Metamorphosen

Mal ne Frage an den Rest.

Es gibt ja diesen Superspruch:

Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer mit 30 noch Kommunist ist, keinen Verstand.

Mal wird er Churchill zugeschrieben, mal anderen.

Dahinter steckt die Erkenntnis, dass sich politische Bekenntnisse mit dem Lebensalter wandeln können. Auch die Richtung, also von links zur Mitte hin, dürfte eine übliche sein. Ok, ich war auch mal sowas wie links, aber nicht lange. Bis heute ist in meinem Kopf kein Platz für linke Logik. Bis ins Studentenalter hinein war ich ein typischer norddeutscher CDU-Anhänger. Norddeutsch heißt hier: Verglichen mit dem Rest der Anhängerschaft weniger dogmatisch, etwas skeptischer, und (damals wichtig) gegen Strauß. Und ich lernte in der norddeutschen CDU, insbesondere in der JU, auch genug Leute kennen, mit denen ich mich auf einer Wellenlänge befand. Die Typen mit dem Köfferchen, die auf die Parteikarriere gierten, gab es zwar schon damals, aber eben auch die anderen.

Es begaben sich dann zwei Dinge, die bei mir zu einer Veränderung führten. An erster Stelle ist da das Studium zu nennen, in dessen Verlauf ich die “Ökonomische Theorie der Politik” kennen lernte, die bei mir schon vorbereitetes Gelände eroberte. Aber nach einer langen unpolitischen Phase des Arbeitens und Lernens war es die Plattform dol2day, unter deren Angebot ich mich mehr und mehr mit libertären Ideen vertraut machen konnte. In der legendären dol2day-”Partei” PLL fand ich genug von mir respektierte Streitlustige, an deren Gegenrede ich die eigenen Gedanken schärfen konnte. Später irgendwann postete einer im Forum der IDL, der FDP-nahen Partei dol2days, mal einen Link zu “Statler & Waldorf”. Die Folgen sind hier zu besichtigen…

Aber jetzt in medias res. Was mich interessiert, sind die Wandlungen der anderen. Wo kommt ihr her? Wo habt ihr Station gemacht? Was war Anlass für den Wandel? Oder habt ihr schon immer so getickt wie jetzt?

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51 Kommentare zu “Metamorphosen”

  1. F. Alfonzo
    2.01.2009 | 19:56

    Interssante Frage, nie wirklich darüber sinniert:

    Ich würde sagen von moderat links zu “moderat liberal” (in letzter Zeit eher in Richtung fundi-liberal, vermutlich so eine Art allergische Reaktion auf die Politik der jüngsten Zeit).

    Interessant vor allem, wann der Schwenk zum Liberalismus kam: Ziemlich schnell nach Beginn des VWL-Studiums. Wenn man lernt, dass ‘gut meinen’ nicht automatisch ‘gut machen’ bedeutet und sich mit der anderen Seite der Medaille (‘was man nicht sieht’) beschäftigt, fängt man schnell an, seine bisherigen Ansichten kritisch zu hinterfragen.
    Mag auch mit dem zunehmenden Alter und zunehmender Reife/Lebenserfahrung zusammenhängen, dass man das Eigentum und die Entscheidungsfreiheit anderer Menschen nicht mehr automatisch als Verfügungsmasse für die eigene Ideologie versteht.

  2. 2.01.2009 | 19:56

    Da mache ich mal den Anfang. Ich war tatsächlich ein Pubertätslinker, nicht unbedingt ein Kommunist, aber jenem Gedankengut durchaus nahestehend. Die Gründe dafür kann ich heute gar nicht mehr ganz nachvollziehen, es dürfte viel mit meinem Umfeld zu tun gehabt haben. Die Wandlung zum Liberalismus hat einen sehr persönlichen Hauptgrund: aufgrund von Depressionen, die mich seit meiner Jugend begleiteten und immer stärker und bedrohlicher wurden, begab ich mich in therapeutische Behandlung, die insgesamt fast drei Jahre dauerte und in der ich viel über mich lernte – unter anderem, dass ich mich von Kindesbeinen an einem quasi vollkommen fremdbestimmten Leben unterworfen habe. Ich erkannte in diesem therapeutischen Prozess den Wert von Freiheit – man könnte etwas prosaisch sagen, dass die Unfreiheit und die Abhängigkeiten, in denen ich mich befand, meiner Psyche zuwider waren und sie mich durch die Krankheit erst darauf aufmerksam machte – und habe dabei nicht nur mich selbst aus diesen Verstrickungen befreit, sondern auch mein ganzes Weltbild und die linken Vorstellungen immer mehr in Frage gestellt und schliesslich abgelehnt, die Hinwendung zum Liberalismus war dann einerseits eine (für mich) logische Folge, wenngleich erstmal eine nicht sonderlich theoretisch fundierte, sondern eher “gefühlte”. Später bin ich dann auf Euch und noch ein paar andere, einschlägige Blogs gestossen und dort von einem “Bauchliberalen” zu einem “Kopfliberalen” geworden.

  3. Dirk
    2.01.2009 | 20:10

    Warum nicht? Ich war schließlich auch mal in der CDU. :-) Das war so um den Wahlkampf 1998 herum, da entdeckte ich, dass die im Elternhaus und von vielen Lehrern vertretene Meinung nicht immer ganz rational begründet war. Die CDU fand ich sowohl überzeugender (Stichwort Atomkraft) als auch emotional ansprechender. Nicht jeder Verweis aufs Vaterland wurde als rechtsextrem abgetan, da fühlte man sich heimatlich geborgen.

    Mit 17 bin ich dann aber ausgetreten. Auslöser war nicht die Spendenaffäre, sondern zunehmende Beschäftigung mit liberaler Literatur. So kitschig es klingt, angefangen hat es mit Westerwelles Buch “Neuland”, über deren Inhalt ich mich zuerst geärgert habe (“Wieso muss ich es dulden, dass Punks schmutzig herumlaufen?”) es dann aber zunehmend überzeugend fand. Vor allem seine Literaturverweise auf Hayeks Verfassung der Freiheit und dem Lesebuch des Liberalismus der FNST waren wertvolle Hinweise, denen ich dankend nachging. (Das Lesebuch hatte dann wieder Beiträge von John Locke, Bastiat, Stuart Mill, L. Mises usw. )

    So wurde ich liberal und liberaler. Zeitweilig hätte ich mich sogar als libertär bezeichnet. Irgendwann merkte ich aber, dass ich keine Lust habe, zu prüfen, ob ich meinen Kaugummi gerade in den Mülleimer meines Versicherungsunternehmens einwerfe oder dieser wenigstens einem solchen Unternehmen gehört, das ein Vertragsabkommen mit meinem Versicherungspartner abgeschlossen hat. Also liberal statt libertär.

  4. F. Alfonzo
    2.01.2009 | 20:21

    @ Dirk:
    Das erste mal, dass ich lese wie jemand den Westerwelle als Quelle der Inspiration nennt :-)

  5. Emmett Grogan
    2.01.2009 | 20:43

    Der ersten Aussage “Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz” liegt ein eklatantes romatisches Missverständnis zugrunde, bezüglich dessen, was Kommunismus tatsächlich ist. Dieser ist nämlich keinesfalls eine andere Bezeichnung für die Heilsarmee, sondern meint den “gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung”, also eine ganz klar verfassungsfeindliche Zielsetzung, die noch an anderen Stellen verstärkt wird. So ist “Unser Boden (ist) nicht der Rechtsboden, es ist der revolutionäre Boden.”.

    Die erfahrene Praxis des Kommunismus zeigt sehr deuliich die nicht enden wollende Blutspur welche immer und in jedem Fall die Diesseitigkeit und Wirklichkeit des Marxismus und der kommunistischen Politik ist. Mit Herz und Heilsarmee hat das nichts zu tun, mit Besessenheit, Hass, Gewalt und Mord allerdings sehr viel.

    Angesichts der wahren Bedeutung des Kommunismus wird aus den obigen Aussagen die folgende:

    Wer mit 20 ein Kommunist ist, der gilt bereits als ein Verfassungsfeind und gehört, gleich dem 30 oder mehr Lenze zählenden, Kommunisten aufs erbitterste bekämpft.

  6. Dirk
    2.01.2009 | 20:47

    @F.Alfonzo

    Ja, klingt total bescheuert, ist aber genau so gewesen. Und das Buch ist ja wirklich ganz gut. Wie an sich Westerwelle sehr unterhaltsam und klug referieren kann.

  7. stefanolix
    2.01.2009 | 20:50

    Aber dieser Spruch meint doch nicht »Kommunismus« im Sinne von Stalinismus oder in Sinne einer totalitaristischen Ideologie. Insbesondere ist damit nicht gemeint, dass der Zwanzigjährige einen totalitären Staat will. Welcher Zwanzigjährige will denn das?

    Ich kenne den Spruch eigentlich in der Version »Wer mit 20 nicht links ist …« und ich vermute stark, dass ihn Rayson in diesem Sinne gemeint hat.

  8. stefanolix
    2.01.2009 | 20:54

    @Dirk und F. Alfonzo: Guido Westerwelle kann — in der Tradition der scharfzüngigen Liberalen (z.B. Graf Lambsdorff) — ziemlich gut reden. Aber ist er inspirierend?

  9. Vox Recessus
    2.01.2009 | 21:03

    Als Kind einer Radikallinken mit Hang zum Kommunismus wurde ich viele Jahre lang vergeblich indoktriniert und erlebte eine typisch deutsche Schulzeit mit Weltverbesserungslehrern, für die eine linke Meinung eine Meinung und alles andere ein Verbrechen war. In dieser langen Zeit wurde ich immer aufmüpfiger und verlor jeglichen Respekt vor den Lehrern und den Staat. Trotzdem beschäftigte ich mich mit roter Literatur und las sogar original RAF-Pamphlete, die in der Szene wie Heiligenbildchen herumgereicht wurden.

    Dann später, im Staatsdienst, lernte ich viel über den Staat und wie die Verwaltung funktioniert. Alles bestand nur aus inhaltsleeren Phrasen, jeder war lediglich auf der Suche nach dem eigenen Vorteil, gab aber gleichzeitig an, im Interesse des Allgemeinwohls zu handeln. Es war tatsächlich so, dass man jedes beliebige Schriftstück nur noch so las, dass man selbst versuchte herauszufinden, wessen selbstsüchtige Motive hinter dem “Allgemeinwohl” standen.

    Ich wurde immer und immer wieder gezwungen meine Seele zu verkaufen und Dinge zu tun, die ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren konnte. Ich half mir lange Zeit damit darüber hinweg, dass nicht mein Seelenfrieden, sondern ein Staatsziel erreicht werden musste, dessen zu erkennen mir nicht möglich war, das aber vorhanden sein musste.

    Ich belog mich selbst und alle um mich herum.

    Irgendwann widerte mich alles nur noch an und ich machte mich auf die Suche nach Gleichgesinnten. Diese fand ich auf Davids Medienkritik und später dann bei seinem deutschsprachigen Ableger, Medienkritik Online. Für die schrieb ich ein paar Beiträge und kam auf den Geschmack. Dann landete ich auf einer österreichischen Seite, die sich mit dem Liberalismus beschäftigte und wurde neugierig, und kam nach nur zwei Wochen zum Antibürokratieteam. Dort stritt ich dann und wann mit Bodo Wünsch, der mir sehr oft zu libertär war. Da blieb ich dann (gefühlt) sehr lange Zeit hängen und kam, vermutlich über einen Link, zu Statler und Waldorf, noch im alten Layout. Statler und Waldorf waren ein starkes Team, nur von Fußball hatten sie keine Ahnung.
    Und dort fand ich dann diesen Leuchttum hier.

    Ob ich meine politische Meinung je geändert habe? Ich glaube nicht. Nur mein Interesse an ökonomischen Zusammenhängen hat durch das A-Team und die Bloggies deutlich zugenommen.

  10. Lina
    2.01.2009 | 21:29

    Ein Umkehrschluss zu Raysons Spruch (den ich so verstehe, wie stefanolix ihn interpretiert): ich bilde mir ein, ‘Herz’zu haben, also schlägt es auch da, wo es sitzt: links (-: .

    Allerdings war der Verstand immer auch wach genug, um das ‘Schlimmste’ zu verhindern, nämlich: mit Herz zur ‘Heilsarmee’ der Sozialisten zu pilgern. Logische Konsequenz also: sich ins Lager der Freiheitlichen zu schlagen, vorzugsweise jedoch an deren ‘linken’ oder anders: mir ‘humaner’ erscheinenden Rändern zu flanieren. Ich halte nicht viel von Richtungsweisern und Etikettierungen, lasse immer noch gern ‘mein Herz sprechen’;
    deshalb bin ich ja hier ((-; …

  11. F. Alfonzo
    2.01.2009 | 21:37

    @ Dirk, stefanolix:

    Wenn in dem Buch tatsächlich Fragen behandelt werden wie “Soll ich es dulden, dass Punks schmutzig herumlaufen?”, dann hab ich Westerwelle wohl unterschätzt. Liegt vielleicht an dem Bild, das die Medien von ihm zeichnen.
    Zumindest zeigt so eine Fragestellung, dass er sich in dem Buch tatsächlich mit grundlegenden, liberalen Ideen auseinandersetzt und nicht nur der Bundestags-Pausenclown ist, der nach Steuersenkungen schreit.
    Ich glaub ich sollte das Buch auch mal lesen. Sollten meine Bedenken ggü. dem Vorsitzenden der großen, deutschen liberalen Partei unbegründet sein? Hmmm…

  12. Jan
    2.01.2009 | 21:38

    Bei mir war es so, dass ich über viele Monate hinweg mit den immer gleichen Leuten auf den immer gleichen Partys (Dorfkind und so) über Politik diskutiert habe. Damals wäre ich nie auf die Idee gekommen, mich zu einer bestimmten Richtung oder einem bestimmten politischen Milieu zu bekennen. Wir haben einfach frei von der Leber weg diskutiert.

    Irgendwann beschlossen ein Freund und ich dann, dass es vielleicht klug wäre, wenn wir versuchen würden, aktiv Politik zu machen. Ein paar Wochen und Diskussionen später waren wir uns einig, dass die FDP noch am ehesten dem entspricht, was wir denken.

    Eingetreten sind wir dann online – während eines Weinfestes unseres örtlichen Sportvereins…

    Zumindest für mich kann ich allerdings behaupten, dass ich lange Zeit überhaupt keinen Wert auf Etiketten wie “Liberalismus” gelegt habe. Mir gefielen die allermeisten Positionen halt, die waren natürlich liberal – aber wenn man sie konservativ oder links genannt hätte, wäre mir das auch Wumpe gewesen. Mir ging es die ersten Jahre immer mehr um Sachfragen, als um Prinzipien.

    Das hat sich erst in den letzten 2-3 Jahren grundlegend geändert, weil ich irgendwann das Bedürfnis hatte, mir eine Art inneren Kompass zuzulegen, nach dem ich Positionen prüfen kann. Ohne den ist es nämlich schwierig, eigene, schlüssige Positionen zu finden und das wurde, da ich erst dann so wirklich begann, politisch aktiver zu werden, nunmal wichtig.

    Wenn man so will, war auch das eine Wandlung vom “Bauchliberalen” zum “Kopfliberalen”, würde ich sagen.

  13. Dirk
    2.01.2009 | 22:19

    @F.Alfonzo

    Wenn in dem Buch tatsächlich Fragen behandelt werden wie “Soll ich es dulden, dass Punks schmutzig herumlaufen?”,

    Die Frage ist kein Zitat aus dem Buch, sonder das, was ich beim Lesen dachte. Es gibt ein Kapitel oder Abschnitt darüber, dass Freiheit unteilbar ist. Man könne keine wirtschaftliche Freiheit ohne gesellschaftliche Freiheit haben und umgekehrt.

  14. Shin
    2.01.2009 | 22:32

    Bis so um die 20 war ich auch eher links, oder ich würde sogar sagen leicht totalitär veranlagt. Auf dem vielleicht den einen oder anderen hier bekannten Political Compass, dem wohl noch zuverlässigsten dieser ganzen Internet-Gesinnungstests, lag ich bei -6.00/-1.00, was man weder als wirtschaftlich noch gesellschaftlich oder politisch liberal bezeichnen kann. Aus heutiger Sicht erscheint mir mein damaliges Denken unverständlich und war wohl das Resultat mangelnden Selbstvertrauens, das dann auf andere projiziert wurde – keine Ahnung, ist auch egal. Jedenfalls begann ich wenig später mein Studium, verbrachte auch ein Jahr im (schottischen) Ausland und lernte neue Menschen und Gedanken kennen. Durch Zufall stieß im Internet ich auf den Namen Hayek, den ich zuvor nur in Verbindung mit dem Vornamen Salma gehört hatte, und las wenig später seine beiden bekanntesten Bücher, kurz darauf auch Mills “On Liberty”. Bei dol2day war ich übrigens auch aktiv, die meiste Zeit bei der FPI. Das alles zusammen hat mich wohl mit der Zeit “bekehrt” ;-)

  15. 2.01.2009 | 22:46

    Super Fragestellung. Meine Entwicklung ist sehr glatt verlaufen: Aufgewachsen mit dem Wirtschaftsteil der FAZ, war ich wirtschaftsliberal, solange ich politisch bin, auch fiel mir nie etwas anderes ein, als in Fragen der Lebensführung liberal zu sein. Einen kleineren Bruch gab es als ich zum ersten Mal mit dem NAP konfrontiert wurde, welches mich recht schnell überzeugte, seither bin ich Anarchokapitalist. Mit diesem Wandel bewegte sich mein Fokus von wirtschaftlichen Fragen hin zu Fragen der Rechtsbegründung und dem Funktionieren einer Gesellschaft. Genaueres kann man auf meinem Blog erfahren.

    @Stitch: Sehr Aufschlussreich, das passt in mein Bild von den Linken, dass sie dazu neigen individuelle Gestaltungsmöglichkeiten auszublenden und darüber zu verzweifeln. Es gibt viele Linke die über Depression klagen.

    @“Wer mit…“: Da stimme ich Emmett zu. Um konsequent links oder gar Kommunist zu sein muss man so sehr die Augen vor der Wirklichkeit verschließen, dass es mir schwer fällt Entschuldigungen zu akzeptieren. Was vielleicht härter klingt als es gemeint ist.

    @Jan: Nachdem ich deine Geschichte gelesen habe frage ich mich, ob es ein Grundproblem des Liberalismus sein könnte, dass sich die „Bauchliberalen“ nicht als Liberale einordnen können, gerade wenn Interesse an wirtschaftlichen Fragen fehl? Dass würde auch sehr gegen eine FDP sprechen, die als eine ein-Punkt-Partei (Steurersenkung) wahrgenommen wird.

  16. 2.01.2009 | 23:03
  17. Andreas
    2.01.2009 | 23:47

    Ich kenne einen ähnlichen Spruch von einem alten Deutschlehrer:

    “Wer mit 20 kein Revoluzzer ist, ist genauso verdächtig wie einer, der es mit 40 immer noch ist”.

    Die Jahre könnte man durchaus nach unten korrigieren, dürften aber viele Jugendliche treffen, die meinen, gegen alles protestieren zu müssen.

    In meiner Schulzeit war ich auch eher “links” veranlagt. Es waren die Träumereien von einem gerechten Sozialismus mit der unwahrscheinlichen Aussicht auf Anarchie, wenn Menschen einmal vollständig friedlich leben könnten…

    Ab der 12. oder 13. Klasse las ich dann die ZEIT und wurde erwachsener ;) (Inzwischen ist das Abo gekündigt, wenn ich über Raubtierkapitalisten lesen will, hole ich mir das ND)

    Mit dem Studium verschwanden auch die letzten sozialistischen Züge. Viel zu hohe Sozialabgaben (und in meinen Augen sinnlose, da ich selten zum Arzt gehe und noch lange nicht an Rente denke) schmälerten das Einkommen, ich argumentierte pro Studiengebühren und Afghanistan- u. Irakkrieg.

    Da ich Parteien und sonstige Organisationen eigentlich noch nie mochte, habe ich mich auch nie in so etwas engagiert. Wenn sogar die FDP M-V ein Konjunkturprogramm fordert, wäre das auch kein Verein für mich ;)

    Dank des Internet stieß ich aber auch auf neue Quellen, und mit einem Studentenausweis standen mir die Tore zur Bibliothek offen, die mich in zu Popper und Hayek führten.

    Zu meinem Hintergrund: Ich bin 1982 geboren und in einem sozialdemokratisch geprägten Haushalt aufgewachsen, meine ersten beiden Schulzeugnisse zieren noch einen Hammer und eine Sichel.

  18. F. Alfonzo
    3.01.2009 | 0:03

    @ Andreas: Ich darf mich anschließen…. ich denke unsere Biographien sind ähnlich (Generation auch, ich bin 79er)…

    Grüße,
    F.Alfonzo

  19. 3.01.2009 | 1:00

    Finde ich auch eine gute Frage, insbesondere für politische Blogger – schließlich stellen wir ja ganz gerne zur Schau, wie wir politisch denken.
    Komischerweise habe ich mit Rayson die meisten Übereinstimmungen, obwohl ich gar nicht mal so oft der Meinung seiner Postings bin…

    1978 geboren, war ich 1986 für Johannes Rau als Kanzlerkandidat, weil ich gerade frisch gelernt hatte, was “sozial” in dem “SPD” heißen soll und ich den auch so ganz sympathisch fand. Damit war ich dann aber auch durch mit meiner linken Phase. Anschließend gab’s die Einheit, da wurde ich gefühlskonservativ, mit schwarz-rot-gold, und vor allem, weil Lafontaine auch damals schon ein Kotzbrocken war. Somit habe ich dann fast die gesamte Schulzeit als CDU-Rebell genossen (das hat mir tatsächlich ganz gut gefallen) und bin dann auch zwangsläufig in die Junge Union eingetreten, im Norden (!) Deutschlands. Die Krawattenträger konnte ich auch nicht leiden und habe sie stets erfolgreich gemobbt, sobald welche auftauchten.

    In der CDU bin ich immer noch, seit Jahren in verschiedenen Ämtern und Würden, seit viel zu vielen Jahren auch mit einem kommunalen und zeitintensiven Mandat ausgestattet.

    Aber obwohl ich Dol2Day trotz wiederholter Einladung zu allen Zeiten gemieden hatte (weil ich auch die Computer-Freaks nicht besonders leiden konnte), hat meine Unzufriedenheit mit allen vier Spielarten der Sozialdemokratie in Deutschland doch erheblich zugenommen.

    Heute also? Libertär sicher nicht. Ich bin (international) Interventionist und bleibe Demokrat. Neolibertär trifft es wohl eher. Mit Stars&Stripes kann ich heute mehr anfangen als mit Schwarz-Rot-Gold. Gesellschaftlich und wirtschaftlich will ich die Freiheit und lehne jede staatliche Einmischung ins Privatleben ebenso ab wie “geistig-moralische Wenden” und Reichsvermehrungs- bzw. Familienpolitik.

    Es ist wahnsinnig schwierig, so etwas auf kommunaler Ebene zu verwirklichen, während auf drei höheren Ebenen die Staatsversessenen ihre Gesetze ausgießen. Eigentlich geht’s gar nicht. Und macht immer weniger Spaß.

    Ach ja: Einen unmittelbaren Anreiz, die CDU zu verlassen, sehe ich nicht. Die FDP hat allein quantitativ nicht mehr Freiheitsfreunde zu bieten und scheitert an Fünf-Prozent-Hürden, so was mögen aktive Politiker nicht. Wenn aber irgendwann mal eine konsequent freiheitliche, EU- und UN-kritische (so was gibt’s bei uns ja schon mal gar nicht), USA- und Israel-freundliche Partei auftaucht, bin ich aber bestimmt dabei.

  20. Shin
    3.01.2009 | 1:28

    @Stitch
    Whoa, bei mir war’s nicht ganz so extrem, aber da finde ich mich durchaus wieder. Je selbstständiger ich wurde, desto liberaler wurde ich. Ist ja irgendwie auch logisch ;-)

  21. Jan
    3.01.2009 | 3:39

    @Michel

    Glaube ich eher nicht. Das würde bedeuten, dass der Weg, den ich gemacht habe, der Normalfall wäre. Zwar fällt mir grade auf, dass ich von quasi allen Kollegen und deren Weg überhaupt nichts weiß. Aber warum sollte es nicht viele FDPler geben, die erst den Liberalismus und dann das FDP-Programm gut fanden?

    Allerdings: Bei Einigen wünsche ich mir in der Tat eine stärkere Verankerung des Liberalismus als Grundprinzip im Denken als das der Fall ist. Aber ob das wirklich an Unkenntnis oder Desinteresse liegt und nicht einfach an typisch menschlichen Schwächen kann ich nicht sagen. Mitunter spielen außerdem auch strategische Abwägungen bei bestimmten politischen Positionen eine stärkere Rolle als es dem Prinzipienliebhaber in uns gefallen mag.

  22. 3.01.2009 | 9:13

    @Jan:
    “Aber warum sollte es nicht viele FDPler geben, die erst den Liberalismus und dann das FDP-Programm gut fanden?”

    Wenn man Liberalismus gut findet, dann kann einem das fDP-Programm gar nicht mehr gefallen.

    Michel hat daher durchaus einen Punkt: Viele intuitiv liberale Menschen scheitern am Auffinden rationaler Begründungen für ihre Überzeugungen. Sie stoppen beim fDP-Programm und leider fehlt ihnen dann jeder Zugang zum umfassenden Charakter des liberalen Verständnisses.

  23. 3.01.2009 | 9:44

    @Dirk F., Jan – Das Problem ist, dass irgendwann mal (vielleicht auch gleich am Anfang) die Krankheit der Realpolitik handstreichartig die deutsche Parteienszene übernommen hat. Wo immer Ihr auch seid; es mag ein, zwei Grüppchen in den lokalen Parteiangeboten geben, die sich tatsächlich mit Grundsatzbetrachtungen beschäftigen.

    In den meisten Fällen ist man heute aber dankbar für jedes Parteimitglied, das aus irgendwelchen Gefühlsgründen in die FDP, CDU oder was auch immer gefunden hat und das man deshalb nicht “verschrecken” möchte.

    Mit dem “Projekt 18″ bei der FDP und dem Volkspartei-Wahn bei der CDU ist es dann anschließend das wichtigste Ziel geworden, “mehrheitsfähig” zu werden, d.h. nicht mehr politisch zu debattieren, sondern das vorläufige mediale Debattenergebnis als Grundlage der eigenen Politik zu wählen. Man mag sich ja noch nicht einmal offen “neoliberal” nennen, obwohl das nun wirklich mainstream-tauglich sein sollte.

    Ich kenne das aus anderen Ländern übrigens anders. Die Parteienszene in Skandinavien z.B. ist viel ideologischer. Und das meine ich positiv. Nur die Schweden haben sich mit “Nya Moderaterna”, der neuen, “gemäßigten” Liberalität von Frederik Reinfeld vom deutschen Vorbild anstecken lassen. Und anschließend die Wahlen gewonnen…

  24. Lina
    3.01.2009 | 10:04

    @ Dirk F.

    Viele intuitiv liberale Menschen scheitern am Auffinden rationaler Begründungen für ihre Überzeugungen.

    Was ich, obwohl es irrational klingt, nicht so schlimm finde. Eine Partei, egal welche, verkörpert m. E. selten, ja, eigentlich nie das, was man an rationalen Begründungen für seine Grundhaltung sucht – wenn man sie sucht. Begründungen suchen und finden zu wollen, kann auch Einordnung, Festlegung, Abhängigkeit, ja sogar Wahlzwang mit sich bringen. Dass das so ist, empfinde ich als die eigentliche Krux eines prinzipiell liberal Gesinnten, der nach meinem Verständnis zwar für die eigenen Überzeugungen einsteht, sich aber grundsätzlich nicht binden und nicht über Andere befinden, sie gar ‘verwalten’ will. Liegt hier nicht auch die Schwäche eines jeden liberalen Programms? Und die Schwierigkeit, mit ihm Realpolitik zu machen?

    PS: Eine guuuute Frage ‘an den Rest’ war das, Rayson! Mir jedenfalls macht es einen Heidenspass, den dargelegten Metamorphosen in einzelnen ‘Lebensläufen’ nach folgen; ganz offensichtlich ist viel dran an dem Spruch …

  25. fpk
    3.01.2009 | 10:48

    Bei mir wars auch ne Reise von eher linken, grünen Positionen zu den liberalitären.
    Hayek hat ne wichtige Rolle gespielt. Besonders “The Road to Serfdom”.

    Sehr wichtig war auch meine studienbedingte Beschäftigung mit China (Sinologie). Zum einen hat sie mir alle Illusionen bezüglich sozialistischer Experimente genommen. Mich zum anderen von der positiven Kraft von Märkten überzeugt. Schon das kleine bisschen Freiheit, selbst zu bestimmen, was sie mit einem Teil ihrer Erträge anfangen wollten und auch was sie anbauen wollten, das den Bauern Anfang der 80ern gewährt wurde, hatte dramatische positive Auswirkungen auf die Versorgungssituation.

    Sehr schön anzusehen ist, wie mit der wirtschaftlichen Liberalisierung auch eine gesellschaftliche einherging. Wie sich der Staat langsam aus den Schlafzimmern der Leute zurückzog und ganz unterschiedliche, individuelle Lebensentwürfe möglich wurden.

    Mit der politischen Liberalität ists leider noch nicht weit her. Wird spannend sein, zu beobachten, wie weit man mit einer eher marktwirtschaftlichen Orientierung auf der einen, aber politischem Autoritarismus auf der anderen kommt. Ob sich die Entwicklung Süd-Koreas und Taiwans in China wiederholt, oder ob da ein Mega-Singgapur entsteht.

  26. 3.01.2009 | 11:01

    @Lina:
    “Was ich, obwohl es irrational klingt, nicht so schlimm finde. Eine Partei, egal welche, verkörpert m. E. selten, ja, eigentlich nie das, was man an rationalen Begründungen für seine Grundhaltung sucht – wenn man sie sucht.”

    Eben darum ist es schlimm, dass allein die Existenz des Programms der fDP den Blick auf den Liberalismus verstellt. Die fDP dient als Bremse, nicht als Beförderer liberaler Ideen und sie verhindert auch, dass Menschen Liberalismus entdecken.

    “Liegt hier nicht auch die Schwäche eines jeden liberalen Programms? Und die Schwierigkeit, mit ihm Realpolitik zu machen?”

    Politik macht man mit allem anderem, nur nicht mit Liberalismus. Liberalismus ist Antithese zur Politik. Daher ist Realpolitik mit dem liberalen Programm nicht bloß schwierig, sondern unmöglich.

    “PS: Eine guuuute Frage ‘an den Rest’ war das, Rayson! Mir jedenfalls macht es einen Heidenspass, den dargelegten Metamorphosen in einzelnen ‘Lebensläufen’ nach folgen; ganz offensichtlich ist viel dran an dem Spruch …”

    Mag sein. Ich war immer gelber Sozialdemokrat und daher links, bis ich endlich den Liberalismus für mich entdeckt habe. Ich bin froh, dass ich soviel Anstand hatte, bereits vor meiner Entdeckung des Liberalismus das Wählen einzustellen.

  27. Lina
    3.01.2009 | 12:05

    @ Dirk F.

    Liberalismus ist Antithese zur Politik.

    Demnach ist Liberalismus eine Grundhaltung, die man hat oder zu der man (auch auf Umwegen) gelangen kann – letztlich eben doch eine Art Philosophie und kein Ideologie zum politischen Gebrauch .

    Ich muss zugeben, dass ich den Eigensinn besitze, mir eher beiläufig und ohne viel an Fachliteratur gelesen zu haben (brauche Zeit für ‘echte’) lieber nach und nach zu erschliessen, was ich auch rational begreifen will; deshalb sind mir die einschlägigen Blogs so wertvoll; danke auch diesmal (-: !

  28. 3.01.2009 | 12:13

    Lina:

    “Demnach ist Liberalismus eine Grundhaltung, die man hat oder zu der man (auch auf Umwegen) gelangen kann – letztlich eben doch eine Art Philosophie und kein Ideologie zum politischen Gebrauch.”

    Das “demnach” ist vielleicht zu viel der Ehre, da ich nicht begründet habe, sondern nur meine Auffassung in den Raum werfe.

    Ich habe Liberalismus bereits als Ideologie bezeichnet, wobei das aber vielleicht einem etwas entkleideten Begriff von Ideologie geschuldet ist: Ideologie ist mE nicht mehr als ein Gebäude aufeinander bezogener Ideen.

    “Ich muss zugeben, dass ich den Eigensinn besitze, mir eher beiläufig und ohne viel an Fachliteratur gelesen zu haben (brauche Zeit für ‘echte’) lieber nach und nach zu erschliessen, was ich auch rational begreifen will; deshalb sind mir die einschlägigen Blogs so wertvoll; danke auch diesmal (-: !”

    Lernen ist immer ein gradueller Prozess. Anders als “nach und nach” kommt man nicht voran. Auch das ist eine Erkenntnis, die im Liberalismus verkörpert ist – er lehnt den großen konstruktivistischen Wurf, der eben nicht nach und nach, sondern am Reißbrett entsteht, ab.

  29. Lina
    3.01.2009 | 13:51

    @ Dirk F.

    Aber da wäre doch noch der Wunsch nach gesellschaftlicher Veränderung, nach einer ‘Ordnung’, die dergestalt (und möglichst bald!) so funktionieren könnte, sollte, wie es den liberalen Auffassungen entspricht.

    Wohin mit ihm, wenn man ihn keiner politischen Partei zwecks Realisierung anvertrauen kann? Wegstecken, vergessen (weil es ein hoffnungsloses Unterfangen ist), sich anstatt zu träumen auf das Machbare im engeren und weiteren Umfeld konzentrieren in der Hoffnung, dass der Wunsch auch dort Wurzeln schlägt? Ich persönlich halte das Gros der Menschen (um zu vereinfachen) nicht einmal für ‘freiheitsfähig’- was ein ‘alter Hut’ von mir ist, an dem ich aber nach psycho- und soziologischer Beweislage festhalte.

    Also die Utopie leben – und kann sie genügen? Mir für mein Teil eigentlich nicht …

  30. 3.01.2009 | 14:19

    @Lina & Dirk F.

    Das ist die Diskussion, die mich schon länger umtreibt. Kürzlich sagte doch tatsächlich eine meiner Kolleginnen (CH-FDP): “Man kann auch alles und jedes von der liberalen Warte aus ansehen und sich dann darüber wundern, dass man nicht gewählt wird.” Es ging dabei um Eigentumsfreiheit ganz konkret: Soll eine Baugesetzgebung vorschreiben dürfen, wieviel ich innerhalb meiner eigenen vier Wände als Wohn- oder Heimbüro-Anteil nutzen darf?

    Man sollte sich die Frage darum wohl so stellen: “Wollen wir am Liberalismus als Ideal so viel Abstriche machen, dass wir wählbar sind?”

  31. 3.01.2009 | 15:04

    @Lina:
    @Martin Müller:
    Politik befriedigt eine Nachfrage, die nach Politik. Was die Politik ausspuckt, wird im Großen und Ganzen von den Menschen gewollt. Will man diesbezüglich eine Veränderung, so muss man das Bedürfnis der Menschen nach Politik beeinflussen – also den Weg durch die Köpfe wählen. Hierin liegt aus liberaler Sicht der einzige Zweck einer Partei, nämlich in der Nutzung der Möglichkeiten zur Beeinflussung, die dem Parteiapparat zur Verfügung gestellt werden. Eine liberale Partei muss Interessenten mit der kompromisslosen Idee des Liberalismus vertraut machen. Platz für die per definitionem kompromissgebundene Realpolitik besteht nicht. Macht man an den liberalen Prinzipien Abstriche, Martin Müller, so ist es kein Liberalismus mehr – sondern bestenfalls Neoliberalismus (man will Umverteilung) und meist Sozialdemokratie (Umverteilung plus x).

  32. 3.01.2009 | 15:10

    Meine Metamorphose hätte vollständiger nicht sein können, allerdings ist sie vielleicht auch meiner Herkunft geschuldet. Aufgewachsen in einem staatstreuen Elternhaus in der DDR, in dem Westfernsehen nur unter der Hand gesehen wurde, weil Papa bei den “bewaffneten Organen” arbeitete, haben mich wohl nur ein paar schräge Figuren während des Wehrdienstes und die Wende vor einem längeren Eintrag in den Stasi-Archiven gerettet. Als die Mauer fiel, brach für mich zunächst eine Welt zusammen, eine Welt die Wohl vor allem mangels Informationen aus guten Kommunisten und bösen Imperialisten bestand. Logisch das ich kaum volljährig meine Ferien opferte, um mich als Abiturient durch einen Bandarbeit für den Eintritt in die Partei der Arbeiterklasse zu qualifizieren. Ende der achtziger Jahre besaß ich also eine ordentliche Portion revolutionären Eifer und ein einfaches Weltbild, dass sich während meines Wehrdienst bei den besagten Organen nur dadurch trübte, dass so manche meiner Leitfiguren, sich menschlich als ziemlich dröge und schrullig erwies. Aus lauter Angst auch so zu werden, verzichtete ich zum Leidwesen meiner Eltern und “Förderer” dann doch auf die versprochene Unterschrift (meine Eltern waren bald froh darüber).

    Also die Welt war mit der Wende zusammengebrochen und ich enttäuscht, dass der Kapitalismus so schnell über die sozialistischen Ideale meiner Landsleute gesiegt hatte. Heute ist mir klar, das es keine sozialistischen Ideale, sondern eine besonders kleingeistige Form autoritären Egoismus ist und war, aber ich greife vor. Irgendwie wurde ich durch die Wende von meinem Studium der “Sozialistischen Volkswirtschaftslehre” an die Ufer der bürgerlichen Nationalökonomie gespült und bin da hängen geblieben. Die ökonomische Logik für hat bis heute nichts an ihrem Erklärungsgehalt für das menschliche Verhalten, auch dem welches mich persönlich umgibt verloren. Doch bis zur zweiten Hälfte der neunziger Jahre dominierte noch die Überzeugung vom Marktversagen und der heilenden Hand des Staates. Das die strebsamen und hart arbeitenden Leute der politischen Sphäre ebenso rational irrational wie ihre Mitmenschen in der Privatwirtschaft sein sollten und dabei noch weniger Restriktionen ausgesetzt sein sollten kam mir damals noch nicht in den Sinn. Also stellte ich mich noch 1995 mit einem selbstgemalten Plakat allein mitten auf die Karl-Marx-Allee und protestierte anlässlich der damaligen Klimakonferenz gegen den Klimawandel. Umweltschutz bewegte mich schon damals.

    Erst als ich als WiMi an einem Wirtschaftsforschungsinstitut auf einen Kollegen mit Chicago-PhD traf, begann dieses Gerüst im Laufe intensiver Debatten zu wanken. David D. Friedmans und Steven E. Landsburgs Bücher waren es schließlich, die das vollbrachten, was 5 Jahre Ökonomiestudium nicht geschafft hatten. Mir wurde klar, dass nichts umsonst ist auf dieser Welt, dass auch Ideale Opportunitätskosten bekommen, wenn man sie schließlich an sich und an seinen Mitmenschen ausprobiert. Von dieser Erkenntnis war es nicht mehr weit bis zum liberalen Weltbild, dem die Überzeugung entspringt, dass Glück sehr viel mit Freiwilligkeit zu tun hat, das der Zwang aufgrund ökonomischer Realitäten Wahlentscheidungen treffen zu müssen allemal besser ist, als keine Wahl in einem autoritären System zu haben.

    Meine Jahre in der umweltpolitischen Beratung haben mir schließlich bewiesen, das Linke in der Regel einen ausgemachten Hang zu autoritären Ideen haben und sich vor allem durch die Verachtung ihnen missfallender Präferenzen ihrer Mitbürger haben. Der Glaube an die Erziehungsdiktatur sitzt bei vielen Menschen tief. Und da ich oft selbst nicht immer weiß was ich eigentlich will, habe ich immer weniger Verständnis dafür, dass andere Leute tatsächlich glauben hier nachhelfen zu können.

    Da steh ich nun und kann nicht anders, als an die Freiheit und die Abwesenheit von Zwang zu glauben. Liberalismus erscheint mir so einleuchtend, das ich immer wieder Probleme habe zu verstehen, wieso viele Leute alles was ihnen persönlich etwas einbringt sozial finden, alles andere jedoch als Verschwörung sinisterer Marktfanatiker betrachten. Wenn Rayson in seinen Kommentaren manchmal durchblicken lässt, dieses Weltbild hätte zu viel Vogelperspektive, dann mag das irgendwie stimmen, doch mir fällt heute einfach keine Alternative mehr dazu ein.

  33. 3.01.2009 | 16:24

    [...] Da drüben bei den Bloggies, allerdings fast ein wenig off topic, hat sich eine Diskussion ergeben zum Thema “Was ist, was tun wir, mit den heren Zielen des Liberalismus”. Ein Thema, das mich seit längerem umtreibt. [...]

  34. Lina
    3.01.2009 | 18:24

    @ SteffenH

    Also Deine Metamorphose würde mich vermutlich auch als eine auf hundert Buchseiten ausgewalzte Autobiografie nicht langweilen! Würdest Du sie schreiben, hätte wir ein spannendes Dokument darüber in der Hand, wie artgerecht gehaltener Sozialistennachwuchs durch den einmaligen Vorgang einer kapitalistischen Übernahme Ost durch West zu überzeugten Wirtschaftsliberalen mutieren können.

    Danke schon mal für den Klappentext (-: !

  35. stefanolix
    3.01.2009 | 20:29

    Ich könnte ja den anderen Teil schreiben. Mein Lebenslauf weist große Unterschiede, aber auch einige Gemeinsamkeiten auf;-)

  36. Lina
    3.01.2009 | 20:52

    @ stefanolix: Dann erzähl’ doch mal (-: ! Wir warten auch gern, bis Du ein Zeitfenster dafür findest … im Thread ist jedenfalls noch Platz.

  37. Dirk
    3.01.2009 | 21:39

    @Lina

    Du meinst den nachträglichen Beweis, dass Gründe für den antifaschistischen Schutzwall doch stichhaltig waren?

  38. Lina
    3.01.2009 | 22:28

    @ Dirk: Den wird stefanolix bestimmt nicht erbringen können, noch viel weniger: wollen ! Und mir ist er ihn auch nicht schuldig – Dir etwa (-; ?

  39. jopa
    4.01.2009 | 0:43

    Interessantes Thema. Ich für meinen Teil bin mehr oder weniger direkt zum Liberalismus gekommen, ohne Schlenker über’s “Linkssein”. Ich erinnere mich daran, daß mir schon in der Mittelstufe der örtlichen Oberschule das linke Gefasel mancher Lehrer (+ Mitschüler) auf den Geist ging. Was es genau war, kann ich nicht sagen; ich glaube, es war diese Kombination aus moralinsaurem Unterton und einer verdeckt autoritären Grundhaltung, die ich bei vielen Salonlinken beobachtet zu haben glaube, und die damals (über meine Eltern) mein Umfeld dominierten. Insofern würde ich mich als “Bauchliberalen” bezeichnen. Der erste pointiert liberale Autor, an den ich mich erinnern kann, war (wie bei so vielen) Hayek; den habe ich schon zu Schulzeiten gelesen.

  40. 4.01.2009 | 12:24

    @Lina:

    Danke für die Vorschusslorbeeren! Ich verspreche im Fall der Fälle auch etwas mehr auf die Vollständigkeit der Sätze zu achten. Ob diese intellektuelle Autobiographie allerdings so spannend wird bin ich nicht sicher, zumal ich manchmal selbst nicht weiß, warum gerade ich für liberale Ideen so empfänglich bin und andere nicht. Man muss irgendetwas mitbringen, damit Friedmans und Landsburgs Bücher auf fruchtbaren Boden fallen. Nicht umsonst gibt es unter professionellen Ökonomen eine extreme Bandbreite der politischen Schattierungen.

  41. Dirk
    4.01.2009 | 13:15

    @Lina

    Ich hatte es so verstanden, dass es Kontakte mit der Westumgebung waren, die sie vom Liberalismus überzeugten. Die Mauer also zuvor den liberalen Virus aufgehalten hat.

  42. stefanolix
    4.01.2009 | 14:55

    Soweit es den Bürgerrechtsliberalismus betrifft: den konnte die Mauer nicht draußen halten. Soweit es den Wirtschaftsliberalismus betrifft, mangelte es uns natürlich an Literatur und theoretischer Untermauerung.

    Aber viele wären überrascht, wenn man ihnen erzählen würde, wie viel »praktischen« Markt es in der Endphase der DDR gegeben hat. Schließlich sollte man auch nicht unterschätzen, dass die ersten Ansätze einer wirtschaftlichen Liberalisierung in Ungarn, der CSSR und selbst der Sowjetunion der Gorbatschow-Zeit auf uns in der DDR ausgestrahlt haben. Aber das sind alles Ex-Post-Betrachtungen. Was ich damals bewusst begriffen habe und was ich nur unbewusst verstanden habe, kann ich nicht mehr so einfach auseinanderhalten.

  43. stefanolix
    4.01.2009 | 14:57

    PS: Ich möchte hinzufügen, dass das natürlich alles aus meiner Sicht und im Rahmen meiner Biographie gilt. Es gibt einige Millionen DDR-Menschen mit ganz anderen Erfahrungen.

  44. Lina
    4.01.2009 | 16:48

    Man muss irgendetwas mitbringen …

    Lieber SteffenH, den Tag, also den heutigen, an dem dieser Satz von Dir fiel, markiere ich im Kalender, und Du sollst auch wissen, warum: weil Du hier erstmals (für mich sichtbar) VERANLAGUNG zu einem einzubeziehenden Faktor erklärst, wenn es um die individuelle Aufnahmefähigkeit für einzelne Wissensgebiete geht! Und ich gehe noch weiter: dieser Satz zeigt Dich als einen zu einem Autor Gereiften, der auch die … ONOMICS (wie hiessen die noch mal, diese für Nichtökonomen gesofteten ‘economics’, Du weisst schon…) endlich in Angriff nehmen kann (*freu*) – vielleicht gleich nach der Autobiographie, hmm (*freu*) ?

  45. 4.01.2009 | 17:37

    ich war einer von den ddr-bürgern, die genügend westverwandt- und bekanntschaft hatten, um schon im zarten kindesalter zu der erkennen daß planwirtschaft und sozialismus ein minusgeschäft ist.

    mal abgesehen von den drangasalierungen einiger lehrer während der schulzeit. man hatte ja westklamotten an und konnte auch sonst nicht immer seinen mund halten, auch wenn es die eltern verboten hatten. solches fehlverhalten mußte natürlich bestraft werden.

    glücklicherweise ist aber nie was ernstes passiert. es war ja nicht jeder spitzel ein arschloch. mit denjenigen die unser telefon (ja, wir hatten sowas…) abgehört haben (entdeckt durch einen dummen zufall – das neue westtelefon mußte angeschlossen werden und ein paar drähte wurden wohl vertauscht – jetzt konnten wir unsere nachbarn abhören :-D ) haben wir bspw. heute noch ein gutes verhältnis. beim einblick in die stasi-akten haben wir festgestellt, daß uns eigentlich niemand jemals ernsthaft gefährdet hat.

    nach dem mauerfall, so im alter von 16, 17 jahren war ich dann auch mal kurzzeitig ein linker. das war vor allem dem umstand geschuldet, daß wir in unserer kleinstadt ein wirklich großes problem mit rechtsextremismus hatten und es eigentlich nur zwei lager gab. rechts oder links. alle anderen schien das problem nicht zu interessieren. dazu kam, daß ich mich mal mehr, mal weniger in der grafittiszene bewegte, die zum großen teil stark links geprägt war.

    die selbstständigkeit meines vaters hat mich dann aber zum glück schnell erkennen lassen, daß zuviel sozialstaat das schaffen neuer arbeitsplätze verhindert bzw. im schlimmsten fall sogar vernichtet. subventionen und protektionismus war ich lange zeit aber noch nicht wirklich abgeneigt. immerhin wollte ich auch nicht umsonst meinen meister gemacht haben.

    erst einschlägig bekannte blogs wie dieser hier, das a-team oder steffen h’s alter blog haben mir neue denkanstösse gegeben.

    zwischenzeitlich bin ich nun selber selbstständig und erlebe den wahnsinn der deutschen bürokratie am eigenen leib. wenn das finanzamt geld will was man noch gar nicht verdient hat. wenn der staat mit ich-ag subventionen die preise so versaut, daß man eigentlich gar nicht mehr arbeiten gehen braucht. wenn man seinen beruf nicht mehr ausüben darf, weil man sich dem kollektiv der handwerkskammer entzieht weil man die gesetl. RV kündigen will weil man deren willkürlichen beiträge nicht zahlen kann weil man selbst vorsorgen muß. usw. usf.
    das alles hat mich quasi zum anarchisten aus notwehr gemacht ;-)

    den versuch zu bloggen hab ich mangels zeit und satzfindungsschwierigkeiten schnell wieder bleiben gelassen :D

  46. Libero
    5.01.2009 | 7:06

    @Rayson

    Interessante Übersicht. Die Trefferquote zwischen der Einschätzung der treibenden Kräfte des Lebensweges und der Bestätigung durch die Beiträge der öfters gelesenen Kommentatoren finde ich ebenfalls interessant.

    Befremdlich ist die Diskrepanz zwischen dem Erfolg des Liberalismus beim einzelnen Menschen und der geringen Wirkung auf das Miteinander. Die deutschen Liberalen sind nicht die Avantgarde des Miteinanders, die die Liberalen sein könnten und vor allem sein müßten und mal ansatzweise waren.

    Woran liegt das?

    Einerseits an der Überschätzung des schriftlichen Nachlasses von Liberalen. Wahrscheinlich ist der Bauchliberalismus wesentlich wichtiger. Kopflastigkeit bekommt den Liberalismus nicht. Liberalismus überzeugt durch den größeren Lebenserfolg und das größere Lebensglück des freien selbstbestimmten Lebens. Dann kann man immer noch die sachlichen Argumente ins Felde führen, wenn der Boden fruchtbar ist, sie aufzunehmen.

    Andererseits liegt es an der fahrlässigen Unterschätzung der Phase des Heranwachsens für das Werden des freien Menschen, der weder von anderen dominiert wird noch andere dominieren will. Das unterdrückt sein und das Unterdrücken wollen gehört ja zusammen, sonst gibt es keine Versklavung. Langmut gegenüber der Entwicklung von Heranwachsenden zum dominiert werden oder dominieren wollen, ist gänzlich falsch.

    Was ist also zu tun?

    Es reicht nicht, das Liberale sich gegenseitig davon überzeugen, wie toll es ist, ein Liberaler zu sein. Das ist zwar unterhaltend, aber ihr seid doch schon liberal. Oder etwa nicht? Ihr müsst nicht 150 % liberal werden und die verdammen, die erst auf dem Wege sind. Viel wichtiger ist, daß andere bisher nicht liberale Menschen erst zu 25 %, dann zu 50 % und schließlich mehr und immer mehr liberal werden.

    Liberalen müssen Wahlverwandte der heranwachsenden oder hineinwachsenden Menschen sein, die sonst einen Lebensweg einschlagen, der zum dominiert werden oder dominieren wollen führt.

    Zumindest bei den Menschen, deren Weg zum dominiert werden vorgezeichnet ist, sollte es einfach sein, die Vorteile des liberalen Lebens wirksam zu demonstrieren. Das ist zu Anfang ein erheblicher persönlicher Einsatz, aber sehr schnell werden Menschen, die sich mit eurer Hilfe aus dem dominiert werden befreien zu Eigenläufer ihres Lebens. Dazu ist nur notwendig, daß man Heranwachsenden, die mit dieser Gefahr des ihr ganzes Leben dominiert werdens leben, begegnet und ihnen hilft, diese Gefahr abzuwenden. Das bedeutet Zeit spendet

    Kann Liberalismus ansteckend sein?

    Ja, warum denn nicht

    How your friends’ friends can affect your mood
    http://www.newscientist.com/article/mg20126881.600-how-your-friends-friends-can-affect-your-mood.html?full=true&print=true

    Das klappt bei Stimmungen, aber natürlich auch beim Lernen oder eben bei politischen Überzeugungen. Leider auch beim Nichtlernen oder bei totalitären politischen Überzeugungen. Bisher wirkt diese Ansteckung zu sehr und zu oft destruktiv.

    Das ist schließlich auch einfacher. Der Weg der Tugend ist immer anstrengender.

    Auch liberal zu sein, ist eine Tugend.

    Eine der wichtigsten Tugenden

  47. Boris
    5.01.2009 | 15:32

    Hm…mit 14 (1980) begeisterter Grünen-Anhänger und Anti-Atomkraftler und Palituchträger, mit 16 nur noch an Mädchen interessiert, mit 19 FDP-Mitglied…zeitweise mit Bauchschmerzen, aber nie dem Austritt wirkliche nahe.

  48. 5.01.2009 | 21:01

    Mit 16 relativ apolitisch, diffus konservativ.

    Mit 18 starke Beschäftigung mit Politik und in anfänglicher, jugendlicher und naiver Euphorie zum Libertären geworden.

    Mit 20 mit dem Liberalismus arrangiert. ;)

    Da ich mit 25 da noch stehe scheine ich mich einigermaßen gefangen zu haben.

  49. der_gute_don
    6.01.2009 | 23:04

    ein gutes Gefühl sagen zu können, daß die meisten meiner Freunde und Wegbegleiter mich von politisch links nach politisch rechts überholt haben. Gibt einem irgendwie das Gefühl in der Mitte zu stehen ;-)

  50. 8.01.2009 | 13:09

    Liebe liberale Freunde,Konvertiten sind immer suspekt. Sie neigen zum Fundamentalismus und anderen Radikalismen und sollten streng überwacht werden (siehe Möllemann). Ich war immer Liberaler, weil ich fast immer das gemacht habe, was mein älterer Bruder machte (der allerdings sehr früh nach links abdriftete). Ich habe in der FDP immer zur rechten Mitte des linken Flügels gehört (schon seit über 40 Jahren), diesen Platz kann ich nur empfehlen, es ist dort relativ ruhig, und man kann sich bequem anpassen.

    Ich möchte nur darauf hinweisen, dass die eigene politische Entwicklung auch von anderen Alternativen beeinflusst wird als der Parteienfrage, Entscheidungen, die konfliktreich sein können, aber auch persönlichkeitsprägend. In meinem Leben waren das von der Kindheit ab solche wie: Kasawubu oder Lumumba, Arminia Hannover oder Hannover 96, Stones oder Beatles (für meine gleichaltrigen Verwandten in Dresden: Puhdys oder Klaus-Renft-Combo), Woody Allen oder Sylvester Stallone, Georges Simenon oder Edgar Wallace, Beethoven oder Mozart; gar nicht zu reden von solch komplizierten wie: Goethe oder Shakespeare, Chanson oder Schlager, Marylin Monroe oder Jayne Mansfiled, Little Richard oder Fats Domino, Frank Sinatra oder Dean Martin, Harald Schmidt oder wie heißt doch gleich der Andere.

    Ich hoffe, zu einer Differenzierung der Diskussion beigetragen zu haben.

  51. 12.01.2009 | 16:29

    Liberale Revolte bei Linken…

    Bei der SPON-Lektüre über die Konflikte der Linken in Hessen bin ich geneigt, Mitgliederwerbung zu starten und neue Wähler zu gewinnen. Einfach kurzweilige Hefte über die Grundlagen des Liberalismus, die Bedeutung des "Manchester-Liberalismus…

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