8. Januar 2009
Opfer der Finanzkrise?
Der Unternehmer Adolf Merckle wird nach seinem Freitot in den Medien als Opfer der Finanzkrise hingestellt. Tatsächlich war Merckle sein eigenes Opfer: Opfer seiner Geschäftsgebaren und seiner Selbstüberschätzung. Was hinderte den alten Mann daran mit dem Verlust der Führungsposition seines Familienunternehmens fertig zu werden und auf seine alten Tage wandern zu gehen oder am Kamin ein gutes Buch zu lesen? Der Kapitalismus nicht, und auch nicht die Finanzkrise. So bedauerlich sein Tod ist, das Wirtschaftssystem in Sippenhaft für diesen Suizid zu nehmen ist vollkommen unangemessen.
Anmerkung: Ich weise darauf hin, dass ich nicht Herrn Merckle, sondern seine Darstellung in der Presse als Opfer der Finanzkrise kritisiere. Angesichts der Presseberichterstattung zu dem Fall muss man davon ausgehen, dass den Mann die Krise seines Unternehmens gebrochen hat. Das ist sehr bedauerlich. Er hat seine Entscheidung zur Konfliktbewältigung getroffen. Das will ich hier nicht bewerten und auch nicht so verstanden wissen. Ein Selbstmord bedeutet zwangsläufig, dass ein Mensch sich selbst zum Opfer gefallen ist, wozu er sein gutes Recht hat. Nur bedeutet das nicht, dass man externen Ereignissen dafür die Schuld zuschieben kann, zumal viele Menschen vergleichbare Situationen anders meistern. Nicht mehr und nicht weniger beabsichtigte ich hier auszudrücken. Sollte ich jemandem mit meinen Äußerungen zu nahe getreten sein, bitte ich dies zu entschuldigen.
Verfasst von SteffenH um 09:49 Uhr in der Kategorie Allgemein, Presse / SPON- und taz-Blog (Trackback)
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