26. März 2009
Ick bün al dor!
Was unterscheidet eigentlich den Staat von der supersympatischen RTL-Super Nanny? Das umschreibt Wolfgang Boger, der Herausgeber des Sammelbandes Der Staat als Super Super Nanny, sehr pointiert in dessen Vorwort:
Freilich unterscheidet sich der Staat in mindestens zwei Punkten erheblich von der Super Nanny. Während, erstens, die Super Nanny nur einige Tage bleibt, schickt uns der Staat von der Wiege bis zur Bahre nicht nur Formulare, sondern bleibt uns als Beraterin, Erzieherin, vor allem aber als (teuer entlohnte) Vormündin (wie man in der Schweiz sagt) erhalten. Seine prätendierten fachlichen Kompetenzen nehmen zu, seine juridischen ebenso. Die Super Nanny kann, zweitens, ihre segensreiche Wirkung nur dann entfalten, wenn die Familie in Not ihr Einlass gewährt, unser Staat dagegen sagt wie der Igel zum Hasen “Ick bün al dor!”, womit er völlig recht hat. Denn der Staat ist immer schon da und dies an mehreren Orten. Die staatliche Super Nanny ist also – richtig besehen – eine Super Super Nanny.
Viel mehr als dieser Vorgeschmack ist als Lektüreempfehlung für dieses Büchlein über die Abgründe der Political Correctness, Corporate Social Responsibility als gewinnwirtschaftliches Komplement einer Welt voller Gutmenschen, die Entdemokratisierung der Gesellschaft durch “moderne” Verbraucherschutzpolitik, die Gleichbehandlungspolitik als Entmündigungsstrategie, Sündensteuern, staatlich verordneten Gesundheitswahn und die schöne neue Welt des Gender-Mainstreamings nicht nötig. Hierfür gibt es – politisch total unkorrekt – einen Lesebefehl!
Verfasst von SteffenH um 14:13 Uhr in der Kategorie Bildungspolitik, Gesundheitspolitik, Grundsatzfragen, Politik, Steckenpferde der Autoren, Umweltpolitik, Wirtschaft (Trackback)
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