Der Vater der “Grünen Revolution” wird 95

Norman Borlaug, der amerikanische Agrarforscher, der wie kaum ein anderer zu dem als “Grüne Revolution” bekannten landwirtschaftlichen Produktivitätsschub seit Mitte des letzten Jahrhunderts beigetragen hat, feierte vor zwei Tagen seinen 95. Geburtstag. Seine bahnbrechenden Entwicklungen zur Verbesserung des Pflanzenwachstums und zur Erhöhung der Pflanzenresistenz gelten heute als eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die pessimistischen Prognosen der Malthussianer von einer Welt, die eine explodierende Bevölkerung nicht zu ernähren vermag, nicht eingetroffen sind. Anlässlich dieses Ehrentages erinnert der Weblog des amerikanischen Magazin Reason an ein Interview des heutigen Kritikers unrealistischer Träume eines globalen Ökolandbaus und Befürworter eines undogmatischen Umgangs mit der grünen Gentechnik. Seine Antwort auf die Frage nach dem globalen Ernährungspotential des Ökolandbaus lautet nüchtern:

That’s ridiculous. This shouldn’t even be a debate. Even if you could use all the organic material that you have–the animal manures, the human waste, the plant residues–and get them back on the soil, you couldn’t feed more than 4 billion people. In addition, if all agriculture were organic, you would have to increase cropland area dramatically, spreading out into marginal areas and cutting down millions of acres of forests.

At the present time, approximately 80 million tons of nitrogen nutrients are utilized each year. If you tried to produce this nitrogen organically, you would require an additional 5 or 6 billion head of cattle to supply the manure. How much wild land would you have to sacrifice just to produce the forage for these cows? There’s a lot of nonsense going on here.

If people want to believe that the organic food has better nutritive value, it’s up to them to make that foolish decision. But there’s absolutely no research that shows that organic foods provide better nutrition. As far as plants are concerned, they can’t tell whether that nitrate ion comes from artificial chemicals or from decomposed organic matter. If some consumers believe that it’s better from the point of view of their health to have organic food, God bless them. Let them buy it. Let them pay a bit more. It’s a free society. But don’t tell the world that we can feed the present population without chemical fertilizer. That’s when this misinformation becomes destructive…

Ich schließe mich den Glückwünschen an!

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2 Kommentare zu “Der Vater der “Grünen Revolution” wird 95”

  1. RZ
    27.03.2009 | 12:29

    Die Welt der selbstgerechten, weltrettenden grünen Sektierer ist voller Widersprüche. Abtreibung ist ein Grundrecht, aber Embryonen sind heilig. Klimaschutz geht vor, aber Kernkraftwerke gehören abgeschaltet, und alte Kohlekraftwerke nicht durch neuere, CO2-ärmere ersetzt. Der Bürger ist unmündig, muß vom Staat gegängelt und umerzogen werden (welch absurder Unsinn, daß immer wieder zu hören ist, die etatistischen Grünen seien liberal), aber alles muß basisdemokratisch durch die mündigen Bürger entschieden werden. Man ist gegen “gefährliche” Gentechnik und pflanzt Getreide aus Kreuzungs- und Mutationszüchtungen auf Biofeldern. Man ist gegen Bt-Mais und sprüht Bt-Gift aus Fermentern auf die Ökofelder. Zuckerkranke Grüne spritzen sich mit weißer Gentechnik im Ausland hergestelltes Insulin, dessen Produktion in Deutschland durch grüne Hetzkampagnen verhindert wurde. Und jetzt noch das: man will den Fleischkonsum reduzieren (gesünder, 7 kg Getreide werden für 1 kg Fleisch verbraucht, Klimaschutz,…), braucht aber viel mehr Rinder und Schweine als heute, um die Felder “ökologisch” zu düngen.

    Die grüne Ideologie war nie sachlich durchdacht, sondern von emotionalen, irrationalen Impulsen beherrscht (gegen Fortschritt, Wissenschaft, Wirtschaft, Freiheit). Inzwischen hat sie sich hoffnungslos in lauter Widersprüche verheddert und ähnelt immer mehr einem Satz von religiösen Dogmen, deren kritische Hinterfragung Ketzerei ist (man ist dann wahlweise dumm, bestochen, eigennützig oder schlicht böse). Die grüne Ideologie gehört in die Ökotonne der Geschichte.

  2. 27.03.2009 | 19:47

    @RZ: Ja die Grünen sind von allen politischen Gegner was ganz besonders. Keine andere Ideologie ruft eine ähnlich starkte emotionale Reaktion bei mir hervor wie die. Vielleicht liegt es daran, dass offen das Unrecht ihrer Ziele ist.

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