29. Januar 2009
Kopfnuss für Posener
Alan Posener will sich bei der Achse des Guten unbeliebt machen und glaubt dies mit einer Lanze für den klimapolitischen Optimismus von McKinsey machen zu müssen. Und weil er für die angeblichen Peanuts des Klimaschutzes ein hübsches Bild sucht, vergleicht er diese Kosten mit den Buchverlusten der Banken und stellt fest, dass die Klimapolitik dagegen gar nichts ist.
Herr Posener, die Verluste der Banken sind anders als die sinnlosen Ressourcen, die wir in Windkraft & Co. investieren, virtuelle Verluste. Schließlich haben clevere Geschäftsleute schon vor einiger Zeit die faulen Wertpapiere an die Herren Bankmanager verkauft, die jetzt feststellen mussten, dass sie keinen Pfifferling wert sind. Realkapital wurde dabei nicht vernichtet, das Ganze wurde jetzt nur eben mal richtig bewertet. Klimaschutz dagegen, auch wenn jemand wie McKinsey und Konsorten damit richtig Geld verdient, verursacht Kosten für bestimmte Dienstleistungen, die wir viel billiger hätten haben können. Jeder weiß, dass man den Stahl einer schwachbrüstigen Windkraftanlage für viele Jahre nicht mehr für andere Zwecke einsetzen kann. Die Neubewertung von Immobilien verhindert dagegen nicht, dass sich Familien oder Unternehmen in ihr breit machen. Es macht ein gewaltigen Unterschied, ob wir es mit einer ökonomischen Stimmungskrise zu tun haben, in der sich die Wirtschaft wieder fangen muss, weil es darum geht die Geschäfte der Finanzwelt wieder an die reale Güterbewertung anzupassen oder ob wir die Menschen mit einer panischen, undurchdachten Klimapolitik zwingen echtes Kapital in unwirtschaftlichen Verwendungen zu binden. Man muss kein Freund der staatlichen Bankenrettung sein, um den Unterschied zwischen der Umverteilung zu erkennen, die glaubt den Finanzmarkt wieder auf die Beine stellen zu können und der großen Kapitalverschiebung, die tatsächlich eine Ressourcenverschwendung für ein Problem darstellt, das bis heute nicht wirklich greifbar, geschweige denn unumstritten ist.
Insofern kann ich meinem Freund Michael Miersch nur sekundieren, wenn er über die Schwierigkeiten des gut Meinens und gut Machens schreibt und dem hinzufügen, dass schreiben und nachdenken auch nicht immer gleichzeitig funktioniert. Nicht, Herr Posener. Und ein kleiner Tipp dazu: Versuchen Sie mal ihre Energieversorgung mit Wind und Sonne sicherzustellen, ohne auf Backup-Energie aus russischem Erdgas zurückzugreifen. Fragen Sie Ihren Energieversorger über Risiken und Nebenwirkungen erneuerbarer Energieträger.
Verfasst von SteffenH um 17:36 Uhr in der Kategorie Blogosphäre, Umweltpolitik, Wirtschaftspolitik (Trackback)
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