Am eigenen Schopf aus dem Sumpf wie Münchhausen?

…Nur mehr als dreist kann das Vorgehen der meisten Politiker und Ökonomen bezeichnet werden, die eine Staatsgarantie für die Bankeinlagen zunächst gefordert und mittlerweile gegeben haben. Schließlicht läuft diese „Sicherung darauf hinaus, daß die Bürger ihre unsicheren Sicht- und Sparguthaben mit ihren eigenen (zukünftigen) Steuerzahlungen garantieren. Zudem bezieht sich die Garantie nur auf die nominelle Höhe der Ersparnisse und mithilfe der Notenpresse kann dieses Versprechen zweifellos eingehalten werden. Allerdings [...] nur um den Preis einer Hyperinflation.

Aus dem aktuellen Newsletter des Institutes für Wertewirtschaft

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4 Kommentare zu “Am eigenen Schopf aus dem Sumpf wie Münchhausen?”

  1. Herbert
    21.10.2008 | 18:23

    Schon vergessen: vor 14 Tage drohte ein globaler “bank run”. Dagegen ist doch der nominale Erhalt der Sparguthaben und ein bisschen mehr Inflation leicht zu verkraften.
    Erst macht man den Leutchen richtig viel Angst, dann sind sie schon mit allem zufrieden, was gestern noch undenkbar (und sozialistisch) gewesen wäre. Und Westerwelle applaudiert auch. So gehen Träume zuende.

  2. 21.10.2008 | 20:52

    Zu wieviel Prozent war Wirtschaft doch gleich noch mal Psychologie?

    Ich war zunächst auch sehr gegen diese Bürgschaften, wenn auch vielleicht aus anderem Grunde als meine Mitbloggies – ich fand es einfach fürchterlich, dass Steuergelder dafür verwendet werden sollten, diejenigen zu retten, die mit wilden Spekulationen auf die Schnauze gefallen sind.

    Jetzt aber sehe ich das etwas anders. Indem alle Steuerzahler gemeinsam für ihre gemeinsamen Spargroschen bürgen, verhindert man, dass der einzige dumme derjenige wäre, der als letzter am Schalter steht, um sein Geld abzuholen. Und schon läuft keiner an den Schalter, und eine schlimmere Katastrophe bleibt vielleicht aus. Was dann doch wieder sinnvoll erscheint, solange das Geld nicht tatsächlich fließen muss.

  3. Michel
    21.10.2008 | 22:36

    @ Karsten: So ging es mir zwischen dürch auch. Wenn man aber genauer darüber nachdenkt, verhält es sich so. Erster Einwand: Es gibt nicht genügend Bargeld, um alle Spaarer auszuzahlen, sollte es also zu einem Run kommen, müsste es nachgedruckt werden, was einige Wochen beansprucht -> Hyperinflation. Also wäre es rational als erster am Schalter zu stehen, und sovor alles in Zigaretten anzulegen. Da hartes Geld (Zigaretten) in einer Hyperinfaltion aufwerten, könnte man sogar mit einem Gewinn rechnen.
    Der zweite Einwand ist, dass die Regierung gar nicht das Recht hat solche Versprechen abzugeben, das Haushaltsrecht liegt beim Parlament.

  4. 22.10.2008 | 10:20

    “solange das Geld nicht tatsächlich fließt”, diesen Nebensatz bitte nicht übersehen. Wie gesagt: Psychologie. Das Ziel ist es ja nicht, tatsächliche Garantien zu geben, sondern den Run zu verhindern.

    Und das Haushaltsrecht ist nicht gebrochen worden. Die Regierung kann Pläne ankündigen, das Parlament muss sie dann bestätigen. Was ja auch geschehen ist, oh Wunder. An eine echte Gewaltenteilung in Deutschland glaube ich eh nicht. Allenfalls die Justiz ist unabhängig, Exekutive und Legislative sind ein Brei.

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