CERNiges Unbehagen

Die letzte Stimme, die man hört, bevor die Welt untergeht, wird die eines Experten sein, der sagt: Das ist technisch völlig unmöglich!

(Peter Ustinov)

Zum Glück gilt der Umkehrschluss nicht…

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56 Kommentare zu “CERNiges Unbehagen”

  1. F.Alfonzo
    12.09.2008 | 3:43

    Also ich bin ja bei Gott alles andere als ein Physikexperte, aber es scheint mir doch recht unwahrscheinlich, dass Menschen mit so einem geringen Energieaufwand ein stabiles schwarzes Loch erzeugen können…
    …vielleicht liegt es ja an meinem dilletantischen Verständnis von Physik, aber würde das Ganze nicht so etwas wie die Erschaffung eines Perpetuum Mobile bedeuten? Kann mich täuschen, aber soweit ich informiert bin, kann Energie sich nicht selbst generieren…

    Auf der anderen Seite: Hat dieser Apokalyptiker (Name gerade entfallen) zufällig vor kurzem ein Buch veröffentlicht? Würde mich nicht wundern, als Promotion dient ein Weltuntergangsszenario allemal (die Medienpräsenz beweist das); und die Tatsache, dass man sich erwiesenermaßen zum Volltrottel gemacht hat, ist dann wohl schnell vergessen…

  2. Spruance
    12.09.2008 | 5:56

    @F.Alfonzo: Stimmt, wenn irgendsoein Zausel durch die Medien gereicht wird, liegt die Vermutung nahe, daß er/sie/es gerade eine neue Platte aufgenommen hat oder ein Buch hat schreiben lassen. Eigentlich ein zuverlässiger Indikator!

  3. Freie Radikale
    12.09.2008 | 9:24

    Ich weiß gar nicht, was mir mehr Sorge bereitet – der überhebliche Stil, mit dem die Protagonisten auf Kritik reagieren oder die schwammigen Beschwichtigungen selbst. Viele der Aussagen der CERN-Lobbyisten belegen eigentlich nur, dass sie nichts wissen.

    Im Kern ist ihr Argument, dass kein Grund Sorge bestehe, da solche chaotischen Zustände wie sie im Teilchenbeschleuniger erzeugt werden sollen, ständig in der oberen Erdatmosphäre durch kosmische Strahlung auftreten. Nun bin ich auch kein Physiker, aber ich vermute, dass 100 Meter unter der Erde eine andere Massendichte anzutreffen ist als in der Stratosphäre.

  4. 12.09.2008 | 11:10

    Der apokalyptische Herr Zausel ist Biochemiker und hat Medizin studiert, wie der gute Zettel gestern schon vermeldet hat. Sein Wissen über Teilchenphysik hat er sich aus irgendwelchen Quellen angelesen und ist ansonsten eine reichlich merkwürdige Figur.

    Darüber hinaus hat das CERN mehrere Argumente, unter anderem jenes, dass Herr Zausel die Relativitätstheorie, die er für seine Endzeitsvisionen bemüht, nicht richtig verstanden habe.

  5. max
    12.09.2008 | 11:25

    Natürlich werden schwarze Löcher bei diesem Experiment kreiert, jedoch sehr sehr sehr winzig und sehr sehr instabil, d.h. sie können sich nicht aufrechterhalten. Allerdings würde ich mir weniger um die Energien eine Sorge machen, als das irgendein techniker geschlampt hat… Denn das Projekt war ganz schön teuer :)

  6. Freie Radikale
    12.09.2008 | 12:38

    @StitchJones

    Kritiker als fanatische Geisteskranke zu verunglimpfen und ihnen die Kompetenz abzusprechen, ist genau der arrogante Stil, der mir Unbehagen bereitet. Warum liefert keiner schlüssige Argumente, die nicht mit „Papperlapapp“ beginnen und mit „wahrscheinlich“ enden?

    Was die Relativitätstheorie betrifft, die kann weder von Seiten der Skeptiker, noch von Seiten der „Mad Scientists“ für ihre Zwecke zitiert werden. Die verliert in diesem Versuchsaufbau schlicht ihre Relation.

  7. R.A.
    12.09.2008 | 12:46

    @FreieRadikale:

    Kritiker als fanatische Geisteskranke zu verunglimpfen

    Das hat keiner getan.
    Die “schlimmste” Formulierung war “reichlich merkwürdige Figur” – und das ist angemessen und erlaubt.

    und ihnen die Kompetenz abzusprechen

    Wenn keine Kompetenz da ist, kann man die auch nicht absprechen.

    Warum liefert keiner schlüssige Argumente

    Das geht nur, wenn überhaupt eine halbwegs fundierte Behauptung aufgestellt wird, wo man dann mit Argumenten die Ausgangsbasis oder die Schlußfolgerungen widerlegen kann.

    Wenn jemand nur unsortierten Müll erzählt, gibt es gar keine Ansatzpunkte für Argumente.

  8. 12.09.2008 | 13:17

    Ach Gottchen, es gibt doch genügend Stellungnahmen von echten Teilchenphysikern zu den Verlautbarungen des Mediziners. Siehe hier, hier, hier oder hier.

  9. Freie Radikale
    12.09.2008 | 13:29

    @RA

    Wenn jemand nur unsortierten Müll erzählt, gibt es gar keine Ansatzpunkte für Argumente.

    Wen meinst Du?

    Das geht nur, wenn überhaupt eine halbwegs fundierte Behauptung aufgestellt wird […]

    Eine These habe ich weiter oben aufgestellt: Ereignisse in der Stratosphäre können nicht als Beleg dienen für Vorhersagen in einem viel massendichteren Umfeld, 100 Meter in der Tiefe.

    Deine selbstgefälligen „Argumente“ schenk ich Dir.

  10. F.Alfonzo
    12.09.2008 | 14:03

    @ Freie Radikale:

    Soweit ich informiert bin, ist der Versuchsaufbau so gestaltet, dass die Teilchen in einem Vakuum bei einer Temperatur unterhalb des absoluten Nullpunkts (also kälter als das Weltall) extrem starken Magneten ausgesetzt werden; der marginal geringere Umgebungsdruck in 100m Tiefe erscheint in diesem extremen Umfeld eher vernachlässigbar (bzw. wurde gezielt ausgeschaltet)…

  11. 12.09.2008 | 14:08

    dass die Teilchen in einem Vakuum bei einer Temperatur unterhalb des absoluten Nullpunkts (also kälter als das Weltall) extrem starken Magneten ausgesetzt werden;

    Und dann reiten sie auf schwarzen Schimmeln durch das Land der eckigen Kreise, kichernd wie fünfzigjährige Teenager? ;-)

  12. Michel
    12.09.2008 | 14:10

    @ Freie Radikale: Selbstgefällig ist es bei so einfachen Überlegungen wie den deinen stehenzubleiben. Dass in der Stratosphäre eine andere Dichte an Atomen vorherrscht hat keinen Effekt weil der LHC-Strahl nicht auf Materie trifft, sondern auf einen gegenläufigen Strahl. Die Kollisionen der Höhenstrahlung trifft in erster Linie auf Atomkerne (aber nicht nur) diese findet also in einer massendichteren Umgebung statt. Selbst wenn an deiner Überlegung irgendetwas dran wäre, kosmische Strahlung trifft auch auf weiße Zwerge und Neutronensterne, wäre an den hohen Energien irgendetwas gefährlich würde es es die auch nicht mehr geben.

  13. Michel
    12.09.2008 | 14:13

    @ F.Alfonzo: Die Magneten werden auf 2 K gekühlt um die Supraleitung aufrecht zu erhalten. Eine Temperatur unterhalb des Absoluten Nullpunktes ist natürlich nicht möglich.

  14. F.Alfonzo
    12.09.2008 | 14:24

    @ Michel: Für mein dilletantisches Verständnis von Physik hab ich mich ja im Eingangsbeitrag schon entschuldigt; ich gebe hier nur das wider, was im Höhlenmanngehirn hängen geblieben ist, hehe…

    => *Ausklink aus der Diskussion, denn wer keine Ahnung hat, kann auch gerne mal die Schnauze halten* :-)

  15. Dangerous Beans
    12.09.2008 | 15:12

    Ja, da kann schon mal was Unvorhergesehenes passieren bei diesen physikalischen Experimenten. Murphy’s Law folgend wird sich vielleicht doch mal ein schwarzes Loch als stabil erweisen.
    Doch soll man solche Experimente (ich meinne jetzt eher weniger dieses CERN, sondern Experimente mit sog. biologischen Waffen oder im Bereich der Nanotechnologie) verbieten?
    Natürlich nicht, dennoch sollte die Menschheit schon mal nach Alternativplaneten Ausschau halten. Die Menschen werden die Erde sehr wahrscheinlich innerhalb der nächsten tausend Jahre irgendwie kaputt kriegen.
    Und für die Liberalen hier: Ja, am besten alles mit privater Raumfahrt.

  16. 12.09.2008 | 15:21

    @David:

    Und dann reiten sie auf schwarzen Schimmeln durch das Land der eckigen Kreise, kichernd wie fünfzigjährige Teenager?

    Yippie-yay-yoh.

    @DB:

    Natürlich nicht, dennoch sollte die Menschheit schon mal nach Alternativplaneten Ausschau halten. Die Menschen werden die Erde sehr wahrscheinlich innerhalb der nächsten tausend Jahre irgendwie kaputt kriegen.

    Das müssen wir nichtmal selber machen: Pandemie, Supervulkane, Asteroid, da könnte soviel passieren. Weltraumexploration ist meiner Ansicht nach für die Menschheit in jedem Fall überlebenswichtig (überzeugt davon hat mich mein persönlicher Hero of Science). Schade nur, dass Weltraumforschung generell als sinnlose Verschwendung von Steuergeldern angesehen wird. (Gut, das Problem hat der LHC ja auch.)

  17. 12.09.2008 | 16:40

    @Björn:

    Ich würde nicht behaupten, dass es sinnlose Verschwendung von Steuergeldern ist. Dennoch kannst du davon ausgehen, dass diese Investitionen nicht den Markttest bestehen, d.h. soweit geführt werden bis die zusätzlichen Kosten der Forschung den zusätzlichen Nutzen weiterer Ausgaben entsprechen. Insofern hab ich zwar keine Angst vor schwarzen Löchern, bin aber skeptisch, dass die Steuermittel in dieser Verwendung tatsächlich unser aller Nutzen maximieren helfen.

    Kleiner Tipp für unsere Hobbyphysiker. Der tschechische Teilchenphysiker Lubos Motl schreibt auf seinem Blog The Reference Frame regelmäßig sehr amüsant über selbsternannte Spezialisten u.a. auch im Kontext LHC.

  18. 12.09.2008 | 16:47

    bis die zusätzlichen Kosten der Forschung den zusätzlichen Nutzen weiterer Ausgaben entsprechen.

    Wie ermittelt man letztere?

  19. 12.09.2008 | 18:25

    Ich weiß nicht, was ich von dieser Anlage halten soll. Mir machen die unprofessionellen Beschwichtigungen schon ein wenig Angst. Mein Hauptproblem ist, dass die Faktenlage ziemlich dünn zu sein scheint. Wenn ich dann noch höre, dass ein Schwarzes Loch – welcher Art auch immer – mit ziemlicher Sicherheit entstehen würde, dann verlangt es mich doch nach einhundertprozentiger Sicherheit, dass nicht geschehen wird. Beweisen können sie das aber nicht, die Herren Forscher. Sie vermuten es und sind sich ziemlich sicher. Mir ist ziemlich sicher aber nicht sicher genug und stehe da voll auf der Seite von Peter Ustinov, jedenfalls wenn es um den ganzen Planeten geht.

    Wie viele technische Konstruktionen konnten schon nicht fehlgehen, wieviele wissenschaftliche Erkenntnisse galten als gesichert? Die Erde war eine Scheibe, ein Mensch würde niemals fliegen können, die Titanic könne angeblich nicht sinken und es soll sogar Leute gegeben haben – auch intelligente Leute – die wirklich an den Endsieg geglaubt haben.

    Soweit ich es überblicken kann ist es sicher das nichts geschieht, wenn das Experiment nicht vollständig gestartet wird. Dann erfahren die Herren Forscher zwar nicht was da vor sich geht, aber ich bin überzeugt das es auch noch andere Forschungsgebiete gibt auf denen man Fortschritte machen könnte. Dazu muss man nicht mit Schwarzen Löchern herumexperimentieren.

  20. Marc
    12.09.2008 | 18:29

    Wenn wir alle – alle – in einem Schwarzen Loch verschwinden ist das doch kein Problem.

  21. 12.09.2008 | 18:29

    Sollte die Erde verschluckt werden, ist hinterher keiner mehr zum Klagen da, also mache ich mir wenig Sorgen. Weh tun wird’s bestimmt auch nicht.

  22. 12.09.2008 | 18:31

    Da hat wohl einer dasselbe gedacht wie ich und zur selben Zeit. Somit muß ich Recht haben.

  23. 12.09.2008 | 18:34

    Ich bin da nicht ganz auf dem Laufenden, aber die Knete, die in dieses Projekt geflossen ist, erwartet sicher auch irgeneinen Rückfluss. So ganz die reine Neugier wird nicht dahinter stecken.

    Allerdings hat mich neulich ein Interview mit “Zausel” doch sehr beruhigt. Ich kann zwar mangels Physik-Kenntnissen nichts über die Glaubwürdigkeit seiner These sagen, aber damit, dass er dann, auf Überlebensmöglichkeiten im Fall seines worst case angesprochen, anfing, von Raumschiffen und Raumstationen zu reden, mit Hilfe derer ein Teil der Menschheit sein Überleben vielleicht sichern könne, hat er mich doch einen großen Gefallen getan.

    Man mag ja von Björns These halten, was man will (ich übrigens nicht so viel – ich glaube, wir sind als Spezies zu eng mit dem Schicksal dieses Planeten verbunden), aber wenn es so schnell geht, wie Zausel sagt, ist bis zur endgültigen Vernichtung der erste Investitionsantrag erst auf der dritten Stufe von unten bei der NASA angekommen…

  24. 12.09.2008 | 18:35

    “hat er mir doch” – ich rede nicht wie Erkan und Stefan, aber ich editiere wie sie…

  25. Michel
    12.09.2008 | 18:36

    @ SteffenH: Mann muss dass wohl mehr als Konsum verstehen, denn als Investition. Das Wissen was die Welt zusammenhält wird eine Wertschätzung an sich entgegengebracht. Die Anwendungen die vielleicht mir bei herausspringen sind m.E. nicht ausschlag gebend. Natürlich wäre mir es lieber, wenn solche Einrichtungen nicht durch abgepresste Gelder finanziert werden würden.

    @Die Stimme: “Wenn ich dann noch höre, dass ein Schwarzes Loch – welcher Art auch immer – mit ziemlicher Sicherheit entstehen würde”

    Wo hast du den den Schwachsinn her?

  26. 12.09.2008 | 18:39

    In Bezug auf die Menschen unter uns die sich nicht zu einer Religion bekennen mag das richtig sein. Der Rest denkt über die Schöpfung wohl anders.

    Und ob es nicht weh tut weiß man nicht. Warum sollte es schmerzlos sein? Harmlosere Dinge tun schon ziemlich fies weh. Wer schon einmal richtig seekrank war (Stufe 3) weiß genau wie es sich anfühlt, so als ob man von seinem Körper gelöst wird. Das ist sehr, sehr unangenehm. Alleine das rechtfertigt die Abschaltung der Anlage.

    Die drei Stufen der Seekrankheit:
    1. Stufe: Man hat Angst man könnte daran sterben.
    2. Stufe: Man denkt man müsste jetzt sterben.
    3. Stufe: Man wünscht sich nichts sehnlicher als endlich zu sterben. ;-)

  27. 12.09.2008 | 18:39

    Ich würde nicht behaupten, dass es sinnlose Verschwendung von Steuergeldern ist. Dennoch kannst du davon ausgehen, dass diese Investitionen nicht den Markttest bestehen, d.h. soweit geführt werden bis die zusätzlichen Kosten der Forschung den zusätzlichen Nutzen weiterer Ausgaben entsprechen.

    Solange die private Raumfahrt aber noch keine Alternative darstellt, staatliche geförderte Projekte fast nirgendwo den Markttest bestehen würden und ich trotzdem Steuern bezahlen muss, ist es mir trotzdem lieber wenn meine Steuergelder in die Raumfahrtforschung einfließen als in… beispielsweise… den Kauf von nicht ausgereiften Kampfflugzeugen.

  28. 12.09.2008 | 18:41

    Das mit dem schwarzen Loch hat ein Forscher des CERN im ZDF behauptet. Allerdings seien diese Dinger instabil.

    Na herzlichen Dank.

  29. 12.09.2008 | 18:46

    @ Rayson:

    Da ging es uns ähnlich. Als er von Raumschiffen und Raumstationen anfing lehnte ich mich wieder zurück und entspannte mich. Zum Glück nur ein Irrer, aber bis zu dieser Passage war er echt gut. Fast so übereugend wie Dr. Postel.

  30. 12.09.2008 | 18:48

    Das mit dem schwarzen Loch hat ein Forscher des CERN im ZDF behauptet. Allerdings seien diese Dinger instabil.

    Na herzlichen Dank.

    Der hat garantiert nicht gesagt dass schwarze Löcher entstehen werden, der wird gesagt haben, dass schwarze Löcher entstehen können. Und zwar nur wenn sich die String-Theorie als korrekt herausstellt.

    Und wieso bekommen nur die schwarzen Löcher die ganze gute Presse, während die Strangelets, die uns auch alle umbringen könnten, ignoriert werden. Das ist doch unfairer Elitismus!

  31. 12.09.2008 | 18:53

    Richtig, auf die hat Llarian schon vor Zeiten hingewiesen, hat aber hier aber keinen so recht interessiert, war nicht so hipp.

  32. 12.09.2008 | 19:04

    Nein, Björn. Der hat wirklich gesagt das sie entstehen aber gleich wieder zerfallen. Der hat ganz sicher nicht vielleicht gesagt. Er meinte die seien instabil. Da bin ich mir so sicher, weil ich ab diesem Interview überhaupt erst anfing mich dafür zu interessieren.

  33. 12.09.2008 | 19:12

    Mein laienhafter Informationsstand:

    Es kann sein (muss aber nicht), dass sich Teilchen bilden, die man als “Mini-Schwarze-Löcher” bezeichnen könnte. Wenn sie sich bilden, werden sie aber höchstwahrscheinlich kurz darauf wegen einer Umgebungsstrahlung, deren Existenz das erste Mal von Hawking vorausgesagt wurde, zerfallen.

    Und das Ganze wird, wie schon gesagt, eh in der freien Natur ständig durchexerziert, wo man es aber nur nicht so gut beobachten kann.

  34. 12.09.2008 | 19:15

    Das mit der freien Natur habe ich auch schon gehört, aber bislang nicht so gut vermittelt bekommen. Jetzt bleibt nur noch die Frage wie wichtig Hawkings Strahlung bei der Sache ist und was eigentlich ist, wenn Hawking falsch liegt.

  35. Michel
    12.09.2008 | 19:20

    @ Die Stimme: Wenn der das so gesagt hat, muss er versucht haben, seine eigene Aufassung als Konsens darzustellen. Nach dem Standardmodell können keine schwarzen Löcher entstehen. Die Disskusion ob oder nicht ist sowieso unerheblich die kosmische Strahlung zeigt uns, dass sollten welche entstehen, sie harmlos sind.

  36. Freie Radikale
    12.09.2008 | 19:37

    @Michel

    Dass in der Stratosphäre eine andere Dichte an Atomen vorherrscht hat keinen Effekt weil der LHC-Strahl nicht auf Materie trifft, sondern auf einen gegenläufigen Strahl. Die Kollisionen der Höhenstrahlung trifft in erster Linie auf Atomkerne (aber nicht nur) diese findet also in einer massendichteren Umgebung statt.

    Du müsstest Dich dann schon entscheiden, ob das Argument mit der kosmische Strahlung zieht oder nicht. Es ist im Übrigen ja nicht mein Argument, sondern das der Wissenschaftler. Und noch einmal, ob das Ganze an der Oberfläche oder im Inneren eines Körpers stattfindet, mag Dir ja gleichgültig sein, dem potenziellen Schwarzen Loch möglicherweise aber nicht.

  37. 12.09.2008 | 20:40

    Das mit der freien Natur habe ich auch schon gehört, aber bislang nicht so gut vermittelt bekommen. Jetzt bleibt nur noch die Frage wie wichtig Hawkings Strahlung bei der Sache ist und was eigentlich ist, wenn Hawking falsch liegt.

    Wie Rayson und andere schon sagten: Ob tatsächlich schwarze Löcher entstehen können, ist umstritten und rein hypothetisch. Sprich: Die Frage “was ist wenn Hawking falsch liegt”, stellt sich erst dann wenn die Frage “können tatsächlich Miniatur Schwarze Löcher entstehen” mit ja beantwortet wurde. Das ist die hypothetische Lösung eines noch rein hypothetischen Problems.

  38. Freie Radikale
    12.09.2008 | 21:52

    Bis zu welcher Wahrscheinlichkeit wärst du denn bereit, die Welt zu riskieren? 1 zu 1.000.000, 1 zu 1.000, 1 zu 10? Die Frage ist nicht polemisch gemeint, sondern tatsächlich naiv.

  39. Michel
    12.09.2008 | 22:25

    @ Freie Radikale: Natürlich zieht das Argument, deshalb ist die Wahrscheinlichkeit gleich NULL.

  40. 12.09.2008 | 22:32

    Das ist aber mal eine steile These. Selbst die Wahrscheinlichkeit, daß Killergiraffen auf mutierten Seepferdchen heranreiten und die Metropolen des Planeten in McDonalds-Filialen verwandeln, hätte ich höher eingeschätzt.

    Im Übrigen frage ich mich echt, was mit den ganzen Angsthasen hier los ist. Anstatt die seltene Spannung einfach richtig zu genießen regen sie sich auf.

  41. 12.09.2008 | 22:46

    @Freie Radikale

    Keine Ahnung. Angesichts der Tatsache, dass die Zukunft per se unsicher ist, riskieren wir die Welt wohl tatsächlich jeden Tag mit einer quantifizierbaren Wahrscheinlichkeit. Wie du dein Leben, wenn du Auto fährst. No risk, no fun, baby.

  42. 12.09.2008 | 22:47

    Und ja, ich bin ein Fan von Scotty Nguyen ;-)

  43. Michel
    12.09.2008 | 22:53

    @ David: Auch diese Wahrscheinlichkeit ist Null, da McDonalds-Filialen per Definition ein Franchisevertrag aufweisen müssen.

  44. Freie Radikale
    12.09.2008 | 23:29

    @Rayson

    Bei „No risk, no fun, baby“ in unserem Zusammenhang hört bei mir der Spaß auf. Sorry! Ich nehme Dir den Spruch hier auch nicht ab.

    Apropos Risiko: Ich setze einen Fünfziger darauf, dass das Experiment nicht gestartet wird.

  45. 13.09.2008 | 19:41

    Bitte nicht. Warum sollten wir nicht die Möglichkeit bekommen ein Schwarzes Loch zu kreieren und unser Sonnensystem zu vernichten? Wichtig ist nur vorher noch eine Flaschenpost aufzugeben, die dem klügeren Rest des Universums mitteilt was wir versucht haben.

    Vielleicht kommt sie ja rechtzeitig an.

    Leider habe ich noch immer nicht begriffen worin der Nutzen dieses Experimentes eigentlich liegt. Ich meine so ganz praktisch. Können wir vielleicht irgendwann bessere Computer bauen? Mir ein neues Gehirn einpflanzen? Müssen wir nicht mehr sterben? Wird wenigsten das Welternährungsproblem dadurch gelöst? Bitte was bringen uns eigentlich diese Erkenntnisse? Das ist eine durchaus ernstgemeinte Frage. Ich verbinde mit dieser Art von Wissenschaft eigentlich nur irgendwelche komischen Typen, die sich ständig neue Theorien über irgendwelche Strahlungen ausdenken, aber nicht in der Lage sind ihr Hemd zu bügeln.

  46. 13.09.2008 | 19:52

    Ganz gleich wie wünschenswert sie sein mögen, so unmittelbar ist wohl keine der genannten Entwicklungen im Vorhinein planbar. Es geht zunächst einfach um die Vergrößerung des menschlichen Wissens. Ärgerlich zwar für die, die schon genug wissen und dennoch vom schwarzen Loch mitgefressen werden, aber…

    Welchen praktischen Nutzen solche eventuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse dann vielleicht doch haben, weiß man oft erst im Nachhinein. Das ist der Hauptunterschied zwischen dem richtigen Leben und Sid Meier’s “Civilization”.

  47. 13.09.2008 | 19:58

    @Michel: touché…

  48. 13.09.2008 | 20:07

    @Freie Radikale:

    Mach Dir einfach mal keine Sorgen um die sechs, sieben Milliarden Mitmenschen und den wunderschönen Himalaya, und betrachte zuallererst Dein persönliches Risiko. Was geschehen könnte beschränkt sich für Dich doch offenbar auf äußerst sozialverträgliches (keiner wird mehr trauern) und voraussichtlich schmerzfreies Ableben. Und die Wahrscheinlichkeit dafür dürfte nun wirklich so niederig sein, daß jemand, der Flugverkehr im Luftraum über sich duldet oder, wie von Rayson angesprochen, Auto fährt, schon so gefährlich lebt, daß sie nicht mehr ins Gewicht fällt.

  49. 13.09.2008 | 20:08

    @Michel:

    @ David: Auch diese Wahrscheinlichkeit ist Null, da McDonalds-Filialen per Definition ein Franchisevertrag aufweisen müssen.

    Das ist nur eine Hypothese die bisher nicht falsifiziert wurde. Das macht sie hochgradig wahrscheinlich, aber nicht unumstößlich.

  50. 13.09.2008 | 20:08

    Schade. In Bezug auf mein Gehirn hatten wir uns wahrscheinlich alle Fortschritte erhofft. :-)

  51. 13.09.2008 | 20:12

    Quatsch, ich toleriere alle Hirne! ;-)

  52. Freie Radikale
    13.09.2008 | 23:42

    @The Voice

    Leider habe ich noch immer nicht begriffen worin der Nutzen dieses Experimentes eigentlich liegt

    Eine mögliche Anwendung, die mir einfällt, wären schwerkraftresistente Machinen, fliegende Untertassen.

    @David

    Ärgerlich zwar für die, die schon genug wissen und dennoch vom schwarzen Loch mitgefressen werden

    Es keineswegs so, dass eine Ablehnung des Projekts per se auf mangelndes Interesse zurückzuführen ist. Jedenfalls kann ich das von mir behaupten. Es ist nur so, dass ich es ambivalent beurteile und nicht blind den Akteuren vertraue, wie es hier Viele fast reflexartig tuen. Bei den Summen, um die es hier geht, ist ein Zweifel an der objektiven Beurteilung des Gefahrenpotenzials durchaus angebracht. Mich interessieren Erkenntnisse, z.B. über das Higgs-Teilchen durchaus sehr. Ich kann aber auch noch gut einige Jahre ohne dem leben. So lange zumindest, bis die Wissenschaftler mehr liefern können, als die Berechnungen eines Physikers – auch wenn er Hawking heißt und zweifelsfrei eine Institution darstellt.

    Noch ein Off-Topic:

    Mach Dir einfach mal keine Sorgen um die sechs, sieben Milliarden Mitmenschen und den wunderschönen Himalaya, und betrachte zuallererst Dein persönliches Risiko

    Diese Frage beschäftigt mit schon einige Zeit. Oft auch dann, wenn ich hier mitlese. Bedeutet „liberal“ nicht zwangsläufig Verantwortung für seine Umwelt zu übernehmen? Ich würde es jedenfalls so definieren. Aufklärung erwünscht!

  53. 14.09.2008 | 0:21

    Liberal und zwangsläufig, das geht schon mal gar nicht zusammen…

  54. 15.09.2008 | 13:18

    @Rayson:

    Nicht gesehen, dass du mich (indirekt) angesprochen hattest:

    Man mag ja von Björns These halten, was man will (ich übrigens nicht so viel – ich glaube, wir sind als Spezies zu eng mit dem Schicksal dieses Planeten verbunden)

    Ich sehe das so: Wir haben uns von unserer gemütlichen Küsten und Steppen Afrikas verlassen, wir haben die zugefrorene Beringstraße genutzt um unseren Eurasfrikanischen Großkontinent zu verlassen, wir haben den Weg angetreten die Westpassage nach Indien zu finden, wir haben Städte und Stationen gebaut an Orten an denen Gott Warnungslligatoren hinterlassen hat um uns zu sagen “kein Siedlungsgebiet” (Florida… wobei auch Wüstenregionen, Alaska, der Nordpol, etc. zählen), wir haben Menschen auf den Mond gebracht und Roboter auf den Mars, seit 22 Jahren leben kontinuierlich Menschen auf einer Raumstation (der bloße Fakt, dass ein Großteil der Bevölkerung davon nicht in Erstaunen versetzt wird erstaunt mich)…

    Ich glaube, wir sind als Einzelpersonen vielleicht eng an unsere derzeitige Heimat gebunden, aber als Spezies neigen wir dazu uns auszubreiten, das Unbekannte zu erforschen und zu erschließen (wenn nicht aus Interesse, dann aus Notwendigkeit [i.e.: Überbevölkerung]). Das ist auch der Grund warum ich fast sicher bin, dass früher oder später Siedlungen auf dem Mars entstehen werden oder andere Raumstationen. Vielleicht im Zuge der kommerziellen Raumfahrt als erster Schritt dahin, dass der Mensch als Spezies anfängt seine Gebundenheit an die Erde in Frage zu stellen. (Und wer weiß wohin die Reise von dort geht: Die Idee, dass man die Lichtgeschwindigkeit nicht überschreiten könne, wird ja inzwischen auch von Theoretikern in Frage gestellt, zum Beispiel weil die Lichtgeschwindigkeitsgrenze nur für “Masse”, nicht aber für “Raum” gelte, denn man FTL transportieren könnte.)

    Die Idee, dass wir uns wirklich komplett auf der Erde einigeln und jeden Versuch weiter in den Weltraum vorzudringen einstellen würden, erschreckt mich hingegen. Kulturen/Clans die so handeln sind auf der Erde fast immer stagniert und früher oder später ausgestorben oder durch einen Kulturschock zur Anpassung gezwungen worden (vgl. Japan als Commodore Perry auftauchte). Aber, wie gesagt, ich denke schon, dass das Streben der Menschheit in die Ferne das Gefühl der Erdverbundenheit überwinden wird. Aber da haben wir vermutlich schlicht unterschiedliche Menschenbilder.

  55. 15.09.2008 | 13:26

    Aber da haben wir vermutlich schlicht unterschiedliche Menschenbilder.

    Ach, so groß würde ich das gar nicht aufhängen. Das Streben ist ja menschlich und wird immer weiter gehen, aber der Mensch selbst entwickelt sich nicht im Tempo seiner Entdeckungen mit, wenn er sich denn überhaupt noch entwickelt.

  56. 15.09.2008 | 13:35

    Darf ich dir noch einen Lesetipp mit auf den Weg geben?

    Pale Blue Dot von dem bereits von mir erwähnten Carl Sagan. Die Wissenschaft darin ist ein bisschen veraltet (Sagan ist seit 12 Jahren tot) und dem ein oder anderen hier dürfte Sagan schlicht zu “grün” und zu “sozialdemokratisch” sein, aber ich finde seinen optimistischen Humanismus, seinen technologischen Positivismus (wobei er Gefahren und Chancen sieht), seine Fähigkeit mit Worten ein “sense of wonder” für unser Universum zu erschaffen und seine unaufgeregte Art seine Sichtweise vorzubringen ungemein erfrischend. Neben meinem Weltbild hat Dr. Sagan auch mein Verständnis von Diskursethik stark geprägt. (<a href=”Hörprobe aus dem Audiobook.)

    Alternativ sind auch die wissenschaftlichen Parts im ersten Teil von überraschend interessant und gut geschrieben und führen Argumente in eine ähnliche Richtung.

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