Von der Immobilienblase in die Pessimismusblase

Es ist keine zwei Jahre her, da glaubte fast jeder der Immobilienboom fände kein Ende. Auch dem Ölpreis wurde bescheinigt, er könne wohl kaum mehr sinken. Jeder setzte bei seinen Investitionsentscheidungen auf diese Entwicklungen, weil auch alle anderen es taten. Bis alles anders kam und die Immobilienblase platzte und der Ölpreis wieder in den Keller ging. Doch nicht nur der Boom hatte viel mit einer Massenpsychose zu tun, sondern auch die Krise erinnert stark daran. Schließlich kennen die meisten von uns den wirtschaftlichen Niedergang nur aus der Zeitung voller Fotos und Statements hemdsärmliger Krisenmanager. So eine Informationskaskade verursacht schlechte Laune und verbreitet Unsicherheit. Allein die Tatsache, dass viele Leute ihre Zeit mit der Lektüre endloser Hiobsbotschaften verschwenden, statt sich einfach ganz entspannt ihrer täglichen Arbeit oder anderen nützlichen Dingen zu widmen, legt nahe, dass es sich bei der Krise ein Stück weit um eine selbst erfüllende Prophezeiung handelt.

Weil also der Optimismus der vergangenen Jahre nicht vernünftiger oder besser begründet war als der aktuelle Pessimismus, brauchen wir eigentlich kein Konjunkturprogramm. Nein, wir brauchen eigentlich nur weniger fernsehen und Tageszeitungen lesen. Lieber ein Buch zur Hand nehmen, am besten schon ein paar Jahre alt, in dem man lesen kann, wie die Welt funktioniert und wie man sie gestalten kann, wie man sich an ihr freut und nicht wie man sich vor ihr fürchtet. Und dann sollte man diesen Optimismus ebenso schnell verbreiten wie der Pessimismus sich heute fortpflanzt.

Ich halte ja eigentlich nichts davon, sich am Überbringer schlechter Nachrichten auszulassen. Doch in diesem Fall sollte man wohl eine Ausnahme machen und die ganzen Miesepeter des Krisenzirkus mit Nichtachtung strafen.

Ähnliche Beiträge


31 Kommentare zu “Von der Immobilienblase in die Pessimismusblase”

  1. F. Alfonzo
    15.01.2009 | 2:23

    D’accord, grundsätzlich.

    Leider profitieren aber nicht nur die Medien von diesen Weltuntergangsszenarien, sondern auch die Politik, wo man sich jetzt mit Aktionismus gegenseitig zu überbieten versucht.

    Das Ignorieren funktioniert mit den Medien ganz gut (oder: man versucht eine Zeitung zu finden, die den Hype nicht mitmacht, das Angebot ist ja durchaus beträchtlich).

    Bei der Politik ist es nicht ganz so einfach, weil das Angebot an Meinungen kleiner ist und die Beschlüsse einen direkt betreffen.

    Interessant and der ganzen Sache finde ich (als ‘Jungspund’) ja immer, wie Rezessionen von Medien und Politik gleichermaßen behandelt werden: Als hätte es in der Geschichte der Menschheit noch nie eine Rezession gegeben (und falls doch, dann ist die aktuelle immer die schlimmste, die es je gegeben hat).

  2. DrB
    15.01.2009 | 3:01

    Halten wir der Vollständigkeit halber fest, dass die “Immobilienblase” durch eine sozialstaatliche Massnahme aus demokratischer Hand so zu sagen langfristig geplant war. Das hat mir eigentlich gefehlt. Fehlt aber fast immer in deutschsprachigen Kommentaren.
    Stichwort: Community Reinvestment Act

  3. F. Alfonzo
    15.01.2009 | 5:02

    @ DrB: Dürfte aber, bei dem Ausmaß, welches erreicht wurde, offensichtlich sein… ein Markt alleine gibt niemals eine Spekulationsblase dieses Ausmaßes her… zusätzlich zum CRA sollte man noch die ‘Leitzins darf niemals über 1% liegen’-Politik von Greenspan nach der IT-Blase erwähnen…

  4. F. Alfonzo
    15.01.2009 | 6:09

    P.S.: Gerade gelesen:

    Deutschland wurde von China von Platz 3 der Output-stärksten Nationen vertrieben…
    Wenn das nicht Grund für ein weiteres Stimulus-Paket ist….

  5. Libero
    15.01.2009 | 7:15

    Logisch, daß ein Regelsystem mit einem Übermaß an prozyklischen Einflußgrößen Blasen wie Krisen verstärkt. Dieses Regelsystem hat einfach zu wenige antizyklische Einflußgrößen.

    Nein, wir brauchen eigentlich nur weniger fernsehen und Tageszeitungen lesen.

    Dieses Verhalten ist ohne Frage antizyklisch.

    Warum aber erst während einer Krise? Nein, bereits beim Füllen der Blase, ob das nun eine Immobilienblase oder eine Kurs- bzw. Preisblase ist ein solches antizyklisches Verhalten von Vorteil. Man kann auch mit seinen Kinder zusammen Seifenblasen aufblasen. Sehen wie sie wachsen und platzen. Das funktioniert das, das Wahrnehmen. Bei den volkswirtschaftlichen Blasen funktioniert das nicht. Obwohl doch genügend Artikel frühzeitig erschienen sind, die den Tenor hatten, der Anstieg der Immobilienpreise ist eine Blase. Wenn Familienväter ein Haus nur noch dann kaufen, wenn sie glauben, es wenige Jahre später noch teurer verkaufen zu können, ist das kein normales Verhalten, sondern ein Verhalten während der Blase. Häuser werden tatsächlich gebaut, damit sie bewohnt werden. Das ist bei einigen wohl etwas in Vergessenheit geraten.

  6. Herbert
    15.01.2009 | 8:40

    @ SteffenH
    “Es ist keine zwei Jahre her, da glaubte fast jeder der Immobilienboom fände kein Ende.”
    Unsinn, vor 2 Jahren hatten es die Spatzen schon mindestens 2 Jahre lang von den Dächern gepfiffen, dass es ein böses Ende nehmen würde mit den Immobilienpreisen und den Schulden. Nicht zu vergessen: in Deutschland glaubt schon seit bald 15 Jahren keiner mehr, dass Immobilienpreise automatisch steigen. Hier hat es also schon die Blase 1 gar nicht gegeben. Natürlich ist es vernünftig, auch jetzt der Fortschreibung des Trends nicht zu glauben, aber die ganze “Kritik” in diesem Beitrag ist ziemlich wohlfeil.

    @ DrB
    “Halten wir der Vollständigkeit halber fest, dass die “Immobilienblase” durch eine sozialstaatliche Massnahme aus demokratischer Hand so zu sagen langfristig geplant war.”
    Und ewig brabbeln die Ammenmärchenerzähler. Welche sozialstaatlichen Massnahmen haben denn die britischen Hauspreise aufgepumpt? Und welche die spanischen? Das Ammenmärchen dient Dir doch nur dazu, Deinen gewohnten Sündenbock zu erhalten. Angst vor dem utopielosen Blick auf die Welt?

  7. Lina
    15.01.2009 | 8:46

    Gemach, erst dann wird’s ernst (-; :

    ‘A recession is when your neighbor loses his job. A depression is when you lose yours.’ (Greg Mankiw)

  8. DrB
    15.01.2009 | 9:25

    @Herbie:
    Na, wieder mal ad personam unterwegs, schlecht geschlafen?
    Es handelt sich hier um die wichtig zu nennende Ursache der Krise, das eine Unzahl anderer Faktoren mitwirken, bspw. die Leitzinspolitik, also die Politik des billigen Geldes, steht ausser Frage.
    Aus meiner Sicht ein Muss den CRA in der Diskussion zu benennen, denn stattdessen wird ja bekanntlich die “Managergier” als ursächlich empfunden, was ja auch von den Sozen [1] gewollt ist, ich verwies bereits an anderer Stelle auf die klaffende Lücke in der deutschsprachigen Wikipedia zu diesem Thema, es besteht also Aufklärungsbedarf.

    [1] “Sozen” aller Parteien, im Sinne von Etatisten und Bürokratisten

  9. Libero
    15.01.2009 | 9:27

    @lina

    Mankiw hat pragmatische Definitionen. Diese beschreiben sehr gut, daß Menschen vieles erst dann verstehen, wenn sie es miterleben, eigentlich erst, wenn sie selbst es erleben.

    Das ist fatal, weil es auch für die Blase gilt, die anscheinend gar nicht wahrgenommen wird.

    @DrB

    Sagt ein alte Kaufmannsweisheit nicht, daß Gewinne erst dann entstehen, wenn sie durch Verkauf verwirklicht werden. Steigende Hauspreise sind doch nur Buchgewinne. Wer den Buchgewinn durch steigende Hauspreise nutzt, um sich zu verschulden oder Hauseigentümer aufgrund der Buchgewinne Hauseigentümern höhere Schulden gewährt, handelt wie?

    Verantwortungslos

    Hat dieses Verhalten irgendetwas mit dem Staat zu tun?

    Ist es kaufmännisch, Hypotheken auf der Basis steigender Hauspreise zu vergeben? Bei denen keine Tilgung und später steigende Zinsen vorgesehen sind. Das Immobilienpreise nicht ewig steigen, weiss jeder.

    Wenn ich an die amerikanischen Häuser denke, denke ich immer an das Märchen von den drei Schweinchen und den dazugehörigen Häusern. Das sind doch keine Häuser, das sind Filmkulissen. Ohne billige Energie völlig unwirtschaftlich.

  10. DrB
    15.01.2009 | 9:44

    @libero:
    Soll ich das jetzt mit dem CRA wirklich en detail erklären? Nö, mach ich nich, nur der Hinweis, dass die Hypothekenkredite, wenn sie mit staatlichen Sicherheitsgarantien gesponsort sind, die Immobilienpreise steigen lassen, dann wiederum neue und höhere Hypothekenaufnahmen generieren u.s.w.u.s.f. und dann – Trara! – irgendwann die I.preise sinken und die Hypothekenkredite faul werden und die Blase platzt. BUFF

    Die Banken sind also _angehalten_ worden von Clinton die Blase zu bilden, nach meiner Kenntnis hat Bush das Problem erkannt, aber die Widerstände nicht brechen können, die Sache war ja populär, “Schönes Haus für jeden Donk”.

    Weiss jetzt nicht was die Papphäuser aus den Staaten mit der Sache zu tun haben (ausser eben, dass viele Häuser jetzt garantiert nichts mehr wert sind), aber klar, die Banker [1] sind _unschuldig_, kein Banker kann ja bei so tollen Vertriebserfolgen den Bedenkenträger [2] geben, gell?

    [1] ohne den üblichen Folgen
    [2] die Banker in EU, nunja, LOL, die haben wohl partizipiert, bei klarer Zukunftsperspektive, am schlimmsten hats die kompetenten Landesbanker erwischt

  11. Libero
    15.01.2009 | 10:09

    @DrB

    Wer sagt dir denn überhaupt, das alle Hypotheken von Menschen beansprucht wurden, die ganz herkömmlich und traditionell in diesen Häusern wohnen wollen.

    Ich mag altmodisch sein, aber ich bin der verrückten Ansicht, daß Häuser eigentlich gebaut werden, auf das man in ihnen wohne. Sie werden nicht gebaut, weil man sie leerstehen lässt, weil man auf die steigenden Hauspreise spekuliert. Es mag ja sein, daß es Menschen gibt, die mehrere Häuser in verschiedenen Städten bewohnen. Dazu ist es notwendig, daß man die Haustür aufschliesst, ein Bett vorfindet und in ihm die Nacht verbringt. Ich habe nicht den Eindruck, daß Menschen, die mehrere Häuser auf Kredit kaufen, sie nutzen, wenn sie nicht einmal durch eigenen Augenschein wissen, wie es hinter der Haustür aussieht. Wenn überhaupt, haben sie ihre Häuser nur von außen gesehen. Manche dieser tiefsinnigen Käufer hatten 10 und mehr Häuser auf diese Art. Die haben ganz vergessen, daß Häuser zum Zwecke des Wohnens gebaut werden. Familienväter überlegen sich dann, nee für das bißchen Haus zahle ich nicht hunderttausende von Dollars. Das sind sie einfach nicht wert. Sind sie auch nicht. Waren sie nie.

  12. Libero
    15.01.2009 | 10:11

    Schönes Haus für jeden Donk

    Die Mehrfachkäufer waren keine Donks, sondern gutsituierte junge Männer, die glaubten, durch steigende Immobilienpreise ohne Anstrengung reich zu werden.

  13. Herbert
    15.01.2009 | 10:13

    @ DrB
    Es ist gerade mal 2 Jahre her (Lol!) da hat fast jeder noch erzählt, das Schuldenmachen sei Ausdruck des Optimismus und der Can-Do-Mentalität der Amerikaner, von der wir uns mal eine Scheibe abschneiden sollten:-) Die Schulden würden die schon wieder abtragen, weil sie ja zupacken können und nicht so in der sozialen Hängematte hängen würden wie die Deutschen. Und jetzt, wo der Lack gründlich abgegangen ist, war natürlich die US-Variante der sozialen Hängematte (was denn sonst?) für das Fiasko verantwortlich. Das ist eine lustiges Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel, bei dem es darum geht, in einer chaotischen, ungeordneten Welt, einen Glauben aufrecht zu erhalten, in dem sich einige geistig sehr bequem eingerichtet haben.
    Die größten Dummbeutel allerdings, die an die veraltete Version des Ammenmärchens geglaubt und deshalb fleissig Kredit gegeben haben, waren tatsächlich die deutschen Staatsbanker. Da gebe ich Dir absolut recht! Es war also die deutsche Staatswirtschaft, die am meisten an den Segen geglaubt hat, der immer und für jeden Dummen auf der amerikanischen “freien” Wirtschaft liegt. Das ist eine feine Pointe, die mir schon lange außerordentlich viel Vergnügen bereitet. Und die skeptischen deutschen Steuerzahler, die es trotz Medienterror nicht so recht glauben wollten, zahlen einen Teil der Rechnung. Wirklich köstlich! Es bleibt also weiterhin spannend und unentscheidbar.

  14. DrB
    15.01.2009 | 10:15

    Weisst Du wies in den Staaten läuft? Kennst Du die Staaten-Hopper? Kennst Du die amer. (Wegwerf-)Mentalität?
    Die geistigen Wärmedämmer sitzen in D, woanders wird anders gelebt.

    Muss ja nicht schlecht sein, was die Amis machen, aber mit der demokratischen Hypothekengeschichte (CRA) wurde anscheinend nicht die gelddruckende Wollmilchsau gefunden, sondern ein System-Destruktor.

    Und damit sowas nicht noch einmal passiert – Steinbrücks Strohfeuerprogramme lassen grüssen, auch wenn sie nicht so “rattig” waren sind wie das Schneeballsystem CRA – ist Aufklärung erforderlich.

    Fakten nennen, Fakten und nochmal Fakten, gerne auch Zusammenhänge erläutern und so, da sind die FDPler und die Guidos eigentlich gefordert.

  15. DrB
    15.01.2009 | 10:17

    @Libero:
    Zu den Donks noch, ja, genau, die Hauskäufer waren die Gierigen, die Banker die Erfüllungsgehilfen und die “Demokraten” (auch die bei den Republikanern) die gewählten Volksvertreter mit der töften Idee.

  16. DrB
    15.01.2009 | 10:23

    @Herbie:
    Exakt so isses, LOL, köstlich aber auch wie sich Island und Irland dbzgl. finanziell engagiert haben, bei uns sind das dagegen nur Peanuts. Das was jetzt Wirtschaftskrise ist zwar auf die Hypothekengeschichte zurückzuführen, aber es ist dann in D doch eher internationale Verflechtung und die Vertrauenskrise.
    Dass der Staat versucht Vertrauen wiederherzustellen ist nicht verkehrt. Es geht aber auch um das “Wie”, und wie soll die Krise bewältigt werden, wenn die Ursachen verkannt werden und gar Eigentore geschossen werden, die dem “Ureigentor” CRA entsprechen oder nahekommen?

  17. Libero
    15.01.2009 | 10:25

    @DrB

    Man hat dank der fruchtbaren Lende meines Onkels inzwischen zahlreiche Verwandte in verschiedenen wechselnden Staaten der USA.

    Hinsichtlich der Situation auf dem Immobilienmarkt in den Boomtowns der USA gab es viele sehr interessante Artikel in der amerikanischen Wirtschaftspresse. 2005 die ersten. Die waren mehr als eindeutig.

    Ich bin für Industrien mit hohem Energieverbrauch ausgebildet wurden. Die meisten amerikanischen Unternehmen dieser Industrien leben auch wie die privaten Amerikaner. Da leben Anlagen, die lebten schon, da warest du noch nicht geboren. DDR like Technology.

    Deshalb sind sie ja nicht mehr wirtschaftlich und schreien nach dem Staat. Auf das er sie vor der unfairen ausländischen Konkurrenz schütze.

  18. Herbert
    15.01.2009 | 10:56

    @ DrB
    Gerade ging eine Meldung durch die Ticker, dass das “Tsunami” der notleidenden Hypo-Kredite und Zwangsversteigerungen in den Bundesstaaten Nevada, Florida, Arizona und Texas seine höchsten Wellen schlägt. Die Zahlen sind wirklich krass, im Fall von Nevada betraf es beispielsweise 7% der Haushalte. 7 Prozent! Keine Bank, die da nennenswert engagiert ist, hat auch nur die Spur einer Überlebenschance (ohne Staatshilfe:-), denn die Margen im seriösen Hypo-Geschäft sind sehr schmal, was die Banken-Basher gerne übersehen.
    Jetzt frage ich aber Dich: Sind diese Bundesstaaten besonders stark von den CRA-Regelungen betroffen? Natürlich nicht, denn dort kaufen überwiegend die gutsituierten Rentner aus dem ganzen Land und die Spekulanten Häuser, nicht etwa die Armen und die Schwarzen.

    Noch so eine Schote. über die sich damals halb Deutschland geärgert hat:
    http://www.ftd.de/politik/deutschland/:Leasinggesch%E4fte-US-Investoren-knebeln-Kommunen/461119.html
    Es waren die “Eliten”, die sich über den Unglauben der Bürger hinweggesetzt und lustig gemacht haben. Diese Art von ökonomischen Luftnummern und Steuerwundertüten haben 15 Jahre lang die Wirtschaft angetrieben. Und jetzt fliegen Sie allen um die Ohren. Sozialprogramme ja, aber für Finanzjongleure.

  19. Libero
    15.01.2009 | 11:07

    Natürlich nicht, denn dort kaufen überwiegend die gutsituierten Rentner aus dem ganzen Land und die Spekulanten Häuser, nicht etwa die Armen und die Schwarzen.

    So ist es und so stand es auch in Forbes ab 2005

    Das Cross Border Leasing nicht nur der BVG. Das hat witzige Konsequenz. Eine Strassenbahn macht einen Unfall. Das passiert. Eigentlich ist sie Schrott. Auch das passiert. Nicht nach den Leasingverträgen, das hat man schlicht übersehen. Die Leasingverträge sind Schwarten in englischer Sprache, die die Leasingnehmer nicht im Detail kennen. Das war schon sehr großer Schwachsinn. Aber nicht nur Deutscher Schwachsinn.

    Juristisch haben sich die Grundlagen für die Leasinggeschäfte ohnehin völlig verändert. Schon 2004 stoppte der US-Fiskus die Modelle und setzte die Investoren unter Druck, selbst aus laufenden Projekten auszusteigen. Viele haben das auch getan.

  20. Herbert
    15.01.2009 | 11:13

    @ Libero
    “Schon 2004 stoppte der US-Fiskus die Modelle und setzte die Investoren unter Druck, selbst aus laufenden Projekten auszusteigen.”
    Klarer Fall: auch hier ist der Staat schuld! Der Staat ist immer schuld. Das ist aber keine verwertbare Erkenntnis, sondern nach meiner Meinung pure Tautologie.

  21. Libero
    15.01.2009 | 11:21

    sondern nach meiner Meinung pure Tautologie.

    Als dieses Denken noch im religiösen Bereich zuhause war, nannte man die so denkenden Menschen Bogumilen, später Katharer. Über die Jahrhunderte hatte dieser 100 % gut und 100 % Böse Dualismus sich erhalten und zog in das ökonomische Denken ein.

    Es können auch Liberale wissen. Der noch umfassend gebildete Alexander Rüstow, der den Begriff Neoliberalismus prägte, hat im türkischen Exil ein Manuskript geschrieben, daß Jahrzehnte später als Buch mit dem Titel Die Religion der Marktwirtschaft erschien. Ende der Vierziger Jahre hiess das erweiterte Buch das Versagen des Wirtschaftsliberalismus.

    Gut ist der Markt, den er stammt vom Schöpfergott, dem fernen Gott der Katharer. Schlecht ist der Staat, den er stammt von Menschen, vielleicht auch vom teuflisch unvollkommenen, daher nur schlechten Demiurgen.

  22. DrB
    15.01.2009 | 11:22

    @Herbie:
    An der Ursächlichkeit des CRA wird so nicht zu rütteln sein, selbstverständlich haben eher bürgerliche Kräfte staatsgesponsorte Hypotheken aufgenommen, obwohl, es ging wohl teilweise auch ganz ohne Eigenkapital. Müsste ich recherchieren. Aber auch die “Nichtarmen” und “Nichtschwarzen”, wie Du so schön skizziert hast, waren natürlich CRA-Fälle.

    Zur Leasinggeschichte: Staatliche Leasingnehmer erhalten wegen iherer vorzüglichen Bonitätseinstufung natürlich allerbeste Konditionen, wenn einige Beamte die Verträge beim CBL nicht lesen konnten, LOL, kann ja sein, habe ich kein Mitleid.
    I.Leasing durch Staatliche ist übrigens fast kriminelles Handeln und verstösst fast gegen den Amtseid. Ich meine u.a. diese Geschichten wie “Gefängnis bauen, verkaufen&leasen”.
    Leasing geht für Staatliche und Private gar nicht, das rechnet sich in keinem Fall.

  23. Herbert
    15.01.2009 | 11:38

    @ DrB
    “Leasing geht für Staatliche und Private gar nicht, das rechnet sich in keinem Fall.”
    Ohne Steuerquirks nie. Aber das Schlimme ist ja, dass das jeder Normalbürger immer geahnt hat. Ich habe mir vor Jahren Autoleasing angeschaut, weil ich mich über die niedrigen Raten gewundert habe: ein Passat kostete nur einige Euro mehr als ein Golf. Man kommt relativ schnell drauf, dass die Musik im angesetzten Wiederverkausfwert steckt (und dass Verluste aus jener Ecke dem Kunden über angebliche Schäden, Kratzer etc. wieder untergeschoben werden können). Die Blasenwirtschaft und Betrugsiwrtschaft basierend auf überhöhten Buchwerten schaut der freien Marktwirtschaft seit vielen Jahren aus allen Knopflöchern.

  24. DrB
    15.01.2009 | 17:18

    Du meinst die Restwerte der abgeschriebenen Leasinggegenstände; nun da bekommt der Private nach Ablauf der Laufzeit des LV natürlich recht hohe Angebote, angeblich sind sogar einige überrascht, weil der Wagen a) nicht abgeschrieben werden konnte, da privat, und b) der Rückkauf teuer ist. Manchmal kriegt auch gleich der Händler die (dann günstige) Rückkaufvereinbarung und der Private schaut in die Röhre und muss beim Händler betteln.
    So wirds wohl auch mit den Staatlichen gehen, aber in der Regel können die Kosten hier in Anschlussverträgen versteckt werden und bleiben so in der Öffentlichkeit unbemerkt bzw. unverstanden.
    Fehler machen zu können ist in der Tat ein Merkmal freien wirtschaftlichen Handelns.

  25. 15.01.2009 | 17:40

    @Herbert:
    Was die englischen Immobilienpreise angeht, kann ich mich daran erinnern, dass Oliver M.H. nicht müde wurde auf die planerischen Ursachen hinzuweisen. Zum Beispiel hier.

  26. Libero
    15.01.2009 | 18:59

    Ursachen? Man könnte es für ein Instrument halten. Dann sollte man sich fragen, wem nützt dieses Instrument? Die nichtgestellte Frage beantwortet er. Daher finde ich seine Antwort glaubwürdig

  27. Buenavista
    15.01.2009 | 21:01

    “Es ist keine zwei Jahre her, da glaubte fast jeder der Immobilienboom fände kein Ende”

    Mit Verlaub, wer das 2006 noch glaubte, hatte echt einen an der Waffel.

  28. Herbert
    15.01.2009 | 22:37

    @ DrB
    “Fehler machen zu können ist in der Tat ein Merkmal freien wirtschaftlichen Handelns.”
    Sicher. Nur stimmt die Idee nicht, dass Fehler individuell gemacht, individuell gebüsst und deshalb individuell korrigiert werden. In einem Kollektiv ist es immer möglich, Fehler zu machen, für die allein die anderen bezahlen. Die empfinden das dann nicht als Fehler, sondern als Betrug. Wenn es viele trifft, führt das leicht zu Verwerfungen, die in keiner Wirtschaftstheorie behandelt werden: Mord und Totschlag.

    @ googlehupf
    “Was die englischen Immobilienpreise angeht, kann ich mich daran erinnern, dass Oliver M.H. nicht müde wurde auf die planerischen Ursachen hinzuweisen.”
    Den Artikel kannte ich, aber ein EarlyBird war er ganz sicher nicht.

  29. 15.01.2009 | 22:38

    Wenn man aus Geld flüchtet und krampfhaft versucht dieses in “Werte” zu tauschen, dann sicher nicht, weil man an die Zukunft glaubt – optimistisch ist. Gerade der breite Pessimismus der letzten Jahre hat zu dieser Flucht aus dem Geld geführt. In der Zeit, in der das Geld immer “schlechter” wird – also während einer Inflation – spricht man doch nicht von Optimismus.

  30. DrB
    16.01.2009 | 12:55

    @Herbie:
    Ich weiss jetzt nicht was Dich i.p. Marktwirtschaft gebissen hat, ich unterstelle erst einmal liberale Einstellungen, aber “Mord und Totschlag” sind Mittel der kriminellen Wirtschaft, also bspw. der Mafia, und ein Mittel in Systemen, die nicht im Dreieck “Freiheit, Demokratie, Marktwirtschaft” stehen.
    Vermutlich findet sich “Mord und Totschlag” darum nicht in wissenschaftlichen Abhandlungen und Theorien; sondern eben anderswo, bspw. in “Mein Kampf”, bei Macchiavelli und in linker und rechter revolutionärer Literatur. Bei den Bärtigen sowieso.

  31. Markus
    16.01.2009 | 23:57

    Vielleicht wäre manchem “Gefühls-Optimisten” in Sachen verdrängter ökonomischer Wirklichkeit mal wieder Joachim Jahnkes Infoportal zu empfehlen, wo eine ganze Reihe von einschlägigen Fakten zusammengetragen sind, die es einem schwer macher sollten, auf übermäßigen Optimismus zu machen.

    http://www.jjahnke.net/index.html

Bad Behavior has blocked 1024 access attempts in the last 7 days.