12. Dezember 2008
Verteidiger der deutschen Sprache
Ich liebe sie ja. Und sehe sie auch immer wieder, diese Verteidiger des Deutschen, deren Begriff der “deutschen Sprache” ganz einfach definiert ist: “Das, was ich in der Schule gelernt habe, das ist Deutsch. Und natürlich das, was ich noch im Studium gelernt habe. Mein Dialekt auch, aber sonst nix”.
Oder wie erklärt man sich sonst, dass jemand zunächst gegen das Eindringen fremder Begriffe in die deutsche Sprache kämpft, später aber den Begriff der “Larmoyanz” verwendet? Dieses Wort konnten mir mehrere durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich gebildete Leute weder erklären, noch waren sie der Ansicht, dass es sich um ein deutsches Wort handle.
Dazu die Frage: Ist “Bildungssprache” eigentlich deutscher als “Jugendsprache“? Ist die “Umgangssprache” nicht eigentlich deutscher als die “Schriftsprache“, wenn man bedenkt, dass diese beiden Begriffe in manchen Kulturen tatsächlich unterschiedliche Sprachfamilien bezeichneten?
Und darüber hinaus: Ist dieses Thema wirklich interessant genug, um während einer der schlimmsten Wirtschaftskrisen, an die sich noch eine Mehrheit unserer Mitbürger erinnern kann, zwei der wichtigsten politischen Sendungen dieser Woche zu bestimmen? Oder von einer der beiden Volksparteien genau jetzt ernsthaft diskutiert zu werden?
Nun ja.
Verfasst von Karsten um 00:13 Uhr in der Kategorie Kultur, Politik (Trackback)
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