21. Dezember 2008
Blinde Therapeutik
Normalerweise kommt vor der Therapie die Diagnose des Problems. Nicht bei der Bundesregierung, die etwa gegen die gesellschaftlichen Folgen des Alkoholkonsums stets mit Verboten oder Preiserhöhungen vorgeht. Doch wird mit dieser Rasenmäher auch der Drogenkonsument geschädigt, der zwar möglicherweise seiner Gesundheit, nicht aber unbeteiligten Dritten einen Schaden zufügt. Jetzt liegt der Reflex sehr nahe, darauf zu verweisen, dass Drogenmissbrauch ja sehr oft zu Straftaten und Schäden bei anderen und höheren Kosten über die “solidarische” Krankenversicherung führt. Das mag richtig sein, doch argumentiert ja auch niemand, wir müssten Autos verteuern, weil diese häufig als Hilfsmittel für Banküberfälle verwendet werden. Wer etwas gegen die Folgen von Drogenmissbrauch machen möchte, der sollte genau diese negativen Folgen für andere mit drastischeren Maßnahmen bekämpfen und verhindern, dass die Drogenkonsumenten dem Rest der Gesellschaft ihre Therapiekosten aufbürden (Wie das funktionieren könnte liest man am besten bei David D. Friedman nach). Das Ganze ist also eine Aufgabe für Staatsanwälte und die Designer der Gesundheitspolitik. Wer aber den Alkoholkonsum per se bekämpfen will und sich dabei beliebter Stellvertreterargumente bedient, sollte endlich zugeben, das Rayson den Nagel auf den Kopf trifft.
Verfasst von SteffenH um 09:43 Uhr in der Kategorie Politik (Trackback)
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