22. Dezember 2008
Zu dumm zum Sparen
Jetzt ist es amtlich: Deutsche sind zu dumm zum Sparen oder wie es die Hamburger Beratungsfirma Evers & Jung im Auftrag der Bundesverbraucherministerin ausdrückt: “Dem Vermittler steht der typische Verbraucher mit einem unzureichenden finanziellen Bildungsstand gegenüber”, weshalb Bundesbürger pro Jahr zwischen 20 und 30 Milliarden Euro durch schlechte Finanzberatung verlieren würden. Natürlich reicht es der Bundesregierung vor diesem Hintergrund nicht aus, dem Bürger zu empfehlen seine Nase mal in eines der unzähligen Bücher zu stecken, in denen man sich über das Einmaleins der Finanzanlage informieren kann. Nein, sie setzt lieber auf Maßnahmen, die es potentiell ermöglichen, das Verlustrisiko von Kapitalanlagen weitgehend dem Berater anzulasten. Wer will da noch Finanzberatungen anbieten? Und wer berät dann die Deutschen, die zu doof zum Sparen sind?
Ganz nebenbei, den ersten Finanzberater, den sich die Verbraucherministerin zur Brust nehmen sollte, ist Hessens-SPD-Spitzenkandidat. Mit seiner Empfehlung einer Zwangsanleihe für Reiche zu einem Zinssatz von 2,5 Prozent würde er die Anlagenverluste der Deutschen mit Sicherheit toppen. Aber warum sich von einem windigen Finanzvermittler an der Nase herumführen lassen, wenn man sich ganz offziell vom Staat im großen Stil abzocken lassen kann.
Verfasst von SteffenH um 09:34 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
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