Freizeitangebot

Wenn es die Rechtsradikalen nicht geben würde, müsste man sie erfinden. Wo sonst hat der aufrechte Demokrat noch die Chance, sich gut dabei zu fühlen, wenn er Meinungen unterdrückt und gegen Andersdenkende Gewalt anwendet?

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40 Kommentare zu “Freizeitangebot”

  1. Dirk
    21.09.2008 | 19:22

    Nur seltsam, dass sich Rechtsradikale in Mülltonnen zu verstecken pflegen und sich als Straßenschilder tarnen

  2. stefanolix
    21.09.2008 | 19:41

    Es war und ist illegal, Gewalt gegen einen solchen Kongress anzuwenden. Es wird eine weitere Niederlage des Rechtsstaats sein, wenn gegen die Täter nicht konsequent vorgegangen wird. Man kann auf jeder anderen Ebene gegen die Ideologie der Rechtspopulisten vorgehen: einen größeren Kongress, eine größere Demo oder eine gewaltfreie Blockade organisieren.

  3. FG
    21.09.2008 | 20:21

    Welcher aufrechte Demokrat hat gegen Andersdenkende Gewalt angewendet? Das waren Kriminelle, denen Demokratie am Allerwertesten vorbei geht. Aber sie waren gegenüber den Gewaltfreien deutlich in der Minderheit. Die Masse hat genau das getan, was Stefanolix im letzten Satz erwähnt. Die depperten Linksfaschisten soll der Deubel holen.

  4. Eloman
    21.09.2008 | 20:37

    @stefanolix
    Was’n das, ne gewaltfreie Blockade? Zumeist erfüllt sowas doch den Tatbestand der Nötigung, oder? Gegen schwachsinnige Argumente helfen imho nur bessere!

  5. Dirk
    21.09.2008 | 21:13

    @FG

    Die Gewalt wurde zu Mindest stillschweigen geduldet, wenn sie nicht gar mit klammheimlicher Freude begrüßt wurde (bei Schramma z.B. der Köln aufforderte, sich von der “intoleranten Seite” zu zeigen ).

    Dass die Polizei auch noch auf der falschen Seite einschritt, macht den Staat zum Mittäter.

  6. Michel
    21.09.2008 | 21:33

    Die Proteste waren so gewaltfrei, dass die Polizei die Konferenz aus Sicherheitsgründen abgesagt hat. Die Politik aplaudiert.

    Wirtschaftskrise und Straßenschlachten woher kommt mir das nur bekannt vor?

  7. 21.09.2008 | 21:49

    [...] [Quelle] [...]

  8. stefanolix
    21.09.2008 | 22:07

    @Eloman: Tatbestand der Nötigung? Aha, dann waren unsere gewaltfreien Demonstrationen und Proteste gegen die DDR-Diktatur im Oktober 1989 auf der Prager Straße in Dresden also Nötigung. Wir standen auf der Prager Straße den Ketten aus jungen Wehrpflichtigen gegenüber und irgendwie haben wir die wohl auch »blockiert«. Strafe über uns!

    Nein, im Ernst: Gewaltfreie Blockade der Zufahrtswege zu einer geplanten rechtsextremen Veranstaltung oder gewaltfreie Blockade des Demonstrationsweges bedeutet, dass die gemeinsam handelnden Bürger der Stadt moralische Sieger sind. Gewalt ist in jedem Fall abzulehnen und zu bestrafen.

  9. FG
    22.09.2008 | 5:48

    Dirk:

    Die Gewalt wurde zu Mindest stillschweigen geduldet, wenn sie nicht gar mit klammheimlicher Freude begrüßt wurde

    Echt? Irgendwelche Quellen oder Belege?

    (bei Schramma z.B. der Köln aufforderte, sich von der “intoleranten Seite” zu zeigen ).

    Achso, na dann. Schrammas Aufruf zum Steine werfen, klarer Fall…

    Dass die Polizei auch noch auf der falschen Seite einschritt, macht den Staat zum Mittäter.

    Du findest es falsch, dass mit Schlagstöcken und Tränengas gegen linke Autonome eingeschritten wurde? Interessant.

  10. Dirk
    22.09.2008 | 9:24

    @FG

    Echt? Irgendwelche Quellen oder Belege?

    hier, hier und hier.

    Und hier schritt die Polizei auf der falschen Seite ein. Sie hätte die Gegendemonstration verbieten müssen. Dazu gibt es Berichte, darüber, dass bei Auseinandersetzungen zwischen rechten Demonstranten und Autonomen die rechten in Gewahrsam genommen wurden.

  11. FG
    22.09.2008 | 10:16

    Dirk, Quelle 3 kann ich derzeit mangels Ton nicht prüfen, aus Quelle eins und zwei (dcrs, nunja…) kann ich weder die Duldung noch klammheimliche Freude über Gewalt herauslesen.

  12. R.A.
    22.09.2008 | 12:54

    @stefanolix:

    dann waren unsere gewaltfreien Demonstrationen und Proteste gegen die DDR-Diktatur im Oktober 1989 auf der Prager Straße in Dresden also Nötigung.

    Das läßt sich nicht vergleichen – weil das eben keine Demokratie mit Demonstrationsrecht war.

    Gewaltfreie Blockade der Zufahrtswege zu einer geplanten rechtsextremen Veranstaltung oder gewaltfreie Blockade des Demonstrationsweges bedeutet, dass die gemeinsam handelnden Bürger der Stadt moralische Sieger sind.

    Leider nicht.
    Es bedeutet, daß diese Bürger den Rechtsstaat mit Füßen getreten haben und damit ihr Anliegen entwertet haben.

    Moralischer Sieger wird man, wenn man auch mißliebigen Leuten ihre Rechte läßt.

  13. stefanolix
    22.09.2008 | 13:25

    @R.A.: Das sehe ich etwas anders. In unserer Seitenleiste gibt es auch einen Spruch über Toleranz und Intoleranz. Die Toleranz muss dann Grenzen haben, wenn sie durch notorisch Intolerante bedroht wird.

    Die Methoden zum Schutz der Toleranz müssen natürlich auch begrenzt sein: Gewalt gegen Menschen und Sachen ist unakzeptabel, der Staat muss das Gewaltmonopol in der Hand behalten. So denke ich, dass die Mehrheit der Bürger einer Stadt gewaltfrei ein Zeichen setzen kann: in dieser Stadt soll keine Ansammlung von intoleranten Extremisten möglich sein. Anderswo könnten sie ja demonstrieren.

    Und gleichzeitig soll man natürlich alle Randalierer und Vandalen zur Verantwortung ziehen. Sie suchen ja offensichtlich nur einen Grund zur Machtdemonstration.

  14. FAB.
    22.09.2008 | 14:37

    Aus dem oben verlinkten Kommentar der Deutschen Welle: Was sie als “Kongreß” ankündigt hatten, sollte im Grunde ganz andere Ziele verfolgen: … sich als Alternative zur gegenwärtigen politischen Klasse anzubieten.

    Gegen Anbieter von Alternativen ist natürlich so ziemlich jedes Mittel recht; legal illegal scheißegal. Schon klar. Wobei auch der Aufruf zur “gewaltfreien” Blockade einer genehmigten Versammlung durchaus unter illegal fällt. Unter illegitim sowieso.

  15. R.A.
    22.09.2008 | 15:52

    @stefanolix:

    dass die Mehrheit der Bürger einer Stadt gewaltfrei ein Zeichen setzen kann:

    “Zeichen setzen” wäre eine reine Meinungsäußerung, völlig problemlos.
    Aber eine Straße blockieren ist eben deutlich mehr – nämlich eine Nötigung dieser Mehrheit gegenüber einer Minderheit.

    in dieser Stadt soll keine Ansammlung von intoleranten Extremisten möglich sein.

    Es wäre schön, wenn es solche Leute nicht gäbe.
    Da es sie aber gibt, haben sie auch grundgesetzlich das Recht sich zu versammeln.

    Anderswo könnten sie ja demonstrieren.

    Wieso sollten “anderswo” andere Regeln gelten als in Köln?
    Köln sollte m. E. keine GG-freie Zone sein. Dort müssen dieselben Bürgerrechte gelten wie überall in Deutschland.

  16. Eloman
    22.09.2008 | 16:18

    @R.A.
    Sehe ich auch so und habe ich in meinem Kommentar denke ich auch zum Ausdruck gebracht. Hat Stefanolix möglicherweise nicht verstanden.

  17. R.A.
    22.09.2008 | 17:26

    Zu diesem Thema empfiehlt sich wieder einmal Zettel und die zu seinem Beitrag gehörige Diskussion.

    Ich finde diese Entwicklung wirklich beängstigend.

  18. stefanolix
    22.09.2008 | 18:20

    Ich fände es beängstigender, wenn sich Intoleranz (mit all ihren Folgen) gegenüber Gruppen durchsetzte, die jemand nach Rasse, Religion oder anderen Merkmalen willkürlich auswählt.

    Ich sehe natürlich den Zielkonflikt. Aber um welchen Preis hätte denn die Polizei die Demonstration ermöglichen sollen? Soll gegen gewaltlose Demonstranten mit Gewalt vorgegangen werden?

  19. 22.09.2008 | 18:33

    Lieber Stefanolix,

    wir sind – soweit ich das beurteilen kann – sehr oft derselben Meinung. Hier einmal nicht. Oder vielmehr nur zur Hälfte.

    Sie schreiben:

    Ich fände es beängstigender, wenn sich Intoleranz (mit all ihren Folgen) gegenüber Gruppen durchsetzte, die jemand nach Rasse, Religion oder anderen Merkmalen willkürlich auswählt.

    Völlig einverstanden. Ich bin der Überzeugung, daß diejenigen, die sich da, von “Pro Köln” angeführt, versammelt haben oder versammeln wollten, beängstigende Ziele verfolgen.

    Würden sie sich durchsetzen, dann bekämen wir in Deutschland irgendwann Zustände wie im zerfallenden Jugoslawien. Sie versuchen das herbeizuführen, wovor sie angeblich warnen – den Zerfall der Gesellschaft in einander feindselig gegenüberstehende ethnisch- religiöse Gruppen.

    Ich sehe natürlich den Zielkonflikt. Aber um welchen Preis hätte denn die Polizei die Demonstration ermöglichen sollen? Soll gegen gewaltlose Demonstranten mit Gewalt vorgegangen werden?

    Gegen gewaltlose Demonstranten, lieber Stefanolix, ist ja die Polizei nicht vorgegangen. Sie hat – viel zu zögerlich – versucht, gegen Politkriminelle vorzugehen, die Straßen blockierten und versuchten, das Gewaltmonopol des Staats zu brechen, indem sie selbst als quasi-uniformierte Kontrolleure entschieden, wer passieren durfte und wer nicht.

    Ein Staat, der das duldet, gibt sich selbst auf. Wie will man in einer anderen Stadt Nazis verwehren, ihrerseits eine quasi-uniformierte Miliz auzustellen, die auf eigene Faust Straßenkontrollen durchführt?

    Und noch etwas zur DDR, lieber Stefanolix. Ich war über Ihren Vergleich, ehrlich gesagt, bestürzt. Hätten Sie denn in der DDR gegen Gesetzt verstoßen müssen, wenn es dort ein garantiertes Demonstrationsrecht gegeben hätte, wenn dort die Polizei Ihre Montagsdemonstrationen geschützt hätte, statt daß die Betriebskampfgruppen dagegen einsatzbereit gemacht wurden?

    Herzlich, Zettel

  20. stefanolix
    22.09.2008 | 20:09

    Lieber Zettel,

    ich hatte bei meiner Argumentation ein anderes Vorgehen vor Augen. Bei einer Demonstration an einem 13. Februar haben Dresdner Bürger vor einigen Jahren gewaltfrei eine Brücke blockiert, über die eine Nazi-Demonstration führen sollte (der 13. Februar ist der Jahrestag der Bombenangriffe auf Dresden).

    Die Polizei hat entschieden, dass der Weg nicht mit Gewalt geräumt wird. Die Staatsanwaltschaft hat später auch untersucht, ob eine Nötigung vorlag. Aber das Verfahren wurde eingestellt.

    Das Gedenken an die Toten des 13. Februar wird jedes Jahr wieder durch Rechtsradikale und Rechtspopulisten missbraucht. Es ist wirklich abstoßend. Insofern kann ich friedlich demonstrierende (und auch friedlich den Weg versperrende) Kölner sehr gut verstehen, wenn sie ihre Stadt nicht mit solchen Leuten in Verbindung bringen wollen.

    Zu gewaltlosem Widerstand zählt natürlich nicht, dass sich jemand selbst zum Ordner aufschwingt und bestimmt, wer in der Stadt eine »Kontrollstelle« passieren darf. Aber welchen Stellenwert hatte das im gesamten Bild? Ich weiß wohl zu wenig zu wenig über Köln und über die Ereignisse.

    Der Vergleich mit dem gewaltfreien Widerstand in der DDR war natürlich polemisch gemeint. Ich bin übrigens überhaupt nicht sicher, ob wir auf der Prager Straße damals gegen geltendes Recht verstoßen haben. Im Grunde hat der Staat DDR damals oft gegen sein eigenes Recht verstoßen, wenn er beispielsweise gegen friedliches Gedenken an der Ruine der Dresdner Frauenkirche vorging oder Wahlbeobachter verfolgte, die den offensichtlichen Betrug aufdecken wollten.

    Herzliche Grüße,
    Stefan

    .

  21. Dirk
    22.09.2008 | 22:34

    @FG

    Vielleicht ist es ein Missverständnis. Ich meine NICHT Duldung durch die Polizei (wenngleich sie die falsche Demonstration auflöste und sich im Zweifel auf die falsche Seite stellte). Ich meine Duldung durch die Demonstranten und ihre Anführer.

    Herr Schramma sprach von einem “Sieg der Demokratie”. Da dieser “Sieg” untrennbar mit den Ausschreitungen verbunden ist, ist das für mich eine stillschweigende Duldung ebendieser. Genauso, wenn man, siehe Quelle 1, einen Kommentar schreibt, in dem man den Misserfolg der Rechten und sich selber feiert ohne zu erwähnen, dass eine legale Demonstration aufgrund von Ausschreitungen bei der Gegendemonstration verboten wurde.

  22. dante
    28.09.2008 | 9:37

    »Wenn es Rechtsradikale nicht geben würde, müsste man sie erfinden.«

    Quatsch: Es gibt die Rechtsradikalen, und dass schon sehr lange! Wieso sollte man sie erfinden müssen, wenn es sie bereits gibt!?

    »Wo sonst hat der aufrechte Demokrat noch die Chance, sich gut dabei zu fühlen, wenn er Meinungen unterdrückt und gegen Andersdenkende Gewalt anwendet?«

    Sehr gut! Der “aufrechte Demokrat” kann sich natürlich nur dann wohlfühlen, wenn er andere Meinungen unterdrückt. Großartig EINS11! Alles eine Sache des GEFÜHLS!

    Politik at its best.

  23. 30.09.2008 | 6:52

    In Hamburg wird bei der Erfindung der Rechtsextremen noch mal kräftig nachgelegt. Es genügt, ein bestimmtes Modegeschäft aufzusuchen; der Besuch einer politischen Veranstaltung oder gar eine politische Meinung ist gar nicht mehr notwendig.

  24. dirk
    30.09.2008 | 14:36

    schade, dass die Rechten sich auf die USA als Feind eingeschossen haben und nicht in gleichem Maße vor kommunitscihen Läden protestieren. So manche Kommunistenbar könnte doch mal derartig belagert werden.

  25. 30.09.2008 | 14:45

    @dirk

    Freunde von Belagerungszuständen sind hier eher ungern gesehen.

    Meiner Meinung nach sollten Kommunistenbars genauso unbehelligt bleiben wie irgendwelche “rechten” Modegeschäfte.

  26. Dirk
    30.09.2008 | 17:26

    @Boche

    Da bin ich mit Dir ja vollkommen einer Meinung. Vor allem das Wort “genauso” trifft es. Dass diese Gleichsetzung im heutigen Deutschland undenkbar ist, macht ja gerade den Witz an der Vorstellung einer Belagerung von Kommunisten durch Rechte aus.

  27. 30.09.2008 | 17:49

    Von Gleichsetzung habe ich aber nichts geschrieben. Eher von der Gleichheit vor dem Gesetz in einem Rechtsstaat.

  28. Dirk
    30.09.2008 | 19:46

    Ist das in dem Fall nicht dasselbe?

  29. 30.09.2008 | 20:38

    Ne, nicht so wie das in deinem Komment von 14:36 klingt, da bedauerst du nur dass “die Rechten” sich “den Linken” gegenüber nicht so verhalten, wie “die Linken” gegenüber “den Rechten”. Das hat nichts mit Grundgesetz zu tun, dass ist einfach nur Auge-um-Auge: Besser beide Seiten benehmen sich daneben, als wenn das nur eine Seite tut. (Achja, ist ja nicht so als wenn “die Rechten” nur Däumchen drehen und sich von “den Linken” einschüchtern lassen.)

    Und zu Gilbert: Ich zücke mal meinene Mitgliedsausweis im Club der moralisch Überlegenen und gratuliere dir ganz, ganz, ganz herzlich dazu, dass du deinen Text zu den Vorgängen vor dem Thor-Steinar-Laden mit “Deutsche kauft nicht bei Juden!” überschrieben hast. Eine herrliche Allegorie. Diese ganze Kacke von wegen “Die Rechten” werden im Deutschland des 21. Jahrhunderts behandelt wie die Juden damals im 3. Reich, die geht mir sowas von auf die Eier. (Vgl. auch Markos merkbefreiten Kommentar hier.)

  30. Dirk
    30.09.2008 | 21:00

    Rechtlich und moralisch ist ist eine Belagerung Rechter durch Linke dasselbe wir umgekehrt. Beides ist falsch und in einem Rechtsstaat nicht hinnehmbar.

    Nur würde es in einem Falle eine Riesenempörung geben, vor allem derjenigen, die diese Belagerung rechtfertigen und für Zivilcourage halten. Ich finde das eine witzige Vorstellung.

    Und selbstverständlich wurden im dritten Reich von Beginn an ganz anders behandelt als die rechten heute. Da gibt es kein vertun.

    Trotzdem ist eine ärgerliche Veranstaltung, dass die “Anständigen” die paar Rechten zu einem Monster aufblasen, das sie dann unter Missachtung von deren Grundrechten bekämpfen und sich dafür als zivilcouragiert feiern.

    Ob Wowereit, der noch nicht mal weiss, wann der 2. WK begann und endete, Schramma und das tollerante Köln, die Antifa oder die Leute jetzt vor dem Laden – das ist abstoßend. Mit der Mehrheit auf die Minderheit, die ohnehin nichts zu sagen hat.

  31. 30.09.2008 | 21:14

    Rechtlich und moralisch ist ist eine Belagerung Rechter durch Linke dasselbe wir umgekehrt. Beides ist falsch und in einem Rechtsstaat nicht hinnehmbar.

    Das klingt aber ganz anders als: “schade, dass die Rechten sich auf die USA als Feind eingeschossen haben und nicht in gleichem Maße vor kommunitscihen Läden protestieren. So manche Kommunistenbar könnte doch mal derartig belagert werden.“. Abgesehen davon, wenn die Behinderung so massiv und die Stimmung so aggressiv ist, dass der Laden schließen muss, dann ist das tatsächlich abzulehnen. (Auch wenn ich absolut keine Sympathie für die Steinar-Designer und ihre Freunde empfinde.) Aber: Genehmigte, nicht-aggressive Demonstrationen vor dem Laden wären sehr wohl im Rahmen des Rechtsstaats.

    Trotzdem ist eine ärgerliche Veranstaltung, dass die “Anständigen” die paar Rechten zu einem Monster aufblasen, das sie dann unter Missachtung von deren Grundrechten bekämpfen und sich dafür als zivilcouragiert feiern.

    Die “Anständigen” (wen meinst du? Die Antifa? Oder normale Bürger die sich gegen Rechts aussprechen?) können im Rahmen des Gesetzes die Rechten so sehr zu einem Monster aufblasen, wie ihnen das beliebt und solange es nicht die Grenze zur Verleumdung überschreitet. Wenn sie dabei Grundrechte missachten, dann ist das abzulehnen. In jedem anderen, sprich in jedem rechtskonformen Fall gilt allerdings etwas, das in Laienkreisen als “tough shit law” bezeichnet wird.

    Mit der Mehrheit auf die Minderheit, die ohnehin nichts zu sagen hat.

    Die Minderheit hat vielleicht nichts zu sagen, aber das was sie dann doch sagt ist gemeinhin widerlich genug. Und das ist immer noch besser, als wenn sie die Stahlkappenstiefel sprechen lässt. Toleranz ist schön und gut, aber im Rahmen des Gesetzes begrüße ich es den Intoleranten, egal wie minderheitig sie sein mögen, gegenüber intolerant zu begegnen. (Gilt für “links”, “rechts” und “mittig”.) To be in a minority is not automatically a badge of honor.

  32. Dirk
    30.09.2008 | 21:25

    Anscheinend sind wir uns einig.

    Die “Anständigen” (wen meinst du? Die Antifa? Oder normale Bürger die sich gegen Rechts aussprechen?) können im Rahmen des Gesetzes die Rechten so sehr zu einem Monster aufblasen, wie ihnen das beliebt und solange es nicht die Grenze zur Verleumdung überschreitet.

    Und ich habe das recht, diesen Mechanismus der Selbstbeweihräucherung widerlich zu finden. Ich nehme an, das gestehst Du mir zu.

    Die Minderheit hat vielleicht nichts zu sagen, aber das was sie dann doch sagt ist gemeinhin widerlich genug.

    Es ist widerlich aber nicht das Problem in diesem Land. Im Gegenteil: Durch die vorschnelle Verstoßung von allem vermeintlich Rechtem werden ebenfalls widerliche Dinge ignoriert und totgeschwiegen. Auch wenn sich das langsam bessert.

  33. stefanolix
    30.09.2008 | 21:27

    Im Rahmen des Gesetzes [und ausdrücklich dort] finde ich es auch richtig, dass Intoleranten dezidierte Intoleranz zuteil wird. Diese kahlgeschorenen Rechten kaufen sich immer wieder Klamotten, die irgendeinen Bezug zu den Nazis haben. Sie kaufen das Zeug ja nicht zum Spaß, sondern sie ziehen es als Erkennungsmerkmal und bei ihren Delikten gegen Ausländer an. Wer einen Laden mit solchem Zeug eröffnet, scheint ja wohl genau diese Zielgruppe zu haben.

  34. 30.09.2008 | 21:45

    Und ich habe das recht, diesen Mechanismus der Selbstbeweihräucherung widerlich zu finden. Ich nehme an, das gestehst Du mir zu.

    Nein, da unterdrücke ich dich ganz offensichtlich. Echt gezz, habe ich sowas irgendwo geschrieben? Nein? Gut, dann lassen wir den Zirkus. Natürlich hast du das Recht. Und ich habe das Recht dir zu erklären, warum ich deine Meinung für falsch halte.

    Es ist widerlich aber nicht das Problem in diesem Land. Im Gegenteil: Durch die vorschnelle Verstoßung von allem vermeintlich Rechtem

    Wenn sich in diesem Land Gruppen formieren, die die körperliche Unversehrtheit anderer aktiv gefährden (siehe Zeltlager-Link, siehe dumpfe Glatzen die am Wochenende “Türkenklatschen” gehen), dann ist das für mich ein Problem in diesem Land. Und dann können die Bürger, im Rahmen des Gesetzes – nur damit du dich da nicht drann aufhängst -, dagegen vorgehen. Die können übrigens im Rahmen des Gesetzes auch anfangen vor Häkelclubs zu demonstrieren oder gegen Hallenhalmaspieler zu protestieren. Aber das nur so ganz am Rande…

    Und zu “vermeintlich Rechts”. Thor Steinar dürfte schon mehr sein als “vermeintlich Rechts“. Die sind genau so “vermeintlich rechts” wie die Consdaple-Marke. Nämlich rechts ohne das “vermeintlich”. Und anders als Lonsdale sind die nicht nur zufällig da reingerutscht, sondern bedienen die Szene ganz dezidiert.

  35. stefanolix
    30.09.2008 | 21:54

    Lonsdale ist ja inzwischen bei den Rechten fast ganz aus der Mode, weil sie seit einigen Jahren z.B. für das Sponsoring des CSD oder eine Anti-Rassismus-Kampagne stehen. Deshalb kam ja dann die Consdaple-Marke als »Ersatz« auf, weil da das “NSDA” praktischerweise um einen Buchstaben ergänzt ist. Und die Thor-Steinar-Klamotten sind auch nicht wirklich als »scheinbar rechts« misszuverstehen.

  36. Dirk
    30.09.2008 | 22:20

    Nein, da unterdrücke ich dich ganz offensichtlich. Echt gezz, habe ich sowas irgendwo geschrieben? Nein? Gut, dann lassen wir den Zirkus. Natürlich hast du das Recht. Und ich habe das Recht dir zu erklären, warum ich deine Meinung für falsch halte.

    Exakt.

    Wenn sich in diesem Land Gruppen formieren, die die körperliche Unversehrtheit anderer aktiv gefährden (siehe Zeltlager-Link, siehe dumpfe Glatzen die am Wochenende “Türkenklatschen” gehen), dann ist das für mich ein Problem in diesem Land.

    Selbstverständlich.

    Diese Fälle gibt es und jeder ist einer zuviel. Es kommt mir allerdings so vor als würde mit dem “Vorgehen gegen Rechts” von Straftaten durch Ausländern abgelenkt. Jugendbanden, die die Straßen unsicher machen sind genauso ein Problem – haben jedoch ein wesentlich besseres Standing. In den 90er konnte man nicht darauf hinweisen, dass die Kriminalitätsrate unter Ausländer höher ist als unter deutschen, ohne dass man dann als vermeintlich Rechter von der Diskussion ausgegrenzt wurde. Dabei ist das alleine schon deswegen der Fall, weil Ausländer einen größeren Anteil der unteren sozial Schicht ausmachen. Heute kann man das – jedenfalls in der Mitte der Gesellschaft – tun. Da bessert sich etwas.

  37. 30.09.2008 | 22:38

    Es kommt mir allerdings so vor als würde mit dem “Vorgehen gegen Rechts” von Straftaten durch Ausländern abgelenkt.

    Richtig: Die Leute die gegen Nazis demonstrieren tun das um von den ausländischen Jugendbanden abzulenken. Gut erkannt. Hast dir ‘nen Alufolienhut verdient.

    Jugendbanden, die die Straßen unsicher machen sind genauso ein Problem – haben jedoch ein wesentlich besseres Standing.

    a.) Das wage ich zu bezweifeln, dass die ein “besseres Standing” haben
    b.) Wie oben: Also, statt dass man gegen “Jugendbanden” und Nazis ist, ist es besser wenn man auch nichts gegen die Nazis sagt, weil man sonst nur von den Jugendbandenproblematik ablenkt? Schwach.

    In den 90er konnte man nicht darauf hinweisen, dass die Kriminalitätsrate unter Ausländer höher ist als unter deutschen, ohne dass man dann als vermeintlich Rechter von der Diskussion ausgegrenzt wurde.

    Und der Zusammenhang zwischen Ausländerkriminalität und Thor-Steinar-Laden-Demonstranten besteht darin, dass… oder arbeitest du einfach nur deine Talking Points ab und rechnest auf? Quasi, Wenn “Ausländerkriminalität > Verbrechen von Rechts”, dann “Kritik an Rechts kritisieren”.

  38. 30.09.2008 | 22:42

    Das folgt alles einer strengen Logik, für die Du, Björn, Pappnase, einfach zu doof bist.

  39. Dirk
    1.10.2008 | 1:08

    Und der Zusammenhang zwischen Ausländerkriminalität und Thor-Steinar-Laden-Demonstranten besteht darin, dass…

    Der Zusammenhang entsteht aus der völlig falschen Prioritätensetzung.

    Quasi, Wenn “Ausländerkriminalität > Verbrechen von Rechts”, dann “Kritik an Rechts kritisieren”.

    Es besteht ein auffallendes Missverhältnis zwischen den ritualisierten Demonstrationen gegen Rechts die jeder Pups auslöst und die von Politikern angefochten werden und den Reaktionen wenn jemand durch eine Gruppe jugendlicher, oft mit Migrationshintergrund, zusammengeschlagen wird. Bei den einen gilt null Toleranz bei den anderen gibt es Verständnis und Strafrabatt. Von den wirklichen Gefahre wie der iranischen Atombombe ganz zu schweigen.

  40. 1.10.2008 | 8:49

    Von den wirklichen Gefahre wie der iranischen Atombombe ganz zu schweigen.

    Oh mein Gott, du hast Recht! Wenn uns die iranische Atombombe alle tötet, dann sind die Gutmenschen dran Schuld die gegen die Nazis demonstriert haben, statt gegen Ahmadineschad! Weil sie die gemeinsame Drohkulisse unterminiert haben!

    Mir wird das zu albern, ich klinke mich aus… den Alufolienhut schicke ich dir per Post zu.

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