Die Studie aus Chemnitz (II)

In den ersten Abschnitten der Studie weisen die Autoren darauf hin, dass die Ziele der Sozialhilfe und des ALG-II-Bezugs nicht präzise definiert sind und wahrscheinlich auch nicht präzise definiert werden können. Aus der wenig präzisen Formulierung der Ziele leiten die Autoren die Notwendigkeit ab, eine Minimum- und eine Maximumvariante der sozialen Mindestsicherung zu untersuchen.

Die Maximumvariante (Obergrenze) wird aus den Ausgaben nicht sozialhilfeberechtigter Bürger der unteren Einkommensklasse (der untersten 20% der nach ihrem Nettoeinkommen geschichteten Haushalte) abgeleitet. Dieser Vergleichsgruppe gehört auch das Ehepaar aus meinem ersten Beitrag an. Mit dem Regelsatz von 331 Euro konnten ALG-II-Empfänger im Schnitt knapp 70% der Ausgaben der Vergleichsgruppe tätigen.

Die Autoren schreiben zur Obergrenze: »Es ist nicht vorstellbar, dass die soziale Mindestsicherung über dem verfügbaren Einkommen eines größeren Teils der Bevölkerung liegen kann.« Die Kosten der sozialen Mindestsicherung in der Maximumvariante sehen die Autoren bei 278 Euro und somit unterhalb des Regelsatzes. Sie stellen damit den Regelsatz nicht in Frage.

Die Minimumvariante (Untergrenze) ist — in meinen Worten — an der Vermeidung blanker Not und gleichzeitig an den minimalen Ausgaben eines einzelnen ALG-II-Empfängers orientiert. Man kann die Frage nach der Untergrenze aber auch so interpretieren: Welcher Betrag bleibt einem ALG-II-Empfänger zur freien Verfügung, wenn er sich an den minimalen Grundbedürfnissen orientiert? Denn — und darauf muss man nach all dem Theaterdonner hinweisen — nirgendwo steht, dass die Chemnitzer Forscher den ALG-II-Empfängern den Rest wegnehmen wollen.

Bei der Diskussion der Untergrenze werden Widersprüche angesprochen, die auf der Hand liegen. Alkohol und Tabak sind ungesund, sie wirken also dem Ziel der Gesundheitsversorgung entgegen. Alkohol kann auch zu einem irrationalen Verhalten der ALG-II-Empfänger führen. Aber Alkohol- und Tabakkonsum gehören eben auch zu den gesellschaftlich üblichen Verhaltensweisen. Jedenfalls steht der Betrag, der für Alkohol und Tabak eingeplant wird, zur freien Disposition, denn niemand muss rauchen oder Alkohol trinken. Wer andere Ziele hat, wird darauf verzichten können.

Die Autoren der Studie haben also auf die Schwachpunkte der Definition allgemeiner Ziele hingewiesen. Sie haben eine Minimum- und eine Maximumvariante der Mindestsicherung definiert. Sie haben Warenkörbe für diese beiden Modelle aufgestellt und im Mai 2006 dazu die Preise ermittelt. In der Tabelle 4 sind die Ergebnisse zusammengefasst.

Am interessantesten scheint mir der Vergleich des Regelsatzes mit den Ausgaben der Vergleichsgruppe mit niedrigem Einkommen. Danach kann ein ALG-II-Empfänger im Vergleich 96% der Kosten für die Warengruppe »Lebensmittel, Tabak, Alkohol« und 89% der Kosten für die »Warengruppe Kleidung und Schuhe« ausgeben. Größere Abstriche muss er bei den Kosten für »Verkehrsmittel« (37%) und bei den Kosten für »Freizeit, Unterhaltung, Kultur« (42%) machen.

Bei der Aufstellung der Warengruppen für die Maximumvariante haben die Chemnitzer Forscher eine andere Wichtung zugrundegelegt: sie haben Kommunikation als sehr wichtig bewertet und dafür die Kosten für »Freizeit, Unterhaltung, Kultur« und »Gebrauchsgegenstände« reduziert. Das erscheint sinnvoll, weil es viele kostenlose Freizeitangebote für sozial Schwache gibt und weil man viele Gebrauchsgegenstände aus zweiter Hand kostengünstig oder kostenlos bekommen kann. Ein öffentlich finanzierter sozialer Dienst holt hier in Dresden beispielsweise gebrauchte Möbel ab, möbelt sie wieder auf und stellt sie Bedürftigen kostenlos zur Verfügung. Durch private Initiative werden viele andere Hilfeleistungen angeboten.

Insgesamt scheint mir der Regelsatz eine soziale Mindestsicherung zu gewährleisten und eine Erhöhung über die automatische Anpassung hinaus scheint nicht angemessen — vor allem, wenn ich an das Einkommen von Horst und Gisela aus jeweils 40 Stunden Arbeit denke. Die Studie ist kein Plädoyer für die Senkung des Regelsatzes. Aber sie liefert ein ganz klares Argument gegen die außerplanmäßige Erhöhung der Leistungen.

[wird fortgesetzt]

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44 Kommentare zu “Die Studie aus Chemnitz (II)”

  1. Marc
    8.09.2008 | 22:13

    Das Problem ist bei “Gebrauchsgegenständen”, dass diese Menschen eine andere Wahrnehmung haben. Die sagen sich: “Wenn es mir schon nicht so gut geht und ich mir nichts leisten kann, will ich wenigsten einen tollen Fernseher”. Und so finden wir dort absurderweise Plamafernseher.

    Insgesamt halte ich die ermittelte und publizierte Zahl aus der Studie für absurd niedrig. Ich hatte ALGII bekommen. Aber wenn ich irgendwo ein Vorstellungsgespräch hatte, musste ich als Dr.rer.nat. auflaufen, denn das ist nunmal mein Abschluss und ich habe mich auf entsprechende Stellen beworben. Da wird dann schon entsprechende Kleidung erwartet. Da reicht eine billige Kombination von C&A, aber auch für das gute Gefühl beim Gespräch sollte sie schon passen und nicht unbedingt Second Hand sein.

    Ach ja, und sauber sollte sie auch sein. Also benötigt man eine Waschmaschine. Ich glaube, das ist günstiger als ein Waschsalon. Überhaupt ist es sinnvoll gewaschen aufzutreten, man wird einfach ernster genommen.

    Ebenso wird vom Arbeitsamt erwartet, dass man sich bewirbt und die meisten Stellen findet man am preiswertesten im Internet. Die man dann online schickt oder schriftlich. Wozu man dann wieder Computer und Drucker braucht. Da mag ein Windows 95-fähiger Rechner reichen, aber wenn eine Komponente ausfällt, dann gibt es nur noch schwer Ersatz. Und immer auf Spenden hoffen?

    Dann gibt es Stellen, bei denen benötigt man ein Auto. (Das Gesetz sieht vor, dass man eines besitzen darf.) Zudem erhöht man seinen Bewerbungsradius. Also behält man seine Schüssel solange es geht, Reparaturen kann man villeicht bezahlen, aber ein neues?

    Und ganz polemisch: Die beiden Profs können das ja mal ein Jahr vorleben. Neue Kleider brauchen sie nicht und täglich waschen ist auch unnötig, sie haben ja als Beamten feste Stellen.

    Es gibt genügend Selbsttests mit dem ALGII-Satz auszukommen, und in der Regel waren alle froh, dass es vorbei war – und dass sie es nur packten, weil sie bestimmte Ausgaben aufschieben konnten.

  2. stefanolix
    8.09.2008 | 22:26

    Ich verstehe schon, was Du sagen willst, aber ich möchte trotzdem das Ehepaar aus meinem ersten Artikel zu seinem Recht kommen lassen: deren Waschmaschine ist laut dem Zeitungsbericht 18 Jahre alt und sie können 50 Euro im Monat zurücklegen. Sie haben durch Arbeit etwa 20 Euro mehr Netto-Einkommen am Tag als mit ALG-II und davon geht noch ein Teil für arbeitsbedingte Kosten drauf. Sie sind elend nah dran am ALG-II.

    Ich habe den Selbsttest vor drei Jahren mal gemacht und ich war natürlich auch froh, als es vorbei war. Aber eine ALG-II-Erhöhung würde den Kreis der Anspruchsberechtigten vergrößern, negative Anreize setzen und Milliarden kosten. Woher sollen die genommen werden?

    Über Alternativen würde ich im dritten Teil etwas schreiben.

    Ich finde es ehrlich gesagt etwas polemisch, wenn man den beiden Forschern unterstellt, sie sollten gefälligst ein Jahr so leben. Soll diese Forschung tabu sein, weil über die Verwendung sehr knapper Mittel und über Armut geforscht wird?

  3. Dirk
    8.09.2008 | 22:56

    Also ohne, dass ich dafür wäre AlgII zu senken: Zuwenig ist es nicht.

    Ich kenne Studenten, die kommen mit 150 Euro im Monat aus, ich selbst würde 200 benötigen. Dazu kommen dann noch die einmaligen Anschaffungskosten wie Waschmaschine, PC,…

    Wie man es aber auch rechnet, mit deutlich weniger als dem bisherigen Regelsatz kann man ein Leben führen. Ein- verglichen mit vorherigen Generationen- auch noch recht angenehmes. Das Geschrei, dass man von Hartz4 nicht leben könne, finde ich unverschämt.

  4. stefanolix
    8.09.2008 | 23:21

    Aber ich finde auch, wir sollten hier keine Vergleiche ziehen, die nun wirklich nicht passen. Studenten waren zu jeder Zeit ein Sonderfall: jung und intelligent, meist gut vernetzt, mit einem Ziel vor den Augen und fast immer mit einer temporären Beschäftigungsmöglichkeit in der Nähe. Es war für mich damals eine wunderbar freie und wirtschaftlich sorglose Zeit.

    Ein ALG-II-Empfänger hat extrem begrenzte Zuverdienstmöglichkeiten und wird extrem bürokratisch verwaltet. Davon möchte man als Student in seinen schlimmsten Träumen nichts sehen.

    So, und nun an dieser Stelle: Ich finde auch viele Arten der Kritik an ALG-II unverschämt — wenn man alle Arten der Unterstützung und Zuwendung insgesamt sieht. Aber der Vergleich mit Studenten ist nicht fair.

  5. 8.09.2008 | 23:36

    Mir ist noch ein kleines Problem bei dem Minimalsatz aufgefallen, der die Ernährung betrifft:
    Ausgegangen wird von einem Mann zu 1,70m und 70kg. Das entspricht weder der durchschnittlichen Körpergröße noch dem BMI-Quotient den der durchschnittliche Bürger durch die Gegend trägt.

    Und selbst wenn man einem Ideal entspricht: wenn man sich dann noch von den ganzen Werbekampagnen der Bundesregierung zur Volksgesundheit angestachelt fühlt kommt man trotzdem mit minimaler Energieaufnahme nicht weit. Also am besten klein, unsportlich und dünn. Da verbraucht man nicht so viel. Ist ja auch gut fürs CO2. :)

    @Dirk
    “Ich kenne Studenten, die kommen mit 150 Euro im Monat aus”

    Kenne ich anekdotisch keinen einzigen – und ich studier’ nicht Jura oder BWL. ;)

    Aber wenn auch – Studenten haben natürlich den Vorteil, dass sie bei vielen Sachen Ermäßigungen kriegen. Das fängt beim subventionierten Mensaessen an und endet bei kostenlosen oder subventionierten sozialen Events auf.

  6. Buenavista
    8.09.2008 | 23:47

    Ich kenn einen alten Griechen, der kam mit einer Tonne aus.

  7. 8.09.2008 | 23:51

    Ich kenn einen alten Griechen, der kam mit einer Tonne aus.

    Der Hund!

  8. Parker8
    8.09.2008 | 23:55

    Alkohol und Tabak sind ungesund, sie wirken also dem Ziel der Gesundheitsversorgung entgegen. Alkohol kann auch zu einem irrationalen Verhalten der ALG-II-Empfänger führen.

    Meinen Sie wirklich, das sei eine sinnvolle Erörterung, die Sie da anstellen?

  9. stefanolix
    8.09.2008 | 23:55

    @googlehupf: Stimmt, der Grundumsatz ist bei einem Vierzigjährigen mit 180cm Körperhöhe und 80kg Körpergewicht etwa 12% höher.

  10. stefanolix
    8.09.2008 | 23:58

    Das habe ich nicht erörtert: zumindest die erste Erwägung ist so in der Studie enthalten. Und was ist daran jetzt genau falsch?

  11. john j
    9.09.2008 | 0:23

    “…vor allem, wenn ich an das Einkommen von Klaus und Gisela aus jeweils 40 Stunden Arbeit denke.”

    Ich dachte der Klaus heisst Horst?

    Ansonsten: Es sollte schon ein deutlicher Unterschied zwischen dem Einkommen von Leuten wie Gisela und Horst und ALG II bestehen – statt an den ALG II Regelsaetzen zu feilen die ja sehr subjektiv bewertet werden, wuerde ich die Giselas und Horste entlasten – GKV umsonst(wie bei ALG II ja auch…), negative Besteuerung, etc.

  12. Parker8
    9.09.2008 | 0:30

    Das wirkt halt alles awfully patronizing. Ich glaube, das wollten Ihnen auch andere flüstern.

  13. 9.09.2008 | 0:52

    Das ist richtig. Grenzen von Sozialleistungen sind immer awfully patronizing.

  14. 9.09.2008 | 1:14

    @stefanolix
    Notiz ins Stalking-Heftchen: Stefanolix ist 1,80m und wiegt 80kg. ;)

    @Parker
    Die Sache ist wo fängt das “awfully patronizing” an wo hört es auf?

    Wobei ich zustimmen würde, dass bei den niedrigen diskutierten Zahlen mir auch sowas im Kopf rumschwirrt: keine Fehltritte, ganz kurze Leine.

  15. 9.09.2008 | 1:31

    Pah, Stalking-Heftchen! Ich bevorzuge den Ausdruck “Dossier”!

  16. der_gute_don
    9.09.2008 | 1:47

    Ach ja, und sauber sollte sie auch sein. Also benötigt man eine Waschmaschine.

    Wohnungseinrichtung (auch Waschmaschine) wird für einen ALGII Single mit ca. 1000 Euro bezuschusst. Unabhängig von der monatlichen Zahlung.

  17. stefanolix
    9.09.2008 | 7:15

    Nein, die Zahlen sind nicht schön zu lesen und ja, es ist eine ganz kurze Leine. Aber die Zahlen meines Vergleichs-Ehepaars und die Zahlen der Vergleichsgruppe aus der Studie sind auch nicht schön zu lesen. Und deren Leine ist nicht wesentlich länger.

    Ich sehe in meinem Artikel keine Bevormundung, denn die geringe Summe für Alkohol und Nikotin steht dem Leistungsempfänger ja zur Disposition. Dass er insgesamt so wenig Geld zur Disposition hat, ist traurig, aber meiner Meinung nach ist eine Erhöhung nicht möglich. Es sollten endlich bessere Zuverdienstmöglichkeiten gewährt werden, in den jetzigen Regelungen sehe ich eine viel schlimmere Bevormundung.

    Die Notizen im Dossier oder im Heftchen könnt Ihr wieder streichen;-) — Es ging mir um den fiktiven »deutschen Durchschnittsmann«, den man der Studie eigentlich zugrunde legen sollte.

  18. stefanolix
    9.09.2008 | 7:37

    @john: Ich musste Deinen Kommentar erst aus dem Spam fischen. Bei den Namen hast Du gut aufgepasst, das habe ich korrigiert;-)

    Über die Lösungen müssen wir später noch reden: man könnte Geringverdienern zur Krankenversicherung zum Beispiel einen Zuschuss zahlen, man könnte zumindest die Fahrkosten bis zu einer gewissen Grenze als negative Einkommenssteuer auszahlen oder man könnte auch noch andere Wege gehen. Aber dass es so nicht weitergeht, scheint mir offen auf der Hand zu liegen.

  19. Lina
    9.09.2008 | 8:11

    Aber eine ALG-II-Erhöhung würde den Kreis der Anspruchsberechtigten vergrößern, negative Anreize setzen und Milliarden kosten. Woher sollen die genommen werden?(stefanolix)

    Ja, woher nehmen. 10 Mio € kostet es den Steuerzahler, die EU-Parlamentarier zweimal im Jahr aus Brüssel zu einer Parlamentsitzung nach Strassbourg und zurück zu verfrachten; zugegeben: eine Bagatelle, finanziert aus dem EU-Haushalt und nicht aus dem deutschen Sozialetat. Im Etat der Bundesregierung liessen sich Schnäppchen dieser Art sicher zu einer Unsumme aufaddieren, die Überlegungen in Gang setzen könnten, den Regierenden das Ausgeben von Geld grundsätzlich zu verbieten, sie symbolisch auf ALG II zu setzen und ihnen jede Fähigkeit zum Verwalten öffentlicher Mittel rundweg abzusprechen.

    Seit mein Blick am vergangenen Sa auf die fette Headline der Bildzeitung fiel, der (am So und Mo) stefanolix’ redlicher Versuch folgte, einen Vergleich (mit den Niedriglöhnern Horst & Gisela) anzustrengen und die Wahrheit hinter der Studie zu ergründen, bin ich paralysiert. Wieder voll im Blick: der sog. Sozialschmarotzer. In Wahrheit ist er es, der unter Beschuss gerät, nicht der Geber.
    Wie vor wenigen Jahren, als der “Stern* zum Generalangriff blies, wird seine Ausstattung mit Staatsknete auch per “Selbstversuch” (u.a. von Leser und Neublogger DSadO…) einer Überprüfung auf finanzielle Tragbarkeit und moralische Haltbarkeit unterzogen, die zu Tage fördert, worum es bei aller (hier!) erkennbar bemühten Sachlichkeit geht: um Sozialneid, mal wieder andersherum.

    Der Blick fixiert sich wie automatisch auf “unten” und weniger nach “oben” zu demjenigen, der sich Sozialstaat nennt, sich mit Hilfe von Steuergeldern immens bereichert, um einen Teil nach “unten” weiterzureichen, anstatt seine Ausgabenseite nach Einsparmöglichkeiten zu durchforsten – oder gar, sich damit aufzuhalten, wie man die da “unten” nach “oben” bringt, anstatt sie (“awfully patronizing”) mehr oder weniger befriedigend still-, bzw. “an die Leine” zu legen.

  20. Lina
    9.09.2008 | 8:53

    @ David

    >Pah, Stalking-Heftchen! Ich bevorzuge den Ausdruck “Dossier”!<

    Ist hinlänglich bekannt. Pfui! (Meldung an Datenbeauftragten bereits erfolgt.)

  21. stefanolix
    9.09.2008 | 9:17

    @Lina: Das heißt (noch!) Datenschutzbeauftragter;-)

    Ich befasse mich nebenberuflich und neben anderen Pflichten mit der Studie, habe also nur begrenzt Zeit dafür. Ich werde irgendwann alle Teile straffen, ergänzen und zu einer PDF-Datei zusammenfassen.

    Ich zitierte es schon anderswo: Das Plakat einer Hilfsorganisation trägt die Aussage »Weniger ist leer«, illustriert mit einer fast leeren Reisschüssel. Unter unseren Verhältnissen ist im Minimalfall der Studie weniger auch »leer«.

    Die Studie öffnet mir die Augen für bisher eher erahnte bürokratische Vorgänge und Berechnungsverfahren. Der Zeitungsartikel über »Horst und Gisela« (zwei Tage vorher) hat mich aber trotzdem tiefer getroffen. Arbeit muss sich auch für sie lohnen und bereits bei ihnen müsste liberale Politik eigentlich schon ansetzen.

  22. Marc
    9.09.2008 | 9:44

    Damit ich nicht missverstanden werde: Ich sagte nicht, dass ALGII viel höher sein muss, ich halte 132-Euro-sind-genug für absurd.

    Problem an den ALGII-Sätzen ist, dass sie nur gut bei Singles funktionieren, sobald man bei Familien ankommt, ergibt sich schnell, dass Arbeiten scheinbar nicht lohnt.

    Aber man sollte die Hängematte ALGII nicht überschätzen. Außer für die, die in der dritten Generation Sozialhilfe leben, sind die Briefe vom Amt ziemlich nervig und jede Änderungen der Verwaltungsvorschrift mündet in einen Brief, der so formuliert ist, als wäre man daran schuld. Das macht keinen Spaß.

    Ja, bei den Krankenkassenbeiträgen könnte man beispielsweise etwas machen. Das war die größte Hürde für mich, als ich mich entschloss mich dem Subsistenzjournalismus zu widmen. Der GKV-Beitrag ohne die staatliche Künstlersozialkassenunterstützung liegt bei mindestes 250 Euro.

    Was einen zudem gegenüber anderen freien Mitarbeitern benachteiligt, die über die Familienversicherung abgesichert sind. Unter einem bestimmten Satz kann ich nicht arbeiten, aber die Mutti, die das Artikelschreiben als prima Abwechslung vom Alltag sieht – ja, böse formuliert – kann billiger arbeiten. Natürlich kann es auch der Bänker, der seinem Studentenjob treu bleibt und ab und zu über Kreisligafußball schreibt.

    Eine Bürgerversicherung oder wie man es nennt, halte ich daher für sehr hilfreich.

  23. Dirk
    9.09.2008 | 13:06

    @Parker8

    Das wirkt halt alles awfully patronizing.

    Das mag sein aber eine solche Klarstellung ist auch mal nötig angesichts des Anspruchsdenkens und Geschreis der Hartz4 Lobby. Da sollte man schon noch mal darauf hinweisen, dass die Leistungen von anderen Leuten bezahlt werden und das es auch durchaus weniger sein könnte.

  24. 9.09.2008 | 15:32

    @der_gute_don:
    Du verwechselst die alte Arbeitslosen- und Sozialhilfe mit Hartz IV. Die Wohnungseinrichtung wird lediglich bei der ersten Wohnung bezuschusst. Wenn Du nach bspw. 15 Jahren Arbeit auf Hartz IV kommst und eine Wohnung hast dann nicht. Selbiges ist auch der Grund, weswegen 17 jährige leicht bei ihren Eltern ausziehen können, und der Steuerzahler die Kosten tragen dafür darf.

  25. Marc
    9.09.2008 | 18:51

    Kosten für Erstausstattung, Unterkunft und Heizung werden bei unter 25 Jahre alten Mitbürgern nicht mehr ohne weiteres übernommen.

  26. der_gute_don
    10.09.2008 | 0:19

    Du verwechselst die alte Arbeitslosen- und Sozialhilfe mit Hartz IV. Die Wohnungseinrichtung wird lediglich bei der ersten Wohnung bezuschusst.

    daws ist nicht korrekt. Im Bekanntenkreis, 34 Jahre alt, 8te Wohnung, 1043 Euro Zuschuss für Wohnungseinrichtung erfolgtr letzte Woche, insbesondere explizit genannt, Bett, Waschmaschine. Übrigens auch Berliner ;-)

  27. Lina
    10.09.2008 | 8:48

    @ stefanolix

    Arbeit muss sich auch für sie lohnen und bereits bei ihnen müsste liberale Politik eigentlich schon ansetzen.

    Und worin bestünde dann diese liberale Politik, die es für sie lohnenswert erscheinen liesse, dass sie im Gegensatz zu ALG II-Beziehern – arbeiten? Wenn, wie Du schreibst, ihre Leistungen auf dem Markt nicht höher bewertet werden, entscheidet dann nicht eben dieser freie Markt (mit seinen enormen Verteuerungen* des Lebensunterhalts) voll und ganz über sie? Nur deutliche, ja gewaltige Steuersenkungen könnten sie entlasten, und zu ihnen führt kein Weg, solange liberale Politik sie nicht durchsetzen lässt.

    *Apropos: Erdnüsse, neue Ernte, kosten heuer das Doppelte des Vorjahres; dabei hängt doch gerade an ihrem Verzehr (samt braunem Häutchen!!!) diese spontan Endorphine freisetzende extrem gute Laune; mit der könnte es ohne Inflationsausgleich bei beiden Parteien auch bald vorbei sein (-;…

  28. stefanolix
    10.09.2008 | 9:03

    Ich bin gerade sehr in Eile, deshalb nur eine kurze Antwort: möglich sind (in Grenzen) negative Einkommenssteuern, die den »Billiglöhnern« zumindest die Aufwendungen der Arbeit ausgleichen. Möglich wäre ein Zuschuss zur Krankenversicherung oder ein progressiver Tarif der Krankenversicherung. Die Fortbildung der Arbeitnehmer könnte mit einem Freibetrag gefördert werden, damit man aus der Billig-Gruppe aufsteigen kann. Es gäbe sicher weitere Möglichkeiten, aber ich muss mich jetzt erst mal verabschieden.

  29. R.A.
    10.09.2008 | 11:52

    @Stefanolix:

    Studenten waren zu jeder Zeit ein Sonderfall: jung und intelligent, meist gut vernetzt

    Richtig, aber nicht wirklich relevant.
    Denn ALG2 etc. gilt gleichermaßen für intelligente und dumme Leute, für gut und schlecht vernetzte.

    Natürlich kann man Studenten-Erkenntnisse nicht 1:1 übertragen – aber sie sind schon eine Einschätzhilfe.

    Und die wesentliche Erkenntnis ist wohl, daß einige Leute gut mit Geld umgehen können, effizient und sparsam wirtschaften können und mit wenig Geld einen angenehmen Lebensstandard hinkriegen.
    Und anderen fehlt jedes Talent dazu, und bei denen ist dann am Ende des Geldes immer noch viel Monat übrig. Und solche Leute gibt es auch bei Besserverdienenden – mit höheren Einnahmen alleine läßt sich fehlende Kompetenz nicht ausgleichen.

  30. R.A.
    10.09.2008 | 11:58

    @googlehupf:

    Studenten haben natürlich den Vorteil, dass sie bei vielen Sachen Ermäßigungen kriegen.

    Das gilt nun aber für HartzIV-Empfänger ebenfalls, vielleicht sogar noch mehr.

    Es ist schon erstaunlich, wie viele Ermäßigungen oder Zusatzangebote es in manchen Kommunen gibt.
    Von den kostenlosen Gebrauchtmöbeln bis zu Freikarten im Theater.

    Diese Szene überblickt eigentlich keiner wirklich, keiner kann berechnen, was das finanziell bedeutet für jemand, der diese Angebote maximal ausnutzt.
    Und die Erfinder dieser Programme haben auch kaum eine Antwort auf die Frage, wie gerecht das eigentlich ist, wenn doch die meisten Hartz-IV-Empfänger diese Angebote nicht nutzen können oder nichts davon wissen.

    Zum verbreiteten Stammtisch-Gefühl “die kriegen doch alles reingeschoben” tragen diese Angebote wohl mehr bei als die eigentlichen Hartz-IV-Regeln.

    Es ist auch problematisch, wenn im Prinzip der Hartz-Satz alles abdecken soll, aber der Staat dann doch alles Mögliche extra zahlt – und keiner mehr den Überblick hat.

  31. R.A.
    10.09.2008 | 12:04

    @Marc:

    Problem an den ALGII-Sätzen ist, dass sie nur gut bei Singles funktionieren,

    Völlig richtig!

    Bei Familien kommt die Sozialstaatslogik völlig ins Schleudern.
    Man möchte nicht, daß Kinder darunter leiden müssen, wenn die Eltern arbeitslos sind.
    Aber wenn man den Kindern alles finanziert, was bei einer “Normalfamilie” möglich und üblich ist – dann werden die Gesamttransfers an die Familie so hoch, daß Arbeiten eigentlich eine doofe Idee ist.

    Aber man sollte die Hängematte ALGII nicht überschätzen.

    Das Problem ist: Für die arbeitswillige Mehrheit ist es schon hart genug.

    Aber für die echten Schmarotzertypen (die auch alle Zusatzmöglichkeiten ausnutzen und dann noch schwarz arbeiten) ist es durchaus Hängematte.

    Es ist sehr schwer, Letztere zu treffen ohne die anderen unnötig zu quälen.

    Bei der Krankenversichtung hast Du wohl recht.

  32. Marc
    10.09.2008 | 13:03

    Es ist schon erstaunlich, wie viele Ermäßigungen oder Zusatzangebote es in manchen Kommunen gibt.

    Was es für die, die an der Kante zum ergänzenden ALGII leben, schwierig macht. Denn sobald man darüber ist zahlt man GEZ etc. und hat weniger als der, der knapp drunter ist. Andererseits kann es nicht sein, dass nur unter Verweis auf ALGII die Eltern ihren Kindern keine Schulhefte kaufen.

  33. R.A.
    10.09.2008 | 13:25

    @Marc:

    Was es für die, die an der Kante zum ergänzenden ALGII leben, schwierig macht.

    Richtig.
    Das Problem ist vor allem, daß für jede dieser zusätzlichen Maßnahmen andere Kriterien gelten, andere Grenzwerte, andere Nachweise.
    Das ist insgesamt ein völliges Chaos und begünstigt und benachteiligt Leute völlig willkürlich.

    Und sorgt natürlich auch einerseits für viele unnötige Kontrollen – und andererseits für heftigen Mißbrauch, weil nicht genug kontrolliert werden kann.

    Mal als Beispiel: Es ist doch ein Unding, daß Eltern bei der Leiterin eines Kindergartens ihre finanzielle Bedürftigkeit offenbaren müssen, um vom Kindergartenbeitrag befreit zu werden. Wobei natürlich heftig gemogelt wird, weil diese Leiterin nun wirklich andere Aufgaben und Kompetenzen hat als Vermögenslagen zu checken.

    WENN man sich schon eine Behörde leistet, bei der die Bürger ihre kompletten Verhältnisse offenlegen und kontrollieren lassen müssen – dann muß dort dann auch der komplette Sozialtransfer abgewickelt werden.

    Und wenn der Staat meint, jedes Kind soll sich einen Kindergarten leisten können, dann muß die ARGE das halt für Bedürftige finanzieren.
    Und der Kindergarten hat von JEDEM den normalen Betrag zu nehmen, ohne die Finanzverhältnisse zu Hause zu prüfen.

  34. 10.09.2008 | 16:27

    @der_gute_don:
    Dann möchte ich Wissen wie er selbiges geschafft hat. Laut eines guten Bekannten(Sozialarbeiter) ist das nicht mehr möglich.

  35. der_gute_don
    10.09.2008 | 21:08

    Dann möchte ich Wissen wie er selbiges geschafft hat.

    Antrag gestellt, 10 Tage gewartet.

  36. Gingko
    12.09.2008 | 9:30

    Mir fehlt in der Diskussion etwas der Ausweg aus der ALGII-Abhängigkeit: arbeiten gehen. Das muss der Großteil der Bevölkerung Tag für Tag auf sich nehmen – und sicher in der Mehrheit auch nicht im Traumjob. Arbeit ist in meinen Augen grundsätzlich jedem/r zuzumuten, der/ die nicht gute Gründe hat (Krankheit, Versorgung Angehöriger…), die das unmöglich machen.

    Nicht vergessen: das Geld für die Gesamtleistung (Regelsatz+Miete+Energiekosten+Sozialversicherungsbeiträge) wird von anderen Menschen erarbeitet. Das fällt nicht vom Himmel und wird auch nicht irgendwelchen fetten Verwaltungspötten oder Großkapitalisten abgenommen, wie das in manchen Beiträgen anklingt. Das Geld wird u.a. von mir aufgebracht, indem meine Abgabenlast höher ist, als sie anderweitig wäre.

    Und deshalb ist das ganz natürlich auch auch vollkommen gerechtfertigt, wenn auf die Nehmerseite geschaut wird. Sind Bemühungen, nicht mehr auf Kosten anderer zu leben, vorhanden? Ist die Leistung so hoch, dass der Abstand zu Arbeitenden lächerlich gering wird? Wenn das ‘awfully patronizing’ ist, bleibt jedem/r der Ausweg, auf eigenen Beinen zu stehen und für die eigenen Bedürfnisse auch selbst aufzukommen. Anderfalls ist das gegenüber denjenigen, die die Leistungen zu finanzieren haben, einfach awfully unjust.

    Das im Kopf halte ich die Zahlen aus Chemnitz dennoch für unglaubwürdig. Die maximale Variante könnte vielleicht sein, die minimale ist für mich absolut unvorstellbar. Aber die zuweilen aufkommende Grampa-Simpson-Sicht “I’m needy. Gimmme. Gimme! Gimme!!” halte ich für eine Unverschämtheit.

  37. 17.09.2008 | 13:29

    Wer von euch theorethikern ist den Hartz4 Empfänger ?

  38. Gerhard Siegwart
    20.09.2008 | 18:49

    Ich wohne in einem alten Haus, nicht isoliert, mit einem Mitbewohner (keine Bedarfsgemeinschaft!) in 2 Dachzimmern mit Küche und Dusche/WC, Miete 406 Euro für 58 Quadratmeter, davon zahlt ALG 199 Euro nach irgendeinem Schlüssel (Mieten in Stuttgart sind teuer, unsere ist noch billig!). Da nur elektrische Fläschenheikörper zur Verfügung stehen (kein Nachtstrom!) und Strom eben vom Regelsatz bezahlt werden muss, gehen von meinen 351 Euro 50 Euro für Strom ab. Warmwasser und Koche mit Gas, mein Anteil 25 Euro, wird jetzt auch 20% teurer. Das Geld kommt per Scheck,(Kntogebühren wären 10 Euro), und die Einlösung bei der Postbank kostet 6 Euro. Bleiben mir also 351 -7 (Zuzahlung Miete) – 50 (Strom) -25 (Gas) -6 (Postbank) = 263 Euro zum Leben, 8,76 Euro pro Tag. Knapp, aber reicht mühsam, Kleidung oder Schuhe und anderer “Luxus” ist da kaum drin, höchstens Gebrauchtersatz. Bei 132 Euro könnte ich eigentlich gleich auf dem Friedhof Suizid begehen. Und wer gibt einem 61-jährigen noch Arbeit?

  39. stefanolix
    20.09.2008 | 20:57

    Niemand hier hat die 132 Euro gebilligt oder unterstützt. Ich will eine Balance zwischen dem Machbaren und dem Wünschenswerten herstellen.

    Ich kenne aus der eigenen Verwandtschaft Menschen, die bis zum Alter von 65 oder 66 in der Wirtschaft in anspruchsvollen Tätigkeiten gearbeitet haben. Ich werde nie vergessen, wie ich mal einem ausgefuchsten Ingenieur im Alter von 65 (nach 40 Jahren Festanstellung) die ersten Schritte in einem anspruchsvollen CAD-Programm gezeigt habe. Der brannte innerlich, es als Freiberufler allen noch mal zu zeigen. Und er hat es geschafft.

    Ich (41) habe großen Respekt vor jedem Menschen, der sich im Alter über 50 noch etwas Neues vornimmt und noch seine Leistung bringt. Ich stehe jedem — egal in welchem Alter, ob 20 oder 50 — verständnislos gegenüber, der mir nur erklären will, warum es nicht geht.

  40. Lina
    20.09.2008 | 22:33

    @ stefanolix

    Ich stehe jedem — egal in welchem Alter, ob 20 oder 50 — verständnislos gegenüber, der mir nur erklären will, warum es nicht geht.

    Egal in welchem Alter? Dürfte “es” im Alter von über 60 nicht wesentlich schwerer “gehen” als mit 20? Bei ersterem hätte ich Verständnis, mit dem zweiten nicht, denn der bringt in der Regel zumindest die körperliche Verfassung mit, in der Arbeiten und Geldverdienen möglich ist. Dein Helden-Tenor schlägt kalte Töne an (-;…

  41. stefanolix
    21.09.2008 | 0:29

    Das sollte nicht so rüberkommen. Aber die althergebrachten Einstufungen stimmen einfach nicht mehr. Man kann die körperliche Verfassung z.B. nicht mehr einfach nach dem Alter einteilen. Ich erlebe gerade im Sport, zu welchen Leistungen Leute zwischen 50 und 65 in der Lage sind (die Einzelheiten habe ich wieder gelöscht, weil das zu sehr ins Detail gehen würde, aber es gibt jedenfalls großartige Sportler in dieser Altersklasse). Zur gleichen Zeit kommen viele junge Schlaffis morgens kaum aus dem Bett.

    Ich arbeite nicht selten mit Leuten zusammen, die das offizielle Rentenalter schon überschritten haben und einen riesigen technischen oder menschlichen Erfahrungsschatz einbringen. Wir ergänzen uns, wir respektieren einander. Nein, die Unterschiede kann man meiner Meinung schon lange nicht mehr zwischen »Jung« und »Alt« festmachen. Ich (wenn ich etwas zu sagen hätte) würde Altersteilzeit und ähnliche Modelle ganz anders ausbauen und wirklich beide Seiten davon profitieren lassen. Auch mein Zuverdienstmodell könnte hilfreich sein. Ich mache mir schon Gedanken, wie man beiden Seiten gerecht werden kann.

  42. Lina
    21.09.2008 | 9:29

    Auch mein Zuverdienstmodell könnte hilfreich sein.

    “Dein” Zuverdienstmodell? Würdest Du es bei Gelegenheit mal vorstellen? Für Schlaffis & Schlaffgewordene sozusagen?

    Wenn ich die von Dir immer wieder hochgelobten Effekte eines ausgeübten Sports von der Gesamtkondition älterer Arbeitsloser subtrahiere (wer tut sich das schon freiwillig an (-;?), ihre (Berufs-) Erfahrung und den verbliebenen Elan aber addiere, bleibt immer noch “die Wirtschaft”, die so wenig Gefallen, bzw. Bedarf an ihnen hat – noch weniger dadurch, dass sie seit Jahren (Jahrzehnten?) für Geld vom Staat abgeholt werden. Da würde mich schon interessieren, was Du Dir ausgedacht hast – falls Du zwischen den Läufen mal Zeit dafür findest (-: …

  43. Gerhard Siegwart
    21.09.2008 | 10:04

    @stefanolix: Ich habe in meinem Leben schon vieles gearbeitet: auf dem Bau (war mangels Konstitution, 58 kg bei 174cm, ziemlöich hart), als raftfahrer, im Messebau, Renovierung und Entrümpelung, …, habe mich selbst ausgebildet in Computer-Hardware, Linux, Webdesign, PHP- und SQL-Programmierung, habe auch einge Webseiten erstellt, …
    Für Webagenturen bin ich zu alt (“Wir haben an jemand jüngeres gedacht”), für schwere körperliche Arbeit ist mein Rücken nicht mehr geeignet (Bandscheiben).
    Niemanden interessiert, was ich kann, solange ich keine offiziellen Belege für eine Ausbildung vorlegen kann (Design- und/oder Informatik-Studium). Bleiben mir also Putzstellen für 2,50 die Stunde oder Notschlachtung.

  44. Gerhard Siegwart
    21.09.2008 | 10:13

    pardon für die Tippfehler, meine Tastatur ist eben auch schon “alz” und klemmt öfters zw. ich tappe gleich auf 2 Tasten …
    ziemlöich = ziemlich
    raftfahrer = Kraftfahrer
    einge = einige

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