17. September 2008
Bayerntrojaner: Endlich greift mal wer durch
Die bayerische Piratenpartei hat wohl im Januar ein ihr aus internen Kreisen zugespieltes Dokument veröffentlicht, das darauf hindeutete, dass die bayerische Bundestrojanerversion schon im Dezember letzten Jahres eingesetzt wurde, obwohl der bayerische Landtag das erst im Januar diesen Jahres erlaubte. (Unter anderem um Skype-Gespräche zu überwachen, was laut Herrn Ziercke ja absolut unmöglich ist.)
Nach knapp neun Monaten hat sich die CSU jetzt entschlossen etwas wegen dieser Anschuldigungen zu tun… und hat wohl Hausdurchsuchungen bei Mitgliedern der Piratenpartei angestellt um herauszufinden, wer dieser das Dokument zugespielt hat.
Sollte das in dieser Form stimmen, dann ist das (eigentlich) nicht weniger als ein Skandal und sollte auch von den Medien deutlich aufgegriffen werden. (Cicero, anybody?) Gerade im Zuge des BKA-Gesetzes ist es wichtig solche “Einzelfälle” nicht zu übersehen, sondern deutlich anzusprechen und den zuständigen Politikern unbequeme Fragen zu stellen. In der Form wie es jetzt da steht sieht es nämlich schlicht so aus, als wenn die CSU gerade versucht einen ungesetzlichen Überwachungseinsatz jetzt mit voller staatlicher Härte zu kaschieren.
Na dann, Herr Beckstein, wir warten auf Erklärungen.
Nachtrag: Martin merkt in den Kommentaren an:
[I]ch glaube nicht, dass da ein “Bundestrojaner” bzw. “Bayerntrojaner” zum Einsatz gekommen ist. Soweit ich es verstehen, ist es ein Fall von Telekommunikationsüberwachung, früher, in analogen Zeiten, auch “Abhören” genannt. Weil man Skype wahrscheinlich nicht abhören kann, mussten die bayrischen Strafverfolgungsbehörden anders vorgehen. [...] Wie aus dem Dokument hervorgeht, wollten sie “auf dem Rechner des Betroffenen” eine spezielle Software installieren. Eine Software-Wanze, um die Verschlüsselung von Skype usw. zu umgehen. Das geht klassischerweise per Einbruch und genau das ist in Bayern seit neuestem erlaubt.
Verfasst von Björn um 19:01 Uhr in der Kategorie Innenpolitik, Steckenpferde der Autoren (Trackback)
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