3. Januar 2009
Paradigmenwechsel?
Da dort fast nur Linke unter sich diskutier(t)en, möchte ich unsere Leser auf diesen Beitrag (”Paradigmenwechsel”) auf Che’s Warlog aufmerksam machen. Er stellt dort eine neue Theorie innerhalb der radikalen Linken vor, die offenbar in eine Richtung geht, die auch ich schon seit einer ganzen Weile teile: Für viele der Entwürdigungen, sozialen Verwerfungen und schlimmen Entwicklungen der letzten Jahre lässt sich nicht schlicht “der Neoliberalismus” verantwortlich machen, auch nicht der Neoliberalismus amerikanischer Prägung, der ja zumeist die Spielart ist, die von links und rechts kritisiert wird. Hartz IV etwa ist eine Sammlung von
antiliberalen obrigkeitsstaatlichen Zwangsmaßnahmen,
die mit ideologischen Versatzstücken des Neoliberalismus verbrämt wird.
Hier kann ich nur zustimmen; die besonders widerlichen Teilstücke der Hartz-Reformen (”moderne Sklaverei”, Verdrängung regulärer Beschäftigung durch Arbeitsgelegenheiten, Kontrolle und Gängelung der Hilfebedürftigen etwa) haben mit Liberalismus etwa so viel zu tun wie ein Rinderzüchter mit Nukleartechnologie. Auch diesen Satz von Che möchte ich unterstreichen:
Es scheint so, dass sich die Politik derzeit auf eine Verbindung aus neokeynesianschen Maßnahmen und Aufrüstung im Bereich innere Sicherheit hin orientiert, und das bedeutet Staatsautoritarismus.
Und Che nähert sich sogar noch stärker an liberale Positionen an:
In solch einer historischen Situation ist liberale Autoritätskritik mehr als angesagt.
In diesem Rahmen möchte ich auch folgende Beiträge empfehlen:
Wie neoliberal war der Neoliberalismus?
Verfasst von Karsten um 19:49 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen, Politik (Trackback)
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