenden Profitrate! Marx hatte doch recht”. Steigen dagegen die Profite heisst es “Die Lohnquote fällt, es droht Verarmung, das ist der Beweis: Marx hatte doch recht”

  8. 12.04.2009 | 0:30

    @Dirk:

    Gott hat doch auch immer recht, oder? ;-)

  9. tigger
    12.04.2009 | 1:08

    Krisenzyklen, mehr oder weniger Verstaatlichung sind auf jeden Fall kein Grund, am Fortleben des Kapitalismus zu zweifeln – das gehört alles dazu.

    Nein, nein, das ist nicht der Kapitalismus.

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