Geschäftstüchtig

Gespräch zwischen zwei Nachbarsmädchen.

Mädchen A, etwa 10 Jahre alt: “Weißt Du, dass mein Vater Deinem kleinen Bruder Geld dafür bezahlt, dass der sein Auto von innen putzt?”

Mädchen B, etwa 13 Jahre alt: “Ja…”

A: “Warum machen wir das nicht und verdienen stattdessen das Geld?”

B: “Brauch ich nicht, ich habe den besten Job, den es gibt”.

A: “???”

B: “Ich spiele mit Dir, Dein Vater nennt das ‘aufpassen’ und gibt mir Geld. Ist auch gar nicht anstrengend”.

A: “Böh”.

Alles Definitionssache, diese “Arbeit”.

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9 Kommentare zu “Geschäftstüchtig”

  1. Lina
    30.12.2008 | 17:13

    Im offenen Austausch (wie hier geschildert) könnte sich spielend ein kleiner Arbeitsmarkt, vielleicht gar ein kindlicher ‘Arbeitskampf’ (-; um die besten Mini-Jobs für Minderjährige auftun und Kinderarbeit käme aus dem Gerede … lustige, befreiende Geschichte!

  2. 30.12.2008 | 17:31

    In Deutschland ist (legale oder zumindest quasilegale) Kinderarbeit ein Mittelschichtsphänomen. In der Oberschicht ist meistens genug Geld vorhanden, dass die Kinder nicht auf die Idee kämen, selbst etwas zu verdienen. In der Unterschicht hingegen haben Freunde, Nachbarn und Bekannte selbst nicht genug Geld und kommen kaum auf die Idee, die Kinder in ihrer Umgebung für kleine Handreichungen und Dienstleistungen zu bezahlen.
    Dafür habe ich zwar keine Studie parat, meine These basiert nur auf Beobachtungen. Aber interessant ist sie schon, oder? :)

  3. Lina
    30.12.2008 | 17:44

    Ja, so habe ich mir das auch vorgestellt; und wenn ich bedenke, dass heute gerade die Mittelschicht Zuspruch braucht: why not offen den Markt beleben, wie Du es hier tust :D ?

  4. 30.12.2008 | 18:54

    “In der Oberschicht ist meistens genug Geld vorhanden …”
    Oder es gibt einen leicht zu bekommenden Job, wo einer der Eltern arbeitet – oder gar der Chef ist.

  5. stefanolix
    30.12.2008 | 20:56

    Der Klassiker auf diesem Gebiet ist von Mark Twain: »Zaun streichen«. Erinnert sich jemand?;-)

  6. stefanolix
    30.12.2008 | 21:34

    Quelle: Mark Twain: Tom Sawyer — Whitewashing the Fence Tom Sawyer, Chapter Two, 1876.

  7. Jana
    30.12.2008 | 22:30

    @Stefanolix:

    Lustig, als ich den Beitrag von Karsten las, mußte ich auch sofort an diese Zaungeschichte von Mark Twain denken. Sie drängt sich ja geradezu auf! ;-)

  8. Jana
    30.12.2008 | 22:40

    @Karsten:
    In Deutschland ist (legale oder zumindest quasilegale) Kinderarbeit ein Mittelschichtsphänomen. In der Oberschicht ist meistens genug Geld vorhanden, dass die Kinder nicht auf die Idee kämen, selbst etwas zu verdienen.

    In Deiner Geschichte scheint mir die Familie A zur Ober-, die Familie B zur Mittelschicht zu gehören. Wenn Familie B noch mehr Kinder hat, die mit angenehmen Jobs bei Familie A das Budget aufbessern, dann können wiederum deren Kinder (20 Jahre später) die Rollen umkehren. ;-)

  9. 30.12.2008 | 23:15

    @Marc:

    Oder es gibt einen leicht zu bekommenden Job, wo einer der Eltern arbeitet – oder gar der Chef ist.

    Na, das ist aber meist erst bei älteren Sprößlingen von Interesse. Wenn es wirklich um die Vorbereitung der Karriere geht…

    @Jana:

    In Deiner Geschichte scheint mir die Familie A zur Ober-, die Familie B zur Mittelschicht zu gehören.

    Irrtum: Familie B vermietet Vater A die Wohnung. Und ich würde beide Familien zur Mittelschicht zählen, wenn auch beide es sicher nicht so leicht haben, wie der Begriff es nahelegt.

    @stefanolix:
    Ja, ich dachte auch an Tom Sawyer. Schön, dass noch andere diese Assoziation haben. :)
    Wobei – welcher Schicht kann man den denn zuordnen? Man muss aber natürlich den Unterschied zwischen unserer Gesellschaft und der amerikanischen des 19. Jahrhunderts bedenken…

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