Führerlos

Führerlos zu sein, das ist das Schicksal der Deutschen seit 1945, und man kann nicht wirlich behaupten, dass dies ein beklagenswertes sei.

Bei Banken scheint das anders zu sein.

Daher sah Appel das Risiko, dass die Mannschaft rund um Postbankchef Wolfgang Klein sich nach einer anderen Position umschauen würde. „Die Vorstände durften damals nicht von der Fahne gehen. Die Bank wäre führungslos gewesen. Diese Gefahr war damals sehr real“, sagt der Aufsichtsratchef.

Ich bin ja ein großer Befürworter dessen, dass Inhaber sich die schwachsinnigsten Begründungen ausdenken dürfen, wofür sie auf ihr Einkommen verzichten.

Allerdings sollten sich die Chefs der Unternehmen, die sich letztlich in Staatsbesitz befinden, nicht über entsprechende Kritik wundern. Schließlich sind die Steuerzahler ihre wahren Aktionäre.

Wenn mir nun einer erzählte, die damaligen Postbank-Chefs seien für ihr Unternehmen so unverzichtbar gewesen, dass man sie mit Millionenden hätte halte müssen, dann würde ich mich vor allem an den Witz erinnern, in dem sich Löwen so lange unbemerkt menschenfressend in einem großen Unternehmen tummelten, bis sie die erste Putzfrau erwischten. Zwischendurch lebten sie von Managern aller Art. Etwas ernsthafter muss man dennoch konstatieren, dass vor allem das operative Geschäft von der jeweiligen Spitze eher gestört wird, ansonsten aber vom Mittelmanagement abwärts die Chose am Laufen gehalten wird. Ein Übernehmender aus derselben Branche, der größere Synergien ausgemacht hat, würde außerordentlich dankbar sein, dass sich die Manager des gekauften Unternehmens schnell verabschieden.

Überlegen wir uns also, wer wirklich gewollt haben muss, dass die Topmanager des gekauften Unternehmens nie und nimmer das neue Konstrukt verlassen. Und wieviel ihm das realistischerweise hätte wert sein sollen.

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1 Kommentar zu “Führerlos”

  1. DrB
    13.03.2009 | 1:34

    Um was gehts genau?
    Ansonsten:
    - Quelle des Zitats?
    - Postbank zu ca.40% im Besitz der Deutschen Post, Rest: Privatinvestoren
    - die Vorstände zu halten kann Sinn machen, ein paar Milliönchen sind hier doch Peanuts, …, der Name Esser fällt mir gerade ein, LOL

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