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Wieviel Auto solls denn sein?

Die Regierung hat ihr “Konjunkturpaket” vorgelegt und es ist so schlecht ausgefallen wie zu erwarten war.

Ein konzeptloses Sammelsurium von Änderungen, da ein paar Zehntel weniger, dort mehr, hier eine Einmalzahlung, dort ein bißchen mehr Beton oder Bürokratie.
Hauptsache ordentich Geld rausgeschmissen nach dem Motto: “Die Schulden von heute sind die Steuern von morgen”.
Irgendwelche positiven Wirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung kann man ziemlich ausschließen – eher im Gegenteil.

Und als Krönung kommt dann die Abwrackprämie für “alte” Autos.

Früher war es ja mal so, daß Autos mit 10 Jahren ziemlich alt, meist schrottreif waren.
Die Segnungen des Kapitalismus und des technischen Fortschritts haben das sehr erfreulich geändert: Ein 10 Jahre altes Auto ist in der Regel noch prima verwendbar, wirtschaftliche Nutzungszeiten von 15-20 Jahren sind gut möglich.

Entsprechend werden eigentlich pro Jahr deutlich weniger Autos gebraucht als früher. Zwar ist der Motorisierungsgrad deutlich gestiegen (d.h. mehr Leute haben ein Auto), aber eigentlich war es die letzten Jahre eher eine Luxuserscheinung, daß sich Leute dauernd neue Autos kaufen, obwohl das alte noch prima funktionierte. Na ja – so hat Deutschland eben Osteuropa mit Gebrauchtautos motorisiert.

Längerfristig ist aber unvermeidlich, daß die Autobranche ihre Kapazitäten zurückfährt – und die Leute den finanziellen Vorteil der längeren Autonutzung verwenden, um sich andere Wünsche zu erfüllen.
Letztlich ein normaler Anpassungsprozeß, im Zuge des technischen Fortschritts verschieben sich die Marktanteile für die diversen Branchen.

Solche Änderungen aber sind den strukturkonservativen Sozialdemokraten der GroKo ohnehin ein Greuel. Und schon gar nicht möchte man, daß die Schrumpfung von Autoproduktionskapazitäten im Wahljahr ungünstige Schlagzeilen produziert.

Also sollen nun völlig funktionstüchtige Autos abgewrackt werden, belohnt mit einer Prämie von 2500 Euro.
Ein volkswirtschaftlicher Wahnsinn, ökonomisch UND ökologisch völlig unsinnig.

Man sollte das komplette Bundeskabinett so lange in Klausur sperren, bis alle Mitglieder Bastiat gelesen haben und auswendig hersagen können …

R.A. in Politik am 13. 01. 2009 » 26 Kommentare
bisher 26 Kommentare » Kommentare
  1. Herbert sagt am 13. 01. 2009 um 16:32 Uhr:

    Ja, die Abwrackprämie ist ein Hammer und mit 2500 Euro in jedem Fall viel zu hoch. Nicht nur, dass jetzt funktionstüchtige Wagen vorzeitig abgewrackt werden. Man wird auch Autos wieder reaktivieren, die wirklich abgewrackt werden sollten, um dann nochmal einen Reibach mit Ihnen zu machen. Sehr viel Überlegung wird in Tricksereien fließen. Systematischer Wahnsinn!

  2. R.A. sagt am 13. 01. 2009 um 16:44 Uhr:

    Aber siehe, die Rettung ist nahe.

    Oder mal vorsichtig gesagt: Vielleicht werden wenigstens die gröbsten Dummheiten verhindert.

    An der Gesamtschadenssumme von 50 Milliarden wird sich aber wohl wenig ändern lassen.

  3. SteffenH sagt am 13. 01. 2009 um 16:50 Uhr:

    Ich frage mich, warum sie nicht auf alle langlebigen Konsumgüter eine Abwrackpremie zahlen wollen? Meine Waschmaschine ist schon zehn Jahre alt, der Toaster auch, nicht zu reden vom Mixer. Was man da alles stimulieren könnte. Unglaublich diese Nummer…

    Es wird wohl so kommen, dass die Autohändler die Fahrzeuge scheinabwracken, um sie dann doch noch im Ausland zu verkaufen. Irgendwas lassen die sich schon einfallen.

  4. stefanolix sagt am 13. 01. 2009 um 17:38 Uhr:

    Entweder die GroKo schafft eine »Abwrackbehörde« und lässt die Verschrottung überwachen oder die alten Autos gehen alle in den Osten oder man schafft sich durch Mehrfach-Abwrackung einen Kobraeffekt.

    Aber in keinem Fall ist wirklich der Konjunktur unserer Volkswirtschaft gedient. Wenn man nur die prinzipielle Konzeptionslosigkeit des wirtschaftspolitischen Handelns betrachtet, wird man manchmal sehr an die letzten Jahre der DDR erinnert.

  5. Dirk sagt am 13. 01. 2009 um 18:11 Uhr:

    Dann doch lieber Konsumgutscheine. Dann ist das Geld wenigstens nicht weg

  6. Paul sagt am 13. 01. 2009 um 19:04 Uhr:

    Abwrackprämie für alle landwirtschaftlichen Maschinen. Dann arbeiten wieder 95% der Menschen in der Landwirtschaft manuell (Arbeitsplätze!). Und die Steuersenkungen sind sinnlos, weil keine Reformen auf der Ausgabenseite gemacht wurden. Irgendwo muß das Geld wieder herkommen. So blöd sind die Leute auch nicht. Würde mich nicht wundern wenn die Steuerersparnis größtenteils gespart wird. Muß ja auch….das Gesparte leiht sich der Staat dann wieder für das Konjunkturprogramm.

  7. stefanolix sagt am 13. 01. 2009 um 22:21 Uhr:

    Ein SPD-Abgeordneter, ein Lehrer und ein Arbeiter sitzen beim Skat und die Rede kommt auf das Konjunkturprogramm der Bundesregierung.

    »Ich gehe natürlich mit gutem Beispiel voran und kaufe mir ein neues Auto«, sagte der Abgeordnete. »Und den Rest stecke ich in den Wahlkampf.«

    »Ich spare drei Jahre und gehe dann auf eine Kreuzfahrt«, sagte der Lehrer. »Und den Rest stecke ich in meine Bibliothek.«

    »Ich werde meine Familie zu Weihnachten mal wieder zum Essen einladen«, sagte der Arbeiter.

    »Und den Rest?« fragte der Lehrer.

    »Den leg’ ich drauf.«

    Den Witz gab es auch in der DDR. Damals begann er mit einem SED-Parteisekretär. Es wird wohl langsam Zeit, den alten Galgenhumor zu reaktivieren …

  8. DrB sagt am 14. 01. 2009 um 03:14 Uhr:

    2.500,- EUR, köstlich!
    Das hätte ich in D nicht mehr für möglich gehalten, ist ja noch ärmer als die Sache mit den Gutscheinen.
    Nette Subvention für die Autobauer, für Altwagenbesitzer und natürlich auch für den Gebrauchtwagenmarkt.
    Bin ich froh, dass ich diese Scheisse nicht mehr mit Steuergeld mitzahle.

  9. Marc sagt am 14. 01. 2009 um 08:23 Uhr:

    Steuersenkungen (oder Gehaltserhöhungen) waren mir immer erst dann auf der Gehaltsabrechnung aufgefallen, wenn sich die Hunderter-Stelle änderte. Ist zwar irrational, wenn es von 099 auf 100 geht, aber wie war das mit der Psychologie?

  10. stefanolix sagt am 14. 01. 2009 um 08:38 Uhr:

    @Marc: Und wie weise die Große Koalition darauf achtet, dass die Menschen nicht plötzlich mehr Netto in der Hand haben;-)

  11. F. Alfonzo sagt am 14. 01. 2009 um 16:57 Uhr:

    @ Dirk:

    Deshalb war ich der Idee mit den Konsumgutscheinen von anfang an nicht abgeneigt; dass ordentlich Geld zum Fenster rausgeworfen würde, war ja schon absehbar, aber mit der steuerfinanzierten Kapitalvernichtung a la Abwrackprämie ist jetzt die schlechtmöglichste Alternative gefunden.
    Warum zahlen sie nicht gleich 100.000€ Prämie an jeden, der sein Haus anzündet und ein neues baut?

    F. Alfonzo

  12. Die Stimme aus dem Off sagt am 14. 01. 2009 um 20:30 Uhr:

    Also jetzt bitte mal Butter bei die Fische. Wie genau sind eigentlich die Voraussetzungen, um an die Kohle zu kommen?
    Heisst das jetzt, dass man ein 10 Jahre altes Auto beim Händler in Zahlung gibt beim Neuwagenkauf und dann 2500 Euro vom Staat gutgeschrieben bekommt?

  13. DrB sagt am 14. 01. 2009 um 20:36 Uhr:

    Spekulation:
    Du lässt den Altwagen verschrotten, kriegst einen “Bockschein” und wendest Dich mit diesem an das Autohaus. Hier hat sich Deine Verhandlungsposition allerdings etwas verschlechtert, das gilt auch für Jahreswagen. Denke aber mal, dass – sofern der Altwagen schrottreif war, sonst gehts ja gar nicht – ca. 2.000,-EUR vom Staat für den Neuen bereinigt hinzu kommen.
    Auf jeden Fall dann das etwas grössere Modell holen, so einen SUV rate ich an, ist auch sicherer.

  14. Die Stimme aus dem Off sagt am 14. 01. 2009 um 20:59 Uhr:

    ;-) :-)

  15. Buenavista sagt am 14. 01. 2009 um 23:12 Uhr:

    Abwrackprämie für inkompetente Politiker wäre sinnvoller.

    Der dümmste Satz, den ich gehört habe, lautete: “Jetzt können wir uns eine Vereinfachung des deutschen Steuersystems NICHT MEHR LEISTEN.”

    Da fällt dir nichts mehr ein

  16. Libero sagt am 15. 01. 2009 um 10:00 Uhr:

    Die Segnungen des Kapitalismus und des technischen Fortschritts haben das sehr erfreulich geändert: Ein 10 Jahre altes Auto ist in der Regel noch prima verwendbar, wirtschaftliche Nutzungszeiten von 15-20 Jahren sind gut möglich.

    Wie sieht das eigentlich bei Hardware und Software aus? Ich habe hier 3 Scanner, die für meine Zwecke völlig reichen. Sie sind funktionstüchtig, aber es gibt keine neue Treiber für die neuen Versionen der Betriebssysteme. Ich muß sie also verschrotten, obwohl sie funktionieren. Ich kann natürlich einen alten Rechner weiterhin betreiben, der die Scanner betreibt. Wie sinnig.

    Die Segnungen des Kapitalismus haben dazu geführt, daß die Kosten der Geräte, auch vieler Bekleidungsgegenstände so weit gefallen sind, daß sich der Verbrauch und nicht mehr der Gebrauch lohnt. Wartung und Reparatur sind zu teuer, Neukauf ist billiger. Wieviel Prozent deiner Anschaffungssumme entfallen auf solche Güter? Diese Konsumgüter sind inzwischen wie Nahrungsmittel. Verdaut und ausgeschieden. Mit dementsprechenden Folgen für den Rohstoffbedarf, wenn Güter kurzer Nutzzeit überwiegen.

  17. DrB sagt am 15. 01. 2009 um 10:07 Uhr:

    Der Komplettaustausch abgeschriebener Geräte scheint mir eher ein Zivilisationsmerkmal zu sein. ;–)
    Idealerweise gelangen diese in die Verwertung.

    Welche Scanner und welche Betriebssysteme betrifft es denn?
    Die Treiber sind meist abwärtskompatibel, da quetscht dann vielleicht Windows2003 oder auf was du upgradest eine scheussliche Warnmeldung heraus, aber es funzt meist.
    Teuere Stapelscanner?

    Ansonsten, fiddelifu, hast Du eine dedizierte Scanstation, oder drei, LOL.

  18. Libero sagt am 15. 01. 2009 um 10:33 Uhr:

    @DrB

    Warum soll ich mir einen neuen Scanner kaufen? Die Geräte sind funktionstüchtig und laufen mit z.B. Windows 97. Zumal die neueren Geräte billiger Machart sind.

  19. DrB sagt am 15. 01. 2009 um 10:40 Uhr:

    Im schlimmsten Fall fährst Du zwei Betriebssysteme.
    Ansonsten einfach ausprobieren die Treiberinstallation, die hässlichen Meldungen wegklicken, und die Recovery bereithalten.
    Ich hab das immer so gemacht.
    Mein Rat war ja gerade keine neuen Scanner zu kaufen.

  20. DrB sagt am 15. 01. 2009 um 10:42 Uhr:

    Äh, Vorsicht: Die Recovery kann nach einigen Tagen natürlich erforderlich werden, wenn die Treiber mit dem OS in ernsthaften Konflikt geraten, also in der Anfangszeit wichtige Daten regelmässig sichern. Gehts (wider Erwarten) gar nicht, also Bluescreens und andere unschöne Sachen, dann eben Recovery und zwei Betriebssysteme oder dedíziertes Scansystem.

  21. Libero sagt am 15. 01. 2009 um 10:51 Uhr:

    Dein Rat ist mir schon klar. Ich bin, das wird für dich eine Überraschung sein, konservativ. Damit ungeeignet für Banken, denn ich würde Kunden von einer Hypothek abraten, wenn ich sehe, wenn ich vor mir sitzen habe.

    Im schlimmsten Fall fährst Du zwei Betriebssysteme.

    Ideal wäre es, das alte Betriebssystem samt Software wäre auf einem USB Stick und der eigentliche Rechner mit C würde gar nicht gestartet.

  22. R.A. sagt am 15. 01. 2009 um 10:52 Uhr:

    @Libero:
    Wieso hast Du Dir überhaupt drei Scanner gekauft, wenn doch schon der erste alle Bedürfnisse befriedigt?

    Es zwingt Dich schließlich niemand, die Segnungen von Kapitalismus und technischem Fortschritt auszunutzen und regelmäßig eine neue BS-Version einzusetzen.

    Ein PC mit Peripherie incl. Scanner von z. B. 2000 reicht doch für alle damaligen Bedürfnisse.

  23. Libero sagt am 15. 01. 2009 um 11:13 Uhr:

    @R.A.

    Wieso hast Du Dir überhaupt drei Scanner gekauft, wenn doch schon der erste alle Bedürfnisse befriedigt?

    Bist du nicht Freiberufler und kennst du nicht Kunden?

    Der erste war ein Einzugsscanner. Der war für meine Buerobedürfnisse völlig ausreichend, aber zu langsam für OCR. Dann der erste Flachbild. Seite einlegen, scannen. Dann mußte ein Einzugsscanner für einen größeren Auftrag ran.

    Ich habe zum Beispiel ein Doppelseitendrucker. Das spart Papier, aber eigentlich brauche ich ihn nicht.

    Warum habe ich ihn? Weil ein Kunde nur doppelseitige Ausdrücke haben wollte. Das hat er auch bezahlt. Er selbst hatte übrigens keinen Doppelseitendrucker. Aber mir in den Vertrag schreiben.

  24. Dirk sagt am 15. 01. 2009 um 18:14 Uhr:

    @Libero

    An wen geht jetzt der Vorwurf? Die Kunden, den Kapitalismus oder den Scanner Produzenten, die keine aktuellen Treiber bereit stellen. Das habe ich jetzt nicht verstanden.

  25. tigger sagt am 16. 01. 2009 um 20:17 Uhr:

    Die “Segnungen des Kapitalismus und des technischen Fortschritts” bieten zwar die Möglichkeit, Autos länger als 15 Jahre betreiben zu können, aber die Politik bietet parallel die Möglichkeit, durch entsprechende Steuer- und Umweltgesetzgebung einen dadurch möglichen Kapazitäts- und Innovationsrückgang zu verhindern.

  26. Misterdie sagt am 20. 01. 2009 um 15:22 Uhr:

    Ja ich weiß auch das alles beschie0 ist mit der Deutschen Politik. Mein Onkel war auch in der USA und hat sich auch dort ein neuen BMW gekauft.Heutzutage sind die Autos in Deutschland viel zu teuer…. was sagt ihr dazu? gruß Daniel