Good news, bad news

Folgt man Sebastian Mallaby, gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht für den deutschen Mainstream.

Die gute: Obama und seine Berater haben mehr Ahnung von Wirtschaft als McCain & Co.
Die schlechte: “Neoliberale” Deregulierung ist nicht schuld an der Krise.

(via Greg Mankiw, der für Parker8 zu wenig bloggt, aber für meinen Geschmack wenigstens gute Links bringt)

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13 Kommentare zu “Good news, bad news”

  1. 7.10.2008 | 8:19

    Das kann es aber auch nicht sein. So weit wie mein Finanzenglisch reicht, ist also die Fed schuld. Naja, dann bin auch ich der Dieb, wenn einer meine Wohnung ausräumt, weil nicht richtig abgeschlossen war.

    Ich denke, die Krise liegt an der Gier. Und dagegen helfen Anreize wie ein knackiger Spitzensteuersatz von 90 Prozent. Dann wird das nämlich ziemlich uninteressant Milliardenboni einzusammeln.

    Und auch die Tatsache, dass der Staat nun einspringen muss zeigt mir, dass so ein Steuersatz (oder andere Einnahmen bei solchen Zockerunternehmen) notwendig ist, wie soll man denn sonst diese Eingriffe finanzieren? :-D

  2. R.A.
    7.10.2008 | 10:32

    Obama und seine Berater haben mehr Ahnung von Wirtschaft als McCain & Co.

    Eigentlich ist mir völlig egal, ob Politiker Ahnung von Wirtschaft haben.
    Sie sollen sich einfach raushalten, dann ist ihr Know-how-Stand völlig unwichtig.

  3. R.A.
    7.10.2008 | 10:36

    @Marc:

    ist also die Fed schuld.

    Für die Libertären ist das Staatsgeld ja schon lange Hauptfeindbild, die fühlen sich natürlich jetzt bestätigt.

    Und sie haben teilweise auch recht – die großzügige Geldpolitik hat die Krise auf jeden Fall verschärft.

    Aber die Schuld an der eigentlichen Fehlentwicklung trifft natürlich nicht die Fed.

    Sondern da ist der amerikanische Staat schuld, der die Ausgabe dieser Riesenzahl maroder Hauskredite veranlaßt hat.

    Natürlich hat es auch einige Managementfehler gegeben – aber die halten sich eigentlich im üblichen Rahmen und wären recht nebensächlich, wenn nicht die Staats-verursachte Krise dazu gekommen wäre.

    Ich denke, die Krise liegt an der Gier.

    Richtig. An der Machtgier von Politikern, die auf Kosten anderer Leute Wahlgeschenke verteilen.

  4. libero
    7.10.2008 | 10:51

    2000 Mrd $ Boni an Investmentbanker im neuen Jahrtausend sind selbstverständlich ein schönes Beispiel für Bescheidenheit.

  5. libero
    7.10.2008 | 11:07

    @RA
    Wie bewertest du eigentlich diese Vorgänge?

    http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601109&sid=ah839IWTLP9s&#
    Bringing Down Wall Street as Ratings Let Loose Subprime Scourge

    http://www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601109&sid=ax3vfya_Vtdo&refer=home
    Race to Bottom’ at Moody’s, S&P Secured Subprime’s Boom, Bust

  6. libero
    7.10.2008 | 12:17

    Watch China!
    http://www.ftd.de/wirtschaftswunder/index.php?op=ViewArticle&articleId=1592&blogId=16

    Wahrscheinlich sind Artikel erst dann richtig und wichtig, wenn sie die englische Sprache benutzen.

    HabbedieEhre Folks

  7. Dirk
    7.10.2008 | 13:37

    Das erste Argument, dass die Chinesen Geld aus dem realen Markt abzogen und auf damit die Aktienpreise in die höhe trieben und somit die durch zu niedrige Zinsen ausgelöste Inflation in den Assetpreisen “versteckten”, kann ich noch nachvollziehen.
    Das zweite Argument

    So the first cause of the crisis lies with the Fed, not with deregulation. If too much money was lent and borrowed, it was because Chinese savings made capital cheap and the Fed was not aggressive enough in hiking interest rates to counteract that.

    ist dagegen Bullshit. Sparen führt immer zu niedrigeren Zinsen, egal ob es die Chinesen sind oder die Amerikaner. (Wenn die Chinesen ihre Dollarreserven billig verleihen – was kann die Fed. dafür?)

    Aber selbst wenn die Zinsen der Fed. zu niedrig waren, man muss das Geld ja nicht annehmen und erst recht muss man es nicht schlecht investieren. Ein wenig Eigenverantwortung sollte man auch Banken und Investoren zutrauen.

  8. R.A.
    7.10.2008 | 14:24

    @libero:

    Wie bewertest du eigentlich diese Vorgänge?

    Negativ natürlich – die Ratingagenturen haben sich hier nicht mit Ruhm bekleckert bzw. waren zu staatsgläubig bei der Bewertung der Kreditgarantien.

    Hat aber mit dem Kern des Problems nicht viel zu tun.

  9. Parker8
    7.10.2008 | 18:52

    “Neoliberale” Deregulierung ist nicht schuld an der Krise.

    Nicht-Regulierung auf jeden Fall. Die Credit Default Swaps hätten obligatorisch mit Kapital unterlegt werden müssen, wie andere Versicherungen auch. Das hätte einiges verhindert; AIG vermutlich.

  10. Michel
    7.10.2008 | 19:48

    @ Paker8: Mir wäre neu, dass die Credit Default Swaps wesendlich zu den Problemen beigetragen haben. Bisher war ihr Preis lediglich ein Indikator für die Krise. Welche Regulierung auch immer, keine hätte verhindert, dass die überschüssige Liquidität Blasen hervorgerufen hätte, deren Platzen die entsprechenden Kapitalgeber betroht. Was vielleicht anders hätte laufen können, ist das diese Kapitalgeber mit fremden Geld hantierten.

  11. Dirk
    7.10.2008 | 21:48

    @Michel

    Doch, bei AIG schon. Die hatten Ende 2007 Derivate im (Nenn-)Wert von 2 Billionen, davon über 500 Mrd an Credit Default Swaps (bei einem Eigenkapital von ca 100 Mrd.). Auf diese mussten sie die meisten ihrer Abschreibungen tätigen.

    Bei anderen Unternehmen wird es ähnlich sein. Da kann man nur hoffen, dass die CDS extrem diversifiziert sind. Ansonsten könnten die Verbindlichkeiten sehr schnell das Eigenkapital überschreiten.

  12. der_Neue
    8.10.2008 | 16:19

    Ansonsten könnten die Verbindlichkeiten sehr schnell das Eigenkapital überschreiten.

    Wie zum Beispiel in Island. Dort mussten die größten Banken per Notstandsgesetzgebung verstaatlicht werden. Gestern im heute-journal gesehen.

  13. 12.10.2008 | 0:58

    [...] B.L.O.G. – Bissige Liberale ohne Gnade » Good news, bad news Tags:Fed, Finanzkrise, Kapitalismus, Neoliberalismus, Regulierung, USA [...]

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