28. Oktober 2008
Beobachtungen eines Autofahrers
Ich befahre momentan morgens eine Strecke, die völlig überlastet ist. Auch die möglichen Ausweichrouten sind es. Und da ist folgendes zu beobachten:
Bei extremer Auslastung gibt es genau eine vernünftige Strategie, mit der alle am schnellsten vorankommen: Tempo drosseln, Abstand halten. Denn schnelles Fahren führt zu dichtem Auffahren, das wiederum zum Bremsen, und das Ergebnis einer Bremskaskade ist der Stau. Aber genau dieses Negativ-Szenario tritt regelmäßig ein. Offensichtlich regiert hier das Rückenmark, zumindest bei den männlichen Fahrzeuglenkern, die auch eindeutig in der Überzahl sind: Es läuft das falsche Programm ab. Statt Kooperation wird Wettbewerb geübt. Jeder meint, es ginge vor allem darum, die eigene Position gegenüber den anderen zu verbessern. Die Zeitgewinne daraus sind aber extrem gering bis nicht vorhanden. Und stattdessen wird der Stau für alle noch ein Stück gefördert.
Man kann hier noch nicht einmal konstatieren, dass Eigeninteresse das Allgemeininteresse behindert, denn die inidividuellen Aktionen schädigen letztlich auch das Eigeninteresse.
Es ist einfach ein falsches Tape eingelegt worden.
Gibt es da Parallelen zu dem, was wir gerade täglich erleben? Mir scheint es so.
Verfasst von Rayson um 23:01 Uhr in der Kategorie Grundsatzfragen,Politik,Wirtschaftspolitik (Trackback)
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