Und nochmal Tschüß!

Gerade eben war das Schiff noch führerlos. Es drohte in den wilden Gewässern der Finanzkrise ohne feste Hand eines Politikers zu kentern. Von außen die bösen Spekulanten, von innen die orientierungslose oder raffgierige “Wirtschaft” und der dumme Verbraucher, der in Krisenzeiten schlicht nicht genügend zum Konsum-Feiern aufgelegt sein will (dabei weiß jeder, dass man besonders dann besonders viel Geld ausgibt, wenn man droht bald weniger zu haben…).

Da kommt Herr von und zu und hält das Ruder fest in der Hand: Über Bürgschaften für Opel will er reden. So sieht Wirtschaftskompetenz in Zeiten schleichender Verstaatlichung aus!

Lieber Leser: Willst du für Opel bürgen? Ja? Dann finde Gleichgesinnte und mach das. Mit deinem eigenen Geld.

Wir anderen rufen dem netten Franken zu: Tschüß! Tschüß “Wirtschaftskompetenz” der CDU! (Aber die ist ja seit Mindestlöhnen, Bankenrettungsmilliarden und Rüttgers sowieso nur noch Schimäre.)

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31 Kommentare zu “Und nochmal Tschüß!”

  1. DrB
    13.02.2009 | 10:29

    Man hat wohl die Angst, dass letztlich die französischen (und italienischen ;) Autobauer übrig bleiben und sich wichtige Industrien in D auflösen.
    D hat sich schon zigmal von Frankreich abmeiern lassen, darum soll OPEL nicht hopp gehen.

  2. Dirk
    13.02.2009 | 11:51

    Prinzipiell sind Subventionen un Garantien für Privatunternehmen schlecht. Kein Zweifel, da müssen wir nicht drüber reden.

    Bei Banken gibt es das Problem, dass eine Pleite katastrophale externe Effekte hätte, so dass kurzfristig eine Subvention eventuell günstiger ist als ein Bankrott.

    Opel jetzt, müsste sich von der Konzernmutter abkapseln, um alleine überleben zu können. Das ist vor allem ein organisatorisches Problem, dass in Verhandlungen angegangen werden muss. Insofern gibt es hier schon eine Position für einen Politiker, etwa als Mittler oder derjenige, der den gordischen Knoten sprengen kann.

    Staatsgarantien und Subventionen gehören da eigentlich nicht zu. Aber dass Herr zu Guttenberg das zur Chesache erklären will, ist in einem Wahljahr bei der Situation (Riesensubventionen an Banken) verständlich und vielleicht auch besser als wenn er das den Linken überlassen würde.

  3. Dirk
    13.02.2009 | 11:58

    Das hier finde ich schlimmer. Wer viel verdiene müsse sich dafür rechtfertigen.

    Wie will man in einem solchen Umfeld sagen “Opel, Pech wenn Ihr pleite geht. Ihr seid nun mal keine Bank!”

  4. 13.02.2009 | 12:39

    @Dirk

    Bei Banken gibt es das Problem, dass eine Pleite katastrophale externe Effekte hätte, so dass kurzfristig eine Subvention eventuell günstiger ist als ein Bankrott.

    Ich bin zu wenig Fachmann, das gebe ich gern zu. Aber wenn eine Pleite, katastrophale externe Effekte hat, dann ist das, was da Pleite zu gehen droht, unter Umständen von Grund auf kein gutes Konstrukt. Denn das hieße ja, dass es dem Marktprozess entzogen wäre.

    Und einen Politiker als Mittler kann ich mir ja noch vorstellen. Vielleicht hat so ein Politiker ja Talent zum Mediator, wär ja was Nützliches.
    Es war aber von Geld die Rede, die der neue Minister dort vielleicht in die Hand nehmen will.
    Ob die politischen Gründe aus partei- und wahltaktischer Sicht verständlich sind, ist nicht mein Thema.

    Den DGB-Irrsinn sehe ich im Übrigen nur als Steigerung des Subventionierens privater Betriebe. In beiden Fällen schwingt sich der Staat auf, über Wohl und Wehe seiner Untertanen richten zu dürfen.

  5. Dirk
    13.02.2009 | 12:48

    @Boche

    Ich bin zu wenig Fachmann, das gebe ich gern zu. Aber wenn eine Pleite, katastrophale externe Effekte hat, dann ist das, was da Pleite zu gehen droht, unter Umständen von Grund auf kein gutes Konstrukt.

    Ich glaube, da sind alle Laien- Wirtschaftsnobelpreisträger uns “Österreicher” inklusive.

    Ob die politischen Gründe aus partei- und wahltaktischer Sicht verständlich sind, ist nicht mein Thema.

    Doch, in dem Du der CDU und zu Guttenberg die wirtschaftspolitische Kompetenz absprichst. Vielleicht kann man denen Populismus vorwerfen – aber für fehlende wirtschaftspolitische Kompetenz sehe ich (noch?) keine Anhaltspunkte

    Ich bin dafür, Herrn zu Guttenberg einen gewissen Kredit zu geben und sehe diesen nicht durch eine Subventionierung von Opel verspielt.

  6. ftt
    13.02.2009 | 12:52

    In Franken ruft man “ade” oder “servus”.

  7. der_gute_don
    13.02.2009 | 12:56

    wer seit zwei Jahrzehnten Autos am Bedarf vorbei produziert, sollte einfach seinem Schicksal überlassen bleiben.

  8. der_gute_don
    13.02.2009 | 12:57

    und sehe diesen nicht durch eine Subventionierung von Opel verspielt.

    ich schon.

  9. 13.02.2009 | 13:38

    @Dirk

    Doch, in dem Du der CDU und zu Guttenberg die wirtschaftspolitische Kompetenz absprichst.

    Deshalb habe ich das in Anführungszeichen gesetzt. Das sollte darauf hinweisen, dass es sich meiner Ansicht nach hierbei eher um eine politische Leerfloskel handelt.

  10. DrB
    13.02.2009 | 13:43

    > wer seit zwei Jahrzehnten Autos am Bedarf vorbei produziert, sollte einfach seinem Schicksal überlassen bleiben.

    Aber die Dinger haben sich verkauft. Bedarf muss da gewesen sein oder kommt es neuerdings im “Kapitalismus” sogar zu Kooperationen und Win-Win Verhältnissen, wenn kein Bedarf besteht.

    Was Du meinst ist vermutlich “Bedarf”, im Sinne von “Man muss den Leuten sagen, was sie wollen”, tja, dafür braucht man dann aber ein robustes System. Die DDR bspw. war schon recht robust, auf den Trabant (den eigentlich keiner wollte, war sogar im Ostblock verlacht) musste man bspw. 10 Jahre warten (auf “Bedarfslisten”).

    Lustigerweise ist der Bedarf nach ökoguten Kleinwagen auch und gerade jetzt gering, Benzin und Öl sind billiger geworden.
    So reguliert sich letztlich alles.

    Wichtig aber sich von den Fröschen nicht kaputtmachen zu lassen. ;–)

  11. 13.02.2009 | 13:50

    Bedarf muss da gewesen sein

    Von vergangenem Bedarf kann sich aber auch niemand etwas kaufen.

  12. DrB
    13.02.2009 | 14:11

    Ist Geld da, kauft sich keiner was, wenn nicht auch Bedarf da ist.
    Ein Rückblick in die Vergangenheit bedarf sprachlich der Vergangenheitsform.
    Keine Ahnung, wo die Botschaft war, war das (franz.) Humor?

  13. 13.02.2009 | 14:19

    Nein, es war meine (franz.?) Schludrigkeit beim Lesen. Vergiss es.

  14. der_gute_don
    13.02.2009 | 15:53

    Aber die Dinger haben sich verkauft.

    Verstehe. Deswegen haben sie dann wohl die (Vize-)Marktführerschaft in verschiedenen Klassensegmenten verloren – wegen der guten Verkaufszahlen …

    Was Du meinst ist vermutlich “Bedarf”, im Sinne von “Man muss den Leuten sagen, was sie wollen”,

    tut mir leid Dich entäuschen zu müssen, “guess failure”.

  15. DrB
    13.02.2009 | 16:05

    @don:
    Japaner auch nicht doof, ansonsten haben Daimler, BMW, VW und Porsche sicherlich keine schlechten Geschäfte gemacht.
    Deiner Autoherstellerkritik ist kaum zu folgen.

  16. der_gute_don
    13.02.2009 | 17:46

    ich weiß nicht, was es an meiner Aussage mizuverstehen gibt.

    Ich versuchs nochmal ganz einfach:

    1) Ich halte die Firma Opel nicht für überlebensfähig.

    2) Ich halte herzlich wenig davon, die unaufhaltsame (und von der Finanzkrise unabhängige) Reise der Firma Richtung Schließung mit Steuergeldern zu verlängern.

  17. DrB
    13.02.2009 | 18:39

    Ich hatte da den sich abzeichnenden Autokrieg mit Frankreich im Hinterkopf, klar, OPEL (also diese Firma alleine in D) hat versagt. Bin zwar einige Jahre zufrieden den Vectra gefahren, aber jetzt fahre ich diesen als Sechszylinder, LOL.

  18. der_gute_don
    13.02.2009 | 21:11

    solche Protektionismusentscheidungen halte ich für Milchmädchenrechnungen. Ich entscheide lieber als Konsument und fahre diesen in Deutschland produzierten Sechszylinder

  19. DrB
    13.02.2009 | 21:14

    Der 3er BMW ist mir zu klein, hab ich gefahren als ich alleinstehend war. Allerdings keinen Sechszylinder, LOL, war ne üble Kröte und fuhr keine 165.

  20. der_gute_don
    13.02.2009 | 21:18

    ja, aber der liegt klasse tief, die Mädels kommen in engen Klamotten kaum raus … ;-)
    Und ja … alleinstehend …

  21. 13.02.2009 | 21:24

    Ihr seid die…

  22. der_gute_don
    13.02.2009 | 21:40

    … sags nicht ^^

  23. 13.02.2009 | 21:44

    Nee. Sonst heißt es wieder, ich verprellte Kommentatoren.

  24. der_gute_don
    13.02.2009 | 22:07

    ja, übe Dich etwas in Toleranz und geniese das angehende Wochenende ;-)

  25. 13.02.2009 | 22:09

    Mach ich. Und wenn ich morgen mit meinem Kleinwagen auf der Autobahn auch mal überholen will, möchte ich bitte keine tiefergelegten Drängler hinter mir. Ließe sich das einrichten? ;-)

  26. der_gute_don
    13.02.2009 | 22:15

    … hey, die paar Singlejahre vor der Familienkutsche müssen doch genutzt werden. Und außerdem bin ich ein sehr netter Autofahrer und kein Drängler ….

  27. 13.02.2009 | 22:17

    Im beschriebenen Fall ja hinter der Familienkutsche. ;-)
    Letzteres glaube ich aber natürlich unbesehen.

  28. hubersn
    16.02.2009 | 14:04

    Auch hier scheinen sich einige Kommentatoren sehr gut mit den Opel-Innereien auszukennen – immerhin scheinen sie sicher sagen zu können, dass Opel ein Verlustbringer ist und alleine nicht überlebensfähig ist.

    Woher kommt dieses Wissen? Seit etwa 25 Jahren ist Opel extrem verzahnt mit der Muttergesellschaft, alle strategischen Entscheidungen wurden in Detroit gefällt, nicht in Rüsselsheim. Bilanztechnisch herrscht munterer Verschiebebahnhof – die Tatsache, dass Opel Gewinn oder Verlust ausweist heißt praktisch gar nichts, weil sowohl die erbrachten Dienstleistungen für andere GM-Töchter oder die Muttergesellschaft als auch der Einkauf von Teilen oder Dienstleistungen quasi beliebige Preistags erhalten, je nachdem wo der Gesamtkonzern gerade seine Gewinne oder Verluste braucht.

    Ich stehe der Idee, Opel aus GM herauszulösen, auch skeptisch gegenüber (zumindest, was die langfristige Perspektive angeht). Eben weil die Verzahnung so eng ist, und weil diverse für die Zukunft extrem wichtige Technologien bei GM und nicht bei Opel entwickelt werden (Hybrid, Direkteinspritzer-Benziner, E85-Motoren, kameraunterstützte Assistenzsysteme, Brennstoffzellen). Aber ohne eine anständige, umfassende Analyse sollte man da kein Urteil fällen. Kurzfristig könnte Opel durchaus profitabel arbeiten – die Kostenstruktur gilt als recht günstig, nur die Entwicklung ist etwas oversized, weil für den Gesamtkonzern entwickelt wird.

  29. Dirk
    20.02.2009 | 20:33

    @Boche

    Ich bin zu wenig Fachmann, das gebe ich gern zu. Aber wenn eine Pleite, katastrophale externe Effekte hat, dann ist das, was da Pleite zu gehen droht, unter Umständen von Grund auf kein gutes Konstrukt.

    Ich glaube, da sind alle Laien- Wirtschaftsnobelpreisträger uns “Österreicher” inklusive.

    Und wie zum Beweis, einmal hier und einmal da. Ja was denn nun?

  30. Chak
    27.02.2009 | 11:01

    hubersn, du hast wohl noch nichts von Verrechnungspreisrichtlinien gehört? Es ist eine Mär, dass Gewinne beliebig verschoben werden können.

  31. DrB
    27.02.2009 | 18:44

    > Kurzfristig könnte Opel durchaus profitabel arbeiten – die Kostenstruktur gilt als recht günstig, nur die Entwicklung ist etwas oversized, weil für den Gesamtkonzern entwickelt wird.

    Irgendwo las ich kürzlich, dass die Patente mittlerweile bei GM liegen. Es gibt auch noch andere bad news, was wir zurzeit erleben ist ein Politiker-Hickhack um das Opel-Abrauchen. So wahnsinnig, dass ein Bundesland Opel übernimmt, ist man wohl noch nicht. Dass D den Laden übernimmt schliesse ich auch aus, da würden viele nicht mitmachen, gerade die Ländervertreter, die noch gesunde Autofirmen pflegen.
    Kann ja bald auch bei BMW oder Daimler die Hölle los sein.

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