Teurer Spaß

Der frisch gebackene US-Präsident erweist sich als wahrer Keynesianer. Allein die Feier zu seiner Amtseinführung mutiert zu einer Konsumorgie deren Kosten auf 170 Mio. US-Dollar veranschlagt werden:

Wall Street shares and home prices have tumbled, Americans’ pensions have shrunk and the government is spending more than $1 trillion to bail out failing banks and businesses. Not exactly an opportune time to throw a $170 million party.

But that’s what Tuesday’s inauguration of President-elect Barack Obama is projected to cost when all the security, official festivities, concerts and transportation expenses are added up. Taxpayers will pick up most of the tab.

The question of whether it makes a good investment depends on one’s vantage point.

Die Ausstattung rauschender Bälle, die Beschäftigung von Sicherheitskräften und umfangreiche Transportkosten sind sicher nicht gerade Dinge, die brachliegende Kapazitäten zum Leben erwecken. Was solls, auch der größte Teil der sonstigen Maßnahmen des Konjunkturpakets wird sich wohl unweigerlich als Crowding Out privater Aktivitäten erweisen.

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15 Kommentare zu “Teurer Spaß”

  1. Herbert
    20.01.2009 | 17:02

    “auch der größte Teil der sonstigen Maßnahmen des Konjunkturpakets wird sich wohl unweigerlich als Crowding Out privater Aktivitäten erweisen.”
    Welche privaten Aktivitäten? Man hat den Einruck, dass alle privaten Akteure nur noch nach dem Staat rufen. Ich wünsche mir ja auch, dass der Staat sich so lange raushält, bis ich GM und BMW selbst übernehmen kann. Aber tritt das ein? Wäre ja zu schön, um wahr zu sein.

  2. Jan
    20.01.2009 | 17:03

    Hm, ich geh mal davon aus, dass der Löwenanteil der Kosten mit den enormen Sicherheitsvorkehrungen zu tun hat. Aber die wiederum haben ihre Ursache doch maßgeblich in der wahnsinnigen Zahl von Schaulustigen, die sich den Zirkus da heute live ansehen möchten und weniger darin, dass Obama das partout so haben möchte.

    Die Alternative hieße wohl, die Öffentlichkeit von den Feiern weitgehend fernzuhalten aber das fände ich nun erst recht nicht richtig.

  3. FG
    20.01.2009 | 17:12

    Im übrigen werden die meisten Feiern abseits des wirklich staatstrangenden Moments (so z.B. die Bälle und das Konzert am Samstag) weitgehend privat durch Spenden finanziert.

  4. DrB
    20.01.2009 | 17:15

    Als erstes wird Obama die Steuererhöhungen angehen, die können gerade jetzt auf das beste kommuniziert werden.

  5. Herbert
    20.01.2009 | 17:43

    @ DrB
    “Als erstes wird Obama die Steuererhöhungen angehen…”
    Das macht natürlich weniger Spass als Steuersenkungen auf Pump, wie sie sein Vorgänger ankündigen konnte. Aber jedes Feuerwerk kann eben nur ein Mal abgebrannt werden.

  6. 20.01.2009 | 18:06

    Mir fällt auf, dass dieses Mal die Kosten aber gar nicht so sehr betont werden. Bei der Inauguration des Potus George W. Bush (den keiner mochte und ich auch nicht) war das viel mehr betont worden.

  7. DrB
    20.01.2009 | 19:02

    @Herbie:
    Bush hat Schuld, dass Obama jetzt als erstes die Steuern erhöhren wird, korrekt! Clinton hat ja eine ausserordentlich solide Haushaltslage hinterlassen.
    Dennoch: Die Meinungs-Gurus rätseln in den Standardmedien, was Obama jetzt alles zu tun gedenkt und die primäre Antwort lautet: Steuern drastisch erhöhen, LOL.

  8. 20.01.2009 | 20:07

    Na, das ist doch noch viel besser als Konsumschecks auszustellen. Das Geld bleibt ja offensichtlich weitgehend im Land und kann dann in der zweiten Runde gleich die Konjunktur ankurbeln. :)

  9. Buenavista
    20.01.2009 | 22:05

    Ein guter Teil der Kosten hat wohl damit zu tun, dass eben Hundertausende die Zeremonie sehen wollten, und für die Afroamerikaner der USA war heute der wichtigste Tag ihrer Geschichte, ohne Übertreibung.

    Das war das Geld schon wert. Allerdings hätte man vielleicht den Chief Justice vorher die Eidesformel üben lassen können, die hat er nämlich versemmelt.

    Nachdem man den Amerikanern Tausende von Dollars für unnütze Kriege und vermutlich Zehntausende (pro Person wohlgemerkt) zur Finanzierung unfähiger Banken und Finanzjongleure abgenommen hat und abnehmen wird, sind 50 Cent für den vielleicht letzten fröhlichen Tag für lange Zeit wirklich Peanuts.

  10. 21.01.2009 | 8:56

    @buenavista:

    Nachdem man den Amerikanern Tausende von Dollars für unnütze Kriege und vermutlich Zehntausende (pro Person wohlgemerkt) zur Finanzierung unfähiger Banken und Finanzjongleure abgenommen hat und abnehmen wird, sind 50 Cent für den vielleicht letzten fröhlichen Tag für lange Zeit wirklich Peanuts.</blockquote

    Für Politiker zwar eine übliche, dennoch keine besonders sinnvolle Idee, dem schlechtem Geld der Bush-Ära, gleich gutes Geld der Verschwendung hinterher werfen. Wobei es mir weniger um die Menge des Geldes als um die Verdrängungseffekte privater wirtschaftlicher Aktivitäten ging…

  11. 21.01.2009 | 8:57

    …manchmal versagt die Technik.

  12. Herbert
    21.01.2009 | 9:43

    @ DrB
    “Die Meinungs-Gurus rätseln in den Standardmedien, was Obama jetzt alles zu tun gedenkt und die primäre Antwort lautet: Steuern drastisch erhöhen”
    Ist gottseidank nicht mein Bier:-) Was würde McCain tun? Steuern senken? Lol!

  13. R.A.
    21.01.2009 | 10:14

    Ist tatsächlich eine überraschend große und teure Party.
    Aber wenn’s Spaß macht …

    Problematisch für Obama finde ich eher, daß die ohnehin schon riesigen Erwartungen immer noch weiter überhöht werden.
    Es wird ihm völlig unmöglich sein, auch nur annähernd die in ihn gesetzten Hoffnungen zu erfüllen. Das gibt einen Riesenkater – selbst wenn er einen guten Job macht.

  14. Herbert
    21.01.2009 | 10:19

    @ R.A.
    “Das gibt einen Riesenkater – selbst wenn er einen guten Job macht.”
    Da kann ich Dir nur zustimmen.

  15. Markus
    24.01.2009 | 0:41

    Die Amis lieben halt die große Show. Und hat nicht die Wall Street diese “große Sause” finanziert? Den neuen Volkshelden im Weißen Haus will man sich eben “warm halten”. Auf den “Seniorenball” eines John McCain wären aber bestimmt nicht so viele Gäste gekommen. Acht Jahre “Bushman” waren eine lange Zeit.

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