Dávila der Woche V

Dem Demokraten genügt es nicht, dass wir respektieren, was er mit seinem Leben machen will, er verlangt darüber hinaus, dass wir respektieren, was er mit unserem machen will.

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19 Kommentare zu “Dávila der Woche V”

  1. Lina
    22.10.2008 | 7:11

    Brisant! Starren wir deshalb unentwegt nach Amerika hinüber, wo ein Demokrat sich aufmacht, die nächsten vier Jahre über uns zu bestimmen? Sind wir demokratischerweise schon derart demoralisiert, dass wir uns das erneut gefallen lassen?

    Btw.: Dem Republikaner hat es auch nicht genügt, uns in Ruhe zu lassen; auch er hat uns (sonstwohin) ‘mitgenommen’ … da hängen wir jetzt herum und warten auf brisant neue Order, der wir mehrheitlich folgen können. Diejenigen, die zurückbleiben wollen, werden mitgerissen. Oder hingerissen vom indiskreten Charme linker Bourgeoisie …

  2. 22.10.2008 | 8:36

    sind diese Sprüche von dem da:

    Nicolás Gómez Dávila wurde als Sohn wohlhabender kolumbianischer Grundbesitzer geboren und lebte, abgesehen von seinen Pariser Jugendjahren und einer Reise durch Europa nach dem Zweiten Weltkrieg, in einer Villa am Stadtrand von Santa Fe de Bogotá. Der Stil seines Werkes ist essayistisch-aphoristisch geprägt und damit zwischen Literatur und Philosophie einzuordnen. In seinen Büchern (Notas, Textos, Escolios a un texto implícíto etc.), die zunächst in kleinen Verlagen und Privatdrucken erschienen und erst spät ins Deutsche übersetzt wurden, haben Begriffe wie „konservativ“ und „Reaktionär“ eine positive Bedeutung. Nicolás Gómez Dávila verstand sich als Kritiker des Marxismus, der Demokratie, des radikalen Liberalismus, des ideologischen Faschismus und eines blinden Fortschrittglaubens. Sein Denken wurde in den letzten Jahren vor allem in Deutschland rezipiert und beeinflusste u.a. Botho Strauß, Martin Mosebach, den aus Rumänien stammenden Schriftsteller Richard Wagner und Gerd-Klaus Kaltenbrunner.

    (Quelle Wikipedia)

    War wohl einer dieser Elfenbeinturm-Philosophen; na da passt er ja zu den “Bissigen”

  3. 22.10.2008 | 9:36

    @Lina

    Das Zitat mit den Namen der amerikanischen Großparteien zu assoziieren ist aber arg langweilig.

  4. Lina
    22.10.2008 | 9:52

    @ Boche

    Findest Du? Ich such’ halt gern die Aktualisierung verstaubter Allgemeinplätze ((:

    Ich hoffe aber, DU wirst dem Aphorismus zu unser aller Freude noch die erregende Würze abgewinnen, die er enthält (:!

  5. 22.10.2008 | 10:00

    Die Würze habe ich dem Aphorismus abgewonnen, liebe Lina. Sie liegt ja ganz offen in diesen Worten da vor uns.

  6. Lina
    22.10.2008 | 10:16

    @ Boche

    Deine Exegese ‘zu unser aller Freude’, meinte ich, also wörtlich, in Sätzen, hier (:!

    Um der von mir verbreiteten Langeweile entgegenzuwirken, hab’ ich gesucht und bin fündig geworden. Erregendes also vom ‘Reaktionär’, der er gerne genannt wird:

    http://www.youtube.com/watch?v=hDUccoAOYKs

  7. 22.10.2008 | 10:18

    “Dem Monarchen…”, “Dem Aristokraten…”, “Dem Autoritären…”, “Dem Kommunisten…”, egal, was man anstelle des “Demokraten” einsetzt, die Wirkung des Zitats bleibt die gleiche. Was möglicherweise ein Hinweis darauf sein könnte, dass so viel Würze eigentlich gar nicht vorliegt, sondern nur die Natur menschlichen Zusammenlebens beschrieben wird.

    In gewisser Weise kann man sogar “Der Arbeitgeber” einsetzen.

  8. 22.10.2008 | 10:28

    @Karsten

    Die Würze ist für mich, dass man eben auch den Demokraten einsetzen kann, neben den anderen von dir Genannten.

    Arbeitgeber wohl eher nicht. Denn dessen Anmaßungen entkommt man doch sehr viel leichter.

  9. 22.10.2008 | 10:35

    @Boche:
    Woraufhin man mit einem anderen ausgelatschten Bonmot auf Davila antworten kann:

    Die Demokratie ist die beste aller schlechten Regierungsformen.

    Eine Weisheit übrigens, die Thomas Krüger hier der griechischen Philosophie zuordnet. Was durchaus sein kann, den Churchill selbst meinte ja einmal, das Zitat, das man ihm nicht zuschreiben würde, müsse erst noch gesprochen werden. ;)

    Manche entkommen ihren Arbeitgebern übrigens nicht so leicht, wie Du meinst. Was auch damit zu tun hat, dass der Staat Druck auf sie ausübt, wie ich zugeben muss.

  10. 22.10.2008 | 10:44

    @Karsten

    Der Churchill-Spruch (so er denn einer ist) taugt nicht als inhaltliche Antwort. Bestenfalls zum resignierenden Ignorieren des Problems, das Davila mit seinem Bonmot aufwirft, nach dem Motto: “Die anderen sind aber auch blöd.”.

    Manche entkommen ihren Arbeitgebern übrigens nicht so leicht, wie Du meinst.

    Ein Arbeitsvertrag ist leicht gekündigt. Arbeitslosengeld ist (relativ) leicht beantragt. Ein neuer Job ist natürlich je nach Anspruch nicht immer leicht gefunden.
    Dramatisieren wir bitte nicht allzu sehr die Abstiegsgefahr in unserem Wohlstandsland.

  11. Lina
    22.10.2008 | 10:45

    @ Karsten

    … sondern nur die Natur menschlichen Zusammenlebens beschrieben wird.

    Na klar. Und das genau soll das sog. ‘Reaktionäre’ daran sein, das ich (lakonisch verharmlosend!) viel eher das ‘Ewige’ nennen würde …

  12. 22.10.2008 | 10:55

    @Boche:
    Nein, es geht mehr um “Die Alternativen sind erheblich schlechter” als um “Die Anderen sind auch blöd”.

    Ein Arbeitsvertrag ist leicht gekündigt. Arbeitslosengeld ist (relativ) leicht beantragt.

    Zwei Aussagen, die hier nicht zueinander passen. Denn was bekommt man, wenn man seinen Arbeitsvertrag selbst kündigt? Richtig, eine Sperre. Und wenn der Anspruch lautet, eine Familie ernähren zu können, gestaltet sich das mit dem neuen Job sehr schwierig. Verharmlosen wir doch bitte nicht die schlechte Situation der sozialen Mobilität in diesem Land.

  13. 22.10.2008 | 10:58

    @Karsten

    Nein, es geht mehr um “Die Alternativen sind erheblich schlechter”

    Klar. Nur taugt diese Aussage eben nur zum Abtun, wenn es um die Betrachtung dessen geht, was im Hier und Jetzt schlecht ist.

    Verharmlosen wir doch bitte nicht die schlechte Situation der sozialen Mobilität in diesem Land.

    Dramatisieren wir sie aber auch nicht.
    Ganz einfach: Wir treffen uns in der Mitte. ;-)

  14. Michel
    24.10.2008 | 20:28

    Oh Mann, wenn Davila eine weiter darüber nach gedacht hätte müsste ich micht heute wieder dafür rechtvertigen, das so viele Reaktionäre in unserem Lager sind.

  15. 24.10.2008 | 20:34

    @Michel

    Wie meinen?

  16. Michel
    25.10.2008 | 22:06

    @ Rayson: Wenn ich das Zitat spontan hätte zuordnen müssen, hätte ich auf Roland Baader oder HHH getippt.

  17. 25.10.2008 | 23:43

    @Michel

    Verstehe ich immer noch nicht. Ich finde, das Zitat hätte von jedem Libertären kommen können.

  18. Michel
    26.10.2008 | 13:18

    @ Rayson: Aber nicht jeder Libertäre ist ein Reaktionär wie Davila oder H3.

  19. 26.10.2008 | 13:41

    Wenn es dir vor allem wichtig sein sollte, wer was ist, entgehen dir vielleicht interessante Einblicke.

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